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Central-Verein-Zeitung · 1936-10-01 · 40 (1.10.1936) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
40 (1.10.1936)
Date
1936-10-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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' Miß. dies« Möglichkeit zur Wirklichkeit Umzuges stallen. ■■ Frit* Aronstein . Jizchak Fritz Baer: Galut. Bücherei des .Schocken - Verlages, Nr. 61, 106 Seitens - ltm gleich das' Wichtigste vprwcgznnehmcn: hier.ist ein Blich. dasin einem ganz besonderen Maße inteienant. leseiiswert und.fesselnd ist.. Sein. ■ Inhalt ist nicht, wie man nach.dem Titel vermuten . würde,-eine Antwvrt ans die Frage nach der Begrisfc-öeslitnninng und Teutniig der „Galut" ans gegenwärtigem - Denken, svndern cm - Quer, sch ns st durch die Indische Geschichtsansfassung. das - die j»dische Ailfsassnng vvm Weseniiiid Sinn ^er eigenen Geschichte, durch alle Zeiten hindurch-, sie kann durch daL Wart „Galut" umfassend nm> .schrieben werden^ weil, die jüdische Geschichte seit, zwei Fahrtansendcn Geschichte der Galut-ist. Es ist nun in.hohem Nlaßc Fesselnd. den,^ einzelnen Etiinmen, indischen und christlichen uber Galnr. das heisch also jüdische Geschichte, lind ihre Wertnng und.Tentiing nachzilgehen. «vom spätantiken -- Indcntnm an bis an die Schwelle des 19. Jahrhundert-?. und >vie der besonders belesene Antor sie ansspürt. - - Aber cs fallt ans, das; man -in dem spätantiken Fiidentnm -giinz an der Tatsache vorbeigeht, das; xin gut Teil der alten-Tiaspvra nicht nur auf dem Zivang der tzrilie'rnng.' der Galut. beruhte, sondern . aus der sreiivilligen Auswanderung, bei der n;an - aus lvirtschastlichen Grnirden oder aus Abenteurer, lnst fremde Killten anssuchtc. Ta aber, , ivv der- Autor-dazu—übergeht, ein - Wort.darüber zii reden.._nue—der-heutige Jude Galut zu erfassen-.hat. fehlt tzxr Tarstellmig die. Ueberzeiigniige-lrait. Er schreibt: . , ° „Tie zeitweise-..ins- Auge gefaßte Rückkehr zii einem Galntbilde, wie e-?^etiva in der Zeit des zweiten-Tempelsvvr.handen ivar — die Grnp- - Pierling der Tiawora inn bin starkes Zentrum in Erez Israel --- ist heute nicht mehr denkbar." Warum nicht? üs.'enn inan sich für das Nein entscheidet, bedeutet das die ProllämiernnH der Unmöglichkeit. das; irgendwie ans der ifFelt änßerhalb Palästina-? Fnde» int Benmßtsein ihres Fildescins lind in dem Ottilien dazu leben können. Wenn das die Meinung des Berfasser-? ist. so ist er den Beweis danir schuldig geblieben. Er hat nur. da niän GU BUllivnen ^nden nicht nach Palästina brniMn kann, in einem abseitigen Sah leichthin das Tvdesnrtei'l über das Fudentnin der Tiaspvra gefällt.— obgleich in stnuMgaiMn Geschichte derleisten zives Fahrtanfeiide Palästinanie ohne die. . Tiaspvra leben konnte, was mast anerkennen muß. auch wenn man sich dazu bekennt, das; die Tiaspvra ohne Palästina in die Auslösung führe. V - Der Verfasser spricht davon, das;'es die Pflicht" der europäischen Böller ist. dem-jüdischen Volk an seinem Werk der Erlösung in Palästina z,i Helsen, „nachdem dein Juden heute das Heimatrecht in - Enropa äbgesp.rvehei> lvird".. Aber: Europa ist nicht die i>belt: und darf man so ans dem eigenen Heiinatdenken sich selbst den Blick verengen und, Geschichte gleichsam abschließend, einen doknmvn. tiertei, Willen der europäischen Welt, den Juden dasveimatrecht iir Europa gbzusprechen. ch-tstecht-- hin fest stellen '? . - Btan lese das Buch aufmerksam und mit Bedacht; es ist viel an-? ihn; zu lernen. Uienemaiin. ButMa.Martih Salomon BERLIN NO 43 < E 3 2635 Neue Königstr. 79, ptr. Aus der Kunstwelt Ein numismatischer Fund berühmten Münzmeister Eara'dosio geschaffen, der auch Julius II. und Bramate verewigt hat. - I^euordnunZ im Jüdischen Museum* Auf dem NnmismirtikerEongreß. - der anläßlich der 199-Fahr-Feier der Uoval. Xumisnwtie in LPndpii tagte, hielt der bekannte For^. '/Fm Zuge der Neuordnung der Musenmsschätze ,cher >;ean Babelon tPirts) einen Bortrag über _ seht der Snnagogeurai.m wieder zugänglich e.nen iehr wertvollen . iNnid: der Inhalt d;eie» ncinnd3t’. Manche Neuerwerbung kann da au-- Referates wird seht im L kst obb r h e ist i ^. r / ^stellt iverden. Ein Thvravvrhang auH^dem KuoKei-? Referates wird jetzt; imL k-t pIic Z e'i tsch rsf.t a « f* 11 e . des H e a-ux Arts“ unter dem Titel ..T,a Medaille d im. Cabaliste»: Chaffrey Cacles'. »olt Jean Babelon veröffentlicht.- und 'ist dazu angetan, unser, ganz besonders Interesse zu beanspruei)en.' .... - ' - Ter Verfasser rühmt sich. lange-nnd tieigründige Studien anderer Forscher, nicht zuletzt des Engländers Sir Georges .Hill, des Herausgebers eines Standardwerkes zur'Geschichte der itatienischen Blnnzknnde, ivieder ausgenommei^ zu haben, ivenn er die berühmte Medailleaus der Sammlung Bugnet-Bvurnet de Bernvm, beschrieben von Migevn in der Revue - ..Les* Arts“, Septembers Heft 191 f, ivieder zum Gegenstand numismatischer Forschung macht. Paul Bournet de Bernom war ein Pariser Anwalt, der 1K82 starb ustd denen vielseitige Sammlungen -M. Bueguet übernahm. Bronzen, Plaketten, Emailärbeiten. Faheneen und Btedaillen waren in großer Zahl zusammengekommen. . . , - : . Tie eine Seite der in London zu.wissenschastlicher Tisknssivn stehenden 'Medaille trägt eme. Znschrift aus Virgil., die andere die Figur Ehastreh Carles. der Zafredus .Narvlus hieß^. Er °° steht in einer Felslandschaft und reicht die "Hand.' einem jüdisclien Priester, der ichn die Sonne - zeigt. Finder Rechten, Bie aus einer Felsplatte ruht, hält Chäisreh Carles ein geschlossene-? Buch. Ter' Verfasser de« Artikels in der „(lazeUe des Keaux-Arts^ lveist darauf, hin. haß die Tarstellung eines -Juden in den zeitgenössischen Ptedaillen überaus selten ist: „Ce qui cara;-terise le yrqiidprelre, c’est son vetement, L’epliod, et surtout riJrini et Thu.mmitu le pedoral serti de trois—ranj's de ]>ierres precieiisesv organe essen- . liel.desconsultatioiis ohtenues de Jehova." Zean Babelon weist dann'noch ans die betreffende Bibelstelle. Erodu« XXVIH, ist. hin und kommt zu dem Schluß, daß 'es Moses , st. dem Chasfren Carles die Hand reicht, und daß die Sonne die Verkörperung der - Mathematik, der Geographie. - der .itoslnogräphie sei gemäß den Erklärungen, die Minuzianv.-Madrignano. Salomo bieten: Sapiens, dominabitur Astris. Chafsrep Carles sei ein liberzeiigter A»liäiigcr der .stabalistik geivesen, sein .-Freund-war Paulo Ricciv. ein getanster Filde. Philosvphieprofessvr in "P-adua. der Arzt Marimilian l.. hochgeschätzt von Erasmus. Sein Pierk ,.1'a'uli klieei israelitae aphori^tieae in eabalistarum erud-itionem euin digreKkuonibus isaLnjrae. ejuBdunr^de Nivdn in.venieiidi nubjeeta . doelriuaruin et »rdineA ebiii-liisione« lepidaque - oratio"^ lBibl. Rat. Res. löst-Jl widmete dieser jüdische Forscher, EhassreN Carle«. Und das Tatiim. zu dem. diese-Publikation herauskam. . stimnrt. wie Fean Babelon scststcllt, mit dem Entstelningstermin der- Piedaille überein. Eni ahn-, liches Stück ntimismatiscljer.Kunst haben wir tu der großen sogenannten Fourveres-Medaillevor uns. Tie in London versammelten Gelehrten gingen mit dem Redner dahin einig, daß. die italienische Btedaille anläßlich der. Thronbeiteigling Julius II.' geprägt -worden sei und ein Tokinnenl der Rückkehr zur Gerechtigkeit („justice'T bedeute: am Uröiiimgstag nämlich hätte Zulius 11. im Fahre lstün ivichtige Pkaß- - nähmen für die Tiildiiug der Fnden verkündet, die unter, dem Vorgänger Alera.ider VI. v,cl zu leiden"hatten. Tie Medaille soll im Fahre ir>(>9. etlva entstanden sein. Sie ist vielleicht von dem . , n'Mdl hessischen. Samt und Seidenstickerei, verrät die., herklinst au« einer-größeren Gemeinde, denn feige gesamte Aufmachukig ist vornehm., ausgesprochen städtisch. Um 17-JO entstand-ei »Thora-Mäntelchen, das von frommen Inden gestiftet ionrde. was." Urkunden berichten..." Ein Chanukkaleuchter aus. ^Messing^am ebenfalls erst kürzlich in das Museum und in diesen Raum, dessen Atitte der bekannte, schöne- Almemor ans dem märkischen Schönsließ einnimmt. , -- —Durch das Streben der Mnseumsleitung. in den vorderen Näinnlichkeiten der Sammliing zeit- ' genössische .stünstler zu Worte koinnlen zu. lassen, wurde für verschiedene^Gemülde. großen Formats eine neue Bleibe notwendig. Jetzt konnten an. der. langen BerbindungswaNd vom Eingangsraum zu den Tirektionszimmern Jacob Steinhardts lu>» ' rühmte? Bild. Lener Urhs „Pioses"und sein „Fercmia-?" und S. Hir.zseNbergs „Golus" auf- ^hängt werden. F N Die Lihel in äthiopischer Sprache Die ersten Ausgaben der biblischen' Bücher in äthiopisstier Sprache sind, so selten, daß nur. wenige Bibliotheken der Welt sich dieser Schätze rühmen können. Das erste Truckiverk in äthiopischer Schrift war die Aiisgabe des Psalters, die im Fahre lölst in Rom durch den.,.Borfteher der St. Georgskirche zu Üöln", Fvhannes Pvtkev. -'r-. schien.,. Sie gehört iu ihrem, prachtvollen Rot imd Schwarz zu den Zierden der bedeutendsten Bibliotheken.' - , Im „Derl.iner Tageblatt" vom17.Seps tember, Nr. 441, heißt es in einem Artikel über ' den kostbaren Bestand der Sammlung Golds ch m i d t - R o t h s ch i l d , nämlich die erste Ausgäbe des Neuen Testaments, daß dieses Werk ein Privatdruck ist, den Papst Paul III. anfertigen ließ, tun ihn an eine kleine Zstlst gekrönter' Häupter und.Kirchenfürsten zii .verschenken-, in jedes Erempkar sind Namen und Wappen des 'Empfängers i». Rot . und Schwarz eingedruckt. - Während lange Zeit das Eremplar der Ntazarin- B'iblivthek in Paris-als einzigesvollständiges - Dokument galt, haben neueste Forschungen nun . feststellen - können, daß ein absobut vollständiges Eremplar, vielleicht das einzige überhaupt, sich - ' in der Bibliothek G o l d s ch m i b. t befindet. 'Weitsr Mließt der Verfasser des Artikels im -^..Berliner Tageblatt", daß das. Studium der — "äbessinischen Spräche, -die, sich sprachlich. än..däL..' -Arabische aNlehne, in ihrem Schr-istshstem aber von den übrigen semitischen Sprachen vollig abweiche. bis in das 1.9. Fahrhundert hinein wenig betrieben wurde. -Erst die . Britische Bibelgesellschaft hat das Neue Testament erscheinen lassen-, ... von dem dreüAnilggen (London 1*3(1, Basel 1874, Leipzig 1K!W) hcrausgekommcn sind. Und die. italienische'Regierung hat vor längerer Zeit das 1 kirchliche und bürgerliche Gesetzbuch verbreiten lassen. Vielleicht werde jetzt, meint der Verfasser des interessanten Artikels, mit der Kolonisierung Abessii'iiens auch eiiie " vollständige Ausgabe der . äthiopischen Bibel, nicht, lange auf sich warten lassen. Das wäre ilm so wichtiger, alsmanche iinbekanntcn Schriftendes Alten Testaments uud- "b'edentcnde literarische Denkmäler ans vorchriitlicher Zeit, wie das Buch der-Jubiläen, das B,itck he noch «>. a. m.. in äthiopischen Bibelhan^- schriften erhalten sißd, 0.1" „L'Amour de I Art" läßt den früher i/ Berlin tätigen Kunsthistoriker Tr. Fritz Schif/in einem Aussatz'über den Sinn der Photvmvizlckge zu Wovte , - kommen. Phu^r..^ * LJ Isaacs Opferung, Wolhtickerel. Neuerwerbung des Museums der jüdischen Gemeinde zu Berlin I'ot.' Herbert- Sonnen feli Regen, ans dem Früchte der Erde sprießen! Das Gleicchnis ivar auch wohl der Phantasie' des Hebräer-? diirchan-? vertrant: in reinerer Gieaenirberstellstiig nnd nnter Berivendnng ziveier verschiedener.LCortgebilde (oesi-hem nnd (iawai-i statte Tentervjesaja den 'gleichen Gedanten ansgesprvcsten: Fes. ."»Ö.-Ist -ll. Der Scln'iler ivar mit-seinem BF orte rbnehe ansgeivhn-t.- Bibelfreind. ein Staminler von zehn oder zwanzig FF orten des -he- -dräi'schen. ivar er zn ilnn gekonunen. hatte gefragt.i nnd es hatte geantwortet, nnd das Wnrzelgestri'ipp des. hebräischen Wörtervnches ivnr'de ii)m rasch ein blühender Garten.- » aller Koi-im-h. ■ An der Nordsee Von Olga Bloch Haben Sie es schon einmal tlnternonnnen, die Agnarelle. Zeichnungen nnd Kupferstiche, die Goethe ans der italienischen Reise von;-, höardasee. von Tivoli, von der römischen t5am- pagna geschaffen, mit der hentigelp-Wirklichteit zn vergleichen! Es siele Fhnen gewiß leichter, als. ivenn Sie ddn Versuch nrachten. 'Illnstrationen zn geben zn Heinrich Heines ' ..Nordsee". Denn Heinrich Heine war ja-nur Lvriker. er hat" nicht gemalt und niclst gezeichnet. jedenfalls nicht int bildnerischest Sinnt. Seine Verie ans dem. Liederzhklns ..Die Nordsee" ans den Fahren 18-ö -'6 reden für '.sich, sie sind. lhris.cl,-in der- Hauptsache.^ nnd —ei-ne—e-pische Ergänzung^ müßten Sie selber .finden. - Heinrich Heine - hatden Sonnennntergang beinngen.' di'e schaumgekrönten. ""Wellen nkid die B.'öi.veii ans ihnen, auch er hat . beobachtet. löie nach kurzem ülegensatl die- Spnne toieder ansgeht und der Regenbogen . den Horizont ninspanstt. Seine ..Abend-, dästistieru'ng", . sein ..Sturm" und seine : ..Meeresstille" sind lnriiche Ergebnisse, episch dnrcstzo-cgen. > tvie es , die Naturereignisse erfordern. . Aber die Nordsee ist nicht nur lstrisch und nicht nur"episch. Ein Fäemischans diesen .- Stimmungen finden Sie in- -Helgoland. Hier steht das kleine Dcvrdsee-Mnsenm, in dessen Eingangshalle die Bronzebüfte von N. Pringsheiin steht, des lim die biologische Bedentnng der Fnsel hochverdientest Natnrsvrschers. Das kleine, Heimatmnsenm birgt manchen kulturell .interessantest Schatz.'Ansichten von Helogländer Birnsehen und Bauten.' ans bekannten Hamburger Verlagen. Sie wurden bestimmt Freude staben an den nach der Natur gezeichneten Plättern' von E. Beer, an den rmzvolteil Lithos, die die gesclpvätzigen Pärchen vor den Helgoländer. Häilsern^ die Treppe iviedergeben. die vom Unterland' ins Dberländ fsihrt, an .Berthvtd Edingers Schitderiingen der Ankuilft der Sommergäste ans der rvtkasttigen Fnsel. Helgoland ivar, allezeit eine Stätte der, Fvrschnng. heute steht hier die Staatliche chiolvgische Anstalt mit ihren vielseitigen Fanggärten, hier hat eiist besoiiderer Vogelivart. der DrthinvlvgsHeinrichGaetke gewirkt, nnd das Buch ..Der Vogelzn^-asts Helgolastd"- ist bekannt und im .siommissionsverläg vvn Friedländer . sc Sohn seinerzeit heraus^, gegeben. ' ' Fn Helgoland also ist die Nordsee ein Gemisch" von' lstrisch und episch, episch, ivenn Stnristslnt herrscht, epische - auch, wenn das Nebelhvrn am Lenchttnrm den Schissern die Eiesähren dieses Natstreigstisses laut und deutlich anzeigt. Dies alles hat Heinrich Heine enipsnnden. nrid auch er war glücklich, als er - mul) überstaiidenen Scckrankheiten glücklich ..Fm-Hafen" ivar. 7 . ^.Glücklich der Btniili der den Hasen, erreidit bat., f lliib,hinter sich ließ das Meer,n»d. die Stürme, lind - jetzo iöarm >rnd:rutn.st7sitz't _ Fni guten Fitatskcller zu Bremenf" ' ° .. st T" Auch Bremen an dkst Weser ist von der' Nopdsee beeinflußt, nicht nur. weil auch die Weser die tstpischen Erscheinungen vvn Ebbe und Flut mitmacht. Rech, Bremen isst eine wirkliche Seestadt zii. allen Zeiten gewesen. Sie müssest tmbedingt in da-T Focke-Mnienm - göheist in die Abteilung „Bremische Znnst und Handwerk". > ,st '• Fn dem Mnsenm vor dem Stephatti-Dor. in der alten Straße mit den Giebelhällsern. ist dereimLäden nian.Kolonialwaren zusammen mit-Schisferschuhen verkauft, liegen die Ge- . schäftskarteil'.' maiicher^! alten. Firma ans. „Wachstuch-. Fnßteppich- und weiße Warenhandtung vvn L. Löwenstein" kann inan da lesen, oder „Henzenrvder tk. Master, Manufaktur - Bivdewarenhandlmig nnd . Fabrikgeschäfte". Einstens hatten die Fnhäber den Bremer Bazar, nnd mach man sieht ans der zierlichem .biedermeierisch gehaltenen Geschästskarte das ' stattliche Gebäude und die Passage dieses Bazars: Wenn man im Mnsenm das bremische Kanfmannskontor^ mit den Biedermciermöbeln betrachtet, mit - der heute ach so veraltet anmutenden hölzernen Papierpresse, mit der Karte vvn New- Aork und Umgebung. an Per Wund, dann mag man stnwillkürlich darüber" Nachdenken, wie es in.manchem jüdischen KanfmaNnshans dieser Stadt ansgesehcn haben mag. . Fm 18. Fahrhundert hat ein jüdischer -Kupferstecher F. N. David seine Heimat sestgehälten und die. hübsche Ansicht Bremens vom "Werder ans nnd. den Blick ans die Altstadt in Kupfer gestochen. . -- , „Die Bremische Schiffahrt verbandet fünf Erdteile", so kann man iik; Kvlonialmnsenm am Bahnhof lesen. ' Wenn die Fäden dergroßen Sciiiffalirtsgesellschaften nach Palästiria weisen, betrachtet man.die Knotenpunkte Haifa und Fasfa mit-Interesse. Fn ^Bremen" ist' ja,, auch der Ansgangspnnkt mancher Srientfahrt. der Palästinareisen. Viele Kanfleute. wie David Meher, gingen .. einstens nach Ueberseeund verträten die alte Heimat als Konsuln. - Die Kaufleute und die Senatoren der alten Hansestadt waren zn allen Zeiten' knnstsreudig. Fm herrlichen Vkusenm am Dstertor hat man nun die- Gemälde, die so 'zahlreich ans aller Herren Ländern, ans allen Schulen^ und ans allen Zeiten zniammenkamen. neu geordnet und bei chieser Neuordnung den Maßstab am Europäischen -genommen. Max Liebermanns, des Vertreters der Berliner Atalerschule, neust Werke haben begreiflicherwKse bei dieser Gelegenheit neue Beschriftung erfahren: Berlin '1847 bis 198^ Berlin. Der „Hof des'Amsterdamer Waisenhauses" und die „Holländischen Näherinnen", auch das „Holländische Waisemnüdchen" sind Geschenke von Kunstfrennden an die Sammlungen. Eigenartige .-Namen findet man in Bremen, vielleicht silid. and)' sie von der Nordsee geprägt. Tie Leute heißen dort Knevelkamp und Watjen, während sie in Süddentschland - nnd in Ncitteldentschland ganz anders heißen. Auch die Inden haben andere Namen dort, tvie schwerfällig klingt Kvopmcinn odstr Holzborn! Tie Nordsee prägt die Landschaft, sie Prägt auch die Aten- -y Der Kikajon Zu dein Ailfsätz in Nr. 39 der-C.-B.-Zeitung über-, den ,,Kikajmi", schreibt uns ein Leser: In dem Ailfscltz über den „Kikajon" ivird auf Grund vvn Aenßeriingen griechischer und römischer Schriststeller die Vernmtiing äusgcspr.v'cheii, daß es sich um die Ricinnsstäuöe handele. Diese Ansicht, vertritt auch der Talmud. Fn der Mischna tSeder. Moed. Traktat Sabbäth) werden die Lelsvrteii, die am Sabbat nicht benutzt werden dürfen, ansgesührt uub öarimtcr auch „Kik"-Lcl. Diei-4>e^ tresscndc Stelle der Gemara lautet nach der Evld- .schmidtschen Uebcrsetznng: ,-Kd.in Ligöt. Was ist Llgöl? Scmucl sagte: Ich habe alle Seefahrer ausgesragh imd man sagte mir: es gebe in den. überseeischen! Städten cnien B.vgel,. dcr Kikgcnannt wird. R. Fizchag b. R. Fehiida sagte: Del aus Leinsamen. Res Lapis -sagte: Ails dem Ricinus des Jona. Nabba b. Bar Hanaerzählte: Ich habe den Ricinus des Fpna gesehen, er ist dem bVfnlibe ähnlich "^Er wächst in den Sümpfen, iind man zieht ihn an den Eingängen der Kaufläden: aus seinen Kernenbereitet man Lel. und niitcr seinen Zweigen ruhen alle Kranken des Westens." -Tie Mischnastelle.ist übrigens sehr bekannt, da sie im Freitagabend-Gebet zitiert wird. Paul S alk.

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