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Central-Verein-Zeitung · 1938-11-03 · 44 (3.11.1938) · page 17

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
44 (3.11.1938)
Date
1938-11-03
Page
– (sequence 17)
Language
German
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1 Nr. 44 5. Beiblatt Palftstlna-tDmscliaii der C-T.-Zeitung1 Seite 15 3.November 1938 Die neue Quote / Tel-Aviv, Ende Oktober Am 27. Oktober wurde die neue Einwanderungs-S c h e dule für das Winterhalbjahr 1938/39 amtlich bekanntgegeben. Sie umfaßt an für Juden bestimmten Zertifikaten: 2000 Zertifikate für Kapitalisten, d. h. für Personen, die über einen Betrag von mindestens 1000 Pfund . verfugen, 1000 Arbeiter-Zertifikate und 800 Zertifikate für Verwandtenanforderungen. Die Kapitalisten- und Arbeiterzertifikate berechtigten zur Mitnahme von Ehefrauen und Kindern unter 18 Jahren. Die Einwanderung von Schülern und Studenten einschließlich " der Jugend - Alija bleibt nach wie vor unbegrenzt. Als wichtiges politisches Symptom sowie als ebenso wichtige wirtschaftliche Energiezufuhr ist diesmal diese Entscheidung mit äußerster Spannung erwartet worden. Sie ist mit einer Verspätung von beinahe vier Wochen verkündet worden, vielleicht nicht ganz ohne Zusammenhang mit der Tatsache, daß gerade in dieser Zeit der Großteil der neuen englischen Truppen und der neu mobilisierten jüdischen Freiwilligen den Dienst aufgenommen hat, und daß gerade in dieser Zeit zwei große militärische Aktionen durchgeführt werden konnten, welche die Herrschaft der Staatsautorität in zwei besonders vom Terror geplagten Teilen des Landes — in der Altstadt von Jerusalem und in dem Nord-Dreieck Safed-Akko- Nazareth — wieder herstellten. In den allerletzter Tagen mehrten sieh die Gerüchte, die von einer Sperre der Einwanderung wissen wollten. Sie stammten zum guten Teil aus arabischen Quellen und wurden von jüdischen Kennern der Verhältnisse nicht ernst genommen, aber lösten doch eine gewisse Beunruhigung aus. In dieser Beziehung hat jedenfalls die Verkündung der neuen Quote eine wesentliche Erleichterung geschaffen. Die politische Bedeutting Es ist, wie Chaim Weizmann es am Vorabend der Entscheidung formulierte: Die Einwanderung ist nicht unterbrochen, und das Mandat ist in Kraft. Daran liegt auch psychologisch eine wesentliche Bedeutung der neuen Quote. Es stärkt zweifellos das Vertrauen des jüdischen Palästina, daß die Mandatsregierung sieh auch in dieser Zeit keine Einwanderungssperre abpressen ließ, ja, daß sie sich auch zu keinen weiteren Einschränkungen gegenüber der vorigen Quote veranlaßt sah. Das ist, vom Standpunkt des jüdischen Rechtsanspruchs und der jüdischen Lebensnotwendigkeiten aus eine höchst bescheidene Minimalforderung, aber unter dem Gesichtspunkt der realpolitischen Von unserem * Palästina-Berichterstatter Gegebenheiten muß man vielleicht schon in dieser Tatsache einen Erfolg sehen. Und in einem Punkte hat sogar die Mandatsregierung der besonderen Lage der Judenheit mehr Rechnung getragen als bei der vorigen Quote: die Quote für Verwandtenanforderungen wurde erhöht.Allerdings ist diese Erhöhung nur geringfügig. Wie erinnerlich, waren im vorigen Halb- MacDonald Im Zuge beträchtlicher Veränderungen im britischen Kabinett ist der Kolonienminister Malcolm MacDonald unter Beibehaltung seines derzeitigen Amtes auch mit der Uebernahme des Ministeriums für die Dominions betraut worden. Die Gründe für diese Ernennung sind wohl außer in einem Mangel an geeigneten Persönlichkeiten und der nicht mehr allzu langen Lebenserwartung des Parlaments in der besonderen Eignung MacDonalds zu sehen. Der Minister kam aus dem Domirion-Ministerium, als er im Mai dieses Jahres — auch bereits zum zweiten Male — zum Kolonienininister ernannt wurde. Seine politische Tätigkeit war also im wesentlichen immer zwischen den beiden Arbeitsgebieten aufgeteilt, die er jetzt gemeinsam verwalten wird. gebender Rat gewählt werden, in dem Araber und Juden im Verhältnis von fünf zu vier sowie einzelne offizielle Persönlichkeiten vertreten sein sollen. Dieser Gesetzgebende Rat soll weitere Machtbefugnis erhalten, als der im Jahre 1935 geplante. Die Juden sollen in kommunalen und kulturellen Angelegenheiten im Bereich ihrer Bevölkerung Autonomie besitzen. Landkäufe durch Juden sollen Beschränkungen unterworfen werden. Sehr fragwürdig muten die angeblich geplanten Bestimmungen über die Einwanderung an: nach ihnen sollen die Einwanderungsraten so bemessen werden, daß die Araber 50%, die Juden 40°/o und andere Gemeinschaften 10% der Gesamt - einwanderungsziffer stellen sollen. Verlängerung des Mandats? Unter den zahlreichen Voraussagen und Kombinationen, die wie vorausgeworfene Schatten das große Ereignis der gespannt erwarteten Entscheidung über die Palästina-Politik ankündigen, soll nur die folgende angeblich aus verläßlicher Quelle stammende Meinung von „Daily Telegraph and Morning Post" wiedergegeben werden, die aus der Feder des Jerusalemer Kor respondenten des Blattes stammt. Nach diesem Bericht, der angeblich die Ansicht eines führenden palästinensischen Arabers widerspiegelt, wird die bevorstehende politische Wendung eine Beschränkung sowohl der arabischen wie der jüdis-chen Ansprüche in sich schließen. In Uebereinstimmung mit fast allen übrigen Pressevorhersagen wird der Teilungsplan als aufgegeben bezeichnet. Dagegen soll das Mandat für eine weitere Zeitspanne von etwa zehn Jahren aufrecht erhalten werden, an deren Abschluß den Juden und Arabern die Möglichkeit gegeben werden soll, eine nationale Regierung unter britischer Oberaufsicht zu bilden. Für noch weitere Zukunft wird der Abschluß eines Abkommens nach Art des englisch-irakischen in Aussicht genommen. In dem zunächst interessierenden Zeitabschnitt, in dem das Mandat grundsätzlich maßgebend sein soll, soll ein Gesetz- Verlustbilanz Nach der Erklärung des Kolonien- und Dommionministers MacDonald in der Unterhausdebatte vom 1. November sind die Verlustziffern vom 1. August 1938 bis zum 31. Oktober 1938 die folgenden: getötet wurden 231 Araber, 144 Juden und 29 Engländer. Verwundet wurden 232 Juden, 179 Araber und 75 Engländer. Dabei wurde darauf hingewiesen, daß die genauen Verlustziffern der bewaffneten arabischen Banden nicht festzustellen seien; sie wurden auf 400 Tote und erheblich mehr Verwundete geschätzt. In der gleichen Parlamentserklärung bestätigte der Minister, daß die Palästina- Streitkräfte auf 18 Bataillone Infanterie, zwei Regimenter Kavallerie, eine Haubitzenbatterie und eine Panzerwagenabteilung erhöht worden seien. Die Verstärkung der Polizeikräfte sei noch im Gange. Das Oberkommando sei im Besitz sämtlicher Vollmachten, die zur Wiederherstellung der Ordnung notwendig seien. In Bezug auf die Militäraktion der letzten Wochen versicherte MacDonald, daß sie eine „sehr heilsame Wirkung" gehabt habe. Zum Bericht der Woodkead- Kommission erklärte er, daß die Regierung zur Zeit mit der Prüfung befaßt sei. Die Veröffentlichung werde gleichzeitig mit einer Regierungserklärung voraussichtlich nach der Eröffnung der neuen Parlamentssession erfolgen. Auf eine Frage nach der Einwanderungsquote für die Juden erwiderte er, daß er der kürzlich gemachten Mitteilung über die Einwanderungsschedule bis Ende April 1939 nichts hinzuzufügen habe. jähr ursprünglich nur 200 Zertifikate für nahe Angehörige palästinensischer Einwohner vorgesehen worden. Als sich gegen Ende des Halbjahres herausstellte, daß ein recht erheblicher Teil der Kapitalisten- Zertifikate unausgenutzt blieb, bewilligte die Regierung auf dringendes Ersuchen schließlich noch 600 weitere Zertifikate für diesen Zweck, die aber nur als Vorschuß auf die neue Quote angesehen werden sollten und in der Tat von den jetzt neu bewilligten 1400 Verwandtenzertifikaten abgezogen werden müssen. Praktisch stehen also auch diesmal nur 800 Verwandtenzertifikate — die sich übrigens nicht auf Familien beziehen, sondern pro Kopf berechnet werden — zur Verfügung. Als eine ausgesprochen politische Benachteiligung dagegen wird es aufgefaßt, daß alle zweihundert Zertifikate, die für Geistliche bestimmt sind, ausschließlich den nicht jüdischen Einwanderern vorbehalten bleiben. Hier wie bei den anderen Kategorien haben wir nur die für Juden reservierten Zertifikate berücksichtigt, nicht aber die für Nichtjuden . vorbehaltenen, so die 150 Arbeiterzertifikate, und zwanzig Kapitalisten-Zertifikate. Daß aber der . Grundsatz des politischen Maximums, entgegen allen Protesten, beibehalten wurde, ergibt sich schon aus der Feststellung, daß die Gesamtzahl der Zertifikate nicht erhöht worden ist, obwohl die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes zweifellos größer geworden ist, als sie .zu Beginn des vorigen Halbjahres war. Die wirtschaftliche Bedeutung Die folgende Gegenüberstellung der jüdischen Einwanderung im Winterhalbjahr 1937/38 und der jüdischen Zertifikate für das Winterhalbjahr 1938/39 zeigt die wirtschaftliche Bedeutung der neuen Quote am deutlichsten: Okt. 37 Quote Kategorie März 38 Okt. 38 März 39 Kapitalisten (1000 £P) 585 2000 Frauen mit unmündigen Kindern von Kapitalisten 502 unbegrenzt Handwerker (m. 500 £P) 3 20 Angehörige von Handwerkern 6 unbegrenzt Arbeiter 1570 1000 Angehörige von Arbeitern 694 unbegrenzt Angeforderte Verwandte 1376 1400 Frauen und Kinder von X Residente unbegrenzt Jugendalija u. Studenten 1168 unbegrenzt Rentner 20 Freie B erufe > null. Wie schon angedeutet, unterscheidet sich die neue Winterquote kaum von der Sommerquote 1938, denn von dem einzigen Posten, der eine Erhöhung zeigt, der Verwandtenalija, sind bereits 600 Zertifikate im voraus verbraucht worden, so Ausklang der Feiertage Jerusalem, da hinauf die Stämme ziehn Seinem Namen zu danken! Jerusalem, die Stadt der Urvergaiigenheit, jener Tage, die nicht durch Historie erfaßt werden können, die nur im Geiste und im Rhythmus ihrer Bewohner von ihrem Wesen Kunde geben; die Stadt der Kreuzzüge, des milden Saladin, der Türkenkriege und der harten Gegenwart. Jerusalem die Stadt der Zukunft da sie wieder „in sich verfugt ist ineins". Der Mond, seltsam verkehrt, hängt am Sternenhimmel und wandert westwärts, von der Altstadt kommend, vom Osten über die neuen Siedlungen hinauf nach Beth Hakerem. Seine glänzende Runde , hat er überschritten — die Monatsmitte ist vergangen, in Jerusalem ist Simchat Tora. Simchat Tora in Jerusalem ist die höchste Freude, die hinaussehreitet über die losgelöste Trunkenheit wirren Taumels, und deren Wurzeln tiefer liegen als im Glück eines Augenblicks. Die Freude der Gebundenheit an die Tora wird gefeiert, das Glück des Jochs, unter das man am Sinai getreten und das alle Not gebracht, allen Schmerz und das doch noch all unser Sang ist. Der Abend senkt sich herab: ohne das Zwischenspiel langsamen Dämmerns umhüllt er plötzlich die Stadt. Doch aus allen Straßen, aus Häusern und Stuben dringt Gesang, and die Schritte Tanzender sind zu hören. Dort unten wohnen die Bucharen, in den letzten 50 Jahren sind sie aus Rußland gekommen. Noch heute fliehen viele ihrer Brüder unter Lebensgefahr nach Persien, um von Qort nach Palästina aufsteigen zu dürfen. Vor den Synagogen auf der Straße sitzen die Weiber, in kostbare seidene Tücher gehüllt, rot und gelb, lila und grün, und suchen einen 'Mick zu erhaschen von dem, was innen geichieht, von den Tänzen um die Tora, innen aber ist Licht und Freude. Bunte Lampen brennen auf dem Schrein, der sonst das Gesetz tonschließt; dicke Teppiche, Polsterbänke 'an "]en Wänden schmücken das Haus, und auch Üe Männer haben sich die kostbaren bunt-;e\virkten Gewänder übergeworfen, die ' sie aif ihrer Wanderung gerettet haben. Plötzic-h bilden sie einen Kreis, die Jungen singen md schreien, lachen und freuen sich, zwei Männer treten in die Mitte, schwingen in den Händen die Gesetzesrollen und tanzen sieh entgegen — mit der Tora. Es ist ein russischer Tanz, das Hin und Wider, die Wendungen und Schwenkungen reden von fernen Ländern, aber es ist der Tanz mit und um die Lehre. Sie springen aneinander vorbei, drehen sich, wenden sich, schwingen wieder die Rollen empor; und plötzlich, da sitzt einer — sein Gesicht gleicht dem eines Kosaken — auf den Schultern des Anderen, und von oben singt er mit brennenden Augen, immer noch die Tora in der Hand. Die Männer Rubeln ihm zu, die Kinder schreien, und durch das enge Gitter sieht man die Augen der Frauen. Ein Tanz um Gesetz und Lehre. Weit ist der Weg vom östlichen Rußland bis ins Innere Arabiens; doch nahe ist es von den Juden Bucharas zu denen aus dem Yemen. Sie alle sind Juden, wohnen in Jerusalem und tanzen heute um die Tora. Wie anders jedoch ist ihr Tanz! Man glaubt, arabische Weisen zu hören, lauscht dem Singsang der Beduinen, sieht vornehme Scheichs mit dem Kopfbund um das Haupt, die scharfe Nase springt aus dem schmalen Gesicht — und es sind Juden, die hebräisch singen, jenes seltsame in vielen Kehllauten" klingende Hebräisch, das von ihrer ■ Vergangenheit Kunde gibt. Manches Mal singen sie aus mit arabischen Buchstaben geschriebenen Heften, heute aber ist das Fest der Tora, und alles ist^ Hebräisch. Sieht man genauer hin, so entdeckt man unter den königlichen Lastträgern Abraham den Herdenfürst, Jizchak und Jaakow, die Väter. Königssöhne und Fürsten umjubeln den König, der mit Krone und Geschmeide geschmückt, heute in ihrer Mitte weilt — die Rollen der Lehre. Nur wieder einige Minuten, da sind die Männer aus Osteuropa. Auf der Büna, dem Almemor, stehen Kinder, und ringsum im seitsamen Reihn drehen sieh die Männer, neigen sich, beugen sich, gehen einen Schritt zurück, zwei Schritte vorwärts, im gleichen Rhythmus, im melodischen Gesang. Die Horra, der Tanz der Kibbuzim, hat hier seinen Ursprung: die Wurzeln seiner Kraft sind im Tanz am Tage der Freude. Neben dem weiten Kreis tanzen die Kinder und üben den Schritt der Großen, die freudig lächelnd auf sie blicken. In der Ecke sitzen einige Alte, die nicht mehr tanzen können, und lernen. Kühl weht der leise Wind in Jerusalem. Kühler noch empfindet man ihn, tritt man aus der warmen Stube, um sich vom Klange der Straße leiten zu lassen. Eine enge Treppe führt zu den rumänischen Chassidim hinauf, die im kleinen Zimmer ihr Simchat Tora feiern. An den Wänden stehen große Folianten, zerlesen und zerlernt. In der Mitte aber schreiten und wiegen sich aufrechte Gestalten, in lange gelb- und grauseidene Gewänder gekleidet, mit der Pelzmütze auf dem Kopfe —■ die Enkel von Propheten. Ein etwa sechsjähriger Junge übt an der Seite einen Tanz. Unter der Kappe fallen die roten Locken auf die Schultern herab, ernst achtet er auf jeden Schritt, setzt kunstvoll die Füße im nie erlernten Rhythmus. Woher hat er das Wissen um die Tänze? „Auch sein Vater ist ein großer Tänzer", sagt einer der Alten. ,,Ein großer Tänzer" — das heißt ein Tänzer für die Tora. Und der Kleine übt die zierlichen Schritte, in der Hand hält er ein Tuch, das die Figuren begleitet, und sein Körper folgt der Stimme von fernher überkommener Lieder. Wer ist er? Sah ich ihn nicht vor langen Zeiten? Und da blitzt die Erkenntnis auf: David ist es, König David, der singt und spielt, David; der vor der Lade tanzt, zum Spott der Königstochter. Ringsum die Fürsten und Herren, die Priester und Richter, Samuel und Saul — vor ihnen David. Der Fremde, der beobachtend an der Seite steht, wird mitgerissen. Nach seinem Namen gefragt, wird er aufgerufen, das Gebot zu erfüllen in der Reihe der Frommen, im Kreise der Könige die Tora zu tragen. Jerusalem tönt wider vom Gesänge, unterbrochen durch Schüsse aus der Altstadt, durch Maschinengewehrgeknatter und Bangen. Auf der Wacht stehen die Freunde. Doch Jerusalem tanzt um die Tora. Fritz Aronstein wurde, eine stärkere Berücksichtigung von Bach, Bruckner, Mahler einerseits, sowie der jüdischen und allgemeinen Moderne andererseits gefordert. Ferner wurde eine bessere stilisierte Abstimmung der Programme verlangt und die Schaffung einrührender Vorträge sowie eines Mitteilungsorgans mit musikhistorischen und sonstigen musikalischen Aufsätzen angeregt. In der weiteren Diskussion wurde auch das Problem der Aufführung nichtjüdischer geistlicher Werke berührt und von den Unterzeichnern der Erklärung in positivem Sinne beantwortet. H. Fr. Eröffnung der Marineschule in Haifa Die Eröffnung der neuen Marineschule am Hebräischen Technikum in Haiia fand in Anwesenheit eines großen Publikums statt. Die 37 Studenten, die das Eintrittsexamen erfolgreich bestanden hatten, saßen in den vordersten Reihen. Der Direktor des Hebräischen Technikums in Haifa, Kaplansky, hielt die Eröffnungsrede. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß das neue Gebiet jüdischer Aktivität, das die Schule eröffne, neben Landwirtschaft und Industrie zu ganz besonderer Bedeutung gelangen werde. Der Studienplan der Marineschule umfaßt Hebräisch, Englisch, Geographie, Geschichte, Algebra, Geometrie, Trigonometrie, Physik und Chemie als aligemeine Fächer, und Seefahrt, Astronomie, Meteorologie, Kartographie und Elektrotechnik als maritime Fächer. Es werden junge Leute von 14—16 Jahren aufgenommen; ihre Ausbildung umfaßt ein dreieinhalbjähriges Studium auf der Schule und eine dreijährige Volontärzeit auf See. Vom Palästina-Orchester Eugen Szenkar wird in der kommenden Saison vier Konzerte des Palästina-Orchesters dirigieren; dabei ist je eine Sinfonie von Bruckner und Mahl er in Aussicht genommen. Die Programme enthalten ferner Werke von Mozart, Beethoven, Braams, Tschaikowsky, Schumann, Sibelius, Ravel, Debussy, Bloch, Prokofieff, Milhaud, Kodaly, Weinberger, Elgar, Strawinsky. Wie verlautet, hatte eine größere Anzahl von Hörern in einer an die Orchestevdirektion gerichteten Erklärung, die auch der Presse übergeben Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendalijah gibt für das Jahr 5899 einen besonders geschmackvoll ausgeführten Wandkalender heraus. Eine Reihe hervorragend gelungener Photos gibt ein lebendiges Bild von der Landschaft Palästinas und vom Leben der dort heranwachsenden, durch die Jugendalijah betreuten jungen Generation. Daß bereits etwa 3000 jüdische junge Menschen aus Deutschland in Palästina eine neue Heimat finden konnten, bestätigt den Erfolg der fünfjährigen Tätigkeit der Kinder- und Jugendalijah und läßt auch ein weiterhin gedeihliches Arbeiten dieser Organisation erhoffen. Rck.

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