Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 44 (3.11.1938)
- Date
- 1938-11-03
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seife U C.-V.-Zeitung Nr. 44 * 3. November 1938 Straß e,' besitzt über die Normalklassen hinaus die bekannte Einrichtung des neunten Schuljahres. — Der Neue Jüdische Schulverein hat 1934 die Private Jüdische Volksschule am Anger (Leiter: Studienrat a.D. Dr. Pollack) errichtet. Das Bedürfnis nach einer über die Volksschulbildung hinausgehenden unterrichtlichen Bildung für begabte Schüler und Schülerinnen hatte zu der Einm&zmii Schale am Anger richtung ,von sechs sog. Kursusklassen geführt, die sich an die Grundschule anschlössen. Nach der Neuordnung des mittleren Schulwesens durch den Ministerialerlaß vom 1. Juli 1938 hat die Angerschule nunmehr die ministerielle Genehmigung zur Angliederung gehobener Klassen erhalten. Von Ostern 1939 ab tritt an die Stelle der bisherigen Kursusklassen ein geschlossener vierstufiger Aufbau auf dem sechsten Volksschuljahr mit dem Lehrziei der Mittelschule. Nach erfolgreichem Besuch dieser gehobenen Klassen erhalten die Schüler ein entsprechendes Schlußzeugnis. Die verbindliche Fremdsprache in den gehobenen Klassen ist das Englische. Begabten Schülern ist somit die Möglichkeit gegeben, sich neben einer guten Allgemeinbildung die Schulkenntnisse anzueignen, die den Bedürfnissen der praktischen Berufe entsprechen. Die achtstufige Volks- Schule der Angerschule bleibt daneben nach wie vor bestehen. Alle Schüler der Angerschule haben die Möglichkeit, in Privatkursen Unterricht in westeuropäischen Fremdsprachen zu erhalten. Der W'erkuntei-richt an der Angerschule ist auf eine neue Grundläge gestellt und ausgebaut worden. Neben diesen großen Schulen besteht die kleinere achtstufige Privatschule Wohl. Die Paula- Ollendorff- Haushaltungsschule bildet in allen Zweigen der Hauswirtschaft aus und besitzt auch eine als Aufbauklasse geltende Schneiderklasse. In den Schulen wird auch Gartenbau und wahlfrei Stenographie und Schreibmaschine getrieben. Fast alle jüdischen Lehrer Breslaus und Schlesiens sind im Verein jüdischer Lehrer in Schlesien zusammengefaßt, der monatlich Vorträge, ferner Fortbildungskurse usw. veranstaltet. Der sportlichen Ertüchtigung der Jugend dienen die Max Nordau-Turnhalle des Bar Kochba, die auch für gottesdienstliehe Zwecke und Vorträge Verwendung findet, die Turnhalle des Sportbundes „Schild" sowie der Sportplatz des „Schild" in Krietern. Der Jüdische Schwimmverein hat im Sommer ein eigenes jüdisches Sehwimmbad an der Oder betrieben, außerdem kann er das Hallenschwimmbad benutzen. Der Berufsvorbildung dienen außer der Lehrwerkstatt für Mechanik theoretische Handwerkerkurse für Auswanderer, die in den Räumen der Anger-Schule stattfinden. Diese ebenfalls von der Beratungsstelle betriebenen Kurse umfassen Maschinenkunde, Freihand-, Schrift-, Schnitt- und Modezeichnen, technisches Zeichnen, Stark- und Schwachstromlehre, Maurer- und Zimmererarbeiten und Buchführung. Die Ausbildungsmöglichkeiten der jüdischen Jugend werden durch die Nähe der großen jüdischen Lehrgüter Groß- Breesen bei Obernigk und Ellguth- Steinau (Kreis Neustadt O.-S.) günstig beeinflußt. Die 1933 als eine der ersten Stellen in Deutschland errichtete Beratungsstelle der Synagogengemeinde zählt außer den genannten Kursen und mehreren Sprachkursen vor allem die produktive Wirtschaftshilfe zu ihrem Aufgabenkreis. Sie fungiert auch als Oestreicher-Stiftung Zweigstelle der Zentralstelle für jüdische Darlehnskassen in Berlin und schlichtet in gewissem Umfange rechtliche, wir'.s. ■'•.nftliche und sonstige Streitigkeiten. Den Arbeitsräumen der Beratungsstelle ist räumlich und sachlich das Jüdische Wohlfahrtsamt benachbart. Seine Aufgaben sind in den letzten Jahren naturgemäß gewachsen, und wahrscheinlich wird es neue Arbeitsmethoden suchen müssen. Im Berichtsjahr 1937/38 wurden u. a. 20 900 Portionen Essen in der Jüdischen Volksküche, 26 500 Lebensmittelmarken und über 10 000 Brotmarken ausgegeben, wodurch auch den jüdischen Gewerbetreibenden und fächern ein zusätzlicher Verdienst ermöglicht wurde. Sehr bewährt hat sich die Jüdische Frauenhilfe. Starkes Interesse wendet das Wohlfahrtsamt den beiden für die Betreuung wirtschaftlich Schwacher errichteten Altenheimen (Brotzen und Wohnheim Hadda) zu, in denen zusammen 52 Personen wohnen. Eine wertvolle Ergänzung der Wohlfahrtsarbeit bilden die Speisungen des Religiös-Liberalen Vereins, des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten und des Konservativen Gemeindevereins. Die Jüdische Winterhilfe betreute über ein Viertel der jüdischen Bevölkerung Breslaus. Die Einrichtungen des Jüdischen Frauenbundes, u. a. das Kleinkinderheim Breslau-Krietern und das Kinderlandheim Bad Flinsberg, in dem auch Frauen Erholung finden, erleichtern die Kinder- und Erholungsfürsorge. Die vielen durch private Initiative entstandenen jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen, an der Spitze die Krankenverpflegungs-Anstalt, führen ihre Arbeit unverändert fort. Das Krankenhaus hat lediglich zwei seiner Gebäude zu Altersheimen hergerichtet. Sie reihen sich würdig dem Beate-Guttmann-Heim des Jüdischen Frauenbundes, dem Siechenhaus, der Altersversorgungs-Anstalt und einer Anzahl von Stiftung s h ä u s e r n in verschiedenen Stadtteilen an, von denen außer den bekannten Fränckelschen Stiftungen nur die Gotthelf-Stiftung, die Wollenberg- und die Caro-Stiftung genannt seien. Besonders zu erwähnen sind die Bauten der Paul- und Julius Oestreicher-Stiftung in der Roonstraße, einer modernen Siedlungsstraße am Rande der Stadt. Hier hat die Synagogengemeinde aus den Mitteln der Oestreicher-Stiftung bereits 1936 zwei Wohnhäuser errichtet, denen im Sommer dieses Jahres zwei weitere Neubauten an der Ecke Roon- und Kürassierstraße mit 22 Wohnungen für Kinderreiche, Kriegsverletzte und sonstige Bedürftige gefolgt sind. Die Gemeinde hat dadurch und auchdurch die Erneuerungs arbeiten iin Freunde- Saal und in anderen Gebäuden zunächst jüdischen Handwerkern Arbeit und jüdischen Lehrlingen Ausbildungsmöglichkeiten gegeben, dann aber für billige und in jeder Hinsicht neuzeitliche Wohnungen gesorgt. Alle Räume sind modern und zweckmäßig angelegt, durch breite Fenster flutet das Licht herein, und Loggien und Hofgärten ermöglichen den Aufenthalt im Freien. Das Israelitische Mädchen-Heim, das Schwesternheim und die Waisenverpflegur.gsanstalt, an deren Spitze seit einigen Monaten Direktor Martin Norden (früher Hamburg) an Stelle des in den Ruhestand getretenen Direktors Julius Kolodzinski steht, betreuen die ihnen gestellten Aufgaben. Die Sprechstunden der Beratungsstelle und des Wohlfahrtsamtes sind überfüllt, den stärksten Ansturm hat aber die ebenfalls im Gebäude der Gemeindeverwaltung untergebrachte Jüdische Auswandererberatungsstelle des Hilfsvereins auszuhalten. Die Berater (Rechtsanwalt Erich Spitz, Dr. Curt Honigb a u m und Rechtsanwalt Dr. Ernst S c h e y - er und ihre Mitarbeiter sind bemüht, denvermehrten Anforderungen gerecht zu werden. In allen Fragen der Gesetzgebung, des Arbeitsrechtes und der wirtschaftlichen Abwicklung und Auswanderungsvertretung steht der Landesverband des Jüdischen Centrai- Vereins, Junkernstraße 19 (Vorsitzender: Rechtsanwalt Dr. Georg Tarnowski, Syndikus: Dr. Rudolf Breitbarth) den jüdischen Ratsuchenden zur Seite. Das Palästina-Amt (Leitung: Lina Levy) und die Zionistische Vereinigung betreuen die Palästinawanderung. In der Beamtenschaft der Gemeinde sind einige Veränderungen eingetreten. An die Neue Synagoge ist nach dem Ableben des unvergessenen Rabbiners Dr. Jakob Sänger der bisherige Königsberger Gemeinderabbiner Dr. Reinhold L e w i n berufen worden, der neben den unermüdlich wirkenden Gemeinderabbiner Dr. Hermann Vogelstein treten und in Kürze nach Breslau übersiedeln wird. Für den nach Toronto berufenen Organisten Erich Schäffer und den nach den Vereinigten Staaten gegangenen Kantor Alfred Rosbasch sind endgültige Nachfolger noch nicht bestimmt. Die Zusammensetzung des Gemeindevorstandes, an dessen Spitze seit Jahren Stadtrat a. D. Georg Less steht, und der Gemeindevertretung hat sich verschiedentlich geändert. Aus der eigentlichenGemeindeverwaltung ist Dr. Conrad Cohn an die Zentral- Wohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland nach Berlin berufen. Für ihn tritt Dr. Weißenberg, der bisherige Leiter der Beratungsstelle, in die allgemeine Verwaltung der Gemeinde über, wo außerdem unverändert Dr. Ernst Rechnitz wirkt. Das Wohlfahrtsamt leitet nach wie vor Direktor Gustav Glaser. So steht die Breslauer Gemeinde mitten in der Arbeit. Sie hilft den vielen Menschen, die sich in der Ferne ein neues Leben aufbauen wollen, die Vorbereitung für den neuen Weg zu treffen und bleibt unermüdlich tätig in der Fürsorge und Betreuung der Zurückbleibenden. Der jüdische Mensch, der in Breslau seinen Weg nach dem Hauptbahnhof nimmt, sieht geradeüber dem Bahnhofsgebäude die stillen Weiden hervorleuchten, die den alten Friedhof in der Claassenstraße beschat- Gottesdienste in Berlin Abkürzungen Freitag, 4. Nov. ALTER RITUS: Grunewald G., Heidereutergasse H., Kaiserstr. K., Köpenick Kp., Miiachener Str. M., Pestalozzistr. Pe., Rykestr. R., Thielsch-Üfer Tu. NEUER RITUS: Fasanenstr. Fa., Friedenstempel Fr., Levetzowstr. Le., Lindenstr. Li., Lützo-wstr. Iii.,- Oranienburger Str. O., Oranienburg Or., Prinzregentenstr. Pr., Schmargendorf Sm. REFORM: Johannisstr. Jh., Joachimsthal er Str. J. FALKENBERG - Synagogen: Kaiserstr. Ka-, Kaiserdamm Kd., Prenzlauer Promenade Pz., Schönhauser Allee Sö., Triftstrasse T. Sonn&bd., 5. Nov. Sonntag (St.) 6. Nov, 10 10 9 9 10.30(St.)Gottschalk 9 Gescheit 10 Loewenthal Motiv vom Friedhof Claaßenstraße Fotos: Curt Pfeiffer (3), Dr. Ludwig Korn (1), Kurt Schwerin (i), Heinrich Marx (1) ten. Diese Stätte des Friedens ist ihm gleichsam das letzte Symbol, daß die Breslauer Gemeinde getreu ihrer Pflicht ihre Aufgaben weiter erfüllen wird. Veranstaltungen der Woche Paula Ollendorfi-Ehrung Am 31. Oktober veranstaltete die Synagogengemeinde eine kurze, würdige Gedächtnisfeier für Paula Ollendorff. Das Bild der vor zwei Wochen Verstorbenen zeichnete Gemeinderabbiner Dr. Hermann Vogelstein mit so schönen, tief empfundenen Worten, wie sie nur genauester Kenntnis der Persönlichkeit entspringen können. In Paula Ollendorff war stets die Sehnsucht nach allem Großen und Edlen, in ihr war eine grenzenlose Liebe zu Gott, zu den Menschen und zum Leben. Jüdin war sie aus echter, innerster Ueberzeugung. Aber ihr Judentum umfaßte alle Erscheinungsformen des Daseins, der Natur, der Wissenschaft und der Kunst. Mit der ganzen Kraft ihres schöpferischen Instinkts hat sie alles zur Einheit geformt und ihm den Zauber ihrer Persönlichkeit gegeben. Nicht Duldung hatte sie für andere, von ihrer Meinung abweichende Anschauungen, sondern Ehrfurcht. In ihrer ganzen sozialen Arbeit stellte sie — das war bezeichnend für sie — die Sorge um das heranreifende Geschlecht jeder Fürsorgetätigkeit voran. Aus schwerstem Leid erwuchs ihr die Kraft zu jener unermeßlichen Fülle von Arbeit, die uns nun Ansporn und Auftrieb sein soll. Noch vom Krankenbette aus hat diese seltene Frau in Worten und Briefen zu schaffen gesucht. So ist sie bis in die letzten Stunden ihres Lebens eine Werdende gewesen. Für die Breslauer Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes, die Paula Ollendorff vor dreißig Jahren, fast auf den Tag genau, ins Leben gerufen hatte, sprach Grete Bial. Sie gedachte 'der für die damalige Frauenarbeit wahrhaft bahnbrechenden Leistungen der Verstorbenen, die stärkstes soziales Empfinden, pädagogisches Talent und eine großartige Rednergabe in sich vereinte und deren Wirken bald über die Grenzen der engeren Heimat hinaus berühmt wurde. Was sie ihren Schwestern und Brüdern innerhalb der Breslauer Gemeinde gegeben hat — sie war die Begründerin des Kleinkinderheims Krietern, des Kinderlandheims Flinsberg, des Jugend- und des Altenheims am Schweidnitzer Stadtgraben und der nach ihr benannten Iiaushaltungsschule "—, ist von überragender Bedeutung. Und die Ehrung, die ihr mit der Ernennung zur Gemeindeältesten erwiesen wurde, konnte nur ein Bruchteil des Dankes sein, den wir alle ihr schulden. Nun ruht sie nach einem mühe- und arbeitsreichen Dasein von fast acht Jahrzehnten auf dem schönsten Friedhof, den es auf dieser Erde gibt, und wer vor ihrem Grab auf dem Oelberg steht, dessen Auge blickt weit über jüdisches Land. Kantor Wartenberger sang das El mole räch am im; .der Chor der Neuen Synagoge unter Leitung von Heinrieh Markt begann und schloß die Feierstunde. Hff. Gemeindeabend: Auswanderung In der Neuen Synagoge fand ein Gemeindeabend statt, der dem Thema „Auswanderung" gewidmet war. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Gemeinde, Stadtrat a. D. Georg Less, der auch der jüngst verstorbenen Gemeindeältesten Paula Olle ndorff ehrend gedachte, sprach Dr. Curt Honigbaum von der Zweigstelle Breslau des Hilfsvereins über „Auswanderungsmöglichkeiten". Nach ihm nahm Rabbiner Dr. Manfred S w a r s e n s k y, Berlin, das Wort zum Thema „Jüdische Wanderung — heute". Seine Worte waren in erster Linie Worte der Mahnung; denn nicht nur die Frage des „Wohin?" bedarf der Klärung, sondern in gleichem Maße auch das „Wie?" unserer Wanderung. An der Art, wie wir uns in unserer neuen Heimat, wo sie auch sein möge, politisch, wirtschaftlich und kulturell einordnen, wird es sich zeigen, ob wir der großen Aufgabe, die unserer harrt, gewachsen sind. Eine ungeheure Verantwortung liegt H. Levy Nobel Landau Hanff G H J Jh. - K 16 30 Ka. 19.30 Kd. 19.15 Kp. 16.30 9.45 Le. 18.30 Jospe 10 Li. 16.30 Salomonski 10 Lü. 18 Goetz 10 M 16.30 9 O 18 v. d. Zyl 10 Or. 16.30 9.45 Pe. 16.30 9 Pr. 18.30 Wiener 10 Pz. 19.30 Rautenberg — R 16.30 9 Sm. 18.30 Salomon 10 Sö. 19.15 Hanff 10 T 19.30 Winter — Tu. 16.30 9 WEITERE VEREINSSYNAGOGEN: Falkenthaler Steig 16 (Hermsdorf), 4.: 18.30 (Klein); 5.: 10 (Klein). — Kammerstr. 7 (Spandau), 4.: 16.30; 5.: 10 und 17.15. — Lothringenstr. 22, 4. : 18; 5.: 10 (Meyer). — Markgraf-Albrecht- Str. 11/12, 4.: 16.30; 5.: 9 und 16 (Neuhaus), — Moselstr. 4 (Steglitz), 4.: 16.30; 5.: 9 und 16.35 (Winter). — Prinzenallee 87, 4.: 16.30; 5. : 9 und 16; werktags 7 und 16.30. — Schalstraße 7 (Charlottenburg), 4.: 16.30 (Adler); 5.: 9.30 (Adler). auf jedem einzelnen Juden; jeder bestimmt das Schicksal derer, die mit ihm gehen und die nach ihm kommen. Wir sollten strengste Maßstäbe an uns selbst legen und stets bedenken, daß nur das den Wert des Menschen ausmacht, was er kann, und nicht das, was er hat. Das Vertrauen in die eigene Kraft und Vitalität, die sich, beim Aufbau Palästinas so großartig bewährt haben, muß uns überallhin begleiten. Vor allem aber wollen wir als bewußte, aufrechte Juden wandern und unsere Aufgabe in der Welt mit der gleichen Treue zum alten Glauben erfüllen wie unsere Väter. Hff. Mannheim Die Jüdische Anlernwerkstätte beging jüngst mit einer schlichten eindrucksvollen Feier die Entlassung ihrer ersten Schülergruppe. Dabei erwiesen sich die ausgestellten Prüfungsstücke als größtenteils sehr beachtliche handwerkliche Leistungen. Alle Schüler, die wegen Auswanderung ihre Ausbildung beendeten, fanden in ihrem Fach im Ausland sofort Beschäftigung. Bei der Entlassungsfeier sprachen Synagogenrat Dr. Stein, Rabbiner K. Richter, Synagogenratsvorsitzender Karl Stiefel, Ingenieur Brauer, der Meister der Anlernwerkstätte, G a 1 e w s k i, Frau M. N e t e r und namens der Schüler Hermann Hirsch. So. * Der Vorsitzende der Synagogengemeinde W i 111 i c h, Max Ermann, siedelt nach USA. über. Lehrer Hartmann sowie der Vorstand und die Repräsentanten würdigten die Verdienste und das soziale Wirken des Scheidenden. Verkaufsstellen der C.-V.-Zeitung nur für jüdische Interessenten befinden sich bei folgenden Jüdischen Buchveririeben Berlin; Philo, W 15, Pariser Str. 44 Kedem, Charl., Dahlmannstr. 8 Gerhard Fuchs, W62, Wormser Straße 6a M. Gonczer, N4, Oranienburger Straße 26 * M. Poppelauer, C 2, Neue Friedrichstr. 59 Szteinberg & Salles, Charlottenburg, Pestalozzistr. 15 Breslau: J. B. Brandeis, Karlstr. 7 Frieda Lichtenstein, Kaiser-Wilhelm-Str. 116 St. Münz, Kaiser-Wilhelm-Str. 8 Dresden: K. Strauß,Waisenhausstraße 25 Frankfurta. M.: A.J. Hofmann, Gr.Woligraben41 Hugo Oppenheimer, Rückertstraße 57 J. Rawer, Bettonstraße 25 Hamburg: ' Eva von der Dunk, Hallerstr. 76 Köln: Woif Topilowsky, Benesisstr. 49 München: Luise Bing, Herrnstr. 46 Stettin: Eberhard Burgheim, König- AI bert-Str. 39