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Central-Verein-Zeitung · 1938-10-27 · 43 (27.10.1938) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
43 (27.10.1938)
Date
1938-10-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 43 * 3. Beiblatt C.-V.-Ze!tung 27. Oktober 1938 * Seite 13 Donna Diana / Im Theater der Jüdischen Schulen Das Theater der Jüdischen Schulen in Berlin brachte als EröffnungsVorstellung seiner dritten Spielzeit das v'ielbe'währte Lustspiel ^jDonna Diana" des Spaniers Don Agustin Moreto y Cabana. Das Stück ist nun an die 300 Jahre alt; es ist das einzige, das sich von den etwa 70 comedias Moretos auf den Bühnen erhalten hat. Man hat fetgestellt, daß sich seine stofflichen Bestandteile bereits in vier verschiedenen Stücken des unerschöpflichen Lope de Vega nachweisen lassen; viel näher läge es, für diesen „scherzhaften Krieg" in Shakespeare das Vorbild zu erkennen. Wie dem auch sei, sein Lustspiel strahlt noch heute Anmut aus. Wie die Fäden der komplizierten Handlung behende ineinander geschlagen werden, um sich dann mit ebenso Von links nach rechts: Werner Hinzelmann, Fritz Gränne, Stefji Rosenbaum Fot. Abraham viel Leichtigkeit wieder zu entwirren — das verrät auch im Technischen den Konnex und Kenner der Bühne, zumal in der ausgezeichneten Bearbeitung von West-SchreyvogeL Das Theater der Jüdischen Schulen, auf die Diminutivbühne des Brudervereinssaales angewiesen, mußte sich in der äußeren Inszenierung des Stückes von vornherein die größte Beschränkung auferlegen. So war an die Entfaltung eines üppigen Barockstiles nicht zu denken: der junge Bühnenbildner Hans Brandt half sich dadurch aus der Verlegenheit, daß er nur bescheidene Andeu- ■b pn-ss — Kantstraße 130, Telefon 319106 üäifl'n - Hl 2t IP Antennenbau - Spezialist, Reparaturen, BfiläuälS §BSBlU Ankauf — Verkauf gebrauchter Apparate taugen gab. Auch der schauspielerischen Regie, die der stets agile Werner Hinzelmann, die eigentliche Seele der Jugendbühne, übernommen hatte, waren unter solchen Umständen bestimmte Grenzen gesetzt: die auf- und abtretenden Personen hatten nur ganz geringen Spielraum, und die tanzenden Paare konnten in ihren rhythmischen Bewegungen nicht frei genug ausschreiten. Für die Darstellung, bei der diesmal auch der wohlwollendste Beurteiler ein Auge zudrücken muß, legitimierte sich in erster Linie der Regisseur Hinzelmann selber: er spielte den Sekretär und Vertrauten Perin — die typische Figur des Gracioso, des Lustigmachers in der spanischen Komödie — mit einer unverdorbenen Frische und einem aktiven, lebendigen Humor, der bewußt die Note des Possenreißers ausschaltete, wie sie dann Moliere in seiner Bearbeitung der Moretoschen Komödie anschlug. Die Titelrolle der Donna Diana gab Steffi Rosenbaum: sehr gewandt, sehr umsichtig, mit einem Ton vor- . nehmer Zurückhaltung auch in den Wallungen des Gefühls. Ihr Partner Don Cesar war Fritz G r ü n n e, der sich eben erst in der Kleinkunstbühne dem, Berliner jüdischen Publikum vorgestellt hat und der nun in einer größeren Rolle debütierte. Er ist vorläufig mehr "* Erscheinung als ausgeprägte schauspielerische Physiognomie, mehr Bild als Gestalt; der zweifellos begabte junge Darsteller wird vor allem darauf bedacht sein müssen, den noch allzu harten Sprachakzent weicher und geschmeidiger zu machen. In den beiden Nebenpaaren der Liebeshandlung war Werner Buk o f z e r zu spröde, zu unlyrisch, zu unerotisch; Heinz-Dietrich Mondschein als Don Gaston versuchte, in der Figur die komischburlesken Züge herauszustellen, ohne daß die Wirkung seinen Absichten entsprach. Franziska Okmiansky und Stella Ehrlich (Ilay) wußten mit ihren R.ollen — Donna Laura und Donna Fenisa — nicht viel anzufangen; auch Erna Cohn (Lorenz) blieb als Kammermädchen Floretta blaß und farblos. Simon Sainsky zeigte als Vater Donna Dianens immerhin eine gewisse Würde und Haltung. Dennoch zeigte sich das jugendliche Publikum natürlich und mit Recht äußerst beifallsfreudig. Dr. Hugo Lachmanski auf versprochene Gespielin gab. Und welch wundervolle Veränderung vollzog sich in ihm unter dem Einfluß einer ernsthaften, ihn liebenden Frau?! Diese Bildhauerin Anne Hargreaves gestaltete Ruth Festersen groß, opferbereit und glückspendend. Ihre Gegenspielerin Anneliese Töpfer traf den rechten, oberflächlichen Ton der Jill Mannering — schwankend zwischen dem Einen, der für sie als Lebensgefährte bestimmt war, und dem Anderen, den sie sich zum Freunde auserkor. Eine vornehme Charakterstudie bot Rolf Feldheim als Dr. Duhamel, während Fritz Benscher einen komischen, leicht kabarettistisch angehauchten Bummler, das uralte Semester Gilbert Raymond, etwas forcierte. Max Koninski gab den beschwingten Studenten John Williams, Heinz K a h - n e m a n n Jills ergebenen Freund Roger Cole und Friedrich Buch als Peter Morgan setzte den ewigen Studentenlebenskreislauf im Hause der von Jenny Boree hervorragend dargestellten Wirtin Macfie fort. Das Bühnenbild, ein unbehaglich schottisch-spartanisches Wohnzimmer, entwarf stilentsprechend Egon Markus. Stück und Aufführung waren von ' nachhaltiger Wirkung. —yo— er berichtete, an diesem Abend auf die Leinwand bringen. Das zahlreich erschienene Publikum ist gespannt auf den zweiten Teil der Ausführungen, der hoffentlich nicht lange auf sich warten lassen wird. Dr. O. B. „Rögen und Wind" Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr Merton Hodges Werk ist ein Stück von eigenartigem, herbem Reiz, ein „Spiel", das vom Publikum genommen werden will und sich nicht in das Herz des Beschauers einschmeichelt. Der Schauplatz ist ein schottisches Studentenheim, die Gestalten sind außer der Wirtin junge Menschen, deren Lebensweg sich im Laufe von vier Jahren auftut und entwickelt. Ben Spanier, dem die Regie oblag, verstärkte die Konturen der verschiedenartigen Typen im Sinne des Autors, man spürte geradezu den ehemaligen Mediziner Spanier zwischen seinen Kommilitonen — denn bei Frau Macfie pflegten nur Jünger Aeskulaps zu wohnen. Da war zunächst Ernst Rose als gefühlvoller, verwöhnter Charles Tritton, für den es nur sein . Zuhause, seine Mutter, seine ihm von Jugend Konzerte und Vorträge Der Jüdische Kulturbund Mannheim hatte für seine erste Veranstaltung in diesem Winter den dei.müchst nach Amerika gehenden Bariton Ernst Lewin -Wolff gewonnen. Der Abend bestätigte aufs neue die bemerkenswert aufsteigende Entwicklung dieser schönen Stimme. Bewundernswert war das Piano der Höhe, die nunmehr einen so tenoralen Charakter hat, daß man sehr wohl verstehen könnte, wenn dieser Tenorbariton sich eines Tages zum Tenor wandeln würde. Während sich Ernst Lewin-Wolff zu einigen Liedern selbst begleitete, hatte er im übriger in Kapellmeister Max Sinzheimer einer feinsinnigen Partner am Flügel. Stürmische: Beifall nötigte dem Künstler mehrere Zugaben ab. So. Das reizende ungarische Lustspiel „Arm wie eine Kirchenmaus" erfreute nun auch die Mitglieder der Leipziger Kulturbundgemeinde. Das Hamburger Schauspielensemble bot es in hinreißender Aufführung (die — nach ihrem „Start" in Hamburg — an dieser Stelle schon gewürdigt wurde). L. St Sehr abwechslungsreich war der Berliner Kulturbundvortrag von Dr. A. S a m t e r über farbige Lichtbilder und ihre Entstehung. Der Redner gab zu Beginn wichtige Daten und befaßte sich mit den wissenschaftlichen Ergebnissen der Farbenphotographie wie überhaupt der Lichtbilderkunst. An Hand von 100 Beispielen brachte er dem Publikum den Wert und die Vielseitigkeit farbiger Photos nahe. Filme zu je 36 Aufnahmen, die in der Natur mit ihren Landschaftsausschnitten, Blumen und Tieren, mit Abendstimmungen und nach den Jahreszeiten. mit ihren wechselnden Eindrücken gemacht wurden, zogen an den interessierten Besuchern des Vortrags vorbei. Sie wurden ebenso freudig aufgenommen wie die vielen Innenphotos, Genre- und Heimbilder, wie die vielen Porträts von Menschen und Künstlern des Kulturbundensembles. Nur einen Teil des schönen Anschauungsmaterials konnte Dr. Samter, wie Theater, Musik, Film In Paris wurde ein „Musee Sarah Bernhard t" eröffnet, das 1200 Erinnerungsstücke und 1500 Photographien der berühmten Schauspielerin darbietet Das Warschauer Kleinkunst-Ensemble „Die jüdische Bande" gibt zur Zeit ein Gastspiel im Theatre Lancry in Paris und zeigt hier bereits sein zweites Programm. Anfang Oktober gelangte in Brüssel „XYZ" von Klabund zugunsten des Hilfswerks der Arbeitsgemeinschaft von Juden aus Deutschland zur Aufführung. * Mendelssohns Violinkonzert gelangt am 12. November in einem Konzert des Erncst Read Symphony Orchesters in der Londoner Queens Hall zur Aufführung. * Bruno Walter dirigiert in London im Januar 'Mozarts ,,Requiem", Beethovens Neunte und Mahlers I. Symphonie, im April Mendelssohns „Sommernachtstraum"-Ouv"ertüre sowie Werke von Mozart und Brahms. *; Harry Baur spielt die Hauptrolle in dem Film „Der Patriot" nach Alfred Neumanns gleichnamigem Drama. Jüdischer Kulturbund Berlin Wochenplan Theater in der Kommanüan.enstr. 57; jeweils 3 Uhr, „Rigo le t to": 30. Oktober (Abt. 28,r>38), ■ A. Oktober (Abt. 9, 19), 1. November: Sonderveranstaltung „Rigoletto". Jeweils 20 Uhr ..Regen und Wind": 2. November (Abt. 1, 11), 3. November (Abt. 3, 13 und Abt. 8: 8000—8100), 5. November (Abt. 46, Abonnement und Abt. 8: 8201—8250). Kulturbundsaal, Kommandantenstr. 58/59: 30. Oktober und 5. November, 20i/4 Uhr: Kleinkunstbühne „Gemischtes Kompott". Gustav Ernest, der bekannte jüdische Komponist und Musikpädagoge, der kürzlich unter großer Anteilnahme der jüdischen Oeffentlichkeit . seinen 80. Geburtstag feierte, erfährt eine nachträgliche Ehrung durch Aufnahme seiner „Dramatischen Ouvertüre" in das Programm eines Sinfoniekonzerts des Orchesters der K ü n s 11 e r hä^-l f,e>.<Ler-. Berliner Jüdischen Gemeinde am 23. November.- Leitung: Werner Fabian; Solistin: Susanne Landsberg, geb. Holländer. Joseph-Lehmann- Schule. * Der ursprünglich für den 27. Oktober festgesetzte Tanzabend: Auerbach — Mandus ist auf den 17. November verlegt worden. Bereits gelöste Karten behalten ihre Gültigkeit Englisches Theater und KlllO / Von Dr. Lutz Weltmann Charles Morgan, dessen Romane auch, auf dem Kontinent zahlreiche Leser fanden, zugleich ein Theaterkritiker von Rang, kam zum Saisonbeginn im Lyrie Theatre mit seinem ersten Bühnenwerk zu Worte. „The Fiashing Stream", in diesem Zusammenhange etwa zu übersetzen mit „Der Geistesblitz", weiß aus einer paradoxen Situation dramatische Spannung zu gewinnen: wenn ein genialer Mathematiker einen Fehler in seinen Berechnungen zugibt, will die Admiralität die Fortsetzung seiner kostspieligen und ge- 'fährliciien Experimente gestatten. Es ist ein Konflikt zwischen dem unbeirrbaren Glauben an seinen mathematischen Genius und der Verwirklichung seiner Erfindung, eines Lufttorpedos. Eine Liebesgeschichte, die geschickt hineinverwoben ist, dient mehr zu philosophischen Gesprächen als zur Konzes- sion ans Gefühlsmäßige. Ins öffentliche Leben spielen zwei Stücke von Jeffrey Dell hinein: „Amtsgeheimnis" (im Neuen Theater) und „Der Richter", dessen Mitverfasser Jill Craigie -ist (im Queen's Theatre). Das Erstere handelt von Werk- Spionage in der Luftwaffe, in die eine Frau verwickelt ist, das Letztere zieht aus der Personal-Einheit des Richters und des betrogenen Gatten Spannungen. Für Sybil Thorndike schrieb der Schauspieler Emlyn Williams das Stück „Das Korn ist grün" (Duchess Theatre), das in den neunziger Jahren im Minendistrikt von Wales spielt. Heldin ist eine alte Jungfer, die unter Schwierigkeiten eine Schule gründet und unter den Gruben-Jungen ein Genie entdeckt. (Eine Ehrenrettung der Tante, die stets etwas zum Anbeten haben muß, gibt Lennox Robinson im „Vogelnest", das in Dublin aufgeführt wurde.) James Hilton hat mit Barbara Burnham seine Erzählung „Lebt wohl, Mr. Chips!" dramatisiert. Es ist das Hohe Lied eines Schulmeister-Lebens, das englische Zeitgeschichte von der Victorianischen Epoche bis zur Zeit nach dem Weltkrieg enthält (Shaftesbury Theatre). Die Victorianische Aera ist auf den englischen Bühnen zur Zeit sehr beliebt. So zeigt Robert Gore-Brownes Theaterstück „Können wir wissen?" sechzig Jahre Wege und Umwege von Tom Hollicks sozialem Aufstieg, vom armen aber ehrbarer Leute Kind bis zum erfolgreichen Industriekapitän. In den siebziger Jahren spielt auch das getreue Zeitbild, das Hilda Vaughan und Laurier Li st er in „Auch, sie war jung" geben; Thema: Rivalität zweier Stiefschwestern und die Wahl zwischen Vernunft- und Liebesheirat (Wyndham's Theatre). „Victoria und D i s r a e 1 i" ist der Titel eines Rundfunkdramas von Hector Bolitho, eine Zusammenstellung von Dialogen, in denen der Premier der Queen — auch auf dem Umschlag von Housmans „Queen Victoria" sind sie zusammen abgebildet — geradezu Botschaften an unsere Zeit sendet. Das Stück basiert auf Dokumenten: Staatsakten, Briefen, Zeitungen, Reden vor dem Kabinett und auf dem Berliner Kongreß. J. B. Priestleys neues Stück „Als wir heirateten" (St. Martin's Theatre) beginnt mit dem Tage, an dem drei Paare die Ehe schließen, und ist ein Rückblick vom Tage ihrer Silberhochzeit. Adelaide Phillpott gießt in ihrem Spiel „Lacht mit mir!", Jas im Repertoire-Theater zu Birmingham seine Premiere hatte, ihren Spott über den Egoismus des Künstlervölkchens aus, das sie als Mensehen jenseits aller sozialer Bindungen darstellt. Im bunten Repertoire der englischen Bühnen vertritt Roy Hargraves „Zimmer in Rot und Weiß" den Grand-Guignol-Reißer, Guilbert Wakefields „Zimmer für Zwei" den Schwank mit Situationskomik, während Dodie Smiths „Lieber Octopus" .(im Queen's Theatre) ein Nachzügler Tschechowscher Dramatik ist. Aufführungen von Tschechow selbst („Kirschgarten" und „Onkel Wanja") sind in dem neuen Repertoire-Theater vorgesehen, das im Phoenix-Theater seine Pforten aufgetan hat. Ein weiterer russischer Klassiker, Gogol, wurde mit seiner „Heirat'* im Westminster- Theater vorgestellt. Im Phoenix-Theater sollen verschiedene ausländische Stücke aufgeführt werden, darunter „ Christinas Heimreise" von HofmannsthaL Die französische Literatur kommt mit Rollands „Spiel von Tod und Liebe" (Torch Theatre), Zolas „Therese Raquin" (unter dem Titel „Du sollst nicht töten" von Alexander Teixeira de Mattos adoptiert, im Playhouse) und Lenormands „Julia im Regen" (im Gate-Theater zu Dublin) zu Worte. Die neue Cochran-Re\Tue im Palace-Theater ist ein „Sammelbuch" über die Entwicklung des Films. Mit Unterstützung des Britischen Film-Instituts sind in diesem Rahmen u. a. Charlie Chaplins erster Film aus dem Jahre 1913 und Sarah Bernhard in einer Szene aus der „Kameliendame" (1912) zu sehen. Das neue Warner-Theater (neben dem alten Daly's Theater) wurde mit einem Film „Die Abenteuer Robin Hoods", der altenglischen Balladen-Gestalt, eröffnet, der Paul - Muni- Film „Die Geisterkrone" ist angekündigt. Leslie Howard ist Professor Higgins in der englischen Version des „Pygmalion"-Films, von anderen Shaw-Stücken sollen demnächst „Caesar und Cleopatra" und „Der Teufelsschüler" verfilmt werden. Alexander C o r d a hat nach seinem erfolgreichen Film nach dem „Dschungelbuch" die Filmrechte von Kiplings „Mowgii':-Geschichten erworben. Kein Geringerer als Aldous Huxley schreibt das Textbuch zu dem. Gi'eta-Garbo-Film „Das Leben der Madame Curie". Somerset Maugham ist der Autor des Erich - Pommer - Films „Ein Geschöpf, das der Herr in seinem Zorn geschaffen" (mit Charles Laughton); auf die biblische „J e z a b e 1" spielt der so betitelte Film an, der eine herrschsüchtige Frau zur Heldin hat. Nicht allein durch Heranziehung erster Autoren sucht man in England das Film-Niveau zu heben. Zwei Studios haben sich als „Capad" (Cooperative Association of Producers and Distributors) zusammengetan, um unter geringstem Kostenaufwand Qualitätsfilme herzustellen, einige auf kooperativer Basis. Die Rekordziffer an Aufführungen, die Walt Disneys „Schneewittchenfilm" erreicht hatte, verstärkte die Neigung für das Experiment. Auch der russische Puppenspielfilm „Der neue Gulliver"' hatte der Technik neue Wege gewiesen. Als Farbenfilm großen Stils wird Sullivans Operette „Der Mikado" iii Jüdische Private Musikschule Holiaender (Leiterin: Susanne Landsberg, geb. Holiaender). In Kürze beginnen die Orchesterstunden unter Oberleitung von Professor Julius Prüwer. Externe Streicher können teilnehmen. Näheres durch die Verwaltung, Berlin-Charlottenburg 4, Sybelstr. 9. den Pinewood Studios unter Victor Schertzinger hergestellt. Französisch - Englische Gemeinschaftsarbeit ist der erste Film, den Pierre Blanchard in England dreht: er ist der Napoleon in dem Film „Eine königliche Scheidung", den Ruth Chatterton, die Darstellerin der Josephine, geschrieben hat. Alexander C o r d a hatte mit der englischen Version seines Films „Gefängnis ohne Gitter", dessen französische Fassung einen Filmpreis in Venedig erhalten hatte, großen Erfolg, von amerikanischen Filmen fand Lubitschs „Ritter Blaubarts achte Frau" begeisterte Aufnahme. Die Tragödie von Mayerlingk behält ihre Anziehungskraft auch in dem französischen Film mit Charles Boyer und Danielle Darrieux. Zu den Diskussionsthemen der Filmkundigen gehört die Frage, warum der englische Film im allgemeinen eines Nationalcharakters entbehre. Man wirft ihm vor, daß er zu sehr auf ein internationales Publikum spekuliere und sich darin Hollywood zum Vorbild nehme. Aber selbst die internationalen Hersteller in Hollywood schüfen in erster Linie für Amerikaner und dann erst für die Welt. Der englische stumme Film hätte englisches Leben gezeigt wie es wirklich sei. Heute sei dieser Zug fast nur noch in englischen dokumentarischen Filmen zu entdecken. Das wirkliche Leben jedoch sei am reichsten am Allgemeinmenschlichen, und das Allgemeinmenschliche spräche zu jedem Publikum. In dem Kabarett „Melodie Viennoise" im Palais Royal in Paris wird allabendlich eine Revue „Nichts für Kinder'" vorgeführt. Für die Regie zeichnen u. a. Erwin S a 1 d e r n. sowie Bela und Arthur W e i ß; den musikalischen Teil betreut Ernst Engel. * Georg S z e 11 konzertierte mit dem Pianisten Mosei witsch und dem Londoner Sinfonie- Orchester in der Queen's Hall; er ■wurde für ein Londoner Theatre „Concert am 26. März verpflichtet. * Artur Schnabel konzertiert im Dezember in Brigh ton und im Januar mit einem Schubert- Programtn in London.

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