Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 43 (27.10.1938)
- Date
- 1938-10-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 C.-V.-Zeitung Nr. 43 * 27. Oktober 1938 pen bei ihrem Vormarsch gefunden haben, noch weitere Todesopfer auf arabischer Seite-'zu verzeichnen sind. Von den Streitkräften der Regierung wurde kein Mann getötet. Unmittelbar nach den ersten Truppen betrat ein großer Konvoy mit Lebensmitteln, welche die Jüdische Gemeinde, die WIZO und die Agudat Israel für die notleidenden jüdischen Bewohner der Altstadt zusammengebracht hatten, unter polizeilichem Schutz das Kampfgebiet. Die arabische Bevölkerung der Kampfzone wurde vom englischen Militär selber versorgt. Durch eine Kette fester Beobachtungsstationen, deren eine von jüdischen Arbeitern auf dem Dach des neuen Rockefeller-Museums errichtet wurde, soll einer Wiederholung so trauriger Vorkommnisse vorgebeugt werden. Wie es überhaupt so weit kommen konnte, läßt sich noch nicht ganz begreifen. Jedenfalls zeigen diese Vorfälle, daß die neuen Truppenverstärkungen, die zum großen Teil schon eingetroffen sind, keineswegs überflüssig waren. Es ist auch kein Zufall, daß Jerusalem der erste Distrikt war, in dem die neue Verordnung in Kraft gesetzt wurde, wonach alle mit der öffentlichen Sicherheit zusammenhängenden Befugnisse vom Distrikt-Kommissioner auf den Distrikt-Kommandanten übertragen werden können, und infolgedessen das Militär, dem ja ganz allgemein auch die Polizei unterstellt wurde, in voller Unabhängigkeit von der Zivilverwaltung alle Maßnahmen treffen kann, die ihm zum Schutze des Lebens und Eigentums friedlicher Bürger notwendig erscheinen. . mischte Städte eine unzureichende Repräsentanz ist, beweist das Beispiel Jerusalems. Die Jahres einnahmen der Jüdischen Gemeinde in dieser Stadt, die 70 G00 Juden zählt, betragen ganze £P 7000. Selbst die Armut der vielen orientalischen Juden in Jerusalem erklärt dieses Mißverhältnis nicht. Entscheidend ist vielmehr die Tatsache, daß die Kehrllah-S teuer zwar, nach dem Gesetz, für die Gemeindemitglieder obligatorisch ist, daß aber kein Jude der Kehillah anzugehören braucht. Viele Jerusalemer Juden haben von dieser Möglichkeit des Austritts aus der Gemeinde — oder des Nichteintritts — Gebrauch gemacht, und die jüdischen Schulen, in die sie ihre Kinder schicken, müssen unter großen Opfern von den Zentralinstanzen aus anderen. Quellen aufrechterhalten werden. Die Kommualverfassung hat also schon den großen Vorzug vor der Kehillah-Verfassung, daß eine solche Form der Steuerverweigerung nicht möglich ist. Mandatskommission und Einwanderung Die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes trat am 24. Oktober unter Vorsitz von Orts zu einer Sitzung zusammen. Es fand eine kurze Debatte über den im September von der Kommission an den Völkerbundsrat erstatteten Bericht über Palästina statt. Der Vorsitzende legte in seinem Bericht besonderen Wert auf das vom Rat an den Tag gelegte Interesse an den Mandatsbestimmungen betreffend die jüdische Einwanderung. Lord Hailey, der engliscne Vertreter, führte aus, daß infolge der Debatte bei der erwähnten Tagung des Rates, ein Streit darüber entstanden sei, ob die Beschränkung der Einwanderung einen Mandatsbruch darsteile. Er wünsche daher, daß gelegentlich, der nächsten Behandlung der Palästina-Frage in der Mandatskommission die Möglichkeit gegeben werde, diesen wichtigen Punkt einer erneuten Prüfung zu unterziehen. Es ist wahrscheinlich, daß im Laufe der geschlossenen Sitzungen, die die Kommission abhalten wird, ein Meinungsaustausch über den von Lord Hailey genannten Punkt stattfinden wird. Die Prüfung der Petitionen, die in ihrer Mehrzahl von Arabern eingesandt worden sind und gegen die Teilung Palästinas, gegenjüdische Einwanderung usw. protestieren, ist auf die nächste Tagung verschoben worden. Am 26. Oktober wird die Mandatskommission den Bericht über Syrien prüfen. Braucht .Tel Aviv eine jüdische Gemeinde?. Tel-Aviv, 21. Oktober Diese Frage, die jetzt wieder aktuellste Bedeutung erlangt hat, ist nicht so absurd, wie sie klingen mag, und es ist nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge leicht möglich, daß sie von dem Engeren Ausschuß des Gemeinderates, der jetzt zu einer Beschlußfassung darüber zusammengetreten ist, mit einem „Nein" beantwortet werden wird. Die Neuwahlen zum Verwaltungsrat der Religionsgemeinde stehen vor der Tür, und aus diesem Anlaß wurde die ganze Diskussion über die vielumstrittene Tätigkeit dieser Körperschaft von neuem aufgerollt. Die Gemeinde, die Kehillah, ist nach der Verfassung von Palästina ein Mittelding zwischen religiöser und politischer Selbstverwaltung. Zu ihren Befugnissen gehören eigentlich, neben dem religiösen Gebiet im weitesten Sinne, auch Sozialarbeit und Schulwesen. Die Spitzenorganisation aller jüdischen Gemeinden, die Knesseth Israel bzw. ihr Oberstes Exekutiv- Komitee, der Waad Leumi, ist ja auch die Oberste jüdische Schulbehörde des Landes, in den rein jüdischen Orten aber, in denen die Kommunalverwaltung neben dem Schulwesen die Sozialarbeit betreut, kann auf die Errichtung einer eigentliche Gemeinde verzichtet und ein besonderer Rat mit einem Rabbiner an der Spitze lediglich für die geistlichen Arbeiten geschaffen werden. , In' Städten mit gemischter jüdisch-arabischer Bevölkerung, die keinerlei städtische Volksschulen unterhalten, ist dagegen das Bestehen einer Gemeinde schon deshalb wichtig, weil sie die einzige staatlich anerkannte Form der lokalen Vertretung und Organisation des judischen Bevölkerungsteiles in einer kommunalen Gemeinschaft darstellt. In Tel-Aviv hätte man auf eine besondere Kehillah neben der Irijah (Stadtverwaltung) vielleicht auch schon verzichtet, wenn nicht die Kehillah auch die in den angrenzenden Vierteln von Jaffa wohnenden Juden zu betreuen hätte. Allerdings hat die Kehillah, deren Organisation und Finanzgebarung vielfach kritisiert werden, ihre Aufgabe nur unvollkommen erfüllt. Sie ist mit den Abgaben, die sie aus ihren Steuereingängen für die Unterbringung Jaffaer Kinder in Tel- Aviver Volksschulen zu zahlen hat, immer wieder im Rückstand geblieben. Bei den Wahlen zu den örtlichen Gemeinderäten stehen daher die religiösen Gesichtspunkte im Vordergrund, und die Wahlbeteiligung ist meistens nur gering. Das Oberste Parlament der Knesseth Israel, das Beth Ha Niweharim (Abgeordnetenhaus), das auch den Waad Leumi ernennt, wird dagegen unmittelbar in besonderen allgemeinen Wahlen im ganzen Land gewählt, und entsprechend den vorwiegend Staats- und kulturpolitischen Aufgaben dieses Gremiums ist die Beteiligung größer und die Konstellation eine völlig andere. Daß übrigens die Kehillah in ihrer gegenwärtigen Verfassung auch für ge- Hafenprozeß und Hafenatisbati Der beschämende Prozeß um den Hafen von Tel-Aviv ist beendet, und die ruhige Weiterarbeit an dem Werk gesichert. Das Landgericht Tel-Aviv, besetzt mit englischen Richtern, hat die Klage der Opposition auf Auflösung der Hafengesellschaft abgewiesen, da der Antrag nicht bona fine gestellt sei, sondern in einer Absicht, die als ein Mißbrauch des Rechtsweges gelten müsse. Schon vor dem Termin war eine Gruppe von Aktionären von der revisionistischen Oppositionsgruppe, welche die Klage eingereicht hatte, ausgetreten, weil ihr diese Hineintragung innerpolitischer Parteifehden in ein gemeinsames nationales Werk zu gefährlich und unverantwortlich erschien. Der Hafen selber wird jetzt erheblich ausgebaut, da sich schon bei den ersten Zitrusverschiffungen herausgestellt hat, daß im Laufe der Saison selbst die erhöhten Vorausschätzungen, für die man bereits umfassende Erweiterungsanlagen geschaffen hatte, überschritten werden' dürften. Es soll jetzt mit größter Beschleunigung eine dritte Zitrus-Lagerhalle und ein weiteres Quai gebaut werden. Außerdem will man natürlich die erforderlichen Boote und Geräte beschaffen und schließlieh zur Gewinnung von neuem Lagerraum, die Bootswerft, die bisher neben dem Leichterhafen lag, verlegen. Im ersten Jahre seiner damals noch recht primitiven Existenz hatte der Hafen von Tel-Aviv 200 000 Kisten Zitrusfrüchte verladen. In der nächsten Saison etwas über eine Million und für diese, die dritte Saison, erwartete man ursprünglich einen Export von rund 2 Millionen Kisten, d. h. fast ein Drittel der jüdischen und fast ein Fünftel der gesamtpaiästinensischen Zitrusernte. Aber bei günstigen Witterungsverhältnissen ist es, wie gesagt, durchaus möglich, daß die Verkehrsleistung des Hafens von Tel-Aviv noch größer sein wird. Ein weiterer Fortschritt auf dem Gebiete der jüdischen Schiffahrt, ist die Eröffnung der jüdischen Seemanns-S.chule in Haifa, die gerade in diesen unruhigen Tagen ihre Arbeit aufnahm. Das Institut ist der Technischen Hoch«chule Haifa angegliedert und wird von der Jewish Agency sowie von der jüdischen Marineliga in Erez Israel unterstützt. Die Lehrgänge umfassen vier Abteilungen: Schiffahrt und Nautik, Schiffsbaut Ausbildung von Bordmechanikern und von Bordfunkern. Die Orangensaison Die Orangensaison ist in vollem Gange. Seit langem fordern die jüdischen Arbeiter, daß bei der jüdischen Orangenernte in erster Linie jüdische Arbeit verwandt wird, zumal ja in den arabischen Pardessim, deren Zahl und Umfang sich ebenfalls stark vermehrt hat, kein jüdischer Arbeiter beschäftigt wird, und eine reinliche Scheidung vielleicht beiden Teilen am meisten dient. In den fünf größten Pflanzungskolonien — Petach Tikwah, Rechobot, Rischon 1 e Zion, Ness Ziona und Chederah' — wurden in der stillen Saison 1933 insgesamt 4042 Arbeiter beschäftigt, davon 1701 Araber. In der stillen Saison war die Zahl der beschäftigten Arbeiter auf 5254 gestiegen; der prozentuale Anteil der Araber war zwar von 42 aut 39 % gesunken, ihre absolute Zahl aber auf mehr als 2000 gestiegen. In der Erntesaison beschäftigten die genannten fünf jüdischen Kolonien im Februar 1937 zusammen 12120 Arbeiter; der Prozentsatz der Araber betrug infolge der Unruhe-Erfahrungen nur noch 27 °/o (absolut mehr als 3000 Personen). Nach dem relativ ruhigen. Jahr 1937 aber änderte sich das Bild: die Gesamtbelegschaft stieg auf 13 710, aber die Zunahme kam ausschließlich den Arabern zugute: während die Zahl der jüdischen Arbeiter sogar um volle 10 o/o zurückging, stieg der Anteil der Araber auf 40 % der Gesamtzahl. Anders ist das Bild in 11 weiteren jüdischen Kolonien, bei denen in der letzten Saison von 4502 Arbeitern nur 7 % Araber waren; diese Quote ertfällt fast ausschließlich auf zwei Kolonien, nämlich Kfar Saba und Hadar, während Siedlungen wie Nathania, Karkur und Gederah ausschließlich jüdische Arbeiter beschäftigen. Warm und wo finden Sie Rai? Mitteldeutschland Plauen Xordü eutsch land Hannover Hessen-Hassan und Hessen Frankfurt a. W. Wiesbades Darmstadl Fulda Xtimburg/Lahn Bad Ems Worms 2. November, 10 —13 Uhr, Gemeindehaus, Engelstraße Mittwoch, 16—18 Uhr, Landschaftstraße 6, part. (Bankhaus Meyerstein). (Tel.: 21015). Vorherige Anmeldungerbeten Steinweg- 9, Zimmer 75—77 (TeL 25403), Montag:, Mittwoch, Freitag, il—13.Uhr - Albicistr. 12 H (Tel. 31857), Montag, Dienstag-, Donnerstag, Freitag, 16-18 Uhr Jeden 2. und 4. Dienstag, 16*/4—U^s Uhr, Gemeindebibliothek, Scbolberg 3 Jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat, 15a/4—16s/4 Uhr, Jüdische Bezirksschule IL Lehrerzimmer, Eingang Bleichstraße 15 Jeden 1, und 3. Dienstag im Monat 163,/4-18 Uhr, Gemeindebibliothelc Gr. Rosenstraße 22 Jeden 1. Dienstag im Monat 10V2— 12 Uhr, Gemeindehaua, Lonystraße 4 Jeden 3. Dienstag im Monat, ß— 12V2 Uhr, Gemeindehaus, Am Stockhaus 2 jeden 2. Donnerstag im Monat, 101/; —12 Uhr, Werner-Senger- Straße 13, bei Albert Metzger Jeden 4. Donnerstag im Monat, Iii'.—12V* Uhr, bei Rabbiner Dr. Laupheimer, BraubacherstraSe 17 Jeden letzten Mittwoch fen Monat, 151/«—161/* Uhr, Gemeindehaus, Hintere Judengasse 2 Hebräische Literatur im Jahre 5698 Ein Ueberblick Die Unruhen und die mit ihnen verbundene wirtschaftliche Unsicherheit in Palästina, die noch durch die Spannung in Europa verstärkt wurde, sind nicht ohne Rückwirkung auf die Tätigkeit der Verleger geblieben, jedoch ist eine beträchtliche Anzahl von Neuerscheinungen aufzuweisen, die im Folgenden unter verschiedenen Gesichtspunkten genannt werden sollen. Es erschienen in Palästina insgesamt 341 Bücher (5697:365; 5696:460; 5695 : 500), was das ständige Absinken in den letzten vier Jahren zeigt. Von diesen Büchern entfallen auf das Gebiet der Belletristik: 40 (20 Novellen und Romane, 16 Gedichtbände und 4 Dramen); außerdem erschienen 5 Prosabände und 3 Gedichtbände in hebräischer Uebersetzung aus fremden Sprachen. 16 Bücher enthalten Essays und Kritiken, 18 Erinnerungen und Biographien; 30 Bücher sind Kinder- und Jugendbücher, 63 sind wissenschaftliche Werke, 87 Lehrbücher, 6 enthalten Predigten und sind religiösen Inhalts; dazu kommen noch 2 Sammelbücher und 60 Werke verschiedenen Inhaltes. — 200 Bücher wurden von den großen Verlagsanstalten herausgegeben, der Rest von den Verfassern selbst. In Tel Aviv erschienen 210 Bücher, in Jerusalem 121 (eine absolute Steigerung gegenüber dem Vorjahre), in Haifa 7 und in Ejn Charod 3. Aus dem Englischen wurden übersetzt: 4 Bücher (Strachey: Queen Victoria, D. H. Lawrence: Lady Chatterley's Lovers; Rüssel und Storrs); aus dem Deutschen: 1 (Heine: Deutschland, Ein Wintermärchen); aus dem Griechischen: 1 (Piaton); aus dem Jiddischen: 1 (Schalom Asch). Außerhalb von Palästina erschienen 302 hebräische Bücher: in Polen (195), USA. (55), Rumänien (12), Belgien (8\ England (5), Griechenland (5), Ungarn (5), Bulgarien (3), Litauen (3), Aegypten (2), Marokko (2), Argentinien (2), Italien, Südafrika, Kanada, Danzig, Oesterreich, Schweden und Algier je 1. Es fällt besonders auf, daß im vergangenen Jahre sehr wenig belletristische Literatur übersetzt worden ist; die Folge ist, daß — bei der geringen originalen Literatur — sehr viel nach fremdsprachlichen, besonders englischen, Büchern gegriffen wird und das hebräische Buch an Raum verliert. Unter den übersetzten Büchern rief D. H. Lawrence eine große Diskussion hervor, und Schalom Asch wurde sehr beachtet. Von der originalen hebräischen Literatur sind hervorz\iheben: B e rkowitz: Die Tage des Messias, Twerski: Uriei Acosta, Gedichte von Schlonski u.a. — Eine Reihe wertvoller Anthologien hat dieses Jahr hervorgebracht, so die „Sammlung hebräischer Lyrik", „Unser neues Gedicht", „Anthologie des hebräischen Gedichts in Amerika" und „Auswahl der hebräischen Novelle". Auch Agnons zu Rosch Haschana 5698 erschienenes Werk „Jamim Noraim" darf noch unter die Bücher dieses Jahres gezählt werden. Von gesammelten Schriften sind zu nennen die neue Ausgabe von 3 i a 1 i k s Werken, die in einem großen Bande alle Schriften mit den neu herausgegebenen Zusätzen enthält, Bialiks Briefe (3 Bände), Fichmanns Essays, Berachjahu, Jacob Cohen, Jakob Steinberg. Fichmann veröffentlichte die wertvolle Aufsatzreihe „Ansehe Bessora", und S. A. Liebermann gab die Zeitschrift„Ha'Emet" mit einer Einleitung von Zwi Kroll neu heraus. — Von historischen Werken verdient Ben-Zions Dünaburgs Buch „Israel in seinem Lande" (Band J.), welches 'dem schon erschienenen „Israel in der Golah" folgt, besondere Erwähnung. Berachjahu übersetzte Wellhausens „Prolegomena". Die Universität gab B. Rüssel und P1 a t o n heraus. Von B e r g s o n erschien „Das Lachen", und die Uebersetzung von Bachers „Aggada der Taanaizen" wurde fortgesetzt. — Besonders wichtig sind Jecheskel Kaufmanns große Geschichte des israelitischen Glaubens, deren 2. und 3. Band nun erschienen sind, dann Armand Kaminkas „Forschungen zu Bibel, Talmud und rabbinischer Literatur", P a t a i „Die Hebräische Schiffahrt" und Jehuda Kaufmanns neue Uebersetzung und Herausgabe des More Newuchim des Maimonides. Von Palästina sprechen die ins Hebräische übersetzten Memoiren des früheren Gouverneurs von Jerusalem Sir Ronald Storrs, dann die von Meisler u. "a. herausgegebene Geschichte Palästinas, Bonne: Palästina, Land und Wirtschaft; Reifenberg: Der Boden Palästinas, und verschiedene Bücher, die sich mit den orientalischen Gemeinden befassen. Zangwills zionistische Schriften erschienen in Auswahl, auch wurden H e r z 1 s Briefe übersetzt. Das Buch des in diesem Jahre verstorbenen A. Drujanow über den Witz fand seinen Abschluß, und der erste Band hebräischer Karrikaturen — von Ar je Nawon — erschien. Trotz der hier genannten Zahlen und Titel ist das Ergebnis des vergangenen Jahres sehr gering, und es ist zu hoffen, daß die Ernte des kommenden Jahres reicher sein wird. F. Ar. Vom Haifaer Technikum Ein hoher Prozentsatz der Einwanderungszertifikate, die die Palästina-Regierung dem Technischen Institut in Haifa zwecks Aufnahme neuer Studenten für das kommende Semester zur Verfügung gestellt hat, konnten für Studenten aus Deutschland einschließlich Oesterreich ausgenutzt werden. Da auf Grund der Schwierigkeiten der Geldüberweisungen die meisten dieser Studenten nicht in der Lage sind, ihre Studiengelder und ihren Lebensunterhalt selbst zu bezahlen, konnte dies nur durch besondere Maßnahmen erreicht werden, in denen die Leitung des Technikums von der Abteilung der Jewish Agency für die Ansiedlung von Juden aus Deutschland unterstützt wurde. Insgesamt wurden 160 Zertifikate nach Deutschland gesandt, davon 80 für Studenten der eigentlichen Technischen Hochschule und 80 für Schüler der angegliederten Gewerbeschule. 95 Zertifikate entfielen auf Oesterreich und 65 auf das Altreich. Die meisten Studenten sind bereits in Palästina eingetroffen. Das Technikum hat mit Hilfe der Jewish Agency einen Fonds von £ 1800, für Stipendien beiseitegestellt, der der Unterstützung und Unterhaltung der hilfsbedürftigsten Studenten aus Wien dienen soll. Auch der Internationale Studenten-Dienst in London hat eine namhafte Summe für ähnliche Stipendien bereitgestellt, der der Unterstützung wurde mit besonderer Freude empfangen. Nach der beständigen Entwicklung der letzten Jahre wandte sich das Technische Institut zum erstenmal an das jüdische Publikum, um einen Fonds für den Ausbau der Anstalt zu sammeln. Auf Grund einer ersten in England durchgeführten Aktion wurde vor einiger Zeit mit dem Ausbau der Anstalt begonnen. Die neuen Gebäude werden ein zweites Stockwerk auf dem großen Werkstattgebäude bilden und umfassen 650 qm. Darunter befinden sich ein neuer großer Zeichensaal sowie Räume für ein Studentenheim und Studentenküche. Eine neue Autoreparaturwerkstätte wird gleichfalls errichtet, das Maschinenlaboratorium wird wesentlich erweitert. Auf einem anderen Flügel des Werkstattgebäudes wird eine neue Tischlerei aufgestockt. Das Laboratorium für chemische Technologie wird durch einen neuen Saal vergrößert, der für analytische Arbeiten bestimmt ist. Andere Räume sind für das neue Laboratorium für Physikalische Chemie und Molekularphysik bestimmt, das im kommenden Wintersemester eröffnet wird.