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Central-Verein-Zeitung · 1938-10-20 · 42 (20.10.1938) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
42 (20.10.1938)
Date
1938-10-20
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 18 C.-V'-Zeitung Nr. 42 * 20. Oktober 1938 •'■ Zwei Firmen - F. V- Grünfeld In diesen Tagen ist die Firma F. V. Grün Feld, Landeshuier Leinen- und Gebildweberei Landeshut,. Berlin und Köln, in andere Hände übergegangen. Wenn wir unseren Lesern wohl auch kaum mehr zu sagen brauchen, wer F. V. Grünfeld ist, so sei doch in diesem ■ Augenblick noch einmal ihrer Entwicklung gedacht, die sie durch die Schaffenskraft ihrer Inhaber aus dem kleinen Laden in Landeshut zu der heutigen großen Bedeutung geführt und über den Ort ihres Stammsitzes, an dem sich noch immer die Fabrikationsstätten befinden, und über die Städte, in denen sie Verkaufsniederlassungen errichtete, hinaus bekanntgemacht hat. Es ist fast auf den Tag ein Jahr her, daß die Firma Grünfeld ihr 75jähriges Jubiläum feiern konnte und damals schrieben wir an dieser Stelle: „Ein Begriff feiert Jubiläum." Nicht nur der Name, auch die Waren der Firma sind in Jahrzehnten emsiger Arbeit, an der zuletzt die dritte Generation der Familie Teil hatte, zu einem Begriff geworden; schon von weitem erkannte man einen Einkauf bei Grünfeld an der einheitlich blauen Verpackung aller Waren. Bereits frühzeitig hatte der Gründer des Hauses den Werbewert derartiger Kleinigkeiten beachtet und ihn, neben der Güte der Leistung, in den Dienst der Umsatzvergrößerung und des Ausbaues seines Unternehmens gestellt. Im Jahre 1862 hatte F. V. Grünfeld seinen kleinen Laden in Landeshut — eine „Mode-, Schnitt- und Weißwaren- Handlung" — eröffnet, bereits zwei Jahre später konnte er an Erweiterung denken, es entstand der Grünfeld-,,Bazar". Der Grundsatz der „festen Preise" — damals keineswegs schon überall heimisch — fand großen Anklang in den Käuferkreisen und ließ das Geschäft schnell aufblühen. Im Jahre 1873 kam es zur Einrichtung der Versandabteilung, elf Jahre später konnte die eigene Fabrik eröffnet werden, durch die der Grund zu der heutigen bedeutenden Fabrikationsstätte in Landeshut gelegt wurde. Die Aufnahme der Eigenfabrikation ermöglichte "eine Ausdehnung der Arbeitsgebiete auch des Handelsunternehmens und es dauerte nur fünf Jahre, und der Sprung nach Berlin durch Eröffnung des Verkaufshauses in der Leipziger Straße konnte gewagt werden. Als der Gründer der Firma im Jahre 1897 starb, war er schon Zeuge des Aufschwungs geworden, den auch die Berliner „Filiale" nahm. Nach seinem Tode führten die Söhne Ludwig und Heinrich Grünfeld die Firma im alten Geiste und in der Tradition des Vaters fort. Von ihnen ist Heinrich Grünfeld weit über den Kreis des eigenen Geschäfts und des eigenen Wirtschaftszweiges hinaus als ein Mann von großer Tatkraft und bedeutendem Weitblick bekannt geworden. Wir haben seiner Arbeit und seiner Leistung bei seinem Hinscheiden vor wenigen Jahren gedacht. Zwei Begriffe Die beiden neuen Leiter der Firma verlegten nach dem Tode des Vaters die zentrale Geschäftsleitung und die Versandabteilung in das nunmehr käuflich erworbene Geschäftshaus in Berlin, das im Laufe der Jahre in seinen sämtlichen Abteilungen erheblich erweitert und ausgebaut wurde. Nachdem die Nachwirkungen der Kriegs- und Inflationszeit, die auch am Grünfeldschen Unternehmen nicht spurlos vorübergingen, überwunden waren, wurde vor 14 Jahren (1924) das Zweiggeschäft in Köln und vor genau 10 Jahren (1928) das zweite Berliner Geschäft am Kurfürstendamm eröffnet. Albert Rosenhain Auch der Name einer anderen großen jüdischen Firma, die in diesen Tagen ebenfalls ihren Besitzer gewechselt hat, ist Begriff geworden: Albert Rosen- - hain. Hier war es in nahezu 75jähriger Arbeit den Inhabern gelungen, ein Spezialfalls der besten und schönsten Geschenkartikel aufzubauen, das seinen Ehrgeiz nicht zuletzt darauf richtete, die apartesten und neuesten Schöpfungen der Geschenkartikelindustrie des In- und Auslandes den Kunden vorzulegen. Als Albert Rosenhain mit 28 Jahren 1864 sein Geschält in der Leipziger Straße in Berlin eröffnete, war diese noch nicht» zu dem Verkehrsmittelpunkt der Berliner Innenstadt geworden, der sie heute ist. Albert Rosenhain setzte aber seine Hoffnung auf die Zukunft, und er behielt recht. Aus der damals noch recht ruhigen Straße entwickelte sich eine Geschäftsstraße allerersten Ranges und diese^ Entwicklung führte auch die Firma xAibert Rosenhain in raschem Tempo aufwärts. Albert Rosenhain ging dabei immer den Weg eines ehrenhaften, streng reellen Kaufmanns und brachte damit sein Geschäft durch alle Fährnisse der Zeiten. Im Jahre 1879 trat ein junger Verkäufer bei der Firma Albert Rosenhain seine Stellung an: Egon S. Fürstenberg. Er w7ar voller Tatkraft und Energie, und es war nicht' zuletzt seiner Initiative zu danken, daß sich aus dem Galanterie- und Papeteriewarengeschäit das Unternehmen zu dem einzigartigen Charakter entwickelte, den es noch heute hat. Albert Rosenhain nahm im Jahre 1888 Fürstenberg als Teilhaber auf und gab ihm zwei Jahre später seine einzige Tochter zur Frau. Egon S. Fürstenberg, der — heute 80jährig — bis zuletzt, auch nachdem die eigentliche Geschäftsleitung auf seinen Sohn Paul übergegangen w^ar, dem Geschäft mit Rat und Tat zur Seite stand, war der Initiator jener speziellen Rosenhain-Propaganda, die in der Vornehmheit des Stils und der Aufmachung sowie der Klarheit der Angebote dem Geschält viele Freunde warb: Inserate, Kataloge, Prospekte. Später trat auch noch sein Bruder Gustav Fürstenberg als Teilhaber ein, gleichzeitig setzte sich der Gründer des Hauses, Albert Rosenhain, zur Ruhe. Er starb hochbetagt im Jahre 1916. Die Kriegs- und Nachkriegszeit stellten die Firma vor neue Aufgaben, die auf Grund der gesunden Basis, auf der das Haus aufgebaut war, ohne Schwierigkeit bewältigt wurden. Anderen großen Berliner Unternehmen folgend, eröffnete im Jahre 1928 auch Rosenhain eine Filiale im Berliner Westen, am Kurfürsten dämm, die ebenso wie das Hauptgeschäft in der Leipziger Straße großzügig ausgebaut und erweitert wurde. Beide Geschäfte zusammen beschäftigten bis zu 400 Angestellte. Im gleichen Jahr wurde Bruno Schleyer als Mitarbeiter aufgenommen; ihm oblag in erster Linie der Einkauf, der bei dem Umfang des Rosenhain-Sortiments großer Fach- und Sachkenntnis bedurfte. Mit zunehmendem Alter wurde Egon S. Fürstenberg in immer steigendem Maße in der Geschäftsleitung von seinen Söhnen unterstützt, die allerdings in den letzten Jahren, mit Ausnahme von Paul Fürstenberg, dem zuletzt die Gesamtleitung unterstand, wieder ausgeschieden sind. Die in London und Alexandrien errichteten Zweiggeschäfte verbleiben den bisherigen Inhabern der Firma Rosenhain, während einer der Söhne von Egon S. Fürstenberg schon seit längerer Zeit an einem ähnlichen Unternehmen in Amsterdam beteiligt ist. w. Eine Heiz&is-Änzeige Die berühmte amerikanische Schauspielerin Silvia Sidney hat sich mit Lutter Adle r verheiratet. Die Trauung fand in London statt, wo Adler mit dem Serienerfolgsstück „The golden Boy" gastiert, die Hochzeitsfeier im alten jüdischen Stil wird nach Beendigung des Gastspiels in New York folgen, wo die "Eltern beider Stars wohnen. Beide stammen von der East Side in New York, Silvia Sidney hieß ursprünglich Kassowski, ihr Vater war Kaufmann, nach seinem Tode heiratete die Mutter einen Zahnarzt Dr. Sidney. Silvia Sidney ist nun ebenfalls zum zweitenmal verheiratet, ihr erster Mann, von dem sie sich nach sechsmonatlicher Ehe scheiden ließ, war der Verleger Bennet Cerf. Silvia Sidney ist als Bühnendarstellerin am Broadway ebenso beliebt wie als FilmschauspieLerin in Hollywood. Ihre erste Filmrolle war sehr klein, sie spielte eine Zeugin in dem Gangsten:1m „Through other Eyes", aber schon damit hatte sie ihr großes. Talent bewiesen, und ihr rascher Aufstieg zu einem der bestbezahlten Stars war gesichert. Lutter Adler stammt aus einer beiülimten Theaterfamilie. Sein Vater J. P. Adler ist noch von der Goldfaden-Epoche her ein König des jiddischen Theaters, seine Frau Sarah Adler, die jetzt nicht mehr auftritt, gleichfalls eine Darstellerin von längst klassischem Ruf, und ihre Kinder, zwei Töchter und vier Söhne, heißen in amerikanischen Schauspielerkreisen die Prinzen und Prinzessinnen. Lutter Adler ist der jüngste, und man sagt, er habe außer dem elterlichen Talent auch den Charme seiner Mütter geerbt. Er trat schon als Kind auf jiddischen Bühnen auf, hatte dann in jiddischen Reißern seine ersten Erfolge, die sich nun, seitdem, er zur englischen Bühne übergegangen ist, ständig steigern. Silvia Sidney hat ihn noch im jiddischen Theater entdeckt, dessen besondere Liebhaberin und ständige Besucherin sie auch als Filmstar geblieben ist. L. H. bearbeitet von P. Rosenblatt Schachaufgabe Nr. 142 von S. L o y d (American Chess-Nuts 1868) «4 < > '4 Z'fa"'/ v% \' f*'. & /'' *'« // " / ✓ & 'y /x /, h 'z. Matt in drei Zügen ' Weiß: Kbl. Dh7, Lgl, S£3, S£4, Be4, g2, h.2, h6 (S) Schwarz: Khl, Sb7 (2) * Lösung der Aufgabe Nr. 138: 1. Th.7—h8 (Zugzwang) ____h6—h5. 2. S£7—d8 u. 3. Sd8Xc6 matt; .... d5—d4, 2. Sf7—e5 u. 3. Se5Xc6 matt; .... c4—c3. 2. Sa2—b4 u. 3. Sb4Xc6 matt. In diesem originellen Problem sind drei schwarze Figuren gefesselt, die den weißen König angreifen könnten, sobald sie entfesselt würden. Je ein Bauernzug von Schwarz macht immer ein Schachgebot unmöglich, und die betreffende schwarze Figur wird dann ohne Gefahr entfesselt. * Lösung der Aufgabe Nr. 139: 1. Tb5—b7 (drohend 2.. Tb7—c7-f) ____Lf3Xb7. 2. Dh8—c8-j-. Lb7Xc8, bzw. Lc6, bzw. Tc6; 3. Se3—do matt; Ivc3—b4; 3. Se3—c2 matt; 1.....Sg5—e6, 2. Dh8—a8; 3. Da8Xa5 matt. * Richtige Lösungen von 138 und 139 sandten ein: Rechtsanwalt Dr. Ernst Boehm (Brieg), Justizrat M. Höf lein (Bamberg), Max Pniower (Hmdenburg), Adolf Schuck (Breslau), Tilde Adler (Amsterdam), Tierarzt Max Koschminski (Landsberg). Von Nr. 138: Michael Levy (Krefeld), Alex Becker (Königsberg), Siegmund Austeriitz (Gießen), Alfred Dzialoszynski . (Breslau), Sanitätsrat Dr. S. Domke, Gustav Lewi, Paul Silber stein, Otto Jeiteles, W. Frankl (Berlin), A. Mehrländer (Dessau), Gottfried Gambel (Stuttgart), Ella Rüben. (Bünde). Wann und wo finden Sie Rat? Mitteldeutschland Halle Erfurt 25. Oktober, 17—19 Uhr, Gemeindehaus, Germarstr. 12. Tel. 22871 27. Oktober, 16—18J^ Uhr, Synagcv gengebäude Kartfiäuserring 14. Tel. 22259 Norddeutschland Hannover Mittwoch, 16—18 Uhr, Landschaftstraße 6, part. (Bankhaus Meyerstein). (Tel.: 21015). Vorherige Anmeldung erbeten Waisenkinder nach USA. Die Religiöse Auswanderer-Betreuung Agudas Jisroel, Berlin N 4, Johannisstraße 8, teilt mit: Ein uns nahestehendes Waisenhaus in USA. hat in Aussicht genommen, eine gewisse Anzahl orthodoxer Waisenkinder (Halb- und Vollwaisen) aus Deutschland im Alter von 1—7 Jahren aufzunehmen. Um eine Uebersicht über die Zahl der in Frage kommenden Kinder zu erhalten, bitten wir alle Interessenten um Mitteilung. Dies Zeichen ^^Ü&Pr fm Inserat bedeutet Mitgliedschaft beimZenfralverband iüdischer Handwerker Deutschlands E. V. »# f & & m m Dies ^SgjuJP^ Zeichen im Inserat bedeutet Mitgliedschaft beim Reichsverband des iüdischen Mittelstandes j Bandagen j J Briefmarken | | Lederwaren j jü!& eunmaren - Bsnösnsn W ArtiHel zur HranHsnplleoe Willy Holzer, NW21,WilsnadcerStr.9.351631 Ankauf Viktor Weiss Verkauf Berlin W 9, Potsdamer Str. 26 / 21 29 01 ÄlM RECTBR SÄ S^MS» Fachgeschäft für feine Lederwaren und Reisebed. / Vom Inh. gegr. 1897. | Bürobedarf j SSEGBERT LEWIN BERLIN W50 Passauer Straße 2. 24 62 79. | Bauwesen j | Malerarbeiten | jp| S.Rogasinshi W^ip Berlin N4, Brunnenstr. 154, 452340 ^C3)^ Y/ohnunger., Treppenflure, Fassaden Morüz Wegier Baugeschäft u. 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