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Central-Verein-Zeitung · 1938-10-20 · 42 (20.10.1938) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
42 (20.10.1938)
Date
1938-10-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 C.-V.-Zeitung Nr. 42 * 20. Oktober 1938 keit der jüdischen Konsulenten keinen örtlidien Beschränkungen. Jüdische Konsulenten können auch im Armenrecht, als . Not Vertreter oder als Pflichtverteidiger beigeordnet werden. Die verfahrensrechtlichen Vorschriften, die für Rechtsanwälte Vereinfachungen und sonstige Besonderheiten vorsehen (z. B. Zustellung von Anwalt zu Anwalt), gelten sinngemäß auch für die jüdischen Konsulenten. Für ihre Tätigkeit erheben die jüdischen Konsulenten Gebühren und Auslagen nach Maßgabe der für Rechtsanwälte feltenden reichs- und landesrechtlichen 7orschriften. Von dem kostenpflichtigen Gegner des jüdischen Auftraggebers sind diese. Beträge in gleicher Weise wie die Kosten eines Rechtsanwalts zu erstatten. Die Gebühren werden von den Konsulenten im eigenen Namen, jedoch für Rechnung einer noch zu bestimmenden Ausgleichsstelle erhoben. Als Vergütung für ihre Berufstätigkeit und als Entschädigung für Kanzleiunkosten — neben der Erstattung der notwendigen baren Auf- H Malermeister Oskar Simenauer Berlin W15, Pariser Str. 50,9215 37. Erstkl. Ref. Wendungen für Reisen usw. — erhalten sie einen Anteil der von ihnen erhobenen Gebühren. Im übrigen sollen aus den Beträgen, die der Ausgleichsstelle zufließen, die Unterhaltszuschüsse für die ausgeschiedenen Rechtsanwälte gezahlt werden. Ueb ergangsb e Stimmungen War in einer b 11. gerlichen Rechtssache ein ausscheidender Rechtsanwalt tätig, so wird das Verfahren unterbrochen. Die Unterbrechung tritt nicht ein, wenn der Ausscheidende gleichzeitig als jüdischer Konsulent zugelassen wird und als solcher seinen Auftraggeber weiterhin vertreten darf. Das Jüdische Landerziehungsheim Beelitz (Mark) feiert am 24. Oktober sein 30jähriges Bestehen. Ueber dieses Heim, in dem die Leidenskinder dieser Welt — die geistig Schwachen, Schwierigen und einseitig Entwickelten — untergebracht sind, und über ihre Erzieher zu berichten, ist eine Aufgabe ... es ist sehr schwer, hier unergriffensachlich zu sein. Die gedämpfte Abgeschlossenheit dieser kleinen hilfreich-hilflosen Sonderwelt im Waldgebiet des Sehwielowsees bei Potsdam wird jeden von außen her Kommenden erschüttern und das Bewußtsein in ihm stärken, daß es auf der Erde kommt zuerst zu mir ... Ich soll euch etwas spenden. Könnt ihr mir einen Geldschein wechseln?" „Einen Hunderter?" fragt harmlos einer von ihnen. „Wenn es ein Hunderter ist, haben wir nicht genügend Kleingeld." „Fünfzig?" fragt der andere ohne Arg. „Nicht so viel", murmelt Josse Baer verwirrt und nimmt den Fünfzlotyschein aus seiner Geldbörse. „Auf einen Fünfzlotyschein wollt Ihr doch nichts heraushaben?" sagt einer von den beiden. „Ihr habt Euch nur einen Spaß mit uns gemacht. Wir brauchen wirklich die ganzen fünf Zloty, denn wir haben eine Menge arme Leute, denen es an Mazze, Wein, Kartoffeln fehlt." Josse Baer gerät in immer größere Verlegenheit. Er sieht sich hilfesuchend um, als wäre er von zwei Räubern überfallen. Aber es ist niemand weiter im Zimmer. Also schiebt er den Fünfzlotyschein einem der Männer in die Hand und murmelt: „Gut, gut, nehmt ihn." „Ein schönes Geschenk", sagt einer der Männer und dankt Josse Baer. „Der Allmächtige wird es Euch lohnen", sagt der andere und segnet ihn. Erst als die beiden Besucher fortgegangen sind, nachdem sie im Vorübergehen die Mesusa geküßt haben, kommt Josse Baer zum Bewußtsein dessen, was er getan hat. Er läuft in größter Erregung im Zimmer auf ufid ab, rauft sich seine silbernen Barthaare und stöhnt: „Weh mir, was habe ich getan! Wie sollen wir es möglich machen, uns für Peßach zu versorgen?" Esther kommt herein. „Esther" stammelt er. Sie haben mich zugrunde gerichtet." „Wer?" ruft Esther-Beile und richtet ihre Augen auf ihren Mann. „Die beiden Vorsitzenden der Gemeinde. Sie haben mir den ganzen Fünf zlotyschein herausgelockt." Versäumt eine Partei durch das Ausscheiden eines jüdischen Rc htsanwalts einen Termin in einer bürgerlichen Rechtssache oder in einer Strafsache^ oder eine befristete Prozeßhandlung (z. B. Einlegung der Berufung, Revision), so ist ihr auf Alfs» a.p ier - Adolf Naftenfe! Berlin NW 87, Wullenweberstraße 2. Tel.r 39 78C2 Antrag die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu bewilligen. Wechselt eine Partei wegen der Maßnahmen der Verordnungen vom 27. September 1938 ihren Vertreter, so ist der kostenpflichtige Gegner des Auftraggebers des bisherigen jüdischen Rechtsanwalts zur Erstattung der durch den Vertreterwechsel entstehenden Mehrkosten nicht yerpflichtet. Uebernimmt schließlich ein jüdischer Konsulent eine bisher von einem jüdischen Rechtsanwalt besorgte Rechtsangelegenheit, so hat er seinem Auftraggeber die dem jüdischen Rechtsanwalt geschuldeten Gebühren gutzubringen. Der jüdische Konsulent und der frühere jüdische Rechtsanwalt haben im Wege gütlicher Vereinbarung einen Ausgleich über die dem früheren Rechtsanwalt angefallenen Gebühren herbeizuführen, wenn dies nach dem Umfang der von beiden in der Rechtssache geleisteten Arbeit der Billigkeit entspricht. Kommt eine Einigung nicht zustande, so kann auf Antrag eines Beteiligten über den Ausgleich im ■ Verwaltungswege entschieden werden. Es ist zu hoffen, daß für die rechtliche Betreuung des jüdischen Publikums eine genügende Anzahl von Konsulent en aus dem Kreise der jüdischen Anwaltschaft gestellt wird. Im übrigen sieht das Gesetz ausdrücklich vor, daß bei einem etwa notwendigen Wechsel in der Person des Rechtsvertreters dem Mandanten Mehrkosten nicht entstehen. Ma. Go. kein soziales Elend gibt, das nicht vom Menschen selber gelindert werden kann. Und mehr als „kann": Direktor Sally Bein und seine Frau, das Erzieherehepaar, haben vorgelebt, wie die Güte des Herzens über Einsatz und Arbeit hin zur Pflicht gegen die Schwachen führt. Das Leid geistig nicht voll entwickelter Kinder, die meist aus schlechten, ja sozial gefährdeten Verhältnissen kommen, ist groß, aber auch die menschliche Güte dort, die ans eigene Selbst vergessende Bereitschaft erlesener Einzelner in unserem Kreis, jenen Kindern erzieherisch zu dienen, ist groß. Aber Esther-Beile hatte erwartet, daß es so kommen würde. Sie war es nicht anders gewöhnt. Also sagte sie mit einem gezwungenen Lächeln: „Was kann man da tun? Wir werden den goldenen Weinkelch versetzen müssen. Es ist eine Schande, dem Geldverleiher wieder unter die Augen zu treten." Und als es dunkelt, nach dem Abendgebet, nimmt Josse Baer seinen goldenen Weinkelch und geht zum Geldverleiher. Der Verleiher kennt den Kelch von früher her sehr gut. Aber er tut, als ob er ihn zum ersten Male prüft. Er bietet fünf Zloty und zieht sofort einen Zloty Zinsen ab. Als Josse Baer mit. seinen vier Zloty nach Hause kommt, beginnt er mit Esther zu streiten. „Kaufe gefälligst keine teuren Lebensmittel ein. Suche dich für Peßach möglichst, billig einzurichten. Ich möchte, daß die ganze Welt erfährt, daß ich ein armer Mann bin." Esther schüttelt den Kopf und lächelt sorgenvoll, doch gütig. Und Josse Baer rauft sich die silbernen Fäden seines Bartes und stöhnt: „Lieber Gott, wie kann ich es ihnen beibringen, daß ich nichts mehr habe. Was nützt es, bei Chaim, dem Geldverleiher, den Zobelpelz zu versetzen und ihn wieder einzulösen, den Weinkelch zu versetzen und ihn wieder einzulösen? Es ist ein endloses Hin und Her." Aber als Peßach herankommt und Josse Baer auf seinem Platz in der Synagoge sitzt, dem besten Platz, dicht an der östlichen Mauer, vergißt er alle Sorgen. Der Tempeldiener hat gerade angefangen, die Abschnitte aus der Tora zu versteigern. Die Angebote sind hoch. Ein Zwölfzlotyangebot. Josse Baers Nachbar blickt ihn an, als wollte er sagen: „Wie ist's mit dir, Reb Josse Baer?" Und Josse Baer winkt dem Tempeldiener. Das bedeutet, daß er dreizehn bietet. Und der Tempeldiener ruft mit klingender Stimme: „Dreizehn Zloty für Josse Baer." Josse Baer bedauert in demselben Augenblick sein Angebot. Woher soll er denn das Geld nehmen, da er fast gar nichts mehr zum Versetzen Man sieht unter 64 Zöglingen kein Tinfrohes Gesicht. Die große harmonische Familie in Beelitz strahlt Ruhe aus. Das Erziehungsziel des Heims, die Kinder durch liebevolle Fort- Anschauungsunterricht in der Waldschule Beelitz Fot, Archiv bildung von Geist und Körper der menschlichen Gemeinschaft ebenbürtiger zu machen, wird im gesamten Anwesen offenbar. Wenige junge Heilpädagogen stehen dem Leiterehe- Sdirumpfting und Ueberalterung Es gibt in Württemberg eine jüdische Gemeinde, bei der die Schrumpfung und Ueberalterung zu bemerkenswerten Ergebnissen geführt hat. Die Gemeinde hatte am 1. April 1933 eine Seelenzahl von 249 Personen. Die Abnahme durch den Sterbeüberschuß spielt keine wesentliche Rolle. Dagegen hat es die Auswanderung mit sich gebracht, daß die Gemeinde in 3Vs Jahren, also bis zum 1. Oktober 1936, rund ein Viertel ihrer Seelenzahl eingebüßt hat. Es waren damals noch 185 Personen ansässig. Die Bewegung hat sich seither beschleunigt vollzogen. Von den 185 Personen ist in den folgenden zwei Jahren rund ein Drittel ausgewandert, so daß am 1. Oktober 1938 noch rund die Hälfte der am Knaben- und Jüngiings-Kleidung, Kindermäntel er%t an: K. LOEWENTHAL, Schönhauser Allee 177 Telefon: 44 53 96 Kein Stofflager 1. April 1933 anwesenden Personen, nämlich 119, in der Gemeinde wohnten. Von ihnen sind 44 männlichen und 75 weiblichen Geschlechts und, was noch bedeutsamer ist, nur 34 Personen im Alter unter 50 Jahren (11 männliche und 23 weibliche Personen), 85 Personen sind über 50 Jahre alt. Von der Gesamtzahl (119) sind 55 Personen, d. i. etwa die Hälfte, sogar über 60 Jahre alt. Hamburg Dem Direktor des Knaben-Waisenhauses des Jüdischen Religionsverbandes Hamburg, Raphael Plaut, ist -vom Oberrabbiner des Synagogenverbandes der Chowertitel verliehen worden. Diese besondere Auszeichnung hat sich Raphael Plaut als Lehrer und Erzieher der Waisen verdient. Sein großes jüdisches hat? Und er bittet zu Gott, daß jemand ihn überbiete. Jemand meldet sich und überbietet ihn. Nun ist Josse Baer betrübt, er winkt dem Tempeldiener und der Tempeldiener ruft, indem er lächelnd zu Josse Baer hinüberblickt: „Fünfzehn Zloty für einen Abschnitt aus der Tora." Seine Nachbarn an der östlichen Mauer tauschen Blicke aus und murmeln: „Mit Josse Baer scheint es gar nicht so schlecht zu stehn ..." Was aber Josse Baer betrifft ... er kann sich kaum zurückhalten, laut herauszuschreien: „Ihr Juden habt Mitleid! Ich bin ein Bettler!" Und auf seinem Nachhausewege aus der Synagoge überlegt er voller Angst: „Jetzt bin ich ganz verloren. Wenn das Fest vorüber ist, werde ich die silbernen Leuchter versetzen müssen, um für das Vorlesen aus der Tora zu bezahlen." Juda Leib Caban: Jüdische Folklore Jüdisch-wissenschaftliches Institut, Wilna 1938 Dieser Band, der erste einer in Aussicht genommenen größeren Reihe, enthält eine Auswahl aus dem reich, überreich zuströmenden Material. Geplant war eine andere, vielleicht zweckmäßigere, aber schwierigere Gruppierung um bedeutungsvolle Tage und Geschehnisse herum, aber davon mußte zunächst abgesehen werden. Die gegenwärtige Form bietet wolügeordnet: 1. Lieder (203 Nummern) verschiedenster Art, darunter: Balladen, Liebeslieder, Tanzlieder, Wiegenlieder, Soldaten- und Kriegslieder, Arbeiterlieder, Purimlieder u. ä. 2. Geschichten und Ueberlieferungen (134), darunter: zahlreiche Wundergeschichten, Sagen von Tempeln und Grabsteinen, Geister- und Seelenwanderungsgeschichten. 3. Witze, witzige, kleine Erzählungen und Anekdoten (80). 4. Purimspiele (16), alle weltlichen Charakters. Solche mit biblischen Motiven sind einem speziellen Band vorbehalten. 5. V o r - bedeutun g e n (Omen) und Eigentümlichkeiten (318) von Tieren und Gewächsen. 6. Bemerkungen mit Hinweisen auf Varianten und Parallelen, so weit sie sich in jüdischen Ausgaben finden. 7. Noten, 18 zu paar zur Seite. Alle Arbeit, haus- und landwirtschaftliche, tun die Kinder selbst, wie hier überhaupt die Förderung der manuellen Fähigkeiten begreiflicherweise Erziehungsschwerpunkt sein muß. In einer fachmännisch geleiteten Schnei derlehrwerkstätte werden Kleidungsstücke musterhaft gefertigt. Kinder, die kaum Worte bilden können, bringen ungewöhnlich schöne und künstlerische Schnitz- und Sägearbeiten zustande. Es gibt sogar einen Schülerschachklub in Beelitz, dessen jugendlicher Vorsitzender fast einmal den Schachmeister Lasker geschlagen haben soll. Der Unterricht gründet sich in Beelitz völlig auf Anschauung. Diese Methode zeitigt dann Erfolge, die den Außenstehenden in Staunen setzen: z. B. singt der Schulchor mühelos einen fünfstimmigen Kanon in hebräischer Sprache — und immer und immer wieder kann man beobachten, wie die Kisder in echter Aufgeschlossenheit den „Onkel" und die „Tante" Bein umarmen. Das allein schon — ganz abgesehen von dem realen Ei'ziehungswerk — liegt so hoch, daß Dank oder nur billiges Lob nicht hinreichen. Wie gut ist es für uns alle, am Beispiel Beelitz, zu lernen, wie man gut sein kann und muß. M. L. Wissen, seine reiche soziale Tätigkeit schildert Oberrabbiner Dr. J. Caiiebach in einem Direktor Plaut überreichten hebräischen Dokument. Als Vorstandsmitglied des Jugendamts, als Vorsitzender der Hamburger Gruppe des Verbandes jüdischer Lehrer, als Herausgeber des Drei gemeinden - Kalenders hat sich Raphael Plaut auch außerhalb seines engeren Arbeitsbereichs viele Verdienste erworben. S. E. Konstanz Zwei verdiente und bewährte Vorstandsmitglieder des Ortsverbandes des Jüdischen Contral-Vereins können in diesen Tagen Jubiläen besonderer Art begehen: Bertha Geismar, die Präsidentin des Jüdischen Frauenvereins, die zugleich in zahlreichen jüdischen Organisationen und in der Gemeindearbeit führend tätig und deren hervorragend soziales Wirken weithin bekannt ist, feiert ihren 70. Geburtstag. Berthold Wieler gehört 40Jahre der Chewra Kaddischa an, deren Vorsitz er seit zwei Jahrzehnten innehat. Das segensreiche Wirken sichert beiden Jubiiaren dankbare Anerkennung und herzliche Wünsche für ihre weitere Arbeit. Der C.-V. schließt sich diesen Glückwünschen von ganzem Herzen an. H. St, Mülheim (Ruhr) Am Jom Kippur fand die Schlußfeier der im Jahre 1907 erbauten großen Synagoge statt, die von der Gemeinde infolge ihrer finanziellen Lage nicht mehr gehalten werden konnte und durch Verkauf in den Besitz der ' Städtischen Sparkasse übergegangen ist. Lehrer E m a n u e 1 hielt die Schlußpredigt. Die Synagoge war zu einer Zeit errichtet worden, als die Gemeinde 800 Seelen zählte. Die Gemeinde umfaßt heute etwa 250 und wird in ihrem Gemeindehause einen für Gottesdienst und jüdisch-kulturelle Zwecke geeigneten größeren Raum herrichten. Liedern und 15 zu Purimspielen. Ferner: ein Ortverzeichnis und eine geographische Kartenskizze zur Angabe, woher das Material stammt und schließlich ein Verzeichnis der Sammler, Sammlerkreise und Einsender. Diese bloße Skizzierung des Inhalts läßt erkennen, daß es sich hier um eine bedeutungsvolle literarische Erscheinung handelt. Freilich steht noch die wissenschaftliche Erforschung und Bewertung des Materials aus. Die geographische Karte verdeutlicht noch einmal, was Sprache und vielfach Anschauung und Gedankenwelt des vorgelegten Materials ohnehin uns sagen: daß war es hier nicht mit jüdischer Volkskunde schlechthin, sondern nur mit einem Teilgebiet, allerdings einem produktiv intensiven zu tun haben, das einen sehr beachtlichen Beitrag zur Gesamtkunde beisteuert. Gewidmet ist der stattliche Band (357 S.) dem Andenken Juda Leib Cahans, der bis zu seinem zu frühen Tode (1937) der anspornende und belebende Geist bei der Schaffung dieses Werkes gewesen ist. Sein schönes Bild ziert das Buch. M. Ab. Im Königlichen Opernhaus in Stockholm fand die Erstaufführung von Meyerbeers „Die Afrikanerin" statt. Es dirigierte Kurt B e n d i x. — Der Farbfilm Robin Hoods Abenteuer" mit der Musik von Erich Wolfgang Korngold fand bei Publikum und Presse 'lebhaften Beifall. * In Zürich fand die Uraufführung des Schauspiels „Der kleine Sündenfall" des Schweizer Dichters Cäsar v. Arx statt. Unter den Mitwirkenden waren Erwin Kaiser, Ernst G i n s b e r g, Hermann Valentin. Die ■ Regie hatte Leonhard S t e c k e 1. In einer Sonntagsmatinee führten Georg Kaiser und Karl Z u c k m a y e r in das Werk ein. Die Uraufführung brachte einen großen Erfolg. Seit Jahren bemüht sich die Leitung des Jüdischen Kulturbundes, ein großes sinfonisches Werk von Gustav Mali ler den Hörern zu vermitteln. Im November-Zyklus wird Mahlers 1. Sinfonie unter Leitung von Kapellmeister Rudolf Schwarz aufgeführt werden, die bekanntlich zu seinen hervorragendsten und eingänglichsten Schöpfungen zählt. Außerdem enthält die Vortragsfolge noch Werke von Liszt und Goldmark. 30 Jahre Jüdisches Landerziehungsheim Beelitz Aus den Gemeinden

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