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Central-Verein-Zeitung · 1938-10-13 · 41 (13.10.1938) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
41 (13.10.1938)
Date
1938-10-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 41 » 1. Beilage CYZeitung 13. Oktober 1938 » Seite 3 . Auslands na c* Iii'icliteil Australien Es verlautet, daß die Regierung für das Jahr 1939 insgesamt 1500 Einreisegenehmigungen für jüdische Auswanderer aus Polen erteilen wird. Am 6. Oktober fand die erste Sitzung der jüdischen Einwandererkonferenz statt, an der unter Vorsitz von Professor Norman Bentwich vom Londoner Council for German Jewry Vertreter sämtlicher australischer Staaten teilnahmen. Es wurde hauptsächlich die Frage, der Einordnung der Neuankömmlinge in das Wirtschaftsleben des Landes erörtert. Man berechnete, daß allein für diese Aufgabe etwa 50 000 £ erforderlich seien, von denen bisher 15 000 £ aufgebracht wurden. Es wurde der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die jüdischen Organisationen außerhalb Australiens sich an der Aufbringung dieser Restsumme beteiligen würden, da sie in Australien selbst kaum zu beschaffen sein werde. 27 Juden, die Anfang Oktober mit dem Dampfer „Nieuw Holland" in Brisbane ankamen, wurde die Ausschiffung untersägt, obwohl sie im Besitz eines Touristenvisums und im Besitz von Kapitalien in Höhe von 200 bis 800 £ waren. Die Regierung hat an die Schiffahrtsgesellschaft eine Warnung gerichtet, in Zukunft Passagen nur dann zu erteilen, wenn neben dem Visum ein Permit vorliegt. Die Meldungen hierüber sind jedoch vorläufig unklar, so daß weitere Nachrichten abzuwarten bleiben. Die Australian Jewish Welfare-Society hat sich sofort mit den Behörden in Verbindung gesetzt, um die Angelegenheit zu regeln. Sie steht auf dem Standpunkt, daß das Landeverbot für Touristen mit ordnungsgemäßem Visum eine Diskriminierung darstelle. Die Regierungsstellen betonen demgegenüber, daß die Anordnung lediglich erTassen worden sei, um die reguläre Einwanderung nicht in ihrem Ablauf zu stören. Polen Der Erziehungsminister Professor Wojciech Swietoslawski hat einen Aufruf an die polnischen Studenten gerichtet, die Arbeit an den Universitäten nicht durch judenfeindliche Demonstrationen zu stören. In Warschau kam es Anfang Oktober zu Ausschreitungen, in deren Verlauf 22 Juden so schwer verletzt wurden, daß sie sich in ärztliche Behandlung begeben k o w i c zur Judenfrage. Er erklärte, daß keinerlei Anlaß bestehe, dieses Problem aufzuwerfen, und daß dies auch in Zukunft nicht geschehen werde, wenn die jüdischen Einwohner die gleiche Haltung bewahrten, die sie in den Jahren 1912 und 1918 gezeigt hätten. Schweiz Der Bundesrat veröffentlicht einen Beschluß, wonach für nichtarische deutsche Staatsangehörige für Besuchs- und Durchreise der Visumzwang eingeführt wird. Zahlreiche jüdische und nichtjüdische Institutionen setzen ihre Sammlungen für die vorübergehend im Lande untergebrachten Durchwanderer fort. Im Durchwandererlager in Basel veranstaltete der Gesangverein der Straßenbahngesellschaft am 1. Tag Roscli Briefmarken - Fritz Lewin Berlin W 35, Lützowstrasse 91 A. Haschana ein Konzert. Das Problem der Weiterwanderung beschäftigt nach wie vor die nichtjüdischen und jüdischen Stellen. Bestimmte Projekte werden bearbeitet, sind jedoch noch nicht zum endgültigen Abschluß gekommen. Südafrika In Johannesburg tagte die Jahresversammlung der ORT-ÖSE, auf der Mr. Schneier den Geschäftsbericht erstattete. Teppich- Reinigung NO, Greifswa'.der Straße 13 / 53 Kunststopferei,Entmottun£,Aufbev mußten. Eine jüdische Abordnung führte hierüber bei der Behörde Beschwerde. Im Verfolg der Unterhandlungen waren die jüdischen Viertel Warschaus an den hohen Feiertagen durch besondere Maßnahmen der Polizei geschützt. Versuche zu judenfeindlichen Demonstrationen wurden im Keime erstickt. Die Polizei verhaftete in diesem Zusammenhang eine größere Anzahl von Juden und Nichtjuden. — Dagegen wurden in Stanislaw o w am Versöhnungstag sämtliche Scheiben der Synagoge zertrümmert. Ueber die Haltung, welche die Juden bei den kommenden Gemeinde- und Parlamentswahlen einnehmen werden, ist noch immer kein klares Bild zu erhalten. Die Allgemeinen Zionisten Gruppe A haben beschlossen, an den Gemeindewahlen teilzunehmen, an den Parlaments wählen jedoch nur dann, wenn die oppositionellen Parteien, die sich bekanntlich an den letzten Wahlen nicht beteiligt hatten, die Wahlausübung empfehlen werden. Die Allgemeinen Zionisten Gruppe B hingegen vertreten die Meinung, daß man sich an den Wahlen beteiligen müsse, um überhaupt die jüdischen Interessen im Parlament vertreten zu können. Sie werden in dieser Auffassung von den zionistischen Organisationen in Ost- und Westgalizien unterstützt, welche nach wie vor eine jüdische Einheitsfront erstreben. Jugoslawien Nach der vor kurzem erfolgten Erklärung des Innenministers Koroseck äußerte sich jetzt auch der ehemalige Minister und jetzige Führer der Regierungspartei M. Gjuro Jangiercmg berufen. 1930 kam er ins indische Innenministerium, 1933 wurde er Gouverneur der wichtigen Schlüsselprovinz Pundschab. Ende 1937 verließ Sir Herbert Emerson aus gesundheitlichen Gründen — er mußte sich übrigens vor wenigen Tagen in London einer Operation unterziehen — J. Weitster nur KurfDratendämm M , Arbeit für USA.- JEinwaiiderer Professor Joseph P. Chamberlain, der Vorsitzende des National Coordinating Committee for Aid to Refugees and Emigrants coming from Germany, erklärte kürzlich der amerikanischen Presse, daß ihm kein Fall bekannt geworden sei, in dem ein in den letzten Jahren aus Deutschland nach Amerika eingewanderter Jude von den Behörden wegen Belastung der öffentlichen Mittel ausgewiesen worden sei. Er erblicke hierin einen überzeugenden Beweis dafür, daß sich die überwältigende Mehrzahl der jüdischen Einwanderer durchsetze. Nur ein kleiner Teil hätte Hilfe jüdischer Organisationen nötig gehabt. Chamberlain wies als einen zwar nicht typischen, aber interessanten "Vorgang auf das Schicksal eines vor wenigen Jahren nach Amerika eingewanderten Juden hin, der sich einen Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens hätte patentieren lassen und jetzt bereits eine Fabrik in Ohio mit einigen hundert Arbeitern unterhalte. Professor Chamberlain machte noch einige interessante Angaben über eine Art Umschichtungsarbeit, die man im Lande selbst bei den eingewanderten Menschen vorgenommen habe, wobei auch den früheren Angehörigen akademischer Berufe besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Im Coordinating Committee sind 19 Hilfsorganisationen vereinigt. Sir Herbert Emerson Der neue Völkerbundskommissar für die Flüchtlinge aus Deutschland und Leiter des Nansen-Amtes, der im 57. Lebensjahre steht, gehörte zu den fähigsten Beamten der indischen Verwaltung, in die er 1905 eintrat. Er bekleidete hohe Regierungsposten in verschiedenen' Staaten Indiens und wurde 1926 als Regierungssekretär in das Finanzdepartement der indischen Re- Fot. Associated Press den Indian Civil Service. Sir Herbert, der im Besitze höchster indischer Auszeichnungen ist, genießt, wie der britische Delegierte auf der Völkerbundsversammlung mitteilte, das besondere Vertrauen des britischen Außenministers, Lord Halifax, der bekanntlich unter dem Namen Lord. Irwin Vizekönig von Indien gewesen ist. . "f"- > |^ P-Sii^ssrg^ -Z*-ss&s^j&<«i Schwedens , Juden R. S. Stockholm, 8. Oktober Eine der Plaupttageszeitungen behandelt in einem ausführlichen Artikel „Die Juden in Schweden" die zahlenmäßige Entwicklung in den letzten 50 Jahren und das Flüchtlingsproblem im besonderen. Im Jahre 1880 betrug die Zahl derer, die sich zum mosaischen Glauben bekannten, zirka 3000, um die Jahrhundertwende etwa 4000. In den darauf folgenden Jahren kam dann die große Einwanderung aus Rußland und Polen, womit die Anzahl der Juden im Lande 1910 auf über Altpapier — Adolf Naftaniel Berlin WN 87, WullenwebersiraBe 2. Tel.: 39 78 02 6000 stieg. Diese Zahl hat sich in den folgenden zwei Jahrzehnten kaum erhöht, bis dann im Jahre 1S33 ein neuer Zustrom aus Deutschland einsetzte. Man berechnet die Zahl von jüdischen Einwanderern, die nach 1933 sich für kürzere oder längere Zeit im Lande aufgehalten haben, aui mindestens 30 000, von denen es aber kaum 10 <V0 gelungen sein dürfte, sich hier zu. halten; sie sind nun auf dem Wege, in das schwedische Gemeinwesen hineinzuwachsen. Allerdings hat von diesen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, noch keiner die schwedische Mitbürgerschaft erhalten, zu deren Erlangung mindestens fünf Jahre, zumeist aber sieben Jahre Aufenthalt im Lande erforderlich ist. Bis dahin beruht ihr Verbleiben auf der Bewilligung von Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung. Von den 2000 bis 2500 jüdischen Menschen, die auf diese Weise hier leben, sind etwa 1000 beruflich tätig, während der Rest aus Ehefrauen und Kindern besteht. Das schwedische Prinzip weicht insofern von dem anderer Länder im Norden ab, daß man lieber einer kleineren Anzahl die Möglichkeit zu dauernder Existenz gibt als provisorisch eine größere Zahl aufzunehmen. Vorübergehende Erlaubnis haben jedoch Personen für Ausbildungszwecke in bestimmten Berufen erhalten oder, um die Einreiseerlaubnis in andere Länder abzuwarten. Unter denen, welche die Aufenthaltserlaubnis erhalten haben, sind ein Teil Fabrikarbeiter in der Textilindustrie. Viele sind im Haushalt tätig, einige Landarbeiter und ein Teil Fachmänner auf verschiedenen technischen Gebieten. Die letztgenannten haben im allgemeinen in bestehenden Industrieunternehmungen Anstellung gefunden, während einige andere neue Industriezweige ins Leben gerufen haben. Für die Herstellung von Gummimänteln ist eine Fabrik errichtet worden, die einige fünfzig Arbeiter beschäftigt, andere neue Fabriken fabrizieren Tabakspfeifen, Schlipse und Sportartikel. Auch in der Maschinen- und chemischen Industrie konnte man die Herstellung gewisser Spezialitäten aufnehmen, die vorher im Lande nicht fabriziert worden sind. Auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen durften die Flüchtlinge eine reine Handelstätigkeit im allgemeinen nicht betreiben, jedoch hat auch ein kleiner Teil die Möglichkeit erhalten, in schwedischen Handelsunternehmungen tätig sein zu können. Eine nur kleine Zahl hat sich außerhalb Stockholms im Lande niedergelassen, während die große Mehrzahl in der Hauptstadt selbst geblieben ist. Von denen, welche sich zu Ausbildungszwecken hier befinden, sind zur Zeit etwa 120 junge Menschen zur Erlernung der Landwirtschaft auf verschiedenen Höfen, besonders in Südschweden, untergebracht. Dort befindet sich auch eine Internatschule für Kinder, deren Eltern noch in Deutschland wohnhaft sind. Außer der gewöhnlichen Schulausbildung erhalten die Kinder dort eine Berufsausbildung, die ihnen eine spätere Emigration ermöglichen soll. Aus der wissenschaftlichen Welt In G e n £ starb vor wenigen Tagen der jüdische Architekt Jules F le g en h ei m er. Er genoß internationalen .Ruf und ist vor allem bekannt als Erbauer des V ö I k e r b u n d s p a 1 a s t e s in Genf, der im vergangenen Jahr vollendet wurde, und des Genfer Hauptbahnhofs. In U p s a 1 a beging der jüdische Historiker Hugo Valentin seinen 50. Geburtstag. Er war an diesem Tag Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Innerhalb des jüdischen Lebens ist er als Leiter der zionistischen Organisation Schwedens bekannt. Literarische Notizen Ivan Göll hat in Paris eine Gedichtsammlung ..Jean sans terre" erscheinen lassen (Edition Poesies et Cie.). * Mit dem soeben vom Jüdischen Verlag, Berlin, ausgegebenen fünften Band des „Pentateuch und Iiaftaroth mit Kommentar des Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz, London, liegt nunmehr dieses Werk abgeschlossen vor. Es enthält auf über 3000 Seilen Gro!.Vj!;;av;echts den hebräischen Text der Fünf Bücher Mü-!< und der Iiaftaroth (Abschnitte aus den Propheten), links die deutsche Uebersetzung nach Zunz und auf beiden Seiten unter dem Text, sowie in einer großen Zahl in sich geschlossener Kapitel den Kommentar des Chief Rabbi. Der ermäßigte Subskriptionspreis von je RM. 3.85 für den durchschnittlich 600 Seiten umfassenden Leinenband (für das Gesamtwerk also von RM. 19.25) gilt nur noch kurze Zeit. * Die Soncino Press Limited hat soeben weitere acht Bände der ungekürzten englischen Lebersetzung des Talmuds herausgegeben; mit den 24 bereits w i W\ ' Angebote für Palästina und Übersee BEKLEIDUNG, HAUSRAT, EINRICHTUNGS-GEGENSTÄNDE Verlangen Sie unsere für dm TJberseedienst gesdiulten FadiKräfte BERLIN G2 SPANDAUER STRASSE KUNIGSTRASSE

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