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Central-Verein-Zeitung · 1938-09-22 · 38 (22.9.1938) · page 22

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
38 (22.9.1938)
Date
1938-09-22
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Seite 22 C.-V.-Zeitung Nr. 38 « 22. September 1938 L i t w i n s k i die jüdischen Hilfspolizisten Max Supperheld, Chowev Zmolewicz, Zwi Jocha und Dov Goldin getötet. Ueberfälle Auch in der vorigen Woche wurde aus den verschiedensten Teilen des Landes von einer großen Anzahl weiterer Ueberfälle, bei denen allerdings Todesopfer nicht zu beklagen waren, berichtet, so z. B. auf folgende jüdische Siedlungen: Beth Joseph, G e y a, Schechunath Hatikwa B e i t O w e d, Rischon-le-Zion und Schaar Haam ak im. Im Emek wurde am 9. September ein Omnibus beschossen. Am II u 1 e h - S c e kam es nach einem Ueberfall auf jüdische Fischer zu einer Schießerei zwischen jüdischen Hilfspolizisten und Terroristen. Am 12. September wurde in der Nähe von Aschdod, südlich von Rechowot, der schlimmste Fall von Baumbeschädigungen seit Beginn der Unruhen entdeckt. 600 Dunam mit Bäumen in jüdischen Plantagen, meist voll mit Früchten, wurden zerstört. Die Bäume waren von arabischen Arbeitern entwickelt worden. Bewaffnete Araber brachen in eine Wasserpumpstation an der Jeru-a'em— Jaffa-Landstraße sowie in eine andere Station zwischen Jerusalem und Ludd ein. Sie stahlen Gewehre und Munition; die Pumpstation von Ludd wurde in Brand gesteckt. Bei einem Einbruch in das Postamt und Zollhaus von K h a n j u n i s nahmen Terroristen vier Gewehre und 13 Pfund mit. Am Abend des 11. September wurde in den Garten des Hauses des neuen Bürgermeisters von Jerusalem eine Bombe geworfen. Die Explosion richtete jedoch keinen Schaden an. Angriffe auf jüdische Hilfspolizisten erfolgten 17. September auf der Landstraße von Attarod nach Jerusalem, sowie in einem Steinbruch in der Nähe der „Imperial Chemical Industrie". Die Hilfspolizisten Samuel Feinstein, Abraham Gollub, Josef Shatler und Simcha Rosenblum wurden schwer verletzt. Englische und arabische Verluste In der Nacht zum 10. September wurde ein britischer Polizist getötet, als bewalinete Araber in die Polizeistation von Beerscheb a einbrachen. Das Gebäude wurde vollkommen von den FlammerT zerstört. Am Nachmittag des 15. September bemerkte ein britisches Flugzeug auf einem Rekognoszierungsflug, ungefähr 20 km nordwestlich von Ramalla, eine große Bande Terroristen. Weitere Flugzeuge und Truppen-wurden herbeigerufen und verwickelten die Banditen in ein Gefecht, in dem sie nach bisher vorliegenden Meldungen über 100 Tote verloren. Todesopfer auf arabischer und englischer Seite erforderten ferner Gefechte im Nablus- Bezirk, an der Grenze von Jaffa und Tel-Aviv, in der Nähe von Tel C h a j i m, bei Hebron, bei Bethlehem in der Nähe der Nordgrenze, bei G i w a t Brenner, bei Migdal Zedek und bei" Dschenin. Ausbreitungen und Sicherungsmaßnahmen In Haifa wurde am 10. September als Protest gegen die behördliche Sperrung einiger Seitenstraßen teilweise gestreikt. In der Altstadt von Jerusalem fanden am 9. und 10. September militärische Haussuchungen statt. Sämtliche arabischen Geschäfte wurden geschlossen. Am 13. September fanden in Bethlehem beträcht, iche Unruhen statt. Bewaffnete Terroristen zogen durch die Straßen und sangen Lieder, in denen der damalige Mufti von Jerusalem verherrlicht wurde. Die Polizeistation wurde in Brand gesteckt. Nach einiger Zeit konnten Truppen und Polizei wieder die Ordnung herstellen. Jerusalem war am 14. September telephonisch und telegraphisch von den übrigen Teilen des Landes info'ge von D:ahtbe::chädigungen abgeschnitten. Aus Jericho mußte die einzige KrKsche Einwandern, die Aerztin Dr. Olga Feinberg, die seit 15 Jahren dort gelebt hatte, fliehen. In ihrem Hr.us hatten sowohl führende Araber als auch Mitglieder der Königlichen Kommission verkehrt. In S a f e d wurde am 15. September nach einer Demonstration von Frauen und Kindern, die gegen die Verhaftung von Arabern und ihre Internierung in einem Mi'itärlager protestierten, über das ganze arabische Viertel für den ganzen Tag ein Ausgeh verbot verhängt. In sieben Polizeistalionen im Lande wurde arabische Polizei durch jüdische ersetzt. Die Gesamtzahl der jüd'sehen Hilfspolizisten beträgt 7800. Allein in den letzten Tagen wurden 600 jüdische Hilfspolizisten angeworben. Durch die Unmöglichkeit, ihre Produkte nach Jerusa'em zu bringen, befinden sich die arabischen Dörfer zwischen Jerusalem und Ludd in einer äußerst schweren Lage. Die Dorfbewohner erleiden schwere finanzielle Verluste, da der Eis—ba'-n: er;ehr auf dieser Linie infolge von Sabotageakten eingestellt wurde. Die arabischen Zeitungen „F e 1 e s t i n" und „A d i f a a", die sich dem arabischen Proteststreik angeschlossen hatten, erschienen am 14. September wieder zum erstenmal. \ufruf und Erklärungen Der Waad Leumi veröffentlicht im Anschluß an seine Sitzung vom 6. September eine Erklärung, in der er über die Tapferkeit der Juden bei der Verteidigung gegen die Terroristen Bericht erstattet und von den Behörden die Genehmigung zur Vergrößerung der jüdischen Verteidigungskräfte fordert. Der „Kofer Hajischuw" habe sich, so heißt es am Schluß, zu einem Verteidigungsinstrument des jüdischen Nationalheims entwickelt'. * Der Oberrabbinor von Palästina, Dr. Isaak Herzog, ruft in einem Interview zu friedlicher Gesinnung im Sinne des altjüdischen „Schalom", besonders zwischen „Alt"- und „Neu's-Zionisten auf. Nach einem Hinweis auf die heldenhafte Selbstdisziplin des Jischuw fordert er von England zweierlei: die Wiederherstellung der Sicherheit im Lande und die Oeffnung der Grenzen für Juden, insbesondere aus Deutschland und Oesterreich. * Dein „Kofer Hajischuw werden von den Frauen spontane Geschenke von Juwelen gebracht, besonders Hochzeitsringe. Das Direktorat des Kofer Hajischuw verteilt an die Geber von Goldringen „Tabaoth Magen" (Stahl-„Verteidigungs"-Ringe). Ein Jude vor dem Militärgericht Die Verhandlung vor dem Militärgericht gegen Herman Josephsberg, der beschuldigt wurde, eine Bombe aus einem Omnibus in Ramie geworfen zu haben, wurde auf Antrag des Staatsanwalts vertagt, da der Hauptzeuge ein nach dem Mord von Dr. Abraham Rosenthal erschossener arabischer Terrorist war und der zweite Belastungszeuge nach Syrien geflohen ist. Es wird angenommen, daß die Klage zurückgezogen wird. Joseohsberg wurde gegen Zahlung einer Bürgschaft aus der Haft entlassen. Amerikanische Passagiere wollen nicht landen Das Passagierboot „Roma" brachte am 13. September in Tel -Aviv 35 Passagiere aus Amerika an Land, die sich geweigert hatten, in Jaffa, wo sie ursprünglich landen sollten, auszusteigen. Verwandten- Zertifikate Die Palästina-Regierung stellt 600 Zertifikate für Angehörige von deutschen und österreichischen Einwanderern aus. Die Angehörigen müssen vor Dezember im Lande sein. Die Zertifikate stammen von den nicht ausgenutzten 2000 Kapitalistenzertifikaten der letzten Schedule. W. Genf, 18. September Der Völkerbund beschäftigte sich am 17. September 1938 mit der Stellungnahme der Mandatskommission zum Palästinaprobiem, die ihm durch den Berichterstatter, den rumänischen Außenminister C o m n e n, unterbreitet wurde. Der Vertreter Englands, Unterstaatssekretär Butler, erklärte, daß die englische Regierung nicht mit der Ansicht der Mandatskommission einverstanden sei, daß die Einschränkung der jüdischen Einwanderung gegen die Grundsätze des Mandats verstoße. Die englische Regierung halte grundsätzlich an der Teilung als der besten Lösung des Problems fest. Eine Entscheidung könne jedoch erst nach Vorliegen des Berichts der Mitte d. J. nach Palästina entsandten Kommission gefällt werden. Was die seit 1937 verübten Terror- und Sabotageakte anbetreffe, so habe sich die Situation noch nicht gebessert und werde wahrscheinlich erst nach Vorliegen einer definitiven Entscheidung normalisiert werden können. Der polnische Delegierte Komarnicki wies auf das große Interesse hin, das die polnische Regierung an dem Palästinaproblem nehme, da ein großer Teil der Juden, die nach Palästina einwandern wollten, oder bereits eingewandert seien, aus Polen stamme. Eine schnelle Lösung würde von ungeheurer Wichtigkeit sein, nicht nur für die jüdischen Einwanderer, sondern auch im Hinblick auf Der neue Bürgermeister von Jerusalem Der neue arabische Bürgermeister von Jerusalem, Mustapha Bey Khalidi, hat am 5. September sein Amt angetreten. Er erklärte, daß er es unparteiisch verwalten würde. Der durch ihn ersetzte jüdische kommi5sarische Bürgermeister Daniel Auster erklärte im Namen der jüdischen Ratsmit. gliedar, daß die jüdische Bevölkerung auf ihr Recht als Mehrheit in Jerusalem nicht verzichte, daß sie aber ihre gerechten An- Sprüche bis auf eine geeignetere Zeit vertage. Dr. Auster betonte "gleichzeitig, daß die Pa'lästinaregierung die Versicherung gegeben habe, daß die Amtszeit des nexien Bürgermeisters im Jahre 1939 ablaufen werde. Steigende Einnahmen, der Post Die Gesamteinnahmen der palästinensisehen Post betrugen 61000 £ Pfund im Mai 1933 und liegen damit um 9000 £ über dem Vorjahrsstand. Das günstige Ergebnis ist in erster Linie auf die Entwicklung des Fern- Sprech Verkehrs zurückzuführen: die Telephonanschlüsse haben sich gegenüber dem Vorjahr um 2000 vermehrt und wurden im Mai 1933 mit 15 700 angegeben. Dementsprechend stiegen die Einnahmen aus Telephongebühren von 29 000 £ im Mai 1937 auf 39 000 £ im Mai d. J. Auch die Erträgnisse des Markenverkaufs für Briefporto lagen mit 17 500 £ über der Vorjahrsziffer. Die Zahl der Rundfunkempfänger hat sich gleichfalls erhöht. eine Gesamtlösung des jüdischen Wänderungsproblems. Er hoffe, daß es der Mandatsmacht möglich sein werde, die gegenwärtigen Einwanderungsbeschränkungen in Kürze wieder aufzuheben und dadurch den Interessen der Länder mit einer starken jüdischen Auswanderung Rechnung zu tragen. Der rumänische Außenminister wies darauf hin, daß die Palästinafrage einen wichtigen Teil eines Gesamtproblems von großer Aktualität darstelle: die Absorbation der jüdischen Auswanderung aus Mitteleuropa. Er hoffe, daß die normale Einwanderung nach Palästina bald wieder aufgenommen werden könne, um den mitteleuropäischen Ländern bis zur endgültigen Lösung etwas Atemraum zu schaffen. Der Berichterstatter nahm im Namen des Rats von den Erklärungen der Mandatarmacht Kenntnis und gab dem Wunsche des Rats nach einer baldigen Besserung der Lage in Palästina Ausdruck. Jüdischer Flugdienst in Palästina Der High Commissioner, Sir Harold MacMi» chael hat für die beiden jüdischen Flüglinien, die den Dienst zwischen Jerusalem, Haifa und Beirut verseilen sollen, die Benutzung des Flughafens von Tel-Aviv gestattet. Der Flugdienst soll am 22. September aufgenommen werden. Palästina-Debatte in Gen! Palästina auf der kommenden Weltausstellung Tel-Aviv, 15. September. Wenn im Frühjahr 1939 die Weltausstellung in New York dem Publikum ihre Pforten öffnet, wird unter den ausstellenden Völkern auch Palästina an seinem Platze stehen. Zum erstenmal in seiner Geschichte hat hier dies Land im Werden Gelegenheit, durch keinerlei technische Umstände, wie etwa zu kurze Vorbereitungszeit, gehindert — Tatsachen, unter denen Palästina bei allen Ausstellungen, an denen es bisher teilgenommen hat, zu leiden hatte —, der Welt die Leistung zu zeigen, die in den wenigen Jahrzehnten seines Bestehens vollbracht worden ist. Demgemäß wird, wie aus Beschreibungen und Skizzen hervorgeht, die die Schöpfer des New-Yorker Pavillons — die Veranstalter der bekannten Tel-Aviver Levante-Messen — bei einem Presseempfang den Zeitungsvertretern übergaben, ein Pavillon entstehen, der ein schönes Bild vom Wirken und Leben in Palästina entrollen und in seiner Gesamtheit den Vergleich mit den übrigen Pavillons in keiner Weise zu scheuen haben wird. Entsprechend dem Charakter des neuen Palästina ist der Pavillon in modernem Stil gehalten. Dennoch wird in dem Maße, in dem er im heutigen Palästina in die Erscheinung tritt, auch der Charakter des Landes als historisches und als „Land der Bibel" durch das moderne Gewand sichtbar. Schon der Grundriß des Gebäudes, ein Hauptbau mit zwei Flügeln, die einen rechteckigen Hof einschließen, geht auf alte palästinensische Vorbilder zurück. Eine große Menorah, die auf einer 22 m hohen Säule vor dem Pavillon angebracht ist, wird, sein Zeichen sein. Das Hauptgebäude ist in fünf Hallen untergeteilt, von denen die erste als Vorhalle dient und dem Gedächtnis der gefallenen Pioniere gewidmet ist. Ein brennend von Jerusalem gebrachtes ewiges Licht wird diesem mit palästinensischem Marmor und schwarzem Basalt getäfelten Raum die nötige Weihe geben. Die vier Haupthallen behandeln im einzelne" die Wiederbesiedlung des Landes, die Entwicklung der Landwirtschaft, das städtische Palästina und die palästinensische Industrie. Mit Hilfe großer Wandphotographien und Photomontagen, von Reliefmodeilcn, wechselnd beleuchteten Dioramen, symbolischen Statuen und Fresken, von Landkarten, Flugauf nahmen, nachgeahmten und echten Mustererzeugnissen xisw. wird das Heldengedicht der Umwandlung einer Wüste fruchtbares Garten- und Ackerland, von gefährlichem Sumpfgebiet und öder Felsland?c. ... te:-ü:lte-i Landwirtschaftssiedlungen, Dörfern und Großstädten gesungen. An der Hand von sinnvoll angebrachten Modellen lernt der Ausstellungsbesucher alle Stadien des Aufbaus einer Siedlung kennen, vom ersten Spatenstich bis zum Bau stabiler Wohnhäuser. Ferner wird er durch Modelle mit den verschiedenen charakteristischen palästinensischen Ansiedlungs typen vertraut gemacht, wie private, genossenschaftliche und Gemeinschaftssiedlung. Ein Diorama zeigt den Typ des neuesten Siedlungsvorpostens mit Wachtturm und Umzäunung und veranschaulicht so dieses neueste Kapitel jüdisch-palästinensischen Heldentums. Zwölf Riesenkörbe mit den nach den Monaten des Jahres geordneten Früchten des Landes versinnbildlichen den Ertrag, den die bearbeitete Erde gibt, während im Rahmen einer Uebersicht über die palästinensische Industrie die aus dem Toten Meer gewonnenen Schätze durch eine aus dem Salz des Toten Meeres angefertigte Monumentalfigur von Lots Weib symbolisiert werden. -Im rechten Seitenflügel wird die Halle der Gesundheit den Kampf und den Sieg über die das -Kolonisationswerk in seinen Anfängen so erschwerenden Epidemien schildern, ferner den heutigen Stand des palästinensischen Gesundheitswesens. Kultur und Erziehung in Palästina sind das Thema einer weiteren Halle des Seitenflügels, die die Wiederbelebung der hebräischen Sprache und ihren Niederschlag in Literatur und Presse demonstriert, sowie die Entwicklung des hebräischen Theaters und das jüdisch-palästinensische Erziehungswerk „vom Kindergarten bis zur Universität". Besonderes Interesse wird sicher, vor allem auch bei dem nach neuen Lebensformen suchenden amerikanischen Publikum, die Halle finden, die speziell den verschiedenen sozialen Formen des palästinensischen Lebens gewidmet ist. Mit Hilfe von Modellen wird dem Besucher hier Gelegenheit gegeben werden, einen Blick in das Leben und die Organisation der Arbeit in den genossenschaftlichen und Gemeinschaftssiedlungen zu werfen und auch die Einrichtung des Kinderhauses einer Gemeinschaftssiedlung zu studieren. Eine Galerie von Porträts wird mit den verschiedenen Typen der palästinensischen Bevölkerung bekannt machen und das Entstehen des neuen Typus eines jüdischen Arbeiters und Bauern aufzeigen — ein Beweis übrigens, daß die veränderten sozialen Lebensformen in Palästina einen neuen Menschen zu schaffen im Begriff sind, was vielleicht die stärkste Leistung des wiedererstehenden Palästinas darstellt und vielleicht seinen wichtigsten Beitrag für die Menschheitskultur. Von den beiden Hallen des linken Seitenflügels, zu dem man nach Ueberqueren des mit der palästinensischen Flora so weit als möglich ähnlichen Bäumen und Blumen bepflanzten inneren Hofes gelangt, beherbergt die erste eine Zusammenstellung aller Anziehungspunkte für den palästinensischen Touristen. Totes Meer und . Jerusalem, Tiberias-See, Tel-Aviv, Haifa, das Emek Jesreel erstehen hier vor dem Auge des Besuchers. Die letzte Halle schließlich ist besonderen Kunstausstellungen vorbehalten, von denen sechs für die Dauer der Weltausstellung vorgesehen sind: eine Ausstellung palästinensischer Oelmalerei und Skulptur, je eine der Aquarellmalerei und Graphik, der Architektur und des Theaters, der Photographie und der Kinder-Handfertigkeit des Landes. Ueber den gegebenen Sinn einer solchen Ausstellung hinaus kommt dem palästinensischen Pavillon noch der besondere Wert einer Prr ^a-y'.a für den Palästinagedankeh als solchen zu. Gleichsam nebenbei wird hier der Welt die große praktische Leistung vor Augen geführt, die er ausgelöst hat, und eindringlicher und überzeugender als dies in theoretischen Auseinandersetzungen möglich ist, wird der Beweis für die Bedeutung des Wiederaufbaus Palästinas erbracht. In diesem Zusammenhang ist es als ein besonders günstiger Umstand anzusehen; daß die Weltausstellung gerade in den Vereinigten Staaten veranstaltet werden wird. Nachdem in Europa die Judenheit in den einzelnen Ländern ihre Bedeutung verliert, tritt das amerikanische Judentum immer mehr als einer der Hauptstützpunkte des Gesamtjudentums in die Erscheinung. An dieses ist daher in erster Reihe das Wort Palästinas bei der New- Yorker Weltausstellung gerichtet. Welche Bedeutung die für den New-Yorker Pavillon Verantwortlichen in Palästina und Amerika einer solchen Ausstellung beilegen, geht übrigens auch daraus hervor, daß für die Zeit nach Schluß der Weltausstellung eine palästinensische Wanderausstellung, die die großen Städte der Vereinigten Staaten und Kanadas besuchen soll, geplant ist. Im großen und ganzen wird diese Wanderausstellung das in New York Ausgestellte zeigen. Daneben aber soll sie der Propagierung der palästinensischen Landesprodukte (tozereth haarez) dienen. Dr. Rachel Lipsehütz Das Palästina-Sinfonie-Orchester Das Palästina-Sinfonie-Orchester hat seit seiner Gründung vor zwei Jahren 175 Konzerte gegeben, denen 270 000 Personen beigewohnt haben. Während der neuen Saison will Bronislaw Hubermann ein Konzert geben, das das erste nach seinem Unfall in Batavia sein wird. Eine Anzahl bekannter jüdischer Musiker aus Deutschland und Oesterreich ist dem Orchester beigetreten. Die Religiöse Auswanderer-Betreuung Agudas Jisroel, Berlin N 4, Johannisstr. 8, teilt mit, das Amerikanische Generalkonsulat habe sich bereit erklärt, daß diejenigen Auswanderer, die zu R o s c h Ii a s c h a n a oder Jom Kippur vorgeladen sind, die zu leistenden Unterschriften am 28. September bzw. 6. Oktober nachholen können.

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