Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 37 (15.9.1938)
- Date
- 1938-09-15
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Seite 18 C.-V.-Zeifung Nr. 37 * 15. September 1938 Neue Wege der Arbeitslosenhilfe Krisenmaßnahmen und Baustein für die Zukunft Von unserem #-Palästina-B erichterstatter Tel-Aviv, 1. September Die lange Dauer der Krise hat immer deutlicher die Notwendigkeit gezeigt, neben dem wirtschaftlichen Abvvehrmittel, der Arbeitsbeschaffung, auch das soziale Abwchrmittel, der Arbeitslosenunters tützung, weiterzuentwickeln. Der palästinensische Staat kennt von sich aus praktisch weder eine „Arbeitergesetzgeb ung" oder einen obligatorischen Versicherungsschutz noch eine Sozialpolitik. Auch die Lösung ditser Fragen blieb also der jüdischen Selbsverwaltung überlassen. Hier hat nun die Arbeiterschaft von sich aus einen wichtigen Schritt vorwärts getan. Die Kistadrut hat beschlossen, daß die Beitragszahlung zum .,Misehan", ihrem schon früher erwähnten Zentralinstitut für Arbeitslosenunterstützung vom 1. September ab obligatorische Pfiichtsteuer für alle ihre Mitglieder ist. Das Werk des Mischan ist auf der einen Seite scharf abgegrenzt gegen die verschiedenen Formen der Wohlfahrtspflege, wie sie von privaten Vereinen oder Einzelpersonen geübt wird, aber auch gegen die eigentliche Sozialpolitik, wie sie im Rahmen, ihrer begrenzten Möglichkeiten die Stadt Tel-Aviv, der Waad Leumi und, vielfach in recht unzureichender Form, die örtlichen Religionsgemcinden betreiben. Auf der anderen Seite aber arbeitet der Mischan aufs engste zusammen mit den nationalen Fonds, der Wizo und namentlich mit den verschiedenen Stellen der Histadrut, ihren Finanzinstituten, ihren wirtschaftlichen Unternehmungen und nicht zuletzt ihren politischen Vertretungen, denen zusammen mit anderen Parteien die wichtige Aufgabe zufällt, beispielsweise in Städten mit gemischter Bevölkerung für die Durchführung öffentlicher Arbeiten zu wirken und auf angemessene Beteiligung jüdischer Arbeiter zu achten. Die Arbeitslosenhilfe wird so produktiv wie möglich gestaltet, oberstes Ziel bleibt auch hierbei die Wiedereinsehaltung in den Arbeitsprozeß. Ein Beispiel dafür ist eine Maßnahme, die darauf hinauslief, öffentlichen Instituten die Einstellung an sich notwendiger Arbeitskräfte, für die aber kein Etat vorhanden war, durch finanzielle Beteiligung zu ermöglichen. So wurden u. a. 650 Aerzte, Lehrer und Büroangestellte untergebracht. Außerdem aber spielt auch die unmittelbare Unterstützung eine wichtige Rolle. Durch Abmachungen mit dem Hamaschbir Hamerkasi, der Einkaufszentrale für Konsumgenossenschaften und Arbeitersiedlungen, sowie mit der Tenuva, der landwirtschaftlichen Vertriebs- und Veredelungszentrale, wurde es ermöglicht, täglich 2000 Erwachsene und 1000 Kinder mit Mahlzeiten zu vei'sorgen, die gegen „Mischan"- Bonds abgegeben werden, und außerdem 5000 Familien mit stark verbilligten Lebensmitteln zu beliefern. Eine äußerst wichtige Hilfeleistung besteht schließlich darin, daß der Mischan für diejenigen Unterstützungsbedürftigen, die bis zum Eintritt der Arbeitslosigkeit die Krankenkassenbeiträge pünktlich gezahlt Jaffa aus beschossen. Sie erwiderten das Feuer. Bei Ramie wurden eine Anzahl jüdischer Wagen von Arabern mit Steinen beworfen, wobei zwei jüdische Fahrgäste verwundet wurden. In Beerscheba wurden die Hegierungsgebäude von Arabern in Brand gesteckt und die Polizeistation überfallen. Dabei wurde ein britischer Polizist getötet. Die Wasserversorgung von Jerusalem wurde durch Sabotageakte an den wichtigsten Pumpstationen gefährdet. Am 10. September wurde die Eisenbahnstation und das Postamt in Ein Charod niedergebrannt. Ein schwerer Ueberfall ereignete sich in der Nähe von Beer Tuwia. Eine xArbeitergruppe, die bei der Palestine Electric Corporation beschäftigt ist und von acht jüdischen Hilfspolizisten begleitet wurde, wurde von einer 100 Mann starken Araberbande angegriffen. Dabei wurden sieben Hilfspolizisten getötet und einer schwer verletzt. Die Toten sind: Dov Klein (28 Jahre), Naphtali Reich (28 Jahre). Dov Minzer (24 Jahre), Arje Hecht (22 Jahre), Pinchas Wallfisch (26 Jahre), David Ben- Ei i j a h u (34 Jahre) und Roman C z e p (35 Jahre). Der Schwerverwundete ist Zwi Diamant (23 Jahre). Schließlieh eilten jüdische Hilfspolizisten aus Rechowot herbei und vertrieben nach einem Gefecht die Angreifer, von denen drei getötet wurden. An der Grenze zwischen Tel-Aviv und Jaffa wurde die Zerstörung der Baracken fortgesetzt. Wieder wurden die Truppen bei der Arbeit von Jaffa aus beschossen; auch in andern Teilen des Grenzbezirks kam es mehrfach zu Schießereien. Dabei wurde David Cohen (17 Jahre alt) schwer verwundet. Vier Araber wurden durch das von den Truppen erwiderte Feuer getötet, ein britischer Offizier wurde verwundet. haben, nach Ablauf der drei Monate, welche die Krankenkasse von sich aus als Stundungsfrist bewilligt, die Beiträge weiterzahlt, so daß der Arbeitslose und seine Familie im vollen Genuß aller ihrer Ansprüche auf medizinische Betreuung bleiben. An Beispielen sollen Struktur und Arbeitsweise dieser neuartigen Form der Arbeitslosenversicherung erläutert werden: Der Mischan in der größten rein jüdischen Stadt des Landes, in der gemischten jüdisch - arabischen Landeshauptstadt Jerusalem, in einer kleineren landwirtschaftlichen Kolonie und schließlich das große Werk zur seelischen und leiblichen Betreuung der Kinder arbeitsloser Eltern. In Tel-Aviv wurde der Mischan schon 1932 begründet; aber die bald danach einsetzende Prosperity schien ihn so gut wie überflüssig zu machen, und in den ersten drei Jahren seines Bestehens brauchte er nur insgesamt £P 2200 auszugeben. Die Abessinienkrise und ein halbes Jahr später der Ausbruch der Unruhen änderten das Bild. Von April 1938 bis Ende 1937 betrugen im ganzen Lande die Ausgaben §P 17 400, und in den! ersten sieben Monaten 1938 mußten bereits §P 19 300 verausgabt werden. Ein großer Teil der Unterstützung erfolgt in Form von Darlehen, und wie pünktlich diese Darlehen zurückgezahlt werden, wenn der einstmals Unterstützte wieder Arbeit gefunden hat, zeigt eine Gegenüberstellung: In Tel-Aviv sind bis zum 1. August $P 5500 Mitgliedsbeiträge eingegangen und $P 2300 Rückzahlungen auf Darlehen, die selbsverständlich in kleinsten Teilbeträgen erfolgen. Erhebliche Summen wurden durch Spenden von Nichtmitgliedern vereinnahmt. Den größten Teil der Mittel aber stellte der Arbeitsbeschaffungsfonds zur Verfügung, und weitere erhielt der Mischan vom Keren Hajeßod sowie von der Siadt Tel-Aviv, die sich damit zum ersten Male offiziell an einer systematischen Arbeitslosenunterstützung beteiligte. Neben den Darlehen an Arbeitslose, Mitglieder und Hilfeleistungen in einzelnen Fällen werden auch alte bewährte Zionisten, die schwer einzuordnen sind, sowie namentlich Invalide und Kranke unterstützt. Durch Gewährung von Darlehen wird auch der Uebergang von einem Beruf zum anderen sowie die Uebersiedlung auf das Land erleichtert. Im Rahmen der erwähnten Lebensmittelversorgung ' spielt die Lieferung stark verbilligter Magermilch aus den Molkereien der Tenuva sowie die Lieferung billiger frischer Brote, für die sich neben zwei Genossenschaftsbäckereien auch die beiden größten privaten Brotfabriken Tel-Avivs zur Verfügung gestellt haben, eine wuchtige Rolle. Zur Kinderfürsorge gehört auch die Weiterzahlung des Schulgeldes in Berufs- und Volksschulen, die der Unterbrechung der Ausbildung vorbeugt. Auch ein großer Teil der auf Bonds erfolgenden Naturalbelieferungen sowie der indirekten Geldleistungen wird als Darlehen gegeben. In Jerusalem konnte Erhebliches durch In der Altstadt von Jerusalem kam es infolge der Demonstrationen von Arabern zu Unruhen und zu einem Zusammenstoß mit der Polizei. Eine Anzahl Araber wurde verwundet ins Krankenhaus geschafft. Die meisten arabischen Geschäfte wurden geschlossen. In einem Dorf in der Nähe von Nazar e t h wurde der Muktar und seine Kinder von Arabern angegriffen. Die Tochter wurde getötet, während der Muktar mit seinem Sohn schwer verwundet wurden. Die Dorfbewohner griffen die Bande an und tötete zwei von ihnen. In der Nähe von Hebron wurde eine Militärpatrouille aus dem Hinterhalt beschossen. Sie erwiderte das Feuer und tötete zwei Terroristen. Am 11. September wurde die Bahnstation Artuf zwischen Jerusalem und Ramie in Brand gesteckt. In der Altstadt von Jerusalem nahmen die arabis2hen Demonstrationen ihren Fortgang. Im Zusammenhang damit wurde das Damaskustor geschlossen, so daß die Altstadt fast gänzlich isoliert war. Am 12. September wurde bei Ness Z i o n a der 40jährige Zwi Kopf schwer verwundet. Bei Ramie wurden jüdische Autos mit Steinen beworfen, wobei zwei Juden leicht und Arje Bialkow schwer verwundet wurde. In S a £ e d wurde der jüdische Polizist David Groß durch Schüsse schwer verwundet. Die arabischen Raubüberfälle au? Büros und Verwaltungsgebäude wiederholten sich. In dem Zollhaus in Jaffa wurden 400 Pfund, im Bahnhof von B e i s a n 26 Pfund gestohlen. Der Bahnhof wurde in Brand gesteckt. In Jaffa sind infolge dieser Raubüberfälle die städtischen Büros geschlossen worden. Zwei Truppentraasportschiffe mit militärischen Verstärkungen sind in Haifa eingetroffen. Arbeitsbeschaffung erreicht werden, und bei den öffentlichen Arbeiten wurde endlich eine tragbare Verteilung zwischen jüdischer und arabischer Arbeit erreicht. Auch w-urde unter Initiative des Mischan und anderer Stellen ein zeitweiliger Austausch von. Arbeitsplätzen durchgeführt. Auch dort spielen die Gewährung regelmäßiger kräftiger Mahlzeiten sowie die Kinderfürsorge eine ausschlaggebende Rolle. Interessant ist die Feststellung, daß die gesamten Verwaltungskosten des Mischan Jerusalem einschl. des Beitragsinkassos nur 7 o/o der Gesamtausgaben betragen. Soweit möglich, werden vom Mischan selbst Unterstützungsbedürftige beschäftigt. In der Kolonie Raananah müssen zur Zeit 25 unverheiratete Arbeiter und 75 Familienväter die Kilfe des Mischan in Anspruch nehmen. Die Junggesellen erhalten in der Volksküche täglich drei Mahlzeiten für zusammen 65 Millim, wovon 15 Millim vom Arbeitsbeschaffungsfonds getragen und die restlichen 50 vom Mischan als Darleihen zur Verfügung gestellt werden. Familien werden in der Weise unterstützt, daß die Konsumgenossenschaft wöchentlich drei Unzen Fleisch und 10 Laib Brot zur Hälfte des Marktpreises liefert; außerdem wird wöchentlich ein Bardarlehen von 150 Millim gegeben. 25 Arbeiterinnen erhalten unentgeltlichen Näh-, Strick- und Kochunterricht. Auch hier besteht Aussicht auf baldige Entlastung durch Ausführung öffentlicher Arbeiten. Besonderes Gewicht aber wird auf die Kinderfürsorge gelegt. Die Kinder vor seelischen und leiblichen Schädigungen durch die Krisenzeit zu bewahren, ist von allen Organisationen als die dringlichste Aufgabe betrachtet worden, in erster Linie von der Wizo und dem der Histadrut angeschlossenen Verband der arbeitenden Mütter (Irgun Imahoth Owdot). In einem Lande ohne gesetzlichen Schulzwang ist es schon als große Errungenschaft zu betrachten, daß trotz der wirtschaftlichen Not auch die Kinder der Arbeitslosen weiter die Schule oder den Kindergarten besuchen. Dem Kampf gegen die Verwahrlosung dienen auch die Kinderklubs und Horte, welche die schulpflichtigen Kinder außerhalb der Schulzeit erfassen und ihnen Anregung geben. Die Gefahr der Unterernährung und sonstiger gesundheitlicher Störungen wurde durch Schulspeisungen und Lebensmittellieferungen, durch schulärztliche Ueberwaehung und Ausbau der unentgeltlichen Beratungsstellen gebannt. Eine große Sonderaktien, an der 2200 Kinder teilnahmen, wurde in den Ferien durchgeführt. Ursprünglich war beabsichtigt Avorden, den größten Teil , dieser Kinder für vier bis sechs Wochen auf das Land zu schicken, in Arbeitersiedlungen, in denen sie sich nicht nur gut ernähren und erholen konnten, sondern s»»':h mit der Natur in Berührung kommen und der Atmosphäre der städtischen Arbeitslosigkeit entzogen werden sollten. Denn in der Arbeitersiedlung mag zwar die Ertragsrechnung einmal besser und einmal schlechter aussehen; aber produktive Arbeit ist immer vorhanden, und es gibt nicht die zermürbende Erscheinung der „awtalah", des Feiern-müssens. Dutzende von landwirtschaftlichen Siedlungen stellten trotz der Ueberfüllung ihrer eigenen Kinderhäuser und trotz mancher eigener Sorgen Freiplätze zur Verfügung. Nicht alle diese Angebote konnten angenommen werden, da in manchen Bezirken die Unsicherheit die Entsendung von Kindern dorthin verbot. Die so „zurückgewiesenen" Siedlungen aber stellten daraufhin. Barbeträge zur Verfügung, um die UnterbringxiBg einer entsprechenden Anzahl von Kindern in Sommerlagern am Strande von Tel- Aviv, in der Umgebung von Jerusalem oder in vorstädtischen Siedlungen zu ermöglichen. Der Solidaritätsgedanke der Arbeitslosenhilfe auf Gegenseitigkeit hat sich also bewährt. Noch sind die Mittel und die Erfahrungen gering, und dementsprechend gibt es noch mancherlei zu bessern und zu erweitern. Die gegenwärtige Entwicklung des Arbeitsmarktes läßt erhoffen, daß die Zahl der Unterstützungsbedürftigen vorläufig nicht weiter zunehmen wird. Aber schon die vorhandenen Bedürfnisse sind mit den gegenwärtigen Etats nicht auf die Dauer zu befriedigen. Deshalb war der Beschluß der Arbeiterschaft, die Arbeitslosenbeiträge ebenso obligatorisch zu machen wie in den beiden Vorjahren die Arbeitsbeschaffungsbeiträge dringend notwendig. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine Versicherung im allgemeinen Sinne; denn die Beitragszahlung ergibt keinen Anspruch auf Unterstützung. Vielmehr wird jeder einzelne Antrag geprüft und nach Maßgabe der individuellen Bedürftigkeit und der verfügbaren Mittel entschieden. Aber Organisation und Gedanke systematischer Arbeitslosenhilfe haben sich ein für alle Male durchgesetzt. Wenn nach Ueberwindung der Krise die Misehanbeiträge — selbst mit geringeren Sätzen — weitergezahlt werden und die jetzt gewährten Notstandsdarlehen schneller zurückfließen, dann besteht für alle Zeiten ein eingespielter Apparat und ein leistungsfähiger Fonds, der bei künftigen Rückschlägen, wie sie ja jedes Gemeinwesen auch ohne Unruhen oder weltpolitische Spannungen einmal durchzumachen hat, schnell und wirksam eingreifen kann. Unter dem Druck der Krise ist also wiederum ein neues, positives Werk entstanden, das über den augenblicklichen Notstand hinaus als dauernde Errungenschaft für die Zukunft gewertet werden kann. Schluß der K- BL-Tagtmg Die Weltkonferenz des Keren Hajessod in Antwerpen, von der in der vorigen Nummer der C.-V.-Zeitung ausführlich berichtet wurde, ist am 6. September abends nach einem weiteren arbeitsreichen Sitzungstag geschlossen worden. In der Vormittagssitzung ging Kurt Blumenf e 1 d in einem ausführlichen Schlußwort auf die Gesichtspunkte ein, die in der Diskussion zum Ausdruck gekommen waren. Er wies besonders der amerikanischen Judenheit, die berufen sei, im jüdischen Leben eine führende Rolle zu spielen, ihre Aufgabe zu. Nachdem in der Mittagspause ein von dem Aufbau der Siedlung Tirath Zwi handelnder Kurzfilm gezeigt worden war, erstattete am Nachmittag Leo Hermann den Schlußbericht. Er begründete auch die Resolutionen, die nach lebhafter Debatte angenommen wurden. Die wichtigste von ihnen enthält einen Appell, unverzüglich Anstrengungen zur Aufbringung von wenigstens einer Million Pfund im Jahre 1939 zu machen, um der Notlage in Palästina zu steuern. Sie unterstreicht ferner die Bedeutung Palästinas gerade in der gegenwärtigen allgemein-jüdischen Situation und spricht der jüdischen Bevölkerung Palästinas v/arme Anerkennung für ihre vorbildliche Haltung aus. Nach Schlußworten des Präsidenten der belgischen zionistischen Föderation und von Arthur H a n t k e und Leib J a f f e wurde die Konferenz geschlossen. Vermehrte jüdische Polizeikräfte Dem wiederholt von jüdischer Seite ausgesprochenen Verlangen nach stärkerem jüdischen Polizeischutz gemäß, das zuletzt in einer Unterredung zwischen dem Bezirkskommissar C r o s b i e und einer von Bürgermeister Rokach geführten Abordnung der Tel-Aviver Stadtverwaltung zum Ausdruck kam, wurden für die Zivilgarde in Tel-Aviv, besonders für die Grenzbezirke, 288 weitere jüdische Hilfspolizisten angeworben. Auch in verschiedenen Teilen des Landes wurden arabische Hilfspolizisten durch jüdische ersetzt. In Jerusalem werden bereits die Polizeistationen und Geschäfte von jüdischen Hilfspolizisten bewacht. Auch über 100 in England rekrutierte britische Polizisten sind in Palästina eingetroffen. Nachrichten vom Tage Die vor etwa einer Woche aufgehobene Zensur für Pressete1egra m m e wurde erneut eingeführt. * Oberrabbiner Dr. Hertzog und Rabbi Meir Berlin haben sich im Flugzeug nach London begeben, um weitere Aussagen vor der Teilungskommission zu machen. Es handelt sich bei diesen Aussagen um die Haltung der religiösen Juden zu den im Peel-Bericht gemachten Vorschlägen. Der Bruder Chaim Weizmanns, J e e h i e 1 Weizmann aus Haifa, wmrde bei einem Autounfall zwischen Haifa und Tel-Aviv leicht verletzt. Ein anderer Passagier, David Bilewsky, wurde getötet und drei weitere verwundet. * In einer unter dem Vorsitz von Hoofien in Tel-Aviv tagenden Sitzung des Verbandes der jüdischen Farmer wurde der Zusammenschluß der jüdischen Zitrus-Cooperativen grundsätzlich beschlossen. Dieses Üebereinkommen, das das Ergebnis langer Verhandlungen ist, soll in der nächsten Saison in Kraft treten. Man nimmt an, daß es für die jüdische Zitrusindustrie von großer Bedeutung ist. * 30 jüdische Arbeiter, Mitglieder des Hapoel Hamisrachi, besetzten ein der PICA gehöriges Stück Land in der Nähe von Mizpa in Untergaliläa. Man erwartet, daß die neue Siedlung die allgemeine Sicherheit im Bezirk wesentlich verstärkt. * Auf Einladung einer holländischen Gruppe von Gegnern des Planes einer Teilung Palästinas wird am 15. September in Amsterdam eine Konferenz der Teilungsgegner verschiedener Länder zusammentreten. * Die jüdische Einwanderung nach Palästina betrug 4435 Personen während der ersten sechs Monate des Jahres 1938. Sie hat gegenüber der entsprechenden Periode des Jahres 1937 um 1446 abgenommen. Die Zahl schließt nicht die Touristen ein, die während ihres Aufenthalts im Lande die Erlaubnis zu dauernder Niederlassung erhalten haben. "ÖKESHWTOHESS : y