Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 37 (15.9.1938)
- Date
- 1938-09-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2277379-2278191-2278225--13175-2292067- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seife 14 C.-V.-Zeitung Nr. 37 » 15. September 1938 künde" und setzt damit die in den Blättern begonnene Diskussion über dieses Thema fort. Auch er hält es wie die bisherigen Teilnehmer der Aussprache für erforderlich, von der persönlichen* Situation des einzelnen auszugehen. Während seine' Ausführungen die pädagogigische Fragestellung des Unterrichtenden zum Gegenstand haben, setzt sich Senta Josephthal in ihrem Aufsatz „Hechaluz 1918 und 1338" mit Fragen der GemeinschaCtserziehung in der jüdischen Jugendbewegung auseinander. Sie zeichnet den Weg des Hechaluz von der Ausleseorganisation zur Massenorganisation nach.. Wenn auch der Typ des Chaluz weiten Kreisen der jüdischen Jugend zum Vorbild diene, so habe doch andererseits die Verbreiterung der Basis die Gefahr des Mitläufertums mit sich gebracht. Diese Mitläufer zu innerlich aufgeschlossenen und gesamtverantwortlichen jüdischen Menschen zu erziehen, sei eine der gegenwärtigen Hauptaufgaben des Hechaiuz. Ueber die Einordnung aus Deutschland ausgewanderter Menschen in Palästina enthalten die Aufsätze von Dr. B. W e i n r y b, Jerusalem („Zur Fr?.ge des Beamtentums in Palästina") und Frieda Weinreich („Aus der Sozialarbeit in Palästina"), interessante Einzelheiten, aus denen sich insbesondere ergibt, in welchem Als das Fräulein von der Presse sich kürzlich, aufmachte, die Adass Jisroel- Sclmle in Siegmundshof zu besuchen, weil dort im Zeichensaal eben eine Ausstellung von Schüierarbeiten der in Berlin anerkannten Oberschulen eröffnet werden sollte, mag sie in nicht allzu großer Spannung gewesen sein; es sprach kaum etwas dafür, daß eine Schülerausstellung Besonderheit, gar echtes talentvolles Können erschließen würde. Zur größten Ueberraschung der Besucherin aber erwies sich, daß der erwartete „vollgehängte Zeichensaal" durchaus keine öffentliche und rechtfertigende Bilanz der besorgten Schulleitung, sondern eine ungewöhnliche Schaustellung von Jugendwerken der bildenden Kunst und der kunstgewerblerisehen Handfertigkeit enthielt. Betroffen fragt sich der Beschauer, — und er denkt dabei zurück an seine eigene Schulzeit —, welcher Art die Lehrer wohl seien, die in einer Zeit überschwerer Bedrängnis noch die liebevolle Aufmerksamkeit und vor allem den künstlerischen Schwung aufbringen, jüdischen Jungen und Mädels weit über die Vorschrift des Lehrplans hinaus Anleitung zur klaren Gestaltung des Schönen, des Brauchbaren und des Wirkungsvollen zu geben. Diese Frage wird sehr schnell beantwortet; Margarete Brühl und Max II e i m a n n, beide wohlbekannte Bildner von Qualität — oder wie man so sagt, von Graden — wirken hier als Gärtner der erwachsenden Künstlerzucht. Der Zeichensaal ist streng halbiert — hier sind die Jungensarb eilen, ebenfalls gedacht werden. Sehr interessant und fesselnd geschrieben sind seine Erinnerungen und Gedanken eines Juden und Schauspielers, zahllos seine kleineren Veröffentlichungen über Fragen nicht nur künstlerischer, sondern auch soziologischer Natur, seine Reisebriefe und Feuilletons, die alle das Zeichen seiner Persönlichkeit tragen. In dem jüdischen Tonfilm „Der Dybuk", dessen Manuskript Alter Kazisne nach dem An-skischen Legendenspiel geschaffen und den Mark Arnstein gedreht hat, spielt Awrom Morewski eine seiner vollendetsten Schöpfungen, den Zaddik „Sender Brinitzer". Es wäre schön, wenn dieser Film im Herbst dem jüdischen Publikum in Deutschland vorgeführt werden könnte, dann würde es Gelegenheit haben, die Kunst eines der hervorragendsten Schauspieler des jiddischen Theaters der Gegenwart kennenzulernen. Theater* Musik, Film Fritz Kortner spielt in der neuen Spielzeit in New York den Herodes in Hebbels „Herodes und Mariamne". * Darius M i 1 h a u d s „Cantate de l'enfant et de la mere;' wurde bei dem Musikfest in Braun wald (Schweiz) mit außerordentlichem Erfolge aufgeführt. * Issay Dobrowen, der ständige Gast-Dirigent der Budapester Oper, studiert in Oslo „Die Hochzeit des Figaro" ein. — Im Rundfunk in Oslo gelangte eine neue Klavier-Violinsonate Issay D o - b r o w e n s zur Aufführung. * Im Kurhaus in Scheveningen trat die Chansonniere Dora Gerson auf. * „M endelssohn in Englan d", eine musikalische Biographie, die im besonderen auf die Besuche des Komponisten in England Bezug nimmt. Maße gerade die Einwanderer aus Deutschland befruchtend auf die jüdische soziale Arbeit in Palästina gewirkt haben. Frieda Weinreich, die vor 1933 lange Jahre Mitarbeiterin der ZentralwohlCahrtsstelle der Juden in Deutschland gewesen war, schildert, wie in Palästina auf vielen Gebieten der Wohlfahrtspflege überhaupt erst der Grundstein gelegt werden mußte. Die Ausführungen von Weinryb münden in die Forderung einer systematischen Heranbildung von niederen und mittleren Beamten im Lande. Dr. Willy Katzenstein, Bielefeld, weist in seinem Aufsatz „Sind jüdische Gruppensiedlungen möglich?" auf die vielfach übersehenen Schwierigkeilen einer Gruppensiedlung hin. Ganz abgesehen davon, daß die Siedlungsfähigkeit jüdischer Menschen in Deutschland aus beruflichen und altersmäßigen Gründen nur bedingt zu bejahen sei, bestehe auch nirgends die Möglichkeit, jüdische Menschen in größeren Massen als Siedler anzusetzen. Hinzu käme, daß die überseeischen Auswandernngsstaaten häufig stärker an einer industriellen Entwicklung als an der Aufnahme von Landwirten interessiert seien. Bei aller Anerkennung der Hilfsmöglichkeit im Einzelfalle dürfe daher die grundsätzliche Bedeutung der Gruppensiedlung nicht überschätzt werden. W. R—ck. dort die der Mädchen zu finden, und ob die Voraussetzung nun zutrifft, daß Mädchen besser von einer Frau und Jungen von einem Mann unterrichtet werden auf Grund der gleichgestimmten Wesensart — in diesen Schulen wird es so gehalten, und mit schönem Erfolg, wie die Ausstellung beweist. Auf der Mädchenseite lassen sich deutlich drei Elemente feststellen: Nadelarbeit, Kunstgewerbe, künstlerische Gestaltung. Die Schaustücke der ersten Rubrik waren u. a. Kleider, Schürzen, Hemden, Strickpullover, Tüll- und Farbstickerei und originell gemusterte Häkelkragen aus dünnfädriger weißer Wolle; zu „Kunstgewerbe" wären zu rechnen die bunten butzenscheibenartigen Papierklebearbeiten, die Modellpuppen für ein Purimspiel und vor allem die Bühnenmasken hierzu; ein paar keramische Versuche und großangelegte Photomontagen zeugen ohne allzu starke Wirksamkeit dennoch für die Weite des Unterrichts. Erstaunliche Leistungen von stärkster E*inprägsamkeit bringt die Auswahl der Aquarelle, Zeichnungen und Linolcumschnitte. Eine „psychologische Farbstudie", deren Motiv die Gegenüberstellung der Farbcharaktere ist, wird von einer Obertertianerin reif, man möchte fast sagen, vollendet ausgeführt. Wenn man skeptisch zu sein wünscht, kann man dieses allenfalls noch als Experiment bezeichnen; dagegen sind ganz kostbar geschaut und ausgeführt die roten unendlich zarten Mohnblüten einer Primanerin; auf der Mädchenseite ist dieses Aquarell ohne wurde durch den National-Rundfonk-S ender in London übertragen. * In Genf fand am 9. September im Gebäude des Völkerbundes ein Konzert des Orrhestre Romand zugunsten des Internationalen Roten Kreuzes unter Leitung von Bruno Walter statt. * Der Konzertverein St. Gallen hat für den kommenden Winter u. a. Hermann Sehe y, Gregor Piatigorsky und Erica Morini verpflichtet * Im Rahmen der „Internationalen Musikalischen Festwochen" in Luzern dirigierte Toscanini u.a. Mendelssohns ..Italienische Symphonie1-. Ein Orchesterkonzert stand unter Leitung von Bruno Walter. Bei einem Konzert, das aus der Queen's Hall in London durch den National-Sender übertragen wurde, sang Mr. Norman Walker eine Arie aus „Judas M a c c a b a e u s" von Händel; Miß Harriet Cohen spielte den pianistischen Solopart in den Symphonie-Variationen von Sir Arnold Bax. * Otto Klemperers Vertrag als Leiter des Philharmonischen Orchesters in Los Angeles ist auf drei Jahre verlängert worden. — Bronislaw Gimpel, früher Königsberg i. Pr., spielte als Solist des Philharmonischen Orchesters in Los Angeles unter Klemperers Leitung das Violinkonzert von Glazunoff. * Leo Taubmann, der ausgezeichnete Begleiter, der seit einiger Zeit seinen Wohnsitz nach USA. verlegt hat. begleitete Lauritz Melchior von der Metropolitan Opera in New York in mehreren Konzerten sowie jüngst Lotte Lehmann an einem Liederabend in Colorado. * In Paris erscheint ein neuer Film „La Gonaleuse", nach dem gleichnamigen Stück von Gaston Marot und Armand Levy. * Henrie Diamant-Berger hat einen neuen Film „La Vierge Folie" nach dem gleichnamigen Stück von Henry Bataille fertiggestellt. Frage das bedeutsamste Ausstellungsstück. Auf der Knabenseite herrscht nun eine fast unübersehbare Vielfalt. Bauzeichnungen, präzise Ausdrucksformen jugendlicher Architekten, hängen da neben rührend kindlichen Versuchen, mit Phantasie und Pinselstrichen einen Wettlauf oder Boxkampf darzustellen. Ein Junge hat eine arktische Landschaft aus zweiseitig verwendetem Glanzpapier geschnitten und geklebt; wie die Eisberge ins Bild gesetzt sind und die Pinguine im Rudel einherwatscheln, das spricht schon für ein starkes bildnerisches Talent. Ein anderer Junge tuscht eine Wüste mit wandernden Kamelen und plastischen Dattelpalmen gegen einen gauguin-blauen Himmel. Da ist die Bleistiftskizze eines Eisbären, dort eine gradlinige humoristische Federzeichnung mit selbstverfaßtem Witztext darunter. Einer hat vielleicht irgendwann vom Sternenheer geträumt, „das um die Sonne sich stellt"; der Niederschlag davon ist geblieben als breite strahlende Schönwettersonne, um die herum sich kleine knochenlose Sternenmännchen putzig und devot verbeugen. Und dann gibt es einen Porträtkünstler, der eine ganze Mappe voll bedeutender Männer ausstellt. Als beste Stücke der Knabenseite möchte man einmal das augenfängerisehe Werbeplakat bezeichnen, das eindringlich den Ankauf von Jaffa-Apfelsinen empfiehlt. Schön und reif in der einfachen natürlichen Plastik sind ein ungebrannter Tonaschenbecher und ein Lichthalter in der gleichen Art. Gerade die triebhaft natürliche Geform theit dieser beiden Gegenstände ist so einleuchtend, während der viel dekorativere Leuchter daneben viel stärker vom Verstand gesucht als vom reinen Formtalent erschaffen scheinen. Vielleicht ist diese ausführliche Besprechung einer bloßen Schülerausstellung für das Empfinden mancher Ueberschätzung. Die Aufgabe des Berichtenden war aber aussagende Gerechtigkeit nach bestem Wissen und Gewissen, und da der Eindruck dieser Ausstellung auch noch einige Tage nach dem Besuch unvermindert stark blieb, gab es keine andere Möglichkeit, als diesen unvermindert starken Eindruck in der vorliegenden Form der Leserschaft weiterzuleiten. Im übrigen steht es ja jedem frei, nach dem Siegmundshof zu gehen und sich selbst ein Urteil über die Ausstellung zu bilden. Mala Laaser Kunst in Amerika Der amerikanische Kunstsommer trägt in diesem Jahre ein besonders abwechslungsreiches Gesicht. Museen und Kunsthandlungen wetteifern, ihr Ausstellungsprogramm möglichst vielseitig zu gestalten. Neben die allmonatlich wechselnden Kunstschauen der Galerien tritt eine große Anzahl von Ausstellungen, die neben den New Yorker Instituten von den aufstrebenden Sammlungen der Konzerte und Vorträge In einem Vortrag, den Julius B a b im Berliner Kulturbund über Shakespeare hielt, bewies der Redner von neuem seine Kunst, ein Thema lebendig und eindringlich zu gestalten. Bab formte das Bild des großen Dramatikers nicht aus Einzelzügen biographischer oder psychologischer Charakteristik, sondern aus der Totalität der geschichtlichen Entwicklung, die, mit der Vollendung der Renaissance in England, das Wesentliche in Shakespeares Werk sichtbar gemacht habe: die Seele des Menschen. Der Mensch im furchtbaren Konflikt mit den Schicksalsgewalten (Lear); der Mensch nur als Urheber von sich selbst (Coriolan); der Mensch als Soldat der Ehre (Othello) — so steht, wie der Redner ausführte, fast jedes Shakespearesche Drama im Kreis einer einzigen Gestalt, um die sich alles Leben in Kampf und Leidenschaft bewegt. Gegenüber dieser tragischheroischen Welt der Großen gebe es dann aber die Shakespearesche Lustspielwelt, mit Stücken, die nicht mehr zentral gebaut, mit Alltagsmenschen, die keine Helden sind, heiter beschwingte, leitmotivisch anklingende Werke, die nur von der Musik her zu begreifen seien. Bab wußte seinen von einer stattlichen Hörerschaft ungemein beifällig aufgenommenen Ausführungen einen höchst anschaulichen illustrativen Rahmen zu schaffen: in sorgsam ausgewählten Lichtbildern zeigte er eine Reihe von Shakespeare-Inszenierungen, die von der primitiven, dekorationslosen Shakespeare- Bühne und ihren Variationen über die Kulissen-, Dreh- und Raumbühne bis zu der uns vertrauten Wiedergabe eines Szenenbndes aus der Kulturbund auf führung von „Viel Lärm um Nichts" hinführten. H. L. Helle und dunkle Klänge, Besinnliches und Erhebendes aus dem weiten Bereich jüdischen Erlebens und Erleidens im Spiegel der Zeiten, das gab — neben einer Auswahl von Schöpfungen der allgemeinen Kultur — einem Abend des jüdischen Kulturbundes Rhein-Main in Frankfurt die besondere Note. Die Vortragsfolge, für die Alfred Auerbach als geschickter künstlerischer Leiter packende kleine Rahmenszenen verfaßt hatte, mittleren amerikanischen Städte veranstaltet werden. Ganz besonders interessieren dabei die Publikationen der Schenkungen, die in besonderen Abteilungen durch Ausstellungen den Besuchern des Museums und den Freunden der Kunst zugänglich gemacht werden. So wurde kürzlich im Metropolitan Museum, dem weltberühmten Kunstinstitut New Yorks, die umfangreiche Abteilung mittelalterlicher Kultur eröffnet. Sie ist das Werk großzügiger privater Gebefreudigkeit. Sie verdankt der Initiative von Mr. Rockef eller und Mr. George Blumenthal den größten Teil ihrer Kunstwerke. Aus sämtlichen mittelalterlichen Kunstzentren, sei es nun der Orient oder der Okzident, seien es Frankreich, Italien oder die Niederlande, sei es Plastik, Tafelmalerei, Goldschmiedekunst oder Elfenbeinschnitzerei, finden sich hier erlesene Stücke. Natürlich hat die amerikanische Kunstwelt regen Anteil genommen an der Versteigerung eines ihrer anerkanntesten Kunstbesitze, der Sammlung Mortimer L. Schiff. Nach der Auflösung der größten Teile der Bibliothek dieses Kunstsammlers und Philanthropen kam nun auch der kostbare Besitz an Werken der Malerei und des Kunstgewerbes in London bei Christies unter den Hammer. Man freute sich, zu erfahren, daß die berühmte Majolikenkollektion von Schiff vorläufig noch an ihrem alten Standort bleibt. Ein amerikanischer Privatmann, Mr. Paul Getty aus Kalifornien, erwarb übrigens die wichtigsten französischen Möbel der Schiff-Sammlung, darunter zwei sehr reizvolle „Gueridon"-Tische aus der Epoche Ludwig XV., die sich früher in der Pariser Sammlung Alfred de Rothschild befanden. Während das frühniederländische Bild „Traum des Papstes Sergius", das Max I. Friedländer in seinem Werke über altniederländische Malerei als Arbeit des Roger van der Weyden erkannt hat, in der Versteigerung Schiff von dem Amsterdamer Haus S. Rosenberg gegen die Firma D. Katz in Dieren zu einem recht ansehnlichen Preis erworben wurde. Die Neuerwerbungen des Museums in Springfield werden gekennzeichnet u. a. durch eine Gemälde von dem Bologneser Barockmaler Guiseppe Maria Crespi „S al o m e" und durch ein sehr anerkanntes Bild des jüdischen französischen Impressionisten, Camille P i s s a r o, eine Ansicht von Pontoise. Eine Flußlandschaft mit Industriebauten, ein schönes, ganz impressionistisch gehaltenes Bild! Mr. und Mrs. Abraham Kramberg bedachten dieses Museum mit Geschenken, die ebenfalls ausgestellt werden. Das pulsierende Leben New Yorks spiegelt sich auch im Kunstbetrieb, nicht zuletzt in dem Ausstellungsprogramm der Privatgaierien. Die Firma Theodore Kohn & Son veranstaltet eine Schau von Arbeiten moderner Künstler; die Galerie Freund stellt zeitgenössische Bildhauer mit ihrem Werk vor; Kleemann läßt die moderne amerikanische Künstlergeneration zu Worte kommen in einer schön „gehängten" Ausstellung; Perls bringt französische Kunst. An die Reihe der Galerien, die das moderne Kunstschaffen protegieren, schließt sich die große Zahl der Firmen, die den Kunstmarkt und antike Kunst vertreten. 0. B. wurde ausschließlich von Frankfurter Künstlern bestritten. Die Sopranistin Erna Groß, die Altistin Paula L e v i und der Bariton Hans Assenheim vertraten mit bestem Erfolg den vokalen Teil. Gut aufeinander abgestimmt waren die „Stimmen aus dem Tempel" (Sofie Seligmann, Rudolf Ganz und Alfred Auerbach). Martel Sommer, die ein leuchtendes Orgelkonzert Kandels prachtvoll spielte, und Max Firnberg (Klavier) waren treffliche Begleiter. —tt. Im Jüdischen Kultur-Bund Rhein-Ruhr erfreute man sich innerhalb eines heiteren Kabarett-Abends an Max Ehrlichs unvergleichlicher Darstellungskunst, an seinem sprühenden Humor, seinen köstlichen Einfällen, die ein ex tempore nach dem anderen aufblitzten und wirbein lassen, so daß Publikum und Mitspieler ununter/brochen in angeregter Stimmung gehalten werden. Ehrlich hatte sich in Steffi Rosenbaum und Werner H i n - z e 1 m a n n routinierte Adlaten mitgebracht, von denen Steffi Rosenbaum mit ihren ausgezeichneten Klein - Mädchen - Vorträgen einen Sondererfolg errang. Man lachte herzlich und kargte nicht mit Beifallsbezeugungen. — Eine große Ueberraschung bot der Kulturbund Rhein-Ruhr seinen Mitgliedern in Köln und Essen mit der Vorführung des ersten jüdischen Tonfilms „Idl mit'n Fidl", der auch auf die hiesigen Juden starken Eindruck machte. Ganz abgesehen von der ansprechenden Handlung, von der Charakterisierung der einzelnen Typen, von der Milieuschilderung, der Landschaftszeichnung, fesselt das Filmwerk durch seine herrliche Musik, — Der Jüdische Kulturbund veranstaltete ein Konzert mit Ilse Saß (Klavier) und Lily H e u - mann (Violine). Die Pianistin zeigte starke musikalische Begabung und eine hochentwickelte technische Kultur ohne jede Pose. Sie brachte die Sonate op. 106 B-Dur von Mendelssohn, deren zweiter Satz bedeutsam hervortritt, das interessante Indianische Tagebuch von Busoni und mit vornehmer Eleganz die Valse Brillante op. 34 Nr. 1 von Chopin sowie in schöner Zartheit des gleichen Komponisten Berceuse op. 57. Die Geigerin wurde von Ilse Saß ausgezeichnet begleitet. Beide Künstlerinnen ernteten wärmsten Beifall. —yo— Mohnblüte und Aschennapi Zur Ausstellung in der Adass Jisroel-Schule in Berlin