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Central-Verein-Zeitung · 1938-09-15 · 37 (15.9.1938) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
37 (15.9.1938)
Date
1938-09-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 37 * 2. Beiblatt CMZbihiM 15. September 1938 * Seite 5 Wie ein Autor sich die Kulturbünde wünscht Liebe Redaktion! Ich muß Ihnen hei aller persönlichen Sympathie, die Sie wohl wie auch ich zwischen uns stets verspürt haben, einen Brief schreiben, der einiges Resentiment enthalten wird. Sie haben jüngst aus Anlaß des Spielbeginns der Kulturbund-Bühnen ein Interview veröffentlicht darüber, wie Sie und die befragten Bühnenkünstler sich „das Publikum wünschen". Mit rechter Teilnahme habe ich es gelesen, Ihre Worte sowohl als die der Schauspieler, für die es offenbar überhaupt veranstaltet worden ist. Bei allem Ernst der Sache um die es geht und die ich durchaus anerkenne, fand ich es im Ton fesselnd, ja amüsant und sehr gerechtfertigt. Nur kamen mir, als ich es gelesen hatte, bittere Gedanken. Mir fiel plötzlich ein, daß es da um unsere „Kultur" ging, daß aber in dem Zusammenhang nicht mit einem Wort auch nur des Autors, des Dichters gedacht war, und daß das nicht etwa einen Einzelfall bedeutet, sondern das typische Verhalten ist, das wir erlebt haben, seit es das gibt, was man „Kulturbünde" nennt. Denn — um es sehr deutlich zu sagen: diese Bünde haben all die Jahre her, seit wir unter uns sind, fast ausnahmslos geglaubt, ihre Aufgabe erschöpfe sich darin, Theater zu spielen, Musik zu machen, singen und tanzen und vielleicht einige Vorträge von Wissenschaftlern halten zu lassen über ästhetische Themen, und das, was als „Kleinkunst" bezeichnet wird, zu pflegen. Daß es daneben den Schöpferischen unter denen gab, die mit dem Wort, mit der Sprache die Menschen bewegen wollen, das haben die Leiter der Kulturbünde — und nicht nur sie freilich — mit sehr geringen Ausnahmen völlig übersehen, oder besser: nicht sehen wollen, weil sie von falschen Voraussetzungen ausgingen, von anderen Ursachen nicht zu sprechen. Wir wissen dabei sehr wohl und haben es immer gebilligt, daß diese Organisationen geschaffen worden sind zum wesentlichen Teil aus sozialen Gründen, um die Bühnenkünstler zu beschäftigen und ihnen damit Brot und die Gelegenheit zu geben, ihr künstlerisches Wesen zu bestätigen; aber natürlich auch um des Publikums willen, eines neuen Publikums vielfach, gewiß, das früher für ernste Kunst nichts übrig hatte. Aber wir, die Autoren literarischer Werke, sind der Meinung, daß sich Beides eben hätte vereinigen lassen, dieses und die Pflicht, auch die schöpferischen Künstler nicht zu vergessen. Sie haben Ihr Interview betitelt: „Wie ich mir das Publikum wünsche", ich meinerseits hätte diesem Brief die Aufschrift geben können: „Wie ich mir die Kulturbundleiter wünsche"; und ich weiß, daß ich dabei, ohne daß ich sie eigens in diesem Augenblick darum gefragt hätte, im Namen aller meiner Kameraden sprechen darf, die all die Zeit her unter diesem Verhalten der Kulturbünde gelitten haben; wobei man offen zugeben kann, daß sie bereit gewesen wären, um ihrer Bühnen und eben um der reproduktiven Kräfte willen, die Sie gefragt haben, ein Theaterstück vor das Publikum zu bringen, das etwa einem von uns gelungen wäre, und es auch in einzelnen Fällen versucht haben, das sei zugegeben. Um unseretwillen ist nichts geschehen. Das wurde z. B. besonders deutlich, als vor etwa zwei Jahren bei einem Kongreß der Kulturbünde zwar ein Großes und Breites von Theater und Musik gesprochen, ja ein Preis ausgesetzt wurde für ein schöpferisches musikalisches Werk, nicht mit einem Wort aber die literarischen Autoren erwähnt worden sind. Man dachte eben nicht an Beirot&aciffir / Fsstgeschenks W 62, Wormser StraBe 6 a, am Wlttenbergplafa, Ruf 24 70 22 GERHARD FUCHS sie, weil offenbar die Verantwortlichen vor allem Beziehung zum Bühnenbetrieb haben, und auch weil sie von falschen Voraussetzungen ausgingen in bezug auf die Vortragenden sowohl als auf das Publikum. Wie denn? Gab es nicht die Vortragssäle, wo unsereiner zu Worte gekommen ist, seine Arbeiten vorlesen konnte? Nein, eben das ist in sehr wenigen Fällen von den Kulturbünden zugelassen worden, sozusagen gar nicht, während dieser Jahre; man lese nur die Programme einzelner Bünde, um das bewiesen zu erhalten. Aber — wird man erwidern — haben nicht reproduktive Vortragskünstler gelegentlich Eure Arbeiten vorgelesen? Wahr, wahr! Aber darin liegt eben das, womit wir nur bedingt einverstanden waren. Die Leiter der großen Bünde gaben auch den anderen das Beispiel dafür, daß sie sich eben nur für die r e produktiven Künstler verantwortlich fühlten, während gerade sie die gegebenen Missionare für unser Schrifttum hätten sein können, wenn sie ihr Amt richtig aufgefaßt hätten. Weder haben sie ein Wort für uns eingelegt, noch vor allem uns selbst so zu Worte kommen lassen, wie es der Sache entsprochen hätte, wobei vielleicht nur der Berliner Kulturbund eine Ausnahme darstellt. Was dieses anlangt, so wurde es immer wieder damit begründet, daß Autoren ihre eigenen Arbeiten nicht gut vorzutragen pflegten. Das mag sein, wenn es auch nicht allgemein zutrifft. Aber geht es denn darum, wenn man einen sprechen lassen will, der seine eigenen — verzeihen Sie — schwer und verantwortungsvoll geschaffenen Arbeiten vortragen soll, wie es in guten Zeiten immer Brauch war vor einem geistig anspruchsvollen Publikum, zu dem viele unter uns doch einst gehören wollten, wenn wir uns recht entsinnen? Nein, es sollte selbstverständlich sein, daß es da nicht um einen Wettstreit mit reproduktiven Vortragenden geht und gehen kann, deren Qualität für ihren Teil nicht bestritten werden soll, von ihrer Notwendigkeit gar nicht zu sprechen, und denen zugegeben sei, daß sie je und je einzelner von unseren Arbeiten sich angenommen haben; wenn man auch nicht nach dem Honorar fragen darf, das wir dafür erhielten. Denn, wenn uns immer entgegengehalten wird, das Publikum wolle gefesselt werden, so ist dem freilich zuzustimmen. Doch abgesehen davon, daß dieses Ziel, wie frühere Erfahrung bewiesen hat, durchaus erreicht wird und die Hörer bereit sind, zu folgen, sobald sie wissen, wer ihnen da vorliest, so lag es eben den Kulturbundieitern ob, es zu erziehen, ihm zu sagen, worum es hier gehe: nämlich nicht darum, mnemotechnische W7under zu erleben, an denen ein Teil der Durchschnittshörer sich erfreuen kann, sondern eben darum, der Unmittelbarkeit des schöpferischen Gestalters gegenüber zu sein. Das sind Tatsachen, die außerhalb unseres Raumes in allen Ländern stets anerkannt wurden und heute mehr als je anerkannt werden; bitter, es hier feststellen zu müssen. Man durchblättere, wie gesagt, nur die Vortragsprogramme bis zum heutigen Tage: Immer wieder und jeden Winter finden wir die Namen weniger und immer derselben Vortragenden vor dem „Pult", teils solche, die Dichtungen wirklich in vollkommener Weise zu bringen verstehen, aber doch nur unartikulierte Laute von sich geben müßten, wenn es nicht die gäbe, die ihnen die Stoffe für ihre Darbietungen liefern, teils andere, die über Dichtung, meist der Vergangenheit freilich, sprechen; kaum je aber begegnet man einem der heute noch in Deutschland lebenden Autoren darunter, so daß es grundsätzlich möglich wäre, daß ein Heine oder ein Bialik unter uns lebte, aber nicht zu Worte kommen könnte, weil er nicht — bei Stimme ist, um es vielleicht paradox, aber besonders klarzumachen. Verstehen Sie mich darin? Gewiß werden Sie mir dann recht geben, der Sie ja an Ihrer Stelle sich stets unserer angenommen haben, weil Sie die Bedeutung des schöpferischen Schrifttums für die Gemeinschaft anerkennen. Das allein aber entspricht keineswegs der Aufgabe, die wir Autoren uns von Menschen erwarten, die für unsere Kultur verantwortlich sein sollen. Pro domo, meinen Sie, sei dies alles gesagt. Gewiß! Freilich! Für mich und meine Kameraden! Warum soll aber nicht uns recht sein, was den von Ihnen befragten Schauspielern billig ist? Und ist es nicht betrüblich, daß das gesagt werden, und wir uns so in die Oeffentlichkeit retten mußten? Hatten nicht auch Sie uns dabei vergessen? War es also 7 / <rr^i^ Ufei&ätesesjäegtamm kü Postquittung Ober 7 Himk 50 bei Vorlage durch den Briefträger eingelöst wird C.-\/.-2eäim$ nicht nötig, an uns zu erinnern, auch wenn es, so wie die allgemeinen Dinge heute liegen, wohl zu spät sein wird? Stets Ihr Jakob Picard Kein Schlußwort, sondern nur eine Schlußbemerkung des Interviewers: In der Kulturbund-Beilage der C.-V.-Zeitung ging es in erster Linie darum, den Kulturbund in seinem Daseinskampf zu unterstützen. Es mußte also notgedrungen mehr von den Interpreten der Kunst als von ihren Autoren die Rede sein. Daß die Beilage Anlaß zu dem vorstehenden Brief wurde, darf die Redaktion vielleicht auch als einen kleinen Erfolg ihrer Arbeit buchen, zumal dann, wenn der Inhalt des Briefes bei den Angesprochenen Beachtung findet. Hans Oppenheimer. „XYZ" im Kulturbund Hamburg Der Jüdische Kulturbund Hamburg warb in vielversprechender Weise für seine diesjährige Winterspielzeit mit der Aufführung von Klabunds „XYZ". Die Wahl dieses graziösen Liebeslustspiels gab der Kulturbundbühne die Möglichkeit, in heiterer und temperamentvoller Weise ihre theaterfrohe Unterhaltungskunst zu zeigen und den Zuschauern, die noch nicht Mitglieder des Kulturbundes sind, in die Lust der spielerischen Phantasie einzuführen und ihnen die Gabe des Vergessens einer schweren Wirklichkeit zu schenken. Klabunds Spiel zu Dreien ist ein Lustspiel, das im Grunde nicht aus der handfesten Henriette Harfners Sohn Nach einer jüdischen Familienchronik erzählt Von Moritz Kaswan (1. Fortsetzung) Man müßte sie alle aufsuchen und sie fragen: Kennen Sie Frau Henriette Harfner, geborene Marcus, Tochter des damaligen Rabbiners Elieser Marcus aus Cassel? Ich soll einen Gruß von der Dame bestellen und sie bitten, mich gütigst in ihre Obhut zu nehmen. Ich bin nämlich Ludwig Harfner, ihr Sohn. So müßte man tun, nicht 'wahr? Dann würde es sich ja zeigen, daß er mit diesem Dubois nichts zu schaffen hatte. Der Schließer nickt und denkt: Morgen, mein armer Junge. Der Eingesperrte seufzt viel, weint viel und betet oft. Manchesmal, wenn sich durch das Gitter ein Lichtstreif zu ihm herabschlängelt, liest er in der Odyssee, die man ihm unbegreiflich erweise gelassen, doch er findet plötzlich keinen Geschmack daran, noch weniger Trost. Odysseus Tränen eind nicht seine Tränen. Er wünscht sich eine Bibel, aber es steckt noch zu wenig Ernst in dem Wunsch, es ist nur so gedacht, weil er es irgendwo gelesen, oder meint, zu einem düstern Ort und zu einer verdüsterten Seele gehören die Bibel, wie der Strick zum Galgen. Der Ernst bricht erst mit Wucht in seine erschütterte Seele, als ihn ein bitterer, ungeheuerlicher Gedanke jäh erzittern läßt: vielleicht hält man ihn deshalb, gefangen, in Qualen wie einen Verbrecher, weil er Jude ist? Er horcht in sich hinein, der Gedanke findet in seinem Innern keinen Widerhall, es ist zu absurd, so zu denken, aus der Verzweiflung geboren... er ist schuldlos ... die Verhandlung wird es zeigen. Morgen, denkt er, ja morgen. Ludwig Harfner entgeht es völlig, daß seine Gefangennahme im geheimen abgetan wird, auch kommt er nicht darauf, den willigen Wächter auszuforschen, ihn möglichenfalls zu einem wagehalsigen Unternehmen zu überreden. Auch darauf verfällt er nicht, nach einem Rabbiner zu Verlangen, oder um einen Advokaten für sich zu ersuchen, gleich ob ihm damit gedient sei oder nicht. Ihn würden die Richter noch mit einer Entschuldigung freilassen, dachte er. Armer Junge! Just das Gleiche, was auch Oberst Quibon, der Vorsitzende der Militärkommission, über ihn dachte. Louis Quibon, ein etwa neunundfünfzigjähriger, verdienter Offizier, noch aus der Großen Armee des Kaisers, wünschte sich einen anderen Fall als diesen. Ueber das Urteil, das er dem jungen Fremden zugemessen hatte, bestand kein Zweifel, um so weniger, als Graf Epinee die Krone vertrat. Trotzdem ist die Sache dem Militär nicht klar. Die Frage, ob der Jüngling schuldlos hineingeraten oder mit Dubois in Beziehungen gestanden, vermag er nicht zu klären; wie es auch gewesen war, gegen die Tatsache, daß bei dem Verhafteten ein Zettel, ausgestellt auf den Namen des berüchtigten Aufwieglers, gefunden wurde, ließ sich nichts Entlastendes anführen. Zumal der Angeklagte einen ebenso verstörten wie verstockten Eindruck machte. Verstockt insofern, als er immer dieselbe unglaubwürdige Geschichte vortrug. Aber wenn es nach dem Oberst ginge, würde man wahrscheinlich den Jungen laufen lassen und ihn schleunigst aus Paris fortjagen. Doch es geht nie nach den Leuten, die es gut mit einem meinen. Der Aufstand, der nach den für die Regierung Karl X. so blamabel ausgelaufenen Wahlen zur Kammer losbrach, war durch abschreckende Gewaltmaßnahmen rasch niedergeworfen worden. Die Teilnehmer kamen vor eine Militärkommission, weil die Geschworenengerichte sich zu keinem harten Urteil bequemen würden. Auch sorgte man dafür, daß das aufgeputschte Gemüt der Oeffentlichkeit von dem Walten des Sondergerichtes nichts erfuhr: sämtliche Zeitungen unterstanden einer unnachsichtigen Zensur. An einem weißen, kalten Dezembervormittag erfolgte die Aburteilung des Lehrersohnes vor der Militärkommission zu Paris. Der Gefangene erteilte seine Antworten unter sichtlicher körperlicher Anstrengung. Die strenge Haft hatte von ihm alle Farbe und Frische genommen — nur seine Zuversicht nicht. Die Verhandlung beginnt mit der Feststellung seiner Personalien: Ludwig Harfner. Geboren am 3. September 1808! In Cassel, Kurfürstentum Hessen. Der Angeklagte bekennt sich zur jüdischen Religion. Er spricht ausgezeichnet französisch, so daß von seiten des Gerichts auf einen Dolmetsch gern verzichtet wird, die Tatsache jedoch zugleich die Verdachtsmomente gegen ihn verstärkt. Das kurze Verhör zeitigt folgendes Ergebnis: Graf d'Epinee: „Sie bestreiten nicht, daß der Zettel Ihr Eigentum ist?" Der Gefragte bestreitet es nicht. Oberst Quibon meint, es sei zweckmäßiger, zuvor den jungen Mann über seine Reise nach Paris auszufragen. Harfner berichtet wahrheitsgemäß, er sei hergekommen, um an der Sorbonne zu studieren und die Sitten und Gebräuche des Landes kennenzulernen. Er berichtet ferner unter ziemlicher Verwirrung, wie ihm ein Passant auf seine Frage nach einer billigen Unterkunft, ein bekanntes Stadtviertel bezeichnet hatte, wo er dann völlig ahnungslos in den Aufruhr hineingeraten wäre. Der Anklageerheb er der Krone will wissen, wie der Zettel in den Besitz des Gefangenen gelangte. Dieser erzählt nun, was er damit auf Wunsch seiner Mutter unternehmen sollte und merkt nicht, daß der Oberst und die Offiziere dabei lächeln, wie Erwachsene es zu tun pflegen, wenn sie Kindern zuhören. Der Vorsitzende fragt gutmütig, ob er denn wirklich glaube, daß seine Frau Mutter mit dem Lumpen Dubois in Verbindung gestanden habe? Der junge Lehrerssohn errötet und schüttelt verwirrt den Kopf. Der Graf, ein spitznasiger, magerer Herr wie Voltaire etwa, nur von beachtlicher Körperlänge, schiebt das Blatt mit der belastenden Unterschrift dem Oberst zu, und dieser reicht es nach flüchtigem Blick mit den Worten: sehen sie selbst, meine Herren, an die Offiziere weiter. Diese überzeugen sich unter leisem Meinungsaustausch davon, daß es den Namen des erschossenen Bonapartisten trägt. Trotzdem fühlt sich der Vorsitzende verpflichtet, darauf hinzuweisen, daß es immerhin noch einen zweiten gleichen Namens in Paris geben könnte. Herr d'Epinee nimmt davon Kenntnis und ruft, indem er sich leicht und lässig gegen den Oberst verbeugt: „Mein lieber Oberst, Sie scheinen nicht zu wissen, daß wir bereits in der Richtung nachgeforscht haben. Leider vergeblich", fügt der Graf mit einer noch' leichteren, noch lässigeren Verbeugung hinzu. Der Oberst schweigt, und Herr d'Epinee setzt sein Verhör fort: „Sie führten Waffen mit sich. In welcher Absicht, wenn ich fragen darf?" Der Gefragte antwortet, die Pistolen gehörten seinem verstorbenen Vater und seien ihm ein teures Andenken. Graf d'Epinee hört sich die Erklärung mit einem dünnen Lächeln an und sagt: „Sie verstehen mich nicht, mein Herr, ich fragte, wozu sie die Waffen nach Paris gebracht haben?" Harfner erwidert zögernd, mit einem hilflosen Versuch, seinen Worten Klang zu verleihen, man habe ihm zu Hause erzählt, es sei für Fremde ratsam, sich bei einsamen Spaziergängen an der Seine mit einem Degenstock oder einem Pistol zu versehen. Aber, fügte er rasch hinzu, als er das spitze Gesicht des Anklägers bemerkt, er glaube nicht daran und habe sich den Kasten nur so, weil es eben ein kostbares Erbstück wäre, eingepackt. Graf d'Epinee notierte sich etwas und fragte dann lauernd: „Vielleicht haben Sie die Güte und teilen uns mit, wo die dem Munitionsbeutel fehlende Pulvermenge geblieben ist?" und,

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