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Central-Verein-Zeitung · 1938-09-08 · 36 (8.9.1938) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
36 (8.9.1938)
Date
1938-09-08
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 18 C.-V»-Zeitung Nr. 36 * 8. September 1938 nannten — vom Völkerbund gebilligten — „Churchill - Weißbuch" festgelegt war, durchzuführen. Dann aber hätten die Ereignisse die Oberhand gewonnen und die Regierung sei gezwungen gewesen, vorübergehend eine andere Politik einzuschlagen. 2. Solange noch kein konkreter Teilungsplan vorliege, wäre es unklug, die Grundbedingungen zu ändern, auf die sich die Vorschläge der mit der Ausarbeitung des Plans betrauten Kommission stützen. Solange der Pinn daher nicht fertig vorliege, müsse die Uebergangsperiode mit ihren einschränkenden Maßnahmen andauern. 3. Sobald einmal die Einzelheiten des Teilungsplans, an dem die Mandatsregierung nach wie vor festhalte, feststehen, würden für das jüdische Gebiet alle Beschränkungen seitens der Mandatsma.ht fortfallen und die Rcglung der Einwanderung den Juden überlassen werden. Die Einwanderung in dem unter britischem Mandat verbleibenden Gebietsteil würde vorbehaltlich einer gewissen Kontrolle ebenfalls gestaltet werden, während in der arabischen Zone das Recht zur Reglementierung der Einwanderung ausschließlich dem arabischen Staat zustehen würde. Auch der englische Vertreter gab zu, daß die Unsicherheit unweigerlich politische Unruhen nach sich ziehe; auch er hielt es für wichtig, die augenblickliche Lage so schnell wie möglieh zu klären. Bas Schlußwort der Kommission In ihren dem Völkerbundsrat nunmehr überreichten „Allgemeinen Bemerkungen zur Palästinafrage";, in denen die Mandatskommission dem Verfahren gemäß ihren Standpunkt den obersten Organen des Völkerbundes zu vermitteln hat, faßt die Kommission die Aussprache und ihre Feststellungen folgendermaßen zusammen: Während des ganzen Jahres ist'die öffentliche Ordnung dauernd durch Attentate auf Personen, durch gewaltsame Einschüehterungsversuche und Sabotage-Akte gestört worden, die, wie der Bericht der Mandatsregierung feststellt, von Arabern begangen worden sind und die in einigen wenigen Fällen zu Repressalien seitens der Juden geführt haben. Dieser terroristische Feldzug, dem häufig Araber durch die Hände ihrer eigenen Stammesgenossen zum Opfer :gefallen sind, hat von Monat zu Monat einen gewalttätigeren Charakter angenommen und sich auf einen immer größeren Teil des Landes ausgedehnt. Immerhin scheint in letzter Zeit die Ordnung in Jerusalem aufrechterhalten worden zu sein, während sich die Unruhen insbesondere auf den Norden des Landes zu beschränken scheinen. Die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung ist die vordringlichste Sorge der Mandatsbehörden gewesen, denn dies war ihre erste Pflicht. Sie haben sich dieser Aufgäbe mit einer Bestimmtheit gewidmet, der Anerkennung gezollt werden muß, wenn auch die Resultate keineswegs ihren Anstrengungen und Opfern entsprechen. Der Bevollmächtigte Vertreter der Mandatsregierung hat nicht gezögert, die augenblickliche Situation in Palästina als einen „Kriegszustand" zu bezeichnen und hat damit den schwerwiegenden Charakter der aufständischen Bewegung und die Größe der zu ihrer Niederschlagung angewandten Mittel hervortreten lassen. Er hat ferner die Kommission von den außerordentlichen Schwierigkeiten überzeugt, auf die die Unterdrückung dieser Bewegung stößt und die sowohl auf die physiche Beschaffenheit des Landes als auch auf den Mangel an Unterstützung seitens der arabischen Bevölkerung zurückzuführen ist — die teils mit den Aufständischen sympathisiert, teils von ihnen durch Rachedrohungen terrorisiert ist —; auch die Unterstützung, die der Aufstand von außen her erhält, spielt dabei eine Rolle. Nach einem Hinweis auf die Rückwirkungen des Aufstandes auf die Finanzverhältnisse des Landes fährt der Bericht fort: „Der Bevollmächtigte Vertreter der Mandatsregierung hat zugegeben, daß man infolge dieser Ereignisse in eine Uebergangsperiode eingetreten ist, die nicht mit jeder Uebergangsperiode identisch ist, die die Königliche Kommission zwischen der Annahme der von ihr vorgeschlagenen Lösung und ihrer Verwirklichung vorgesehen hatte. Die Königliche Kommission war der Meinung, daß während dieser Periode das bestehende Mandat die Grundlage der palästinensischen Verwaitungspolitik bilden müsse. In Wirklichkeit hat die Mandatskommission feststellen müssen, daß das Mandat gegenwärtig teilweise suspendiert ist, da die tatsächlichen Ereignisse sich der Verfolgung einiger seiner wesentlichsten Ziele entgegengestellt haben. Die Mandatarmacht hat es für richtig gehalten, die Periode zu verlängern, während derer die jüdische Einwanderung in einem weiteren Ausmaße beschränkt bleibt, als es durch die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes gerechtfertigt ist, die ihrerseits als Kriterium der Einwanderunjskontro'le vom Völkerbundsrat gebilligt worden war. Ebenso ist die Lage als ungünstiger denn je dafür angesehen worden, die Entwicklung der Selbstverwaltungsinstitutionen zu fördern, wie es im Artikel 2 des Mandates vorgesehen ist. Nachdem die Kommission davon Kenntnis genommen hat, daß die Mandatarmacht weiter am Teilungsplan festhält und bereits vorbereitende Maßnahmen getroffen hat, schließt sie mit folgender Feststellung ihren Bericht: „Man wird nicht darüber erstaunt sein, daß die Situation, so wie sie aus dieser Darstellung hervorgeht, die Mandatskommission im höchsten Grade beunruhigt und: sie wünschen läßt, daß die Zeit bis zur endgültigen Entscheidung über den zukünftigen Status des Landes so weit wie nur irgend möglich abgekürzt wird. Alle auf dem Spiele stehenden Interessen können nur noch mehr durch eine Verlängerung In Antwerpen tagt zur Zeit eine Weltkonferenz des Keren Hajessod. Es sind 100 Delegierte aus 39 Ländern erschienen. Den Vorsitz führt der Keren Hajessod-Direktor Leib J a f f e, der auch am Abend des 3. September die Eröffnungsansprache hielt. Besondere Bedeutung erhält die Konferenz durch die Anwesenheit Chaim W e i z m a n n s und zahlreicher Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency, wie David Ben Gurion, Professor Brodetski, Eiieser Kaplan, Nahum Goldmann, Louis L i p s k i und U s s i s c h k i n. Da die Konferenz nicht wie sonst im Schatten größerer Ereignisse, nämlich eines Kongresses oder einer Tagung des Aktions-Komites steht, darf man wohl auch politisch bedeutsame Aeußerungen von ihr erwarten. Es dürfte unvermeidlich sein, daß eine für fünf Tage angesetzte Tagung, die sich mit den Fragen eines zentralen Finanzinstitutes der Palästinabewegung beschäftigen soll, in einer so spannungsreichen Zeit wie der gegenwärtigen, die grundlegenden Probleme der Palästinapolitik mindestens wird streifen müssen. Diese Erwartung wurde teilweise bereits in der Eröffnungssitzung bestätigt, in der nach den Begrüßungsworten Leib J äff es und der belgischen Gastgeber Professor Speyer- Brüssel und Nahum Torczyner - Brüssel, der Direktor des Keren Hajessod, Arthur H a n t k e, und der Präsident der Jewish Agency, Chaim W e i z in a n n, das Wort zu längeren Referaten ergriffen. Arthur Hantke motivierte zunächst die Einberufung der Konferenz, die dazu bestimmt sei, für das neue Geschäftsjahr des Keren Hajessod eine neue Parole zu schaffen. Das zu Ende gehende Jahr habe die Einnahmen des Keren Hajessod auf eine halbe Million Pfund ansteigen lassen. Es werde großer Kraftanstrengung bedürfen, um diese Ziffer durch eine weitere Vermehrung um 100 000 Pfund die Stufe erreichen zu lassen, die der Council der Jewish Agency im vergangenen Jahr als Ziel bezeichnet habe. Schwierigkeiten für die Aufbringung seien im Augenblick darin gegeben, daß die Möglichkeit der Palästinawanderung in keinem genügenden Verhältnisse zu dem Bedürfnis danach stehe. Die Wirtschaftslage im Lande reize außerdem den jüdischen Kapitalisten nicht, sein Geld dort arbeiten zu lassen. Es sei darum notwendig, schärfer als in Zeiten der Prosperität wieder die alte Wahrheit auszusprechen, daß der Aufbau eines jüdischen Palästina nicht die Lösung der politischen und wirtschaftlichen Nöte eines jeden jüdischen Individuums bringen könne, wohl aber den Wiederaufbau eines jüdischen Zentrums, das in allmählich ansteigender Entwicklung einen immer größeren Teil der Judenheit aufnehmen, und den äußeren Rahmen für eine neue Periode nationalen Aufstiegs der jüdischen Gesamtheit bilden könne. Hauptaufgabe dieser Konferenz sei es, sich über die tatsächliche Situation klar zu werden und zu überlegen, wie auch unter den veränderten Verhältnissen die Propaganda für den Keren-Hajessod entwickelt werden könne. Wenn ihr das gelingen würde, so w7erde sie ihren Zweck erfüllt haben. Nachdem Hantke gebeten hatte, die Diskussionen möglichst von diesem Thema nicht zu weit abschweifen zu lassen, fuhr er fort: „Wie können wir die Zukunft des K. H. sichern? Der Jischuw in Erez Israel wächst. Er wächst sogar heute und wir hoffen, daß bald die Zeit stärkeren Wachstums zurückkehren wird. Die Galut sinkt. Jede neue Woche lehrt uns, daß wir am Ende der Leiden noch nicht angekommen sind; aber noch viele, viele Jahre lang wird der Autbau des nationalen Heims in Erez Israel nicht nur eine starke Einwanderung produktiver Elemente aus der Galut brauchen, sondern die sich jährlich vergrößernde Opferwilligkeit der Juden in allen Ländern des Galut. Keren Hajessod und Keren Kajemeth Lejisrael müssen noch lange Zeit die stärksten Pfeiler sein, welche die Verbindung zwischen Galut und Erez Israel sichern. Wird diese Konferenz klar zeigen, ob' und nach welcher Richtung die propagandistischen Grundlagen unserer K. H.-Arbeit der neuen Periode jüdischen Schicksals anzupassen ist, so wird das Direktorium des K. H. versuchen, die Tendenzen, die die Konfe:-enz aufgezeigt hat, in der praktischen Arbeit durchzuf"hren." Eine über kleinliche Meinüupverschiedenheiten erhabene Palästinastimmung, wie sie am der gegenwärtig herrschenden Unsicherheit leiden." * Die klaren und eindeutigen Feststellungen der Mandatskommission, die der Völkerbundsrat und der Völkerbundsversammlung eine Stellungnahme zweifellos erleichtern werden, haben in den interessierten Genfer Kreisen großen Eindruck gemacht. Besonders in den Kreisen der Jewish Agency ist man höchst befriedigt über die Tatsache, daß sich die Mandatskommission durch die teilweise höchst seltsame Argumentation des englischen Vertreters nicht von der Ueberzeugung hat abbringen lassen, daß das Mandat in wesentlichen Teilen nicht befolgt worden ist. Anfang der Palästina-Arbeit bestanden habe, werde dazu helfen, die Arbeit erfolgreich weiterzuführen. Chaim Weizmann bezeichnete in seinen Eingangsworten die gegenwärtige Krise der Judenheit als die „schicksalvoilste ihrer Geschichte". Er streifte kurz die Bemühungen von Evian und fuhr dann, auf Palästina übergehend, fort: „Trotz der Unruhen, weiche das Land in den letzten zwei Jahren heimgesucht haben, hat Palästina etwa 35000 jüdische Einwanderer absorbiert, und sogar heute, wo die Einwanderung durch die Regierung aus politischen Gründen gedrosselt worden ist, nimmt Palästina mehr jüdische Einwanderer auf als irgendein anderes Land mit Ausnahme der Vereinigten Staaten. Sogar unter dem beispiellosen Druck der letzten zwei Jahre haben wir 24 neue Siedlungen für unsere landwirtschaftlichen Arbeiter gegründet, und trotz der unzureichenden Unterstützung, die die Regierung uns in unserer Arbeit der Selbstverteidigung und des wirtschaftlichen Aufbaus gewährt hat, gelang es uns, jeden Angriff abzuwehren und unsere Position zu konsolidieren. Die Einwanderungsbeschränkung, von der man irrtümlicherweise glaubte, daß sie die Terroristenbanden beruhigen würde, ist unvermeidlich als ein Zeichen der Schwäche auf Seiten der Regierung interpretiert worden und hatte nur zw~ei Ergebnisse: sie hat die Kräfte der Unordnung und Revolte ermutigt und sie hat . das friedliche Werk des Wiederaufbaus behindert, dem unsere heroischen Pioniere ihr Leben geweiht und in vielen Fällen geopfert haben. Wir wissen nicht, was die Teilungskommission vorschlagen oder was die letzte Entscheidung der Regierung sein wird. Aber wir werden niemals zu irgendeiner Lösung unsere Hand darreichen, welche unsere zerstreuten Massen der Hoffnung einer Einwanderung in großem Ausmaße nach Palästina berauben würde, eine Einwanderung, die — wie wir überzeugt sind — möglich ist, wrelehe entgegengesetzten Meinungen auch immer von Zeit zu Zeit durch die verschiedensten Experten verbreitet werden mögen. Wir werden keiner Lösung zustimmen, die uns der Hoffnung beraubt, endlieh den nationalen Status zu erreichen, der wesentlich ist für unsere Rehabilitierung unter den Völkern der Welt. Unsere unmittelbaren Forderungen sind: die Wiederherstellung des Grundsatzes, daß die jüdische Einwanderung nach Palästina im Einklang mit der Absorptionsfähigkeit des Landes zu regeln ist, daß die Regierung unseren Männern und Frauen in Palästina ausreichenden Schutz angedeihen läßt — und besonders, daß der jüdische Anteil an der Erhaltung der öffentlichen Sicherheit, der ständig wächst, weiter erhöht wird, bis er den wahren Bedürfnissen der Lage entspricht. Komme, was da wolle, wir werden unser Werk und den Kampf für die Verwirklichung unseres Ideals fortsetzen. Wir lehnen esab, das arabische Volk mit den feigen und hinterhältigen Angriffen terroristischer Banden zu identifizieren. In dieser ernsten Stunde richten wir an das arabische Volk wieder den Aufruf zum Frieden und zur Zusammenarbeit in der Entwicklung des Landes im Interesse aller seiner Bewohner. Am nächsten Morgen sprach der Schatzmeister der Jewish Agency, Eiieser Kaplan, über die wirtschaftliche Lage im Lande. Um das wirtschaftliche Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, würden nicht die vorgesehenen 600000 Pfund, sondern eine Million Pfund notwendig sein. Die Jewüsh Agency habe allein während der letzten zehn Monate 600 000 Dollar für Arbeitslosenunterstützung aufbringen müssen. Trotzdem sei kein Grund zum Pessimismus vorhanden, sondern man könne sicher sein, daß, wenn die außerpalästinensischen Juden die notwendigen Gelder aufbringen würden, die palästinensischen Juden nicht nur ihren Status behaupten, sondern ihn ständig durch Landkäufe und Schaffung neuer Siedlungen würden verbessern können. An dieses Referat schloß sich ein Expose des geschäftsführenden Direktors des Keren Hajessod, Leib J a f f e, an, das unter dem Titel „Front und Hinterland" die Opferireudh;keit der außerpalästinensischen Judenheit an der großartigen Haltung der kämpfenden Juden in Palästina auszurichten versuchte. Das dritte Referat der Vormittagssitzung erstattete Kurt Blumenfeld Dieses Referat behandelte „Die vergangene und die künftige Periode der zionistischen Bewegung". Blumenfeld ging davon aus, daß der Zionismus durch die Entwicklung der letzten 25 Jahre in seiner Entwicklung unerhört beschleunigt und in gewissen Teilen seines Programms zur Verwirklichung gebracht, hierdurch aber auch vor ganz neue Probleme gestellt worden sei. Während der Zionismus in Palästina zu einer ernsten politischen Realität geworden sei, besteht die Gefahr seiner Verwässerung als Idee. Bisher wurde die Bewegung aus den seelischen und geistigen Quellen der Vergangenheit gespeist. Ihre Propaganda war lange Zeit hindurch eine ausgesprochene Erfolgs Propaganda. Aber die Stärke der zionistischen Bewegung darf nicht ausschließlich von dem Tempo der palästinensischen Entwicklung abhängen. In Zeiten des Erfolgs kann man sich darauf verlassen daß die stumme Tat spricht. In schwierigeren Zeiten genügt der Informationsdienst nicht, dann kommt es darauf an, dem Volk und dem Einzelnen die Quellen zu erschließen und neu aufzuzeigen, aus denen die Kraft der Bewegung strömt. Wir dürfen uns nicht zu dem Irrtum verführen lassen, daß die Erkenntnis des Zionismus, die durch die furchtbare Entwicklung der letzten Jahre bestätigt sei, das Judentum automatisch in unsere Reihen führt. Es sei unsere Aufgabe heute mehr als je, die Entjudeten in unseren Kreis zu ziehen, indem wir ihnen zeigen, daß die tiefste Frage ihres Wesens, nämlich die Frage ihrer Freiheit und Menschenwürde, erst in der zionistischen Entscheidung ihre Antwort finde. Der Zionismus müsse in einer Zeit, in der die politische Lage unklar, Erez Israel den größten Belastungen ausgesetzt sei, neue Freunde erobern, er müsse heute den Kampf um die Führung in der jüdischen Welt noch einmal beginnen. Unsere Propaganda müsse auf letzte Wahrheit eingestellt bleiben. In der Nachmittagssitzung riefen JosepK B a r a t z - Daganja und der Vorsitzende des Jüdischen Pflanzerverbandes, Mosche Smi- 1 a n s k i, an Hand lebendiger Darstellungen aus der Selbstverteidigung des Jischuw zur Stärkung der Verteidigungsfonds auf. Beide Redner verurteilten die jüdischen Racheakte gegenüber den Arabern und betonten die Notwendigkeit der Geldaufbringung für die endgültige Beilegung der Kämpfe. Auch Simon Marks- London unterstrich noch einmal die Forderung nach geldlicher Unterstützung des kämpfenden Jischuw und verlangte, daß außer den im Etat der Jewish Agency vorgesehenen einen Million Pfund noch ein Sonderfonds in der gleichen Höhe in England und Amerika ausschließlich für Verteidigungszwecke aufgebracht werden müßte. In der Schlußsitzung des gleichen Tages gab Ben Gurion einen Ueberblick über die politische Situation in Palästina. Er betonte die Notwendigkeit der legalen Selbstverteidigung, aber warnte ebenso wie seine Vorredner scharf davor, den arabischen Terrorismus durch jüdische Gegenmaßnahmen zu beantworten. Professor Selig Brodetski vertrat den Standpunkt, daß in den Vereinigten Staaten und England eine antizionistische Stimmung im Wachsen sei. Da aber die englisch sprechenden Länder zur Zeit die einzigen seien, die eine wesentliche Unterstützung der Bewegung zu tragen imstande seien, müsse die Propaganda ganz besonders auf sie zugeschnitten werden. Der folgende Tag der Keren Hajessod- Konferenz war der Generaldebatte vorbehalten. Solomon Goldman, der Präsident der zionistischen Organisation Amerikas, wandte sich gegen den Geist des Defaitismus unter den Juden. Er betonte die Notwendigkeit, die zionistische Propaganda in Amerika durch jüdische Bildungsarbeit zu ergänzen. Weitere Diskussionsredner in der Generaldebatte, die auch am Nachmittag fortgesetzt wurde, waren u. a.: Nahum Goldmann, David Kleinbaum, Richard Lichtheim, Rabbi N u r o k und Alexander Goldstein, Michael T r a u b und Kleinbaum - Warschau. Der Konferenz liegt ein Bericht vor, der neben den wirtschaftlichen Verlusten und den Verlusten an Menschenleben, die die letzte Unruheperiode gefordert hat, auch die Fortschritte darstellt, die u. a. in Wegebauten zwischen Tel-Aviv und Haifa, Haifa und Beisan, in dem Bau des Tei-Aviver Hafens sowie der Gründung von 30 neuen Siedlungen besteht. Von den 300 000 Pfund, die die Jewish Agency im April in Form einer Anleihe von der Lloyds Bank und der Anglo Palestine Bank erhalten hat, sind 70 000 Pfund für landwirtschaftliche, handwerkliche und kaufmännische Kredite, 30 000 Pfund für Verteidigung, 10 000 für Darlehen an Arbeitslose, 50 000 für neue Siedlungen und der Rest für andere Gebiete der Landesentwicklung aufgewandt worden. Was das Aufkommen des Keren Hajessod betrifft, so weist der Bericht aus, daß die verständlichen Rückgänge in Mittel- und Osteuropa durch eine Vermehrung um über 25 °/o in den Vereinigten Staaten und von 55°/o in Kanada ausgeglichen worden sind. Weltkonferenz des Keren Hajessod

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