Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 36 (8.9.1938)
- Date
- 1938-09-08
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Palästina-Umschau der C.-Y.-Zeitniig* Wochen Die Lage m Palästina hat sich nicht wesentlich verändert. Es kam in der vergangenen Woche weniger zu groß angelegten Kampfhandlungen als zu kleineren Zwischenfällen. Auch scheint der innerarabische Terror wieder stärker aufzuleben. Am 30. August überfielen arabische Terroristen jüdische Hilfspolizisten, die in der Nähe der jüdischen Siedlung Chanita in einem Panzerwagen fuhren. Die Hilfspolizisten schlugen die Araber zurück, wobei sie einen von ihnen töteten. Nach der Konfiszierung von Munition, das in einem Auto auf einer Straße na;h Nablus gefunden wurde, suchten Truppen das ganze Gebiet ab. Sie stießen auf eine kleine Terroristenbande, die sie zerstreuten. Vier Häuser im Bezirk Nablus wurden zerstört, weil ihre Bewohner Banditen Zuflucht gewährt hatten. Ein Bote der arabischen Bank in Nablus wurde von Banditen überfallen, die ihm eine Summe von 220 Pfund raubten. An der transjordanischen Grenze wurde das palästinensische Zollhaus an der Allenby-Brücke in Brand gesetzt und schwer beschii'ajt. Die Lokomotive eines Güterzuges, die von Haifa nach dem Süden fuhr, geriet in der Nähe von T u 1 k e - rem auf eine Landmine und entgleiste. Es wurde niemand verletzt, jedoch mußte der Verkehr für den Rest des Tages unterbrochen werden. Eine der gelegentlich mitten aus den Kämpf en als, eine Hoffnung auf bessere Zeiten hervorleuchtenden kleinen Begebenheiten spielte sich Juwelier Ludwig Steinmetz \ Nürnberger Sfr. 56 (neben Woolworth) in der Nähe von N a z a r e t h ab, wo die Geistesgegenwart eines arabischen Polizisten einem jüdischen Kollegen das Leben rettete. Beide Polizisten eskortierten einen arabischen Omnibus mit einem Gefangenen, wurden dabei von Arabern überfallen und in die Berge verschleppt.. Der Jude sollte ermordet werden, der arabische Polizist erklärte jedoch nachdrücklich, daß er ein Araber sei, worauf beide freigelassen wurden. Nach der Rückkehr der beiden Polizisten nahmen Truppen die Verfolgung der Bande auf. Es kam zu einem Kampf, in dem vier Terroristen getötet wurden. Drei jüdische Hilfspolizisten wurden zwischen. C h e d e r a und Kfar Menschern von einer 50 Mann starken Araberbande" überfallen. Sie hielten die Angreifer in Schach, bis Verstärkung eintraf, die die Bande vertrieb. Der Bahnhof von Deir Esch Scheik wurde von Banditen in Brand gesteckt und vollkommen zerstört. Am 31. August wurde der 25jährige jüdische Polizist Mordechai R e z n i k, der im Jahre 1934 aus Warschau eingewandert war, in einem Omnibus in Ludd von einem arabischen Passagier erschossen. Der Mörder entkam. In der Jerusalemer Altstadt wurde ein arabischer Hilfspolizist schwer verwundet. In der Nähe des Haifaer Bahnhofes stieß ein Polizist auf einen berüchtigten arabischen Terroristen, der sofort die Flucht ergriff. Der Polizist verfolgte und tötete ihn. Die Polizeistation von Neirum an der Nordgrenze wurde von einer Bande bewaffneter Araber umzingelt. Es kam zu einem Gefecht, in dessen Verlauf die Polizisten die Angreifer vertrieben und ihnen Verluste zufügten. Ein anderer Arabertrupp machte den Versuch, mit gezogenen Revolvern in die ottomanische Bank in Jaffa einzudringen. Arabische Polizisten hielten sie zurück, bis Polizeiverstärkung eintraf und die Bande vertrieb. Eine jüdische Plantage in der Nähe von Ramie wurde von Terroristen überfallen. Es wurde erheblicher Sachschaden angerichtet. An verschiedenen Orten hielt die Polizei Autos an, in denen sie Munition fand. Im Bezirk von Nazareth wurden mehrere Dörfern wegen Anbohrens der Oeileitung und Korndiebstahls aus einer jüdischen Siedlung Geldbußen auferlegt. Auch über die Stadt A k k o und sieben weitere Dörfer wurden im Zusammenhang mit Anschlägen auf das Leben von zwei Juden, Geldbußen verhängt. Das bereits erwähnte Aufleben des innerarabischen Terrors führte u. a. zu der Erschießung des Muktars eines arabischen Dorfes in der Altstadt von Jerusalem. Sein Begleiter wurde verwundet. Ferner wurden zwei arabische Aerzte vom Regierungskrankenhaus in Hebron außerhalb der Stadt von Banditen ver? schleppt. Sie wurden später freigelassen und kehrten nach Hebron zurück. Tewf iq S c h a n t i, ein Neffe des Herausgehers der arabischen Zeitung „Adif aa", wurde in Jaffa ermordet, als er im Wartezimmer eines bekannten Arztes saß. Der Ermordete war bereits in der vergangenen Woche das Ziel eines Attentates gewesen, von dessen Folgen er erst unmittelbar vor seiner Ermordung wieder hergestellt war. Zwei Juden, die am 26. August bei einem arabischen Ueberfall auf ein jüdisches Auto in der Nähe von Sarafend verwundet worden waren, erlagen am 1. September ihren Verletzungen. Es waren dies der 50jährige Samuel W e i n e r aus Jerusalem und der Ingenieur Gabriel Chelouche aus Tel-Aviv. Der 36jährige jüdische Eisenbahnvorarbeiter - Bericht in Jaffa.. Elieser Ballaban. wurde von Arabern durch Messerstiche schwer verletzt. Die jüdische Siedlung Schunat Brandeis bei Chedera wurde von Arabern überfallen. Eine jüdische Autopatrouille eilte herbei und vertrieb die Banditen. In Rechawia wurde auf der Schwelle des Hauses von Professor Leon Roth von der Hebräischen Universität eine Bombe gefunden, die noch nicht explodiert war. Am 2. September explodierte an der Stadtgrenze von T e 1 - A v i v eine Bombe, die von Arabern in einem Korb Weintrauben verborgen worden war. Neun Juden wurden verletzt, davon Josef ben Schlomo, Michael D a - w i d o f f und Benjamin Bebelia hu schwer. In der Nähe von Zichron wurde der jüdische Farmer Salman Leibovitsch angeschossen und verwundet. Nicht weit vom Kibbuz Alonim im E m e k wurde eine jüdische Ambulanz angeschossen, die einen Kranken beförderte. Es wurde glücklicherweise niemand getroffen. An der Stadtgrenze von Jaffa wurde eine kleine Synagoge von Terroristen in Brand gesteckt und zerstört. Die Torarollen konnten gerettet wer Jen. Der Wächter der Synagoge vertrieb schließlich die Banditen. In der Karmel- Straße in T e 1 - A v i v wurden durch Schüsse, die aus Jaffa kamen, der 26jährige Jizchak P r a d o schwer verwundet. In der Altstadt von Jerusalem herrschte eine ziemlich gespannte Stimmung, da sich Tausende von Arabern aus Städten und Dörfern der Umgebung versammelt hatten, um in der Omarmoschee zu beten. Es waren seitens der Polizei umfassende Vorkehrungen getroffen und es gelang, die Ruhe zu erhalten. Wiederum fielen auch Araber dem arabischen Terror zum Opfer. In Jerusalem wurde ein christlicher Araber und in Jaffa ein arabischer Polizist ermordet. Aus Nazareth wurde der amtierende Bezirksbeamte, zwei arabische Steuerbeamte und zwei weitere Araber von einer großen Bande bewaffneter Terroristen verschleppt, nachdem sie eine Geldbuße aus einem in der Nähe gelegenen Araberdorf eingezogen hatte. Militär nahm die Verfolgung der Bande auf, und die verschleppten Araber kehrten am nächsten Tage nach Nazareth zurück. Am 3. September überfiel eine Araberbande W. Genf, 1. September Im Hinblick auf den bevorstehenden Zusammentritt des Völkerbundsrates und der Völkerhundsversammlung hat die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes ihren Bericht an den Völkerbundsrat zur Frage des Palästinamandats und das Protokoll der Geheimsitzungen, die anläßlich ihrer letzten Tagung zum Palästinaproblem abgehalten wurden, veröffentlicht. Nichts könnte besser für die Kritik zeugen, die die Politik der Mandatarmacht in allen interessierten Kreisen begegnet, als die klaren Feststellungen der Mitglieder dieses unparteiischen Gremiums während der Auseinandersetzungen mit dem britischen Vertreter Sir John Shuckburgh und die, bei aller höflichen VerklausuPerung, ebenfalls eindeutigen Sätze des allgemeinen Berichts, der nunmehr dem Völkerbund vorliegen wird. Wie erinnerlich, hatte der Vertreter der Mandatarmacht in seinem einleitenden Expose während der Tagung der Kommission darauf hingewiesen, daß im damaligen Zeitpunkt die gesamte Angelegenheit sich noch, infolge der Arbeiten der Woodhead- Kommission, in einem schwebenden Verfahren befinde, und es daher nicht angezeigt sei, „die politischen Hauptfragen im gegenwärtigen Augenblick zu behandeln". Die Mandatskommission hatte dem Wunsche des britischen Vertreters stattgegeben und auf e:ne Diskussion der Modalitäten einer Lösung des Problems in seiner Gesamtheit verzichtet. Dennoch ließ sich die Kommission nicht davon abhalten, eine Frage von großer politischer Bedeutung anzuschneiden und die, wie es scheint, seitens der Mandatskommission ein ganz besonderes starkes Interesse findet: die jüdische Einwanderung. Alle Beteiligten, sowohl die Mitglieder der Mandatskommission, der englische Außenminister in seiner Rede vom 14. September 1937 vor dem Völkerbundsrat, wie auch die Mitglieder des Völkerbundsrats selbst seien sich darüber klar gewesen, so erklärte der Präsident der Kommission, Orts (Belgien), daß die im Jahre 1937 zur Anwendung gekommene Einschränkung der jüdischen Einwanderung eine (nach den Worten Mr. Edens selbst) „rein eine Polizeipatrouille in der Nähe von Nablus. Ein britischer Polizist wurde leicht verletzt. Die jüdischen Orangenplantagen bei Giwat Brenner wurden beschossen. Jüdische Hilfspolizisten erwiderten das Feuer und töteten einen der Angreifer. Wieder wurde ein religiöser Mittelpunkt der Juden von Arabern in Brand gesetzt, und zwar die Talmud-Tora im Neve Schaanan zwischen Tel-Aviv und Jaffa. Das Feuer wurde jedoch bald wieder gelöscht. In der Nacht zum 4. September kam es zu einem größeren Gefecht bei A f u 1 e, bei dem auf der einen Seite Araber und auf der andern Militär und jüdische Hilfspolizisten standen. Es wurden 14 Araber getötet und viel Munition erbeutet. Unter den getöteten Arabern befand sich ein bekannter arabischer Führer, Scheik Taha. In der Gegend von A k k o wurden zwei jüdische Lastwagen, die mit Gemüse beladen w^aren, von Arabern angefallen. Der Fahrer des einen Wagens, Zwi Kipness, wurde getötet, der andere entkam. Der Wagen brannte nieder. Die 23jährige Mirjam Lipschitz, die am 20. August in Jaffa verwundet worden war, starb im Hadassa-Hospital von Tel-\viv. In Haifa wurde Elieser A z b a c h durch Schüsse schwer verwundet. In Ramie wurde bei der Beschießung eines E^ged-Autobus der Fahrer David Stern, 38 Jahre, schwer verwundet. Zum ersten Male wurden in der Nähe von Jerusalem, und zwar zwischen Bet Hakerem und Bajit Wegan, zwei Landminen aufgefunden, die miteinander verbunden waren. Glücklicherweise waren sie noch nicht zur Explosion gekommen. In Jaffa wurde der arabische Polizeiinspektor Fakhrad Khauri von zwei Arabern erschossen, die später einen Anschlag auf einen weiteren prominenten arabischen Oppositionsführer erfolglos unternahmen. Am 5. September nahmen die Unruhen in den Außenbezirken von Jaffa, Tel-Aviv und Haifa zu. Sieben Juden wurden durch Schüsse verwundet. Auf dem Bahnhof in Ludd wurde ein Ueberfall verübt, wobei zwei jüdische Bahnbeamte, Meier Ben-Venisti (28Jahre) undMosche Sternfeld (38Jahre), getötet wurden. Ein anderer Beamter, Schlomo L i p k i n, wurde verwundet. Ein führender Gegner des Mufti, Ahmed Daoüd Ausari, der bereits zweimal verwundet., worden war, wurde getötet. zeitweilige Maßnahme sei, die den Zweck habe, einer einmaligen und vorübergehenden Situation Rechnung zu tragen." Am 31. März 1938 sollte diese Politik der Einwanderungsbeschränkung ein Ende finden, da man laut den Mitteilungen der Mandatarmacht zu diesem Zeitpunkt mit dem Beginn der Ausführung des Teilungsplanes rechnete. Aus den Ereignissen nach dem 31. März 1938 sowie aus den Erklärungen des Vertreters der Mandatarmacht gehe jedoch hervor, daß eine weitere „Uebergangsperiode" von der Mandatsregierung ins Auge gefaßt sei, und zwar zwischen der Periode der integralen Ausübung des Mandats und der von der Peel-Kommission in ihrem Teilungsplan vorgesehenen Uebergangsperiode vor der endgültigen Teilung. Ein solcher Zustand, so schloß der Präsident der Mandatskommission seine Ausführungen, müsse zu Konfusionen führen und mache den Weg frei für Willkürhandlungen. Der Vertreter der Mandatarmacht habe in seinem Bericht nicht den Eindruck verwischen können, daß man sich in der Palästinapolitik weit von der rechtlichen Grundlage entfernt habe. Es sei klar, daß das Mandat in Palästina nicht mehr normal funktioniere. Die tatsächliche Lage im Mandatsgebiet sei durch Initiativen und Unterlassungen gekennzeichnet, die vom Geist des Mandats, so wie er bisher immer interpretiert wurde, abweichen, gewisse genau umschriebene Bssümmun-en einfach außer acht lassen oder eine Anwendungspraxis einführen, die von der bisherigen grundverschieden ist. Das treffendste Beispiel dafür sei die neue Reglementierung der jüdischen Einwanderung. Tatsächlich ist die jüdische Einwanderung auf ein bedeutungsloses Quantum vermindert worden und es wäre keine Uebertreibung zu sagen, daß die Artikel 2 und 6 das Mandats nicht mehr beobachtet würden. Auch die übrigen Mitglieder der Kommission hielten mit ihrer Kritik nicht zurück. Der Vizepräsident, Professor Rappard (Schweiz), ein Verfechter der inte gralen Verwirklichung des Mand: 's, s!el-te fest, daß nicht nur die augenblickliche Einschränkung der jüdischen Einwände- Die Zensur Die in der vergangenen Woche verhängten strengen Zensurmaßnahmen für die gesamt« palästinensische Presse, nach denen sie Über die terroristischen Ereignisse lediglich die offiziellen Regierungscommuniques veröffentlichen darf, sind weiter in Geltung. Darüber hinaus •unterliegen fast sämtliche arabischen Blätter einem mehr oder minder lang befristeten Verbot. Am 30. August wurde die einzige zü diesem Zeitpunkt erscheinende arabische Zeitung „Assirat Allustahim" gleichfalls verboten. Am 31. August wäre das Verbot der Zeitung „Feiestin'4 abgelaufen. Die Zeitung wagte aber nicht wieder zu erscheinen, da die Terroristen sie für den Fall, daß sie der Zensurvorschrift entsprechend nur die amtlichen Commtiniques veröffentlichen würde, bedroht hatten. Der Herausgeber des „Feiestin" hatte den hebräischen Journalisten den Vorschlag gemacht, eine gemeinsame Konferenz abzuhalten, in der die herrschenden Zensurvorschriften erörtert werden sollen. Wie schon einmal, im Jahre 1936, ist auch jetzt wieder im Zusammenhang mit der Zensur im Lande auch der internationale Telephondienst seitens der Regierung eingestellt worden. Die Zensur von Pressetelegrammen jedoch, die gleichfalls verfügt worden war, ist wieder aufgehoben worden. Veriustziffern Die „Palestine Post" veröffentlicht die Verlustbilanz für den Monat August. Danach wurden 226 Personen getötet und 301 Personen verwundet. Unter den Getöteten befanden sieh 48 Juden, 193 Araber, 19 Engländer und sechs andere Personen. Unter den Verwundeten waren 110 Juden und 29 Engländer. Im Juli waren die entsprechenden Zahlen 208 Tote und 457 Verletzte. Die Verlustziffern haben in diesen beiden' Monaten einen traurigen Höchststand erreicht. Allen Proklamationen, Polizeiverstärkungen und Regierungserwägungen zum Trotz lassen auch die ersten Tage des-September nicht darauf schließen, daß dieser Monat mit einer wesentlichen Verminderung seiner Terroropfer abschließen wird. Die Technische Kommission in London ist nicht mehr weit entfernt von der Beendigung ihrer Arbeiten, deren Ergebnis für Oktober erwartet wird. Sie sollte sich, durch die blutigen Zeugen des völligen Versagens-- einer undurchsichtigen Verzögerungspolitik darüber belehren lassen, daß schnelle und entschiedene Taten nicht mehr länger entbehrt werden können. Gerechtigkeit muß nicht notwendig mit Zugeständnissen erkauft werden; Gerechtigkeit in einem höheren Sinne wäre dann verwirklicht, wenn den beiden unter schwerem Druck lebenden BevÖlkerungsteiien in Palästina endlich ihr Recht auf Arbeit und Frieden wieder gesichert wäre.!ll!llll!HI!llll]Mlllll!lll!!lllllMIIIIIlll!lllilinilllllllllinillllllllllllllllUI1lllllllllllllllllllllilllllllll rung gegen eine Grundbestimmung des Mandats — „Erleichterung der Einwanderung" — verstoße, sondern daß schon das seit 1922 von der Mandatar macht verfolgte Prinzip der „wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit" im Mandat nicht enthalten sei, sondern es eingeschränkt habe. Wenn die Formel der „wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit" auch als durchaus vei nünftig anzuerkennen sei, so bleibe doch die Tatsache bestehen, daß die Mandatarmacht sich bereits zweimal außerstande erklärt hat, die Bestimmungen des Mandats uneingeschränkt auszuführen. Professor Rappard gab seinem dringenden Wunsche Ausdruck, daß das Möglichste getan werde, um der Uebergangsperiode unverzüglich ein Ende zu bereiten. Die gegenwärtige Situation sei widerrechtlich, und solange dieser widerrechtliche Zustand andauere, würden auch die Unruhen nicht aufhören. Sobald jedoch eine konkrete und eindeutige Entscheidung seitens der Mandatarmacht gefällt werden würde, würde der lebhafte Wunsch der Bevölkerung nach Ruhe und Ordnung sich von neuem geltend machen. Frau Dannevig (Dänemark) gab der Enttäuschung Ausdruck, die die jüdische Bevölkerung angesichts der neuen Beschränkung der Einwanderung empfinden müßte. Würden die Juden auch wirklich in der Lage sein, später diesen Wanderungsausfall durch erhöhte Einwanderung auszugleichen? Die Erwiderung des britischen Vertreters, Sir John Shuckburgh, stützte sich im wesentlichen auf drei Punkte. 1. Nicht die Bestimmungen des Mandats, sondern die Politik der Mandatsregierune sei einer Abänderung unter dem Druck der Verhältnisse unterzogen worden. Das Mai: ca!; enthalte die Verpflichtung, „die Einwanderung in angemessener Weise zu erleichtern", die Mandatarmacht müsse sich aber das Recht vorbehalten, die Bedingungen festzulegen, die als „angemessen" anzusehen sind. 15 Jahre lang habe die M;r;..datsregierung ihr Bestes getan, um die Politik, so wie sie 1922 in dem söge- Palästina im Urteil der Mandatskommission