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Central-Verein-Zeitung · 1938-09-08 · 36 (8.9.1938) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
36 (8.9.1938)
Date
1938-09-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 C.-V.-Zeitung Nr. 36 * 8. September 1938 den Radioapparaten ist auf die Periodenzahl des Netzes zu achten. Da es häufig sehr schwer fällt, diesen technischen Ausdruck in eine andere Sprache zu übersetzen, sei erwähnt, daß Perioden auf englisch „cycles" heißt. 4. Welcher Anschlußwert? Der Anschlußwert wird auf den Geräten angegeben mit Kilowatt (kw.) oder Watt. Bei den allgemein gebräuchlichen Haushaltgeräten ist der Anschlußwert so niedrig, daß das Gerät an jede Leitung angeschlossen werden kann. Warmwasserspeicher, elektrisch geheizte Waschmaschinen und Bügelmaschinen, sowie gewerbliche Geräte haben häufig einen solch hohen Anschlußwert, daß sie; später nicht angeschlossen -werden können, weil das Leitungsnetz nicht stark genug oder die Anschlußmöglichkeit begrenzt ist. HERBERT UEBENTHAL Spedition Umzugstransporte nach allen Erdteilen Berlin WS, Kronenstr. 33 Fernruf 16 37 40 Diese allgemeinen technischen Fragen müssen also bei der Mitnahme von elektrischen Geräten in jedem Fall vorher geklärt sein, weil, wie bereits gesagt, die Verhältnisse an jedem Ort im Ausland verschieden sind. Lediglich für Palästina liegt dieses eindeutig fest. Dort ist überall Wechselstrom von 220 Volt bei 50 per/s. Nach diesen allgemeinen technischen Ueberlegungen sollen nun folgend die Geräte im einzelnen besprechen werden: 5. Bügeleisen: Sie sind unabhängig von der Stromart, dagegen abhängig von der Spannung. Wenn diese nicht geklärt: entsprechende Heizwiderstände zum Auswechseln mitnehmen! Bügeleisen mit automatische!' Temperaturreguüorung sind nur für Wechselstrom zu gebrauchen. Keine Reisebügeleisen für den Hausgebrauch, weil diese zu leicht sind! Gebräuchlich EIzzvl, die 21/2—3 kg schwer sind, mit Knopf nute, Schalter am Eisen und Aufstellvorrichtung. Dampfbügeleisen sind nur zu empfehlen, wenn keine Rostgefahr zu befürchten ist. 6. Kocher: Für Stromart und Spannung gilt das gleiche wie unter 5. Empfehlenswert wegen der kurzen Heiszeit sind die Expreßkocher mit Einsatz. Man beachte jedoch den hohen Anschlußwert mit 1200—1300 Watt..Wenn.man nicht weiß, ob die Leitungen hierfür ausreichen, wähle man lieber Kocher mit kleineren Beheizungen. 7. Tauchsieder: Sehr praktisch zum Kochen von Wässer, weil jedes vorhandene Gefäß benutzt werden kann, jedoch nicht unter 1000 Watt. Diese werden für zwei Spannungen hergestellt. 8. Brotröster, Kaffeemaschinen, "Waffel- und Hörncheneisen: Für diese Geräte gilt bezgl. der Stromart und Spannung das unter 5. Gesagte. Empfehlenswert sind Brotröster mit Bakkerrohrheizkörpern. 9. Kaffeemühlen: Diese sind von der Stromart und Spannung abhängig, bedingt auch von der Periodenzahl. 10. Heizkissen: Unabhäng.' ~ - j 1 der Stromart, dagegen abhängig von der Spannung. Es werden jedoch Reiseheiskissen für Spannungen von 110 bis 225 Volt hergestellt, und zwar in erstklassiger Ausführung, die in jedem Fall zu empfehlen sind. Für feuchte Umschläge sind Gununiüb?—"" ~o zu verwenden. 11. Haartrockner: Von d^r .. art unabhängig, wenn mit Universalmotor. Reisehaartrockner, in bester Ausführung, für 110—220 Volt. 12. Staubsauger und Bohnerapparate : Sie sind meistens mit einem Universalmotor ausgerüstet, daher von der Stromart unabhängig. Die Spannung muß jedoch festliegen. Bei größeren Wohnungen mit vielen Teppichen ist der klopfende Staubsauger unbedingt vorzuziehen. 13. Heizöfen: Unabhängig von der Stromart, dagegen abhängig von der Spannung, die jedoch leicht durch Auswechseln der Heizstäbe anzupassen |H Malermeister Oskar Siresenauer Berlin. W15, Pariser Str. SO, 921537. Erstkl.Ref. ist. Die sogenannten Heizsonnen sind nicht zu empfehlen, dafür die leichten und handlichen Strahlöfen, möglichst mit 1,5 kW Anschlußwert und einer dreifachen Schaltung. 14. Ventilatoren: Mit Uni versalmotoren für Gleich- und Wechselstrom lieferbar oder für zwei Spannungen. Den Flügeldurchmesser nicht zu klein wählen, mindestens 300 mm, möglichst solche die. für. Tisch- und Wandgebrauch verwendbar und schwingen (oscillieren), sowie mit Regulierschalter zum Regulieren der Windstärke. 15. Elektrisch angetriebene Nähmaschinen: Die Motoren sind für jede Periodenzahl und für Gleich- und Wechselstrom, jedoch nur für ei n e Spannung. Wenn diese nicht geklärt, muß ein zweiter Motor mitgenommen oder ein Transformator vorgeschaltet werden. 16. Kühlschränke: In einigen Großstädten Nordamerikas gehören diese zu den Wohnungen, wenn dieses feststeht, ist eine Mitnahme zwecklos. In heißen Gegenden ist der Kühlschrank jedoch unentbehrlich. Der Kühlschrank muß, wenn er auf die Dauer seinen Zweck erfüllen soll, bezgl. der Spannung, Stromart und Periodenzahl den Verhältnissen des zukünftigen Aufstellungsortes angepaßt werden. Ferner ist zu beachten, daß die meisten in Deutschland hergestellten Schränke nur für die hiesigen Temperaturen geeignet sind. Nur wenige Fabrikate geben eine Gewähr dafür, daß sie in Tropengegenden oder Gegenden mit tropen ähnlichen Temperaturen ihren Zweck erfüllen. Absorptionsschränke sind in jedem Falle zu verwerfen. Für die Auswahl des Schrankes ist auch die Frage wichtig, ob eine Reparatur oder Ersatzteilbeschaffung in dem zukünftigen Wohnland besteht. Man wähle keinen zu kleinen Schrank, da dieser in heißen Gegenden viel mehr in Anspruch genommen wird, als hier. Die Größe richtet sich nach der Personenzahl im Haushalt. Ein Schrank, der für die Auswanderung in heiße Gegenden in Frage kommt, muß mindestens einen Inhalt von 120 Liter haben, der für 2—4 Personen bei kleinen Ansprüchen ausreicht. 17. "Waschmaschinen: Die erste Erwägung, die der Auswanderer bei der Frage der Mitnahme einer Waschmaschine anstellen muß, ist die, ob in der zukünftigen Wohnung eine Waschküche, wie von hier gewohnt, vorhanden ist. Da derartige Waschküchen fast Kaum im Ausland anzutreffen sind, ist zu überlegen, wo wird gewaschen und wo kann die Waschmaschine aufbewahrt werden. Die Maschine muß also ' dann leicht transportabel sein und darf im ungebrauchten Zustand nur wenig Platz einnehmen. Die zweite Erwägung ist die, wo kann die Wäsche . gekocht werden. In den seltensten Fällen ist eine Kochgelegenheit für die Wäsche, so wie man das von hier gewohnt, anzutreffen. Es ist daheir in solchen Fällen eine- "Waschmaschine zu wählen, die Wäsche zu gleicher Zeit kocht und schlägt. Es gibt hier in . Deutschland einige Fabrikate, die diesen Anforderungen in jeder Weise Rechnung tragen und die wegen ihrer einfachen Konstruktion, geringem Gewicht und kleinem Raumbedarf unbedingt zu empfehlen sind. Jetzt ist jedoch noch die Frage der Beheizung zu klären, da diese Waschmaschine be'vc.vs\. werden kann durch: I.Kohle und Holz, 2. Gas, 3. Elektrizität, 4. Petroleum, 5. Benzin oder Spiritus. Kohle- und Holzbeheizung ist nur da möglich, wo die Waschmaschinen einen festen Standort haben. Gas ist fast nur in größeren Städten vorhanden. Die elektrische Beheizung ist die bequemste, aber nur zu verwenden, wo die Stromtarife und das vorhandene Leitungsnetz dieses zulassen. Ob Petroleum, Benzin oder Spiritus, ist nach der Beschaffungsmöglichkeit und Preise dieser Brennstoffe zu entscheiden. Da die Waschmaschine unabhängig von der Beheizung durch einen elektrischen Motor bewegt wird, ist auch die Frage der Stromart, Spannung und bei Wechselstrom die Periodenzahl vorher zu klären. Zum Trocknen der Wäsche gibt es Wringer, die bei verschiedenen Fabrikaten direkt an der Waschmaschine angebaut sind oder Zentrifugen und Pressen. 18. Der elektrische Herd: Das Kochen mit dem elektrischen Herd ist der Hausfrau wegen des Zeit sparenden Kochverfahrens, wegen seiner Sauberkeit und wegen der geringen Hitzeentwicklung unbedingt zu empfehlen. Allerdings ist das elektrische Kochen nur da möglich, wo die Stro—'a-ife ein wirtschaftliches Arbeiten gewährleisten. Jedoch das elektrische Kochen bürgert sich in der ganzen Welt immer mehr ein. Die Elektrizitätswerke haben selbst ein Interesse daran, dieses zu fördern und die Stromtarife auf eine Preisstufe mit anderen Heizarten zu bringen. In den Großstädten Nordamerikas gehört der Herd wie der Kühlschrank mit zur Wohnung. Hier scheidet also eine Mitnahme aus. Hat sich nun der Auswanderer dazu entschieden, einen elektrischen Herd mitzunehmen, so ist vor allen Dingen die immer wiederkehrende Frage der Spannung, ohne Rücksicht auf Stromart und Periodenzahl, zu klären. Gegebenenfalls kann der Herd durch Mitnahme eines zweiten Plattensätzes, der von jedem Laien leicht auszuwechseln ist, für zwei Spannungen eingerichtet werden. In diesem Falle müssen jedoch auch für den Backofen Ersatzelemente beschafft werden. Der Herd selbst muß so klein wie möglich gewählt werden, da die Küchen im Ausland meistens sehr klein gehalten sind. Es kommen also nur solche Herde in Frage, bei denen der Backofen direkt unter den Platten liegt. Zu empfehlen sind wegen ihrer stabilen und ansprechenden Ausführung die sogenannten „Schrankherde", ohne Nickelbeschläge. Sie sind mit abnehmbaren oder herunterklappbaren. Abstellplatten versehen, durch die der Herd, wenn genügend Raum Bogota, die Hauptstadt Kolumbiens Ein kleiner Bericht über eine große Stadt Ä. H. J., Bogota, 24. August (Luftpost) Seit acht Wochen bin ich in Kolumbien. Ich habe in dieser Zeit nur Puerto Colombia, den Ankuriftshafen, Baranquilla, die Industriestadt, und Bogota, die Hauptstadt, kennengelernt. Ueber Puerto Colombia gibt es nicht viel zu sagen: ein ganz kleiner Ort, der nur dadurch Bedeutung gewonnen hat, daß die Schiffe aus Uebersee hier zum ersten Male kolumbianischen Boden berühren und weil man zum ersten Male mit einer kolumbianischen Behörde bei der Zollkontrolle in Berührung kommt. Baranquilla dagegen ist eine Stadt von etwa 180 000 Einwohnern, sehr lebhaft, großstädtisch, wenn auch eben großstädtisch im kolumbianischen Sinne mit reger Industrie. Man hört von allen Seiten, daß die Arbeitsmöglichkeiten dort gut sind. Ich selbst konnte nur 12 Stunden in dieser Stadt bleiben. , Am nächsten Tage flog ich in nur 2V2 Stunden nach Bogota. Der erste Eindruck von Bogota ist: überfüllte Straßenbahnen. Zuerst glaubte ich mit Schrecken, es sei eine Revolution in Kolumbien ausgebrochen, denn auf den Trittbrettern standen Gruppen von Polizeibeamten. Später habe ich mit Vergnügen festgestellt, daß das zur täglichen Gewohnheit gehört. Und heute noch, nach acht Wochen, bin ich ein ausgesprochener Feind der Straßenbahn. Es ist lebensgefährlich, mit ihr zu fahren, denn sie ist so überfüllt, daß die Menschen w*ie Trauben auf den Trittbrettern hängen und das Ein- und Aussteigen ein ständiger Kampf ist. Dafür ist sie um so billiger. Für 5 Centavos (ungefähr 8 Rpf) kann man durch die ganze Stadt fahren, was bei der Ausdehnung Bogotas schon etwas heißt. Der Verkehr in Bogota ist so groß, daß die Hauptstraße, an der ich wohne, für Fahrzeuge jeglicher Art (außer Straßenbahnen) gesperrt ist. Die übrigen Hauptverkehrsstraßen sind so eng, daß sie zum größten Teil zu Einbahnstraßen erklärt wurden. Die Stadtverwaltung ist eifrig bemüht, die Verkehrsprobleme zu lösen. Das Leben in Bogota ist keineswegs billig. Man darf nicht in den Fehler verfallen, Mark und Peso gleichzustellen, denn tatsächlich ist 1 Peso gleich 1,50 Reichsmark. Was . die Lebenshaltung in Bogota wesentlich verteuert, sind die Wohnverhältnisse, die für eine Stadt von fast 350 000 Einwohnern un- J gewöhnlich ungünstig sind. Was man' in Deutschland unter möblierten Zimmern versteht, dürfte es hier nur sehr selten geben. Dafür gibt es eine Unmenge für europäische Begriffe primitiver Pensionen. Es ist in den anständigen Hotels und Pensionen selbstverständlich peinlich sauber, die Bedienung ist in jeder Beziehung gut, aber die Einrichtung der Zimmer ist mehr als einfach. Was wir in Europa als Bäder kennen, gibt es in Kolumbien überhaupt nicht. Badewannen sind da, aber kein Wasser. Man kann in den Badewannen duschen, aber zu einem Sitzbad reicht das Wasser nicht. Denn die Wasserversorgung ist überhaupt ein wunder Punkt. Es gibt Tage, an denen man einfach kein Wasser — außer Trinkwasser — bekommt, und es gibt Tage, an denen sich der groteske Zustand ergibt, daß man kein Wasser hat, um sich zu waschen. Auch die Toiletten funktionieren an solchen Tagen nicht, ein ungewöhnlicher Zustand für eine solche Stadt. Das Trinkwasser wird, wie in Deutschland die Milch, gegen geringes Entgelt ins Haus geliefert. Das Waschwasser darf unter keinen Umständen zum Trinken benutzt werden, weil es gesundheitsschädlich ist. Die Arbeitsmöglichkeiten schwanken je nach den Berufen. Grundbedingung für gute und feste Anstellung ist Kenntnis der spanischen Sprache, wenigstens in ihren Grundzügen. Wichtig sind außerdem Kenntnisse vor allem im Englischen, aber auch Französischem. Wenn man nur ein ganz klein wenig spanisch spricht, erhält man von jedem Kolumbianer jede nur erdenkliehe Hilfe. Man darf sich unter keinen Umständen darauf verlassen, auf dem Schiff oder in den ersten Tagen im Lande die Sprache zu erlernen, damit geht kostbare, unwiederbringliche Zeit verloren. Gelernte Handwerker jeder Art, die über sichere Kenntnisse verfügen, werden hier bestimmt ihren Weg finden. Kaufleute und Intellektuelle werden es schwerer haben, denn gerade hierfür ist eine profunde Kenntnis der spanischen Sprache Vorbedingung. Von dem sozialen, gesellschaftlichen und jüdischen Leben in Bogota soll in einem weiteren Artikel die Rede sein. Die Religiöse Auswanderer-Betreuung Agudas Jisroel, Berlin N 4, Johannisstr. 8, -weist darauf hin, daß bei jeder Buchung einer Schiffs-Passage mit ritueller Verpflegung eine Rückfrage über die Zuverlässigkeit des Kaschruth. bei der Agudas notwendig ist. Für die „Fahrt nach Nordamerika" ist ein besonderes Merkblatt herausgegeben (Spesenvergütung 15 Pfg.)- Jüdische Auswanderer, die mit Schiffen fahren, die am Schabbath in USA. ankommen, erhalten auf Wunsch spezielle Informationen. Berichte über die jüdisch-religiösen Verhältnisse in allen Einwanderungsländern stehen den Interessenten zur Ver- . fügung. Gesetzestreue Bäcker, die in den nächsten Wochen nach USA. auswandern, werden um Aufgabe ihrer Anschrift gebeten. Für sich in Uebersee bildende Gemeinden werden Ritualien, auch Torarollen, benötigt. Ermäßigte Fernsprechgebühren nach England. Mit dem 1. September sind die Gebühren im Fernsprechverkehr zwischen Deutschland und Großbritannien um 1,10 RM für ein Dreiminutengespräch in den einzelnen Zonen herabgesetzt worden. Ein Dreiminutengespräch Berlin—London kostet jetzt demnach in der gewöhnlichen Sprechzeit 8,60 (bisher 9,70 RM), in der verbilligten Sprechzeit (zwischen 7 Uhr abends und 8 Uhr morgens) 5,16 (bisher 5,80) RM. Gleichzeitig werden die Orte des Landes Oesterreich in den deutsch-britischen Fernsprechtarif aufgenommen. vorhanden ist, verbreitert wird. Unabhängig von der Größe des Haushaltes ist ein Herd mit vier Platten zu wählen. Der Vierplattenherd beansprucht in der Küche nicht mehr Raum, als der Zwei- oder Dreiplattenherd, er ist auch nicht viel teurer als der Herd mit einer geringeren Plattenzahl. Der Vorzug des Vierplattenherdes liegt in der verschiedenartigen Größe der Platten. Bekanntlich müssen die Töpfe in ihrem Durchmesser den Plattengrößen angepaßt werden. Bei dem Vierplattenherd sind zwei Platten gleicher Größe eingebaut, auf denen üblicherweise mit dem dazu passenden Topf gekocht wird. Die dritte Platte ist kleiner gehalten und kann als Expreßplatte eingerichtet werden, um im Bedarfsfalle die Koch- und Bratzeit abzukürzen. Die vierte Platte ist größer als die drei angeführten und ward dann nur für besonders große Töpfe, Pfannen oder für kleine Waschkessel benutzt. Der zu einem Herd unumgänglich notwendige Grill- und Backraum muß eine möglichst hohe Beheizung haben. 19. Kochgeschirr für elektrische Herde: Bekanntlich müssen für das Kochen auf dem elektrischen Herd aus Gründen der Stromersparnis besondere Kochgeschirre, im Durchmesser passend zu den Platten, mit geraden abgedrehten Boden benutzt werden, mit einer Bodendicke, die ein Werfen des Topf- oder Pfannenbodens ausschließt. Es gibt Aluminiurngeschirr, das wohl gut aussieht, aber mehr Putzarbeit erfordert. Deshalb wähle man Stahlgeschirr, außen und innen mit splitterfreier Glasur versehen und möglichst mit Chromrand. Auch feuerfestes Glasgeschirr, jedoch nur mit geschliffenem Boden, ist sehr geeignet. Bei der Zusammenstellung des Kochgeschirrs vergesse man nicht, den Tauchsieder oder den elektrischen Wasserkocher, weil diese zur schnellen und rationellen Wasserbereitung unbedingt notwendig sind, selbst «auch dann, wenn in der Küche ein besonderer Warmwasserbereiter vorhanden. 20. Warmwasserspeicher: Zur Bereitung des warmen Wassers, auf elektrischem Wege werden aus technischen Gründen nur Speichergeräte benutzt. Durchlauferhitzer sind wegen des hohen Anschlußwertes nicht zu empfehlen. Die 5tromart und Periodenzahl ist ohne Einfluß für die Auswahl, dagegen muß die Spannung geklärt werden. Für die Küche genügt ein Ueberlaufspeicher von 5—10 Ltr., für das Bad ein solcher von 80—100 Ltr. Die Badespeicher haben, meistens eine Anzapfung, an die ein Bidet oder ein Waschbecken angeschlossen werden kann. Weitere Zapfstellen anzuschließen, ist nicht möglich. Für den Anschluß mehrerer Zapfstellen benötigt man einen Hochdruckspeicher. Wegen der hohen Stromkosten ist eine Warmwasserbereitung mittels elektrischer Speicher von einer Stelle aus nicht zu empfehlen. Es läßt sich jedoch in dem Rahmen dieses Aufsatzes keine allgemein gültige Regel aufstellen. Die Projektierung ist in jedem Falle den örtlichen Verhältnissen anzupassen. Man lasse sich daher von einem versierten Fachmann vorher beraten, auch dann, wenn die Verhältnisse klar zu liegen scheinen. 21. Radioapparate: Es gibt Allstromgeräte, die für Gleieh- und Wechselstrom zu gebrauchen sind, und zwar für Spannungen von 110—250 Volt. Bei abnormaler Periodenzahl ist eine Rückfrage in der Fabrik erforderlich. Apparate mit großen Langwellenbereich, dürften für Uebersee wohl kaum zweckmäßig sein. Zu empfehlen sind Apparate für Ueberseeempfang mit zwei Kurzwellenteilen und einem Mittelwellenteil. Hiermit sind wohl alle elektrischen Geräte,- die für den Haushalt des Auswanderers in Frage kommen, besprochen. Die Vielseitigkeit und die Aufzählung der verschiedensten Möglichkeiten könnte bei dem Laien vielleicht den Eindruck erwecken, daß die Schwierigkeiten bei der Beschaffung von elektrischen Geräten eine Mitnahme nicht ratsam erscheinen läßt. Diese Befürchtung ist jedoch unbegründet, wenn man sich vor der Auswahl an einen sachkundigen Fachmann wendet, der dieses Gebiet beherrscht. Der Zweck dieser Ausführungen war der, den interessierten Auswanderer mit der Materie vertraut zu machen, damit er selbst weiß, worauf es ankommt und worüber er sich vor einem Kauf oder bei der Mitnahme vorhandener Geräte informieren muß.

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