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Central-Verein-Zeitung · 1938-09-08 · 36 (8.9.1938) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
36 (8.9.1938)
Date
1938-09-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 C.-V.-Zeitung Nr. 36 * 8. September 1938 sfchf die — fragisch geläuterte Schuld der Mutter gegenüber, die aus Konvention und Pflichtgefühl, aus toten, gespensterhaften Anschauungen einer überlebten Gesellschaftsmoral heraus, nicht den Mut besaß, die Ehe rechtzeitig zu losen, aber auch zu feige war, dem Sohn die volle Wahrheit über den Lebenswandel seines Vaters einzugestehen. So geht Oswald schuldlos zu Grunde, ohne daß die Mutter ihn vor der Katastrophe bewahren kann. .In der Gestalt der Frau Alving, die einst eine ganze Galerie berühmter Schauspielerinnen in Bewegung setzte, hat Ibsen einen seiner künstlerisch reifsten, psychologisch tiefsten modernen Frauencharaktere geschaffen. Sinnbild der mahnenden Maxime, die des Dichters mutiger Fanatiker Brand mit den Worten „Sei du selbst!" verkündet; menschlich ergreifende Inkarnation jener „Ehelüge", die in Ibsens Gesellschaftsdramen — von der „Komödie der Liebe" bis zum Altersdrama „John Gabriel Borkman" — als Leitmotiv immer wieder aufklingt; in der Komposition des Ganzen aber die leuchtende Mittelpunktsfigur, an der sich, tief aus dem Erdreich einer fast schon verharschten Vergangenheit, die Handlung in raschen Windungen emporrankt. Diesem Meisterstück analytischer Technik ist nur noch die „Äufdröseiung" weit zurückliegender Begebenheiten im späteren „Rosmersbclm" vergleichbar. Die Bühnengeschichte von Ibsens „Gespenstern" weist Namen auf, die zumindest der älteren Theafergeneration noch heute vertraut sein werden. So erfährt man nicht ohne Verwunderung, daß die überhaupt erste Aufführung des einst vielumkämpften Werkes von keinem anderen als dem jungen Felix Philippi betrieben wurde, der als Dramatiker dann freilich eine Richtung einschlug, die von den Wegen Ibsens weit abseits lag. Am 30. September 1S89 eröffnete Otto Brahm, Ibsens unermüdlicher Vorkämpfer, die von ihm geleitete Freie Bühne mit einer geschlossenen Vorstellung der „Gespenster"; in dieser denkwürdigen Aufführung spielte den Oswald der Burgschauspieler Emmerich Robert. Für Frau Alving aber setzte sich später mit besonderem Gelingen die unvergessene Rosa Bertens ein. Die „Gespenster"-Aufführung der Kulturbundbühne konnte also immerhin an eine ehrwürdige Tradition anknüpfen. Wie stets, blieb sie sich auch diesmal ihrer hohen Aufgabe bewußt. Der Regisseur Fritz W i s t e n ließ sich auf keinerlei gewagte Experimente ein; er zeigte, in auf- und absteigender Linienführung, ein menschlich sfaxki, bewegtes Kammerspiel, ohne unnötige Intervalle, ohne gedämpfte Lyrismen, aber auch ohne äußerlichen theatralischen Aufputz. Sein junger Bühnenbildner, der diesmal Hans Brandt hieß — ein debütierender Schüler des vielbewährten Heinz Condell —, mußte für das rein Stimmungsmäßige des szenischen Bildes auf die begrenzten Dimensionen und die beschränkten technischen Mittel der Bühne des Kulturbundsaales, in dem die Premiere vonstatten ging, notgedrungen Rücksicht nehmen: so schloß die hintere Glaswand die braungetönte Einheifsdekoratkm des räumlich geschickt gegliederten Zimmers illusionslos ab — ohne daß, der szenischen Anweisung des Dichters gemäß, die Umrisse der in Regen getauchten Fjordlandschaft sichtbar gemacht werden und am Schluß, beim Aufgehen der Sonne, die Gletscher im hellen Morgenlicht erstrahlen konnten. Frau Alving war Jenny Bernstein. Die außerordentliche Künstlerin gab wieder Äußerordentliches: eine durch Leid geprüfte, durch Leid gereifte und in ihrem Willen gestählte Frau mit wundervollen Zügen weicher, hingebender Mütterlichkeit. Auch in dem, was sie nicht sagte, in der stummen, ausdrucksvollen Geste, in der zuckenden Handbewegung, dem verdunkelten oder hell aufleuchtenden Blick spiegelt sich eine Kraft der Beseeltheit, die wahrhaft erschütterte. Ihr zur Seite der arme Vermoulu Oswald von Walther Herz. An der im äußeren Theatersinne wirksamen Rolle hat sich gefährliches Virtuosentum von jeher gern entzündet. Mit sicherem künstlerischen Instinkt vermied es Herz, solchen Spuren zu folgen. Sein Oswald war glücklicherweise keine sorgsam ausgefeilte Studie des geistig und körperlich zermürbten Paralytikers mit allen seinen ekelhaften Schrecknissen — die Zeichen der schleichenden Krankheit wurden von ihm in den ersten Akten nur behutsam angedeutet, in einem leisen Schleier um die Äugen, im müden Gang, in einer verhaltenen Erregtheit der Sinne, und erst gegen Ende, als der Wahnsinn zum Ausbruch kommt, verfiel mit dem Körper auch der Geist des Geschlagenen. Martin Brandt als Pastor Manders, der Frau Alving einst von sich gewiesen und in ihr Haus zurückgeführt hat, hatte die Physiognomie des Scheinheilig- Frommen, der gleichzeitig ein törichtes Kind ist; vielleicht haften diese charakteristischen Linien der Figur noch etwas schärfer gezogen werden kennen. Dagegen wußte Alfred Berliner, der War.dlungsfähige, den fusseligen Tischler Engstrand, diese armselige Mischung von Tartüfferie und Gewissenlosigkeit, ganz ins Relief zu rücken. Gina Friedman als Regine, das andere schuldlose Opfer des Kammerherrn Alving: anfangs zurückhaltender als nötig, dann aber die plumpe Koketterie und das Ordinäre in Regines Wesen immer offener zur Schau tragend. Die Wirkung dieser „Gespenster-Aufführung auf das Publikum war zum Schluß so stark, daß sich die Ergriffenheit erst allmählich in Beifall löste. Es gab viele Hervorrufe. Dr. Hugo Lachmanski Jüdischer Kulturbund Berlin Wochenplan Theater in der Kommandantenstr. 57. 20 Uhr: „Gespenster"; 11. September (Abt. 23, 33, 7: 7000—7099); 12. September (Abt. 41, 51, 7: '7100—7199); 13. September (Abt. 21, 31, 7: 7200 bis 7249); 14. September (Abt. 9, 19, 7: 7250 bis 7349); 15. September (Abt 8, 18, 7: 7350—7449); 17. September (Abt. 6, 16, 17: 17 450—17 499). Kulturbundsaal, Kommandantenstr. 58/59. 20 Uhr: 11. September: Vortrag Dr. Bertha Badt- Strauß; 12. September: Vortrag Dr. Max Osborn; 13., 14., 15. September: Vortrag Dr. Anneliese Landau. „Ein Jahr klingt auf!" Die am 10. September, 201/2 Uhr, in der Synagoge Lützowstraße stattfindende Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde Berlin zugunsten ihres Hospitals begegnet starkem Interesse. Mitwirkende: Rabbiner Dr. Manfred Swars e n s k y, Ilse Intrator, Oberkantor Julius Peissacho witsch und Werner B a e r. Philo-Atlas Handbuch für die jüdische Auswanderung nennt sich ein Nachschlagewerk, das die mannigfachen Tatsachen und Fragen, die den jüdischen Auswanderer hier und vor allem draußen beschäftigen, erstmalig in einem Bande gemeinverständlich darstellt und demnächst in ^gfy ^Sn>t^C^le'^PE^^eV^e?arat" Antennenbau L. Arndt, Friedens:'. Kaiseralice 75 83 03 6* „Der Kulturbund ruft!" Dieses Motto tragen zwei große Werbeveranstaltungen des Jüdischen Kulturbunds Berlin am 19. September, 20 Uhr, in der Synagoge Prinzregentenstr. 69/70, und am 20. September, 20 Uhr, in der Synagoge Oranienburger Straße 29/30. Mitwirkende: Mascha Benjak o n s k y (Sopran), Wilhelm Guttmann (Baritqn), Orchester und Chor des Jüdischen Kulturbundes. Dirigenten: Berthold Sander und Rudolf Schwarz; an der Orgel: Werner Baer; Ansprachen: Direktor Heinrich Stahl, Intendant Dr. Kurt Singer und Rabbiner Dr. Max Nußbaum. Eintritt frei! der Reihe der Philo-Lexika erscheint (Philo G.m.b.H., Jüdischer Buchverlag und Buchvertrieb, Berlin W15, Pariser Str. 44). Neunzehn vielfarbige, zu diesem Zweck eigens hergestellte Landkarten vorwiegend der überseeischen Länder bilden die Grundlage des Buehes. Auf etwa 200 Textspalten, in mehr als 600 Stichwörtern — von Curacao bis Ozeanien, von Elektrizität bis Weltzeituhr, von Höhenkrankheit bis Trinkwasser, von Anforderung bis Zollverschluß — werden die Länder der Welt behandelt: neben der geographischen Lage kommen vor allem zur Darstellung Klima, Ernährung und Gesundheitswesen, Wirtschaft, Verkehr und Recht, Einwanderungsbestimmungen und Arbeitsmöglichkeiten, nicht zuletzt das jüdische Leben. Ein umfangreicher Tabellenteil enthält Uebersichten z. B. über die Währungen, die Lebenshaltungskosten, die Preise für Passage, Frachten und Postsendungen, die gebräuchlichsten Medikamente, die Verteilung der Juden über die Erde. An dem handlichen Nachschlagewerk, herausgegeben von Dr. Ernst G. L ö w e nt h a 1 und redaktionell bearbeitet von dem Herausgeber und Hans Oppenheimer, wirkten ferner Fachleute namentlich aus dem Mitarbeiterstab des Hilfsvereins der Juden in Deutschland und des Jüdischen Centrai-Vereins mit, so u.a. Dr. Berthold Altmann, Max Goldstein, Rudolf Gräupner, Dr. Alexander Gutfeld, Dr. Arnold Horwitz, Dr. Eugen Ludwig L o e w e, Dr. Arthur Prinz, Dr. Eva Reichmann-Jungmann, Gretel Wiesenthal und Herbert W i e s e n th a 1. Der Preis des Buches, das in seiner Gestaltung dem bekannten und weitverbreiteten Philo- Lexikon entspricht und es in gewissem Sinne ergänzt, beträgt etwa RM. 3,85. drei Wochen seiner unfreiwilligen Einquartierung manches Unleidige hinnehmen müssen: Fragen, Verhöre, Neckereien — wenn es wenigstens Sommer gewesen — aber man stand im hohen Winter. Der Gefangene fror, magerte ab, kränkelte. Er war kein abgehärteter Bursche. Er hatte es immer gut gehabt zu Hause. Ein Einziger, von allen bewundert, verwöhnt wie ein Mädchen fast und nicht minder behütet. Er wäre gerne bei der Mutter in Göttingen geblieben, aber sie befürchtete, er würde sich eines Tages taufen lassen. Als ob man es in Paris nicht ebenso gut machen könnte. •Ludwig Harfner denkt: eben angekommen, zufällig in den Wirrwarr hineingeraten... man mußte ja zu einem Freispruch gelangen. Und was den vermaledeiten Zettel anbetrifft: hießen nicht noch mehr Bürger von Paris Louis Dubois? Bessere Leute, feinere Leute! _(Fortsetzung folgt) Selbstbesinnung Das August-Heft des „Morgen" Wenn die stoffliche Vielfalt einer Zeitschrift ein Maßstab sein darf für deren Bedeutung, so muß das vorliegende Heft als besonders geglückt bezeichnet werden. Schon die Namen der Autoren lassen Dinge erwarten, die allen Ansprüchen genügen, sowohl nach der stofflichen Seite als auch nach der der sprachlichen Haltung. Das Geleitwort von Hans Bach ist betitelt „Hoffnung und Verwirklichung". Es geht dabei um Hilfe und Hilfsbereitschaft, innere Selbsthilfe vor allem auch, und wir finden da u. a. den einsichtigen und fröstenden Satz: „"Wer nichts mehr zu verlieren hat, kann noch immer sich selbst zurückgewinnen und damit alles, ja viel mehr, als er je verlor." Es sind Worte, die uns die Zeitschrift im wahren Sinne mit auf den Weg gibt. Als Ergänzung gewissermaßen zu ihnen können wir den Artikel von Suse Michael ansehen „Umgang mit anderen, einen Beitrag zum Lebensproblem". Auch er hat einen allgemeinen lebensgestaltenden Zweck; er will gleichfalls den heute Bedrängten helfen von der V/arte einsichtsvoller Ueberlegenheit dem zeitlichen Geschehen gegenüber und aus tiefer Kenntnis des menschlichen. Wesens. Suse Michael will durch einen bis ins letzte durchgeführten Vergleich aus dem chemisch-physikalischen Leben klarlegen, wie wir, um anderen zu helfen, unsere „bewirkende Kraft" nutzbar machen müssen. Es ist eines der zentralen Probleme, vielleicht das eigentlichste unseres Zusammenlebens; und es ist seine Bewußtmachung, die hier unternommen wird, was an sich schon einen Schritt zur Lösung bedeutet. In den Rahmen dieser beiden Aufsätze mit solcher Zweckbestimmung gehört auch die Glosse von Leo B a e c k „Die Ferne", geschrieben in der strengen und doch warmen Prosa, die diesen Autor kennzeichnet. Er weist darauf hin, daß immer in der Geschichte die Juden, sobald sie wandern mußten, die Verbindung zu den Anderen nicht verloren, sondern in Glaubensdingen über Gebirge und Meere hinweg sich besprachen und durch Zuruf stärkten und als Kolonisten doch Fortpflanzer ihres alten Lebens blieben, selbst wenn sie Entdecker und gar Abenteurer waren. Hier hat Leo Baeck selbst gesprochen. Er ist aber auch Objekt umfangreichster Abhandlung des Heftes. Ludwig Feuchtwanger bespricht Baecks im Schocken-Verlag erschienenes Buch „Das Evangelium als Urkunde der jüdischen Glaubensgeschichte", die wahrhaft sensationelle Publikation eines Rabbiners. Mit Recht nennt Feuchtwanger es ein „wissenschaftliches kleines Wunderwerk". Feuchtwanger vergleicht zunächst die bisherigen jüdischen Versuche, dieses große und geheimnisvolle Rätsel zu lösen, und wertet sie kritisch, indem er ihnen vor allem vorwirft, eine zu billige Vereinfachung des Problems im Sinne der liberalen und moralistischen Aufklärung des letzten Jahrhunderts und der neuen Zeit indem sie meist die Abkunft des historischen Jesus schon damit zu beweisen glaubten, daß sie die jüdisch-moralische Geistesart der Evangelien betonten. Dabei hätte Feuchtwanger freilich noch einen jüdischen Autor neben den von ihm erwähnten nennen können, den fast vergessenen Samuel Lublinsky, der über die Entstehung des Christentums aus der antiken Kultur, also über dieselbe Frage, um die es hier geht, sich geäußert hat. Die vier Gedichte von Marianne Rein sind „reine" Lyrik, so anschaulich und unreflekfiert sind diese Rhythmen. Und in der Tat, wir dürfen uns freuen darüber, daß hier ein neues .und echtes lyrisches Talent zu einigen anderen Frauen hin gewachsen ist, die, seit wir allein unter uns sind, gerade auf dem Gebiet der Lyrik kamen, da nicht ein einziger Mann sich so zeigte seitdem. Ihre Strophen sind ganz unsentimental, neuartig in den Bildern und darum von wahrer Symbolik. Das Heft setzt schließlich die Erzählung von Herbert Friedenthal „SalomonMaimon" fort und beschließt sie. Es handelt sich um ein sprachlich durchaus frisches, durchlebtes Bild nach Art solcher Porträts, wie sie in den letzten Jahren manchmal geschaffen worden sind, historisches Dokument und Dichtung zugleich, das sehr fesselnd diesen verfrühten Bohemien aus dem Osten darstellt, der scheitern mußte trotz seiner ungewöhnlichen Gaben. . Lutz Weltmann gedenkt des 100. Todestags da Pontes, des weitumgetriebenen Textdichters von Mozart, der schließlich in Amerika starb und dessen Äbenteuerfrieb wohl aus demselben Quell kam wie sein künstlerischer. Weltmann schildert dieses Leben kurz, doch amüsant, indem er den bearbeitet von P. Rosenblatt Schachaufgabe Nr. 134 von A. Schiff mann (Berlin) E Ü . . m 1^'^^^^^ äfü Wu §5 1 iP WM es W% WWÄ % fm Matt in drei Zügen Weiß: Kb8, Db2, Lc4, Sdl, Ba2, b5 Schwarz: Kb6, Lei, Ba3, a4, a5, c5, d2, e5 Schachaufgabe Nr. 135 von P. Rosenblatt (Berlin) (3) (4) Matt in drei Zügen Weiß: Kdl, Df4, Lg3 Schwarz: Kh.5, Bg4, g6, g7 Lösung der Aufgabe Nr. 133: 1. D£2—f8, (drohend 2. DfS—c8 matt) .... Dd3Xd4f. 2. Se7—d5 matt .... Dd3—b5f, 2. Se7—c6 matt .... Dd3—h3f, 2. Se7—f5 matt .... Dd3Xe4, 2. Sd4—b3 matt .... Dd3—g3, 2. Sd4—e6 matt .... Kc5—c4, 2. Df8—c8 matt Richtige Lösungen gingen ein von: Michael Levy (Krefeld), Tilde Adler (Amsterdam), Tierarzt Max Koschminski (Landsberg), Dr. med. Meyerhofr (Rotenfels), Kantor D. Cohn (Ulm), Ella Rüben (Bünde), Lothar Schönthal (Nürnberg), L. Mehrländer (Konstadt), Siegmund Ausierlitz (Gießen), Alfred Dzialoszynski, Adolf Schück (Breslau), Rechtsanwalt Dt. Ernst Boehm (Brieg), Dr. med. Herbert Picard, Wirtschaftsprüfer Dr. Herbert E. Hirschberg, Rechtsanwalt Dr. Ernst Meyer, Gustav Lewi, Fritz Rieß, Sanitätsrat Dr. S. Domke, Paul Silberstein (Berlin), Gottfried Gumbel (Stuttgart). Quintaner Dieter Beer (Heidelberg), L. Löwenstein (Osterholz-Schambeck), Rechtsanwalt Ludwig Mayer (Berlin). Weitere richtige Lösungen von Nr. 131 und 132: Rechtsanwälte Ludwig Mayer. Dr. Ernst Meyer (Berlin). * eigenen Memoiren dieses Rokokomenschen folgt. „Vom abenteuerlichen Juden" handelt auch die ausführliche Anzeige eines Buches durch Hans Lamm, das Fritz H e y m a n n geschrieben hat. Nach Lamms Schilderung muß das ein sehr unterhaltsames, aufschlußreiches und, nach den Proben, vortrefflich geschriebenes Buch sein, das genau betitelt ist „Der Chevalier van Geldern. Eine Chronik vom Abenteuer des Juden". Es enthält die Lebensgeschichte einer ganzen Reihe jüdischer Gestalten, von denen unsere offizielle Wissenschaft bis jetzt nicht viel wissen wollte, weil sie, wie Lamm richtig bemerkt, fast nur Denker und Dulder als unsere Ahnen anerkannte und die Tatmenschen übersehen hat, da sie nicht in den vorgefaßten Rahmen des Golusmenschen paßten. Wir sprechen nun von einem Aufsatz zuletzt, nicht weil er unwichtiger wäre, sondern eben, weil er als Abschluß hervorgehoben sein soll und weil er in ein brennendes Zeitgeschehen v/eist; es ist der von M. y. Ben Gavriel „Das Reich Gottes in der Wüste". Der Autor, Dichter und politischer Schriftsteller zugleich, hat da auf wenigen Seiten einen Mann sichtbar gemacht, der für die Zukunftsgeslaltung der vorderasiatischen Welt und damit auch der unseren vielleicht den wichtigsten Faktor bildet: Ibn Sauds, des Begründers und Herrschers des Wahabitenreich.es in Arabien. Das führt mitten in die wichtigste Frage des jüdischen politischen Tages hinein. Das Heft wird abgeschlossen durch eine nachdenksame Glosse von Emanuel bin G o r i o n „Wissen ist Trost" und kürzere Buchbesprechungen von S c h o e p s, Olga Bloch und Fraenkel und eine trotz ihrer Knappheit ungewöhnliche Notiz. von Herta K a n n e r „Die Harfen von Ur" über die Erfolge der englisch-ame .ikaii'sr.h n Ausgrabungen irr> J r»v.1« des Euphrat und Tigris. Dr. J. P«

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