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Central-Verein-Zeitung · 1938-09-01 · 35 (1.9.1938) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
35 (1.9.1938)
Date
1938-09-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 C.-V.-Zeitung Nr. 35 » 1. September 1938 Fachausbildung und Hochschulstudium in Palästina IL Von unserm Dr, E. R-z.-Palästina-Berichterstatter an der Gründung zweier Fonds mitgewirkt. Ein Fonds von £P 40 000 wurde zur Gewährung von Einzelhanctelskrediten geschaffen, einer von £P 12 000 für Handwerkskredite. Weitere Budgetierungen sind vorgesehen für die Kleinindustrie, Kleinbauern und freien Berufe.« Im Gegensatz zu diesen, immerhin auf wirtschaftlicher Basis beruhenden Kreditaktionen, bei denen mit ständigem Rückfluß und neuer Ausleihung der Gelder gerechnet wird, sind zehn Prozent der Eingänge für soziale Mittelstandshilfe, der Beteiligung an Volksküchen, Unterstützungen usw. bestimmt. Eine völlig andere Stellung als die bisher besprochenen Instruktionen nim~t der Redemption Fund ein. Er bildet eigentlich nur einen Rahmen, in dem gewisse außerordentliche Eingänge und außerordentliche Maßnahmen des Keren Hajessod zusammengefaßt werden. Wie erinnerlich, war die neue Anleihe von £P 175 000, welche Lloyds Bank London und die Anglo Palestine Bank dem Keren 'Hajessod gewährt haben, an die Bedingung geknüpft, daß der Keren Hajessod aus eigenen Mitteln, also ohne weitere Kreditaufnahme, £P 125 000 außerhalb seines regulären Budgets aufbr;ngen und so einen Gesamtfonds von £P 300 000 schaffen sollte, der einen wirksamen Einsatz der Gelder gewährleistet. Der Keren Hajessod hat aus Eingängen des „Mifal Habizaron", der schon zu Beginn der Unruhen eingeleiteten Sonder - Aktion, £P 100 000 und aus einer südafrikanischen Sonderüberweisung £P 25 000 aufgebracht. Damit war die Bedingung erfüllt und das Gesamtprogramm wirksam geworden. Die Mittel des Fonds, über die zu zwei Dritteln schon disponiert wurde, dienen in erster Linie solchen Zwecken, die unmittelbar der Arbeitsbeschaffung, der Sicherheit und der neuen Kolonisation zugute kommen. Bevorzugt wurde auch hierbei die produktive Anlageform, die sich schon bisher bewährt hat: der Keren Hajessod beteiligt sich an bestehenden Unternehmungen — wie zum Beispiel der Bizur — oder an gewissen Sonderaktionen in Gemeinschaft mit anderen Finanzinstituten, etwa der Anglo Palestine Bank oder der Industriellenbank. Die Mitwirkung und Vorhaftung des nationalen Kapitals ermöglicht dadurch auch eine Heranziehung privaten Kapitals und verleiht dadurch der ganzen Aktion eine erhöhte Stoßkraft. Auch soweit es sich dabei um Garantie- Übernahmen durch den Keren Hajessod handelt, ist das Ergebnis, daß eben durch die Bürgschaft des nationalen Kapitals eine Mobilisierung weiterer Kredite aus anderen Quellen ermöglicht wird. Auch der Hafen von Tel-Aviv, der in den letzten Wochen einen weiteren Aufschwung genommen und den Nachbarhafen von Jaffa weit überflügelt hat,, wurde dadurch finanziell gestärkt, daß der Keren Hajessod aus den Mitteln dieses Sonderfonds £P 20 000 neue Aktien übernehmen konnte. Wirtschaftspolitisch ist dieser Redemption Fund, der gewissermaßen eine Art außerordentlichen Etat des Keren Hajessod dargestellt, nur in engem Zusammenhang mit dem ordentlichen Etat des Keren Hajessod zu verstehen, der sich ebenfalls auf steigende Eingänge stützen kann und eine deutliche Tendenz zu verstärkter Berücksichtigung der Neukolonisation sowie des Handels und der Industrie zeigt. Die Bedeutung dieser Fonds für die Erhaltung und Erweiterung des jüdischen Siedlungswerkes muß wesentlich höher veranschlagt werden, als man es nach den absoluten Ziffern annehmen konnte. Der Einsatz nationalen Kapitals mobilisiert stets auch andere Mittel. Außerdem ist bei der Kleinheit des Landes ein anderer Maßstab anzulegen, als in anderen, größeren und entwickelteren Ländern. Schließlich aber kann und soll nicht geleugnet werden, daß auch die Regierung — obwohl auch ihre Finanz- und Wirtschaftspolitik von jüdischer Seite manchen Anlaß zur Kritik bietet — doch immerhin ihren Ausgabenetat gerade für Sicherheit und öffentliche Arbeit wesentlich erhöht hat. Trotzdem bleibt namentlich der Keren Hajessod der eigentliche Staatsfiskus des jüdischen Palästina, denn zum mindesten die spezifisch jüdischen Bedürfnisse des Siedlungswerks, seiner Erhaltung, seines Ausbaus und namentlich der Steigerung seiner Aufnahmefähigkeit für neue Einwanderer sind und bleiben die wesentliche Aufgabe der zentralen Fonds. Das gilt auch in besonderem Maße von dem anderen zentralen Fonds, dem Keren Kajemeth, der entscheidenden Waffe im Kampf gegen den schwersten Notstand, den Mangel an Boden. Die Palestine Land Development Company, die neben ihrer Tätigkeit für eigene Rechnung und für andere Siedlungsinstanzen namentlich auch einen großen Teil der Bodenkäufe für den Keren Kajemeth bearbeitet und durchführt, hat im ersten Halbjahr 1938 rund 18 400 Dunam neuen Boden in jüdischen Besitz überführt, das ist mehr als im Die Hochschulen Palästina hat zwei Hochschulen europäischen Standards. Dazu tritt eine Anzahl Lehrerseminare, die in diesem Zusammenhang behandelt werden. 1. Die Hebräische Universität in Jerusalem Die Hebräische Universität in Jerusalem blickt jetzt auf ein mehr als zehnjähriges Bestehen zurück. Sämtliche Vorlesungen und Uebungen finden in hebräischer Sprache statt. Es gibt bisher nur zwei Fakultäten, die geisteswissenschaftii':he und die mathematischnatui'wissenschaftliche. Es gibt also, was hervorgehoben werden muß, weder eine medizinische Fakultät noch eine volkswirtschaftliche, noch eine juristische. An den bestehenden Fakultäten ist das Abiturientenexamen Zulassungs Voraussetzung. In der Geisteswissenschaftlichen Fakultät ist das Studium jüdischer und orientalischer Fächer möglich. Insbesondere werden gelesen: Geschichte und Soziologie der Juden, hebräische Philologie, hebräische Literatur, jüdische Philosophie, ferner Archäologie des Vorderen Orients, semitische Philologie, Islamkunde, Aegyptologie, arabische Sprache und Literatur, schließlich romanische Philologie, Agrarwesen und klassische Philologie. Auf dem Gebiete der Pädagogik wird theoretische und angewandte Pädagogik gepflegt, daneben Schulhygiene und Psychologie. In der ma'.hen^a'.isch-r.aiurwissenschaf:li"hea. Fakultät, in der die Studienzeit ebenfalls vier Jahre beträgt, werden Mathematik und Physik gelesen, Chemie und Biochemie, Botanik und Zoologie, Bakteriologie und Hygiene und schließlich Geologie. ganzen Jahre 1937! Zum großen Teil handelt es sich dabei um Böden, die zwischen bestehenden jüdischen Siedlungen l^rren und — wie aus der GrüncIü^T mehrerer neuer Punkte in den letzten Wochen und Tagen hervorgeht — sofort besetzt wurden, um das Gebiet zu sichern und die Arbeit zu intensivieren. Aber auch auf den für mittelständische städtische Siedlung und andere Siedlungs^wecVe bestimmten Böden, über welche die Gefell schalt verfügt, werden gerade jetzt, teilweise in Zusammenarbeit mit dem Keren Kajemeth und anderer. Stellen, ETschl:eßur.gs.?.rbei-. ten;— wie Wege- und Wasserbau — vorgenommen, welche die Produktivität der vorhandenen Siedlungen erhöhen und neuen Siedlern den Weg bereiten. Emir Saud gegen die Teilung Der zur Zeit in London weilende Kronprinz von . Saudi-Arabien, Emir Saud, erklärte einem Pressevertreter gegenüber, daß Arabien als ein Ganzes niemals seine Einwilligung dazu geben werde, daß das Heilige Land in drei einzelne Staaten geteilt wrerde. Eine solche Lösung würde weder Juden noch Arabern Segen bringen. Er hoffeaber, daß Großbritannien als traditioneller Freund der Unterdrückten eine Lösung finden werde, die sowohl für Juden wie für Araber annehmbar sei. * Dr. Izzat Tanaous, der christlich-arabische Führer, der in arabischen Angelegenheiten längere Zeit in London geweilt hat, ist wieder in. Haifa eingetroffen. Er fuhr sofort nach Syrien weiter,, wo er voraussichtlich die Fühlung mit den aus Palästina verbannten arabischen Führern aufnehmen wird. Die palästinensische arabische Presse berichtet über ein Interview, in dem Dr. Tann o u s erklärt habe, daß nach seinen Informationen die Technische Kommission den Teilungsplan fallen lassen und eine neue Lösung vorschlagen werde. Die Anwesenheit zahlreicher führender Araber in London, u. a. des ägyp tischen Premierministers Mahmoud Pascha, des Kronprinzen Emir Saud, des syrischen Premierministers Jamil Mardern Bey und des irakischen Außenministers Tew ik bey es-Suedy, die in dem englischen Kolonialminister die Auffassung von der einhelligen Gegnerschaft der arabischen Welt gegen den Teilungsplan - vertieft haben, hätte ihre Wirkung nicht verfehlt. Ragheb Bey Nashashibi, der Führer der gemäßigten Araber, hat sich im Flugzeug von Palästina nach Europa begeben, wo er mehrere Monate zu verbringen gedenkt. Jüdische Kinder freigesprochen Die elfjährige Rachel Koka und der siebzehnjährige Elijahu M i s c h a 1 i, die im Zusammenhang mit dem Bombenattentat vom 8. Juli, durch das eine große Anzahl von Arabern in der Nähe des Jaffators von Jerusalem um das Leben kamen, beim Jerusalemer Militärgericht angeklagt waren, wurden freigesprochen, ohne daß Verteidigung für sie in Anspruch genommen worden war. In beiden Fakultäten kann nach Prüfung in einem Hauptfach und zwei Nebenfächern der akademische Magistergrad erworben werden. Studienzeit an anderen Universitäten wird beim Gesamtstudium angerechnet. Eine besondere Einrichtung der Hebräischen Universität in Jerusalem ist das der Forschungsstudenten, d. h. solcher Studierender, die bereits Inhaber des Magister¬ oder eines entsprechenden Universitätsgrades einer anderen Universität sind. Diese Forschungsstudenten, wie natürlich auch die übrigen Inhaber des Magistergrades der Jerusalemer Universität, können nach mindestens zweijährigem Studium über ein bestimmtes Forschungsthema eine Dissertation einreichen, auf Grund derer nach Bestehen einer mündlichen Prüfung der philosophische Doktorgrad (Ph. D.) verliehen wird. Die Entwicklung der Universität zu dem heutigen Standard und zu der hohen Frequenz, die sie hat, ging natürlich allmählich vor sich; wie sehr die letzten Jahre an dem entscheidenden Aufschwung beteiligt sind, ist aus den nachstehenden Zahlen ersichtlich. Hebräische Universität Jerusalem Jähr Studenten Lehrkräfte Ausgaben £? 1929 250 59 80 000 1232 191 59 48 000 1935 454 103 69 0C0 1937 779 126 107 000 Die Studenten zahl beträgt also heute nahezu 800, die Zahl der akademischen Lehrkräfte 126, van denen fast 30 ordentliche Professoren sind, über 30 Herren sind als Lektoren tätig; etwa 15 beträgt die Zahl der Universitätsassistenten, und die übrigen Kräfte sind als wisser.s~haiV.iche Hilfsarbeiter in den Laboratorien. Seminaren usw. tätig. Im letzten Jahre ist in der Geisteswissenschaftlichen Fakultät ein neuer I.c'uv.tuhl für Pädagogik geschaffen worden, in Kürze wird ein Stuhl für englische Sprache und Literatur errichtet werden, während in der Zwischenzeit auf diesem Gebiete bedeutende englische Professoren Gastvorlesungen aus dem weiten Gebiete der englischen Literatur halten. In der naturwissenschaftlichen Fakultät sind im letzten Jahre besonders zwei Institute gefördert worden: das Krebsforschungsinstitut und . das für , experimenteile Pathologie und Radiologie. Die chemischen und physikalischen Laboratorien im allgemeinen haben eine Ausgestaltung erfahren, und ständige Vorlesungens in Pflanzenphysiolcgie'-sind "eingerichtet worden." Ein Lehrstuhl für Agrarkunde in enger Verbindung mit der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Rechowclh ist geschaffen worden und kommt speziellen Bedürfnissen des jüdischen Palästina in besonderer Weise entgegen. Standard und Arbeitswille an der Hebräischen Universität sind, objektiv betrachtet, besonders hoch. Abiturienten oder junge Studenten, die ihr Studium in Jerusalem fortsetzen wollen und auf Grund dessen ein Einwanderungsvisum zu erhalten wünschen, wenden sich zweckmäßigerweise an die in den meisten europäischen Ländern bestehenden „Gesellschaften der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem." Die Kosten, die für das Studium entstehen, sind relativ hoch. Die reinen Universitätsgebühren für zwei Jahre, die die Immatrikulationsgebühren, die Studiengelder, die Bibliotheksgeb Ohren usw. einschließen, liegen in der Geisteswissenschaftlichen Fakultät bei etwa 23 bis 24 £P. Dazu treten weitere 11 £P .für die Studenten der Naturwissenschaftlichen Fakultät für Laboratoriumsgebühren (diese sogar nur für ein Jahr berechnet), so daß bei der Naturwissenschaftlichen Fakultät die reinen Studiengelder bei 34 bis 35 £P liegen. Da wohl ausschließlich alle Studenten, die aus dem Auslande hierher kommen, obligatorisch an hebräischen Sprachkursen teilzunehmen haben, tritt hierzu noch ein weiterer Betrag von 2 £P. Für Forschungsstudenten liegen die Studiehkosten ein wenig niedriger. Zu diesen reinen Universitätsgebühren treten die Lebenshaltungskosten des Studenten; die liegen minimal zwischen 41/2 und 5 £P monatlich, wobei in Rechnung gestellt ist, daß der Student sein Zimmer mit einem Kommilitonen teilt. Tut er das nicht, so braucht er entsprechend mehr. In diesem Zusammenhange sei noch erwähnt, daß als Ersatz der fehlenden juristischen Fakultät von der palästinensischen Regierung sog. „Law-Classes" eingerichtet worden sind, die die Möglichkeit bieten, sich in Nachmittags- und Abendkursen zum Advokatenexamen vorzubereiten. Diese Kurse werden nicht nur in Hebräisch, sondern auch in Englisch gehalten; sie dauern fünf Jahre nur bei besonderer Voraussetzung eines Vorstudiums drei Jahre und werden von einer sehr großen Anzahl von Hörern besucht. Die Kosten des Gesamtkurses für drei oder auch für fünf Jahre betragen insgesamt 60 £P. Das Advokatenabschlußexamen wird in Jerusalem unter Aufsicht von Regierungskommissaren abgelegt. Ist mit den Law Classes in gewisser Weise die große Lücke einer juristischen Fakultät ein klein wenig ausgefüllt, so sind für die Zukunft Bemühungen im Gange, auch eine medizinische Fakultät zu entwickeln. Die große amerikanische Organisation der Hadassa hat dazu ihre hilfreiche Hand gereicht, und die Errichtung eines medizinischen College dürfte in naher Zukunft verwirklicht werden. In diesem Falle durften gewisse medizinischnahrrvvissenschaftliche Vorlesungen, die bereits heute im Rahmen der naturwissenschaftlichen Fakultät bestehen, von dieser losgelöst werden. 2. Die Technische Hochschule in Haifa Das Technion Haivri auf dem Hadar- Hacarmel ist im Jahre 1913 gegründet worden und erfuhr 1925 eine völlige Reorganisation. Die Entwicklung seit dieser Zeit und besonders in den letzten Jahren ist eine rapide, wie die nachstehende Tabelle zeigt. Technische Hochschule Haiia Jahr Studenten Davon im 1. Semester 1925 27 27 1S27 84 34 1929 117 39 19S1 90 15 19S3 127 56 1335 295 174 1937 453 207 Heute beträgt die Zahl der Studierenden mehr als 450, wovon über 200 imersten Semester standen. Der Lehrstab besteht aus 45 Mitgliedern, 26 von ihnen sind Professoren oder Lektoren, 19 sind Hochschulassistenten. Die Studienzeit an der Technischen Hochschule Haifa beträgt vier Jahre, nach deren Abschluß die Möglichkeit der Ablegung der Diplom-Ingenieur-Prüfung besteht. Die Technische Hochschule hat vier große Abteilungen: für Bauingenieure, für Be- . t r i e b s ingenieure, für Architektur und schließlich für Technologie. Acht große Laboratorien stehen der Hochschule zur Verfügung: für Physik, Allgemeinchemie, praktische Chemie, Baumaterialien, Metallurgie, Erduntersuchung, Elektrizität und für Wasserkunde. Ebenso wie die Universität erhält auch die Technische Hochschule eine kleine Zuwendung der palästenensischen Regierung zur Deckung der außerordentlich hohen Unkosten, die durch Studiengelder allein nicht gedeckt werden können; hatte doch die Technische Hochschule im letzten Jahre einen Ausgaben etat von 20 000 £P! Die Studiengelder belaufen sich auf 24 £P pro Jahr, wozu die Unterhalts kosten des Studierenden treten, die sich etwa in der gleichen Höhe bewegen, wie sie im vorstehenden Abschnitt für die Universitätsstudenteh genannt wurden. Für jüdische Studierende aus Deutschland ist besonders interessant, daß einige Mitglieder des akademischen Lehrstabes sowohl an der Universität wie am Technion früher in Deutschland gelehrt haben, darunter Wissenschaftler von bekanntem Namen. Am Rande sei noch vermerkt, daß das Technikum in Haifa Abendkurse und spezielle Umschichtungskurse für Einwanderer aus Deutschland eingerichtet hat. - 3. Die Lehrerseminare Die steigende Einwanderung und der beachtliche natürliche Zuwachs erfordern es, rechtzeitig Vorsorge für den Nachwuchs an Volksschullehrern und Volksschullehrerinnen zu treffen, die möglichst im Lande für ihren Beruf vorbereitet worden sind und dadurch eine besondere Verbundenheit mit seinen Problemen erworben haben. Dieser. Aufgabe dienen vier Seminare, je zwei für Lehrer und Lehrerinnen; eines von den letzteren ist im Rahmen der Kindergärtnerinnenausbildung bereits erwähnt worden. Die beiden Seminare für Lehre r befinden sich in Jerusalem. Das bekannteste ist wohl das Lehrerseminar in Beth Hakerem, an dessen Spitze David Jeilin steht. Es existiert seit mehr als 25 Jahren und hat sich in dieser Zeit einen besonderen Ruf erworben. Eine Hauptstärke des Seminars liegt darin, daß ihm eine Volksschule angeschlossen ist, in der die Seminaristen Tag um Tag die Synthese zwischen Theorie und Praxis, die in der Pädagogik so wichtig ist, erleben. Der dreijährige Lehrgang widmet den größten Teil der Zeit dem Studium der- Bibel und des Talmuds und der gesamten hebräischen Literatur und Geschichte; an Fremdsprachen werden Englisch und Arabisch gelehrt, dazu alle die Fächer allgemeiner Bildung, die für den künftigenVolksschullehrer unerläßlich sind. Die gegenwärtige Zahl der Seminaristen liegt bei etwa 80. Zahlenmäßig größer ist das Misrachi- Lehrerseminar, in dem sich ungefähr 130 junge Leute in einem fünfjährigen Lehrgang auf ihren künftigen Beruf vorbereiten. Von den beiden Lehrerinnen Seminaren befindet sich eines in Jerusalem, das andere in Tel-Aviv. Das Jerusalemer Institut ist eine Gründung aus dem Jahre 1925 und gehört ebenfalls der Misrachi-Richtung an. In dem Lehrplan für die weiblichen Volksschullehrer tritt das Talmudstudium weit zurück, dafür werden praktische. Fächer, wie . Handfertigkeit, Zeichnen, Grammatik stärker gepflegt. Das bereits an anderer Stelle erwähnte Seminar in Tel-Aviv für Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen weist nahezu 200 Seminaristinnen auf. Auch diesem, Institut sind eine Schule und ein Kindergarten angeschlossen, wodurch sich der Wert der Gesamtausbildung erheblich erhöht. Die Ausbildungs kosten an den vorgenannten öffentlichen Seminaren betragen etwa 1 £P monatlich, wozu die Unterhaltskosten treten, die in gleicher Höhe wie für die Universitäts¬ und T. H.-Studenten anzusetzen sind. Eltern, die ihre Kinder zum Schul-, Hochschul- oder Universitätsbesuch nach Palästina schicken wollen, bekommen bei den Palästina- Aemtern jede notwendige Auskunft allgemeiner Art. Im Einzelfalle werden sie dann mit' dem Institut, das sie ausgewählt haben, schriftlich zwecks Erfüllung der Formalitäten in Verbindung treten müssen.

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