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Central-Verein-Zeitung · 1938-09-01 · 35 (1.9.1938) · page 15

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
35 (1.9.1938)
Date
1938-09-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 35 C-V.- Zeitung WIRTSCHAFT DER WOCHE Seite 15 I.Sept. 1938 Die Beschäftigung in der Welt Einen allgemeinen Ueberblick über den Umfang und die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in wichtigen überseeischen Ländern versuchten wir kürzlich an dieser Stelle (C.-V.- Zeitung Nr. 31 vom 4. August) zu geben. Eine wertvolle Ergänzung erfahren diese Untersuchungen durch Zahlenreihen, die den Stand der Beschäftigung darzustellen versuchen, auch wenn sie — da die Angaben in noch größerem Umfange von privater (vor allem Arbeitgeber-) Seite stammen — kein lückenloses Bild der Bewegung des BeschäftifTungsstandes in den einzelnen Staaten vermitteln. Auch hier muß darauf hingewiesen werden, daß infolge des unterschiedlichen Wertes der einzelstaatiichen Zahlenreihen, der Verschie- Danl ^nraflrnwctri Beratung in finanziellen und Ver- KaUl mögensangelegenheiten, Betreuung Vermögensverwaltungen von Auswanderer -Vermögen, B e r fi n W 15, Uhlandstraße 171/2. — Ruf 91 61 00 denartigkeit der Erhebungsverfahren und der Verwertung der Unterlagen internationale Vergleiche des absoluten Beschäftigungsstandes nur4, seiner Schwankungen in den . * scir'e denen Ländern kaum möglich sind. Durchführbar ist es auf Grund solcher Statistiken aber, die allgemeinen Schwankungen des Beschäftigungsstandes während eines bestimmten Zeitraumes abzulesen. Wenn sich hierbei gewisse Uebereinstimmungen in der Entwicklung zwischen einigen wirtschaftlich auf verschiedener Stufe stehenden Ländern ergeben, kann man annehmen, daß der so gefundenen Entwicklung eine allgemeine Bedeutung zukommt. Leider umfassen die im Augustheft der IRA hierzu veröffentlichten Zahlenreihen nicht die gleichen und vor allem auch weniger Staaten als bei der vorerwähnten Uebersicht über die Arbeitslosigkeit. Es fehlen die Länder des südamerikanischen Kontinents. Das dürfte daran liegen, daß der Ausbau und die Durchführung der amtlichen Statistik dort noch nicht in dem gleichen Umfange vorgeschritten ist, wie in den europäischen Staaten oder den überseeischen Ländern des angelsächsischen Interessenkreises. Wir haben deshalb aus der Zahl der aufgeführten Staaten dieses Mal nur vier L ä n d e r herausgegriffen, die aber bis zu einem gewissen Grad die verschiedenen wirtschaftlichen Stufen repräsentieren und deshalb als mehr oder weniger typisch für die Gesamtentwicklung angesprochen werden können: USA., Kanada, Südafrika n i s che Union und Großbritannien. Die Zahlenreihen, auf denen wir unsere Untersuchung aufbauen, beziehen sich im wesentlichen auf die Beschäftigung in gewerblichen Betrieben, also den Arbeitsgebieten, die auch für die jüdischen Auswanderer nach Uebersee in erster Linie in Frage kommen. Sie umfassen in unserer Auswahl ein reines Industrieland (Groß: britannien), ein Land, in dem die Industriewirtschaft zwar nicht die alleinige, aber doch eine sehr bedeutende Rolle spielt (USA.), und schließlich zwei Länder, die im Begriffe sind, neben der Agrarwirtschaft der industriellen und gewerblichen Tätigkeit eine immer größere Bedeutung beizumessen (Kanada, Südafrikanische Union). Bei diesen vier Ländern zeigt sich ziemlich einheitlich — das Jahr 1929 als Grundjahr gesetzt —, daß die. Beschäftigung ihren tiefsten Stand in. den Zeiten der stärksten Wirtschaftskrise 1932/33 hatte, und zwar mit Ausnahme von USA., wo der niedrigste Punkt erst 1933 erreicht wurde, im Jahre 1932. Seit diesem Zeitpunkt ergibt sich ein ununterbrochener Aufstieg der Beschäftigung, der in Kanada, USA. und Großbritannien bis in das zweite Drittel des Jahres 1937 reicht, in der Südafrikanischen Union aber im März 1938 noch nicht beendet zu sein scheint. Mit Ausnahme dieses Landes ist in den anderen behandelten Staaten seit etwa August/September 1937 ein deutlich erkennbarer, wenn auch verschieden starker Rückgang in der Beschäftigung als Folge der Depressionserscheinung in den Vereinigten Staaten eingetreten, der bis in das Ende des ersten Vierteljahres 1938 — weiter gehen die zur Verfügung stehenden Statistiken nicht — hineinreicht. Eine leichte Verbesserung der Beschäftigungslage ist in Kanada allerdings schon im April dieses Jahres zu verzeichnen, während in USA. dieser Monat — als Endmonat der Zahlenreihen — den tiefsten Beschäftigungsstand aufweist. In neuerer Zeit dürfte sich hier, wie auch in den meisten anderen Ländern, wieder eine deutliche Wendung zum Besseren ergeben haben, da alle Berichte aus USA. und anderen überseeischen Gebieten von einem Abflauen der Depressionserscheinungen sprechen. Interessant ist schließlich noch, die verschieden starken Ausschläge des Pendels der Beschäftigung in den vier dargestellten Ländern zu verfolgen. Hier muß allerdings mit besonderem Nachdruck auf die einleitenden Bemerkungen hingewiesen werden, daß wegen der Vers-chiedenartigkeit der .Erhebungsmethoden usw. in den einzelnen Staaten aus diesen Vergleichen keine allzu weitgehenden Schüsse gezogen werden können. Soweit sich unter diesem Vorbehalt erkennen läßt, wären die Ausschläge nach oben und unten am stärksten in Kanada, was AUTO R S; I F E H Vulkanisier - Anstalt. Große AiitA7iidbu/Sd Ausw. in neuen, gebrauchten UT02UBEH.UR und neugummierten Reifen. R. HerZÜnger, Berlin N 54, Elsässer Str. 8. 42 95 26 vielleicht mit der noch nicht allzu gefestigten allgemeinen Industriewirtschaft und ihrer vorwiegenden Einstellung auf einige spezielle Produkte zusammenhängen könnte. Erheblich weniger stark sind die Schwankungen in den benachbarten USA. Hier ist eine vielseitige, produktionsmäßig und geographisch erheblich besser verteilte Industriewirtschaft vorhanden, die verschiedenartige Schwankungen im Beschäftigungsstand ,^der einzelnen Gewerbezweige zuläßt und Ausgleichsmöglichkeiten eröffnet. Nicht allzu erheblich war auch, nach einem starken Aufschwung von 1932 bis 1937, bisher der Rückgang in der gewerblichen Beschäftigung Großbritanniens, zweifellos eine Folge der Tatsache, daß durch die Rüstungsmaßnahmen die Einwirkungen der amerikanischen Depression zu einem großen Teil aufgehoben wurden. Fortdauernd aufwärts schreitet schließlich die gewerbliche Beschäftigung in der Südafrikanischen Union, was ohne Zweifel der noch dauernd zunehmenden Industrialisierung dieses Landes zu danken ist. Im Gesamtergebnis, das — da es mit den Schwankungen der Weltkonjunktur im großen und ganzen übereinstimmt — wohl auch auf die meisten übrigen Länder in Uebersee übertragen werden kann, ergibt sich also: Rückgang der Beschäftigung in der Wirtschaftskrise 1932/33, seitdem erhebliche Zunahme bis zum oder kurz nach dem Konjunktureinbruch in USA. und dann als seine Folge bis gegen Mitte des laufenden Jahres ein erneutes Sinken des Beschäftigungsstandes, das allerdings in der allerletzten Zeit auf Grund der Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise in USA. und aus anderen Ursachen wieder einer Besserung Platz gemacht haben dürfte. Dies kann man jedoch aus den zugrundegelegten Zahlen, die nur bis April Steuertermine im September 5. September: Abführung der einbehaltenen Lohn-, Bürger- und Wehrsteuer für Arbeitnehmer (ganzer August bzw. zweite Augusthälfte). 10. September: Vierteljahrsrate der Einkommensteuer gemäß Steuerbescheid. Umsatzsteuer für Monatszahler. 15. September: Grund- und Gewerbesteuern. 20. September: Abführung der einbehalteiien Lohn-, Bürger- und Wehrsteuer für Arbeit- . nehmer für die erste Septemberhälfte. Außerdem sind bei den von den Jüdischen Gemeinden erhobenen Gemeindebeiträgen die Vorauszahlungen für 1933 an den in den einzelnen Veranlagunffsbenachrichtigungen aufgeführten Terminen zu leisten. 1938 gehen, nicht mehr ersehen, läßt aber die Hoffnung zu, daß sich auch die Einordnungsmöglichkeiten in Uebersee für die jüdischen Auswanderer wieder günstiger zu gestalten .beginnen. H. W-L Vom Recht des Alltags in den Einwanderungsländern von Rechtsanwalt Dr. Hans Kaiisch IL Im Britischen Empire Das Wort England bezeichnet einen Sammelbegriff, man denkt an alles, was in irgendeinem Sinn englisch ist, will man genauer sein, spricht man vom Empire. Das soll zum Ausdruck bringen, daß es sich um ein Weltreich handelt. Aber ein britisches Empire gibt es eigentlich nicht, es fehlt völlig an einer zentralen Stelle, von der aus der Gesamtkomplex regiert wird. Wer in englisches Gebiet hinüberwandert, muß das wissen. Er kommt in ein Staatsgefüge, wo Regierung und Gesetzgebung in starkem Maße dezentralisiert und dadurch in vieler Beziehung verschieden gefärbt sind. Das kommt auch zum Ausdruck in der Bezeichnung, die jetzt oft"für das Gesamtreich zu hören ist': Commonwealth of nations. Commonwealth ist ein Wort, das sich umschreiben, aber nicht eigentlich übersetzen läßt. Es bedeutet ungefähr Gemeinwesen — England unter Cromwell wurde und wird so bezeichnet —, gemeint ist das System zusammengeschlossener und gleichgerichteter Völker britischer Art. Bei den „Nation s" ist an die selbständig gewordenen Kolonien gedacht, die als Dominions bezeichnet werden. Daneben gibt es noch eine große Reihe von Kolonien, die noch heute von London in verschiedenem Maße abhängig sind. Abhängigkeit und Selbständigkeit gegenüber dem Ausgangspunkt und Zentrum London spiegelt sich auch im Recht der einzelnen Teilgebiete wider. Ueberall, wo englische Herrschaft hinreicht, findet sich auch eng- B A \ KEN BANKHAUS VEIT L. KARLSRUHE Zusage in 6 Stunden Kaufe Hypothekenbriefe auf Berlin Stephan Aal, Spezialmakler, Berlin W 8, Jäjerstr. 12 ANTON KOHN Bankhaus NÜRNBERG Königstraße 26 Brunnengasse 2 Telefon für den Ortsverkehrs Nr. 27841,-27941 für den Fernverkehr. 27755 Postscheck - Konto Nr. 60 Depositen-Kasse: Bauerngasse 20 — Ecke Knauerstraße Telefon: Nr. 60076 Mit Erfolg werben Sie in der C.-V.-Zeitung Practica (Ins Handelsregister eingetragen) Inkasso, Handelsauskönffe, Transfer, Auswanderungen, Vermögensverwaltungen und alle Beratungen auf wirtschaftlichem, juristischem und finanziellem Gebiet Tel. 2 95 93 Merwedeplein 25 Amsterdam Z. Im 31 .Tausend liegt vor Philo- LexlKon Handbuch des jüdischen Wissens RM 4/ Philo Jüdischer Buchverlas BerlinW15,PariserStr.44 Fernsprecher 921375 lisches Recht in irgendwelchem Umfang. Wieviel oder wie wenig das aber ist, hängt von den Umständen ab, unter denen das Recht dorthin gelangt ist und von der Art seiner Weiterentwicklung. Um die Gegenwart zu verstehen, muß sehr oft auf die Vergangenheit zurückgegriffen werden. Die historische Erörterung ist bei Auseinandersetzungen über Rechtsfragen der Gegenwart im englischen Rechtskreise häufiger als anderwärts. Der Laie braucht sich mit dergleichen nicht zu plagen, aber er darf davon wissen, wie der Rechtskundige zu arbeiten hat. Ursprünglich haben König und Parlament Mutterland und Kolonien gleichmäßig regiert. Die Kolonien hatten wohl lokale Volksvertretungen, aber .das. Parlament in. Westminster, in deabdife Be- ' - ■_,_-necirf Berliner Krawatten-Fabrik HERZ & CIE., BERLIN C 2, Rosenstraße 1 Für Sie die richtige Verbindung Ueberzeujen Sie sich selbst durch Mustersendung völkerung der Kolonien nicht vertreten war, stand über ihnen und gab Gesetze auch für die Kolonien. Nordamerika ging verloren, weil sich die Kolonisten dort das nicht gefallen lassen wollten. Die Wiederholung eines derartigen Konflikts wurde dadurch abgewendet, daß den größeren Kolonien schrittweise Selbständigkeit gewährt worden ist. Das ist das Wesen der Dominions, die heute als gleichberechtigte staatliche Gebilde neben und in keiner Weise mehr unter dem Mutterlande stehen. Die Dominions zerfallen in einfache und zusammengesetzte staatliche Gebilde Das Dominion of Canada, dessen Gebiet, was wenig bekannt ist, größer ist als das der Vereinigten Staaten, ist ein Bundesstaat, dessen einzelne Bestandteile mit selbständigen Ministerien und gesetzgebenden Versammlungen Staatscharakter haben, wenn sie auch noch den aus alter Zeit stammenden Namen Provinz führen. Die Union of South A f r i c a ist gleichfalls als Bundesstaat "organisiert, die vier Einzel Staaten, aus denen sie besteht, sind die Kapkolonie, Natal, Transvaal und der ehemalige Oranjefreistaat. Das ehemalige Südwest wird von der Union verwaltet; aber das ungeheuere Gebiet"des übrigen englischen Südafrika, z. B. Rhodesien gehört nicht zur Union. Das macht für viele Fragen, z. B. die Einwanderungspolitik, einen sehr wesentlichen Unterschied. Ein weiteres zusammengesetztes Dominion bundesstaatlicher Art ist die Commonwealth of Australia, die den ganzen Kontinent und Tasmanien umfaßt. Dominions einfacher Art sind: Neufundland (das kleinste Dominion). Seine Einwohnerzahl bleibt hinter denv des Jischuw in Palästina zurück. Es folgt Neuseeland, ferner der in vielen Beziehungen eine Sonderstellung einnehmende Südirländische Freistaat'(Eire); dominionähnlich ist auch die Stellung von Nordirland. Früher war der englische König in den Dominions durch einen Generalgouverneur repräsentiert, dessen Bestellung ein englischer Staatsakt war. Gegenwärtig ist der König von England nicht mehr als solcher Staatshaupt in den Dominions, sondern er ist gewissermaßen so oft König (repräsentiert durch einen Generalgouverneur, bei dessen Bestellung das Dominion mitredet), als es der Zahl der Dominions entspricht. Die heutige selbständige Stellung der Dominions, schrittweise

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