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Central-Verein-Zeitung · 1938-09-01 · 35 (1.9.1938) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
35 (1.9.1938)
Date
1938-09-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 * I.Sept. 1938 Nr. 35 des Leistungsschau Schild Frankfurt a. M. Vor 1000 Zuschauern: Großartige Vorführungen und Wettkämpfe Die Sportschau des Schild Frankfurt a. M. bestätigte die enorme Vielseitigkeit dieses jüdischen Großvereins. Mit genauer Pünktlichkeit wickelte sich ein Programm ab, das übo* -tausend Zuschauern oft Gelegenheit zu Beifallsäußerungen gab. Nach dem Aufmarsch sämtlicher Abteilungen und der feierlichen Ehrung der jüdischen Gefallenen würdigte der Vereinsleiter die Meister im Sportbund „Schild" des Vereins der Saison 1937/38. Die höchste Auszeichnung, die Ehrennadel in Gold, erhielt für seine Verdienste Walter Friedenstein. Trotz der diesmal weichen Laufbahn waren die Ergebnisse der Läufe recht annehmbar. Für den Schild Stuttgart, der in letzter Minute absagte, sprang in äußerst kameradschaftlicher Weise der Bar Kochba Frankfurt a. M. ein, obwohl er nicht seine besten Kräfte zur Verfügung hatte. Deshalb erhielt er bei der 4xl00-m-Staffel einen Vorsprung von 25 m, den aber die Schildstaffel glatt aufholte und dabei 46,3 erzielte. In der Frauenstaffel konnte die Makkabi-Siegerin Lore Meyer als Schlußläuferin zwar mehrere Meter gutmachen, der Schild siegte dennoch in 57,6. Die Hockey-, Handball- und F u ß b a 11 kurzspiele sahen Bar Kochba gegen Schild erfolgreich, insbesondere durch unbeugsamen Siegeswillen und beispielhaften Kampf- VIlIflllflflllllllllllllcItlllfllllltllflllEIIttiEllllETltllllllSririlllllltllllllTflltllltflliltlllllllTlillillllllllll Jugend in Hamburg Schild und Bar Kochba gemeinsam Auch die große Jugendveranstaitung der beiden Hamburger jüdischen Vereine hat nun schon ihre Tradition. Am kommenden Sonntag wird es bereits das fünftenvdi sein, daß sich eine große Anzahl der besten jugendlichen Leichtathleten aus "den Vereinen des Sportbundes „Schild" und des Deutschen Makkabikreises auf der Hamburger Anlage ein Stelldichein geben. Es sindinsgesamt 43 Wettbewerbe reichsoffen für sämtliche Jahrgänge der männlichen und weiblichen Jugend sowie im Rahmenprogramm auch für Senioren ausgeschrieben. Das Meldeergebnis ist großartig ausgefallen, so daß das Sportfest, das auf dem Sportplatz des Schild Hamburg in Lokstedt mit den Vorkämpfen um 9 Uhr und den Hauptkämpf en um I414 Uhr beginnt, bei entsprechend guter Organisation einen ebenso reibungslosen wie leistungsmäßig zufriedenstellenden Verlauf nehmen sollte. nimiiiiiiiimiimiiiiiiimiiiiiiinimiiiiiiiiiiiiiiiimm geist seiner Mannschaften. Zum letzten Male spielte Max Floersheim beim Bar Kochba. Die Spielführer beider Handballmannschaften ehrten ihn, indem sie seine großen Verdienste um den Sport hervorhoben. Ein Sechzehner-Kun-streigen der Radfahrer verfehlte nicht seine Wirkung auf die Zuschauer, zumai eine exakte Ausführung den guten Lehrmeister erkennen ließ. Die F e c h t abteilung zeigte einige sehr schöne Schaugefechte und erhielt den verdienten Beifall. Ein Glanzpunkt des Programms waren die turnerischen Vorführungen. Die Mädel und Jungen zeigten Keulen- und Stabübungen, die Frauen ■ neuzeitliche Gymnastik, die größeren Jungen ein Turnen an zwei Barren. Den Abschluß des Turnens y&& St&d md Siep Sonnabend, 3. September Rheinland-Westfalen Boxen: JBC. Makkabi Köln—JBC. Makkabi Berlin, Köln, Cäcilienstr. 18-22; Beginn: 20.30 Uhr. Sonntag, 4. September Rheinland-W estf alen Leichtathletik: Meisterschaften des LSV. West im Schild; Köln, Fort Deckstein; Beginn: 11 Uhr. Boxen: Hakoah Essen-Makkabi Düsseldorf (komb.) —JBC. Makkabi Berlin, Essen, Saarbrücker Straße.3; Beginn: 16.30 Uhr. . Fußball: Gesellschaftsspiel Hakoah Essen—Schild Bielefeld, Krefeld, Sportplatz Weyerhof. Südwestdeutschland Schwimmen: Reichsoffenes Schwimmfest des Schild Frankfurt a. M., Frankfurt a. M., Strandbad Niederrad, 15 Uhr. Handball: Schild Frankfurt a. M. I—JJB. Hanau I, Aschaffenburg, 15 Uhr; Schild Frankfurt a. M. Frauen—JJB. Hanau Frauen, Aschaffenburg, 15 Uhr. Fußball: TC. 03 Karlsruhe I—Schild Pforzheim, Pforzheim, Schiidsportplatz, 15.30 Uhr. Tischtennis: Karlsruher Vereinsmeisterschaften (TC. 03—Hakoah), Sporthalle, 13 Uhr. Mitteldeutschland Fußball: Schild Leipzig I—Bar Kochba Leipzig, Leipzig, Sportplatz Thekla. Handball: Schild Leipzig II und Mädel—Bar Kochba Leipzig II und Mädel, Leipzig, Sportplatz Thekla, ab *14 Uhr. machte die Musterriege der Frauen und Herren am Barren mit hervorragenden und schwierigen Kürübungen, die den größten Applaus der Zuschauer erhielten. Die Boxer zeigten in Schaukämpfen die „ideale Kunst der Selbstverteidigung". Die Tischtennisspieler bewiesen, daß auch zu diesem Sport eisernes Training gehört. Die Schwimmer führten in einer Schwimmschule. die für das Publikum neuartig war, richtiges und falsches Schwimmen vor. Sogar die S k i Sportlertraten mit einer ausgezeichneten Trockenskivorführung in Aktion. Den Sanitätern war diesmal eine besonders schwierige Aufgabe gestellt. Sie hatten Transporte im Gelände ohne Bahren und Schienen durchzuführen, die einen guten und überzeugenden Einblick in ihre Arbeit gaben. Den glänzenden Abschluß der vierstündigen Sportschau bildete eine im jüdischen Sport noch nicht gesehene Vorführung eines lebenden Schachspieles. Die einzelnen Figuren, von kostümierten Jugendlichen dargestellt, bewegten sich auf dem riesigen Schachbrett nach dem Kommando zweier Spieler der Schachabteilung. Erich Klaber Ergebnisse der Wettkämpfe Leichtathletik: 100-m-Lauf, Frauen: 1. Anny Freund 13,4; 2. Vera Worms 13,7? 3. H. Nußbaum (alle .Schild). — 100-m-Lauf, Männer: 1. M. Bendorf 11,3; 2. E. Klaber 11,4; 3. L. Krauß 11,6 (alle Schild). — 4X100-m-Staffel, Frauen: 1. Schild 57,6; 2. Bar Kochba 58,4; 3. Schild Wiesbaden. — 4X100-m-Staffel, Männer: 1. Schild 46,4; 2. Bar Kochba; 3. Schild Wiesbaden. Radsport: 2000-m-Bahnrennen: 1. Ellinger (Schild Wiesbaden); 2. Kampler (Bar Kochba Frankfurt a. M.); 3. Tiaum (Schild Frankfurt a. M.). ' Fußball: Schild Frankfurt a. M.—Bar Kochba Frankfurt a. M. 0 :1 (0:1). FI and ball: Schild Frankfurt a. M.—Bar Kochba Frankfurt a. M. 1: 2 (1:0). Hockey: Schild Frankfurt a. M.—Bar Kochba Frankfurt a. M. 0:0. Fechten: Florett, Damen: R. Szamatolski—G. Frohmann 1 : 5 Treffer; Florett, Herren: A. Rosenmeyer—E. Saretzki 5 : 3 Treffer. K. Makkabi-Jugend um Titel Bar Kochba-Hakoah Berlin der erfolgreichste Verein Der Deutsche Makkabikreis hat in diesem Jahr auf die Durchführung seiner Seniorenmeisterschaften verzichtet und lediglich die leichtathletischen Titelkämpfe der Junioren und "Jugendlichen zur Abwicklung gebracht. Diese Maßnahme erwies sich als recht glücklich; denn die zahlreich ausgeschriebenen Wettbewerbe brachten trotz regnerischen Wetters in allen Jugendklassen großartiges und herrlich kämpfendes Material an den Start. Man konnte erneut feststellen: der jüdische Sport in Deutschland besitzt einen ganz vorzüglichen Nachwuchs, der besser ist denn je. — Da sich diesmal auch die Organisation dank des Einsatzes der sonst aktiven Senioren einwandfrei ihrer schwierigen Aufgabe entledigte, konnte der Makkabi mit dem Verlauf dieser Veranstaltung vollauf zufrieden sein. Etwa 1500 Zuschauer waren anwesend. Wer waren die Besten? Bei den Junioren gab es im Fünfkampf eine knappe Entscheidung. Nach der Vierten Uebung lag noch Gottheimer (Breslau) vorn, und erst durch einen enorm schnellen 1500-m-Lauf holte sieh Bartfeld (Leipzig) den endgültigen Sieg. Einen überaus talentierten Eindruck hinterließ bei der A-Jugend der Kölner Wiedmann, der die 100 m in 11.7 Sek., die 400 m in 58.4 lief und den Weitsprung mit 6.17 m gewann. Auch Katzenbevg . (Düsseldorf), der mit guter Technik 1.60 m sprang, und Jonas (Berlin), der über 800 m in 2:10,7 Min. Sieger blieb, rollbrachten gute Leistungen, desgleichen der jetzt für Essen startende Kramberg, der im Dreikampf die höchste Punktezahl erhielt. In den Kämpfen der B-Jugend kam Ehrlich (Berlin) zu zwei Siegen im 100-m-Lauf mit 11.9 Sek. und im Weitsprung mit 5.81 m. Erwähnenswert wäre hier noch der 1.57-m-Hochsprung von Baum (Berlin). Bei den Knaben lief Sternheimer (Frankfurt a. M.) die 100 m in 12.5 Sek. Die Mädchen lieferten sich zwar ausgeglichene Kämpfe, besondere Leistungen blieben indes aus, •wenn man ron den ausgezeichneten Weitsprungleistungen — Löwenstein (Frankfurt a. M.) in Mädchen B und Romanus in Mädchen C, die je 4,92 m sprangen — und dem Speerwerfen der Klasse B absieht. Den Abschluß der Kämpfe bildete eine Gemischte Staffel, die zum Gedächtnis der in diesem Frühjahr tödlich verunglückten Makkabiasiegerin EUi Kendziorra gelaufen wurde. Die zweite Mannschaft des Bar Kochba-Hakoah Berlin gewann sie, nachdem die erste Vertretung wegen falschen Wechseins disqualifiziert worden war. Vorher gab es ausgezeichnete Vorführungen zweier Mädchen-Musterriegen des Berliner Makkabivereins am Barren. Sie bildeten eine interessante Abwechslung, zumal die gezeigten Leistungen auf überraschend hoher Stufe standen. Manfred Friedmann Ergebnisse Junioren: 100 m: 1. Gruenbauin (BK.-H.) 11.9 Sek.; 1500 m: 1. Berger (BK.-H.) 4 :34,9 Min.; Fünfkampf: 1. Bartfeld (BK. Leipzig) 2511,5 Punkte. — Jugend A: 100 m: 1. Wiedmann (Hakoah Köln) 11.7 Sek.; 400 m: 1. Wiedmann (Hakoah Köln) 58.4 Sek.; 800 m: ' 1. Jonas (BK.-H.) ' 2:10.7 Min.; Weitsprung: 1. Wiedmann (Hakoah Köln) 6,17 m; Hochsprang: 1. Katzenberg (Makkabi Düsseldorf) 1,60 m; Diskuswerfen: 1. Nieburg (BK.-H.) .34.55 m; Kugelstoßen: 1. Nieburg (BK.- H.) 12,40 m; Dreikampf: 1. Kramberg (Hakoah Essen) 2364 Punkte; 3 X 200-m-Staffei: 1. Köln 1:15.9 Min.; 3 X 1000-m-Staffel: 1. Berlin 9:55,0 Min. — Jugend B: 100 m: 1. Ehrlich (BK.-H.) 11,9 Sek.; 800 m: 1. Lichtenstein (Hakoah Köln) 2 : 18,7 Min.; Hochsprung: 1. Baum (BK.-H.) 1.57m'; Weitsprung: 1. Ehrlich (BK.-H.) 5.81 m; Diskuswerfen: 1. Steinbock II (BK.-H.) 25,84 m; Speerwerfen: 1. PolkowskL (BK.-H.) 39.80 m; Kugelstoßen: 1. Frank (BK. Frankfurt a. M.) 10,71 m; 3 X200-m-Staffei: 1. Berlin 1:17.1 Min.; 3X1000- Meter-Staffei: 1. Westdeutschland'10:39.4 Min. — Knaben: 100 m: 1. Sternheimer (BK. Frankfurt a. M.) 12,5 Sek.; Weitsprung: 1. Kirchheimer (BK. Hamburg) 5.21 m; Kugelstoßen: 1. Atlas (BK.-H.) 12.49 m; 4 X 100 - m - Staffel: 1. BK.-H. Berlin 53.6 Sek. — Mädchen A: 1. Fließ (BK.-H.) 13,8 Sek.; Hochsprung: 1. Durst (BK.-H.) 1,35 m; Speerwerfen: 1. Korzner (BK. Hamburg) 21.20 m; Kugelstoßen: 1. Weinrcb (BK.-H.) 8.48 m; 4X100- Meter-Staffel: 1. BK.-H. Berlin 58.5 Sek. —• Mädchen B: 100 m: 1. Goldstein (BKS Leipzig) 14,0 Sek.: Weitsprung: 1. Löwenstein (BK. Frankfurt a. M.) 4.92 m; Speerwerfen: 1. Simeon BK.-H.) 31,60 m; Kugelstoßen: 1.- Durst (BK.-H.) 8.21 m; 4 X100-m-S taffei: 1. BK.-H. Berlin .57,4 Sek. — Mädchen C: 60 m: 1. Nathan (BK. Hamburg) 8.6 Sek.; Weitsprung: 1. Romanus (BK.-H.) 4.92 m; Schlagball-Weitwerfen: 1. Romanus (BK.-H.) 58.52 Meter; 4X100-m-Staffel: 1. BK. Hamburg 59.1 Sek. F. Sportbetrieb überall Rheinland* Westfalen Fußballsaison eröffnet Am 28. August herrschte auf dem Sportplatz des Schild Gladbach/ Rheydt Hochbetrieb. Vormittags waren zwei Schülermannschalten aus Krefeld zu Gast, die mit 4:1 (2:0) und 2:1 (1:0) geschlagen' wurden. Am Nachmittag gab es jedoch zwei Gästesiege. Im Hauptspiel blieb Schildmeister Bochum mit 6:3 (4:0) Sieger und hatte dabei zwei sehr verschiedene Halbzeiten. In der ersten spielte die Mannschaft in unübertrefflicher Form, so daß der Gladbacher Torwart einige Glanzleistungen zeigen mußte, sonst "wäre es noch höher als 4:0 geworden. Im zweiten Teil rafften sich die Gastgeber zu energischer Gegenwehr auf und eine Umstellung bewirkte, daß Bochums etwas unsicher verteidigtes Tor in viele Gefahren kam. Gladbach/Rheydt II —Dortmund 11:6. J. G. Südwestdeutschland Stuttgart: Schild schlägt Hakoah Zum Auftakt der F u ß b a 11 saison lieferten sich die Stuttgarter Lokalrivalen einen interessanten und jederzeit ritterlichen Kampf. In der ersten Halbzeit gab Hakoah meist den Ton an und lag auch bis Halbzeit mit 2:1 in Führung. Eine vorbildliche Stürmer Leistung war das zweite von Herrsch geschossene Tor, gegen das Vollweiler vollkommen machtlos war. Nach der Pause hatte jedoch Hakoah sein Pulver vollkommen verschossen. Schild gestaltete den Kampf stark überlegen, während sich Hakoah nur noch auf die Verteidigung und einzelne Durchbrüche beschränken mußte. Nochmals konnte Hakoah zwar einen 3 : 3-Gleichstand herstellen, doch im Endspurt gelang es Schild, durch gutes Zusammenspiel doch noch einen vollkommen verdienten 5 : 3-Sieg sicherzustellen. L. B. Schlesien Auch in Breslau Bar Kochba gegen Schild Der 28. August brachte endlich wieder einmal das Zusammentreffen zwischen Fußb a 11 mannscharten des Bar Kochba und des Schild, die für unsere Verhältnisse immer wieder einen sportlichen Reiz haben. Der Publikumsbesuch war leider sehr schlecht. Im Spiel der ersten Mannschaften gelang es dem Bar Kochba, durch einen 2:1 (2 :1)-Sieg die Vorherrschaft des Schild zu brechen. Die Stürmer waren jeweils schwächer ab die Verteidiger. Der Schild- Treffer resultierte aus einem Selbsttor eines Bar- Kochba-Spielers, der einen Ausball ins eigene Tor lenkte. Insgesamt war das Spiel überaus kampfreich und die Abwicklung reibungslos. E. W. wgese/ien verändern sich die Maße der uns vertrauten Umgebung, sie tritt in Beziehung zum größeren Blickfeld. Soll es sich auch Ihnen offnen? Die Welt und ihren jüdischen Bereich, das Einzelerleben in umfassenden Zusammenhängen, erschließt Ihnen die!)l%ilung ALLGEMEINE ZEITUNG DES JUDENTUMS Senden Sie mir bis auf Widerruf die C-V.-Zeitung 33 Pf. für September zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger od. (nach Aufforderung durch den Verlag) auf Postscheckkonto. Name: . Ort:...... Straße:.. Ausschneiden und mit 3 Pf. frankiert (oder auch unfrankiert) senden an: C.-V.-Zeitung Vertrieb, Berlin W15, Emser Straße 42. Telefon 92 8141 Auch jedes Postamt nimmt Bestellungen entgegen. Wie Gretel Bergmann wieder Meisterin wurde Die Nachricht, daß sich Gretel Bergmann, unsere frühere „Schildtc-Meisterin, aim7.August in Waterbury (Connecticut) ihre dritte; amerikanische Meisterschaft zu erobern vermochte, sind wir heute in der Lage, mit einem Bericht, den wir ihrem Brief an uns entnehmen, zu ergänzen. Vorausgeschickt sei, daß der Frauen- Leichtathletik in Amerika bei weitem nicht die Bedeutung zukommt wie in Europa. Denn nur so läßt es sich erklären, daß die Championship auf einem Sportplatz durchgeführt wurde, der etwa dem des JTV. 02 Köln, dem Schauplatz der diesjährigen Meisterschaften des Sportbundes „Schild", entspricht. Die Hochspringerinnen mußten beispielsweise von einer nicht gerade sehr harten Grasbahn anlaufen, die besonders Gretels Anlaufstechnik wenig behagte. Die Konkurrenz selbst zog sich bei großer Hitze über drei Stunden hin und fand zur gleichen Zeit wie das Kugelstoßen statt, an dem sich Gretel ebenfalls beteiligte und mit 10,80 m gute Dritte wurde. Dies alles erklärt, daß Gretel sich kaum recht konzentrieren konnte - und alles in allem zufrieden war, als sie die Höhe von 5 feet 2 inches (= 1,58 m) glatt übersprungen hatte, nachdem ihre Konkurrentinnen bereits bei 1,52 m und 1,55 m am Ende ihres Könnens gewesen waren. Die nächste Höhe — 1,63 m — riß sie im übrigen nur ganz knapp. Gretels Leistung kann demnach als durchaus erstklassig bezeichnet werden, zumal sie Infolge starker beruflicher Inanspruchnahme vorher überhaupt nur fünfmal Gelegenheit zum Trainieren hatte. Grete! Bergmann wird, wie sie uns mitteilte, in dieser Saison allerdings noch öfters an den Start gehen und hof5t, sich dabei in ihren Leistungen beträchtlich steigern zu können. Wir schließen uns dieser Hoffnung gern an und wünschen Gretel als der würdigsten Repräsentantin des jüdischen Sports in Deutschland weiter solche Erfolge. * Die sonstigen Meisterschaftsergebnisse waren nicht überwältigend gut. Vergleichshalber sollten einige jedoch von Interesse sein: die 100 m wurden in 12,4 und die 200 m in 26,7 gewonnen, während über 50 m Miß Isicsohn den bestehenden Weltrekord egalisierte. Im Weitsprung erzielte die Beste 5,25 m, im Kugelstoßen 11,79 m und im Speerwerfen kam Miß Auerbach auf 38,44 m.

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