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Central-Verein-Zeitung · 1938-08-25 · 34 (25.8.1938) · page 19

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
34 (25.8.1938)
Date
1938-08-25
Page
– (sequence 19)
Language
German
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r. 34 .-V.- eftung WIRTSCHAFT DER WOCHE Seife 19 25. August 1938 Welt-Absatzmarkt Südamerika Da nach den neuesten Berichten gerade;iae Reihe südamerikanischer Staaten neue resetzliche Regelungen der Einwanderung vorbereiten oc'er bereits getroffen haben, dürfte »ine zusammenfassende Darstellung derwirt-. •chaftlichen Probleme Südamerikas wichtig;ein. Zunächst ist in ' diesem Zusammenhang auf i\e währungsnolitische Verflechtung der Südamerikastaaten hinzuweisen. Der fortschreitende Aufbau nationaler Industrien in den wichtigsten Staaten des südamerikanischen Wirtschaftsraumes erfordert naturgemäß einen erheblichen Kapitalbedarf. Wie neuere Statistiken ergeben, hat in den letzten Jahren auch ein bedeutender Kapitalzufluß nach Südamerika stattgefunden. Dieser kam vorwiegend von USA. und England, zwei Ländern, deren Kapitalhergabe einen gewissen wirtschaftlichen Einfluß, insbesondere auf die gegenseitigen Handelsbeziehungen, zur Voraussetzung hatte. Nach den neuesten Zahlen,beträgt beispielsweise die Schuld Argentiniens an USA. über 250 Mill. Dollar. Brasilien nahm von Nordamerika eine Anleihe in Höhe von über 50 Mill. Dollar auf. Chile ist an USA. mit über 200 Mill. Dollar, Peru mit etwa 100 Mill. Dollar und Uruguay mit rund 50 Mill. Dollar verschuldet. Die Verschuldung Argentiniens an England beträgt nach den letzten Nachrichten fast 60 Mill. Pfund Sterling, die entsprechenden Zahlen für Chile und Uruguay sind etwa 30 und 15 Mill. Pfund Sterling. Die Folge dieser Entwicklung ist eine Kaufkraitsteigerung innerhalb der Wirtschaft der einzelnen südamerikanischen Staaten gewesen, die sich wiederum in einem zunehmenden Außenhandelsverkehr zwischen den Gläubiger- und Schuldnerstaaten und auch mit anderen Ländern ausgewirkt hat. Eine weitere Folge dieser Entwicklung war die gestiegene Aufnahmefähigkeit der südamerikanischen Binnenmärkte in letzter Zeit, die einen Run vieler Industriestaaten auf den südamerikanischen Absatzmarkt veranlaßte. In steigenden Außenhandelsumsätzen und zunehmenden Außenhandelsüberschüssen in den meisten südamerikanischen Staaten kam diese Entwicklung schließlich deutlich zum Ausdruck. Da nach vielen Meldungen für die nächsten Jahre in fast allen Ländern des südamerikanischen Wirtschaftsraumes große Wirtschaftsprojekte in Angriff genommen werden sollen* ist damit zu rechnen, daß die Bedeutung Südamerikas als Absatzmarkt hauptsächlich für Industriewaren noch erheblich wachsen wird. Damit ist um so mehr zu rechnen, als die südamerikanischen Länder diese verhältnismäßig großzügigen Projekte nicht nur aufgestellt, sondern zu einem erheblichen Teil bereits in Angriff genommen haben. Was die einzelnen Länder betrifft, so ist für Argentinien zunächst ein starker Ausbau der Industrialisierung festzustellen, der nach einer gewissen Stockung wieder mit erneuter Kraft in Angriff genommen werden soll. Di© vielem Vorhaben in dieser Hinsicht zeigen besonders deutlich, wie stark entwicklungsfähig gerade die argentinische Wirtschaft im ganzen noch ist. Es gibt fast kein wichtiges Industriegebiet, dessen Ausbau innerhalb der argentinischen Wirtschaft nicht für die Zukunft in Angriff genommen werden soll. Es würde zu weit führen, im Rahmen dieses Aufsatzes die einzelnen Projekte zu behandeln, daher kann bezüglich der Zukunftspläne für die südamerikanischen Binnenwirtschaften nur das Wesentliche stichwortartig erörtert werden. Für Brasiliens Wirtschaftspläne ist der immer stärkere Uebergang von der Monokultur zum Anbau verschiedener Produkte von Bedeutung, die sich auch weltmarktmäßig immer besser ergänzen und mit der Zeit eine gewisse Stabilität in der Außenhandelslage Brasiliens bringen sollen. Das auch an dieser Stelle bereits behandelte Problem „Kaffee — Baumwolle" wird daher künftig für die brasilianische Wirtschaft eine besonders wichtige Rolle spielen. Schon heute zeigt sich die Auswirkung dieses Uebergangs der brasilianischen Wirtschaft von der Monozur Polykultur. Gehtdoch der Anteil der Kaffeeausfuhr an Paul KorafBo«! "»ÄSSSlÄSSS!^"™ Immobilien, Berlin W 15, Uhiandstr. 171/172, Ruf 81 61 00 der Gesamtausfuhr des Landes allmählich zurück, während der Anteil der Ausfuhr von Baumwolle in den letzten vier Jahren um etwa 18 v. H. gestiegen ist. Ferner nimmt innerhalb der brasilianischen Wirtschaftsprojekte für die Zukunft die Erschließung neuer Siedlungsgebiete einen breiten Raum ein, wofür die verschiedensten Projekte vorliegen. Endlich wird künftighin der Aufbau einer Schwerindustrie in Brasilien die Wirtschaftspolitik des Landes stark beschäftigen. Das Zinnland Bolivien mit seinen reichen Ei-zvorkommen, die noch immer nicht genügend ausgeschöpft werden konnten, wird nach den ' Berichten hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Struktur im Zeichen eines Ausbaus seiner bergwerklichen Wirtschaft stehen. Neben den bereits jetzt geförderten Erzen soll der Erdölgewinnung im Lande besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, was wiederum einen großzügigen Ausbau der Verkehrswirtschaft Boliviens zur Folge haben wird. Perus künftige Wirtschaftspolitik wird für die Zukunft im Zeichen gewisser Schutzzölle stehen, die den Zweck. haben sollen, das Land instandzusetzen, eigene Industrien aufzubauen. Weiterhin im Vordergrund der künftigen Wirtschaftspolitik Perus steht eine größere Unabhängigmachung vom ausländischen Kapital, wozu u. a. der Bau von Autostraßen gehören wird, um den Eisenbahnen Konkurrenz zu bieten. Die Entwicklung geht ferner dahin, die peruanische Ausfuhr an den Weltmarkt allmählich, einer höheren Wirtschaftsstufe zuzuführen. Mit anderen Worten: Peru will dahin gelangen, in Zukunft mehr Baumwollgarne statt Rohbaumwolle oder mehr Rohkupfer statt Kupfererz auszuführen usw. Alle diese Pläne werden natürlich allmählich durchgeführt werden, um so der Wirtschaft Perus eine größere Krisenfestigkeit und den Arbeitern eine gleichmäßigere Beschäftigung zu sichern. Kolumbien ist es in den letzten Jahren bereits gelungen, als Kaffeeausfuhrland einen wichtigen Platz einzunehmen. , Dieses Gebiet soll in Zukunft noch weiter ausgebaut, daneben aber auch der Anbau neuer Produkte gefördert werden, um von der Monokultur loszukommen. Baumwolle, Weizen, Reis, Zucker und Tabak soll in dieser Hinsicht besondere Beachtung geschenkt werden. Neben den in den letzten Jahren innerhalb der kolumbianischen Wirtschaft stark geförderten kleineren Industrien will man künftig insbesondere die Eisen- und Metallindustrie, die in Kolumbien beide noch sehr in den Anfängen stecken, ausbauen. Schließlich ist auch eine wesentliche Verbesserung der Verkehrsverhältnisse vorgesehen, wofür ebenfalls große Projekte aufgestellt worden sind. Das Petroleumland Venezuela wird für die Zukunft im Zeichen des weiteren Ausbaus dieses wichtigen Wirtschaftszweiges stehen. Vor wenigen Jahren noch haben landwirtschaftliche Produkte den Hauptanteil der Ausfuhr Venezuelas ausgemacht. Seit 1936 aber hat Petroleum den ersten Platz erobert und die Binnenwirtschaft des Landes stark gefördert. Da die Kapitalanlagen in der Petroleumindustrie Venezuelas in den letzten Jahren sehr groß waren, kam die Ausnutzung ■ der anderen Bodenschätze etwas ins Hintertreffen. Das besonders soll in Zukunft behoben werden, und man will, auch der Förderung von Kupfer, Eisen, Kohle und Gold wieder mehr Beachtung schenken. Uruguay will sich in Zukunft insbesondere von der verhältnismäßig hohen Kohleneinfuhr unabhängiger machen und baut zu diesem Zwecke große Kraftwerke, um das Land künftighin billig mit elektrischer Energie versorgen zu können. Außerdem soll alles getan werden, um die schon heute große Bedeutung Uruguays als Ausfuhrland für Fleisch, Wolle, Häute und Felle noch zu steigern. Warenlägrer und '"estbestände in Textil - und Schuhwaren kauft Kasse S. Jakobetwicz KachfBerlin C Ä, Kaiser-Wilhelm-Straße 4. Man erkennt schon aus dieser nur stichwortartigen Uebersicht, daß alle Länder des südamerikanischen Wirtschaftsraumes große Pläne für die Zukunft ihrer Wirtschaften haben, und daß diese Pläne der jeweiligen "Wirtschaftsstruktur des einzelnen Landes angepaßt und somit gut fundiert sind. Die Wirtschaftsfachleute der Welt sind sich daher darüber einig, daß gerade Südamerika für die Zukunft ein bedeutender Absatzmarkt für die verschiedensten Produktionsmittel und anderen Güter werden wird. Da zur Ausführung der hier nur kurz erwähnten Vorhaben allerdings auch ein erheblicher Bedarf an Arbeitskräften, insbesondere geschulter, erforderlich sein wird, ist zu hoffen, daß die südamerikanischen Staaten, wenn sich die Ausführung der neuen Pläne erst einigermaßen eingespielt haben wird, auch in ihrem eigenen Interesse an einem gewissen Menschenzustrom interessiert sein werden. _Dr. Erich Gottfeld Die am. 16. August außer Kurs gesetzten Goldmünzen der Vorkriegszeit zu 10 und 20 Mark müssen auf Grund einer Verordnung vom 12. Juli 1938 bis zum 1. September der Reiehsbank angeboten werden. Auf Verlangen sind sie zu verkaufen und zu übertragen. Ein Neunzigjähriger Am 26.August feiert Heinrich Marum in Sobernheim (Rheinland) in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit seinen 90v Geburtstag. iEr nimmt noch regsten Anteil an allen Vorgängen in der Strumpffabrik A. Marum Wwe., Sobernheim, in welcher er seit Gründung im Jahre 18S5, also seit über 73 Jahren, ununterbrochen tätig ist. Der jetzt 90jährige läßt es sich nicht nehmen, noch täglich die ihm so liebgewordene Arbeitsstätte aufzusuchen. Die Firma A. Marum Wwe., die sich aus den kleinsten Anfängen zu ihrer jetzigen Bedeutung entwickelt hat, verdankt diesem treuen Mitarbeiter sehr viel; sein Geist der treuen, selbstlosen Hingabe hat sich auch auf das Werk übertragen. „Der Kapitalverkehr im deutschen Devisenrecht." Zu dem von uns schon häufiger erwähnten Werk von Heinrich Troeger ist jetzt eine Ergänzungslieferung erschienen, die das W7erk auf den Stand von Ende Mai 1933 bringt. Diese schnellen Ergänzungslieferungen stellen einen der Hauptvorzüge dieses Werkes dar. Zu erwähnen ist, daß der neuesten Ergänzungslieferung als Beilage eine Zusammenstellung für die österreichischen Devisenvorschriften beigefügt ist. Bereinigung alter Schulden. Das Gesetz vom 17. August findet nach § 1 Abs. 5 auf jüdische Schuldner keine Anwendung. Als Jude gilt-' ' nach §5, wer nach dem Reichsbürgerge's'etz;k' vom 14. November 1935 Jude ist. Offene Auslandsstellen genehmigt durch das Landesarbeitsamt Brandenburg Gesucht werden: Für Belgien ein jüdischer technischer Fachmann für Schleifscheibenfabrikation; für Frankreich ein jüdischer, nachweislich gelernter Seifensieder; für Polen ein erstklassiger jüdischer W o 11 - hutmeister, der die Produktion vollständig beherrscht, zur Leitung einer Fabrik; für Polen ein jüdischer erfahrener Fachmann für die S iegelmarken -Fabrikat t i o n, der auch die Maschinen instandhalten kann; ein jüdischer Graveur (evtl. Aetzer), der Spezialist für Siegelmarkenklischees ist. Für beide Posten werden ledige Bewerber mit polnischer S taatsangehörigkeit gewünscht; für Brit. Indien eine gewandte, tüchtige, jüdische Sprechstundenhilfe im Alter von Eiwzelhandvl im Iteieh ESSEN FÜRTH HAMBURG NÜRNBERG ff MeJGmmmt Forchheimer&Schioss PSaRTM iis 3AYERN Kurz-, Weiß-, Wollwaren Großhandel — Einzelhandel KORSE TTPI^^^^ ^kleide^Mäntel, Pelze,Maßanfertigung^ Seidenhaus L^fl 11131111 Dürnberg JosepftspSaf s 3^ LI l~) B M2" K E R STEW9ra3 GAZELLE ................ ■ HEINRICH UETZ GREiZ Bedarfsartikel aiier Art MONSTER i. W. B. Leffmann Wäsehe und Korsetts Blusen-Morgenröcke WITTEN a. d. Ruhr E*.nri.uB Alsberg & Blank Textil-Kaufhaus "■'". .VERL AN GEN'SIE.OBER.ALL DIE C. - V. - Z E i T U N G Herren-, Burschen- und Knabenkleidung:. Grofie'Läger in guten und besten Stoffen. Extraanfertigungen für Auswanderer innerhalb 14 Tagen. Essen, JLlmübeclterstraSSe 7 ö Ihr Berater! BIELEFELD S. Afsbero & Co. M B R ES LAU HAMBURG lüauslWi" Ecke Eppendorferweg TEPPICHE V. ORIENT- Sessoudo, HIRSCH BE RG i. R. Gegründet 1871 Damenkonfektion Textilwaren jeder Art. 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