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Central-Verein-Zeitung · 1938-08-25 · 34 (25.8.1938) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
34 (25.8.1938)
Date
1938-08-25
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 18 C-V.-Zeitung Nr. 34 * 25. August 1938 gesplittert, die freilich in letzter Zeit besonders viel Unheil angerichtet haben. Der jüdische Selbstechutz wurde in schnellem Tempo weiter ausgebaut und dadurch die bewaffnete Macht der Regierung für zentralisierte Organisationen frei. Bei den vielen Gefangenen, die in letzter Zeit gemacht wurden, fand man wichtige Dokumente und Informationen zur Aufdeckung der Terrorquellen. Aber Äuch die neuen Terrormethoden sind nur allzu wirksam, und daher hätte man es vielleicht begrüßt, wenn der High Commissioner noch deutlicher die Wege gezeigt hätte, auf denen die Regierung weiterzugehen beabsichtigt. Aber dieser kleine Mangel besagt wenig gegenüber der großen Wirkung, welche der grundsätzliche Teil der Ansprache ausgelöst hat. Daß England durch den Mund des High Commissioners für Palästina gerade in dieser Stunde und mit solchem Nachdruck erklären ließ, die Mandatarmacht werde sich durch keinen Terror in ihrer Entscheidung beeinflussen lassen, wird jedenfalls als eine letzte Warnung aufzufassen sein. Und großen Eindruck machte der Hinweis MacMiehaels, daß höchstens eine politische Wirkung durch Terrorakte erzielt werden könne: Die Wirkung nämlich, daß eine Bevölkerungsgruppe, die Verbrechen als erlaubtes politisches Mittel ansieht, eben damit ihre Unreife zur Selbständigkeit dokumentiere. Auch arabische Zeitungen gehen in ihren Zustimmungserklärungen so weit, daß eine von ihnen behauptet, es wäre vielleicht niemals so weit gekommen, wenn man solche Worte und solchen Ton von verantwortlicher Steile schon früher vernommen hätte. Und man versichert dem High Commissioner, daß die Araber sich seinen Gebeten um Wiederherstellung des Friedens aus vollem Herzen anschließen. Dann freilich scheiden sich die Wege, und ein arabischer Politiker will der Mandatsregierung eine goldene Brücke bauen, indem er ausführt: Man verlange ja nicht, daß England vor der Gewalt zurückweichen solle, sondern nur, daß es das Recht anerkenne, was keinem Lande zur Schande gereiche. Die innere Lage Wichtiger schließlich, als man vielleicht außerhalb Palästinas begreifen wird, waren diejenigen Sätze des High Commissioners, die sich gegen Provokationen oder" gegen leichtfertige Anschuldigungen und Verbreitungen unwahrer Meinungen durch Wort und Schrift richteten. Und leider gilt diese Mahnung nicht nur für das Verhältnis zwischen Arabern und Juden, sondern auch für die Verhältnisse innerhalb des jüdischen Lagers. Der jüdische Jischuw bildet ein . widerspruchsvolles Bild. Auf der einen Seite die gewaltige Zusammenfassung aller Kräfte in der großen Verteidigungsaktion „Kofer Hajischuw", die in kaum vierzehn Tagen schon 26 gefährdete Siedlungen mit Mauern und Schutzgittern ausrüsten konnte, die bereits Hunderte von Freiwilligen zur Verstärkung schwacher Punkte auf das Land gesandt hat und jetzt darangeht, auf bedrohten Straßen durch besseres Pflaster das Eingraben der mörderischen Landminen unmöglich zu machen. Auf der anderen Seite aber verschärfen sich immer noch die innerpolitischen Gegensätze, die selbst innerhalb der Leitung des Verteidigungswerkes zu Differenzen geführt haben. Erfreulicherweise lassen sich die Menschen, die wirklich selber aufs Land hinausgehen oder in der Stadt die Gelder aufbringen, dadurch nicht allzusehr stören. Aber welchen Grad die innerpolitische Verhetzung und das Mißtrauen zwischen den verschiedenen Gruppen erreicht hat, bewies dieser Tage die Entführung Secharja Kikajons, eines jungen Tei-Aviver Kommunalbeamten. Er kam nach acht Tagen, während deren die Polizei und seine Kameraden eine fieberhafte und dicht vor dem Erfolg stehende Suche veranstaltet hatten, wohlbehalten wieder nach Hause. Sein Bericht bestätigte die Vermutungen, daß es sich um eine politische Aktion gehandelt habe. Seine Entführer waren Juden, die behaupteten, daß Kikajons Gesinnungsgenossen vorher mit einem ihrer Gesinnungsgenossen, der angeblich gegen die nationale Disziplin verstoßen habe, ebenso verfahren seien, und daß sie ihn lediglich als Geißel behalten wollten. Von den Freunden Kikajons wird energisch bestritten, daß ein solcher Fall, der auch nur theoretisch eine Vergeltungsmaßnahme rechtfertigen könnte, jemals vorgekommen sei. Jedenfalls sind die besonnenen Kreise des jüdischen Palästina aufrichtig besorgt darüber, daß — einerlei, wer nun den ersten Anstoß gegeben haben mag — derartige Methoden überhaupt angewandt werden. Nach so langem Kampf ist der Ausbruch von Meinungsverschiedenheiten über die Abwehrmethode psychologisch wohl erklärlich, aber sie sind, namentlich in dieser Form, auch ein Zeichen dafür, daß der jüdische Jischuw baldige Befriedung und Klärung braucht. Eine vom Standpunkt der Sicherheit, des Arbeitsmarktes und der Einheitsfront wichtige Errungenschaft ist es, daß die Der Palästina-Flug des Kolonialministers und der eindrucksvolle Bericht, den. er in seiner Rundfunkansprache darüber erstattete, (vgl. C.-V.-Zeitung Nr. 33 vom 18. August 1938), haben in England das Palästinaproblem wieder stärker in den Vordergrund der öffentlichen Diskussion gerückt. Je nach ihrer allgemein politischen Haltung ergehen sich die englichen Zeitungen in mehr oder minder scharfer Kritik an dem Verhalten der Palästinaregierung oder lancieren ihrerseits neue politische Projekte aller Schattierungen zwischen einer nur geringfügigen Abwandlung des Peel-Plans bis zur völligen Aufgabe des Teilungsschemas. Wichtiger als derartige teilweise rein kombinatorische Erörterungen muß, wie stets, die Stimme der offiziösen Zeitschrift des britischen Kolonialamtes „G reat Britain and t h e E a s tt£ genommen werden, die in einem Leitartikel zu der Reise des Ministers Stellung nimmt. „Mr. Malcolm MacDonalds wohlüberlegte Anerkennung gegenüber Sir Harold und General Haining", heißt es da, „war mehr als eine herkömmlich offizielle Lobpreisung. Sie muß als Zusage der vollen und kompromißlosen Unterstützung der britischen Regierung gegenüber jenen Repräsentanten aufgefaßt werden. Als MacDonald erklärte, daß sein Vertrauen auf der Gerechtigkeit für die Juden, ,die dort für die Dauer ihr Nationalheim bauen', und für die Araber, ,deren Recht auf das Land ihrer Geburt unbestreitbar ist', beruhe, unterstrich er die Auffassung der britischen Regierung von ihrer Aufgabe. Von dieser Aufgabe kann Gewalt die eingesetzte Obrigkeit nicht abbringen." Im Wirtschaftsteil der gleichen Nummer zollt das Blatt den wirtschaftlichen Fähigkeiten der Juden hohe Anerkennung, indem es nach eingetretener Befriedung eine baldige Gesundung der Wirtschaft für garantiert hält. Dort heißt es: „Käme es *Tel-Aviv, 18. August Trotz der verminderten Einwanderung, trotz der gedrückten Wirtschaftslage und trotz der auch für die Touristik schädlichen Unruhen steigen die Ziffern des palästinensischen Grenzverkehrs von einem Rekord zum anderen. Im Jahre 1937 waren sie mit 427 000 Ein- und Ausreise beinahe doppelt so hoch wie im vorangegangenen Jahre, dem ersten Unruhe jähr, und immerhin um 30 000 höher als in dem Jahre der Hochkonjunktur und Massen-Einwanderung 1935. Im neuen Jahr hat sich diese Entwicklung fortgesetzt. In den ersten fünf Monaten haben nicht weniger als 167 000 Personen die palästinensischen Grenzen hinüber und herüber überschritten, das sind annähernd zehn Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Um ernsthaften oder scherzhaften Mißverständnissen vorzubeugen: Es handelt sich dabei weder um illegale Einwanderer, noch um Terroristeneinbrüche oder Waffenschmuggel über die Nordgrenze, die jetzt durch den neuen Bei'estigungsgürtel ziemlich wirksam abgesperrt ist. Vielmehr beziehen sich diese überraschenden Zahlen ausschließlich auf Personen, die ordnungsgemäß an den offiziellen Grenzstationen den palästinensischen Boden betreten oder verlassen. Engerer Kontakt mit der arabischen Umwelt Der Rückgang der jüdischen Einwanderung und Touristik wurde mehr als wettgemacht durch die außerordentliche Zunahme des arabischen Reiseverkehrs zwischen Palästina und den Nachbarländern. Allein der Verkehr an der palästinensisch-libanesischen Grenzstation Rosch Hankara hat sich gegenüber 1935 fast verdoppelt, und die Zahl der Ausreisen und Einreisen über Rosch Pinah — die Grenzstation nach Syrien — ist immerhin um zehn Prozent gestiegen. Rund zwei Drittel des Auslandsverkehrs entfallen also auf Syrien und Libanon. Der kleine Anteil Transjordaniens blieb ziemlich unverändert. In schroffem Gegensatz zu der Aufwärtsentwicklung an den Nationen, die dem Verkehr Palästinas mit seiner archaischen Umwelt dienen, steht die Verkehr:-:, hrurr.^fiirig an denjenigen Sta* ionon, die das .. r.d mit Europa und Amerika verbinden. Dazu muß in gewissem Sinne auch die Suezkanal:Station Bauern des Bezirks von Sichron Jakob unter dem Eindruck der jüngsten traurigen Ereignisse zum Prinzip der rein jüdischen Arbeit übergegangen sind. Jetzt wurden für die Weinlese mehr als 500 jüdische Arbeiter angefordert. zu einer Befriedung in Palästina, die der Gesetzlosigkeit ein Ende macht, und den jüdischen Siedlern wieder Sicherheit gibt, so kann es als erwiesen gelten, daß die Räder der Industrie sehr rasch wieder auf die normale Tourenzahl kommen werden. Eines der hoff-, nungsvollsten Kennzeichen der Situation ist es, daß die Juden bewiesen haben, daß sie in der Lage sind, in kurzer Zeit verlorenes Terrain wiederzugewinnen." Diese positiven Aeußerungen der Zeitschrift „Great Britain and the East" sind um so wertvoller, als die gleiche Nummer auch eine Erklärung des Führers der Araber in London, Dr. Izzat Tannous, enthält, in der er die arabischen Forderungen in fünf Punkten formuliert: 1. Daß die in Palästina bereits ansässige Bevölkerung, ob Araber oder Juden, als Treuhänderin des Heiligen Landes betrachtet werden soll. 2. Daß eine Nationalregierung gebildet werden soll, die jedermann, gleichgültig zu welcher Rasse oder welchem Glauben er gehört, gleiche politische, bürgerliche und religiöse Rechte zubilligt. 3. Daß in dieser Regierung die einzelnen Bevölkerungsgruppen ihrem zahlenmäßigen Anteil entsprechend vertreten sein sollen, daß aber Minderheitenrechte garantiert werden. 4. Daß ein Vertrag zwischen Groß-Britannien und Palästina geschlossen werden soll, der die legitimen Interessen Groß-Britanniens nach ähnlichen Richtlinien wie in Aegypten und dem Irak gewährleistet. 5. Daß das Mandat mit der Unterzeichnung des Vertrages beendet wird; daß bis zu seiner Unterzeichnung jede weitere Einwanderung nach Palästina eingestellt wird, gemäß der Annahme, daß die britische Regierung ihre Verpflichtung gegenüber den Juden in bezug auf die Nationale Heimstätte in Palästina erfüllt hat." Kantara an der ägyptischen Grenze gerechnet werden. Die „Sinai-Bahn" Haifa—Kantara dient nicht nur dem eigentlichen Nachbarverkehr zwischen Aegypten und Palästina, sondern in erheblichem Umfang auch dem Durchgangsverkehr nach Europa oder Amerika; viele Palästina-Reisende besteigen oder verlassen in dem ägyptischen Hafen Port Said die großen Ostasien-Dampfer der internationalen Schiffahrtsgesellschaften. Und auf den Rückgang dieses internationalen Verkehrs ist es wohl zurückzuführen, daß sich die Zahl der Grenzübertritte in Kantara gegenüber dem Jahre 1935 um rund Zehntausend auf 54 000 vermindert hat. Am stärksten aber zeigt sich der Rückgang in den beiden großen Häfen des Landes selber, Jaffa und Haifa, deren Personenverkehr in erster Linie von der Einwanderung oder von der europäischen und amerikanischen Touristik abhängt. Ihr Anteil am gesamten Grenzverkehr hat sich genau halbiert und beträgt heute weniger als ein Viertel. Es ist daher auch leicht erklärlich, daß die Verkehrszunahme an den palästinensischen Grenzstationen ausschließlich auf arabische Reisende entfällt. Die Oeffentlichkeit neigt vielfach dazu, den jüdischen Anteil am palästinensischen Auslandsverkehr überhaupt zu überschätzen. Im vergangenen Jahre kamen fünfmal soviel nicht-jüdische Touristen ins Land wie jüdische, und die Zahl der Palästinenser, welche ins Ausland fuhren, war bei den Nichtjuden zwei- bis dreimal so groß, wie bei den Juden. Während bei den ausländischen Touristen ein sehr nennenswerter Teil auf christliche Besucher der heiligen Stätten entfällt, ist bei den ins Ausland reisenden Palästinensern die Zahl der „Nichtjuden" praktisch ganz mit der Zahl der Araber gleichzusetzen. Ein Rätsel oder ein Zeichen der Zeit? Das wirtschaftliche Forschung^-InsÜ'.ut der Jewish Agency hat jetzt gerade demjenigen Kapitel des Regierungsberichtes, der sich mit dem arabischen Reiseverkehr beschäftigt, eine besondere Untersuchung gewidmet. Nicht weniger als 67 000 palästinensische Araber haben 1937 das Land für kürzere oder längere Zeit verlassen, fast genau doppelt so viel, wie in den beiden Vorjahren. Dabei hat es unzweifelhaft eine wichtige Rolle gespielt, daß sich zahlreiche wohlhabende und angesehene Araber den Gefahren des inner arabischen Terrors entziehen wollten. Aber auch die Tatsache, daß sich die Zentren der arabischen Politik heute im Ausland befinden, mag zur Erklärung des lebhaften Reiseverkehrs beitragen. Noch auffälliger aber ist die Zunahme der arabischen Touristen aus dem Ausland, die zu vorübergehendem Aufenthalt in Palästina eingetroffen sind. Gegenüber 1935 hat sich ihre Zahl auf mehr als 42 000 verdoppelt. Und noch auffallender ist es, daß, im Gegensatz zu früheren Jahren, der weitaus größte Teil von ihnen als Grund ihrer Palästina-Reise die Erledigung von „Geschäften" angab und nur wenige ihre Ferien in Palästina verbringen wollten. Das Forschungsinstitut schreibt dazu: „Diese Tatsache wirkt etwas über- \Zoh 11-13 UU findet die Sprechstunde der Beratungsstelle des Jüdischen Centrai- Vereins, Berlin W 15, Emser Str. 42, IV, statt. Sprechtage sind Montag bis Freitag, für Mitglieder des Centrai-Vereins auch außerhalb der angegebenen Sprechstunde nach vorheriger telefonischer Vereinbarung. raschend. Die Geschäftstätigkeit im Lande war 1937 verhältnismäßig gering. Trotzdem verdreifachte sich gegenüber 1935 die Zahl der arabischen Geschäftsreisen nach Palästina." Selbst wenn man die Zunahme des Handelsverkehrs zwischen Palästina und Syrien-Libanon noch so hoch in Rechnung stellt, wird man die auffällige Intensivierung des arabischen Reiseverkehrs zwischen Palästina und seinen Nachbarländern doch wohl auch mit der gegenwärtigen politischen und psychologischen Situation erklären können. Zweierlei Touristen Aus dem Gesagten ergibt sich, daß der jüdische Tourist meistens von weither kommt oder in entfernte Länder geht, der arabische dagegen vorwiegend die benachbarten Länder aufsucht oder aus ihnen kommt. Allerdings suchen auch viele palästinensische Juden im Winter den Libanon auf. Im allgemeinen bleibt daher der jüdische Tourist — nach einer amtlichen Erhebung — durchschnittlich länger als einen Monat im Lande, der arabische aber nur knapp zwei Wochen. Auch bei den Palästinensern, die ins Ausland fahren, zeigen sich ähnliche Unterschiede. Der Jude bleibt im Durchschnitt fast zwei Monate außer Landes, der Araber aber nur zwölf Tage. Aus dieser verschiedenartigen Dauer der Auslands- oder Palästina-Reisen erklärt es sich auch, daß die Ziffern der amtlichen Statistik für die Ein- und Ausreisen niemals völlig übereinstimmen. In allen Jahres-Statistiken wird man finden, daß entweder mehr Touristen angekommen als wieder abgefahren sind, oder umgekehrt. Und dasselbe gilt für die Auslandsreisen von Palästinensern. Jüdische Ein- und Auswanderung Vor allem aber ist noch ein anderer sehr wichtiger Faktor zu berücksichtigen, der im allgemeinen zu wenig Beachtung findet: Ein Teil der ausländischen Touristen wird nachträglich zu Einwanderern, und umgekehrt enthalten die Auslandsreisen palästinensischer Residents auch die Auswanderer. Wohl jeder in Palästina ansässige Jude, der das Land endgültig zu verlassen beabsichtigt, läßt sich vorsichtshalber doch ein Retourvisum für mindestens ein Jahr geben, und schon mancher hat davon Gebrauch gemacht. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind beispielsweise 4178 jüdische Einwanderer ins Land gekommen, aber 4461 Juden als Einwanderer registriert worden. Es wurden also dreihundert Juden, die ursprünglich als Touristen eingew-andert waren, nachträglich als Einwanderer legalisiert. 1936 betrug die Zahl dieser nachträglichen Legalisierungen sogar 1800, im letzten Jahre 700. Das bedeutet, daß ungefähr fünf bis zehn Prozent der einreisenden jüdischen Touristen eigentlich Einwanderer sind. Weit schwieriger aber ist es festzustellen, wie viele der ins Ausland fahrenden Palästinenser man als Auswanderer anzusehen hat. Im Frühjahr und Sommer übersteigt selbstverständlich die Zahl der Ausreisen die der Einreisen erheblich, im Herbst und Winter ist es umgekehrt. Nimmt man an, daß sich innerhalb eines ganzen Jahres diese Saison-Verschiebung einigermaßen ausgleicht, so kommt man zu folgender Rechnung: Im letzten Jahre haben rund 32 300 palästinensische Juden das Land verlassen, rund 31 200 sind nach vorübergehendem Auslandsaufenthalt zurückgekehrt. Es bleibt also ein Defizit von 1600, und diese Zahl wird man als die Höchstgrenze der Auswanderung betrachten dürfen. Im gleichen Zeitraum hat die Einwanderung über 19 500 betragen. Die Auswanderung betrug also ungefähr 15 Prozent der Einwanderung, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang bedeutet. Doch sind diese Zahlen durchweg mit großer Vorsicht zu verwerten, da es keineswegs als sicher gelten darf, daß der ganze Fehlbetrag der Ein- und Ausreise-Statistik wirklich auf das Konto dauernder Auswanderung zu setzen ist. England diskutiert den Teilungsplan Jüdische und arabische Palästina-Wanderung

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