Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 32 (11.8.1938)
- Date
- 1938-08-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 C.-V.-Zeitung Nr. 32 * Tl. August 1938 den. Er nimmt an allen Sitzungen des ständigen Büros teil, in denen Fragen seines Arbeitsgebietes erörtert«<verden. Das gleiche gilt für den derzeitigen bzw. zukünftigen Direktor des Internationalen Arbeitsamtes in Genf. Alle Regierungen werden dem Büro laufend mitteilen, in welchem Umfange sie sich an der Lösung des Wanderungsproblems beteiligen wollen. Winterton wurde ermächtigt, die Vollkonferenz bei Bedarf jederzeit einzuberufen. Nach Schluß der Konferenz fanden noch zahlreiche inoffizielle Besprechungen der Delegierten statt, in denen weitere konkrete Fortschritte erzielt worden sein sollen. Wir berichten im folgenden über den Tagungsverlatif Die Konferenz wurde von Lord Winterton eröffnet, der die Anwesenden im Namen des Premierministers Chamberlain, Viscount Ha-. lifax3 und Sir Sarauel Hoares willkommen hieß. Auf seinen Vorschlag wurde der Amerikaner M. Taylor, der bereits Vorsitzender der Konferenz von Evian gewesen war, einstimmig zum Tagungsleiter gewählt. Mr. Taylor sagte in seiner Eröffnungsansprache, daß es seine Pflicht sei, über das Werk dem Komitee zu berichten, das in Evian auf die Initiative von Präsident Roosevelt begonnen worden sei und fuhr dann fort: Unsere Eröi'fnungsversammlung vom 6. bis 15. Juli erledigte drei konkrete Dinge. Sie empfahl den 32 Regierungen die Einsetzung einer Maschinerie in Ergänzung der bestehenden Einrichtungen, um zwischen den Grabdenkmäler bbegräbnisse igenstr. 23 5ß 31 5-4. Auslandsnachrichten #ARmann & Gerson?s£ Berlin-Weissensee. Lothringenstr. 23 5' Herkunftsländern der Auswanderer, den Ländern, in denen sie Zuflucht gefunden haben, und den Ländern ihrer endgültigen Niederlassung zu verhandeln. Sie hörte Pläne und Anregungen privater Organisationen und einzelner Personen, die die Bedingungen der unfreiwilligen Emigration erleichtern wollen. Sie erhielt von den Regierungen der Zufluchtsländer und der endgültigen Ansiedlung gewisse Fingerzeige, inwieweit jeder bereit ist, zu einer Lösung des Problems beizutragen, das, bündig gesagt, in der Herstellung eines regelmäßigen Systems der Abwanderung aus Ländern beisteht, von wo bisher ein ungeordneter Auszug von Männern, Frauen und Kindern flutete, Menschen, die keine Plätze haben, nach denen sie sich endgültig wenden können. Ich bin glücklich, berichten zu können, daß der erste Schritt in einem Geiste engster Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Regierungen und mit dem tiefen Bewußtsein getan worden ist, wie ernst unsere Aufgabe und wie dringend notwendig ihre prompte Erfüllung ist. Ich bin sicher, daß ichdie Ansichten all derer zum Ausdruck bringe, die der Versammlung von Evian beigewohnt haben, wenn ich sage, daß uns immer gegenwärtig gewesen ist, daß Tausende unserer Mitmenschen nach uns auf Hilfe und Bei- Argeatmien Am 1. Oktober tritt eine Verordnung in Kraft, nach der jeder Fremde eine besondere Landungserlaubnis haben muß. Durch diese, von einem besonderen Komitee, das , aus Vertretern des Ackerbau-, Außen- und Innenministeriums besteht, vorgenommene Kontrolle der bei den argentinischen Konsulaten gestellten Einwanderungsanträge soll erreicht werden, daß nur solche Menschen zur Einwanderung gelangen, die die Voraussetzungen zur Eingliederung ins Land besitzen. Es heißt in der amtlichen Verlautbarung, man werde vor allem die Einwanderung solcher Personen ermutigen, die mit der ernsthaften Absicht der Kolonisation nach Argentinien kämen. Begründet wird diese Maßnahme mit der internationalen Lage, die ein Anwachsen der Zufallseinwanderung mit sich bringe, und die den Erfordernissen" einer geregelten Einwanrung zuwiderlaufe (vgl. auch S. 10). Australien Vom 1. Juli 1937 bis zum SO. Juli 1938 sind nach amtlicher Verlautbarung 7284 Ausländer ins Land' gekommen. Davon waren 5082 aus Südeuropa, 572 aus Polen (1935/36: 35; 1936/37: 289), aus Deutschland 571 (1935/36: 55,1936/37: 213). Der erste Gottesdienst des neugegründeten Tempels Emanuel fand am 16. Juli in Sydney statt. Die große Zahl der Besucher, unter denen sich Juden befanden, die schon seit langer Zeit dem religiösen Leben ferngestanden hatten, war sehr befriedigt. Bis zur Wahl eines Rabbiners wird der Gottesdienst etwa vierwöchentlich stattfinden. Der neuen Gemeinde gehören auch einige Mitglieder an, die gleichzeitig Mitglieder der gegenwärtig größten Gemeinde „Great Synagogue" sind. Brasilien Auf Grund des Artikel 1 seiner Satzungen, in dem es heißt: „Hauy "cd des Zionisten- LlSlfif Ifflg aller OeniaiUiSren DentaJ-Grcssfcandlüng Hsü-Einrsc&iüngen Ausuianöspsr-Beraiung H8ü-Einric!rtüngen f; bundes ist die Zusammenarbeit aller Organisationen zur Schaffung von Heimstätten für die Juden in Palästina" ist die Zionistische Vereinigung Brasiliens durch eine Verordnung , der Regierung im ganzen Staatsgebiet aufgelöst worden; Man sieht in dem Paragraphen eine Verletzung jenes Gesetzes, das die Tätigkeit jeder vom Ausland geleiteten Gruppe verbietet. Auch die Umbenennung der Vereinigung in „Brasilianischer Zionistenbund" konnte diese Maßnahme nicht aufhalten. Die Polizei hat Anweisung erhalten, die Durchführung des Auflösungsdekretes zu überwachen. Holland Im Haag starb am 5. August das Mitglied des Hohen Rates der Niederlande, Rechtsanwalt Dr. M. P o 1 a k. Er war der Verfasser mehrerer juristischer Werke über das holhändische Konkursrecht und Inhaber zahlreicher Orden. BerJinW.Tauentziesistr.lO stand ausschauen, daß wir die Hoffnungen vieler Tausender erweckt haben und daß wir unter keinen Umständen versagen dürfen. Wir setzen uns jetzt in London zusammen, um einen zweiten und lebenswichtigen Schritt zu tun. EsTiegt uns ob, die Maschinerie für Verhandlungen in Gang zu setzen, die wir aufgerichtet haben, den Umfang unseres Problems auf der Basis der in Evian gesammelten Informationen abzuschätzen und von jedem Vertreter der teilnehmenden Regierungen eine spezifiziertere Feststellung dessen zu erhalten, was sie zu tun gewillt sind, um einen Hauptfaktor der Unruhe in den internationalen Beziehungen auszuschalten. Morgen werde ich in nichtöffentlicher Sitzung eine detaillierte Erklärung der technischen Lage abgeben und versuchen, sie in konkrete Unterlagen zu fassen. Heute werde ich als geschäftsführender Vorsitzender nur zu definieren versuchen, wie die allgemeine Situation ist, mit der wir uns in ihren Beziehungen zu den laufenden Weltangelegenheiten beschäftigen. Es ist die Uebereinstimmung in der Lösungsvorstellung eines international und intergouvernementai gewordenen Problems, das uns hier zusammenkommen ließ, um eine Lösung zu suchen, die allen Beteiligten Vorteile bringt: den Herkunftsländern der Auswanderer, den Zufluchts- und endgültigen Niederlassungsländern und den Wanderern selbst. Uhren KERBEST KAYS Qoidwaren , Ankauf G. B.!!. 4854B. W 30, Barbarossastr. U. Tel. 26 21 32 Indem wir unseren Weg in dieses komplexe Problem hinein antreten, mag es im übrigen nützlich sein, sich vor Augen zu führen, daß wir es in gewissem Sinne mit Kräften zu tun haben, die während aller Zeiten ihren Ausdruck im Weltgeschehen gefunden haben. Die Bewegung von Völkerschaften aus dem Osten nach dem Westen ist wie ein roter Faden, der sich durch die Blätter der Geschichte hindurchzieht. Stämme und Rassen in früheren Tagen, landlose Bauern und verpflichtete Arbeiter in weniger zurückliegenden Zeiten haben sich ständig auf der Suche nach Lebensraum westwärts bewegt. Unglücklicherweise haben verschiedene Kräfte in den Jahren Italien Vom Wintersemester 1938/39 ab sind ausländische Juden, auch solche, welche ihren ständigen Wohnsitz in Italien schon haben, vom Besuch sämtlicher Universitäten, Hochschulen und Schulen ausgeschlossen. „Popolo dTtalia" begründet diese Maßnahme damit, daß Tausende von jüdischen Einwanderern mit sehr geringen Mitteln ins Land gekommen seien, und nun versuchten, mit Unterstützung der bereits ansässigen Juden sich eine Existenz zu verschaffen. Dadurch würden einheimischen Angesteliten und Arbeitern Existenzmöglichkeiten genommen, außerdem werde von den Einwanderern eine Lebensauffassung auch im Hinblick auf die Rassenprobleme vertreten, die mit der faschistischen Weltanschauung im Widerspruch stünde. Daß weitere Maßnahmen zu erwarten sind, kann man einem Aufsatz der offiziösen „Informazione Diplomatica" entnehmen, in dem es u. a. heißt, bereits 1919 und 1921 habe sich der Faschismus mit der Gesundheit der Rasse beschäftigt. Wenn das Problem einige Jahre lang latent geblieben sei, so deswegen, weil dringendere Aufgaben ihrer Lösung geharrt hätten. Die Eroberung Abessiniens habe die Rassefrage jedoch in den Vordergrund gerückt. Dort aber werde man kein Mestizenturn schaffen. Dafür bedürfe es des Rassestolzes. Diese Tatsache müßten sich die jüdischen Kreise Italiens und der Welt vor Augen halten. Man habe frülier erklärt und wiederhole es jetzt, daß die faschistische Regierung keinen besonderen Plan zur Verfolgung der Juden ausgearbeitet habe. Auf der italienischen Halbinsel gäbe es etwa 44 000 Juden. Diese Zahl werde noch einmal durch eine besondere Erhebung überprüft werden. Demnach käme ei n Jude auf 1000 Italiener. Nur diesem Verhältnis könne daher in Zukunft eine Beteiligung der Juden am Gesamtleben des Staates entsprechen. Die „Tribuna" sagt, es handele sich keineswegs um eine antisemitische Maßnahme, aber die Konzentration aller Juden in einem jüdischen Staat würde eine ideale Lösung sein. Der frühere Generalsekretär der faschistischen Partei, Farinacci, erklärt in „Regime Fascista": warum sollen wir die Juden und besonders jene, die die Gesetze des Landes achten, als Feinde Italiens ansehen? Sie werden frei innerhalb der Nation,- aber nicht im Staate leben. 44 Millionen nichtjüdischer Italiener haben das Recht und die Pflicht, die Zentren des Staates in ihrer nach dem Weltkriege in verschiedenen Richtungen zusammengewirkt, um künstlich den Fluß von Völkern zu hemmen und in anderer Hinsicht wieder zu beleben. Die Folge war, daß Tausende und Tausende menschlicher Wesen ohne Hoffnung wandern. In gleicher Weise wie jedoch die Zeit gekommen ist, in der Staatsmännern in vielen Ländern in der Erkenntnis, daß Frieden und Sicherheit in den Angelegenheiten der Welt in weitem Umfange von glücklicheren wirtschaftlichen Bedingungen abhängen, daran arbeiten, den ordentlichen Verlauf des Welthandels und Verkehrs herbeizuführen, in gleicher Weise ist auch die Zeit gekommen, in der Regierungen in der Erkenntnis, daß ungeordnete Bewegungen von Menschen in großer Zahl allgemeine Unruhe auslösen, daran gehen müssen, den ordnungsgemäßen Verlauf der Wanderung wiederherzustellen. Die Erkenntnis dieser Notwendigkeit führt uns hier zusammen. Unsere Aufgabe ist nicht leicht, aber wir vertrauen darauf, daß, wenn alle, die ein Interesse an der Lösung des Problems der unfreiwilligen Wanderung haben, ihre Anstrengungen, mit den unsrigen vereinigen, wir Erfolg haben werden. Die Schwierigkeiten, denen wir uns gegenübersehen, sind nach meiner Ansicht nicht unüberwindbar, obgleich das Problem mit vielen Komrlex3n belastet ist. Wenn jedoch unser Wunsch nach einer geraden, redlichen Lösung schnell beantwortet wird, dann werden wir eine Methode finden, und sie ruhig und objektiv, ohne Vorurteil und Leidenschaft finden. Der französische Delegierte Berenger sagte, daß Frankreich von Tag zu Tag mehr von den Problemen berührt wird, die von der Massenwanderung herrühren, welche immer Asptiaitisrungsn ^SSSSStiS Pflasterungen, Btirsrersteige - Telephon: 92 4756 zahlreichere Gruppen* ergreife. Frankreich hat selbst schon viel seit 1933 getan, um Positionen für eine große Zahl Einwanderer zu schaffen, sie willkommen zu heißen, ihnen Gastfreundschaft anzubieten Von Anfang an ist es jeder Aktion beigetreten, die vom Völkerbund oder sonst angeregt wurde. Sie hat dies alles in ständiger Zusammenarbeit mit privaten Organisationen geleistet, deren tatsächliche Arbeit unter den gegenwärtigen Umständen niemals genug bewundert werden kann. Frankreich ist so seinen Traditionen treu geblieben. Es ist jedoch nunmehr auf dem Sättigungspunkt angekommen, der es verbietet, weitere Flüchtlinge ohne Schädigung des Gleichgewichts seines Sozialkörpers und der Einwanderer selbst aufzunehmen. In jeder Nation gibt es eine Grenze für die Möglichkeiten der Aufnahmebereitschaft. Diese Grenze ist in Frankreich schon lange überschritten worden. „Wenn ich Ihnen ins Gedächtnis zurückrufe, daß unter unseren vierzig Millionen Einwohnern in unserem europäischen Gebiet dreiundeinehalbe Million Ausländer (zum geringsten Teil Juden) leben und daß wir gege nwäi'tigmehr, als 200 000 Flüchtlinge haben, dann bin ich sicher, daß ich hierbei nicht länger für so wohlinformierte Männer wie Sie verweilen muß." Die Gegenwart von mehreren Hunderttausend Einwanderern auf französischem Gebiet veranlaßt Frankreich um so mehr energisch das Werk des Zwischenstaatlichen Komitees im London zu unterstützen, um methodisch den Auszug zu organisieren. Die Auswanderungsländer sollten den Auswanderern materielle Möglichkeiten zur Existenzgründung lassen. Und die aufnehmenden Regierungen sollten denjenigen, die sie aufnehmen, die Mittel gewahren zum Arbeiten, so daß sie leben können, und zwar in neuen Berufen, die ihnen eröffnet werden. Um diese Zusammenarbeit zu erreichen, sollte unser Komitee seine Blicke auf ein unmittelbares Ergebnis richten; denn es gibt menschliches Unglück, von dem man nicht zulassen kann, daß es sieh selbst verschlimmert. Wir müssen schnell handeln, der Ruin wächst, die Not bedroht nicht nur Europa, sondern auch andere Kontinente. Die Anstrengungen der Diplomaten — und das ist unsere Lage hier — sollte daher dahin gehen, ein Kompromiß für eine Zusammenarbeit zwischen den Nationen zu suchen, das ohne Aufschub die Organisierung einer regelhaften statt einer regellosen Auswanderung zuläßt. Alle Informationen bezeugen, daß es wünschenswert ist, eine schnelle und praktische Schlußfolgerung aus den von der Intergouvermentalen Konferenz am 15. Juli angenommenen Entschließungen zu ziehen. Nach Abschluß der Tagung haben die in London anwesenden Vertreter der an Deutschland angrenzenden Länder die Delegierten über ihre Erfahrungen unterrichtet. So fand u. a. eine ausführliche Unterhaltung zwischen Taylor und dem tschechoslowakischen Gesandten in London, M. Masaryk, statt. Es wurde dabei wohl u. a. von einem Telegramm gesprochen, daß 400 kürzlich in die Tschechoslowakei Eingewanderte, die mit Ausweisung bedroht sind, an Taylor und Präsident B e n e s c h geschickt hatten. Masaryk gab zu verstehen, daß die tschechoslowakische Regierung geneigt sei, die Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern und diese Menschen möglicherweise in einem besonderen Lager solange unterzubringen, bis neue Niederlassungsmögliehkeiten für sie geschaffen seien. Am Rande sei vermerkt, daß die britische Regierung zu Ehren der Konferenzteilnehmer ein Essen gab, an dem außer den Delegierten der britische Außenminister Viscount Halifax, der Oppositionsführer Major Attlee, Oberkommissar Sir Neill Malcolm, der Abgeordnete C a z a 1 e t und zahlreiche andere Personen des öffentlichen Lebens teilnahmen. Georg Rublee hat inzwischen die Ueberfahrt nach Europa angetreten. Er wird am 15. August in London eintreffen. Seine Person und das Büro, dem er vorstehen wird, sind die der jüdischen Welt in die Augen springenden Ergebnisse zweier Konferenzen. Das ist nicht viel für Menschen, welche täglich und stündlich auf Taten warten. „Oeffnen sich die Tore?" Dies war der Leitgedanke, den die C.-V.-Zeitung ihrem ersten Aufsatz gab, als im März dieses Jahres der Rooseveltsche Plan bekannt wurde. Seitdem ist fast ein halbes Jahr verstrichen. In der Geschichte der Völker gewiß nur ein Augenblick, für Menschen, welche in Erwartung leben, eine endlos lange Zeit. Or. linset iiiieii ürifriüOioipsi AMJttuh ige -li.'Hsizungen BERLIN sw - Sam.-Nr. 66 23 75 6 eigenen Hand zu halten. Der jetzige Generalsekretär Starace hat alle Gliederungen der Partei aufgefordert, sich mit dem Rasseproblem zu beschäftigen. Die Vordringlichkeit dieses Problems bekräftigte Mussolini in einer Ansprache, welche er in F o r 1 i vor faschistischer Parteisekretären gehalten hat. Inzwischen ist die erste Nummer der Zeitschrift „La Diffesa della Raza" (Verteidigung der Rasse) am 6. August erschienen. Sie zeigt auf dem Titelbild einen Römerkopf, einen Juden und eine Negerin. Das Vorwort stammt von dem Herausgeber Interlandi. Im übrigen enthält das illustrierte Heft Abhandlungen über das Problem der Rasse, der. Juden, der Vererbung, der Mischlinge ete, Polen In Wilna ist ein ^Polnisches Informationsbüro für christliche Läden" eingerichtet worden mit dem Zweck, die christlichen Hausbesitzer zu veranlassen, keine Läden an Juden zu vermieten. Rhodesien Bei der Eröffnung einer landwirtschaftlichen Ausstellung wandte sich der Führer des nordrhodesischen gesetzgebenden Rates, Sir Leopold Moor e, scharf gegen die Vorschläge der Empire-Regierung auf Ansiedlung von etwa 500 jüdischen Familien im Lande. Auch der Vorsitzende des gesetzgebenden Rates von Süd-Rhodesien, G. M. H u g g i n s, kritisierte diese Pläne. Er meinte, man solle überlegen, ob nicht englische Mandatsgebiete in Afrika viel geeignetere Objekte für Siedlungspläne seien. Wenn der Bevölkerungsstatus Nord-Rhodesiens durch die Aufnahme von Einwanderern verändert werde, so werde Süd- Rhodesien in die geplante Vereinigung der. beiden Bezirke nicht einwilligen können. Die Regierung von Nord-Rhodesien veröffentlicht ein Communique, in dem es heißt, daß sie in vertraulichen Verhandlungen mit der englischen Regierung darauf hingewirkt habe, daß das Ersuchen, Ansiedlungsmöglichkeiten im Lande zu prüfen, zurückgezogen wird. Als Grund hierfür wird die wirtschaftliche Unzweckmäßigkeit der Pläne und der .Widerstand gegen sie angegeben. Tschechoslowakei Die Regierung wird in Svatoboritz ein besonderes Lager errichten, um dort die in letzter Zeit ins Land gekommenen Einwanderer vorläufig unterzubringen und auf eine evtl. Weiterwanderung vorzubereiten. Dorthin wurden auch 40 Juden gebracht, die vor wenigen Tagen wegen illegaler Einwanderung verhaftet worden waren. Das Zentralbüro für Flüchtlinge in Brünn hat eine . Delegation zur Regierung nach Prag entsandt, um alle mit diesem Problem in Zusammenhang stehenden Fragen schnellstens zu klären. Türkei Die führende türkische Tageszeitung „Tan" beschäftigt sich in einem Leitartikel mit dem europäischen Judenproblem und stellt dabei fest, daß es in der Türkei keinen Antisemitismus gibt und keinen Antisemitismus geben könnte. Chefredakteur: Dr. Alfred Hirschber?, Stellvertretender Chefredakteur: Dr. Ernst G. Löwen, t h a 1 . Verantwortlich für die Aufnahme von Bildern und für Sport: Dr. Ernst G. Löwenthal, für Feuilleton: Hans Oppenheimer. Sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungren ist Freiumschlaz beizufug-en. Leiter der Anzeigen-Abteilung- und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Na. than Berlin. DA. ü. Vj. 38323. pj. Verlag Jüdischer Central-Vere.n e. V Berlin W15, Emser Straße 42. Druck: Max Lichtwi.tr, 3erlin SW 68 sicawf '^»SSÄ«»» JUWELIER LIPOWETZKI BESILI! FRIEDRICHSTRASSE 193a, ECKE LEIPZIGER STRASSE. ANK. iL 48 541 «•««fciSSf *«««« VERKAUF