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Central-Verein-Zeitung · 1938-08-07 · 31 (7.8.1938) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
31 (7.8.1938)
Date
1938-08-07
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 18*'4. August 1938 Nr. 31 * Beiblatt ßpHblß Der jüdische Sport half dem jüdischen Kind Vor 2000 Zuschauern: Vollweiler rettete dem „Schild" das 1 :1 ISK gewann das Handballturnier vor IBC „Berlin" Im Auftrage des Sporlbundes „Schild" und des Deutschen Makkabikreises führte der ISK unter dem Protektorat der Jüdischen Gemeinde zu Berlin am 31. Juli eine grosse Sportveranstaltung zugunsten der Hilfsaktion ..F ü r das jüdische Kind" durch. Trotz brütender Hitze waren etwa 2000 Zuschauer erschienen, die zwar den materiellen Erfolg garantierten, sonst jedoch — dank der etwas unglücklichen Programmgestaltung — kaum sehr zufriedengestellt nach Hause gingen. Mau kann eben selbst von Auswahlmannschaften im Monat Juli nicht mehr verlangem dass sie noch in Form sind. Die Veranstalter mögen sich für die Zukunft endlich merken, dass zumindest im Juli und August die Leichtathletik im Mittelpunkt der sportlichen Ereignisse zu stehen hat. Sie hätte bei besserem und „zeitgemässerem." Sport zweifellos ganz anderes Interesse erweckt. Zu danken ist dem ISK als Veranstalter jedenfalls für seine Initiative und die glatte Organisation dieses Tages, die immerhin keine leichte Aufgabe war. Unentschieden trotz Verlängerung Zwei Auswahlmannschaften der beiden Verbände bestritten das F u s s b a 11 treffen. Für den ..Schild" spielte eine Kombination der beiden diesjährigen Endspielpartner, Schild Bochum und Schild Stuttgart, mit Klaber als Linksaussen. Der Makkabi liess sich durch eine Elf vertreten, die aus vielen guten Einzelkönnern zusammengesetzt war. Unter der etwas unsicheren Leitung: von Dreyfus ('Berlin) begann das Spiel ausgeglichen, bis Ciesinski durch eine reichlich scharf placierte Rückgabe ein Selbsttor fabrizierte und so dem „Schild-1 zu einer billigen 1 : 0-Führung verhalf. Noch vor Halbzeit fiel der verdiente Ausgleich. Der Düsseldorfer Klemmann gab von links hoch aufs Tor und Vollweiler musste entsetzt zusehen, wie sich der Ball hinter ihm ins Netz senkte. In der Nachpausenzeit wurde die Makkabielf dann immer feldüberlegener und belagerte fast ununterbrochen das gegnerische Tor. Aber Vollweilcr war nicht mehr zu überwinden, zumal vor ihm seine beiden Verteidiger aufmerksam und sicher ihren Mann standen. Schuss auf Schuss kam aufs ,,Schüd"-Tor. Vollweiler hielt — manchmal auch, mit Glück — alles. Seine phantastische Leistung ist im jüdischen Fussballsport unübertroffen. So hiess es beim regulären Spielschiuss noch immer 1 :1. nachdem Dreyfus kurz vor Schluss einen fälligen Elfmeter gegen den ..Schild" nicht gegeben hatte. Unnötigerweise wurden die bereits" völlig erschöpften Spieler durch eine Verlängerung von "2 x 5 Minuten weiter gequält. Aber auch sie brachte nichts ein: denn so gut die Makkabi-'Stürmer ihre Bomben auch placierten. Voilweiler schien seine Hände rechts oben und links unten zu gleicher Zeit im Spiel zu haben. Es blieb schliesslich heim Stande von 1:1, und gerechterweise wurde der Pokal nicht vergeben. Zur Kritik: die Makkabi - Vertretung insgesamt war überlegen, vor allem durch die vorzügliche Läuferreihe, in der die Aussen-Milteiläufer Herrsch noch in den Schatten stellten. Der beste Mann der Makkabim war der Verteidiger Sperber, während im Sturm zu viel allein und nicht konzentriert genug gespielt wurde. Mittelstürmer Froschel verstand es nicht, sich in die Kombinationen der Flügel einzuschalten. Der „Schild" stützte sich, wie gesagt, in allererster Linie auf Vollweiler, den seine Verteidiger, bis auch sie erschöpft waren, glänzend unterstützten. Die Läuferreihe war schwach, desgleichen die rechte Sturmseite, während auf dem linken Flügel Klaber bis zu seiner Verletzung äusserst gefährliche Ansriiie einzuleiten verstand. ISK hatte die beste Handball- Mannschaft In den Vorrunden zum Handball-Blitzturnier halte es der ISK, der die nicht eingespielte Kombination der Breslauer und Leipziger Schild- Vereine mit 7:3 (4:2) aus dem Felde schlug, wesentlich leichter, als die Elf des IBC „Berlin", die überraschend mit 8 :4 über den Bar Koch ha triumphierte. In einem sehr unruhigen Spiel konnte der IBCB trotz zahlreichen Ersatzes zur Pause schon mit 4. : 2 in Führung gehen, die er trotz heftiger Gegenwehr der ohne Spandau antretenden Bar Kochbaner nicht nur hielt, sondern zum Schluss sogar noch auf 8 : 4 ausbaute. Den Kampf um den Turniersieg musste dann der IBCB mit nicht weniger als sechs Ersatzleuten, von denen sich nur Oling im Tor ausgezeichnet einfügte, aufnehmen. Der ISK bot mit bester Mannschaft eine vorzügliche Leistung, wenn er auch kaum viel Widerstand fand. Mit 10 :4 Toren, wobei Siegel der weitaus erfolgreichste Torschütze war. sicherte sich somit der Veranstalter eindeutig den Turniersieg. Im Kampf um den dritten Platz verlor Bar Kochb'a Hakoah, der ebenfalls weiteren Ersatz einstellen musste, gegen die Schild-Kombination mit 4 :11 (3 : 3). Boxen im Nebenprogramm In den Pausen der Handball- und Fussballspiele produzierten sich die Jugendabteilungen des IBC „Maccabi" und des IBC „Berlin" in Schau-Boxkämpfen, die nur anstatt untereinander besser gegeneinander hätten gestartet werden sollen. — In der lOXlOO-Meter - S t a f f e 1 für Jugendliche gewann der IBC „Berlin" mit etwa 30 Meter Vorsprung, musste allerdings später zugunsten des Bar Kochba Hakoah disqualifiziert werden. In der Schülerstaffel siegte Bar Kochba I vor ISK und Bar Kochba'IL — Im Frauenhandball schlug der ISK die Mannschaft des Bar Kochba Hakoah mit 3 :1. während er bei den Jugendlichen gegen den IBC „Berlin" mit 6 :11 den kürzeren zog. Auch im Jugend f u s s b a 11 musste sich der Veranstalter dem Bar Kochba Hakoah mit nicht weniger als 0:8 geschlagen geben. H. F. Sport der Woche Neuer Rekord in Leipzig Rafael kam im Sechskampf auf 3397 Punkte Zum erstenmal bestand der Schildplatz mit einem gross aufgezogenen und aus allen Teilen des Reiches beschickten Sportfest seine Feuerprobe. Von besonderer Bedeutung war, dass der Fürther Rafael dem Sportbund eine neue Sechskampf-Bestleistung bescherte. In den sechs Konkurrenzen ging Rafael mit teilweise recht beachtlichem Vorsprung fünfmal als Sieger durchs Ziel. Die 100 Meter durchlief er abermals in 11.1, Kauber (Bar Kochba) und Nathan (Schild) in 11,4 bzw. 11,9 hinter sich lassend. Im Hochsprung schaffte er 1,58 Meter vor dem Bar Kochbaner Sternheim mit 1.53 Meter, den Weitsprung sicherte er sich mit 5.95 Meter, während Wasserlauf (Bar Kochba) das Kugelstossen mit 10.88 Meter gewann. Den Diskuswurf holte er sich wieder mit 28,90 Meter und durchlief die 800 Meter ziemlich unangefochten in 2.16,0. Bei der A-.Jugend waren die .100 Meter dem Essener Krombach mit 11.8 natürlich nicht zu nehmen, bei den Mädels des gleichen Jahrgangs schaffte es Horwitz vom JBC „Berlin" in 13,7 und Mas Frankel bei der B-Jugend in 12.2. Den Weitsprung gewann des vielseitige Ehrlich vom Platzverein mit 5,67 Meter, und im Hochsprung kam Schild durch Schlesinger (1,49 Meter) und U. Cohn (1,44 Meter) sogar zu einem Doppelsieg. Der 800- Meter-Lauf sah endlich den Chemnitzer Berdass in 2.26,0 als Sieger. — Bei den Frauen wurde Inge Cohn im Kugelstossen mit 9.30 Meter und im Diskuswurf mit 26,93 Meter Erste. — Die 4X100-Meter- Staffel der Männer sowie die der Jugend wurden mit 49.0 bzw. 51,0 eine sichere Beute des Leipziger Bar Kochba. Erfreulicherweise hatte man auch die Schuljugend zu den Kämpfen herangezogen: denn es sollte ein wahres Feriensportfest sein, dessen Gelingen der unermüdlichen Vorarbeit von Hans Weissenstein zu danken war. Eine angenehme Abwechslung in dem sehr ausgedehnten Leichtathletikprogramm war das Ha n d - b a 11 - Treffen zwischen einer gemischten Platzelf und der Selbsthilfegruppe der Gehörlosen Berlin, das die Leipziger überlegen mit 11:3 gewannen, dennoch konnte man an dem Eifer und der zeitweise recht ansprechenden Spielweise der Berliner seine Freude haben. K .. n . TC 03 Karlsruhe—Schild Stuttgart 4:4 (1 :0) In einem F u s s b a 11 - Freundschaftskampf musste sich Schild Stuttgart in Karlsruhe mit einem Unentschieden begnügen. Beide Mannschaften bestritten das Spiel mit Ersatz. Während die erste Halbzeit, in der Stuttgart klar in Führung lag, einen ruhigen Verlauf nahm, veränderte sich das Bild im Laufe der zweiten Hälfte grundlegend. Schild Stuttgart, dessen Elf im TC 03*einen ebenbürtigen Gegner vorfand, wollte sich auf keinen Fall den Sieg entreissen lassen. So nahm der Kampf gegen Schluss eine äusserst harte Wendung. Das Spiel entsprach jedoch vollkommen dem Resultat. Schild Stuttgart A. H.—TC 03 Karlsruhe A. H. 0:0. R. K. Ergebnisse aus Frankfurt a. M. In einem Handball spiel siegte Bar Kochba Frankfurt a. M. gegen Schild Wiesbaden erwartungssemäss 9 : 6 (5 :3). Bei den Frauen gewann dagegen Wiesbaden 3:1 (1:0). Das Verbandsspiel. Schild Frankfurt a. M. Frauen gegen J.IB Hanau Frauen beendete die stark ersatzgeschwächte Schild-Mannschaft, mit dem knappen Ergebnis von 1:0 (0 : ö) zu ihren Gunsten. I m F u s s b a I 1 : Schild Frankfurt a. M. I—J.TB Hanau 12:1 flrO'i; Bar Kochba Frankfurt a, M. Jueend B —Schild Frankfurt a, M. Jugend B 4:2 U: 2). _ B. K. Lehrgang in Hamburg In Hamburg fand vom 29. bis 31. Juli ein dreitägiger Leichtathletik-Lehrgang unter Leitung des Verbaiidsportlehrers des Sportbundes „Schild'", Paul Yogi M a yer, statt, an dem annähernd 35 Jugendliche und Aktive teilnahmen. Sowohl die praktische als auch die theoretische Arbeit hat den Teilnehmern in allen Sparten der Leichtathletik die Möglichkeit gegeben, ihre Kenntnisse zu erweitern und sie aufs Beste für die kommenden Starts vorzubereiten. Damit haben die vom Sportbund im ganzen Reich abgehaltenen Schulungskurse ihren Absehluss gefunden. H. Fdler. Die Sportkeglervereinigung Berlin (im Sportbund ..Schild") hat ihr T r a i n i n g s quartier in das jüdische Keglerheim, Berlin SW, Kommandantenstrasse 58/59," verlegt. '«SCl^fC / Jahresbestleistungen der jüdischen Leichtathletik nach dem Stand vom 31. Juli 1938 Männer 100 Meter: 11.1 Rafael (1SC Fürth) 11.2 Guttmaun (Schild Stuttgart) 11.3 Katzenberg 1 (Makkabi Düsseldorf) 11.4 Kauber (Bar Kochba Leipzig» 11.5 Schattmann I (Bar Kochba Berlin) 11.5 Babinowitseh (Bar Kochba Berlin) 11.5 M. Bendorf (Schild Frankfurt a. M.) 11,5 Widmann (Hakoah Köln) 200 Meter: 23.9 Zeller fSchild Hamburg 24.0 Katzenberg I (Makkabi Düsseldorf) 24.2 Ehrlich (Bar Kochba Berlin) 24.4 Schattmann ('Bar Kochba Berlin) 24,4 Rath (Hakoah Köln) 400 Meter: :.:i.O Rafael (ISC Fürth) 55,2 Werthen (Bar Kochba Berlin) 800 Meter: 2.07.8 Berger (Bar Kochba Berlin) 2.13.5 Rafael (ISC Fürth) 1500 Meter: 4.27.4 Abt (TC Karlsruhe 03) 4.29.6 Werthen (Bar Kochba Berlin) 4.34.5 Zimmer (PTG Augsburg) 1.35.7 Berger (Bar Kochba Berlin) -5000 Meter: 17.09,5 Werthen (Bar Kochba Berlin) 17.12,5 Berger (Bar Kochba Berlin) Weitsprung: tf.44 Blanck (Bar Kochba Hamburg) 6.35 J. Bendorf (Schild Frankfurt a. M.) 6.28 Rafael (ISC Fürth) 6,17 Klaber (Schild Frankfurt a. M.) 6.17 Crucnbauin (Bar Kochba Berlin) 6.17 Rath iHakoah Köln) Hochsprung: 3.67 Katzenberg I (Makkabi Düsseldorf' 1.65 .1. Bendorf (Schild Frankfurt a. M.) 1,65 Heppner (Schild Frankfurt a. M.) 1,62 Gruenbaum (Bar Kochba. Berlin) 1,62 Katzenberg II (Makkabi Düsseldorf) Kugelstossen: 12.11 Preiss (IBC ..Berlin1') I. 2,00 Klaber (Schild Frankfurt a. M.) II. 87 Tombowski (Bar Kochba Berlin^ 10,88 Wasserlauf 'Bar Kochba Leipzig) 10.65 Wulff (Bar Kochba Leipzig) Speerwerfen: 51,30 Klaber (Schild Frankfurt a. M.) 44,40 Preiss (IBC „Berlin") 43,70 Grünspan (Bar Kochba Berlin) 43,60 Levy (Hakoah Essen) Diskuswerfen: 33.42 Blanck (Bar Kochba Hamburg) 32.69 Klaber rSchild Frankfurt a. M.) 29.95 Preiss (IBC „Berlin") 28.90 Rafael (ISC Fürth) 28.73 Wulf (Bar Kochba Leipzig) 4 x 100-m-StaffeI: 46.2 Schild Frankfurt a. M. 47.3 Bar Kochba Hakoah Berlin 47.4 Schild Stuttgart 48.0 Bar Kochba Hakoah Berlin (Jugend) 48,8 ITV 02 Köln 48,8 IBC „Berlin'" Frauen 100 Meter: 13.0 Pels (Schild Stuttgart) 13.1 Alsberg (SeEiild Stuttgart) 13.2 Kramer (Makkabi Düsseldorf) 13.3 Purwin (Bar Kochba Königsberg) 13.4 Liefmann (Schild Hamburg) 13.4 Löwenstein (Bar Kochba Frankfurt a. M.) Weitsprung: 5.19 Liefmann (Schild Hamburg) 5.01 Pels (Schild Stuttgart) 5.00 Romanus (Bar Kochba Berlin) 4.72 Sussmann (Bar Kochba Berlin; 4.71 Losehmski '"Bar Kochba Berlin; 4.71 Mauder (ISC Fürth) Hochsprung: 1,45 Liefmann (Schild Hamburg) 1.35 Durst (Bar Kochba Berlin) 1.32 Pels (Schild Stuttgart) Kugelstossen: 9.83 Schulmann (Bar Kochba Berlin) 9.73 Seligmann (Schild Stuttgart 9.80 Friede (Schild Frankfurt a. M.) 9,66 I. Cohn (Schild Leipzig) 9.40 Liefmann (Schild Hamburg) Diskuswerfen: 30.70 I. Cohn (Schild Leipzig) 25,90 Friede (Schild Frankfurt a. M.) Speerwerfen: 27.35 Seligmann (Schild Stuttgart) 25.97 Alsberg (Schild Stuttgart) 25.00 Gusstein (ISC Fürth) 24.50 Schulmann (Bar Kochba Berlin) 24,16 Freund (Schild Frankfurt a. M.) 4 x 100-m-StaffeI: 54.2 Schild Stuttgart 56.6 Bar Kochba Frankfurt a. M. 56.6 Makkabi Düsseldorf 56.8 Bar Kochba Hakoah Berlin 57,4 Schild Frankfurt a. M. Saisonmitte Unsere „Besten-Liste" überraschte angenehm Man sollte es nicht für möglich halten, was für ein gutes leichtathletisches Material der jüdische Sport in jedem Jahr von neuem an den Start zu bringen vermag. Während unser© alten Spitzenkönner-auswandern und Lücken zu hinterlassen scheinen, die so einfach nicht auszufüllen sind, vollbringt der Nachwuchs, im übrigen durchweg Eigenprodukt des jüdischen Sports, Leistungen, die diejenigen ihrer bisherigen Vorbilder teilweise schon jetzt — in der Halbzeit der Saison — überragen. Von 41 in der Bestenliste aufgeführten jüdischen Sportlern und Sportlerinnen sind den Jahrgängen entsprechend 20 Jugendliche, Junioren und Mädchen. Das sagt und verspricht viel. * Im einzelnen lässt sich bei den Männern in den Sprints bis zu 400 Meter eine klare Aufwärtstendenz beobachten. Namentlich der junge Fürther Sportlehrer, Stefan Rafael, hat sich viel vorgenommen und wird nicht enttäuschen, lieber 800 Me*er bis 5000 Meter sind dagegen die durch den Ausfall der überragenden ISGer entstandenen Lücken nur schwer zu ersetzen. Die Berliner Bar Kochbaner Werthen und B e r g e r ausgenommen, wird man auf diesen Strecken vorerst kaum grosse Verbesserungen erwarten dürfen. In den technischen Uebungen einschliesslich der Sprünge nimmt sich das Leistungsbild dank des Könnens der Klaber, Blanck, Tombowski usw. schon wieder bedeutend günstiger aus. Bei den Frauen sollte sich die positive Entwicklung schliesslich noch klarer erkennen lassen. Hannelore Pels und Ruth Liefmann werden sich unter Assislenz ihrer erstaunlich leistungsdicht beieinander liegenden Kameradinnen in den Läufen und Sprüngen sicherlich zu einigen neuen Bestleistungen treiben. In den rein technischen Konkurrenzen wird man diesmal allerdings begnügsamer sein müssen, wenn nicht auch hier noch das eine oder andere der Mädel aus dem hochtalentierten Nachwuchs von sich reden macht. # Diese erste Zwischenbilanz, gewürzt durch zwei ,.Sehild"-Rekorde im Sechskampf und Frauenweitsprung, darf jedenfalls als durchaus „angenehm überraschend'" bewertet werden, zumal die grösseren Ereignisse der jüdischen Leichtathletik an den August- und Septembersonntagen erst noch bevorstehen. Sie werden, das hoffen wir, die erste Veröffentlichung unserer „Besten-Liste"' grundlegend ändern — auch dort, wo sie heute noch Schwächen und bedenklich schlechte Ergebnisse aufzuweisen hat M. F. Benny Lyncb, dem die BBC. die Oberste Box - . behörde Grossbritanniens, kürzlich seine sämtlichen Titel als Welt-, Europa- und britischer Meister im Fliegengewicht offiziell aberkannte, da er seinerzeit im Titelkampf gegen den Amerikaner Jurich mit Uebergewicht antrat, beabsichtigt,-sich in nächster Zeit nach Amerika einzuschiffen, um dort gegen Sixto Eskobar um die Weltmeisterschaft im Bantamgewicht zu boxen. Bar Kochba Pressburg war auch in diesem Jahr bei den S c h w i m m mcisterseliaf'ton der Tscheche-Slowakei der erfolgreichste Verein. Neben zahlreichen Einzelsiegen (Frucht, Baderle usw.") und Staffelerfolgen verdient vor allem der neue Rekord, den Irene K a rp e 1 e s über 200 Meter Brust in 3.15.8 aufstellte, besondere Erwähnung. Bei den polnischen Schwimraeistersebaften, die in Bielsko durchgeführt wurden, errang die Hakoahnerin Traude David owiez über 100 Meter Kraul in der neuen Landesrekordzeit von 1.16.3 den Titel. Auf Grund dieser Leistung vertritt sie demnächst Polen im Länderkampf gegen Finnland. Desgleichen Ilia Szraibmann, der über 10O Meter Kraul Zweiter wurde und für seinen Kiub die 200-Meter- Stal'fel mitgewinnen half. Dr. Alfred Lewin, der Vorsitzende und Gründer des Jüdischen Box-Clubs „Berlin", ist dieser Tage nach den Vereinigten Staaten von Amerika, ausgewandert. Er war zweifellos einer der berufensten Leiter der jüdischen Sportbewegung, zumal er schon vor 1933 lange und erfolgreich die Geschicke des damals bereits bestens bekannten Jüdischen Box-Clubs „Maccabi" geleitet hatte. Dr. Lewin dürfte für den jüdischen Sport, nicht nur für den Kreis seiner engeren Klubkameraden, kaum ersetzbar sein. Zükofa. Die Schweizerische Konditorenfachschule in Zürich („Zükofa") hat in den letzten Jahren besondere Erfolge mit der Umschichtung von Juden aus Deutschland, die nach Uebcrsee auszuwandern beabsichtigten, erzielt. Im allgemeinen genügt, ein drei- bis viermonatiger Kursus, um die Auswanderer soweit auszubilden, dass sie in Uebersee d.ie Möglichkeit haben, mit den gesammelten Kenntnissen und der praktischen Erfahrung eine neue Existenz zu gründen. Der Unterricht, der sich auf Herstellung von Konfitüren und von feinen Backwaren bezieht, wird so gestaltet, dass die Kursusteilnehmer mit der Materie genau bekanntgemacht werden und in vielen praktischen Uebungen eine gute Handfertigkeit erzielen. W.

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