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Central-Verein-Zeitung · 1938-08-07 · 31 (7.8.1938) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
31 (7.8.1938)
Date
1938-08-07
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Seite 14 C.-V.-Zeifung Nr.ST» 4. August 1938 Aus der Theater- und Musikwelt bot die Umbuhlung des Kielgoldes durch so magisches Aetherblau wie der hellste Meeresspiegel und durch immer neue Schönheitsreigen. Denn schon gaben zahlreiche weisse Wolkensegel der Sonnengondel zu endlosen' Pilgerfahrten Geleit und durchflössen die Lüfte so leise wie seidene Brautkleider, Geschenke des Himmels für seine ewige Geliebte, Erde. Die überirdischen Schimmer schenkten auch dem Meister das Wunder schöpferischer Erleuchtung. Sie durchblitzte ihn nach langer Verzweiflungs-- nacht in. einer Sekunde wie der Gnadenstrahl einer Sonne einen brachen Acker zu neuem Blühen weckt. Der Farbengott raste, zu stürmischen Sinnenjagden von seinem Dämon gelhetzt, vorbei an aufstaunenden Windmühlen und Hyazintenfeldern in seine Werkstatt zu Pinsel und Tuben und zauberte mit der Besessenheit eines von seiner Sendung Durchglühten das Mi-, rakel seiner Erleuchtung auf die vor Neugier gespannte Leinwand. Dann erwartete er voll siegreicher Gelassenheit eines mit Fug zufriedenen künstlerischen Gewissens den Ablauf des Stundenreigens bis zu dem Erscheinen des Fremden. Und wahrlich pünktlich mit dem Glockenschlag seiner Verheissung geisterte jener grusslos stumm wie aus dem Dunkel hergeweht auf. (Statthalter) Respekt erweisen. Die Festsitte wurde zuerst am Kaiserlichen Hof geübt und verbreitete sich dann über die Kaste der Samurai hinunter bis zum Volk. Während der Yedo- Periode befestigten an diesem Tage alle Samurai- Familien militärische Flaggen und Wimpel an ihren Häuserfronten. Dieser Brauch reicht bis zum Sieg Tokimunes über Kublai Khan (5. Mai 12S2) zurück. Auch ist der Glaube stark verbreitet, dass die Vereinheitlichung des Landes unter dem Shogun Ashikaga im 14. Jahrhundert zur eigentlichen Ursache der o.-Mai-Feier wurde. Gegen das Ende der Shogunat-Regierungen verlegte man allmählich den Schmuck in das Innere des Hauses. Die Innendekoration für das Fest beschränkt sich heutzutage in der Hauptsache auf die Ausschmückung der Tokunuma. Puppen, Miniaturhelme, Ritterrüstungen, Schwerter, Pfeile, Bögen usw., wunderbar gearbeitet und mit Lack und Gold verziert, finden in traditioneller Reihenfolge auf der „Tokunuma" Aufstellung, abgegrenzt von einer Reihe Banner und Wimpel im Hintergrund. Die zur Schau gestellten Puppen verkörpern wohlbekannte Persönlichkeiten aus der japanischen Geschichte, wie zum Beispiel Kaiser Jimu, Jingo Kcgo, Toyotomi Hideyoshi, Kato Kijomasa, Minamoto no Yoshitsune, Sboki, Sakata-no-Kintoki, Momotaro usw., die die typischen Trachten ihrer Zeit tragen. Die Verbindung der Irispflanze „shobu" mit dem Fest hat ihren Ursprung darin, dass sowohl Iris als auch kriegerischer Geist auf Japanisch „shobu" ausgesprochen wird, obgleich die Schriftzeichen für beide Wörter grundverschieden sind. In alten Zeiten wurde die Irispflanze in China sowohl als auch in Japan als Medizin verwendet und galt als ausgezeichnetes Gegengift bei Vergiftungserscheinungen. Man glaubte auch, dass der Pflanze die Macht innewohne, Feuer zu barmen, da sie im Wasser wächst, und dass sie Eigenschaften besässe, die dem Feuer feindlich wären. Das Legen von Irisblättern auf die Dachrinnen der Häuser hat in diesem Glauben seinen Ursprung. Was auch immer die Originalbedeutung des Seine edelsteinhaften Augen Dlitzten im Halbdunkel des Raumes vor Seligkeit beim Anblick eines grossen Gemäldes voll triumphierender Leuchtkraft. Denn Rembrandt ihatte über sturmzerzausten Wipfeln ein weisses Wolkenschiff auf friedevollem Aethersee zu sinnbildtiefer Darstellung des Schicksals Israels gemalt, und auch dem ritterlichen Fremden war die Sendung des ewigen Pilgervolkes zu Gott vertraut Er wusste es ständig auf Reisen, immer ruhe- und heimatlos, ohne sichere Ankerplätze hienieden, droben aber voll gläubiger Erwartung des zuverlässigsten Hafens aller Häfen und ahnte den Lenker der Wolkenschiffe zugleich als Steuermann aller schwankenden Geschicke. Schweigend nahm er das Bild in Empfang, schweigend reichte er dem Meister die Hand und entschwand zu der Schwebe zwischen den letzten Diesseitsreichen und den ersten Nebelküsten der Jenseitsinsel, von der sich schon die Nacht wie eine Schlafwandlerin auf leisen Sandalen über schier unendliche Stufen einer Schattenleiter zur Erde tastete. Die Sterne auf ihrem sammetschwarzen Gewand schienen Rembrandt einmal Golddukaten aus den Händen des Gottes und eine traumhafte Sphärenmusik ihm nach vielen Phantasiefahrten eine Landungsstätte am Herzen des Herrn zu verheissen. fend dargeboten. Die Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied" — der 96. Psalm — wurde in ihrem grossen Aufbau von der Chor- und Instrumentalgemeinschaft untar Walter Gold manne tüchtiger Leitung in ihren bald erhaben-ernsten, bald lieblichen, bald gewaltig dahinströmenden Teilen sehr anerkennenswert bewältigt. Die Soli sangen eindrucksvoll mit flötenhaft timbriertem Sopran Sabine Jurmann und warmem Alt Hertha Falk-Fuhrmann. Dieses schöne, gutbesuchte Konzert war allen Gemeindemitgliedern unentgeltlich zugänglich und konnte als Feier zum 100-Jahr-Gedenken an die Grundsteinlegung unseres Gotteshauses aufgefasst werden. E. B. Das vor kurzem gebildete Kleinberg- Quartett (Oskar K 1 e i n b e r g, Herbert Herz, Wolfgang Granat, Wolgang Brett- Schneider), das bereits im Rheinland erfolgreich konzertierte, gab nun auch in Frankfurt a. 31., wo sich die Quartettgenossen als Mitglieder des Kulturbundorchesters zusammengefunden hatten, seine Visitenkarte ab. Es ist eine Spielgemeinschaft des ernsthaften kultivierten Musiizerens, und die vier Instrumente klingen gut und abgetönt zusammen, ohne dass dabei — erfreulicherweise — ein Raum für Star- Allüren wäre. Auch der erste Geiger will nicht mehr als der primus inter pares sein. Man hörte zwischen einem Debussy-Quartett (G-moll) und einem sehr hübschen Kammermusikwerk von B'orodm (D-dur) ein frisches, nicht redseliges Quartettino iiiG-dur von Arthuf W o 1 f, das als erwünschte Bereicherung der Kammermusikliteratur anzusprechen ist. Die jungen Künstler fanden aufmerksame interessierte Hörer. —tt. Der Jüdische Kulturbind Breslau Anschlussgruppe Oppeln veranstaltete ein Synagogenkonzert. Das meisterliche Spiel von Dr. Kurt T i n t n e r (Violine) unterstützt und die virtuose Begleitung von Irene Tintner (Weissenberg) verschaffte den dankbaren Zuhörern einen, Abend voll wirklicher Erhebung. Festes gewesen sein mag, heute ist es der Jugend "ein Symbol kriegerischen Geistes. H öflichheit Herr X. betritt mit seinem kleinen Sohn eine der vielen Stadtbahnstationen. Er hat kein Kleingeld, und die Stationskasse hat so früh am Morgen noch kein Wechselgeld. Herr X. zeigt an der Sperre einen 10-Je-n-Schein vor, erzählt, dass er den Fernzug nach Y. unbedingt erreichen müsse und wird ohne weiteres an der Sperre durchgelassen. Bei seiner Ankunft auf dem Fernbahnhof kommt ein Beamter auf ihn zu: „Sind Sie der Herr, der in S . . . eingestiegen ist und den man nicht wechseln konnte?" — „Ja." — „Man hat sie telephoniscb avisiert, und wir haben uns erlaubt Ihnen und Ihrem Sohn einen guten Platz im Zug zu reservieren." * Frau Y. hat auf dem gleichen grossen Fernbahnhof, der ungefähr zehn Bahnsteige hat, eine Verabredung: sie kann nicht japanisch sprechen, geschweige denn lesen und läuft aufgeregt von einem Bahnsteig zum andern, ohne jemanden zu finden. Ein wartender Japaner, dessen Zug nur halbstündlich verkehrt, erbarmt sich ihrer, läuft mit ihr sämtliche Bahnsteige im rasenden Tempo auf und ab, um sich mit einer vollendeten Verbeugung und mit „many thanks" und „much pleasure" zu verabschieden, als er sie endlich richtig ...abgeliefert" hat. Er strahlt auch noch verbindlich, als sein Zug ohne ihn aus der Halle fährt. * Ein Omnibus ist in einer schmalen Durchfahrtsstrasse manövrierunfähig geworden. Es wird beschlossen, die Fahrkarte abzugeben (sie wird immer abgegeben, wenn man sein Ziel erreicht hat), und den Rest des Weges zu laufen. Nach etwa 20 Minuten kommt der Omnibus wieder angefahren, er bremst, die junge Schaffnerin springt heraus und lädt mit reizendstem Lächeln wieder zum Platznehmen ein, ohne dass man nochmals ein Billett löseD muss. Einmal äusserte ich beim Frühstück im Hotel, dass die Marmelade ausgezeichnet sei. Das Ungarische Theater in Budapest wird in der kommenden Spielzeit ein Schauspiel - des be- rühmten französischen Dichters Francois Mauriac in einer Bearbeitung von" Eugen H e 11 a i zur Aufführung bringen. Aach ein neues Stück von Henri Bernstein wird im Repertoire des Ungarischen Theaters erscheinen. * Im Theater Akarova in Brüssel fand ein Gastspiel der „Tribüne" statt. Man spielte vor gut besetztem Hause die Komödie „Ingeborg" von Curt G-ötz. Der Reinertrag war für das jüdische Hilfswerk bestimmt. * Im Whitchak-Theatre in London läuft eine parodistische Komödie von Peter Blackmore „L o ths W e i b". Edith Herrnstadt-Oettingen rezitierte zum Besten von „Beth-Jacob" im Hause von Sassoon in London. Ihre zum ersten Male in englischer Sprache gebotene Kunst fand bei dem erlesenen Publikum aussergewöhnlichen Beifall. * Die berühmte Cembalistm Wanda Landow s k a gab in Saint-Leule-Foret (Paris) ein Konzert. * Im Rahmen der Opernsaison in Buenos Aires wirkt. Emanuel List mit. * Bei den Londoner Gastspielen des „Ballet Russe de Monte Carlo" spielt das Londoner Sinfonieorchester u. a. Offenbachs „Gälte Parisienne". * Der Opern- und Konzertsänger .Adolf Schwersenz, der in den letzten Jahren auch als Kantor tätig war, ist für eine Opern- und Konzerttournee nach USA verpflichtet worden; er beginnt sein Gastspiel Ende Juli im ]STew-Yorker Radio Sender Weyd. * Die Pierrotlieder von Max Kowalski wurden kürzlich im Rundfunk K a i r o zum Vortrag gebracht. * Jacques B r'o n s t e i n gab in Paris einen eigenen Klavierabend mit Werken von Scarlatti, Bach- Busoni, Chopin, Schumann. Beethoven. ■ * Die bekannte ostjüdische Sängerin und Tänzerin Chaja G o 1 d s t e i n, die unlängst in Holland grosse Erfolge erzielt hat, wurde für eine Tournee durch Niederländisch-Indien verpflichtet. * Mendelssohns „Elias" wurde in Banbury (England), und in einem L o n d o-n e r Kirchenkonzert aufgeführt und wird am 6. September im Rahmen eines Musikfestes in der Kathedrale von W o r - c e s t e r wiederholt werden, hier unter Mitwirkung des Londoner Sinfonieorchesters. * Chorbearbeitungen französischer Volkslieder von Darius' M i 1 h a u d gelangten in einem Konzert der Gesellschaft „Le Chant du Monde" in Paris zur Aufführung. * Josef Wagner wurde von der New-Yorker Radiostation WQXR zu einer Serie von fünf Klavierkonzerten verpflichtet. * Der Gesangsschlager „Bei mir bist du schön . . ." aus einer jüdischen Revue von Scholem Secunda und Jacob J-acobs ist vor kurzem von den berühmten Andrew Sisters in ihr Bühnen- und Radiöprogramm aufgenommen worden. Bisher wurden nahezu 500 000 Grammophonplatten mit diesem Schlager verkauft. * . In Paris - wurden ein Klavierkonzert und eine grosse Kantate „Le Chasseur Noir" von Wolfgang Simoni mit Erfolg aufgeführt. Solistin war Lotte Leonard. x. Konzertmeister Julian Gumpert, dem die künstlerische Leitung des Düsseldorfer Kulturbundes übertragen worden ist, trat vor kurzem in einem Konzert des Kurorchesters in Pistyan (Tschecho- Beim Mittagessen erhielt ich zum Beefsteak, beim Abendessen zu Wiener Würstchen unentwegt die gleiche süsse Erdbeermarmelade: „weil sie mir doch so gut schmecke". * In einem grossen Restaurant in Tokio treffen sich zwei Freunde zum Abendbrot. Sie essen das gleiche Gericht — ein Entrecote für zwei Personen — bitten aber, man möge es in der Küche gleich zerteilen. Als sie danach Kaffee bestellen, fragt die lieblich ausschauende junge Kellnerin dienstbeflissen: Wollen Sie den Kaffee auch zerteilt haben?" # Ein junges Ehepaar, kurz verheiratet, wohnt weit draussen in einem Vorort Tokios. Die junge Frau bringt ihren Mann jeden Morgen zur Bahnstation und verabschiedet sich von ihm mit einem Kuss. Einige Wochen später kommt ein Brief von der Behörde. Man bäte, doch diese Art der morgendlichen Verabschiedung freundlichst zu unterlassen, da sie unmoralisch sei. * Ein höherer japanischer Angestellter wird von einem Ausländer gebeten, sich nach dem Preis und nach dem Verlag bestimmter japanischer Bücher zu erkundigen, die vom Japanischen in eine andere Sprache übersetzt werden sollen. Am nächsten Tage erscheint der Nipponese, bepackt mit einer Unmenge von Büchern, und überreicht dazu einen Brief: „Ich bin glücklich, zu erfahren, dass Sie, fern von Japan, so stark an japanischer Literatur interessiert sind, und ich würde mich aufrichtig freuen, wenn Sie diese Bücher als ein kleines Geschenk von mir betrachten würden." Maurice Liber Maurice Liber, 1884 zu Warschau geboren, verbrachte schon den Hauptabschnitt . seiner Jugendzeit in Paris. Von. frühester Kindheit an war es sein Wunsch, Rabbiner zu werden, und schon während er die Elementarschule besuchte, erlernte er bei seinem Vater das Hebräische. Nach Absolvierung des Rabbinerseminars zu Paris besuchte Maurice Liber für ein Jahr das Berliner Rabbinerseminar und alsdann das dortige Lehramt des Judentums (das Slowakei) mit grossem Erfolg auf. In demselben Konzert wurde der zweite Satz seiner Suite „Morgenländischer Tanz" für Streichorchester erstmalig zu Gehör gebracht. Dem jüdischen Musikforscher O. E. Deutsch gelang die Auffindung der Eremitenszenen aus Mozarts „Don Juan", die der Sänger der Titelrolle, K. F. Lippert, anlässlich der ersten deutschsprachigen Aufführung der Oper im Jahre 1798 dem Dialog einfügte. Die Veröffentlichung erfolgte kürzlich in der von Paul Stefan herausgegebenen Musikzeitschriit „Anbruch'*. Ein erfreuliches Dementi. Wladimir Horow i t z, dem wir unter der Ueberschrift „Porträt eines Pianisten'1 in Nr. 29 vom 21. Juli einen Nachruf gewidmet hatten, lebt. Er war, wie uns mitgeteilt wird, erkrankt, befindet sich aber wieder bei guter Gesundheit und soll im Herbst wieder auftreten. Kammermusikabend in Haifa Die Vereinigung „ B e t h J i s r a e 1" veranstaltete zugunsten ihres Ferienlagers auf dem Karmel einen Sonatenabend im Kovalski- Saal. Das Programm war ausgezeichnet gewählt: Beethoven, Brahms und Tartini. In der künstlerischen Vertiefung, in der Ausschöpfung und Uebermittlung des musikalischen Gehaltes, in der Ausgeglichenheit seines Spieles zeigte Basia Polischuk vom Palästina-Orchester sein meisterhaftes Können. Die einfühlende und ausgezeichnete Begleitung durch Irene Hirsch liessen die Darbietungen wie aus einem Guss erscheinen. Der Beifall war überaus lebhaft und dankbar, auch im Hinblick auf die Selbstlosigkeit, mit der sich die Künstler dem guten Werke zur Verfügung gestellt hatten. * In Jerusalem fand die palästinensische Erstaufführung von Hugo Adlers — seinerzeit in Berlin aufgeführtem — Oratorium „Balak und Bileam" statt. # Der Komponist Joachim Stutschewsky ist nach Palästina übergesiedelt. Jüdischer Kulturbund Berlin Wochenplan Theater in der Kommandantenstrasse 57: Jeweils 20 Uhr: „Arm wie eine K i r c h e n m a n s", 8. August (Abt. 29, 39, 5 : 5000—5099), 9. August (Abt. 7, 17, 5 :5100—5199), 10. August (Abt. 8, .18, 5 : 5200—5299), 11. August (Abt. 9, 19, 5 :5300—5399), 13. August, 20.30 Uhr (Abt. 21, 31). . Uraufführung einer jüdischen Oper in Berlin. Chemjo Winawer bereitet für September die konzertmässige Uraufführung der Oper „Die Chaluzim" von Jacob Weinberg, New- York, vor. Das Werk erhielt beim Internationalen Musik-Wettbewerb in Philadelphia den ersten Preis. Die deutsche Bearbeitung besorgte Mascha Kaleko-Winawer. Beschwerden über das Ausbleiben der C.-V^Zeiiung, Umleite* wünsche sind stets dem zuständigen Post' amt (Zeitungssielle), das auch Bestellungen entgegennimmt, zu unterbreiten. Zeichnung Alice Rosendorff später in die jüdische Hochschule aufging). 1908 wurde Maurice Liber RabbiDer und amtierte zehn Jahre lang an der Synagoge in der Rue de la Victoire. (Später wurde er dann „adjoint au Grand Rabbin de France: Israel Levi""'.) Daneben war er als „Professeur pour le Höbraisme, Talmudisme et Rabbinisme" — später als „Directeur" — an der „Ecole des Hautes Etudes" tätig. Seit 1932 leitet er die „Ecole Rabbinique". Maurice Liber hat sich vielfach journalistisch betätigt, vor allem als Mitarbeiter der „Revue des Etudes Juives". Jahre hindurch hatte er die Schriftleitung der Zeitschrift „L'Univers Israelite" geführt. Während des Krieges amtierte er 4^ Jahre lang in Algier als Feldrabbiner bei den Zuaven. Maurice Liber kümmert sich viel um internationale jüdische Angelegenheiten. In der „Solidarite", der Association Mutuelle Israelite, hielt er kürzlich- —. zum erstenmal in seinem Leben in deutscher Sprache — einen Vortrag betitet: „Ein Wort an meine-Brüder", " ° Alice Rosendorif,; Konzerte und Vorträge lieber den „Geselligen Tanz" wusste Dr. Anneliese Landau anmutig und fesselnd im Berliner Kulturbund zu plaudern. Man schob historische Bedenken beiseite und Hess sich von ihr von der schönheitsbewussten Renaissance erzählen, von statilichem Barock und zierlichem Rokoko, vom Siegeszug des Walzers und vom Gesellschaftstanz des modernen Menschen. Ruth C o n d e 11 und Erich Baden tanzten die Barocktänze: Allemande, Courante und Sarabande im Kostüm der italienisch3n Renaissance, — ein harmloser Anachronismus: denn die ausgezeichneten Künstler wussien Geste und Bewegung so fein zu stilisieren, dass man an einen aus dem Rahmen gestiegenen Botticelli glaubte. Reizvoll und preeiös wurde Menuett und Gavotte gestaltet, beschwingt der Wiener Walzer mit seiner derberen Gefährtin, der Polka. Bezeichned für den Wert der tänzerischen Leistung war es, dass der abschliessende Tango, der nicht im schmückenden Kostüm, sondern in neutraler Abendkleidung getanzt wurde, den stärksten Beifall fand und stürmisch zur Wiederholung begehrt' wurde. Besondere Anerkennung gebührt auch der Pianistin Lili E11 r e i c h (Schlesinger), die nicht nur gut „zum Tanz" spielte, sondern auch den jeweiligen Zeitstil formsicher charakterisierte. Ein zahlreich erschienenes Publikum zeigte sich dankbar für den unterhaltenden Abend. A. L.-L. ■ Die Jüdische Chor- und Instrumental-Gemeinschaft Dresden bot als würdigen Schlussklang ein Synagogenkonzert. Eine Sinfonia von Salomone Rossi Ebreo (um 1587—1628) fesselte als lebensvolle wohlklingende Musik, deren Auffindung in der Kasseler Landesbibliothek Dr. Arthur Schlossberg und die Bearbeitung für zwei Sireichorchester Max Sinzheimer (Mannheim) zu danken ist. Händeische Werke auf aittestamentarische Texte füllten das weitere Programm: eine glaubensstarke Arie aus „Judas Makkabäus" wurde von Hertha Falk-Fuhrmann ergrei-

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