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Central-Verein-Zeitung · 1938-08-07 · 31 (7.8.1938) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
31 (7.8.1938)
Date
1938-08-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Nr. 31 * 1. Beiblatt CYIeitung l'Äugust1938 » Seite3 Geeinte Judenheit in Deutschland Die Gründung des Reichsverbandes der Juden in Deutschland . Die Sitzung des Rates der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, deren Ergebnis die in der letzten Nummer der C.-V.-Zeitung schon erwähnte Gründung des Reichsverb'andes der Juden in Deutschland e. V. ist, wurde von dem Präsidenten der Reichsvertretung, Rabbiner Dr. Leo Baeck, eröffnet. In seinen einleitenden Worten unterstrich er im Hinblick auf; die zur Beschlussfassung stehenden Fragen, wie wichtig heute Einheitlichkeit und Einigkeit seien. Wir haben, so sagte er, überall den Weg der äusseren und inneren Gesetzmässigkeit zu gehen. Wir haben unsere Pflicht zu tun und Opfer zu bringen. Viele Opfer haben wir schon gebracht, und unsere Kräfte sind begrenzt. Wir haben jedoch erst dann das moralische Recht, von anderen Unterstützung zu erwarten, wenn wir bis zum Letzten Opfer an Geld und Gut, an Eigenwillen und an Sonderbestrebungen bringen. Der Geschäftsführende Vorsitzende des Präsidialausschusses der Reichsvertretung, Dr. Otto Hirsch, gab einen kurzen Bericht über die Ereignisse seit der letzten Tagung des Rates im Januar 1938. Die Reichsvertretung habe ihren Etat im ersten halben Jahr balancieren können, das zweite Halbjahr werde auf der Ausgabenseite Erhöhungen bringen, während gleiche Einnahmeerhöhungen nur erhofft werden können. Er erwähnte die Angliederung Oesterreichs, das Gesetz vom 28. März über die neue Rechtsform der Kultursvereinigungen, wobei er hervorhob, dass es erfreulicherweise weder Massenaustritte noch eine Steuerflucht in den Gemeinden gegeben habe. Dr.Hirsch Briefmarken - Fritz Lewin Berlin W 35, Lützowstrcsse 91 A. erwähnte sodann die Verschlechterung der wirfschaftlichen Lage der Juden in Deutschland und die neuesten Gewerbebeschränkungen. Zur Auswanderungsfrage wies er auf die mannigfaltigen Schwierigkeiten hin. Die Konferenz von Evian lasse einen Silberstreifen sehen. Aus der Art, wie die Vertreter der Juden in Deutschland dort aufgenommen worden sind, habe sich die Achtung vor ihrer Arbeit gezeigt; man'habe sie nicht als Bittsteller betrachtet. Wir sind, so sagte Dr. Hirsch, aus Evian mit der Ueberzeugung fortgegangen, dass es 'gelingen wird, der Auswanderungsnotwendigkeit durch die Tat zu entsprechen. Nur eins haben wir immer wieder betont: hier tut Eile not. In diesem Zusammenhang sei es aber auch notwendig, dass die zentrale Führung der Juden in Deutschland vorhanden sei. Die Aussprache ergab in ihrem ersten Teil ein Bild von den Schwierigkeiten, die der Schaffung einer einheitlichen Organisation der Juden in Deutschland seit mehr, als zehn Jahren entgegenstehen. Auf der einen Seite standen die Wortführer einer Zentralisation und einheitlichen Lenkung aller Aufgaben, auf der anderen Seite wurde zum Ausdruck gebracht, dass Dezentralisation und lokale Umstände in der neuen Verfassung vorherrschen sollten, wobei teilweise überhaupt die Notwendigkeit einer solchen neuen Organisation bestritten wurde. Es gelang schliesslich, eine vollkommene Einigung herbeizuführen. Zu einer lebhaften Aussprache gab ein Hinweis von Dr. Hans Friedenthal Veranlassung, der auf eine exakte Durchführung des Fifty-Fifty-Prinzips zwischen Zionisten und Nichtzionisten bestand. Es wurde abschliessend zu Protokoll genommen, dass bei Zuwahlen und Neuwahlen der Ratsvertreter auf die Gemeinden freundschaftlich dahin eingewirkt werden soll, dass Zionisten und Nichtzionisten zu gleichen Teilen vertreten sind. Zu einer lebhaften Debatte kam es über einen Antrag von Amtsgerichtsrat i. R. Otto May (Köln), dass Kultusvereinigungen und Gemeinden ihre Haushalts- . plane dem Reichsverband nicht nur mitzuteilen, sondern auch zur Genehmigung vorzulegen hätten. Der Antrag wurde abgelehnt, ebenso ein Antrag von Konsul Albert Bend ix (Köln), dasscsich der Vorstand des Reichsverbandes zum 1. April 1939 eine Uebersicht über die finanzielle ^fäass&aSjaria^ Goethe Schuhhaiss Das Speziaihaus für elegante Damenschuhe FRANKFURT a. M. MATHILDE OPPENHEIMER / GOETHESTRASSE 28 Lage der Gemeinden verschaffen sollte. Es wurde jedoch von allen Seiten eingeräumt, dass im Zuge der Zeit derartige Verstärkungen einer zentralen Aufsicht kommen würden. Schliesslich wurde ein Antrag angenommen, in dem der Rat den Preussenverband ersucht, in „tunlichster Bälde" in den Reichsverband aufzugehen; ferner wurde eine Kommission zur Durchberatung der Mustersatzung für Kultusvereinigungen und für die Satzungen des. Reichsverbandes eingesetzt. Die Zahl der Mitglieder ' des Haushaltsausschusses wurde auf sieben erhöht, und sodann Zuwahlen zum Präsidialausschuss vorgenommen, der nach der neuen Verfassung als Vorstand des Reichsverbandes fungieren wird. An die Stelle der augeschiedenen Dr. Paul Sulzberger und Adolf Michaelis wurden Amtsgerichtsrat i. R. Otto May (Köln) und Dr. Moritz Landau . (Berlin) gewählt, während Dr. Michael Münk als Vertreter der Orthodoxie in den Vorstand delegiert wurde. Den Abschluss der Tagung bildete die Annahme der bereits in der vorigen Nummer der C.-V.-Zeitung mitgeteilten Resolution, in der die Ergebnisse der Tagung gewürdigt, die Lage der Judenheit in Deutschland geschildert und in eindrucksvollen Worten zur Auswanderungssituation Erwartungen ausgesprochen werden. Der neue Reichsverband Die neue Satzung des Reichsverbandes, um deren Gestaltung und Durchsetzung in den Vorverhandlungen sich Dr. Arthur L i 1 i e n t h a 1 besondere Verdienste erwoben hat, beginnt mit einer Präambel, in der festgestellt wird, dass die im Jahre 1933 von den jüdischen Landesverbänden, Gemeinden und grossen Organisationen gebildete Reichsvertretung in den Reichs verband der Juden in Deutschland umgewandelt wird. Der Preussische Landesverband jüdischer Gemeinden geht im Interesse der Vereinheitlichung und Vereinfachung der Arbeit im Reichsverband auf. Mitglied des Reichsverbandes ist jeder Jude in Deutschland durch seine Zugehörigkeit zu einer Kultusvereinigung (Gemeinde), die Glied des Reichsverbandes 'durch die Aufnahme einer entsprechenden Bestimmung in ihre Satzung und durch die Erklärung des Eintritts ihrer Mitglieder wird. x Derjenige, an dessen Wohnort sich eine Kultusvereinigung nicht befindet, kann Einzelmitglied werden. Der Reichsverband wird durch den Präsidenten vertreten, wobei besonders hervorzuheben ist, dass die Satzung die unbefristete Präsidentschaft von Rabbiner Dr. Leo Baeck verankert. Die Vorstandsmitglieder werden auf drei Jahre gewählt, die Ratsmitglieder nach einer gestaffelten Quote von den Grossgemeinden, den als Bezirksorganisationen fungierenden Gemeinden der Landesteile und Provinzen sowie von den grossen zentralen Organisationen. Den Bezirksorganisationen liegt die Fürsorge für die Gemeindearbeit ob, wobei insbesondere an die süddeutschen Landesver- ' bände gedacht wird, die allerdings in ihrem Namen nicht mehr die Bezeichnung Landesverband führen werden. Alle Kultusvereinigungen und damit auch die Bezirksorganisationen sind verpflichtet, Haushaltsplan, Abgabebeschluss und Rechnungsabschluss dem Reichsverband mitzuteilen, und sollen vor Vermögensverfügungen erheblicheren Umfangs dem Reichsverband Gelegenheit zur gutachtlichen Aeusserung geben. Kultusvereinigungen unter 1000 Seelen bedürfen für die Verfügung über Vermögen, soweit sie sich nicht im Rahmen der Erledigung der laufenden Angelegenheiten hält, der vorherigen Zustimmung des Reichsverbandes. In der Frage des Lastenausgleiches ist einer Uebergangsregelung bis zum 1. Januar 1939 zugestimmt worden, Der Ratstagung der Reichsvertretung ging eine wichtige Tagung des Rats des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden voraus. Darüber geht uns folgende Mitteilung zu: Am 26. Juli trat in Berlin der Grosse Rat des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden zu einer Sitzung zusammen. Nach Erstattung eines Tätigkeitsberichtes wies der Präsident des Rates, Kammergerichtsrat i. R. Leo W o 1 f f, auf die besondere Bedeutung der diesmaligen Ratstagung hin, welche dadurch gegeben sei. dass durch das Reichsgesetz vom 28. März 1938 die Rechtsverhältnisse der jüdischen Gemeinden und Gemeindeverbände neu geregelt worden sind. Demzufolge habe sich auch der Preussische Landesverband jüdischer Gemeinden, um seine gesetzlich vorgesehene Eintragung' als rechtsfähiger Verein betreiben zu können, eine neue Satzung gegeben. Der Entwurf einer solchen Satzung lag der Ratsversammlung vor. Der Engere Rat wurde ermächtigt, eine neue Satzung zu beschliessen. Die Verhandlungen erstreckten sich auf die bevorstehende Bildung eines Reichs Verbandes als Gesamtorganisation der Juden in Deutschland und den bekanntgegebenen Entwurf einer Satzung für diesen. Als Ergebnis der Beratung wurde folgende Resolution gefasst: Der Rat hält die schnelle Bildung des Reichsverbandes der Juden in Deutschland für unbedingt geboten. Er wünscht, dass nach Bildung des Reichsverbandes der Preussische Landesverband in diesen aufgeht, und ermächtigt den Engeren Rat, alle dazu erforderlichen Schritte . in die Wege zu leiten. Der Rat spricht die bestimmte Erwartung aus. dass die übrigen Landesverbände nach Bildung des Reichsverbandes das gleiche tun werden. Für den Fall, dass ein Beschluss des Verbandstages notwendig ist, soll der Engere Rat diesen Beschluss herbeiführen. Die neuen rechtlichen und tatsächlichen Verhältnisse' haben die Ausarbeitung neuer Mustersatzungen für die jüdischen Gemeinden notwendig gemacht. Hierüber fand unter Zugrundelegung der von der Reichsvertretung ausgearbeiteten Entwürfe eine Aussprache statt, in der besonders steuerliche Fragen sowie das Mitbestimmungsrecht des Rabbiners bei Gemeindebeschlüssen erörtert wurden. Ueber die Zusammenfassung mehrerer Gemeinden zu einer Bezirksgemeinde fW^yfWee ALLIGÄTÖRl^ ,d o s sin d g u t e - L e der war e it UNSERE VERKAUFS GESCHÄFTE: Berlin, Tauentzienstraße 16 Hamburg, Jnngfernstieg 43 Köln a. Eh., Hohestraße 115 Essen, Limbecker Straße 10 Essen, Adolf-Hitler-StraßelS Bochum, Kortumstraße 67 Frankfurt a.M., Roßmarkt 15 Zentrale, Offenbach. a. M Wuppertal-Elberfeld, Herzogstraße 2 während die Vermögensfrage vorläufig zurückgestellt worden ist; hierbei soll jedoch eine Regelung gefunden werden, dass die Vermögen für den entsprechenden räumlichen Bezirk vom Reichsverband verwendet bzw. darüber von den bisherigen Trägern verfügt wird. Neben den süddeutschen Verbänden wird auch der Reichsverband orthodoxer Gemeinden als Bezirksorganisation behandelt werden. Es ist in Aussicht genommen, im Zusammenhang mit den bestehenden Provinzialwohlfahrtsverbänden Bezirksorganisationen im Bereiche des bisherigen Preussischen Landesverbandes zu bilden. —• g. wurde an Hand des vom Landesverband aufgestellten Bezirksplans verhandelt. Durch diesen soll eine wesentliche Vereinfachung der Gemeindeverwaltung erzielt werden, indem die zur Zeit etwa 800 Einzelgemeinden im Arbeitsgebiet des Preussischen Landesverbandes zu etwa 60 Bezirksgemeinden zusammengefasst werden sollen. Der Rat stimmte nach* Vorbringung zahlreicher Anregungen grundsätzlich dem aufgestellten Plan zu. Jüdisches Leben — jüdischer Geist Berlin Sprachkurse für Anfänger: Englisch: Montag und Mittwoch sowie Montag und Donnerstag von 18 bis 19,30 Ühr, Marburger Str. 5 (Beginn 15. August): Spanisch: Dienstag und Donnerstag von 18 bis 19.30 Uhr, Rykestr. 53 (Beginn 16. August). Persönliche Anmeldung am 8. Augast von 10 bis 12 und von .1" bis 19 Uhr sowie am 9. August Wir empfehlen die preiswerten Hiigelbepflanzungen Besichtigen Sie bitte unsere ausgestellten Mustergräber. Bei Bedarf an Sargdekorationen. Kränzen und Sträassen •wenden Sie sich, bitte an die Friedhofsgärtnerei der 3üd. Gemeinde zu Berlin -Weissensee, Lothrinsenstr. 22. Tel. 56 40 36. Schriftliche n. telefonischeAuskünfte bereitwilligst. von 10 bis 12 Uhr im Sekretariat, W50, Marburger Str. 5:. dort auch Auskünfte über alle anderen Kurse in der Sprechzeit von Montag bis Donnerstag 10 bis 12 Uhr und Mittwoch von 17 bis 19 Uhr. ^Telephon: 2i 55 87.) Mannheim Von Professor Dr. Billigheim er begrübst, las . Jakob Picard zunächst die Erzählung „Die Gütige" als fraglos wertvollste Gabe des Abends. Von völlig anderer, fröhlicher und realistischerer Seite lernte man dann den Schriftsteller Picard in den beiden Geschichten „Der Fisch" und vom „Isi" kennen. Manches hätte wohl noch stärker gewirkt, wäre die Aussprache des Lesenden etwas prägnanter gewesen. So. 4k!täi!mM$ in den erlaubten Woren

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