Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 30 (28.7.1938)
- Date
- 1938-07-28
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 30 4. Beiblatt Palästina-Um scliaii der C.-V.-Zeitung Seite 13 28. Juli 1938 Woche des Sehreckens Am 19. Juli wurde der jüdische Hilfspolizist Mendel Lichtenstein auf dem Wege zur Arbeit in K a 1 m a n i a bei Klar Saba aus dem Hinterhalt erschossen. Er war 23 Jahre alt, stammte aus Polen und war 1935 nach Palästina eingewandert. Jüdische Hilfspolizisten auf Patrouillendienst hielten hei Peta ch-Tik wa ein arabisches Auto an, in dem sie Bomben, Gewehrteile und 900 KugelD fanden. Die Insassen wurden in Hait genommen. In der Nähe von Raa nana im Scharon wurde eine ungefähr 50 Mann starke, bewaffnete Araberbande bemerkt. Sofort herbeigeeilten Truppen und Polizeikräften gelang es, die Bande zu vertreiben. Auf den Scheich Aref Junis al- H u s s e i n i, den Oberaufseher der Omarmoschee, wurde ein Anschlag verübt, der jedoch fehlschlug. In der Nähe des Herodes-Tores gaben Araber eine Anzahl Schüsse auf ihn ab, die ihn jedoch verfehlten. Der Scheich hatte sich gerade erst von Wunden erholt, die er bei einem früheren Attentat erlitten hatte. Er ist ein bekannter Gegner der Mufti-Partei. In der Nacht vom 19. zum 20. Juli wurden 280 Dunam Wald bei der jüdischen Siedlung B e t G a n in Untergaliläa in Brand gesteckt. Im Bezirk von Tulkerem wurden britische Truppen aus dem Hinterhalt beschossen, wobei ein Sergeant getötet und ein Soldat leicht verwundet wurde. Am 20. Juli wurden in Haifa in der Nähe des Hafens der 33jährige Arbeiter Adolf Blatt, der vor drei Jahren aus Deutschland eingewandert war, angeschossen und tödlich verwundet. In einem Weinberg in Sichron Jakob wurde der 27jährige Wächter Zwi S c h i b e r aus dem Hinterhalt erschossen. Truppen und Hilfspolizisten, die sofort zur Stelle waren, griffen die Terroristenbande, die die Schüsse abgegeben hatte, an. Neun ihrer Mitglieder blieben tot am Kampfplatz. Auf ein Haus in der Altstadt von T i b e r i a s wurde eine Bombe geschleudert, durch die die 50jährige GuraFarer, ihre 32jährige Tochter Baya Schati und ihre 14jährige Enkelin Esther verletzt wurden. Einige Meilen von K a 11 i a, am Südufer des Toten Meeres, wurde eine Gruppe jüdischer Arbeiter, die mit Wasserbohrungen beschäftigt war, von Arabern überfallen. Der Hilfspolizist Abraham Awdizedek (30 Jahre), Chajim J o s s e 1 e w i t z aus Petach Tikwa (32 Jahre) und Abraham Z e i i c o w i t z (27 Jahre) wurden erschossen. Der Hilfspolizist Schlomo S c h w i 1 i aus Jerusalem (28 Jahre) wurde schwer verwundet, Schlomo Jizchaki (26 Jahre) erlitt leichte Verletzungen. Die Banditen raubten im Lager der Arbeiter Gewehre und Munition sowie Kleidungsstücke. Ein besonders grauenhafter und folgenschwerer üeberfall ereignete sich in der darauffolgenden Nachtin Kirjat Charoschet bei Haifa, am Ostabhang des Karmel. Die dortige jüdische Siedlung, die ziemlich isoliert liegt und von 60 Familien bewohnt ist, wurde von einer mindestens 150 Mann starken Terroristenbande überfallen. Die jüdischen Hilfspolizisten hielten die Angreifer ab, bis ihre Munitionsvorräte erschöpft waren. Darauf drangen die Araber in die Siedlung ein und setzien zwei Baracken in Brand, nachdem sie ihre Bewohner ermordet hatten. Es waren dies Samuel Guttermann (38 Jahre), seine Frau L o 11 i e (36 Jahre) sowie deren zweijähriges Töchterchen; ausserdem Frau Regina S p i e g 1 e r (33 Jahre) und ihr elfjähriger Sohn Jakob. Die sechsjährige Tochter der Frau Spiegier rettete sich dadurch, dass sie sich im Geflügelhof versteckte. Mit der» Hilfe benachbarter Hilfspolizisten gelang es schliesslich, die Bande nach einem vierstündigen Kampfe zurückzuschlagen. Dabei wurden mehrere Araber getötet und mehrere verletzt. Am 21. Juli, der im ganzen Lande ruhiger verlief, stiess abends Militär im Bezirk von Ak ko auf eine 40 Mann starke Araberbande. Es kam zu einem Gefecht bei dem ein britischer Soldat verwundet, ein Araber getötet und andere verletzt wurden. In der Nähe von Haifa fielen bei einem Gefecht zwischen Arabern und jüdischen Hilfspolizisten ein jüdischer Hilfspolizist und sechs Araber. Am frühen Morgen des 22. Juli wurde ein Lastauto, das 20 Arbeiter aus Ramat Hakow e s c h nach Kfar Saba zur Arbeit fuhr, von einer starken arabischen Bande von allen Seiten uberfallen und beschossen. Gleich die ersten Schüsse töteten die Hilfspolizisten Walter Rosenthal (26 Jahre) und Daniel Levin (36 Jahre) und fügten der Arbeiterin Pessja Schapiro (25 Jahre) sowie dem 30jährigen Amschel Steingarten schwere Verwundungen zu. Steingarten starb am Tage darauf. Leichter verletzt wurden Chajim Michaelson, Berl Goldmann und Seew Benmosche sowie der Chauffeur Mordechai M e i r s o n. Die vier den Lastwagen eskortierenden Hilfspolizisten feuerten wider und töteten den Anführer der Bande sowie einen weiteren Araber. Gleichzeitig hatte eine zweite Bande den Kibbuz umzingelt, wurde jedoch durch heftiges Feuer vertrieben. Walter Rosenthal stammte aus Deutschland und kam 1934 nach Palästina. Daniel Levin war in Wilna geboren und ist 1925 eingewandert. Beide gehörten zu den ersten Siedlern von Ramat Hakowesch. Am gleichen Tage wurde Jizchak Misrachi (33 Jahre), der in der Ziegelei von Moza bei Jerusalem als Arbeiter beschäftigt war, unweit seiner Arbeitsstelle von einem Araber erschossen. Am Schabbat-Abend, am 24. Juli, wurde die Stätte, an der die Erholungsuchenden am dichtesten zusammenströmen, nämlich der Strand von T e 1 - A v i v, von einem Attentat heinigesucht. In der Nähe eines der grössten Hotels am Strande, des San-Remo-Hotels, wurde eine Bombe in ein Auto geworfen; 22 Personen wurden dabei verletzt. Zwischen Schavei Zion und Naharia wurde ein jüdischer Lastwagen überfallen, einer der Insassen, Chajim Lindberg, wurde leicht verwundet. In den Aussenbezirken von Tel-Aviv wurden arabische Arbeiter beschossen; einer von ihnen wurde leicht verletzt. Am 24. Juli wurde nach langer Zeit wieder einmal auf der Strasse Jerusalem—Jaffa ein Anschlag verübt. Sechs Araber entwaffneten zwei arabische Hilfspolizisten in der Nähe von Mount Kastel. Auf . einem Wege in der Nähe von Nazareth wurden zwei arabische Leichen aufgefunden. Eine von ihnen war mit einem Zettel versehen, auf dem die folgende Inschrift stand: „Nummer 1. Das ist das Schicksal von Spionen und Verrätern/' Zu einem ganz besonders schweren Zwischenfall kam es zu Beginn der neuen Woche am 25. Juli in Haifa. Auf dem Gemüsemarkt der Stadt in der Nähe des Hauptpolizeipostens explodierte eine Bombe, durch die 39 Araber getötet und 64 verwundet wurden. Die Explosion erfolgte in dem Augenblick, als grosse Scharen der aus der Umgegend hereingekommenen Dorfbewohner auf dem Markte ihre Packtiere entluden. In der Erregung, die auf die furchtbare Explosion folgte, wurden vier Juden getötet und mehrere Häuser in Brand gesteckt. Die Namen der Getöteten sind: Mo sehe Misrachi, Dov Ben Mosche, Dov Flesche 1 und ßeuben Jabur, die beiden letzten wurden in der Jaffastrasse durch Steinwürfe getötet. Die Stadt wurde mit Hilfe der Truppen und Matrosen des - im Haifaer Hafen liegenden Schlachtkreuzers „Repulse" militärisch besetzt und der Belagerungszustand wurde verhängt. Auch im übrigen Lande mehrten sich an diesem Unglückstage die Zwischenfälle. In Jaffa verursachte ein von den Arabern ausgerufener Generalstreik erhöhte Spannung. Ein jüdischer Autobus wurde angehalten und musste unter militärischem Schutz nach Tel-Aviv in Sicherheit gebracht werden. Die demonstrierenden Massen wurden durch Polizei und Truppen zerstreut. In der Nähe von Kfar Hachoresch wurde eine jüdische Wegepatrouille von Arabern überfallen. Dabei wurde der aus Deutschland stammende Hilfspolizist Jochanan Fleischer (20 Jahre) getötet und zwei andere Hilfspolizisten Uri Weill (21 Jahre) und A r j e Z u r k i n (22 Jahre) verwundet. Im Scharon geriet bei Kfar Jawez ein mit jüdischen Arbeitern beladener Lastwagen auf eine Landmine. Joseph Blitz, ein 24jähriger Einwanderer aus Deutschland, wurde getötet, zwei andere, Jakob Berg (23 Jahre) und Mordochai S p*e c t o r (26 Jahre) ' schwer verwundet. Alle drei sind Mitglieder des Poale Misrachi. Bei Tiberias wurde eine Gruppe von sechs jüdischen Arbeitern angegriffen. Jakob Matchuiski (24 Jahre), ein Einwanderer aus Rumänien, wurde getötet und Abraham Abo leicht verletzt. Die jüdischen Hilfspolizisten, die den Trupp begleiteten, erwiderten das Feuer und vertrieben die Angreifer. Nach Berichten des „Haarez" sind die drei jungen Juden, die am 23. Juli aus Giwath Ada geraubt worden-sind, von einem sog. arabischen „Gerichtshof" zum Tode verurteilt und KALENDER August 1938 Aw 6. Sonnabend 9. Wochenabschnitt: Dewarim 5. B. M. 1—3,22 Haftara: Jes. 1,1-27 7. Sonntag 10- Tischa beaw 13. Sonnabend 16- Wochenabschnitt: Waet-> chanan 5. B. M. 3,23-7,11 Haftara: Jes. 40,1-26 20. Sonnabend 23. Wochenabschnitt: Ekew 5. B. M. 7,12-11,25 Haftara: Jes. 49,14-26; 50$ 51,1-3 27. Sonnabend 30. Wochenabschnitt: Reeh 5. B. M. 11,26-16,17 1. Tag Rosch chodesch Eluli 4. B. M. 28,9-15 Haftara: Jes. 66 28. Sonntag * EM 2. Tag Rosch Chodesch Elal 5698!ll![ill!l!l!llll!l>!llli:i!llil!llllllll!l!l!l[!llllll!!!inilin!l!ll!llllH!!llllllH!li!llülll!{ll!ll!IMIIIIII!!ll sofort hingerichtet worden. Ihre Namen waren Isaak Krupik, David Frank und David Averbuch. Der Hohe Priester der Samaritaner, Tewfik Cohen, wurde von dem terroristischen Oberkommandierenden Abdul Rabim beordert, mit Tributen an Juwelen, Geld und Parfümerien vor Ludwig Steinmetz \ Nürnberger Str. 56 (neben WoolwortW & ihm zu erscheinen. Es wurde ihm versichert, dass die Samaritaner von den Arabern nicht angegriffen werden würden. Trotz dieser Versicherungen ist der Neffe Cohens auf Drohungen untergeordneter Bandenführer hin aus Nablus geflohen. Er ist der erste Samaritaner, der während der letzten zweitausend Jahre Nablus verlassen hat. Die neueste Entwicklung in Handwerk und Industrie Von unserem »-Palästina-Berichterstatter Tel-Aviv, im Juli. Nicht nur für die gegenwärtige Wirtschaftslage Palästinas, sondern auch für den Zwang zu möglichst intensiver und dichter Neusiedlung, der sich aus der bevorstehenden politischen Neuordnung ergeben wird, spielt, neben der Landwirtschaft, Industrie und Handwerk eine ausschlaggebende Rolle. Die Möglichkeiten dieser gewerblichen Siedlung und Einordnung werden jetzt durch eine umfassende und gründliche Enquete' der Jewish Agency veranschaulicht. Das unter verschiedenen Fragestellungen zusammengetragene erschöpfende Material befindet sich "jetzt in der Auswertung. In der folgenden Darstellung einiger besonders für den künftigen Einwanderer interessanter' Fragen werden 'neben den Feststellungen der Jewish Agency auch Ergebnisse anderer Untersuchungen herangezogen. Möglichkeiten industrieller Produktion Eine Industrieproduktion im eigentlichen Sinne, d. h. eine mit modernen Maschinen für den Markt arbeitende Produktion ist in jedem Lande und namentlich in einem jungen Kolonialland, das sich noch im Aufbau befindet, an ganz bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Ein Handwerk, das im wesentlichen ohne Maschinenverwendung und nur auf Bestellung gewisse Arbeiten für den begrenzten Kreis der Nachbarn ausführt, entwickelt sich überall. Die Zunahme der Bevölkerung, die Hebung ihres Wohlstandes und die Modernisierung der Wirtschaft kann wohl zu einer Ausdehnung des Handwerks und zum Entstehen neuer Handwerkzweige führen, wie etwa Auto-, Radio- und Kühlschrankreparatur und Maschinenmontage; ein ziemlich umfangreiches, wenn auch primitives jüdisches Handwerk gab es in Palästina schon lange vor dem eigentlichen Aufbau einer neuzeitlichen Wirtschaft. Eine Industrie dagegen konnte sich in grösserem Umfang erst entwickeln, als' eine Reihe weiterer wichtiger Voraussetzungen erfüllt waren. Arbeitskräfte, Kapital und Initiative strömten aus aller Welt ins Land, Kapital freilich zum grossen Teil in Form von Maschinen und Materialien — so durch den Warentransfer —, aber zum allzu kleinen Teil in Form wirklich flüssigen Betriebskapitals. Ein Markt entwickelte sich mit steigender Bevölkerung und steigendem Lebensstandard. Alle diese Voraussetzungen sind in der modernen Wirtschaft wichtiger für das Entstehen einer Industrie als die Rohstoffbasis, zum mindesten für das Entstehen gewisser „leichter Industrien", für die Maschinen und Rohstoffe aus anderen Ländern bezogen werden können. Der Bedarf gliedert sich in zwei Gruppen: den allgemeinen Konsumbedarf wie Lebensmittel und Bekleidung, sowie den s p e z i e 11 e n A u fbau bedarf, besonders die Hilfs- und Einrichtungsindustrien für die zeitweilig so lebhafte Bau- und Pflanzungstätigkeit. Und nach der alten Erfahrung, dass die Industrie die Industrie nährt, entstanden mit der Zunahme von Industrie und Verkehr auch Hilfsindustrien, die Geräte nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für Fabriken und namentlich auch für den Transport — Autokarosserien. Hafenleichter usw. — herstellten. Auch Rohstoffe sind in gewissem Umfang vorhanden: die Brom- und Kalilager des Toten Meeres und nicht zuletzt die Erzeugnisse der Landwirtschaft, namentlich des Zitrusanbaus, die von einer umfangreichen Konservenindustrie verarbeitet werden. Im allgemeinen aber muss man feststellen, dass zu den fehlenden Voraussetzungen einer industriellen Entwicklung in Palästina in erster Linie der Mangel reichhaltiger Rohstoffgrundlagen gehört. Auch ist kaum eine Möglichkeit-zur Entwicklung derjenigen Industrien, die besonders viel Erfahrung, viel Kapital und einen sehr grossen Inlandsmarkt beanspruchen wie etwa der Maschinenbau. Und schliesslich fehlt die Förderung, welche in allen Ländern einer jungen Industrie durch die staatliche Wirtschaftspolitik zuteil wird. Gewiss sind einige Schutzzölle auf industrielle Produkte und einige Zollerleichterungen für den Import industrieller Rohstoffe nach langen Verhandlungen eingeführt worden. Jewish Agency und Keren Hajessod haben ein Aussenhandelsinstitut, eine Beratungsstelle und besondere Kreditaktionen für Industrie und Handwerk ins Leben gerufen. Im allgemeinen aber ist die Industrie, sobald ein Nachbarland oder ein fernes Land zu Dumpingpreisen auf dem hiesigen Markte erscheint, kaum geschützt, und die Aufklärungsarbeit des Igud Lemaan Tozereth Haarez, die sehr energisch und nützlich, aber in ihren Methoden nicht immer sehr glücklich ist, bietet keinen Ersatz für die unzureichende staatliche Zollpolitik. Denn die Zollpolitik der Regierung ist zum guten Teil fiskalisch, aber nicht produktionspolitisch orientiert, und erst jetzt wieder sind zum Ausgleich des Budgetdefizits zwei Zollerhöhungen beschlossen worden, die den Rohstöffbezug zweier wichtiger Industriegruppen empfindlich verteuern: der erhöhte Tabakzoll trifft die umfangreiche Zigarettenindustrie, der erhöhte Zuckerzoll die Schokoladen- und Fruchtkonservenindustrie, die zu den grössten palästinensischen Industriezweigen gehören. Die Unbeweglichkeit der palästinensischen Handelspolitik erschwert es auch, dem Industrieexport angemessene Bedingungen in anderen Ländern zu erkämpfen. Trotzdem hat sich in den beiden letzten Jahren gerade der Industrie -Export ausserordentlich "günstig entwickelt. Die. Entwicklung der einzelnen Industriezweige Die geschilderten Triebkräfte und Hemmungen finden ihren Niederschlag in der Entwicklung der einzelnen Industriezweige. Verglichen mit dem letzten amtlichen Zensus von 1933 — inzwischen wurden nur Schätzungen veröffentlicht — ergibt der letzte Zensus, wiedergegeben in der nebenstehenden Tabelle. Anfang 1938 war infolge von Arbeiterentlassungen in einigen Industriezweigen sowie des Abschlusses der Montagearbeiten an der neuen Reading-Krafistation die Zahl der Beschäftigten etwa um 10% geringer als am Stichtag "der Zählung; auch die Produktion dürfte entsprechend gesunken sein. Im allgemeinen aber sind die vereinzelten Konjunkturrückgänge, die namentlich die Möbel- und Bautiscbleref sowie die Herstellung von Baustoffen betroffen haben, durch die fortschreitende Entwicklung anderer Industriezweige mehr als wettgemacht. In der Holzverarbeitung z. B. ist zwar der Anteil der Tischlerei für "Bau- und Einrichtungszwecke zurückgegangen, dafür aber werden heute viel Kapital und Produktion in Millionen LP Industriezweig Besch 1933 iltigte 1937 Invest. 1933 Kapital 1937 Jahr produ 1933 esktion 1937 Lebensmittel.. 2 634 3950 0.89 1.65 1,05 2,30 1182 1580 0,23 0,48 . 0,26 0,38 Bekleidung.... 2 282 3470 0,22 0,28 0,37 0.55 Metall......... Maschinen____ 2 934 12 760 \1470 0,34 /' 0,71 l 0.25 0,67 0.79 V.030 Holzverarbeitg. 2 462 3 030 0.20 0.48 0,54 0.81 Leder......... ] 311 1840 0.10 0.20 026 0.42 Druck. Papier. 1 466 2 830 0.22 0.58 0,25 0.60 Chemische.... ] 122 2 050 0.84 1,60 0,47 0,89 Etein, Zement . 2703 3 280 0.82 1,32 1,08 1.07 Vlektrizität.... 545 1 900 1,52 3.82 0,26 0.73 Serschiedene.. .954 1880 0.08 0.25 0,14 0,28 Insgesamt .... 19 595 30040 5.37 11,64 5,35 9.10 mehr Zitruskisten im Lande hergestellt. In der Chemie- und der Textilindustrie dürfte die Produktion infolge der Ausfuhrsteigerung der Baumwollspinnerei und -Weberei sowie der Palestine Potash Co. heute schon grösser sein als der Zensus, der Mitte 1937 abgeschlossen wurde. Allgemein besteht, über die Konjunkturschwankungen und den Abgang durch vereinzelte Stillegungen hinaus, eine ständige Tendenz zur Steigerung, da immer neue Werke gegründet werden und bestehende, aber noch junge Unternehmungen allmählich in Gang kommen. Das seltsame Verhältnis, dass die Jahresproduktion, selbst wenn man die Kraftwerke mit ihrem hohen Anlagekapital und ihrem relativ geringen Umsatz ausschaltet, nur ebenso gross ist wie das investierte Kapital, erklärt sich zum guten Teil ebenfalls daraus, dass junge, schon eingerichtete, aber noch nicht voll arbeitende Betriebe in den Zensus aufgenommen wurden. Kapitalgesellschaft, Genossenschaft und Mittelstand Rund drei Viertel aller Betriebe, die der Zensus erfasst hat, entfallen auf das Ha adwerk, also auf Werkstätten mit-weniger als fünf Beschäftigten, weniger als 1000 Pfund Jahresumsatz und investiertem Kapital und, in AUSWANDERUNG^ » MÖBEL Spez. Umarbeitungen praktisch, elegant und preiswert MARTIN ADAM, Innenarchitekt, BERLIN W50 Ausstellung: Tauentzienstr.8 (Fahrst.) Ruf: 244915, im Arno d-Müller-Haus der Regel, ohne Maschinenverwendung. Aber diese Handwerksbetriebe, deren Zahl sich seit dem letzten Zensus von 2418 auf 4050 vermehrt hat, beschäftigen nur ein Viertel der in Industrie und Handwerk tätigen Menschen, und ihr Anteil an der Gesamtproduktion beträgt nur knapp ein Siebentel. Bei der eigentlichen, maschinell arbeitenden Industrie hat sich die Zahl der Betriebe in den letzten fünf Jahren von 970 auf 1552. die Produktion von 4,6 auf 7,3. das investierte Kapital — ohne die Kraftwerke der Rutiienbers?-Gesell-