Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 30 (28.7.1938)
- Date
- 1938-07-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 2 C-V.-Zeifung Nr,30*28Juli|938 das Entstehen eines Nationalitätenproblems zu verhindern. Wenn man trotz'der Bedenken des Berichts zu einer Masseasiedlung schreiten wolle, Die gepflegte Küche im Westen nur 3 Minuten von der Tauenrzienstr. Ernst Herschthal Privat -Mittagu. Abendfisch Marburaer Strasse 9, an der Augsburger Strasse Telefon 24 87 51 u. 24 65 44 Tageszeitungen Geöffnet tägl. U-20 Uhr Gedecke RM -,80 bis 1,50 Sonn- und Feiertag 11-16 Uhr so könne man nur in diesem Zusammenhang die Frage der jüdischen Wanderung und des konstruktiven Beitrags Grossbritanniens zu den drängendste Problemen erörtern. Da er hierbei sichtlich au! Australien anspielte, wies der folgende Redner Viscount Stonehaven.darauf hin, dass alle Massensiedlungsprojekte Austra-' liens in den Jahren 1923 bis 1930 zu Misserfolgen geführt, hätten. Man spreche immer von den grossen „leeren Räumen" des fünften Erdteils und verschweige dabei, dass sie geologisch und klimatisch oft nicht einmal Lebensmöglichkeiten für IMEB Maschinenfabrik Erich Gimpe! JULI: äüfzäge - li:Heizusgen I BERLIN SW — Sarn.-Nr. 66 23 75/6 Tiere böten. Nur in einem Drittel des Landes seien die Lebensbedingungen für Europäer erträglich. Dort aber gelte es vor allem, die Industrie des Landes auszubauen. Wenn dies geschehe, würde sich Australien auch für gelernte Arbeiter und deren Angehörige öffnen. Diesen Ausführungen traten Lord Barnby. und der Regierungsvertreter, der ünterstaatssekretär im Dominion-Ministerium, Duke of Devonshire, mit sehr unterschiedlichen Argumenten entgegen. B a r n b y wies darauf hin, dass der jährliche Bevölkerungszuwachs von 900 000 Menschen den Vereinigten Staaten vor dem Kriege ein ständiges Wachsen des Nationalrei'chtums gebracht habe. Man müsste - sich klar darüber sein und diese Erkenntnis vor allem auch der Arbeiterschaft vor Augen führen, dass nicht jeder Einwanderer nur ein Konkurrent, sondern vor allem ein Konsument sei. Man gehe in Australien, Neu-Seeland und in gewissem Masse auch in Kanada von falschen Voraussetzungen aus, wenn man glaube, durch die Beschränkung der Einwanderung die Arbeitslosigkeit vermindern zu können. Der Duke of Devonshire stützte sich auf bev ö 1 k e rungspolitische Argumente. Er stellte das Problem in seiner nackten Wahrheit dar. Es sei lebenswichtig, so sagte er, den Raum des Empire zu bevölkern. Wenn man das nicht mit Menschen britischer Abstammung könne, dann eben mit solchen, die assimilierbar seien und Verständnis für die Ideale Englands hätten. Seine Forderungen waren durch Zahlenmaterial wohlfundiert: Von den 70 Millionen Weissen des britischen Weitreiches leben, ®Ä!tmam & Gerson iSSS -Berlin-Weissensee, Lothringenstr. 23 56 31 54. so führte er aus, 49 Millionen in Grossbritannien. Während die Bevölkerungskurve vor dem Kriege aufsteigend war, ist sie seit-einigen Jahren^ stationär und droht in aller Kürze erheblich zu sinken. Im Jahre 1913 sind noch 2S5 000 Briten in die Dominien gegangen und nur 61 000 zurückgewandert. Für das Jahr 1937 lauten die entsprechenden Zahlen 26 000 und 34 000, so dass dem Wanderungsüberschuss von 224 000 im Jahre 1913 eine Wanderungsunterbiianz von 8000 im Jahre 1937 gegenübersteht. Es steht fest, dass das Weltreich eine viel grössere-Bevölkerung als augenblicklich ernähren kann und ernähren muss, um die Bevölkerungskurve stabil zu erhalten. Dazu ist es notwendig, dass 19,5 Geburten auf 1000 Personen entfallen. 1876 war diese Zahl mit * 36 °/'oo weit überschritten, 1937 mit 15 °/oo stark unterschritten.- Aehnlich sind die Ziffern in den Dominien. In Australien 1911 rund 27 °/oo Geburten, heute nur 17,1 °/oo, in Neu-Seeland zur Zeit 16,6 °/oo. Nur in Südafrika ist die Richtzahl mit 24t7oo überschritten. Auch der Weg der Infiltration könne bei systematischer An- Berlfn W, ^KSeiststr. 12 wendung zu einer grösseren segensreichen Wanderungsbewegung führen. Gastfreundschaft Einem Teilproblem galt eine Debatte im Unterhaus. Der Abgeordnete Ben Riley hatte gefragt, ob Anweisungen ergangen seien, dass den in britischen "Häfen ankommenden Einwanderern auf' jeden Fall Aufenthaltserlaubnis zu. erteilen sei. Die Beantwortung erfolgte durch Sir Samuel Hoare, dem der Abgeordnete für seine grosszügige Antwort, dankte und daran die Hoffnung knüpfte, daes die Grundsätze der Gastfreundschaft nicht verleugnet werden würden. Im einzelnen führte der Innenminister etwa folgendes aus: Er lege grossen Wert darauf, die Gastfreundschaft soweit wie nur irgend möglich, aber unter Berücksichtigung der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes auszudehnen. Eine unterschiedslose Behandlung der Einlasssuchenden sei 'nicht möglich. Jeder Fall müsse individuell geprüft werden. Dies geschehe am besten von dem Heimatland des Auswanderers her, damit werde das Risiko der Zurückweisung vermindert. Die Einwanderung ins Land müsse legal geschehen, da sonst jede Kontrolle verloren ginge, und die Folgen für das Land und die, welche Einlass suchten, in gleicher Weise unerfreulich wären. Diese Haltung der Regierung finde auch das vollste Verständnis der Flüchtlingsorganisationen. . In Zusammenarbeit mit ihnen versuche man, jeden Fall so wohlwollend wie möglich zu behandeln. Soweit die offiziellen Verlautbarungen. Mehr oder weniger privaten Charakter tragen „demgegenüber ein Empfang, der im Hause der Baroness Ravensdale stattfand, eine Sitzung der Vereinigung wissenschaftlicher Arbeiter und Pressekommentare, die an einen Bericht geknüpft werden, den Sir John Hope Simpson im Auftrag des Königlichen Instituts für internationale Angelegenheiten erstattet hat und der demnächst veröffentlicht werden soll. Beim Empfang der Baroness Ravensdale führte der Abgeordnete Nicholson, dessen amüsante politische Romane auch in Deutschland bekannt wurden, den Vorsitz. In seiner Begrüssung sagte er, es gäbe allzuviel Menschen, die die Probleme gerne von sich wiesen und die meinten, ihre Lösung sei zu schwierig und sie würden ja an anderer Stelle gut bearbeitet. Der Zweck dieser Zusammenkunft sei es, darzutun, dass beide Annahmen falsch seien. Jeder müsse sich aktiv an dieser Arbeit beteiligen. Nach ihm sprach Mrs. Ormerod, die Sekretärin des Coordinating-Comitee, die auf die Schwierigkeiten der Finanzierung aller Wanderungsprojekte hinwies, die nur durch eine wohl abgewogene Vereinigung von materieller Hilfe und grosszügiger Gastfreundschaft zu lösen seien. Das Hauptreferat hielt Brigadegeneral Sir Wydhem D%Vd es. Seine Ausführungen deckten sich im wesentlichen mit denen des Duke of Devonshire, "die wir oben wiedergegeben haben. Wenn man ihn frage, was geschehe, um zu verhindern, dass die Einwanderer den Eingesessenen die Arbeitsplätze wegnähmen, so erwidere er daraui^-die 2ahl.der Menschen, die ins Land kommt oder.- ins Land will, ist ausserordentlich klein, die Zahl der Gesamtbevölkerung aber riesengross. Wenn England nicht im Bewusstsein seiner Verantwortung die Tore öffne, könne es schwerlich erwarten, dass andere Länder dies täten. Auf einer Tagung der „Vereinigung wissenschaftlicher Arbeiter" setzte sich die Geschäftsführerin, Mrs. I. H. Fremlin, für die Zulassung ausländischer Wissenschaftler unter bestimmten Voraussetzungen ein. Man müsse durch eine Umfrage im Land die Vakanzen fest- . stellen und die Arbeitsplätze danach vergeben. Sollte diese-Erhebung, wie sie erwarte, günstig ausfallen, so werde man jeden Widerstand gegenüber Einwanderern dieser Kategorie fallen lassen, zumal man wisse, dass aus ihren Reihen' viele Menschen mit hervorragenden wissenschaftlichen Fähigkeiten hervorgegangen seien. Dem Gutachten Sir John Hope Simpsons, der, wie man erfährt, sich für eine grosszügige Handhabung' der Einwanderungsgesetze verwenden will, wird man wegen der Person des Autors mit besonderer Spannung entgegensehen dürfen. Sir . Simpson hat durch seine praktische Mitarbeit in der griechischen, bulgarischen und türkischen Flüchtlingsarbeit der Nachkriegszeit reiche Erfahrungen gesammelt. Sein Bericht über die Siedlungsmöglichkeiten in Palästina., der im Jahre 1930 als Ergänzung des sogenannten Shaw-Berichts erstattet worden war, hatte damals zu einer drückenden Beschränkung der Einwanderung geführt; Die gleichen Töne dringen, wie aus den im folgenden wiedergegebenen Berichten unserer Korrespondenten zu ersehen ist, aus Uebersee zu uns. Diese Uebereinstimmung der Ansichten zeigt einen der wesentlichen Erfolge der Diskussionen des Juli am Genfer See. Am 3. August und in. den anschliessenden Wochen wird es sich zeigen, ob die Absiebten der Länder, die eine Auswanderung wünschen, die Hilfsbereitschaft jener Staaten, die den Strom der Wanderer aufnehmen wollen und die Hoffnungen jener, die nur Objekte dieser Entwicklung sind, aufeinander abgestimmt werden können. Or. Stimumem mms Uehersee M. Santiago-Chile, 15. Juli. Am 13. Juli 1938 kam im chilenischen Senat' die Einwanderung von Juden nach Chile zur Sprache. Der Abgeordnete der konservativen Partei, Erräzuriz, wandte sich gegen den weiteren Zuzug von Juden aus Europa. Er verwahrte ' sich dagegen, als Antisemit zu gelten, glaubte aber, dass eine Vergrösserung des jüdischen Elementes das bestehende gute Verhältnis zwischen den in Chile lebenden Juden und der übrigen Einwohnerschaft trüben könne. Was Chile brauche, seien Landwirte. Die Juden seien ihrer sozialen Struktur nach aber vorwiegend Kaufleute, die sich in den Städten niederliessen. Er glaube auch, dass sich wegen der unterschiedlichen Religion die Aufsaugung nur schwer vollziehen würde. Er verlange von der Regierung unbedingte Einhaltung der bewilligten Einwanderungsquote von 50 jüdischen Familien aus Deutschland. In der sich anschliessenden Debatte wandten sich Rednerverschiedener Parteien gegen diese Forderung. Es war vor allem der hochangesehene konservative Abgeordnete Gumucio,.der sich für eine unbeschränkte Einwanderung einsetzte. Unter Berufung auf die Traditionen der Republik verlangte er, die Tore weit zu öffnen und verwies auf die in der Verfassung verankerten Grundsätze, nach denen ■ weder aus Gründen der Rasse noch der Religion die Einwanderung beschränkt werden dürfte. Die aus Europa kommenden Juden seien für die chilenische Wirtschaft von grosser Bedeutung. Die massgebenden Zeitungen beschäftigten sich am Tage nach der Debatte in Leitartikeln mit der Einwanderungsfrage. Sie ■ sind sich ohne Ausnahme darüber einig, dass Chile mit der früher geübten freien Einwanderung wohlgefabren ist. Sie verweist auf den grossen Aufschwung, den die Volkswirtschaft Brasiliens und Argentiniens genommen hat. Diese Staaten hatten eine weit höhere Einwanderung zu verzeichnen als Chile. Man müsse diesem Beispiel folgen. Der konservative „Mercurio" schliesst seinen Artikel so: „Chile kann und darf nach 128 Jahren der Freiheit, Toleranz und Treue zum Grundsatz der offenen Tür seine traditionelle Politik nicht ändern." Es ist zu erwarten, dass die begonnene Aussprache im Senat fortgesetzt werden wird. Eine Stellungnahme der Regierung ist bis jetzt nicht bekannt geworden. Sie dürfte auch wegen der im Herbst stattfindenden Präsidentenwahlen zur Zeit zu keiner Aenderung der bestehenden-Einwanderurfgsbestimmungen bereit sein. K. J. R. Buenos Aires, 16. Juli. Ohne Bezugnahme auf die Konferenz von Evian, aber in unmittelbarem Zusammenhang mit ihr, veröffentlicht die argentinische Zeitung „L a P"r e n s.a" einen Aufsatz über Widersprüche und Richtungslosigkeit in Sachen der Einwanderung und der Agrarpolitik. In dem bedeutsamen Aufsatz wird darauf hingewiesen, dass man in Argentinien heute der Einwanderung;mit Bedenken verschiedenster Art gegenüberstehe.' Der Standpunkt der nationalen Regierung sei seit 1930 dahin zusammenzufassen, dass man zwar geeignetes Menschenmaterial für erwünscht halte, aber befürchte, keine Beschäftigungsmöglichkeiten bieten zu. können; bevorzugt seien Landwirte. Es gäbe keine offizielle Beschränkung der. Einwanderung, aber praktisch erwüchsen sie bei der Visierung der Pässe in den argentinischen Konsulaten. So könne man, fügt das Blatt kritisch hinzu, zwar eine Auslese treffen, aber man erreiche das Gegenteil von dem, was man wolle: die wertvolle Einwanderung würde ferngehalten, die unerwünschte aber dränge über die Grenzen mit den benachbarten Ländern in das Landesgebiet ein. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen wendet sich die Zeitung gegen d^e Bevorzugung der landwirtschaftlichen Einwanderung. Wenn die Regierung fürchte, Handwerker und ungelernte Arbeiter würden keine Beschäftigung finden, so müsste sie auch darum besorgt sein, der durch ihre Auswanderungspolitik geförderten Agrarproduktion Käufer zu schaffen. Es sei ein Irrtum, ausschliesslich in der landwirtschaftlichen Kolonisation die Ausweitung der argentinischen Wirtschaft zu erblicken. Das Land müsse Arbeiter der verschiedensten Gebiete haben, denn jeder neue Einwohner sei zwar Produzent in seinem Fach, aber Konsument auf allen anderen Gebieten. . Schwierig würde die Lage erst dann, wenn man ausschliesslich Menschen einer Berufsklasse, wie etwa Landwirte, ins Land ziehe, denn dann würde das.wirtschaftliche Gleichgewicht gestört. Deshalb müsse man in Argentinien zu der traditionellen Politik der Einwanderungsförderung zurückkehren und aus den bisherigen Erfahrungen lernen.. Die Bevölkerung des Territoriums zu fördern, und^ zwar ohne unbegründete Vorurteile und gegenstandslose Befürchtungen, sei die Aufgabe, eines wahren Nationalismus. Seitdem Lord W i n t e r t o n in Evian davon gesprochen hat, dass die britische Regierung die Möglichkeit beschränkter jüdischer Gruppensiedlung in Kenya ins Auge gefasst habe (vgl. C-V.¬ Zeitung Nr. 29 vom 21. Juli), wird diese Frage in der englischen Presse und in den daran interessierten Kreisen lebhaft diskutiert. Es verlautet, dass das Colonial Office seine Prüfungen noch nicht abgeschlossen habe, -und man erfährt, dass man auf r e i n landwirtschaftliche Siedlungen abzielt. Es wird darauf hingewiesen, dass es in der Kolonie bisher 17 000 Europäer gibt, von denen nur 2000 Landwirte, sind. Sofern eine jüdische Einwanderung sich daher dem landwirtschaftlichen Sektor zuwende, könne sie zuverlässig auf die Unterstützung der weissen Bevölkerung'., und...einen "/herzlichen Empfang rechnen. Die Auswahl der Einwanderer müsse allerdings sehr sorgfältig, erfolgen. Die Siedlung müsse' schrittweise vor sich gehen, und eine Gruppe müsse dieandere nach sich'ziehen. .Man müsse, sich, dabei vor Augen halten, dass ein Erfolg des Experiments beispielgebend für die britischen Dominions sein, dass jeder Fehlschlag hingegen unglückselige Folgen haben könne. Die gleiche^ Gefahr bestehe, -wenn ein Zuzug der Einwanderer in die Städte erfolge. Als günstigstes Siedlungsprojekt wird das der gemischten Landwirtschaft bezeichnet. ' Da im Lande bereits eine kleine jüdische Gemeinde existiert, könne " jeder Sied-' lungsplan bei seiner Verwirklichung mit Hilfe der. bereits ansässigen Juden durchgeführt werden.. SeJrald ©der Selilcksal Noch . immer, lässt die entscheidende Wendung auf sich warten, die der. Terrortätigkeit des - Landes ein Ende setzt. Die vergangene Woche bot mit-' ihrem' Wechsel von einzelnen Ueberfallen, grossangelegten Angriffen, Schiesse-; reien und Bombenanschlägen kein wesentlich anderes Bild, als die letzte Zeit überhaupt. Das Land ist offenbar zu aufgewühlt, die Leidenschaften auf beiden Seiten sind zu stark in Erregung geraten, als dass es aus sich selbst heraus Kräfte der Befriedung hervorbringen könnte. Auch . die hervor-.;' ragende und entsagungsvolle Disziplin, diedie offiziellen jüdischen Stellen weiter bewahren und auf alle Menschen ihrer. Ein-: flusssphäre zu übertragen versuchen, ver-. mag nicht mehr alle Gewalten eines ver-: ständlich'en, aber in seinen Folgen, unabsehbar unheilvollen Racheinstinktes zii. zügeln. Es ist fast zu schwer, Selbstbeherrschung'in einer Zeit als Ziel aufrechtzuer-. halten, in der alle Instinkte zur Selbstäus-; lösung durch die befreiende. Tat drängen.\ Immer und überall mag es ein unendlichgewagtes Unterfangen sein, in erregter-" Zeit die Handlungen einer grossen Masse durch vernünftige Erwägungen lenken zu wollen und nicht durch die unmittelbare . Asphaltierunsen 'SÄ? Pflasterungen, Bürgersteige. — Telephon: 924758. gefühlsmässige Aufwallung: Oanz beson- ders aber in einer Gemeinschaft, in der die Autorität in "Ermangelung staatlicher -Verankerung. ..fast ausschliesslich auf ffeiwiili-' ger üeb.ereinkunft beruht und in. .der die Forderung. dieser Autorität, Ruhe zu bewahren trotz schwerster Provokation,-eineungewöhnliche Fähigkeit voraussetzt, zu verstehen und zu verantworten, — ganz" besonders in einer solchen Gemeinselialt wäre es kein Wunde, wenn gegen alle Fqr.-; derungen der politischen Vernunft und der ' Menschlichkeit die zerstörerischen Kräfte' an Boden gewännen. Mit den Augen, die über das. Tatsäeh-. liehe hinaus aus der Chronik des "Tages / Proben der Bewährung oder des Versagensabzulesen sich bemühen, verfolgen wir,.den, Fortgang der Ereignisse in Palästina.. Mit diesen Augen werden wir feststellen müssen, dass sich in dem Bericht, den-.wirin der „Palästina-Umschau" der heutigen.- Nümmer veröffentlichen, die Züge" von- Schicksal und Schuld nur noch schwer entwirren lassen. E. R.-J. Das Bhitschutzgesetz im Ausland Nach einer Reichsgericht-sentsc-heidung 54 Rassensehan de, die im- Ausland begangen wird, auch bei folgendem Sachverhalt strafbar: Ein Jude bringt eine deutschblütige Staatsangehörige auf seine Kosten vorübergehend im Auslände unter, sucht sie dort auf und verkehrt mit ihr ausserehelich. Nach der Begründung des Grossen Senats für Strafsachen, verstösst auch dieser der Reinerhaltung des deutschen" --Blutes widerstreitende Verkehr unmittelbar gegen die von dem Gesetzgeber als notwendig .erkannten und deshalb von ihm besonders: geschützten Lebensvoraussetzungen des -deutschen.."'Volkes, die'zugleich die wichtigsten' Grundlagen seines staatlichen Aufbaus bilden.. Die schwere Verletzung lebenswichtiger öffentlicher Interessen von Volk, und Staat gebietet daher auch in solchem Fall die Strafverfolgung. Diese entspricht unter den bezeichneten Voraussetzungen auch dem Sinn und Zweck des Blutschutzgesetzes. '.'•■ Geschäftliches "' : (ausser Verantwortung der ■Redaktion) Der heutigen Auflage, liegt eine: Beilage der Landeshuter Leinen- und Gebildweberei F. V. Gr-üniefd. Berlin W, Leipziger Strasse 20/22, Kurfürstendamm 227 und Köln. Hohe Strasse 77/79, .bei. ■ _ Chefredakteur: Dr. Alfred H i r s c h b e r g. Stellvertretender Chefredakteur: Dr. Emst G. Löwent h a I. Verantwortlich für die Aufnahme von Bildern und für Sport: Dr. Ernst G. L ö.w e n t h a 1. für Feuilleton: Hans Oppeabeimer. : Sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter" Einsendungen ist Freiumschlag •beizufügen. Leiter der Anzeigen-Abteilung und verantworten :für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan, Berlin DA. II Vj -88 323'..PI. 6 Verlag: Jüdischer Central-Verein e. 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