Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 29 (21.7.1938)
- Date
- 1938-07-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 29 * 1. Beiblatt 21. Juli 1938 * Seife 3 Die Reiclisvertretiiiig über Evian Wie bereits bekanntgegeben worden ist, waren während der Auswanderungs-Konferenz Vertreter der jüdischen Wanderungsorganisationen in Deutschland unter Führung der Reichsvertretung mehrere Tage in Evian anwesend, nämlich das geschausführende Vorstandsmitglied der Reichsvertretung, Dr. Otto Hirsch, der Leiter ihrer Wanderungsabteilung, Dr. Paul Eppstein, das "Vorstandsmitglied des Hilfsvereins der Juden in Deutschland, Dr. Werner Rosenberg, und für das Palästina-Amt der Jewish Agency for Palestine das geschäftsführende Vorstandsmitglied des Keren Hajessod in Deutschland, Dr. Michael Traub. Die jüdische Öffentlichkeit in Deutschland hat einen Anspruch darauf, zu erfahren, wie die Delegation ihre Aufgabe auffasste und wie sie diese Aufgabe "erfüllte. Es kam darauf an, darzutun, in welchem Umfang bei den Juden in Deutschland neben der Auswanderungsbereitschaft die Fähig- Margarete Ackermann, Frankfurt a. M. ^C^*^ Haus- und Küchengeräte für Auswanderer u. Brautpaare Elektrische- und Petrolgeräte Sandweg 28 Tei.: 4239s. II-II keit zur Auswanderung und zur Einordnung in den Ländern der Einwanderung gegeben ist. Die Delegation der Reichsvertretimg hat 'die Grundlagen für einen Auswanderungsplan in einem mit statistischen Beilagen versehenen Memorandu m zusammengefasst (vgl. die folgenden Ausführungen. Die Red.), das der Konferenzleitung, einer Reihe von Regierungsdelegationen, sowie den grossen jüdischen Hilfsorganisationen des Auslands (Council for German Jewry, Ica Joint und Jewish Agency for Palestine) überreicht und dessen Inhalt in eingehenden mündlichen Darlegungen ergänzt wurde. Mit den Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinde Wien konnte zuvor festgestellt werden, dass man in der Beurteilung der Aufgabe vollständig übereinstimme und dass diese Uebereinstimmung auch bei den Besprechungen zum Ausdruck gebracht werden solle. Die Notwendigkeit der beschleunigten Durchführung aller einzelnen Massnab men wurden mit besonderem Nach druckbetont. Besonders förderlich waren die Unterredungen mit den Vertretern der nord- . amerikanischen, der britischen und der französischen Regierung, den Herren Myron Taylor, Lord Winterton und Senator Berenger, sowie mit den Regierüngsvertretern südamerikanischer Staaten. Dabei wurde die — inzwischen mit dem Sitz in London erfolgte — Gründung eines ständigen Ausschusses mit einem eigenen Büro in Aussicht gestellt, dessen Leiter mit den Regierungen der Ein- und Auswanderun gslän der in Verbindung zu treten haben würde, um die praktische Arbeit, die auf der Konferenz selbst nicht zu leisten war, zu sichern. Von Nordamerika wurde die Gewährleistung der vollständigen Ausnutzung der Einwanderungsquote von über 27 000 Menschen im Jahr in Aussicht gestellt. Weitere konkrete Einwanderungs-Möglichkeiten wurden mit den Regierungsvertretern von England, Frankreich und verschiedenen südamerikanischen Staaten erörtert. Von fast allen Seiten wurde darauf hingewiesen, wie wertvoll für Einwanderung und Einordnung landwirtschaftliche Berufstätigkeit sei, wobei das englische Kabinettsmitglied, Lord Wintertpn, die Leistungen der jüdischen Landwirte in Palästina warm anerkannte. Die gegenwärtigen Einschränkungen der Einwanderung nach Palästina seien auf die politische Lage zurückzuführen. Im Herbst, nach Vorliegen des Berichts der Teilungskommission, werde man sich über die Aufhebung dieser Einschränkungen schlüssig machen können. Jedenfalls halte England an der Balfour-Deklaration fest. Zur Erörterung von Massensiedlungsprojekten kam es nicht. Die Schwierigkeiten, die allgemein in der starken Arbeitslosigkeit in aller Welt und in dem Problem des Verhältnisses zwischen der Eingeborenen-Bevölkerung und der weissen Einwanderung in den Kolonien liegen, wurden nicht verhehlt. Es war aber nicht zu verkennen, dass die Aussichten, bald zu praktischen Ergebnissen zu kommen, im Laufe der Konferenz immer günstiger beurteilt wurden. Die Reichsvertretung und die Wanderungsorganisationen gewannen den Eindruck, dass sie mit dem bisherigen System der Förderung der Auswanderung und Auswanderungsvorbereitung auf dem richtigen Wege sind. Sie dürfen hoffen, dass die Tätigkeit des aus der Konferenz von Evian hervorgegangenen Ausschusses eine Intensivierung dieser Arbeit ermöglichen und zur Verstärkung und Beschleunigung des Auswandwungs-Prozesses führen wird. damit sie in der Lage sind, die Durchführung des. Transfers im Ausland abzuwarten. Die finanziellen Grundlagen für die Bereitstellung solcher Garantien lassen sich bei geeigneten Projekten sicher finden." Abschliessend wird gesagt, dass die im Memorandum niedergelegten "Gedankengänge nur Anregungen darstellen, die nach jeder Richtung ergänzt "und vertieft werden könnten und müssten. „In einer Zeit, in der die jüdische Ge-- MMas Memorandum Das in der vorstehenden Verlautbarung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland erwähnte Memorandum umfasst in seinem Hauptteil 17 Schreibmaschinenseiten und in seinen Anlagen weitere 15 Seiten. Es befasst sich zuerst mit der Bevölkerungsstatistik nach Zahl, Altersgliederung und Berufsstruktur. In ihrem zweiten Teil enthält es eine kurze Analyse des .Wanderungsproblems vom internationalen Standpunkt aus und gibt Anregungen für die Einwanderungsmöglichkeiten. Abschliessend werden die finanziellen Bedingungen im Hinblick auf die Kosten der Auswanderung, die Kosten der Einordnung ins neue Land und den Transfer erörtert. Einleitend heisst es: ..Die Juden in Deutschland sind entschlossen, alles aufzubieten, was in ihrer Kraft steht, ihre Organisationen und ihre finanzielle Leistungsfähigkeit in den Dienst der Durchführung eines grosszügigen Auswanderungsplanes zu stellen. Sie hoffen, dass alle an der Durchführung dieses Planes beteiligten und interessierten Regierungen dazu beitragen werden, jüdischen Auswanderern aus Deutschland neue Lebensmöglichkeiten zu erschliessen." Die Zahl der Glaubensjuden in Deutschland wird für den Augenblick mit 350 000 geschätzt. Hiervon entfallen 16 Prozent auf Menschen bis zu 19 Jahren, 30 Prozent auf die 20- bis 44jährigen, 11 Prozent auf die 45- bis 50jährigen und 43 Prozent auf die über 50jährigen. Die Zahlder in Oesterreich lebenden 'Glaubensjuden wird auf 200 000 geschätzt. In einer Tabelle wird gezeigt, dass"von Anfang 1933 bis Ende 1937 32 000 jüdische Menschen. (25 Prozent) nach Europa, 43 000 (33 Prozent) nach Palästina und 55 000 (42 Prozent) nach Uebersee gewandert seien. Für die Palästinawanderung wird eine spezielle Statistik beigefügt, ebenso für die Altersgliederung, die, w7ie es wörtlich heisst, „es erforderlich macht, in erster Linie und zunächst die Jüngeren besonders einordnungsfähigen Familienmitglieder zur Auswanderung zu bringen, die nach vollzogener wirtschaftlicher Einordnung im Einwanderaingsland eine Foto, Rolleiflex, Contax, Gelegenheitskäufe Wolff u. Leonhardt (gegr. 1906) srsdorf, Berliner Str. 129, Telef. 86 29 44 Nachwanderung ihrer Angehörigen veranlassen können." Ueber die Berufsstruktur wird in der Denkschrift und der ihr beigefügten Tabelle u. a. gesagt, dass von 14S00 beratenen Auswanderern 29 Prozent Kaufleute, IS Prozent Handwerker, 6 Prozent geistige Arbeiter (freie Berufe), 4 Prozent Arbeiter, 4 Prozent Hausangestellte und 3.6 Prozent Landwirte waren. Daraus wird gefolgert, dass eine Berufsum. . Dichtung und die Berufsausbildung der Jüngeren von besonderer Bedeutung für einen Erfolg der zukünftigen Arbeit sein muss. In einer Anlage werden auf sieben Seiten alle die Ausbildungsstätten genannt, die zur Zeit in Deutschland dieser Aufgabe dienen, und es wird mitgeteilt, dass sich am 31. Mai 1938 im Inland 4065 Personen und im Ausland etwa 750 Personen in der Berufsumschichtung befanden. Hierzu wird erläuternd gesagt: „Wird so das Hauptgewicht der Berufsausbildung auf die jüngeren Alterschichten gelegt, so befinden sich unter den Aelteren in entsprechender Zahl Angehörige und Fachleute aller anderen Berufe. In einer Zeit von fünf Generationen vermochten die Juden ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit als Industrielle und Kaufleute, als Ingenieure und Techniker, aber auch als Landwirte und Handwerker zu erweisen. Diese Leistungen, entwickelt in einer Zeit, in der die freie Entfaltung ihrer Kräfte möglich war, werden durch den Anteil der Juden aus Deutschland am Aufbau Palästinas bestätigt. Die grosse Zahl der landwirtschaftlichen Siedler und der jüdischen Arbeiter in den Städten vermag Wille und Fähigkeit der Juden auch zu schwerer körperlicher Arbeit zu erweisen." Auch, der Anteil an den Siedlungskolonien der ICA in Argentinien wird erwähnt. Die Notwendigkeit eines konstruktiven Aus- Wanderung s'planes wird u. a. wie folgt begründet: „Die geschichtliche Entwicklung in Deutschland hat für die Juden einen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ausgliederungsprozess zur Folge, der ihre Lebensmöglichkeit immer mehr einengt, so dass ihre wirtschaftliche Selbsterhaltung gefährdet ist. Zwar wird ein jährlich sich verringernder Teil der jüdischen Bevölkerung, der nach Alter und Beruf, nach gesundheitlichen Voraussetzungen, verwandtschaftlichen Beziehungen .oder finanziellen Verhältnissen nicht oder noch nicht auswanderungsfähig ist,: in Deutschland bleiben müssen. Darüber hinaus.aber ist in allen Schichten der Juden in Deutschland ein ausserordentlich starker Auswanderungswille vorhanden. Die Auswanderungsfähigkeit, die bisher in erster Linie von persönlichen Faktoren abhängig war, ist jedoch mehr und mehr und heute fast ausschliesslich eine Frage der vorhandenen oder zu erschliessenden Einwanderungsmöglichkeiten geworden. Wenn daher eine Menschengruppe von der Leistungswilligkeit und Leistungsfähigkeit der Juden in Deutschland nicht völlig dem Untergang preisgegeben werden soll, ist es unerlässlich, neue "Aufnahmemöglichkeiten für die jüdische Auswanderung zu schaffen und einen Plan aufzustellen, der innerhalb einer Frist von einigen Jahren die Einordnung der auswandeiungsfähigen Juden aus Deutschland in anderen Ländern der Welt ermöglicht." Es wird dann weiter ausgeführt, dass man in Deutschland alle Anstrengungen nach dieser Richtung gemacht habe. Das Problem, das auch durch die Vorgänge im osteuropäischen Raum belastet werde, habe ein internationales Ausmass erreicht und die Möglichkeiten der Juden in Deutschland seien da zu Ende, wo die Einwanderung in andere Lander gesperrt oder fast unmöglich sei. Es sei daher notwendig, eine Regelung r/u finden, die die Entstehung eines neuen Flüchtlingsproblems dadurch verhindere, dass eine zahlenmässige und zeitliche Verteilung der Auwanderer nach ihren persönlichen Fähigkeiten auf die einzelnen Länder erfolge. Eine solche Regelung müsse sich auf die Gestaltung der Einwanderungsbedingungen und auf die finanziellen Voraussetzungen der Einordnung der Aus- Avanderer erstrecken. Beständigkeit der Einwanderungsgesetzgebung, einheitliche Handhahung der Einwanderungsbestimmungen, Ei leichterung" der Formalitäten, Ersetzung des sogenannten Landungsdepots durch Vorzeigegefd. besondere Berechnung des Vorzeigegelaes für Familien. Erleichterung der Anforderung und der Einwanderung mit Arbeitsvertrag seien solche Voraussetzungen. Die Fragen der Kolonisation, der Einwanderung von Kindern und Jugendlichen mit ihrer besonders leichten Einfühlungsmöglichkeit, die Nachwanderung der Familienangehörigen und endlich die Lenkung der Auswanderung seien weitere beachtenswerte Gesichtspunkte. ..Wenn die an einer planmässigen und geregelten Einwanderung interessierten Länder im Rahmen ihrer Gesetze die Einwanderung in einem Umfange zulassen, der im Einklang mit ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten und staatspolitischen Notwendigkeiten steht, darf man die begründete Hoffnung haben, dass eine Lösung des für die Juden m Deutschland lebenswichtigen Problems gefunden wird/' Ueber die finanziellen Voraussetzungen wird gesagt, dass die Kosten sich zum Teil in Reichsmark (für die Auswanderung) decken lassen, dass aber ein wesentlicher Teil (für die Einwanderung) in fremder Währung aufgebracht werden müsse. Die ersten Kosten könnten nach den bisherigen Erfahrungen wohl auch in Zukunft zu einem erheblichen "Teil von den Auswanderern selbst und von den in Deutschland tätigen Organisationen aufgebracht werden. ..Der im Wege der Selbsthilfe der Juden in Deutschland unter höchster Anspannung ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit doch nicht zu deckende Betrag wird wie bisher mit Hilfe von Beiträgen aufgebracht werden müssen, die die interterritorialen jüdischen Hilfsorganisationen zur Finanzierung der Auswanderung zur Verfügung stellen'', heisst es wörtlich. Im Hinblick auf die Einordnungskosten wird das Problem des Transfers erörtert. ..Nach den bisherigen Erfahrungen und angesichts der Schwierigkeiten, die der Lösung dieser Frage entgegenstehen, wird Briefmarken - Fritz Lewin Berlin W 35, Lützowstrasse 91 A. eine Erweiterung der Transfermöglichkeit nur dann erreichbar sein, wenn davon ausgegangen werden kann, dass die Juden in Deutschland für die Zwecke der Auswanderung über ihre Eigenmittel auch weiterhin verfügen können, und Avenn es gelingt, eine Lösung des Problems unter Mitwirkung der Einwanderungsländer zu finden, die den wirtschaftlichen Interessen Deutschlands Rechnung trägt." Es wird empfohlen, alle zum Transfer zur Verfügung stehenden Beträge in straffer Form zusammenzufassen. „Eine solche Zusammenfassung kann insbesondere durch G rüudung einer Emigrationsbank erfolgen, welche die zum Transfer zur Verfügung stehenden Auswanderergelder als Einlagen aufnehmen und nach einheitlichen Gesichtspunkten verwalten soll. Natürlich hat eine solche Gründung nur dann einen Sinn, wenn ihr ausreichende Transfermöglichkeiten eröffnet werden. Hierzu bedarf es der Zustimmung der deutschen Regierung sowie der Mitwirkung der interessierten Länder. Diese müsste in der Schaffung neuer Wege der Zwischenfinanzierung der zu erwartenden Transferergebnisse bestehen. Es kommt fast immer darauf an, für die Auswanderer, welche ihr Vermögen in ein Transferprojekt einsetzen, Devisengarantien wenigstens für einen Bruchteil der eingesetzten Reichsmarkheträge zu schaffen, Smtuet'StMü$~lf^m^ mit weit herabgesetzten Preisen Strümpfe Handschuhe Wäsche Badeanzüge - Oberhemden Strumpfhaus Metzger NW 7, Friedrichstr. 91 - Chlbg., Wilmersdorfer Str. 60 Beginn: Montag:, den 25. Juli 193S meinschaft in Deutschland ein Viertel ihrer Mitglieder aus öffentlichen Mitteln erhalten muss. in der Tausende sich dem Schicksal der Dauerarbeitslosigkeit ausgesetzt sehen, in der Zehntausende gesunder und arbeitsfreudiger Menschen, die ihren Lebensraum verloren haben, die Möglichkeit des Einsatzes ihrer Kräfte zum Wohle der Gemeinschaft suchen und mit der Auswanderung den Glauben an den Aufbau eines neuen Lebens verbinden, sind wir erfüllt von der Hoffnung, dass die Konferenz in Evian ihr hohes Ziel erreichen werde, dass sie Menschen, denen ihr geschichtliches Schicksal die Auswanderung als Aufgabe gestellt hat, die Möglichkeit neuer Lebensentfaltung schaffen werde." Nachklänge In einem Leitartikel wurden in der „T i m es" vom 16. Juli die „Ergebnisse von Evian'" gewürdigt. Es heisst dort, dass eine bewundernswerte Arbeit verrichtet worden sei. Chaotisches Material sei methodisch gesichtet und eine Organisation sei erdacht worden, die eine ungeordnete Auswanderung in geordnete Bahnen leiten solle. Niemand habe erwarten können, dass eine einzige Zusammenkunft alle Hoffnungen der Betroffenen erfüllen könne. Aber das Wort: „Die Welt zerfällt in Länder, in denen Juden nicht leben können, und in solche, in die sie nicht gehen dürfen", werde sich nicht als richtig erweisen. Inoffiziell sei berechnet worden, dass unter Einhaltung der Einwanderungsgesetze die 32 auf der Konferenz vertretenen Länder 200 000 Menschen in absehbarer Zeit aufnehmen könnten. Wenn die Verhandlungen ausserhalb des Völkerbundes geführt worden seien, so sei das hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass sowohl die Vereinigten Staaten wie Deutschland dem Völkerbund nicht angehörten. Die Mitwirkung so bewährter Männer wie Sir Neill Malcolms und Hanssons seien auch für die Zukunft gesichert. Die Probleme der Massenwanderung seien gegengegenüber der Einzelwanderune: in den Hintergrund getreten. Auch England würde seinen Beitrag leisten. In diesem Zusammenhang sei Lord Wintertons Hinweis auf Kenya zu beachten. Es wird angekündigt, dass der amerikanische Einwanderungssachverständige. Mr. Brant eine Rundreise durch Europa antreten wrerde. Er werde mit allen Staaten in Fühlung treten, die an diesem Problem beteiligt seien. Wenn zur- Zeit einer wirtschaftlichen Erholung gewisse-" Länder bereit seien, Einwanderer aus Deutschland aufzunehmen, so bedeutet das nicht, dass sie geneigt seien, den Bevölkerungsüberschuss jedes europäischen Landes einzulassen. Das Problem könne nur durch eine Mischung von Menschlichkeit und kalter Berechnung gelöst werden. Beid-e seien in einem ausgezeichneten Verhältnis in Evian aufeinander abgestimmt worden. „E v e n i n g Standard" veröffentlicht am 15. Juli aus der Feder von Sir John Hope S i m p s o n einen Appell an England, seine Tore zu öffnen. Die einzige Lösung sei die organisierte Wanderung. Gewisse Länder, zu denen Grossbritannien und Frankreich zählten, hätten ein Absinken ihrer Bevölkerungsziffern aufzuweisen. Gerade ihnen müssten die Einwanderer wällkommen sein. Die Erfahrung zeige, dass Grossmut gegenüber den Einwanderern den auf- Juweli er ¥/ Lipowetzki Ank. G.Nr. 11/48 541 Berlin W 8, iedrichstrasse 193a, Ecke leipziger Strasse ^* nehmenden Ländern nicht nur moralische, : sondern auch . wirtschaftliche Vorteile gebracht hätten. England müsse ein würdiges ^Beispiel "geben, damit seine Dominions und andere 'Staaten ihm folgten. Seit 1933 habe man 187 Aerzte fremder Nationalitäten zugelassen. Was besage das gegenüber 50 000 bis 60 000 Aerzten im ganzen Lande? In den letzten acht Jahren habe man 199 nichtbritischen Zahnärzten Hgmu E^anbfnrt am Main '. Wir räumen ab 25. Juli mit aussergewöhn/ichem Preisnachlass im SOMMER-SCHLUSS-VERKAUF Denn wir wof/en unsere grossen Lagerbestände in Herren' und Knahenkleidung weitgehend reduzieren empfiehlt allen Auswanderern diese einmalige Gefegenheh zum vortei I h aften Ein kaui Hiadcnburgplatz 12, gegenüber dem Hauptbwh'üliof ■