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Central-Verein-Zeitung · 1938-07-14 · 28 (14.7.1938) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
28 (14.7.1938)
Date
1938-07-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 28 * 1, Beiblatt IMüiiiini 14. Juli 1938 Seife 3 Hie Aussprache Senator B er eng er eröffnet die Konferenz der 31 Staaten, in Gegenwart des Generalsekretärs des Völkerbundes, Avenöl, des Direktors des Internationalen Arbeitsamtes. Butler, des Hochkommissars für die deutschen Flüchtlinge, Sir Neill Malcohn, und den Vertretern der Weltpresse sowie der Repräsentanten der privaten Hilfsorganisationen. Im Namen der ganzen Welt dankt er dem Präsidenten Roosevelt für seine edelmütige Initiative und besonders für jene Intervention, der die Konferenz von Evian ihre Einberufung verdankt. Der französische Senator schliesst mit dem herzlichen Wunsche. „dass die Tagung zu gewissen Ergebnissen fuhren möge". Unter allgemeiner Bewegung ergreift nunmehr der Sonderbotschafter des Präsidenten Roosevelt, Myron C. Taylor, das Wort zu einer richtunggebenden Ansprache^ in der er unter anderem folgendes ausführt: Diese Konferenz tritt in einer Zeit zusammen, in der es einige Millionen Menschen gibt^die real oder potentiell ohne Heimat sind. Die Zahl der Heimatlosen wächst täglich. Dazu kommt, dass diese Konferenz in einer Zeit zusammentritt, in der in .vielen Ländern drückende Arbeitslosigkeit herrscht und eine Schrumpfung der Existenzgrundlagen festzustellen ist. Eine neue Völkerwanderung ist.ausgeb r o c h e n , und es ist höchste Zeit." dass die Regierungen ein wirksames und weitreichendes Programm zur Lösung dieses Problems entwerfen. Im Hinblick auf die quälende Dringlichkeit dieser Frage ergriff Präsident Roosevelt die Initiative zur Einberufung dieser Konferenz. Die von mehr als 30 Regierungen gegebene Antwort auf die Einladung war grossmütig und ermutigend, das Entgegenkommen der französischen Regierung, uns Gastfreundschaft zu bieten und den technischen Rahmen der Konferenz zu arrangieren, erfordert unsere tiefste Dankbarkeit und Anerkennung. Wir haben uns mit einer Wanderungsform zu befassen., die aussergewöhnliche Schwierigkeiten aufzeigt. Die früheren Wanderungsbewegungen waren Wanderungen von Stämmen, die kriegerisch West- und "Südeuropa überfluteten, .wo ein kulturell hoher Lebensstandard herrschte. Dann kamen Kolonisationsbewegungen, Wanderungen organisierter Gruppen, die für~gewöhnlich unter einer direkten politischen Leitung standen und Regierungszwecken dienten. Dann kamen die Wanderungen des 19. und 20. Jahrhunderts, Wanderungen in grossem Ausmasse von Familien und Individuen, die ihre Ursprungsländer, in denen rückständige wirtschaftliche Verhältnisse herrschten, verliessen, um sich in die bessere Wirtschaft der Einwanderungsländer einzugliedern. Heute jedoch haben wir es mit einer besonderen Wände rungsbewTegung zu tun; eine grosse Zahl von Emigranten verstreut sich über die Welt und dies ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Bedingungen der Länder, die diese Flüchtlinge aufnehmen. Die Frage der politischen Wanderung ist derart umfangreich und kompliziert, dass man auf dieser Konferenz der Regierungen nichts anderes wird.tun können, als eine spezielle Maschinerie in Gang zu setzen, wobei mit den schon bestehenden Organisationen, die bereits zur praktischen Verbesserung der Lage der Auswanderer beigetragen haben, zusammengearbeitet werden soll. Zwar ist es das Endziel, eine Organisation für alle Flüchtlinge zu schaffen, aus welchen Ländern sie auch kommen mögen, diese Konferenz aber ist lediglich dazu bestimmt, die Aufmerksamkeit auf das dringendste Flüchtlingsproblem zu lenken: das Problem der jüdischen Auswanderung aus Deutschland ucd Oesterreich! Infolgedessen wird das Aktionsfeld der Konferenz die Obsorge sowohl für Personen sein, die- Deutschland und Oesterreich zwar noch nicht verlassen haben, aber zu emigrieren wünschen, als auch die Obsorge für Personen die Deutschland bereits verlassen haben. Die amerikanische Regierung glaubt fest daran, dass eine internationale Organisation, deren Schaffung der Konferenz vorgeschlagen wird, neben die Völkerbundkommission und das Nansen-Arnt (vgl. C-V.¬ Zeitung Nr. 25 vom 23. Juni) zu treten haben, um diese wirksam zu ergänzen/ Diese drei Organisationen müssen gemeinsam bei der Lösung der Frage der politischen Auswanderung zusammenarbeiten. Als Beweis für die Absicht meiner Regierung nach dieser Richtung möchte ich vorschlagen, dass der Hochkommissar des Völkerbundes für die Deutschland-Flüchtlinge. S i r Neill Malcolm, eingeladen werde, an der interstaatlichen Konferenz teilzunehmen, um uns zu beraten. Zu meiner Freude habe ich die Anwesenheit des Leiters des Nansen-Amtes, Richter Michael Hansson, bemerkt, der uns gewiss mit seinen weitreichenden Kenntnissen und vielseitigen Erfahrungen zur Verfügung wird stehen wollen. Icii will hier nicht ausführlich bei den technischen Aspekten des Problems verweilen, ich möchte aber schon jetzt vorschlagen, dass die Delegierten sich gegenseitig in vertraulicher Weise alle Details über die Art und Eigenschaft der Immigranten mitteilen, die jede Regierung in Uebereinstimmung mit ihren Einwanderungsgesetzen, aufzunehmen bereit ist. Namentlich sollten die Delegierten die Lage auch jener Emigranten in Betracht ziehen, die ihre Heimatländer unter Umständen verlassen haben, die es ihnen unmöglich machen, die normalerweise verlangten Papiere vorzuzeigen. Weiter müss man die Frage der finanziellen Unterstützung, der Flüchtlinge prüfen. Es gilt, die Arbeit der Konferenz kontinuierlich fortzuführen, es soll darum eine regelmässig stattfindende Zusammenkunft von Diplomaten der auf der Konferenz vertretenen Länder in einer europäischen Hauptstadt organisiert werden. Wir wollen hoffen, dass die französische Regierung zustimmt, dass diese Zusammenkünfte in Paris stattfinden! Nachdem Taylor die Bildung eines ständigen Sekretariats vorgeschlagen hatte, schloss er seine Ansprache mit folgenden Worten: „Die Frage der politischen Auswanderung kann nicht weiter ein Problem bleiben, das der reinen Privatinitiative überlassen ist, es ist eine Frage geworden, die die zwischenstaatliche Intervention nötig macht." Anschliessend sprach der Erste Delegierte Englands, Lord Winterton. Die Aeusserungen des Repräsentanten des britischen Weltreiches machten einen niederdrückenden Eindruck besonders auf die Vertreter der privaten Organisationen und trugen viel zu der pessimistischen Stimmung bei, die in den ersten Tagen der Konferenz herrschte. Lord Winterton wies auf die traditionelle Gastfreundschaft seines Landes gegenüber allen Flüchtlingen hin, eine Gastfreundschaft, die England uie zu bedauern gehabt hätte, da die ins Land gekommenen Flüchtlinge oft zur Bereicherung und zum Wohlstand des britischen Volkes beigetragen hätten. England sei jedoch kein Einwanderungsland. Das Land sei hochindustrialisiert und habe schwer mit dem- Problem der Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Die gastfreundliche Politik des Vereinigten Königreiches könne sich daher Briefmarken - Fritz Lewin Berün W 35, Lützowsrrasse 91 A. nur in engen Grenzen halten. Nichtdestoweniger habe die englische Regierung ihr Möglichstes getan, um das Los der Auswanderer aus Deutschland zu erleichtern. Sie habe die Flüchtlingskonventionen von 1936 und 1938 unterzeichnet, und eine nicht unbeträchtliche Zahl von Menschen aus Deutschland habe dadurch die Möglichkeit gefunden, sich in England niederzulassen. Die englische Regierung werde auch die Zusatzkonvention bezüglich der Flüchtlinge aus Oesterreich unterzeichnen. Im allgemeinen könne die Regierung weitere Verpflichtungen nur insoweit übernehmen, als England als Durchgangs¬ und Ausbildungsland für Auswanderer dienen solle, die sich auf dem Wege in ein endgültiges Einwanderungsland befänden. Die englische Regierung sei jedoch bereit, die endgültige Zulassung bereits .im Lande befindlicher Flüchtlinge aus Deutschland und Oesterreich wohlwollend zu erwägen. Die .Regierung studiere mit grosser Aufmerksamkeit die Möglichkeiten einer An- Siedlung von Flüchtlingen in den Kolonien des britischen Weltreichs. Jedoch hier käme ein grosser Teil der britischen Territorien aus klimatischen, bevölkerungspolitischen und lokalpolitischen Gründen für eine Einwanderung nicht in Betracht. Die Regierung beschäftige sich zur Zeit mit der Frage der Ansiedlung einer beschränkten Anzahl von genügend vorgebildeten Familien. Lefder könne er sich noch nicht definitiv über den Stand des Projekts äussern. Lord Winterton betont ausdrücklich, dass seiner Meinung nach nur das Problem der deutschen und österreichischen Wanderung Gegenstand der Beratungen bilden dürfe, denn bereits diese Frage würde den guten Willen der Nationen bis aufs äusserste in Anspruch nehmen. „Es wird ausserordentlich schwer und langwierig sein, nur dieses Problem zu lösen, aber ich glaube, dass wir einen ersten Schritt machen und in irgendeiner Weise die Folgen einer Situation mildern können, deren Verzweifeltheit die Sympathie der Völker aller Länder geweckt hat." Im Namen der französischen Republik sprach darauf Senator Henri Berenger. Er schilderte die ungemein weitherzise Flüchtlingspolitik Frankreichs, die es 200 000 Flüchtlingen gestattet habe, sich in Frankreich niederzulassen. Frankreich appelliere an die anderen Länder, in gleicher Weise ihre Pflicht zu tun. Es werde .sich an jeder gemeinsamen Aktion beteiligen unter Zugrundelegung der Möglichkeiten und dessen, Avas es bereits bis zur Erschöpfung der eigenen Hilfsmittel, die leider auch nicht unbeschränkt sind, getan habe. Nach einer Ansprache des Norwegers Michael Hansson, der die Bildung eines Ständigen Flüchtlingsamtes unter der Mitarbeit der Vereinigten Staaten befürwortete, gab Senator Berenger bekannt, dass infolge des Wunsches der übrigen Delegierten, ebenfalls öffentliche Erklärungen im Namen ihrer Regierungen "abzugeben, noch einige weitere öffentlichen Sitzungen stattfinden werden. Ferner seien zwei Unterausschüsse gebildet wrorden. und : landwirtschaftlich ausgebildete Einwanderer zidassen, für Intellektuelle und Kaufleute sei in ihren Ländern kein Platz. Der mexikanische Delegierte erklärte, dass Mexiko Auswanderer aus Deutschland im gleichen Verhältnis wie dies andere Länder tun, aufnehmen wolle. Der Delegierte Neuseelands erklärte, sein Land sei uii?Jit in der Lage, eine Masseneinwanderung zuzulassen, jedoch werde es einzelne Bewerbungen wohlwollend prüfen. Der Vertreter. Perus sagte, sein Land habe bereits jüdischen Auswan- Margarete Ackermann, Frankfurt a. M. q&^^o Haus- und Küchengeräte Mi© zuleite öffentlich® Sitzung' Am 7. Juli nahmen die Vertreter Brasiliens, Argentiniens, Belgiens, Australiens, Hollands und Kanadas das Wort. Den Reigen der Erklärungen eröffnete der Führer der brasilianischen Delegation, Hello Lobo. Er schilderte die Situation Brasiliens als Einwanderungsland und umriss die Politik seiner Regierung gegenüber Einwanderern in den letzten Jahren. Zum Schluss sprach er die Sympathie seiner Regierung für die Initiative des Präsidenten Roosevelt aus und erklärte,, Brasilien sei bereit, an den Bemühungen des Komitees zur Lösung der Flüchtlingsfrage teilzunehmen, jedoch sei Brasilien zur Hereinlassung von Eimvanderern nur im Rahmen seiner staatlichen Gesetzgebung bzw. seiner Einwanderungsquote bereit. Ebenso ausweichend war die Erklärung des Vertreters Belgiens, de Fow. Er wies darauf hin, dass sein Land seit dem Kriege mehr als 11 000 Flüchtlinge aufnahm und letzthin etwa 3000 spanischen Kindern Asyl bot. Bevor nun Belgien weitere internationale Verpflichtungen übernehmen könne, sehe es sich vor die Notwendigkeit gestellt, die Flüchtlingsfrage genausten« zu prüfen', damit die zu übernehmenden Verpflichtungen nicht die praktischen Möglichkeiten Belgiens überschritten. Die Flüchtlingsfrage werde dauernd ihre Schärfe behalten, falls nicht eine systematische Arbeit einsetze. Belgien werde darum der vorgeschlagenen ständigen Organisation beitreten. Direkt abweisend war die Erklärung des australischen Handelsministers T. W. W h i t e. Australien, sagte er, kenne kein Rassenproblem und wünsche auch nicht, dieses Problem von aussen zu importieren. Die Einwanderungspolitik der australischen Regierung gehe darauf hinaus, hauptsächlich englische Einwanderer hereinzulassen. Es gebe genug englische Kolonisten, die nach Australien kommen könnten, jüdischen Einwanderern könnten keine Vorteile gewährt werden. Die Erklärung des Kanadiers Wrong lautete ebenfalls dahin, dass Kanada sich nicht binden könne. Kanada werde die Anwendung seiner Einwanderungsbestimmungen in möglichst grosszügiger Weise ins Auge fassen, aber direkte Verpflichtungen für die Zukunft kann es nicht übernehmen!" Bevor man an eine konstruktive Lösung der Flüchtlingsfrage gehe, müsse man mit den Heimatländern der Flüchtlinge in Verbindung treten. Der Erfolg der Hilfsarbeit für die Flüchtlinge hänge zu einem wesentlichen Teil davon, ab, ob die Auswanderer ihr Vermögen oder einen Teil desselben mit sich nehmen könnten. Der Delegierte Argentiniens, Le Breton, begrüsste im Namen seiner Regierung die amerikanische Initiative und wies darauf hin, dass sein Land das grösste Einwanderungsland nach den Vereinigten Staaten sei. Doch müsse bei der Einwanderung ein strenges Prinzip der Selektion walten; in Argentinien ist Platz für landwirtschaftliche Einwanderer und für gewisse Kategorien von Facharbeitern. Argentinien kennt kein Rasseproblem, es hat seine Pflicht in der Wanderungsfrage stets erfüllt und wird auch jetzt im Rahmen der geltenden Bestimmungen bei Einwanderung und Niederlassung neuer Menschen mit der zu bildenden Organisation mitarbeiten. Der holländische Vertreter. Burker, betonte, Holland sei an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit bei der Aufnahme von Flüchtlingen angelangt, es werde-sich aber allen technischen Vorschlägen der zu bildenden Kommission anschliessen. Verpflichtungen könne Holland nur so weit übernehmen, dass es für jeden aus Holland wieder auswandernden Flüchtling einem neuen Flüchtling vorübergehend Asyl bieten wolle. Was die holländischen' Kolonien -betreffe, so seien diese als tropische Länder für die Ansiedlung von Europäern ungeeignet. Hatten die Erklärungen der einzelnen Staaten wenig Anlass zu optimistischen Erwartungen bezüglich des Ausgangs der Konferenz gegeben, so brachte die Wahl des Konferenzpräsidenten und des Ehrenpräsidenten eine fühlbar günstige Wendung. Sie wurde als ein hoffnungsvolles Zeichen angesehen, und die kurze Antrittsrede Taylors, in der er sich sehr optimistisch über den Ausgang der Konferenz zeigte, bestärkte diese Annahme. Mie dritte öffentliche Sitzung Der Präsident der zwischenstaatlichen Konferenz in Evian, Taylor, eröffnete am Sonnabend, dem 9. Juli, die dritte öffentliche Vollsitzung der- Konierenz mit einer kurzen Ansprache, in der er erklärte, dass die Konferenz Fortschritte mache. Wie verlautet,. stützt sich dieser Optimismus auf Unterredungen, die er ausserhalb der Sitzungen mit zahlreichen Delegierten abgehalten hat. Es hat den Anschein, als ob sogar diejenigen Delegierten, die sich in ihren öffentlichen Erklärungen reserviert verhalten haben, nicht nur zur Mitarbeit bereit sind, sondern auch die Absorbierung einer gewissen Zahl von Einwanderern durch ihre Länder in bestimmte Aussicht stellen. mm %9 für Auswanderer u Brautpaare Elektrische- und Peirolgeräie Sandweg 23 7e!.: 42393. derern Asyl gewährt und werde dies auch in Zukunft tun, da sich die Juden als ein sehr nützliches Element, insbesondere als Landwirte und Techniker, erwiesen haben. Der dominikanische Sprecher teilte der Konferenz mit, dass die Regierung der Dominikanischen Republik bereit sei, landwirtschaftlichen Einwanderern freien Boden zur Verfügung zu stellen. Der Delegierte Kolumbiens wies darauf bin, dass England, Frankreich und Holland über grosse überseeische Besitzungen, auch in Südamerika, verfügten und appellierte an die Regierungen, ihrerseits den Anfang zu machen, wenn sie die Ansiedlung der Auswanderer in Lateinamerika für am meisten aussichtsreich hielten. Chile, Ekuador, Uruguay und V enezuela erklärten, ihre Länder würden an sich nur landwirtschaftliche Einwanderer zulassen können, sie sind jedoch bereit, mit den anderen Ländern gemäss den Wünschen des Präsidenten Roosevelt und den von der Konferenz zu fassenden Beschlüssen zusammenzuarbeiten. Im weiteren Verlauf der Sitzung nahm der Vertreter Dänemarks das Wort, um zu er- ,/ iüWBlierlüdWlsSlelSlüietZ \ Nürnberger Str. 56 (neben Woolworthi & klären, dass Dänemark kein. Einwanderungsland sei, sich aber trotzdem an den Arbeiten der Konferenz und an ihren Beschlüssen beteiligen wolle. Voraussetzung sei jedoch, dass die Konferenz sich speziell mit dem Problem der Auswanderer aus Deutschland, aber nicht mit den Problemen der osteuropäischen Länder befasse. Der australische Delegierte und Vorsitzende des ersten Unterausschusses White berichtete über das Ergebnis der Verhandlungen mit den Delegationen der privaten Verbände. Er schilderte zusammenfassend die Situationsberichte, Forderungen und Vorschläge der verschiedenen Delegationen und schloss seinen Bericht mit der Erklärung, dass 25 Delegationen von 39 Pr'ivatorganisationen ihm gestern s o eindrucksvolle Mitteilungen gemacht hätten, dass der Ausschuss zu dem Schluss gekommen sei: Es m u s s das Mögliche schnell getan werden. Sir Neill Malcolm Den Höhepunkt der Sitzung bildete die Ansprache des Hochkommissars des Völkerbundes für die deutschen Flüchtlinge an die Konferenz, in der er ein wirkungsvolles Bild von der bedrückenden Lage der Auswanderer aus Deutschland gab. Auch er forderte die Konstituierung eines permanenten zwischenstaatlichen Amtes, w-elches als Träger des Prestiges des Präsidenten Roosevelt und unterstützt von den europäischen Regierungen sich vor allem um die finanzielle Seite bemühen solle. Es müsse versucht werden, eine Anleihe unter Garantie der Regierungen zur Finanzierung der Ihre öffentliche Zurückhaltung ist auf innerpolitische Gründe zurückzuführen. Sogar Australien soll sich zur Aufnahme gewisser Kategorien von Emigranten bereit erklärt haben, nachdem zwischen dem britischen Delegierten Lord Winterion' und dem australischen Vertreter eine Aussprache stattgefunden haben soll. Im Laufe der Sitzung gaben die Delegierten aus sieben amerikanischen Staaten offizielle E.r- -klärungen ab, die dahin lauteten, dass diese Staaten bereit sind, an den humanitären Bemühungen des Präsidenten Roosevelt mitzuwirken und sich den Entschlüssen .der Konferenz zu unterwerfen In der Hauptsache wollen sie fachlich.geschulte lerzmäntel Persianer, Feh etc. sehr preiswert Cohm, Friecär;«hs2F3S$e 80, a. d. Behrenstr. Ansichtssendung unverbindlich. Teleion 12 2295. Auswanderung und Ansiedlung unterzubringen. Sir Neill 'Malcolm rühmte in diesem Zusammenhang die opfervolle Arbeit der privaten Organisationen, die von den 150 000 Auswanderern 120 000 zur Ansiedlung in Ueberseeländern verholfen haben. Er hob besonders die systematische und zielbewusste Arbeit der ICA hervor, deren kolonisatorische Tätigkeit er als beispielgebend für das zu beschliessende konstruktive Hilfswerk für die Flüchtlinge bezeichnete. Er hoffe, dass das zwischenstaatliche Komitee eng mit diesen Organisationen zusammenarbeiten werde. Er berichtet ferner über seine Verhandlungen mit den Hochkommissaren der Kolonien und Dominien des British Empire und anderer kolonialer Territorien, w-elche keine Versprechungen bezüglich der Einwanderung hätten geben können, da die gegenwärtigen Arbeitsverhältnisse eine Einwanderung im grossen Massstabe nicht gestatteten. Von einem antijüdischen Gefühl habe er bei diesen Besprechungen nichts gemerkt, jedoch scheine es, dass einige Regierungen die .Befürchtung hegten, dass'eine jüdische Massen-

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