Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 27 (7.7.1938)
- Date
- 1938-07-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.27 * 7.Juli T938 2. Beiblatt » C-V>-Ze?tung %^M^.U¥r^ JAfoo J&rVg£idGfa, — ' Von Vera Craener ^^^Kwk foenZ L Briten lieber Jerome K. Jerome haben schon unsere Vater gelacht. Und immer, wenn ich nach Weissensee fahre, muss ich an die schöne Geschichte von Georg Hermann denken, wie er zur Beerdigung irgendeiner Tante dritten Grades hinausfahrt und sich als Lektüre ein Bändchen •lerome in-die Tasche gesteckt hat. Und während draussen Wagen um Wagen mit den tieitrauernden Verwandten vorbeirollt, sitzt er. das schwarze Schaf der Familie und finanziell ihr bei weitem schwächster Teil, höchst vergnügt in der vas^enbahn und kann nicht umhin, sich sichtbarlich am Gelesenen zu erfreuen. ..Hast du gesehen, wie Georg gelacht hat?" wispert es ringsum, und wie die bösen Zungen sich regen, entrückt allmählich jede Aussicht, auf Erbschaft in nebelhafte Fernen. Hätte er zu Maeaulays ..Englischer Geschichte" gegriffen oder zu Gib- >on* ..Fall and Decline of the Roman Empire" — mindestens ein Meissener Figürchen aus der \itrme der Entschlafenen wäre ihm sicher gewesen. Solange wir die Schulbank drückten, gab es einen scharfen Trennungsstrich zwischen ",Lehrmieb" und „Lektüre". Dabei war Lektüre in neunzig von hundert Fällen Beatrice Harradens >an)f melancholisches „Shipsthat pas in the Nisrit" oder ein Kapitel Becky Sharp aus i nackeravs unsterblichem ..Vanitly Fair", i. nd nur die ganz eifrigen Anglisten lasen zu Hause noch heimlich ..Lady Windermere's Fan"'. Nun wir Gewachsen sind und niemand mehr unsere Lektüre überwacht, könnten wir uns «■•igentlich von Christopher Marlowe bis James •fovre ungehindert im Garten der angelsächsischen Dichtung ergehen. Aber — auch vor diesem Paradies steht ein Engel mit feurigem Schwert. Denn man hat natürlich eine Menge vergessen und muss nun schnell noch einmal •den A.c. i. repetieren und die verschlungenen Pfade, die Konditional und Konjunktiv auf so geheimnisvolle Weise voneinander trennen. Und aa zeig!, es sich plötzlich, dass noch gewi-s° Grammatiken und Lehrbücher im Umlauf sind, nber die schon unsere Mütter Tränen der Verzweiflung vergossen haben. ..23. Kapitel: Der Rauber und der Bär. Einst ritt ein Räuber durch einen Wald, der war von wilden Bären bewohnt. . . Man suche sich so einen Wald in der Nähe von New-York! Oder versuche, mit einem Pohceman ein Gespräch hierüber anzuknüpfen! Dass es hübsche neuzeitliche Bücher gibt, die an bielle der Bären allgemein übliche Verkaufsgesprache setzen oder nützliche Speisekarten, (^i-hemt sich noch nicht herumgesprochen zu haben Ich möchte hier als Beispiel nur zwei tur viele nennen: B en d h e i m ..E n g - lisch. wie es der Engländer s n r i c h t " (J ü d i s c her Buchverlag .1 a s t r o w, Berlin) und H o 11 i n g e r Dein Garten, mein Kind Von Alfred Auerbach Diese Novelle wurde beim Erzählerweiibeiverb der C.-V.-Zeitung mit einem Preis ausgezeichnet. Ich erzähle dir, mein Junge. Es war so: Ich legte mich am Tage ein wenig zur Ruhe. Nachts schlief ich nicht, wenn die andern alle bchlaf fanden oder so taten, als fänden sie ihn, dann war ich am stärksten erregt, die Stille um mich brauste, höhnte, quälte. Die Tapferkeit, die mich am Tage bewachte, bat dann um Entlassung, sie konnte nicht mehr. An dem Tage, da die Geschichte, die ich dir erzahle, m ihre Hochspannung kam, horchte dein Vater an meiner Türe und hörte einen Laut von mir. der wie ein Stöhnen klang. Er öffnete und stand schweigend neben mir. Ich nahm mich zusammen, ich wusste wohl, was er nur zu sagen hatte, ich fragte: ..Was willst du. Paul?" " Dem Vater sah verlegen drein und sprach: ,,Darf ich dir was zum Essen schicken? Vater?" ..Danke, ich habe reichlich gefrühstückt." ..Darf ich nicht ein paar Eier und etwas Rotwein bringen?" sagte er und sah mich besorgt an. „Spielst du schon Steward?" Dem Vater — mein Sohn Paul — sah weg, er mochte es nicht, wenn ich überlegen tat und Humor spielen liess. „Du weissi, ich habe keine Spur von Humor, Papa, und der deine tut mir wehe. Ich weiss auch nicht, ob er echt ist, er mag tapfer sein, aber ich weiss, du leidest mehr, als du zugiebst, dem Humor ist ein Deckmittel." ..Nicht ganz. Paul, sieh mal: ich war Arzt und habe alle Leiden der Menschen kennen gelernt. Wie schrumpft man da zusammen. Man nimmt sich nur noch insofern wichtig, als man Hilfe sucht. Man ist mit dem Tode auf du und du und bettelt ihn manchmal ein wenig an. Mir hat er auch gestern gesagt: Ich will dir auch mal was schenken. Da hast du eine kleine ..Brush up your English." (London, Dent & Son). Das erste ist eine aufs Minimum des Nötigsten vereinfachte Grammatik mit sehr hübschem Anekdotenmaterial und das andere eine wirklich erfreuliche Neuerscheinung auf dem Gebiete der sogenannten Konversationsbücher. Es zeigt, nicht für Anfänger bestimmt, sondern nur für solche, die schon etwas englisch können, an Hand von amüsanten, gutgelaunten Dialogen und Gesprächen das Leben einer Familie in London und auf dem Lande und enthält von „Eigelb" bis „Staubsauger" wirklich jede nur erdenkliche Vokabel und vor allem jeden Anglizismus, um dessentwillen man sonst zum Wörterbuch greift. Ein anderes Leben in London, das Leben der Engländer überhaupt, schildert höchst geistvoll Odette Keun. eine französische Journalistin, von Witz und Scharm, in ihrem Buch „I discover the English". Dieses Buch ist, was das Sprachliche angeht, schwer. Und man wird, so man noch kein perfekter Engländer ist. ziemlich häufig den Diktionär wälzen müssen. Aber es vermittelt einen ausgezeichneten Einblick in das Leben auf der Grünen Insel, in die Eigenheiten und Schwächen der Briten. Es ist' prickelnd amüsant und nachdenklich machend zugleich, und wenn man es zugeklappt hat. möchte man am liebsten seinen Koffer packen und hinüberfahren, um nachzusehen, ob die P'eople of London wirklich so ..bard and so sentimental" zugleich £ind, wie diese kluge, scharmante Frau sie sieht. Will man auch sonst, ehe man nach England geht, etwas über Land und Leute lesen, so greife man zu Sil ex. „John Bull at Home" oder zu Cohen-Portheims „England the unknown Isle". Beide Bücher sind aus dem Deutschen übersetzt, und zwar so sorgfältig, dass sie gut als englische Texte benutzt werden können. Ein interessanter Beitrag zur Englandkunde ist auch Renier's „The English: Are they human?". Und J. B. Priestley, „English Journey". Letzterer, der der jungen Erzählergeneration zuzurechnen ist und der mit verschiedenen Romanen, vor allem „Good Compagnions" und „Angel Pavement" bekannt wurde, ist, nachdem er kürzlich mit einem Theaterstück grossen Erfolg hatte, plötzlich der Bühuenschriftseller des Tages geworden. W. Somerset M a u g h a m ist als Erzähler genau so unterhaltend wie als Dramatiker. Manche unter uns haben noch „Lady Frederick" und „Mrs. Dot" — beide jetzt vereint in einem Bande „Plays" — in . bester Erinnerung und greifen nun zu „Asbeuden" und ,.Cake and Ale", diesen höchst amüsanten Erinnerungen eines Seniors der englischen Novellisten, die einen Zeitraum von etwa 50 Jahren angelsächsischer Literatur umfassen. Mit ganz anderen Tönen weiss R. C. Sherr i f f, ebenfalls Dramatiker und Erzähler in einer Person, zu fesseln. Sein grösster Erfolg Dosis Humor, sie wird gerade noch reichen. Sei sparsam damit." Paul stand immer noch wortlos vor mir und wusste nicht, wie er mir seinen Entschluss beibringen konnte. Er hatte kein Zutrauen zu meiner Fassung. Ich erzählte wieder ein Märchen: „Ich habe noch etwas Sonderbares erlebt — ich träume eben so viel. Man wird zum Kinde im Alier: Da kam ein Schneiderlein und sagte: Herr Sanitätsrat, was würden Sie in diesen Tagen gern anziehen? Was ganz Grandioses? — Nein, das passt nicht zu mir. — Was Tiefschwarzes? — Nein, nein, was ganz Unscheinbares. — Ah, bitte sehr, hier diese kleine Schelmenkappe, sie steht Ihnen besonders gut. — Nein, nein, meine grauen Haare nicht verdecken!" „Papa, du bist wirklich noch ein Kind." „Hoffentlich, der Mensch hat den rechten Weg nicht gefunden, der nicht durch das Tor zurückgeht, durch das er hereingeschlüpft ist als kleines Bündelchen. Ueber dem Tore steht klar und deutlich: Hier gehst du aus, hier gingst du ein! Wer das Tor verfehlt, tut mir leid. Aber, Junge, jetzt sprich mir endlich, sonst erzähle ich dir noch mehr von meinen Altersmärchen." Paul fasste sich und sagte in seiner kurzen Art: „Papa, bitte nicht mehr von deinen Phantastereien. Lasse mich dir nur sagen, dass ich morgen gehen werde. Nimm dich des Kindes an und der Sofie, sie hat dich noch nötiger." Ein Druck der Hand und ich war allein. In dieser Nacht riefst du im Schlaf. Dein Vater und deine Mutter waren erschöpft, sie vernahmen dich nicht, ich hatte zwar ein starkes Pulver genommen, trotzdem der Arzt in mir den alten Herrn tadelte und ihn um genaue Berechnung der noch vorhandenen Lebensfrist ersuchte. Ich erwachte und ging in dein Zimmer und nahm dein Händchen und blieb, du warst erregt, die Schwingungen um dich herum hatten dich miterfasst. Aber es schien doch, als ob ich die Kraft hatte, mich zu beherrschen. Du lächeltest und schliefst ein. Es strömte also war zweifellos das, zusammen mit V. Bartlett verfasste Kriegsstück „Journeyß End", das hier als „Die andere Seite" über die Bühne ging, und nun folgen, seltsam anheimelnd gegenüber der rauhen Atmosphäre des Krieges, ländliche Idyllen, wie das Feriensehnsucht eregende „The fortnight in Septemper" und „Greengates". Einer ähnlichen Entwicklung begegnen wir bei R. H. M o 11 r a m, der mit dem Kriegsbuch „Spanish Farm" hervortrat. Sein „Lame Dog", in dessen Mittelpunkt die Figur eines höchst schweigsamen und verschwiegenen Pferdehändlers steht, ist eine meisterliche Schilderung englischen Landlebens. Ebenfalls Kriegsgeschichte schrieb Robert Graves mit seinem Roman „Good-by to all that", um dann. Jahre später, zur Historie überzugehen. ,.I, Claudius" und „Claudius, the God" sind faszinierende Bilder aus einer der leidenschaftlichsten und erregendsten Zeiten des alten Rom. Sehr verhalten, ein Meister der unpersönlichen Erzählform, ist C. S. Foreste r. dessen „The General" sowohl als auch „The Gun" echte Männerbücher bedeuten. In die Sintflut des Nachkriegseuropa fühTt Pihlipp G ibbs mit „Unchanging Quest" und in die Geheimnisse des Foreign Office und die Politik europäischer Kabinette höchst witzig und amüsant Harold N i c o 1 s o n mit. seiner geistvollen Satire „Public Faces". In die ultrasmarte Society von London dagegen, in die Salons, wo a u c h Politik gemacht wird, gewährt uns Michael Arien höchst aufschlussreichen Einblick. Hier sehen wir endlich, wie die wirklich feinen Leute in Mayfair leben, und wenn es uns dann noch gelüstet, auch etwas über das rnise en scene von Chelsea und Hanipstead zu erfahren, jenen höchst bedeutungsvollen Suburbs von London, wo die moderne Jugend und die Künstler ihre Zelte aufgeschlagen haben, so greifen wir zu Frank Swinnertons „Three lovers". Liegt es einem ob. egal ob als Buchhändler, Rezensent oder erziehungsbereehtigte Person, französische Bücher für junge Mädchen zu empfehlen, so sieht man sich vor einer schier unüberwindlichen Aufgabe. Denn zwischen „Paul et Virginie" und Paul Morand klafft ein Abgrund. Und selbst Alphonse Daudet kann einem darüber nicht hinweghelfen. Anders im Englischen. Hier ist die Zahl dieser Bücher Legion. Angefangen von Mrs. G a s k e 11 s klassisch gewordenem ..Cranford" geht es über „Silas Manier" zu Louisa M. Aleotts „Little Women" und von hier aus weiter in die höchst harmlosen Bezirke der Berta Ruck und Elinor Glyn. Dabei bedeutete, für die Generation „unserer..Mütter ._das berühmte „Three Weeks" — die Geschichte von jener hohen Frau, die, natürlich inkognito, umherreiste, um durch die Liebe eines schönen jungen Mannes ihrem Lande einen gesunden Erben zu schenken — ein unerhörtes Wagnis. Allerdings zu einer Zeit, da Lady Chatterley noch ein niedliches Baby wrar. doch eine Kraft von mir zu dir hinüber, und da behauptet Paul, ich hätte keinen echten Humor! Ist das nicht die Gabe, die die Leute sich ganz verschieden vorstellen? Am nächsten Tage war Schweigen im Hause. Sofie, deine Mutter, sah über mich hinweg, sie zürnte mir, weil ich deinen Vater von seinem abenteuerlichen Entschluss, zunächst aliein in eine noch unerschlossene Gegend auszuwandern, nicht abgebracht hatte.. Ichweiss auch, dass sie im Hause ihrer Eltern gewesen war und dort inihrer Meinung Recht bekommen hatte. Paul, dein Vater hätte doch die Möglichkeit gehabt, nach New-York zu gehen und dort sein Leben an die Flickstelle wieder anzuknüpfen. Aber er wehrte sich gegen solche Protektion. Er wusste, dass die Verwandten dort keinen Sinn für seine Anschauungen hatten und dass sehr bald die Peinlichkeit .der lästigen Gegenwart entstehen würde. Mein guter Bub, du fühltest wieder die Vorgänge im Hause. Du bemerktest die Gereiztheit deiner Mutter und du kamst zu mir und batest mich um Märchen: „Grossvater, erzähl mir, das kannst du so gut, und das hab' ich doch so gern." Und da erzählte ich dir: „Setz dich her zu mir auf den Boden. Sieh mal: da ist ein grosser Garten und den hast duselbst gepflanzt und begossen; siehst du, wie schön der ist?" „Ja, Grosspapa." „Und die vielen Blumen darfst du nicht pflücken, du musst sie schon blühen lassen, solange sie wollen. Das ist ihnen viel lieber, als wenn man sie abrupft. Das mögen sie gar nicht. Und die Vögel freuen sich und sagen: Ei, wie schön ist der Garten, den der Bub da gepflanzt hat, da muss man schon was Besonderes singen. Und die Kolibris und die Prachtelfen sagten: Da muss alles mitmachen. Und die Frösche quäkten: ,Wir tun auch mit, wir machen dazu: Quak, quak.' Und das Pferdchen fing zu hüpfen an und sagte: ,Bub, setze dich doch auf mich, wir wollen einmal durch den ganzen Garten springen und alles anschauen, was du gemacht hast!' Und da sagtest Seite 5 D. H. Lawrence.der Dichter eben jener ..Lady Chatterley", ist eine heisa umstrittene Erscheinung der modernen englischen Literatur geworden. Und je mehr über ihn diskutiert wird, desto klarer tritt er als der Dichter des Unbewussten, als der Gegner eines überscharfen Intellektualismus in der Gegenwart hervor. Seine „Sons and Lovers" — sprachlich ausserordentlich schwierig wegen des darin verwendeten Dialektes — sind eine grossartige Schilderung des Lebens im englischen Kohlenbezirk, seine zahlreichen Novellenbände „The Woman who rode away" etwa oder „England my England" sind ebenda beheimatet. Setzt der Chronist in der Reihe namhafter britischer Autoren Männer wie Bernard Shaw, H. G. W ells , John Galsworthy und James Joyce als bekannt voraus, so darf er getrost zu Hugh Walpole übergehen, dem jetzt meistgelesenen Schriftsteller" Englands. Schwer zu sagen übrigens, was er eigentlich ist, denn in seinen Büchern scheint er ebensogut Historiker wie Landschaftsmaler zu sein, und wer nur seine schöne Jungensgeschichte von „Jeremy" und seinem Hund kennt, der kennt noch lange nicht den Autor des „Rogue Herris", jenes herrlichen Vaganten, oder der" „Old Ladies", dieser stillen Geschichte aus einer stillen Cathedral Town. Immer weiss er zu fesseln, immer uns festzuhalten, auch wenn man manchmal glauben möchte, dass er allzusehr im Detail sich verliert. Von ihm zu James Hilton führt, über eben jenen „Jeremy", ein gewisser Weg. „Good-bye, Mr. Chips" heisst das Buch, in dessen Mittel- RAI I beratn; e. schein PAU'aliefwacliuna'^g^l^l Carl Zobel KurfoHt^sf^ioz Tetef. 242953 Feine Herrenu. Damenkleidung nach Mass. Gr. StofFauswahl. punkt die rührende Gestalt eines verständnisvollen Lehrers steht, der in seiner Güte und mit seinem trockenen Humor uns an alle Freuden unserer Jugend denken lässt ohne an ihren Kummer zu rühren. Dem englischen Humor, dessen stärkstes Moment die Kunst des Auslassens ist. fehlt die giftige Spitze. Und die Nachfahren Jeromes sind, genau wie er, immer liebenswürdig ohne jemals zu verletzen. A A. Milne, dem wir das herrliche Kinderbuch „Wrinnie-tbe-Pooh" verdanken, erzählt in seinen „Two People" die hübsehe Geschichte von einem hilflosen jungen Autor, der durch den unvorhergesehenen Erfolg seines ersten Buches aus der Stille des Landlebens in den Trubel des literarischen London gerissen wird und nun versuchen muss, dort herumzuschwimmen. A. P. H e rb e r t, ebenso wie Milne langjähriger Mitarbeiter des „Punch", entzückt mit „The Water Gipsies", einem sogenannten dicken Buch, von dem man auch nicht eine Seite missen möchte. In der Reihe der Humoristen sei neben P. G. Wodebouse, dem Vater des „Man Jeeves", auch K. R. G. Browne nicht vergessen, sowie G. A. Birmingham und der Verfasser lustiger Schiffs- und Seegeschichten, W.W.Jacobs. Hier an Joseph Conrad zu denken, liegt nahe. Allerdings nicht als Humorist, denn dieser ehemalige englische Kapitän, der Pole von Geburt war, war nichts weniger als dies, aber als Schilderer maritimen Lebens. Besonders schön sind'seine beiden vBücher aus den südlichen Gewässern „The Shadow Line" und „The Nigger of the Narcissus". Rudyard Kipling, der grosse Dichter des Imperiums, ist von berufener Feder so oft gewürdigt worden, dass hier ein bescheidener Hindu? .Ach, richtig, du bist doch lustiger als das Auto, das kann nur pöhpöh. machen, rattern und schnattern, aber mit dir kann man sich so schön unterhalten.' Dann sprach der Mond: ,Schaut doch, wie der Bub in seinem Garten reitet, den er gepflanzt hat. Da muss man mitfeiern und die Sterne sollen auch mitmachen und ich will mein lustigstes Gesicht aufsetzen, damit der Bub schön lachen kann.' — ,Ach', sagte die Sonne, ,bis Ihr kommt, ist ja Nacht, da schläft der Bub. Ich will jetzt noch recht funkeln und goldene Lichter aufstellen. Dann klatscht er in die Hände und sagte: .Ach. so was hab' ich doch so gern.' Dann setztest du dich auf meinem Rücken und war rannten in dem Garten umher und deine Mutter trat ein und sah zu uns her und ich bemerkte,, dass sie nun doch willens war, mit dir im Hause des Grossvaters zu bleiben. Da freute ich mich, mein Bub!" Einige Monate vergingen. Da kam zunächst ein Brief an mich von meinem Freunde Wolf, der mich bis zu seiner Abreise oft besucht hatte, und mich als Hiob beklagte, weil meine Lage und meine Gesundheit zu Bedenken Anlass gab, weil ich vom namhaften, vielgesuchten Mann zum unbeachteten alten Herrn geworden war und in einem bescheidenen Zimmer hauste. Herr Wolf wurde von seinem Sohne in Chicago aufgenommen und bätte mich so gern mitwandern lassen. Er verstand meine Anschauungsweise keineswegs, und in seinem Kreise galt ich auch als ein verschrobener Sonderling, der in „Originalität" machte, wahrscheinlich als verkalkter Greis. Vielleicht hatte ihm auch ein Kollege davon gesprochen, dass meine Gesundheit sehr wacklig sei und eine bedauernde Miene dazu gemacht. Ich hatte mir die Atembehandlung zur besonderen Heilweise gewählt, und das passte manchem nicht, schien denn den Kollegen doch zu primitiv. Ich glaubte eben immer an Erneuerung von Grund auf, nicht durch die von aussen nach innen, sondern von innen nach aussen. Der gute Freund Wolf, der Kaufmann war, musste oft ablehnende Urteile über mich und meine eigensinnige Einstellung hören. Er verteidigte mich dann leidenschaftlich, aber man