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Central-Verein-Zeitung · 1938-06-30 · 26 (30.6.1938) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
26 (30.6.1938)
Date
1938-06-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 2 C.-V.-Ze?fung Nr. 26* 3p. Juni 1933 viele Aufschlüsse über praktische Flüchtlingsarbeft und lehrreiche Präzedenzfälle geben wird. Zum Leiter der britischen Delegation ist Lord Winterton, der einzige englische Kabinettsminister ohne Porte- Die gepflegte Küche im Westen nur 3 Minuten von der Tauentzienstr. Ernst Herschthal . Privat-Mittagu. Abendtisch Marburger Strasse 9, an der Augsburger Strasse Telefon 24 87 51 u. 24 65 44 Tageszeitungen Geöffnet tägl. 11—20 Uhr Gedecke RM -,80 bis 1,50 Sonn- und Feiertag 11-16 Uhr feuille, ernannt worden. Die Schweiz hat ihren bewährten Fachmann für Flüehtlingsfragen, Dr. Rothmund, vom eidgenössischen Fremdenamt, mit der Leitimg der schweizerischen Delegation betraut, die nordischen Staaten entsenden den dänischen Minister Steincke und den Norweger Hansson, Frankreich Senator Beranger, de Reifye und Arnal vom Quai d'Orsay. Ungeklärt ist noch die Rolle, die die privaten Hilfsorganisationen auf der Konferenz spielen werden. Der Chef der amerikanischen Delegation, Taylor, hat die Absicht geäussert, sie nicht zur Konferenz zuzulassen und ihre Memoranden nur durch -Vermittlung der Regierungen an die Konferenz gelangen zu lassen. Nichtsdestoweniger werden, da, wie verlautet, der Plan einer jüdischen Einheitsdelegation bedauerlicherweise gescheitert ist,-verschiedene jüdische und auch einige niehtjüdische Hilfsorganisationen und politische Körperschaften Vertreter nach Evian entsenden. Die Jewish Agency for Palestine und andere Gremien haben bereits detaillierte Memoranden in Vorbereitung, in denen sie die Forderungen der Judenheit hinsichtlich einer kolonisatorischen Einwanderungspolitik und dabei auch die Notwendigkeit einer Aufhebung der Einwanderungsbeschränkungen in Palästina darlegen werden. Der geplante Ausschluss der privaten Organisationen beweist, wie ernst es den amerikanischen Veranstaltern darum ist, die Regierungen zu einem tatkräftigen^ und verantwortungsvollen Eingreifen zu veranlassen, auch was die finanzielle Lösung des Problems anbetrifft Damit steht die Konferenz ' in einem bemerkenswerten Gegensatz zu den bisher stattgefundenen Flüchtlingskonferenzen, in denen die finanziellen Lasten der Wanderungsarbeit einseitig den privaten Organisationen auferlegt worden waren. Vorbereitungen der Delegationen Paris Der Führer der amerikanischen Delegation, Myron C. Taylor, ist am 20. Juni in Paris eingetroffen, um dis Vorarbeiten zur Evian- Konferenz aufzunehmen. Er empfing sofort die Vertreter verschiedener an der Konferenz interessierten Gruppen, um sich mit den Problemen vertraut ,zu machen. Er nahm die Fühlung mit - den französischen Regierungsvertretern und mit den diplomatischen Vertretern einzelner südamerikanischer Staaten auf, die von ihren Regierungen nach Evian entsandt werden. Die amerikanische Delegation erklärte Pressevertretern, dass Präsident RooseveU den Verlauf der Konferenz mit der grössten Aufmerksamkeit verfolgen werde. Nur die Eröffnungs- und Schlusssitzung würden öffentlich sein. Die Verhandlungen selbst dagegen "würden hinter verschlossenen Türen stattfinden. Den beteiligten Regierungen sei bereits eine Denkschrift, die konkrete Pläne enthalte, zur Prüfung zugegangen. Kopenhagen Vertreter der nordischen Staaten trafen sich . : in Fredensborg bei Kopenhagen zu einer zweitägigen Konferenz im Hinblick auf Evian. Beauftragte der dänischen, finnischen, norwegischen und schwedischen Aussenministerien waren mit Fachreferenten anwesend. Ein offizielles Communique über das Ergebnis der Besprechungen wurde nicht ausgegeben. Jedoch erfährt man. dass die Staaten ein gemeinsames Arbeitsprogramm entworfen haben sollen. An der Spitze der norwegischen Delegation wird Michael Hansson, an der Spitze der dänischen Justizminister Steincke stehen. -Es wurde bekannt, dass in Schweden 2000, in Dänemark zur Zeit 1278 und in Norwegen etwa 100 Einwanderer ihren Aufenthalt haben. London Lord Winterton und Charles M. Palair e t. werden die englische Delegation in Evian führen. Es wird mitgeteilt, dass die Regierung einen von den Dominienregierungen zum Flüchtlingsproblem vorgelegten Plan nicht für durchführbar erklärt hat. Arthur Henders o n, der kürzlich eine Rundreise durch Mitteleuropa gemacht hat, wies im Unterhaus auf die ausserordentliche Wichtigkeit der Konferenz und die internationale Bedeutung der dort zu lösenden Probleme hin. Mexiko Der Vertreter Mexikos beim Völkerbund, Senor Primo Villa Mach el, wird seine Regierung auf der Konferenz in Evian vertreten. Die staatlichen Stellen haben sich mit den jüdischen Komitees im Lande in Verbindung gesetzt, um ihre Ratschläge 'entgegenzunehmen und sie an den Delegierten weiterzuleiten. In gewissen Kreisen machen sich verstärkt Strömungen bemerkbar, die eine schärfere Beschränkung der Einwanderung fordern. Luxemburg Die Regierung wird durch eine besondere Kommission in Evian vertreten sein. Als beratendes Mitglied gehört ihr der Präsident des jüdischen Flüchtlingskomitees an. Eine Abordnung luxemburgischer Juden, der der Ab- ÄSPhSltiSrUHS®^ RKurfarstendamnf48495 Pflasterungen, Bürg-ers4elg-e. — Telephon: 924758 geordnete Marcel Kahen und Oberrabbiner ' Dr. Serebrenik angehörten, wurde vom Justizminister M. Blum empfangen. Sie baten, bei der Aufenthaltserlaubnis von Einwanderern grosszügig zu verfahren. Sie wiesen darauf hin, dass man den Einwanderern Zeit und Möglichkeit geben müsse, weiter zu wandern, sofern ihre .Aufnahme ins Land nicht möglich sei. Der Minister erklärte, dass auch er den Willen habe, unnötige Härten' zu vermeiden. Umschau in Holland Schärfere Kontrolle bei Besuchsreisen H. Amsterdam, 26. Juni. Nach einemneuen Rundschreiben des Justizministers'" soll eine verschärfte Kontrolle bei Besuchsreisen nach Holland ausgeübt werden, damit nicht auf diese Weise ..Besucher'* versuchen, dauernd in Holland zu bleiben. Der Erlass des Ministers soll dazu dienen, dass diejenigen, die Besuch in Holland erhalten, sich vorher informieren, ob ihnen ein derartiger, zeitlich begrenzter' Besuch von Freunden oder Verwandten gestattet werden kann. Bei derartigen Gesuchen wird dann „die Polizei genau untersuchen, ob es sich um einen reellen Familienbesuch zeitlicn begrenzter Art handelt und nicht, wie es in der Praxis oftmals vorkommt um einen Versuch, sich hier dauernd niederzulassen." In sachlicher Hinsicht weist der Minister darauf hin, dass Ausländer, die im Sinne der letzten Verordnungen als ^Flüchtlinge" betrachtet werden können, „auch nicht als Besuch zugelassen werden können, es sei denn, dass sie nachweisen, dass sie in einem anderen Lande als dem, das sie verlassen haben, Daueraufenthaltsrecht besitzen." Auch wenn, so sagt das Rundschreiben ausdrücklich, im Pass derartiger Besucher bescheinigt ist, dass sie in das Land der Herkunft zurückkehren dürfen, so ist dies an sich noch kein absdlutes Indiz gegen die Rubrizierung unter den Begriff „Flüchtling". Wird dagegen festgestellt, dass es sich um einen reellen Familienbesuch handelt, dann soll zur Vermeidung von Schwierigkeiten der an die Verwandten zu sendende Einladungsbrief von der Polizei gestempelt oder unterschrieben werden.. Das neue Rundschreiben, das nur zur Regelung zeitlich begrenzter .Besuchsreisen dient, bedeutet eine erhebliche Einschränkung des Reise- und Besuchsverkehrs. Der Sinn des Erlasses ist, „Besuchsreisen" zu verhindern, die nach erfolgter Einreise zu einem Daueraufenthalt werden. Wenn der Erlass sagt, daß die im Pass eingetragene Rückkehrerlaubnis nicht absolut vor der Qualifizierung als Flüchtling bewahrt, so knüpft der Minister hier an jene früher ergangenen Erlasse an, in denen' die „Rückkehrklausel" zur Gewährung des Aufenthaltsin Holland gefordert war. Es wird jetzt noch über dieses Erfordernis hinausgegangen und die Gewährung des Besuchsstempels noch mehr in das . reine Ermessen der Polizeibehörden gestellt. Allergrösste Vorsicht ist daher am Platze und genaueste Information vor Antritt der Reise erforderlich. Wer in den letzten Wochen in Holland auf- - merksam ein wenig Umschau gehalten hat, konnte eine allgemeine Stimmungsdepression bemerken. Wie bereits mehrfach erwähnt, ist die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahre nicht sehr günstig gewesen, und dieser allgemeine Rückgang (erhöhte Arbeitslosigkeit, geringe Kauflust usw.) kam natürlich auch rein äusserlich in der Stimmung weiter Kreise zum Ausdruck. Noch mehr macht sich dies in den jüdischen Bezirken bemerkbar, die — und das sei ausdrücklich ' betont — an den Ereignissen im Gesamtjudentum nicht achtlos vorübergehen. Abgesehen von den ständig steigenden finanziellen Opfern, werden die Probleme, die dadurch für das holländische Judentum i n Holland entstehen, immer schwerer lösbar. Ein . deutliches Bild . dieser Situation ergab.die letzte Sitzung der „Centralen. Commissie-", in; der. fast mehr über die Not des ausländischen als über Angelegenheiten des holländischen Judentums gesprochen -.wurde. Die Hilfsbereitschaft ist trotz der wirtschaftlichen Rückentwicklung und der zeitlichen Unabsehbar-- keit des. Problems durchaus vorhanden, und es verdient auch besonderer Erwähnung, dass man die eingewanderten Juden gegen Angriffe in Schutz nimmt. So bemerkte z. B. der Vorsitzende. A. Aascher: „Doch diese Kritik ist un- . richtig. Diese Menschen haben uns auf wissenschaftlichem und wirtschaftlichem Gebiete viel Gutes gebracht. Ihre Haltung ist einwandfrei, sie', sind sehr wohltätig, es ist unsere Pflicht, dies auch anzuerkennen." Es ist verständlich, dass die Ereignisse der letzten Wochen in den Kreisen der Eingewanderten besondere Resonnanz gehabt haben. Die Schliessung der Grenze, die ja nun einmal in praxi besteht, wirkt sich für eine ganze Reihe von ihnen wirtschaftlich ungünstig aus, da die ständig zuströmende Käuferschicht, auf die viele Berufszweige angewiesen, fehlt. Am deutlichsten zeigt sich dies bei den Pensionen, von denen es eine Unzahl gibt, aber auch bei all denen, die durch Abgabe eines oder mehrerer Zimmer ihren Miet- und Lebensstandard verbessern wollen. Die zunehmenden Arbeitsbeschränkungen (z. B. Genehmigungspflicht für Konfektionsbetriebe) haben zwar noch keine unmittelbaren Auswirkungen gezeitigt, und es ist auch anzunehmen, dass zunächst einmal die bestehenden Betrieb© die Genehmigung, erhaßen werden; es fragt sich aber, ob dies-auch-bei einer rückgängigen Konjunktur so bleiben wird, bzw. ob ein gedeihliches Arbeiten bei einer derartigen Unsicherheit (zeitlich begrenzte Genehmigungen!) überhaupt denkbar ist. Aehnlich verhält es eich-auchr bei der bevorstehenden Aenderung der Aufenthaltsgenehmigung füralle Einwanderer. Statt der bisher ausgestellten Identitätskarten,. die dem, Inhaber ein u n b e f r ist e t e s Aufenthaltsrecht m Altmann & Qerson?M"*>» Berlin-Weisseasee, Loth.ringe.nstr. Erbbegräbnisse " 56 3154. verliehen, soll jetzt — angezeigt durch einen Stempel im Pass — nur ein vorläufiges Auienthaltsrecht gewährt werden. Grundsätzlich, bedeutet das keine Rechtsverschlechterung, denn ' auch das dem Karteninhaber verliehene Aufenthaltsrecht konnte jederzeit erlöschen. Die Identitätskarte war aber ein vom Pass loggelöstes Ausweispapier und behielt auch seine Gültigkeit nach Ablauf des Passes. Jetzt wird — wenn die Entwicklung in dieser Richtung verläuft — der Aufenthalt mit der Laufzeit des Passes verknüpft, ff G Maseiiisenfaiirii Ericb Gimpe! Ö'nLi: Aufzuge - ähfielziengeii BERLIN SW - 5am.-Nr. 66 23 75/6 und das bedeutet unter Umständen eine erhebliche Erschwerung. So kommt es, dass das Problem der „Weiterwanderung" in der Theorie. sehr viel diskutiert wird, in der Praxis aber nur in geringem Umfange durchgeführt werden kann. Wenn man einigen Ueberklugen glaubt, so möchten am liebsten alle. Einwanderer von Holland nach Amerika, wenn man. aber den Dingen auf den Grund geht, so stimmt das nicht. Gewiss sind bei sehr vielen, die hier noch ohne feste Tätigkeit lebten, sich in Holland und in Uebersee umschauten und gerne hiergeblieben wären, wenn sie etwas gefunden hätten, der Wunsch und der Wille zu überseeischer Wanderung gestiegen; tatsächlich sind aus diesen Kreisen auch viele im Begriff, Holland zu verlassen, wogegen, man aber von einer merkbaren Abwanderung der „bodenständigen Einwanderer" — wenn man. so sagen darf — nicht sprechen kann. Immerhinist es interessant, dass z. B. in. Amsterdam Wohnungen nicht mehr so knapp sind wie in den letzten Monaten und dass man in den von. den jüdischen Einwanderern bevorzugten Wohngegenden (Zuid) wieder erheblich mehr Vermietungsanzeigen sieht. Zulassung von Aerzten in England Die britische Regierung prüft gegenwärtig die Frage der Zulassung einer weiteren " Anzahl von Aersten und Zahnärzten aus Oesterreich; Bevor eine Entscheidung gefasst wird, wird der Innenminister mit Vertretern des medizinischen und zahnmedizinischen Berufes Rücksprache nehmen. Diese Mitteilung wurde vom Unterstaatssekretär im Innenministerium Geoffry Lloyd im Unterhause gemacht. Sie bildete eine Antwort auf eine Anfrage des Abgeordneten John Parker, ob weitere Einwanderer aus Deutschland und Oesterreich zugelassen werden würden, wenn sie entsprechend qualifiziert seien. Jugendtagung in Stockholm Am 10. Juli tritt in Stockholm der 18. Kongress des Skandinavisch - Jüdischen Jugendbundes zVi einer viertägigen Tagung zusammen. Das Programm enthält u. a. zwei Vorträge von Professor E. Wolff, Stockholm, über „Die Forderung der Zeit an die jüdische Jugend" und von Dozent H. Valentin, Uppsala,"über das Thema „Was ist zu tun?" Chefredakteur: Dr Alfred Hirschberg. Stell-, vertretender Chefredakteur: Dr. Ersst G. Löwenthal. Verantwortlich für die Aufnahme von Bildern und für Sport: Dr. E r n s t G. L ö w e n t h a 1. für Feuilleton: Ha ns Oppenheimer. Sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Freiurnschlag beizufügen. Leiter der Anzeigen-Abteilung: Friedrict Nathan, Berlin, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Kate Marcus. Berlin. DA. I. Vj. 37 715. PI. 6. Verlag: Jüdischer Centrai-Verein e. V.. Berlin "W 15, Emser Strasse 42. Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft. mbH.. Berlin SW 68. 55^ Nachmittagskleid zweiteilig, Rock mit Fächerfalfen, aus bunt bedrucktem Vistra - Musselin, mit reicher Georgette-Garnitur, Gr.42-48 Damen-Mantel imprägnierte Kunstseide, doppelreihig mit Rundgurt, flotte SÜponform, in modernen Farben................. 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