Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 24 (16.6.1938)
- Date
- 1938-06-16
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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ffr. 23 *T5Juni 1938 C.-V.-Zefamg SeitelS Breslau^ Striegauer Strasse 2 Jüdische Kunstgegenstände aus schlesischen Gemeinden In der Striegauer Strasse 2, in den Geschäftsräumen des für das jüdische Gemeindeleben in Breslau, vornehmlich auch für das künstlerische Gebiet so.tätigen. Felix Perle, hat man in der letzten Zeit eine Bleibe für jüdische Kunstsachen aus den kleineren schlesischen Gemeinden geschaffen, die z. T. aufgelöst wurden oder deren Mitglieder sich von den alten Familienstücken trennten. Ein Blick in das kleine Kunstkabinett in Breslau lässt einen den Eindruck und die Beruhigung mit nach Hause nehmen, dass die jüdischen Kult- und Kunstgegenstände gut betreut und treu behütet werden. Vieles hat in der Striegauer Strasse Aufstellung gefunden, was in den Räumen des Breslauer Jüdischen Museums in der Gräbscbenerstrasse nicht mehr Platz finden konnte. Interessant, dass Antikes und Modernes wechselt, MiiiiimimummmiiiiiMiiiM Wir müssen wieder einen Sabbat haben Von Elly Gross Wir müssen -wieder einen Sabbat haben, . Wie er uns bei der Schöpfung ward geschenkt Als die vollkommenste der Gottesgaben, Die weisheitsvoll in unser Sein gesenkt. Wir müssen wieder schweigend lauschen lernen s In uns hinein, bis auf der Seele Grund, Vom Lärm des kleinen Alltags uns entfernen, Damit uns wieder göttlich Wissen kund. Wir müssen wieder nach den Sternen greifen Und in die Weite streben aus den Engen, Wir müssen wieder so am Glauben reifen, Dass, Berge wir versetzend, Fesseln sprengen. Dass wir erkennen, was die Väter wussten, Was der Propheten Geist dem Volk gebracht, Dass Sinn in allem, was wir dulden mussten, Ein höh'rer Sinn, als ihn der Mensch erdacht. Dann wird sich uns im neuen Lichte zeigen All unser Leid, vor dem wir zagend stehn, Dann wandeln unsre Klagen sich in Schweigen Und Läuterung wird schmerzliches Geschehn. Dann werden wieder wir den Sabbat haben, Wie Gott ihn eingesetzt am Urbegirm, Und Weisheit, Frieden wird die Seele haben Und allen geben einen neuen Sinn. '.miiümimmimiü;iII!IIIIIIM1!illllll1l!lllllllllimillllIIMIIIIIIIIlltlllll]ll!IHIIIIIIIMII! dass man BiederuieierMlder neben die Porträts moderner jüdischer Breslauer Maler hängte, dass Kunstgewerbe, wie eine Zinnschüssel und eine Kanne aus demselben Werkstoff, ein Waschgefäss, neben einer biedermeierischen Standuhr und ihrem Zifferblatt mit hebräischen Lettern steht. Wir freuen uns an dem Gemälde von E r n s t 0 p p 1 e r, eine Mädchenbildnis, und an seines Bruders, Alexander Opplers, Bronze „Barbarin". Wir lernen den Maler Eugen Hamm mit farbig guten Porträts junger Mädchen kennen und schätzen Eugen S p i r o s Kunst, gerade Frauen zu malen, immer wieder von Neuem in jenem Oelbild und jenem Pastell aus der Familie Michaelis. , Die neuere Zeit lässt aber immer den Blick in die Vergangenheit schweifen. Damals in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts malte die schlesische Künstlerfamilie Henscbel in Breslau; Ausstellungen im Breslauer und Berliner Jüdischen Museum vermögen uns Ausschluss zu geben über das oeuvre, besonders von Wilhelm Henschel, der Verbindungen bis nach Oberschlesien hatte. Unbekannt gebliebene Maler, die durch die Provinz zogen, gingen oft ans Werk, und die beiden hübschen Pastelle von N eh e m i a s 'S t e r n und Abraham Stern, geben Kunde von dem schlichten, vojnehmen Typus' des jüdischen Menschen in Festenberg. Aus Landesbut sieht man das Porträt von Johanna Buttermilch geb. Wolfsohn (1818 bis 1909). Sie war die Tochter des Landrabbiners Aron W o 1 f s o h i, der in Posen und in Hildesheim amtierte und im Tallis. gemalt wurde. Nach der Verheiratung der Tochter nach Landeshut kamen beide Bilder nach Schlesien und heute in den Besitz der Breslauer Jüdischen Gemeinde. Bekannte Namen werden weiter lebendig: da ist die Familie Landmann, die sich von einer zarten Kreidezeichnung, eines Kindes trennte. Landmanns besitzen noch heute die Brautbriefe der Grössmutter, biedermeierische Dinge, die das Leben der Zeit wachwerden lassen. Die unermüdliche Helferin Felix Perles, Dr. Helene Samuel söhn, zeigt den Katalog der Gemeindesammlungen, ein Album in Leder mit der Aufschrift „Souvenir 1847—1849". Das ist jener Briefwechsel von Johanna Meyer in Frankfurt a. d. 0., den sie mit dem Verlobten Julius Landmann in Grünberg geführt hat! 371 Briefe und" noch Hochzeitsgedichte! Nicht zu vergessen das Poesiealbum, das Landmanns dem Museum gaben, jenes Buch von Röschen und Helene Meyer in Frankfurt a. d. 0., beginnend im Jahre 1836! Nur wenige jüdische Menschen haben bisher diese Kunstsachen sehen könen. Möge die Idee, die die um ihre Erhaltung tätigen Gönner bei der'Anordnug und Aufstellung beseelt, nämlich geistiges Gut vor dem Untergang zu bewahren, in den Kreisen der Juden in^ Deutschland Resonanz finden. Dr. Olga Bloch. Kunstnachrichten Von den fünf oder sechs Ausstellungen, die dfe Galerie D. Katz in Dieren im Laufe der letzten Jahre veranstaltete, ist die jetzt in Amsterdam eröffnete Schau zweifellos der Höhepunkt. Unter den fast 100 Gemälden befinden sich nicht weniger als je ein halbes Dutzend Rembrandts,- Jan Steens und van Goyens, fünf Salomon Ruysdaels, vier Aelbert Cuyps usw. Kaum ein grosser Name der holländischen und der flämischen Malerei fehlt. Der Erhaltungszustand der schönen Bilder ist besonders gut Neben der Vielzahl der grossen Namen begegnet die Vielfalt der Themen, alle Schulen, alle Malweisen sind vertreten. Die Sammlung Otto Beit lieferte für die Dauer der Amsterdamer Schau zwei wundervolle Porträts von van Dyck, die Kunstsammlungen von Lord Melc h e 11 und Lord D u v e e n herrliche Rernbrandt-Bilder, darunter den „König David", der in der Presse abgebildet wird* * Die Pariser Galerie Charpentier versteigert die wertvollen Bestände der Sammlung M. Albert Meyer. * Als Nachfolger des kürzlich zurückgetretenen Direktors der Täte Gallery in London, Mr. I. B. Manson, wurde Mr. I. K. M. Rothenstein, früher Museumsdirektor in Leeds und Sheffield, berufen. * Bei Christi e's in London kommt die anerkannte Porzellansammlung von Dr. Jakob Goldsc.hmidt unter den Hämmer. Es handelt sich um Chinaporzellan, vor allem um die kostbaren Porzellanvögel der besten Epochen, so dass die Sammlung die wervollste Kollektion ostasiatischer Keramik darstellt, die seit fünfzig Jahren auf den englischen Markt kommt. * In der Kunsthandlung „Binnenhuiskunst" in Amsterdam werden keramische Arbeiten von Marguerite Friedlaender, der früher in Berlin tätigen Malerin, gezeigt. '■ * Im Kunstzaal van Lier in Amsterdam' stellt der Maler Victor Tischler seine' neuesten Arbeiten aus. Der juilg|e DdaCrOlx/Selbstdarstellungen eines Malers Es wäre natürlich zu fragen, ob eine solche Publikation (Briefe, Tagebücher und andere Aufzeichnungen bis zur marokkanischen Reise, mit einer kurzen Biographie von Dr. H. Graber, reich illustriert; Benno Schwabe &Co.; Verlag B a sei, 1937) gerechtfertigt sei, nach den. vielen derartigen gerade aus dem Leben dieses Vaters der neueren französischen und damit europäischen Malerei. Sie ist es gewiss, denn sie hält sich mit ihrem kurzen historisch genauen, wenn auch in der Sprache etwas hölzernen biographischen Vorwort des Herausgebers frei von kulturhistorischen Erörterungen, deren es eben um der Bedeutung des Werkes eines solchen Künstlers willen auch in unserem Sprachraum seit Jahrzehnten manche gibt, zu schweigen von dem seines Heimatlandes. Statt dessen lässt es, sich bescheidend, den Maler selbst sprechen aus seinen eigenen schriftlichen Kundgebungen verschiedener Art, mit denen er sich Rechenschaft abzulegen sucht über seine wachsende Kunst. So erkennen wir aber um so deutlicher das Ringen eines jungen genialischen Menschen um die Mittel, sich selbst darzustellen, aus seinen eigenen Bekenntnissen. Denn diesen Dokumenten entwächst das Bild des Künstlers, eine's unnachgiebigen Feuerkopfes, der besessen war von seiner Mission bis dahin, wo er diese und damit sich wirklich selbst gefunden hat, um seinen eigenen Weg zu gehen und so die malerische Entwicklung, man kann sagen eines Jahrhunderts, einzuleiten bis über van Gogh und Cezanne hinaus. Es geht bis zur Zeit seiner marokkanischen Reise im Jahre 1832, die er, der Sohn eines Präfekten und zur jeunesse doree von Paris gehörend, im Gefolge einerstaatlichen Gesandtschaft mitmachen durfte. Das war die romantische Reise in den Orient, die damals mancher unternahm, um stofflich bereichert und menschlich gefestigt zurückzukehren — oder zugrunde zu gehen. Von Byron angefangen bis auf Flaubert, dessen Tagebücher mit dem von Delacroix in ihrer Anschaulichkeit — beide Waren ausgesprochene Augenmenschen — seltsame Verwandtschaft zeigen, ja, man kann hier noch Disraeli nennen. Und das Tagebuch dieser Reise ist gerade für uns ergiebig über die Aeusserungen zum künstlerischen Handwrerk hinaus, weil streckenweise auf jeder Seite Begegnungen mit Juden erwähnt werden, sephardischen selbstverständlich, ganz orientalisierten Juden, deren äussere Erscheinung seine Aufmerksamkeit offensichtlich ganz besonders erregt. Denn natürlich sieht er sie nur mit den Augen des Malers; keine Rede davon, dass er irgendwie ein politisches, religiöses oder soziales Problem dabei berührt. Wie Entwürfe zu Bildern lässt er das gleich erstehen, indem er es aufschreibt: eine jüdische Hochzeit zum Beispiel, sehr anschaulich und farbig, seitenlang könnte man es zitieren mit allen Details, die er gibt. Zweifellos hat er gerade von hier in sich Visionen mit heimgenommen, die später schöpferisch bei ihm wirksam geworden sind, bedenkt man einige seiner berühmten Bilder. Und einmal schreibt er einem Freunde: „Die Jüdinnen sind ebenfalls sehr schön, und ihr Kostüm ist sehr malerisch. Ich habe mehreren ihrer Zeremonien beigewohnt . . .** Dies alles, was das Buch umschliesst, ist freilich nur der Beginn einer Laufbahn, die schliesslich in die Klassizität einer Nation verlief, zugleich aber in die Tragik der grossen Einsamen. Man muss dazu nur vergleichen die kühnen, hochgemuten Züge des gezeichneten Selbstbildnisses dieses Zwanzigjährigen am Anfang des Bandes mit denen der späten Selbstporträts des alternden Künstlers in ihrer grossen Melancholie. J. P. Konzerte und Vorträge in Berlin und im Reich Der Berliner Kulturbund reichte als appetitanregende Vorspeise zu der (an dieser Stelle schon ausführlich gewürdigten) Aufführung der „Schönen Helena" eine Offenbach-Sonderveranstaltung. Dr. Anneliese Landau plauderte scharmant wie. nur je über den Meister. Leben und Werk skizzierend gegen den Hintergrund des zweiten französischen Kaiserreiches, sicher im Aufspüren ernster, gefühlshafter Töne, im Wissen um das menschliehe und künstlerische Ethos des grossen satirischen Erziehers. Die Beispiele führten von den frühen „Bouffes parisiennes" bis zu der genialen Oper, mit der dieses Scharfen grossartig ausklingt; ihnen gab Susanne Landsberg (Holländer) ihr kultiviertes Singen, gab Max Kuttner — hier in seinem eigensten Element — vor allem die erfrischende Lustigkeit der Posse. H. Fr. Unter dem Titel „Wallfahrt zu Gott*' sprach Hertha R e 1 s s ein wertvolles Programm, das die Grundlagen jüdisch-religiösen Erlebens im. Spiegel jüdischer Dichtung zeigte. Die Vortragende wusste mit starker innerer Beseelung den schlichten Erzählerton der Bibel ebenso sicher zu treffen wie die leidenschaftliche Ekstase unserer heutigen Dichter, so dass die Hörer mit gespannter Aufmerksamkeit lauschten. — An den die einzelnen Abschnitte einleitenden Kompositionen biblischer Texte erwies sich, dass auch unsere Tonsetzer im Begriff sind, für die religiöse Erneuerung den adäquaten Stil zu finden: sei es, dass sie wie Dymont; Nadel, Alfred Gutmann an ostjüdische Vorbilder anknüpfen, oder wie Oskar Guttmann auf noch ältere Ueberlieferungen mit orientalischem Einschlag zurückgehen. Bernhard Chrzel litzer säng_ die Werke mit warmer Empfindung und voluminöser Stimme, die er vielleicht dem kleineren Raum dynamisch etwas angleichen müsste. Auch er fand verdienten herzlichen Beifall. Am Flügel waltete künstlerisch zuverlässig wie stets Dr. Oskar Guttmann. A. L.-L. Ein Solistenabend des Frankfurter Kulturbundes vermittelte die Bekanntschaft mit dem ausgezeichneten Flötisten Alfred Lichtenstein (Berlin), der als Virtuose die Eiipassagen seines Instrumentes mühelos beherrscht, nicht minder aber für die elegischlyrischen Stimmungen einen klaren schönen Ton zur Verfügung hat. Die Frankfurter Pianistin Alice Rosenbaum steuerte Klassisches, Romantisches und Impressionistisches bei; sie erfasste sehr fein den Stimmungsgehalt zarter Debussy-Stücke und erfreute durch die scharmante Eleganz, die Liszts Impromptu-Walzer erhielt. Dr. Willy Salomon war der ebenbürtige Begleiter des Solisten. — Kein Vernünftiger wird der heiteren, der leichten Kunst auch für unseren Kreis das Daseinsrecht bestreiten; zu fordern ist allerdings, dass ein gewisses Niveau eingehalten wird. Bei einem Abend der ...Jüdischen Tonkünstler Frankfurts", dem letzten der Saison, war das durchaus der Fall. Trude Kander, von dem oft bewährten Max Firnberg begleitet, sang hübsche Chansons mit gefälligem Vortragstalent und angenehmer Sopranstimme, und Evelyn Auerbach vermittelte in sehr sympathischer schlichter Art allerlei kleine Anekdoten heiter-nachdenklichen Inhaltes und Scherzgedichte, u. a. auch ein paar Kurzgeschichten Alfred Auerbachs. —tt. Eine Feierstunde wahrer Kunst bereitete der Vorstand der Bonner Jüdischen Gemeinde durch ein in der Synagoge veranstaltetes Konzert. Ruth Kisch-Arndt, die Kölner Altistin, passte sich ganz der Weihe des Raumes an — ihr herrliches Organ, das in glockenreiner - Intonation, vereint mit Wärme des Klanges und erschöpfender Technik, rückhaltlose Bewunderung hervorruft, stempelt sie zu einer aussergewöhnlichen Erscheinung. Sie brachte Arien von Händel und Stradella, palästinensische Gesänge von Joel Engel und weitere in der Bearbeitung von Herbert Fromm. Lily Heumaan-Mam- 1 o c k hatte in der Chiaconna von Vitali, der Symphonie Espagnole des spanisch-französischen Lalo und in der obligaten Solopartie der Stradella-Arie Gelegenheit, ihre grosssügige Bogenführung, ihre blühende Tongebung, überhaupt Molnars „Delila" im Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr; .Wie bereits an verschiedenen Kulturbundbühnen, so ging auch im Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr Molnars Lustspiel „Delila" in Szene. Es erübrigt sich also, auf das an dieser Stelle mehrfach gewürdigte Werk näher einzugehen. Die Regie der Aufführung, die wieder einmal in den bewährten Händen von BenSpanier lag, liess das amüsante Stück wie prickelnden Sekt auf das Publikum wirken, sodass es am Schluss der Vorstellung lebhafte Beifallskundgebungen gab. Ernst Rose spielte den Virag, zu Eingang des ersten Aktes leicht überhastet (dieser Mann hat schliesslich die Vierzig überschritten), fand sich aber später ausgezeichnet in die konfliktreiche Rolle des alternden, für ein junges Mädchen entflammten Liebhabers, der sich wiederum von seiner Gattin schwer zu trennen imstande ist, hinein. Weniger Gewissensqualen, dafür aber mehr Interesse am Sparkassenbuch ihres Brotherrn und Begehrers hatte die Kellnerin Ilonka, die von Ruth Festersen mit plumper und doch graziler Koketterie bei allzu „berechnender" Dummheit entzückend dargestellt wurde. Dass Friedl Münz er die Gestalt der Marianne, Virags Frau, mit überlegener weiblicher Klugheit, vornehm in Geste und Handlungsweise auffasste und ausstattete, ist nicht weiter verwunderlich. Klaus Brill gab Ilonkas Bräutigam, der etwas mehr weichlich-schwankende Tendenz als derbe Haltlosigkeit vertragen hätte. Eine schauspielerische Leistung par excellence war die gütige, gerechte, täppisch-neugierige. Schankburschenfigur Ben Spaniers. In kleinen Rollen bewährten sich Willibald F r ä n k e 1, Alfons Fink und Julius R u t - kowsky vollauf. Das reizende Bühnenbild entwarf Egon Markus. —yo— Franz Molnars Lustspiel ..Deliia." erlebte am Teatro Elises in Rom erfolgreich seine italienische Erstaufführung. Zu gleicher Zeit selanprte Molnars Drama „Der gläserne Pantoffel" in Venedig zur Darstellung. Franz Molnars „Spiel im Sehinss'1 ist am 19. Juni, 21 Uhr. über den schweizerischen Landessender Beromünster zu hören. alle Eigenschaften einer fein empfindenden Geigerin zu zeigen. Willi Löwenstein (Köln), Dirigent des Synagogenchors Bonn, betätigte sich mit grossem Erfolg als vornehmer Mitgestalter und Begleiter am Klavier. —yo— Der schöne Wert der Veranstaltung der Tanzgruppe Susanne ~ P a n d e r im Jüdischen Kulturbund Hamburg war die sparsame Ausgewähltheit und liebliche Durchführung, das Märchenhafte und Neuartige des Programms „Biblische Gestalten im Tan z". Neu . . . und doch alt, als ob diese Tänze junger mädchenhafter Kinder im tiefsten "angeschlossen wären an jene volkliche Kraft, aus der einst König David zum Lobe Gottes vor der Bundeslade tanzte. Juden tanzen wieder aus jüdischem Element. Ein Spüren, eirr Tasten noch. Aber — ein dankenswerter Anfang! — Es spricht für die künstlerischen Grundsätze dieser Schule, dass die tänzerische Formung der biblischen Gestalten Esthers, des Königs, des Hofes u.a. nicht ins Pantomimische abglitten. Besonders zu erwrähnen die stolzverwegene tänzerische Lebendigkeit des Königs Ahasverus (Miriam Pander) und der Ausdruck lieblicher Zurückhaltung in den Tänzen der Esther (Liesel Meyer). Der zweite Teil zeigte fleissige tänzerische und gymnastische Schulung am laufenden Band. Zwischen den Tanz Vorführungen unterhielt der Zauberkünstler Erwin F r ä n k e 1 mit Geschwindigkeit und Hexerei. Senta L i s s a u e r am Flügel war verständnisvolle musikalische Führung und Begleitung. _ " E. Gtm. Neue Kompositionen von Ludwig Schlesinger Von Ludwig Schlesinger, der . in unseren Konzerten verhältnismässig selten, dann aber stets mit ernstzunehmenden Werken vertreten war, liegt im Manuskript eine Anzahl Lieder aus den letzten Jahren sowie eine Suite für Streichorchester vor. Ein Musikertum. dem jede Trivialität, jedes Streben nach billigem Effekt fremd ist, setzt sich in diesen Werken mit alter Form und neuer Klanglichkeit auseinander. Die Lieder wurzeln stilistisch im Boden der Spätromantik. Wo ein Durchbruch in letzte Geschlossenheit noch nicht erfolgt ist, wird doch eine starke Begabung für das Intime, seelisch Versponnene spürbar. Anders,. von holzschnittartiger Herbheit, gibt sich die Suite. Eine rhythmisch sehr ruhige zweistimmige Invention bildet den Auftakt; eine Arie schliesst sich an, im ersten Teil mit ostinatem Bass, über dem ein Geflecht von zwei Oberstimmen erscheint. Das nun folgende. Tempo di Minuetto übt durch seinen musikantisch-frischen Charakter die unmittelbarste Wirkung aus. Eine Fughette und eine* energiegeladene Toccata schliessen das Ganze ab. Als vorläufiger Gesamteindruck wäre festzuhalten: ein beachtliches Talent sucht in diesen Kompositionen auf schwierigem Gelände seinen Weg. H. Fr. Jüdischer Kulturbund Berlin Wochenplan Theater in der Kommandanteastrasse 57, 20 UV: „Die seböne Helena" 19. Juni fAbt. 9. 19), 20. Juni fAbt. 8, 18. 44: 44 250—44 299). 21. Juni ■■(Abt.' 7, 17, 44: »4.4 300—44 349). 22, Juni (Abt. 26, 36, 44: 44 350—44 399). 23. Juni (Abt. 21, 31). Kulturbundsaal. Kommandantenstr. 58/59, 22. JuaL 20 Uhr: Vortrag Dr. Bertha Badt-Strauss.