Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 23 (9.6.1938)
- Date
- 1938-06-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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g?r. 23 S. Beiblatt Palästiii a-Iiii sc*1i au der C.-V.-Zeitimg Seile IT.?. Juni 1938 Vor der der Mandats- Sitzung Kommission Von unserem W - B er i ch t er st a 11 er Genf, 6. Juni. Die Vertretung der Jewish Agency for Palestine beim Völkerbund nimmt in ihrem Bulletin vom 4. Juni 1938 zur bevorstehenden Tagung der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes Stellung, auf deren Tagesordnung bekanntlich die Prüfung des Berichtes der britischen Palästina-Verwaltung für 1937 steht. Die Tätigkeit der Mandatskommission in der Palästina-Frage ist durch den Beschluss des Völkerbundsrates vom 16. September 1937 festgelegt. Dieser Beschluss lautete folgendermassen: ,Jn Berücksichtigung des Wunsches der Regierung des Vereinigten Königreiches, das Studium des Problems des Palästina-Statuts " fortzusetzen, insbesondere was die gründliche Prüfung der Lösung durch eine Teilung des Mandatsgebietes anbetrifft; „Im Hinblick auf die von dem Vertreter des Vereinigten Königreiches bei dieser Gelegenheit gegebenen Zusicherungen bezüglich der Einwanderung: — ..Erklärt sich der Rat damit einverstanden, dass die Regierung des Vereinigten Königreiches zur Prüfung des obigen Problemes schreitet und die dazu erforderlichen Massnahmen trifft; ,.Und — unter ausdrücklichem Hinweis auf die Tatsache. dass, solange er nichts Gegenteiliges beschliesst, die Mandats-Charte vom 24. Juli 1922 auch weiterhin in Kraft bleibt — schiebt die grundsätzliche Behandlung der Frage auf, bis er in der Lage sein wird, sie in ihrer Gesamtheit zu. überprüfen: jedwede Beurteilung oder Erschliessung behält sich der Rat bis zu diesem Zeitpunkt vor." Da die zur Zeit sich in Palästina befindliche Teilungskommission ihre Arbeiten noch nicht beendet hat, wird die Mandatskommission ebenso wie der Völkerbundsrat bei den bevorstehenden Tagungen noch nicht in der Lage sein, zu der Teilungsfrage „in ihrer Gesamtheit" Stellung zu nehmen: dies wird vielmehr erst der Fall sein, wenn die britische Regierung den zuständigen Völkerbundsorganen den vollständigen Teilungsplan vorlegen wird. Bis dahin aber, so schreibt das Bulletin der Jewish Agency, bleibt, auf Grund des Beschlusses des Völkerbundsrates vom 16. September 1937, das Mandat in seiner Gesamtheit in Kraft. Da die Einwanderungsbestimmungen innerhalb des Mandats das A und 0 des Statuts bilden, so bedeutet die Beschränkung der jüdischen Einwanderung nicht nur einen Verstoss gegen das Mandat selbst, sondern auch gegen den ausdrücklichen Beschluss des Völkerbundsrates. Das sei um so bedenklicher, als diese Massnahme, wie die letzten englischen Zeitungsmeldungen über das Vorhandensein zahlreicher Stützpunkte palästinensischer Terroristen in Syrien und die mangelhafte Zusammenarbeit der französischen Mandatsverwaltung mit der Palästinaregierung eindeutig beweisen, nur zur Verstärkung des Terrors seitens arabischer Terroristen beigetragen habe. Diesen Tatsachen müsse die Mandatskonimission bei ihrer bevorstehenden Tagung Rechnung tragen. Legale und „illegale" Einwanderung Das Bulletin der Genfer Vertretung der Jewish Agency veröffentlicht einige interessante Mitteilungen über die Einwanderung nach Palästina im ersten Vierteljahr 1938 und zur Frage der „illegalen" Einwanderung. Die Einwanderung nach Palästina in den Monaten Januar-März 1938 belief sich auf 4173 Personen (davon 3918 Juden), gegenüber 3354 Einwanderern (darunter 2951 Juden) für die gleiche Periode im Jahre 1937. Im Monat März allein sind 2866 Juden eingewandert, unter denen sich 61 Touristen befinden, die die Erlaubnis zum Aufenthalt als Einwanderer erhalten haben. Von diesen Einwanderern gehören 303 zur Kapitalistenklasse: 260 Personen sind als „Verwandte von Kapitalisten" eingewandert. 1062 Personen (nebst 531 Verwandten) sind als Arbeiter und-352 als „Verwandle in Palästina ansässiger Personen" ins Land gekommen. 398 Einwanderer gehören anderen Einwanderungskategorien an. Von den im März eingewanderten Juden kamen 1042 aus Polen, 877 aus Deutschland, 205 aus Rumänien und 100 aus der Tschechoslowakei. Zur Frage der „illegalen Einwanderung" veröffentlicht das Bulletin" einen Bericht des; Wanderurgsdezernats der Palästinaregierung, der schlagend die Legende von dem ständigen Anwachsen der Zahl von jüdischen „illegalen" Einwanderern widerlegt. .Nach diesem Bericht sind 1937 897 Araber, 93 Juden und 782 sonstige Personen illegal eingewandert. Es handelt sich ausschliesslich um Touristen, die nach Ablauf ihrer Aufenthaltserlaubnis im Lande geblieben waren. 1246 Personen, deren Ankunft nicht registriert worden war, haben im Laufe des Jahres Palästina verlassen. Darunter befanden sich 489 Araber und 382 Juden. 859 Personen sind 1937 deportiert worden, darunter 295 Araber und 129 Juden. Nachrichten vom Tage Die Palästina-Ausstellung und Messe, die vom Keren Kajemet unter dem Protektorat von Lady Fitzgerald und Mrs. I. M. Sieff und der architektonischen Leitung des palästinensischen Architekten Grinspon in London veranstaltet wird, wird vom 21. bis 23. Juni für das Publikum geöffnet sein. Die Ausstellung wird vier Abteilungen enthalten. In der ersten werden die Lebensbedingungen der Juden in Osteuropa sowie der Zustand Palästinns vor dem jüdischen Aufbau bildlich dargestellt werden. Die zweite Abteilung wird das Aufbauwerk selbst zur Darstellung bringen, die dritte Abteilung ist der palästinensischen Industrie nnd die vierte dem Städtebau und dem Brziehungswerk gewidmet. Die Palästina-Messe, die zur gleichen Zeit stattfinden wird, wird aus 24 Ständen bestehen. Man hofft, dass bei beiden Veranstaltungen zusammen mindestens 10 000 Pfund für Bodenerwerb in Palästina aufgebracht werden. * Die Delegation der britischen Regierung bei der Sitzung der Ständigen. Mandatskommission, die in Genf am 9. Juni eröffnet werden wird, wird unter der Führung des Unterstaatssekretärs im Kolonialamt Sir John Shuckburgh stehen. Weitere Mitglieder der Delegation sind u. a. Mr. S. Moody, Staatssekretär der Palästinaregierung, Mr. A. S. Kirkbride, der frühere Stellvertretende Ministerresident von Transjordanien, und Mr. I. M. Martin, der Sekretär der Königlichen Palästinakommission. * In der Nähe von Jaffa wurden fünf illegale jüdische Einwanderer, die in einem Segelboot von Aegypten nach Palästina gekommen waren, verhaftet. * Chaim Weizmann ist am 2. Juni von Palästina abgereist und hat sich nach, London begeben. Auf dem gleichen Schiff hat Mrs. Rose Jacobs, das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency. Palästina verlassen, um sich nach Amerika zu begeben. * Der 17jährige* Jude Arje Relback wurde im Westen von J e r u s a 1 e m ^angeschossen und leicht verwundet. Da die Schüsse aus der Richtung des arabischen Dorfes Lifta kamen und die Dorfbewohner die Angreifer innerhalb von 24 Stunden nicht auslieferten, wurde in Lifta eine Abteilung Polizisten postiert. * Eine arabische Terroristenbande in der Stärke von 40 Mann überfiel in der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni die Eisenbahnstation Kakun, sperrte alle Anwesenden in einen Raum und setzte das Gebäude in Brand. Glücklicherweise konnten die Beamten gerettet werden; das Gebäude jedoch brannte nieder. Die Behörden beschlossen, auf Grund dieses Vorfalles bis auf weiteres keine Züge mehr in Kakun halten zu lassen. * In der Nacht vom 2. zum 3. Juni überfiel eine 50 Mann starke Bande ein arabisches Feldlager und stahl 600 Kilogramm Dynamit, die für öffentliche Arbeiten im Scharon benötigt wurden. Die Banditen stahlen auch Geld und setzten die Laeerhülten in Brand. Zwei Todesurteile gegen Juden Nach elftägiger Dauer hat der Prozess gegen die drei jungen Juden, die angeklagt waren, am 21. April einen arabischen Autobus beschossen zu haben, sein Ende gefunden. Schlomo Ben- Josef und Abraham Schein wurden zum Tode verurteilt, während der dritte, Schalom Zurabin, als unschuldig befunden und einer Irrenanstalt überwiesen wurde. Der Prozess war vor dem; Militärgericht in Haifa zuständig. Eine Bestätigung des Urteils steht noch aus. Arabische Abwelirfront gegen den Terror Nicht nur in den offiziellen arabischen Kreisen der Nachbarländer Aegypten' und Syrien rückt man, wie die jüngsten Erklärungen autorisierter Stellen beweisen, von dem palästinensischen Terror ab. Auch in der arabischen Bevölkerung Palästinas selber wächst die Auflehnung gegen das Bandenunwesen. Je mehr die verschiedenen Hilfsquellen des Terrors versiegen, desto mehr bemühen sich die Bandenführer, durch immer kühnere Raub- und Erpressungsversuche, die erforderlichen Mittel von den wohlhabenden Arabern der Städte und auch von den armen Fellachen des Landes einzutreiben nnd durch eine Art fliegender Kriegsgerichte, deren Urteile sofort vollstreckt werden, auch die politische Opposition zu unterdrücken. Aber, jetzt haben in den Dürfern Swastija und Burin die arabischen Dorfbewohner selber Angriffe arabischer Banden abgeschlagen, nnd den Bewohnern von Sanur (bei Djenin) gelang es sogar, von einer Terrorbande, welche die Auslieferung des Muktar verlangte, drei Mann zu verwunden und fünJL gefangen zu nehmen: die Gefangenen wurde™ später der Polizei übergeben. Auf den Bergen des Zalich wurden 1000 jüdische Arbeiter und Hilfspolizisten zu einem Arbeitslager zusammengezogen, um die Fertigstellung des Grenzverhaues zu beschleunigen. Stürmische Hafen-Generalversammlung Die Generalversammlung der Hafengesellschaft von Tel-Aviv musste nach stürmischen Debatten um Mitternacht abgebrochen und auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden, ohne dass es zu einer Beschlussfassung kam. Der Vorsitzende, S. Hoffjen, teilte einleitend, W« SCIÜM S N S IC! TlktoriaWas*« 13 . Herrenu. Damenscfmeiderel, Hemdenmacher nach einem Rückblick auf die jüngste, sachlich' so erfreuliche Entwicklung des Güter- und Passagierverkehrs im Hafen, mit, dass die Verwaltung ein durchaus klares Programm habe, um die Schulden zu konsolidieren, die sich' daraus ergeben haben, dass zunächst mehr Geld investiert werden musste, als durch die Aktienemission aufgebracht worden war. Er verteidigte die Histadruth gegen den Vorwurf, dass sie zugunsten der Auslandsaktion ihrer eigenen Schiffahrtsgesellschaft „Nachschon" eine allgemeine Auslandsemission der Hafengeseilschaft verhindert habe. Die Auslandsemission des Hafens werde zum geeigneten Zeitpunkt durchgeführt werden. R e m e s berichtete über die im Hafen arbeitende Leichtergesellschaft „Prikah", die, entgegen den in der Oeffentlichkeit verbreiteten Behauptungen, keinen Verlust, sondern nach Deckung des Anlaufdefizits sogar einen kleinen Ueberschuss erzielt habe. Jüdisches Archivwesen in Palästina Von Bernhard Brilling I. In letzter Zeit sind auch in dem jungen jüdischen Gemeinwesen Palästina Archive entstanden, die ich bei meiner vorjährigen Palästinareise besichtigen konnte. . Die jüdischen Behörden in Palästina sind im allgemeinen noch so jung, dass die in Europa übliche Trennung zwischen Registratur und Archiv noch nicht erfolgt ist. Daher wird bei den jüdischen Behörden sowohl die Registratur (d. h. die laufenden Akten) als auch das Archiv in unserem Sinne mit dem gemeinsamen Namen Archiv (neuhebräisch Ärchion oder Genisa) belegt. Tel-Aviv, das bald sein oOjähriges- Jubiläum feiern kann, besitzt schon ein Archiv, in dem die „älteren", ausgeschiedenen Akten gesondert aufbewahrt werden. Die Registratur des Magistrats (Irijah). die das Archiv mitverwaltet, wird in ausserordentlich moderner und einschlägiger Weise geführt, so dass man von ihr durchaus sagen kann, dass sie, verwaltungsmässig gesehen, alle Aufgaben voll und ganz erfüllt. ' Im Hinblick auf künftige wissenschaftliche Bearbeitung dagegen macht sich natürlich das Fehlen eines wissenschaftlich vorgebildeten Archivars bemerkbar, der aus der Registratur ein wirkliches „Stadtarchiv" machen müsste. Die Aufgabe eines solchen Städtarchivs wäre es natürlich nicht allein, die aus der Registratur ausgeschiedenen Akten sachgemäss zu sammeln und zu ordnen. Sein Arbeitsgebiet müsste sich vielmehr darauf erstrecken, alles, was auf die Geschichte von Tel-Aviv Bezug hat, zu sammeln und somit das Material für die künftigen Historiker vorzubereiten. Das Stadtarchiv müsste dementsprechend auch die Akten der in Tel- Aviv existierenden Vereine und Körperschaften, ferner die Nachlässe und Korrespondenzen bedeutender in Tel-Aviv lebender Männer zu erwerben suchen und sich auch schliesslich darum bemühen, die verstreuten Dokumente und Archivalien, die die einzelnen Einwanderer aus den Heimatländern mitbrachten, der Vernichtung zu entziehen und aufzubewahren. Auch die Geschichte der älteren Judengemeinde in Jaffa müsste in den Aufgabenkreis des Stadtarchivs einbezogen werden. Sicherlich ist schon viel wertvolles Material der Jaffaer Gemeinde verlorengegangen. Im Archiv des vereinigten Tel- Aviver und Jaffaer Rabbinats waren nach der Aussage des dortigen Beamten ältere Dokumente überhaupt nicht vorhanden. Ob solche in dem besonderen Archiv der Kehilla Tel-Aviv-Jaffa vorhanden sind, konnte ich leider nicht fest-., stellen. Neben diesem Stadtarchiv gibt es in Tel-Aviv noch ein mit modernsten Einrichtungen ausgestatetes Archiv, das Archiv der Histadruth, das die ungefähr bis 1900 zurückreichenden Archivalien der Gewerkschaften und der vereinigten Arbeiterorganisationen enthält. II. Ein. jüdisches Staatsarchiv existiert in Palästina noch nicht. Aber seine Funktionen werden von dem Zionistischen Zentral- A r c h i v in Jerusalem ausgeübt, das das Archiv der Zionistischen Weltorganisation darstellt. Dieses von Dr. G. Herlitz geleitete Archiv wurde 1919 in Berlin gegründet'und 1935 nach Jerusalem übergeführt, wo es augenblicklich in Kellerräumen des Gebäudes der Jewish -Agency untergebracht ist. Heute ist dieses Archiv, das in seiner Einrichtung von den erwähnten Archiven vorläufig noch absticht, das grösste jüdische Archiv in Palästina, dessen Besuch jedem an jüdisch-zionistischer Geschichte Interessierten empfohlen werden kann. Es enthält etwa 20 000 offizielle Akten zionistischer Stellen, beginnend mit der Gründung der zionistischen Organisation. Darunter befinden sich u. a. die Akten und Dokumente der zionistischen Zentralbüros in Berlin, Köln, London und Wien, der zionistischen Zweigstellen in Jaffa und Kopenhagen (während des Weltkrieges), in Berlin und Paris aus der Nachkriegszeit, ferner die Akten sämtlicher Zionistenkongresse. des Hauptbüros des Nationalfonds und des Keren Hajessod. Neben diesen offiziellen Akten enthält das Zionistische Zentralarchiv ferner private Archive und Dokumentensammlungen aus der Zeit der Chowewe Zion und Herzls bis auf unsere Tage, die eine wertvolle Ergänzung der offiziellen Akten bilden und ausserdem auch für die Geschichte des Zionismus und des Paläsüna-Aulbaus in der Zeit vor der Gründung der zionistischen Organisation von grosser Bedeutung sind. Das Wichtigste dieser privaten Archive ist der erst vor kurzem übersandte schriftliche Nachläse Theodor H-erzls. Von anderen wichtigen Privatsammlungen, die dort aufbewahrt sind, nenne ich die Archive bekannter Zionisten aus Deutschland: Rabbiner Dr. J. Rülf, Professor Otto Warburg. Dr. Adolf Friedemann und Dr. A. Hantke. Seit neuestem sammelt das Archiv alles auf die Geschichte der jüdischen Siedlungen bezügliche Material. So sah ich dort u. a. eine Sammlung der verschiedenen von den Kibbuzim herausgegebenen Pessacb-Hagadot, die für die kulturelle und religiöse Entwicklung sehr aufschlussreich sind. Von den eben geschilderten grossen und modernen Archiven stechen natürlich* die ..Archive" der Kehilloth, der religiösen Gemeinden, ab, deren Einrichtungen, wie mir einer der dort beschäftigten Beamten sagte, nicht den neuesten Anforderungen entsprechen. Dabei sind gerade in Palästina die nationalen Institutionen um die Aus- und Fortbildung des jüdischen Archivwesens sehr bemüht. Bereits zweimal fanden stark besuchte Tagungen der jüdischen Archivare und Registratoren in Palästina statt, mit dem Zweck, "die zuständigen Stellen mit einer -modernen Systematik des Archivwesens vertraut zu machen und zugleich das nötige Interesse für den Schutz und die Aufbewahrung der Archivalien zu wecken. Es wurde eine ständige Kommision für die Fragen des Archiv- und Registraturwesens bei der Beamtenorganieation der Histadruth gegründet, der u. a. angehören: Dr. H e r 1 i t z und Dr. Bein vom Zionistischen Zentral-Archiv Jerusalem, Eben-Sohar vom Archiv der Histadruth, Nediwi, Magistrat Tel-Aviv, sowie Frau Motulinsky, die Leiterin der Registratur der Jewish Agency, Verfasserin des ersten hebräischen Werkes über Registraturwesen. Wie wichtig diese Arbeit sein kann, ergibt sich daraus, dass die Archivalien des alten Jischuw trotz seines Alters kaum über die Neuzeit hinausreichen und die älteren Stücke heute meist im Besitz von privaten Sammlern sind. Auch die Sammlung dieses Materials, das die Verbundenheit zwischen Juden und Palästina in früheren Perioden bekundet, dürfte zu den Aufgaben des neuen jüdischen Archivwesens in Palästina gehören. Ein Preisausschreiben Der Keren Kajemeth Lejisrael erlässt ein Preisausschreiben zur Erlangung von Entwürfen für den 6. Band des ..Goldenen Buches des Keren Kajemeth" in Jerusalem. Zur Teilnahme werden alle jüdischen Künstler aufgefordert. Es sind, drei Preise von 25, 15 und 10 Pal. Pfund vorgesehen. Auch nicht preisgekrönte Entwürfe können für 7 Pal. Pfund angekauft werden. Das Preisgericht besteht aus J. Budko, Hermann Struck, Frau Tic ho, S. Tschernic h o w s k y, S. van V r i e s 1 a n d. Die näheren Bedingungen können in deutscher Sprache vom Berliner Büro des Keren Kajemeth (WS, Behrenstrasse 62/63) bezogen werden. Dem Konservatorium in Jerusalem und dem Schulmnsiklehrer-Seniinar ist es möglich, noch eine kleine Anzahl von Schülern aufzunehmen. In Frage kommen jetzt nur noch Selbstzahler. Die Kosten betragen für ein zweijähriges Studium einschliesslich Schulgeld und Lebensunterhalt minimal 159 bis 300 Pfund. Auf dem Konservatorium wird in allen musikalischen Fächern Unterricht erteilt. Es. besteht die Aussicht, dass nach dem Besuch des Seminars Unterbringung in das Schulwerk des Waad Leumi erfolgt. Bis zum 25. Lebensjahr für das Konservatorium und bis zum 30. Lebensjahr für das Schulmusiklehrer-Seminar sind die Bewerbungen mit eingehendem Lebenslauf und Bekanntgabe der musikalischen Vorbildung unverzüglich, bis spätestens zum 15. Juni nur s ehr if flieh zu richten an die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde. Berlin-Charlottenburg 2, Kantstrasse 159, Gartenhaus I. Das religiöse Jugenddorf Kfar Noar Daü dient der Ausbildung von männlichen und weiblichen Jugendlichen-im Alter von 15 bis 18 Jahren für den. landwirtschaftlichen Beruf. Die Ausbildung dauert drei Jahre, die jüdisch-geistige Erziehung erfolgt auf religiöser Grundlage. Das Gelände, das sich nahe der Chaussee Haifa—Nazareth befindet, umfasst 350 Dunam. Zum praktischen Teil der Ausbildung gehören besonders Futter-, Acker- und Gemüsebau, Blumenzucht, Baumschule, Obstanbau, Bienenzucht, Hofwirtschaft Hauswirtschaft, Tischlerei, und Schlosserei. Jugendliche aus Deutschland können durch Vermittlung der Jüdischen Jugendhilfe im Dorf Aufnahme finden. Nähere Anfragen sind an das Büro der Jüdischen Jugendhilfe, Abt. Religiöse, Jugendalijah, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158, zu richten.