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Central-Verein-Zeitung · 1938-06-02 · 22 (2.6.1938) · page 20

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
22 (2.6.1938)
Date
1938-06-02
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 20 C-Y.-Zeitung Nr.22 * 2Juni.l938 Gottesdienste in Berlin 'Abkürzungen ALTER RITUS: Grunewald ~ G.. Hcidereuterpasse IL, Kaiserstr. K., Köpenick Kp.. Münchener Str. 5L. Pertalowüstr. Pe.. Ryke*tr. R., Thidsdi- Ufer Tu. •VEOGK RITUS: Fasancnstr. Fa., Fricdcnsteinpcl Fr., Levetzowstr. Le.. L'uulcns4r. Li.. Liüzowstrasse Lii.. Oranienburger Str. 0., Oranienburg Or., Priuzregentcnstr. Pr.. Schmargendorf Sm. REFORM: Jnhannisstr. Jh.. Joachirasthalcr Str. - J. FALKENBERG-Synagogen: Kaiserstr. Iva., Kais-crdamm — Kd., Prenzlauer Promenade Pz.. Schönhauser Altec Sö., Triftstr. T. Freitag, 3. Jum Sonnabend, 4. Juni Sonntag, 5. Juni Montag, 6. Juni Predigt, bzw. Predigt bzw. Predigt bzw. Predigt bzw. Syn. Beginn Ansprache Beginn Ansprache Beginn Beginn Ansprache Begiuu Beginn Ansprache Fa. 19 10 1U 31:iyl;iaum 10 Sulomrmski Fr. 19.. 10 _ 20 10 v. <L Zyl 19.30 10 >"ussbaum E. Hamburger G 19.30 9 — SO.« 9 H. Wolf 20,15 9 >\>h«I H lfl.sn S.30 — 20.45 S.30 Freier 20.15 S.30 Berkuvitz J 17.30 Ballin — — _ JH. — — 10.30 Rosentbal — K 19.30 9 — 20.15 9 Singermann 20.4-Ö S.30 Freier Ka. 10.30 F. Winter 10 F. Winter 19.oO 10 Oberländer 19.30 10 Zimet Zimet Loewenthal Kd. 19.1 ö Friedender — 10.30 Goetz — Kp. 19.:';0 9.15 — 20.15 8.30 — 20,15 10 __ Le. 19 Kl — 20 10 Lcwkcnvitz r.>.30 10 Maybaum Li. 19 Hl — 20 10 SaIomo:iski 1H.30 10 Warschauer Lu. 19 10 — 20 10 Wiener 19.30 10 ,Tos,1(: M 19.30 9 — 20.15 9 — 20,45 9 Altmann 0 . 19 10 — 20 10 Jospe 19.30 10 v. d. Zyl Or. — _ — Pe. 19."0 <,1 — 20,15 •S.30 P.erkovitz 20.15 S.30 H. Wolf Pr. 19.15 10 — 2U 10 SwarsK?nsky 19.30 10 Wiener Pz. 19.30 Xeumark _ _ 19.30 10 Zimei 'ai9.30r 10 Locwenthal Oberländer Graf R 19.30 9 — 20.15 9 Nusbaum 20.45?.30 Weil Sm. 19 in — 20 10 W. Graf 19.30 10 Rrasch Sö. 19.15 Oberländer 10 Oberländer 19.15 10 Locwenthal 19.15 10 Graf Loewnth.,)l 1 autenberg T 10.30 Loetventhal — — 19.30 10 F. AVinter — 10 Harff F.Winter Tu. 19.30 9 Jakobovits 20,15 S.30 Landau 20,15 8.30 Jakobovits WEITERE VEREINS - SYNAGOGEN: Düppelstrasse 41. 5.: 0 (Winten. — Falkcnthaler Steig 10 (Hermsdorfi. 3.: 18.30 (Klein;: i.: 10 (Rhin) und 1S.30: 5. und (i.: 10 und 1S.30 (Klnn'i. — Frank- Jurter Allee öti. 3.: 19.30: 4.: 9 und 20.15 (Rosontlial'■: 5. und G.i 9 (Rosenthal): 5. und 6.: 20.45: worktnirs 7 und 19.30: St. S. — K?.mmcrsfr. 7 (Spandau-1. 3.: 19.30: .!.: 10 und 20.45: 5.: 10 (PivdisO und 20.30: 6. : 10 (Predigte — KI. Auguststr. 10. 3.: 19.30; 4.: S.30 — Lothringcnstr. 22. 3.: OIevcr>: 4. und 5.: ,10 und 19 (Meyer-): 6.: 10 (Meyer). — Markgral- Albrecht-Str. 11/12. 3.: 19.30: 4.: 9. 20.45 und 22.30: 5.: $.45 und 20.45; 6.: S.45 <Amolski\ — Mühlenstrasse 77. 3.: 19.15; 4.: 9. — Passauer Str. 17, 3. : 19.30; 4.: 9; werktags 7 >md 19.40. — Prinzenallee 87. 3.; 19.30; 4.: 9. 20.45 und 21.20; 5.: S.30 ' Alexander! und 20.45; (>.; 8.30 r" Alexander*» und 20,15; werkt.-isrs 7 und 19.20. — Sohulsfr. 7, 3.: lS.ril f Adler1.: 4. : 9.30 und 20 i'Adlfn: 5.; 9.30 und .19.30 (Adler-): ti.: 9.30 .Adier). — Stierstr. 21. 4.: 20.45: 5. und n\: 9 ("Winter». — Wilhelminenhofstr. 1. 3.: 19.15: 4.: 20: 5.: 9.30 und 20: 6.: 9.30 iGeorge Goetz). Jüdisches Leben - jüdischer Geist Berlin Die Lehranstalt für d i e - W i s s e n - s c h a i t des Judentums beendete ihre diesjährigen Montagsvorlesumzon mit einen, ausgezeichneten Vortrag des Dozenten Dr. Ernst G ru mach über die Bilderschrift der Kreter. Der Vortragende schilderte, wie. ausgehend von den Grabungen Heinrich Schliemanns, allmählich die Trümmer reiner in vorgriechische Zeiten zurückreichenden kretischmykenischen Kultur entdeckt wurden, die unsere Kenntnisse der Frühgeschichte um etwa 2000 bis 3000 Jahre erweiterten. Bis dahin galten die Griechen als ein absoluter Anfang und ihr Werk als völlig selbständige Schöpfung. Jetzt musste die Frage nach dem Wesen des griechischen Menschen neu gestellt werden, und es zeigte sich, dass schon lange vor den Griechen eine hohe, abendländisch geartete Kultur bestanden hat. Kult, Epik, Lyrik der Griechen, die griechische Sprache und die führenden Schichten der griechischen Bevölkerung waren wie sich nunmehr herausstellte, zu einem hohen Prozentsatz vorgriechisch durchsetzt. Von besonderer Bedeutung war, dass die Griechen vor Uebernahme des phönikischen Alphabets eine Bilderschrift benutzt hatten, deren Ursprung auf die Insel Kreta zurückführte, wo man bei Grabungen Tausende solcher Täfelchen entdeckte. An Hand sehr instruktiver Lichtbilder gab der Vortragende einen Ueberblick über die Entwicklung dieser Schrift von ihren ersten Anfängen bis etwa 1450 vor Beginn unserer Zeitrechnung. Eine eigentliche Entzifferung ist bisher nicht geglückt und wird wohl auch ein unlösbares Problem bleiben, weil man weder die Sprache, noch die Texte, noch die einzelnen Schriftzeichen der aufgefundenen Tontafeln kennt. Man kann aber, wie der Vortragende an zahlreichen Inventar- und Votiv-Täfeichen nachwies,, dennoch zu gewissen Ergebnissen kommen vermittels der Methode der sachlichen Entzifferung rein aus dem Inhalt der Bilder. Gü. Lo. In die fast sagenhaft-mystischen Zeiten des Altertums, als man an Dämonen, Zaubermittel und anderen- Wunderkram glaubte, führte ein Vortrag, den Rechtsanwalt Dr. Alexander Phalli psborn im* Rahmen eines von der B erliner jüdischen Gestindheitsverw a 11 u n g veranstalteten Fortbildungskurses vor der jüdischen Aerzteschaft hielt. Seine Fragestellung galt dem K r a n k e n h a u s p r o b 1 e m im Altertum, bei den Griechen und Römern, weiterhin bei den Indern, bei denen die Krankenfürsorge als eine vom Buddhismus gewollte-Pflicht und als eine der Gottheit wohlgefällige Tat gewertet wurde, bei den Völkern des frühesten Mittelalters und bei den Juden. Bei den Griechen, den Babyloniern, den Aegypten! und später bei den Römern spielten im ersten Beginn die sog. Inkubationsheilstätten eine wichtige Rolle, in denen die Priester m,it den Giftmitteln der Magie den bösen Krankheitsgeistern zu Leibe gingen. An vorderster Stelle stand der Tempelschlaf, durch den der Gläubige eine göttliche Enthüllung im Traum und damit Ratschläge für die Heilung erwartete. Die geeignetste Zeit für den Traum war der frühe Morgen, kurz vor dem Erwachen. Anschaulich schilderte Dr. Philipsborn den Inkubationsbetrieb in dem altberühmten Epidauros, wie er mit allen seinen phantastischen Wunderheilungen durch Ausgrabungen. Inschriften und andere Schilderungen bekannt geworden ist. Sicherlich gab es auch dort und an anderen Stätten eine medizinische Behandlung, aber mehr im Sinne einer Poliklinik, nicht etwa einer stationären Klinik. Solche krankenhausähnlichen Einrichtungen erstanden erst im vierten Jahrhundert vor Christi Geburt: und hier wurde unter Umständen —• wie das dem Gedanken des öffentlichen Krankenhauses entsprach — auch unentgeltlich behandelt. Besondere Bedeutung kam im alten Rom den Militärlazaretten zu. die mit Arzt- und Pflegepersonal ausgestattet waren. Und nun die Juden! Die massgebende echte jüdische Tradition stand der Inkubation mit ihrem übersinnlichen Heilkram durchaus ablehnend gegenüber. Ebensowenig kannte das älteste Judentum krankenhausähnliche Einrichtungen. Erst sehr viel später, als auch sonst im Orient die Fremdenherbergen, in unmittelbarer' Nähe der kirchlichen Heiligtümer entstanden, richteten auch die Juden solche Asyle ein. Der Heilige Chrvsostomos spricht — wie Dr. Philipsborn berichtet — um das Jahr 400 nach Christi Geburt von der Synagoge als einer Stätte, an der Kranke behandelt wurden, wobei unter Synagoge nicht der für den Gottesdienst bestimmte Tempel, sondern vielmehr der ganze Judenkomplex verstanden werden muss, zu dem dann selbstverständlich auch das neben der Synagoge befindliche Asyl gehörte. Und noch viel später erst entwickelte sich dieses jüdische Fremdenasyl des frühen Mittelalters zu einem richtigen Hospital, dem sogenannten Hekdesch. Dem beifällig aufgenommenen Vortrag folgte ein solcher von Sanitätsrat Dr. Alfred Peyser über Lokalbehandlung bei Bronchialasthma. Prof.B. Breslau Seit einigen Monaten hält der Verein für die oberschlesischen Lehrer besondere '" Veranstaltungen ab. Bisher fanden vier Vorträge in Reuthen und Gleiwitz statt, die bei den jüdischen Lehrkräften des Bezirks lebhaften Anteil fanden. Studienrat a. D. Dr. Willy Cohn (Breslau) sprach über ..Die jüdische Schule als . Stätte jüdischer Charakterbildung". Richard Lewin (Breslau) referierte über die Lehrerbibliothek einer jüdischen Schule und Lotte Daniel (Breslau) über den Geschichts- und Deutschunterricht. In der letzten Veranstaltung in Beuthen am 22. Mai behandelte Kurt Schwerin (Breslau)' die Heimatkunde der Juden in Oberschi esieu und ihre Auswertung im Unterricht. Alle Vorträge wurden durch eine angeregte Aussprache abgeschlossen. Scliw. Dortmund Durch einen beachtenswerten Vortrag üb* _ ..Heilung der Seele durch Religion" von Rai), biner Dr. Kronheim, Bielefeld, beschloß die Vereinigung für das religio; liberale Judentum ihre diesjährige Wintertätigkeit. Der Redner setzte nicht, wie man nach der Themastcllung vermuten könnte, einen krankhaften Zustand der Seele voraus, der Hi lung heischt: Heilung bedeutet ihm vielmehr in dieser... Zusammenfassung mehr Erhaltung, Kräi" tigunrii Stärkung der.Seele durch Religion. In der Erforschung des Lebens der Seele war man Jahrhundertelang nicht sonderlich vorwärts <jekommen. Psychoanalyse und Individualpsycfc logie gaben ihr in unseren Tagen An- und Auftrieb r und wenn auch ein Wissenschaftler dem Range eines Jung sich der Religion gegenüber völlig ablehnend verhielt, so erkannt* Adler, ein anderer bedeutsamer Schüler Freud? doch, dass Religion als wesentlicher Faktor fit die Erforschung" der Seele zu beachten sei. De Vortrag regte zur Aussprache an und übte nach haltinen Eindruck auf die ansehnliche .Zuhörerschar aus. E. G. Köln Die Vereinigung Jüdisches Lehrliaus Kö" hat ihre W i n t e r'a r b e i t abgeschlossen. E< wurden allein zehn grosse Vorträge gehalten, dt die iüdische Geschichte bis zur Gegenwart b handelten. Es sprachen, Rabbiner, Dr. Max Esche! b a e h e r , Düsseldorf, Dr. Ed. Strans. Frankf;;rr a. M.. Gemeinderabbiner Dr. Adolf Kober Köln, Dr W. W o 1 f f h e i m . Köln. Obcrrabbinc: Dr. J.? Italiener, Hamburg, Studieni\r Dr. GnHiner. Frankfurt a. M., Dr. Georg Lu binskv, Berlin, Dr. Werner Rosen berp: Berlin, Dr. Hans Jacobi, Köln, Professor D Bruno Kisch, Köln und Geheimrat Dr. Auer ha eh. Köln. — Im Rahmen der Lehrhansarbeit fand ein Gemeindenbend statt, bei dem Albert Bendi x. Vorsitzender der Gemeinde, Rechtsanwalt Jonas und Oemcinderabbiner Dr. Kober über „Die jüdische Gemeinde als Mittelpunkt jüdischen Lebens1sprachen. — Vorträge im kleineren Rahmen" wurden gleichfalls von einein . intere*siei1en Kreis sehr " interessiert aufgenommen. — In Gemeinschaft. mit der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung wurde eine ,.L erntajjun durchgeführt, an der mehr als 200 Personen teilnahmen. Im Mittelpunkt standen ein Singkurs., {reichet von Direktor Kar] Adler, Stuttgart, und ein Bibelkurs von Dr. Ahr. Heschel, Frankfurt a. M. — In A r b e i t s g e in e i n s c h a.f t e n wurden Bibel, Gebetbuch, Talmud und Geschichte behandelt. Sprachkurse zur Förderung der Auswanderung nahmen einen sehr breiten Raum ein, Buchführung, Bilanztechnik, Einheitskurzschrift wurden von erfahrenen Fachkräften gelehrt. Für die Jujrend wurden üebungsstuuden in verschiedenen Fächern veranstaltet. Gen ja Jonas Die Fotografin Genja Jonas, Dresden, ist, erst 42jährig. einem heimtückischen Leiden erleben. Sie stand in der vordersten Reihe der künstlerischen Lichtbildner und. hat sich besonders als Darstellerin des Kindes einen Namen gemacht. Aber auch ungezählte Männer- und Frauenporträts zeigen in ihrer Wahrhaftigkeit und ihrer faszinierenden Eigenart, dass Genja Jonas' Fotografien wirkliche Kunstwerke wurden, als welche sie auch auf vielen internationalen Ausstellungen stets anerkannt wurden. E. B. Dies Zeichen ^HH^ im Inserat bedeutetMitg!iedschaftbe:mZeni raiverband jüdischer Handwerker Deutschlands E. V. *Mmwf Dies ^itjjli^ Zeichen im Inserat bedeutet Mitgliedschaft beim Reichsverband des jüdischen Mittelstandes Bandagen 4!% Gummiwaren — Artikel zur Krankenpflege Willytiolzer, M 21. V/hsnacksrStr.S 35 16 31 BauklempneTeien Elektrische Anlagen Für Haus und Betrieb \V ohnungsumxüffe Ansehläge kostenlos Kufen Sie an 46 24 93 Füllfederhalter Bauklempnerel. Sanit. 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