Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 22 (2.6.1938)
- Date
- 1938-06-02
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 22 4. Beiblatt Palästma-Umscliaii der C.-V.-Zeitmij Seite T5 2. Juni 1938 Palästina im Jahre 1937 Von unserem W. - Mitarbeiter GENF. 30. Mai. Das „dem Generalsekretär des Völkerbundes zur Ergänzung des im Besitze der Mandatskommission befindlichen Tatsachenmaterials" zu überreichende 28 Seilen starke Memorandum gibt einen eindrucksvollen Gesamtüberblick über die Entwicklung Palästinas im Jahre 1937, verbunden mit einem Rückblick über die Gesanitentwicklung einzelner "wichtiger Aufbauelemente. Es bildet eine Fortsetzung der jährlichen Berichte, die seit 3924 regelmässig der Mandatskommission von der Jewish Agency überreicht werden, in deren Eigenschaft als „öffentlich an- erkannte Körperschaft, die das Recht hat, die Palästina-Verwaltung zu beraten und mit ihr in allen die Errichtung des Nationalheims berührenden Fragen zusammenzuarbeiten und an der Entwicklung des Landes teilzunehmen" (Art. 4 des Palästinamandats). Nachfolgend sind einige besonders markante Angaben zitiert. Bevölkerungsbewegung Die jüdische Bevölkerung Palästinas zählte nach den Schätzungen der Jewish A<zencv gegen Ende 1937 4 IG 000 Personen, d. i. 30.5 Prozent der sesshaften Bevölkerung Palästinas. Ein Drittel, davon konzentriert sich in Tel-Aviv, ein zweites Drittel in Jerusalem und Haifa. Ein Fünftel der jüdischen Bevölkerung, verteilt sich auf die 219 landwirtschaftlichen Kolonien. Die Geburtenziffer beträgt 26.6 %o (Nichiiuden: 47.7), die Sterbeziffer 7.8 %o (Nichtjuden: 23.5). Die jüdische RENTE ftUF LSBEKS-ZEIT Alle AhSfhlussmögliciikeirer.: Terslcherung-sbüro ,.E urop a" G.m.b.H. Ina. seit 1924 H. Manasse, Berlin. Pariserstr. 37, Kuf .924646 Kinder st erblich keit betrug im Jan re 1937: 57 °.'oo Geburten, während sie 1936 noch 68 u/w betrug. Insgesamt ist die Geburtenziffer im Vergleich zum Vorjahre leicht gefallen. Staatsangehörigkeit Im Laufe des Jahres 1937 haben 21542 ansässige Juden die palästinensische Staatsbürgerschaft erworben (1936: 9313). Davon stammten aus Polen 9298, Deutschland 2080, Jemen 1120, Rumänien 1080, Russland 1784. Die Zahl der im Besitz der palästinensischen Staatsbürgerschaft befindlichen Juden wird auf 45 Prozent der jüdischen Bevölkerung geschätzt. Einwanderungszahlen Unter den 10 536 jüdischenn Einwanderern des Jahres 1937 (die niedrigste Einwanderungsziffer seit 1932; 1935 betrug sie 61854, 1936 29 727) befanden sich- 3601 Personen aus Deutschland, d. h. 34 Prozent (1936: 27 Prozent). Die übrigen Einwanderer kamen aus Polen (3636: 35 Prozent), Jemen und Aden (3 Prozent), Rumänien (3 Prozent), USA. Litauen, Lettland u. a. m. Die Altersstruktur der Einwanderer, einschl. der Einwanderer aus Deutschland, gliederte sich wie folgt: 20 Prozent waren unter 16 Jahre alt, 58 Prozent befanden sich in einem Alter zwischen 16 und 45. während 22 Prozent das Alter von 46 Jahren bereits überschritten hatten. Die letzte Kategorie war im Jahre 1937 viel zahlreicher als in vergangenen Jahren. Die 1937 eingewanderten Juden gliedern sich in folgende Einwänderungskategorien: davon aus Deutschland Gesamtzahl In ■/• UW7 1036 in °h in •/» Kapitalisten f2."»0 Pfund Sterling und mehr) . . 2 395 22 4t 37 Arbeiter . ......3101 30 2S 29 Verwandte ausäss. Juden o TS4 36 Studenten, Schüler, reli- ' Sl 34 giöse Berufe u. a. . . 1 306 12 "Zusammen 10 586 ~" I0<f 100 ' 100 Im Gegensatz zum Durchschnitt wanderte die absolute Majorität der polnischen Einwanderer als ..Arbeiter" ein. Die Gesamtsumme der von Einwanderern eingefiihrten Kapitalien betrus 1937 1275 000 Pfund Sterling sogen 3 000 000 Pfund Sterling im Jahre 1936. Auf Grund der Kapitalausfuhrbeschränkungen in Deutschland und Polen haben viele Familien nicht mehr als die für Familien erforderliche Mindestsumnie einführen können (1000 Pfund Sterling). Beruflich gliedern sich die Ein- ' Wanderer im Jahre 1937 wie folgt: landwirtschaftliche Arbeiter 17 Prozent. Arbeiter mit gewissen Vorkenntnissen 17 Prozent, Kaufleute IS Prozent, freie und «religiöse Berufe 10 Prozent, ungelernte Arbeiter 10 Prozent, Schüler und Studenten 30 Prozent. Diese Statistik bezieht sich, wohlgemerkt, auf die berufliche Schichtung v o r der Einwanderung. Die Zahl der ausgegebenen Arbeiter- Zertifikate ergibt sich aus folgender Statistik: V. (I. Jewish V. d. RejiU'r. Gesamtzahl Airency beander J. A. zuder aussäet». tragt? Zeriif. jroliill. Zertif. ZcrtiT. .April—Sept 1!)37 112.">0 020 770 Okt. 37—März 38 5 000 1 500 1 780 .. Die Anforderungen der Jewish ( Agency stützten sich auf einer Analyse der gegebenen Arbeitsmarktlage und wurden nach Beratung mit dem' Eimtfanderunsrsamt der Palästinaregierung aufgestellt. Dennoch setzte die Regierung die Zahl der Bewilligungen herab. Die 820 Bewilligungen für die Periode April— September1937 wurden der Jewish Agency ausser- 34"/o demmit der -Massgabe erteilt, dass 400 Zertifikate für die deutschen Antragsteller reserviert werden müssten. Einwanderung aus Deutschland seit 1933 Die Gesamtzahl der.aus Deutschland in den letzten fünf Jahren eingewanderten Juden wird auf 38 000 Personen, d. i. 22 Prozent der Gesamteinwanderung während dieser Zeit, geschätzt. 79 Prozent dieser Einwanderer besassen die deutsche Staatsangehörigkeit, die übrigen , waren in der Mehrzahl polnische Staatsangehörige oder Staatenlose. Die Gesamteinwanderung aus Deutschland in den letzten fünf Jahren zerfällt in folgende Einwanderungskategorien: 1933—37 einschl. 1937 allein Kapitalisten. » . . . . 3Sfl/o 4T/u Arbeiter.........40"/« 28"/o Verwandte ansässiger Jaden l4°/o | Schuler oder Studenten . . .Wo J 14 000 dieser Einwanderer haben sich in landwirtschaftlichen Kolonien niedergelassen, davon 5000 in Kollektivsiedlungen. Das im Jahre 1933 geschaffene Zentralbüro der Jewish Agency für die Juden aus Deutschland hat seit seiner Gründung 750 000 Pfund für die verschiedensten Zwecke verausgabt, u. a. 205 000 Pfund für landwirtschaftliche Siedlung. 240 000 Pfund für Häuserbau in den Kolonien. 130 000 Pfund für die Jugendaiija, 60 000 Pfund für die Schaffung von Lehrstellen in Landwirtschaft und Industrie. 35 0O0 Pfund für Mittelstandskrediie, 21 000 Pfund für berufliche Umschichtung usw. Ein grosser Teil dieser •Mittel ist vom ..Council for German Jewry" aufgebracht worden. In den landwirtschaftlichen und handwerklichen Schulen des Zentralbüros haben 1798 jüdische Kinder aus Deutschland Aufnahme gefunden. 837 Kinder haben bereits ihre Ausbildung vollendet und 644 sind bereits in der Landwirtschaft tälig. Im Jahre 1937 sind 284 neue Schüler aufgenommen worden. Das Büro der Haavara hat seit 1933 einen Betrag von 4 490 000 Pfund von Deutschland nach Palästina transferiert, davon in 1937 1 461 000 Pfund. Landwirtschaftliche Siedlung Im Jahre 1937 ist von Juden 29 367 Dunams neuer Boden erworben worden, mit einem Gesamtwert von 392 316 Pfund. Damit hat der in jüdischen Händen befindliche palästinensische G r undbesitz die imposante Ziffer von 1 206 831 Dunam erreicht. Hinzukommen 161 000 Dunum gepachteten Landes. Eine von der Jewish Agency im Jahre 1936 •durchgeführte statistische Erhebung in der Landwirtschaft hat ergeben, dass von 632 000 Dunam jüdischen Bodens 53 Proz. von syrischen Grundherren, 25 Proz. von am Orte ansässigen Grundbesitzern und 22 Proz. von anderen Personen, einschl. Gemeinden und kleinen Grundbesitzern erworben worden sind. Der Preis pro Dunam beträgt durchschnittlich 3—4 Pfund, während er 1900 1 Pfund und 1920 2—3 Pfund betrafen hatte. Die gleiche statistische Erhebung hat folgende Gruppierung der landwirtschaftlichen Siedlungen ergeben: Siedlungsart Anzahl Bewohner der Kol. Moshawot (Privatwirtschaft!. Basis) . 79 Moshawim (penossen.sdiaft]. Basis) 62 Kwuzot (Ko!tekt.ivsic<J!un^en'i ... 43 Verschied. (Schulfarmen, Baumkulturen ..........u Stand von 1936 . . . .T~203~ Im Jahre 1937 ist die Zahl der Kolonien auf 219 gestiegen. Die Molkereigenossenschaft „Tnouwa", die den grösst.en Teil des Handels mit Milchprodukten in den Händen hat. hat 1937 einen Gesamtumsatz . von etwa 565 000 Pfund Sterling zu verzeichnen gehabt. Stadtsiedlung Das Budget von T e 1 - A v i v . deren Bevölkerung im Laufe des Jahres 1937 infolge Abgangs vieler Bauarbeiter etwas abgenommen hat — Tel-Aviv zählte 1936 150 000 Einwohner — beträgt für das am 31. März 1938 zu- Ende gegangene Rechnungsjahr 525 000 Pfund Sterling. — Das Jahresbudget' von P e t a c h - T i k w a . das von 6600 Einwohnern im Jahre 1927 auf 18 000 im Jahre 1937 angewachsen ist, beträgt / 33 000 Pfund Sterling. In den drei grossen Städten Jerusalem, Haifa und Tel-Aviv- befanden sich 705 Häuser im Bau gegen 790 Häuser im Februar 1936. Der Gesamtwert der 1937 errichteten jüdischen Bauten wird auf 3 100 000 Pfund Sterling geschätzt, gegen 5 000 000 Pfund Sterling im Jahre 1936." Entwicklung der jüdischen Industrie Die jüdische Industrie und das jüdische Handwerk haben seit dem Kriege folgende Entwicklung genommen: 1921 1936, Anzahl der Unternehmungen . 1 S-M) 5 tjf«) Beschäftigtes Persona] .... 4 750 21 :>00 Jahresproduktion (in Pfund) . . 500 000 9 000 Ol iO Kapital (in Pfund)..... 600 000 11 700 000 Der Ferfigwarenexport ist von 370 000 .Pfund Sterling Im Jahre 1934 auf 565 000 Pfund Sterling\ im Jahre 1937 gestiegen. Dagegen ist in diesem Jahre die Zahl der in der Industrie Erwerbstätigen auf 25 000 zurückgegangen, während sie 1935 32 000 betrug. Die Gesamtzahl der jüdischen gewerblichen und landwirtschaftlichen Arbeiter betrug im Jahre 1937 nach einer statistischen Erhebung der Histadruth 104 000. Unter Einrechnung der Familienmitglieder ergibt das eine arbeitende Bevölkerung des jüdischen Palästina von e.twa 200 000. d." Ii. fast die Hälfte der jüdischen Gesamtbevölkenmg. Der Anteil der landwirtschaftlichen Arbeiter betrug 1937: 24.2 Proz. gegenüber 18.2 Proz. im Jahre 1926. Dagegen war der Anteil der in der Bauindustrie beschäftigten Arbeiter von 27.4 Proz. im Jahre 1926 auf 10.6 Proz. im Jahre 1937 gefallen. Ende 1937 gab es in Palästina etwa 5000 Arbeitslose neben einer verhältnismässig grossen Anzahl von K u rzarbeitern. Die derzeitige. Welle der Arbeitslosigkeit ist auf den Preissturz der Zitrusfrüchte auf dem europäischen Markt, die durch die Unruhen verursachte Verminderung der inländischen Kaufkraft und den aus gleichen Gründen hervorgerufene Rückgang in Baliinvestitionen zurückzuführen. Zur Betreuung der Arbeitslosen stehen verschiedene Hills- und Arbeitsbesvhaffungsfonds zur Verfügung. Der Arbeilslosenfonds der Histadruth. der mit Hilfe von Beitragszuschlägen finanziert wird, verfügte während der Jahre 1933—37 über insgesamt 200 000 Pfund Sterling. Die Mitgliederzahl der Krankenkasse der H i s 1 a d r u t h stieg im Jahre 1937 von 59 000 auf 72 000 Mitglieder. 136 000 Personen, d. h. ein Drittel der jüdischen Gemeinschaft, 70 8S3 14 -121 11861 _ 1:593 98 558 haben sich der Kasse und. ihrer 170 städtischen und auf dem Lande befindlichen Zweigstellen bedient. Finanzlage Das jüdische Volkseinkommen in Palästina wurde im Jahre 1937 auf 18 Mill. Pfd. Sterling geschätzt, d. h. 45 Pfd. Sferl. pro Kopf. Diese Summe verteilt sich ungefähr wie folgt: Pfund Landwirtschaft.....2lMMil«iO Industrie . . . . s . s 4100 1 »00 Transport.....* . 1300 000 •Dienstleistungen . * s . ö Oho 000 Bau Wirtschaft . . -. . . 1 500 O00 .Mieten ........ 2 700 000 Handel........ 2 5i)0O(Xi zusammen IS CHX) 000 Der Gesamtbetrag der luvest i t i o n e n wird für das Jahr 1937 auf 6 Mill. Pfd. Sterl. 'geschätzt, die sich wie folgt verteilen: Pfund Bauten........3 IihMino Grundstücke...... -lim mm Industrie u.Transportwesen 1 000 0O0 Landwirtschaft.....1 100 ouo Verschiedenes 400 000 zusammen Ii 000 000 Kriminalität 193w ist ein einziger Jude von dem Kriminalperichtshof, 91 Juden sind von den Bezirksgerichten verurteilt worden. Glossen aus Wirtschaft und Politik Von unserem ^-Palästina-Berichterstatter Tel-Aviv. 26. Mai. Die neue Terrorwelle Nachdem einige Zeit lang der arabische Terror seine Opfer innerhalb der arabischen Bevölkerung selber gesucht hatte, sind jetzt, ohne dass etwa im arabischen Sektor eine Erleichterung festzustellen wäre, wieder mehrere Juden ermordet worden. Ihren Höhepunkt erreichte die Spannung, die durch diese Häufung der Bluttaten hervorgerufen wurde, durch die Ausbrüche, die sich am Dienstag in Jerusalem und am Mittwoch in Haifa ereigneten. Hierbei wurden vornehmlich mehrere Araber getütet oder tüdiieh verwundet und die Behörden scheinen den Eindruck gewonnen zu haben, dass an diesen beiden Serien von Feuerüberfällen auch Juden aktiv mitbeteiligt gewesen seien. Und diese tragischen Vorgänge fielen gerade in die Tage, in denen das Militärgericht Haifa gegen drei junge Juden aus Posch Pinah verhandelt: die Angeklagten werden beschuldigt, auf einen arabischen Autobus geschossen zu haben, ohne dass dabei jedoch Menschenopfer zu beklagen waren. Im ganzen Lande wird der Ausgang dieses Prozesses mit besorgter Spannung erwartet. Auch zu den letzten Vorfällen wird man die endgültige Klärung des Tatbestandes abwarten müssen. Schon jetzt haben wieder alle verantwortlichen Spitzen der jüdischen Selbstverwaltung Kundgebungen erlassen, in denen sie nachdrücklich jeden Versuch einer Nachahmung der arabischen Terrormethoden durch Juden verwerfen, Selbstbeherrschung und strenge Konzentration auf Verteidigung und Aufbau fordern. Die organisierte jüdische Bevölkerung — und diese dürfte eine etwa 95prozentige Mehrheit bilden — steht hinter diesen Beschlüssen. Der jüdische Selbstschutz wird immer wirksamer gestaltet und ist. wie gerade einige der letzten Angriffe in den Grenzbezirken gezeigt haben, auch massierteren Ueberiallen gewachsen. Und die Zahl der trainierten und an sich einsatzbereiten Menschen ist grösser, als die Zahl der bisher von der Regierung genehmigten Waffen und Posten, das heisst vornehmlich der Gaffirim und Schomerim (Hilfspolizisten und Wächter), obwohl auch diese Zahl in letzter Zeit beträchtlich erhöht wurde. Aber es ist schliesslich nicht zu verwundern, dass in einzelnen, vielleicht weniger weitblickenden und verantwortüngsbewussten 'Mensehen, nach fünfundzwanzig Monaten arabischen Terrors und jüdischer Zurückhaltung, auch gelegentlich einmal eine andere. Reaktion durchbricht. Bisher waren solche Fälle erfreulicher Weise nur sehr selten. Aber sie müssen immerhin als Warnungszeichen dienen. Die Regierung hat jetzt zwei neue Wege zur Terrorbekämpfung eingeschlagen. Der Stacheldrahtverhau an der Nordgrenze nähert sich der Vollendung; ein Versuch hat gezeigt, dass die Konstruktion selbst gegenüber den Ansprüchem moderner technischer Kriegführung; als wirksamer Grenzschutz gelten kann. Ausserdem ist ein beträchtlicher Teil des Militärs und der englischen Polizeitruppen — insgesamt etwa zweitausend Mann — aus den Städten in die Berge versetzt worden. Sie wurden in Dauergarnison in fünfundzwanzig Bergdörfern des nördlichen Galil stationiert. Durch die dichte militärische Besetzung dieses Gebietes soll Gen Banden, die dort ihr Wesen treiben, der Boden entzogen werden. In erster Linie dient diese Massnahme dem Schutze der Bergbauern und Hirten selber, die besonders oft den Erpressungen und Ueberfällen der Terroristen ausgesetzt waren. Daneben aber soll den Banden mit dem Unterschlupf in dieser unwegsamen Gegend auch einewichtige Operationsbasis für ihre Terrorakte in anderen Teilen des Landes entzogen werden. Endlich aber soll während der Okkupationszeit diese unwegsame und noch ziemlich unzivilisierle Gegend durch Anlage von Verbindungsstrassen zwischen den einzelnen Dürfern und von Anschlusssirassen an die Hauptchausseen in wegsames Kulturland verwandelt werden. Grössere Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung sind die beiden Erfolge, welche sich die Behörden schon innerhalb des nächsten Vierteljahres von dieser Aktion versprechen. Bedauerlicherweise zeigte sich schon in den ersten Tagen nach der militärischen Okkupation, dass auch diese durchgreifende Massnahme nicht ausreicht, um den Terror zu ersticken. Arabische Terroristen erschienen in der Nacht vom 26. zum 27. Mai in dem Dorf Miskeh und fragten nach sieben arabischen ^sotabeln. Als diese erschienen, erklärten ihnen die Terroristen, dass sie zum Tode verurteilt, seien, da sie der Polizei Informationen erteilt hätten, und schössen auf sie aus nächster Nähe, Vier wurden auf der Stelle getötet und drei schwer verwundet. Bei der Verfolgung der Bande wurden sechs ihrer Mitglieder getötet. Eine "andere Terroristenbande überfiel das Dorf AUL bei Nablus, rief einen Scheich heraus und tötete ihn. Zwei andere Araber, darunter eine Frau, wurden verwundet. Ein anderer Versuch, ,in dem vom Militär besetzten Bezirk um Samaria noch weiteren Widerstand zu leisten, scheiterte unter dem Druck der Polizeitruppen. Eine 50 Mann starke Leibrenten V.->rsirliPr;.ni?(?n durch Alfrrv] Berliner, K.Mrkreuilistn'.sse 4. Tel. '20-^20. arabische Bande sah sich gezwungen, ihre Waffen zu verbergen und sich zu zerstreuen. Ein Teil floh nach Damaskus und ein anderer verteilte sich.in den palästinensischen Dörfern. Während die Terroristen bisher Frauen nicht angegriffen hatten, haben sie in den letzten Tagen ihre Taktik geändert. Drei arabische Frauen in einem Dorf in der Nähe von Tulkerem wurden von Arabern-getötet, als sie sich weigerten, den Aufenthaltsort ihrer Männer bekanntzugeben. J^ine vierte Araberin wurde in der Nähe vonfrlaifa leicht verwundet. Ein Fall; in dem Araber dem innerarabischen Terror mit Erfolg Widerstand geleistet habeu, wird aus dein Dorf Sannur bei Dschenin berichtet. Die Bauern weigerten sich, den Forderungen der Terroristen nachzukommen. In dem folgenden Kampf wurden drei Terroristen verwundet und fünf von den Dorfbewohnern gefangen genommen, die sie der Polizei überlieferten. Der Rest der Bande ergriff die Flucht. Obgleich der Kampf von Arabern gegen Araber, wie aus diesen Ereignissen hervorgeht, in der vergangenen Woche vorherrschte, blieben die Unruhen nicht darauf beschränkt. Im Emck Chefer begab sich eine Abteilung Polizei in die Nähe der jüdischen Siedlung Ramat Hakowesch, da gemeldet worden war. dass die Strasse mit Minen belegt worden sei. Es entwickelte sich ein Gefecht, an dem auch jüdische Hilfspolizisten aus Ramat Hakowesch teilnahmen. Von den sieben Arabern, die dabei verwundet und gefangen genommen wurden, erlagen sechs Ihren Verletzungen. Auf der Seite der Polizei fiel der britische Polizist Edward Stephens. Im Emek Jesreel wurden zwei Anschläge durch die Entschlossenheit jüdischer Wächter verhindert. In einem Fall überraschten jüdische Wächter In der Nähe von Tel Adaschim eine Araberbande, als sie gerade dabei war, die irakische Oelleitung wieder einmal anzubohren. Bei der Abwehr haben die Araber Verluste erlitten. Der zweite Vorfall ereignete sich in der Nähe der jüdischen Siedlung Bet Alpha, wo jüdische Wächter die Araber daran hinderten, Kornfelder iu