Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 22 (2.6.1938)
- Date
- 1938-06-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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\ Die grösste Brücke der Welt Zum Tode von Joseph Baermann Strauss Vor einem Jahre, am 27. Mai 1937, feierte San Franzisko das grösste Ereignis .seiner Geschichte seit dem grossen Erdbeben: die Golden- Gate-Brücke wurde eröffnet, die grösste Brücke 'der Welt. Sie war das Lebenswerk oder vielmehr der Lebenstraum eines Juden namens Joseph Baerman Strauss, der damals 67 Jahre alt war und sich nach der Vollendung dieser grössten Arbeit seines arbeitsreichen Lebens zum erstenmal einen Urlaub gönnte, krank wurde und am 15. Mai dieses Jahres in Los Angeles gestorben ist. In den Nachrufen, die man ihm gewidmet hat. wird, gesagt, man brauche ihm kein Denkmal zu errichten, die Brücke über die Bucht von San Franzisko sei das monumentalste Denkmal, das ein solcher Mann haben könne. Strauss hatte den Plan diesnr Brücke über achtzehn Jahre lang nicht durchsetzen können, alle Fachleute bezeichneten ihn acl'selzuckend als Utopisten. Aber die Utopie ist zur wunderbaren Wirklichkeit geworden. Strauss wurde am 9. Januar 1879 in C i n - cinnati geboren, seine Eltern waren aus Deutschland eingewanderte Juden. Er selbst war das Gegenteil von einem Wunderkind, man hielt ihn als Knaben für zurückgeblieben, da er aus der Art geschlagen war und nur für Spielzeug Interesse hatte, von dem er festzustellen versuchte. ..woher ihm die Füsse wachsen'*. Als er neun Jahre alt war. schwänzte er einmal die Schule und gestand, als der Vater ihn ins Gebet nahm, er sei auf dem Schulweg vor dem Schaufenster einer Maschinen - Reparaturwerkstatt stehen geblieben, um einmal zu sehen, ob er so eine Maschine nicht auch reparieren könnte, und als dann seine Mitschüler aus der Schule kamen, hahe er gemerkt, dass es schon spät sein müsse, und sei auch heimgegangen. Seitdem achtete man mehr auf sein"merkwürdiges Talent. Er wurde Ingenieur, 1892 technischer Zeichner der New Jersey Stahl- und Eisen-Companie und 1894 Lehrer an der Universität Cincinnati, an der er studiert hatte, 1902 beratender Ingenieur eines grösseren Unternehmens; 1904 gründete er seine eigene Firma für Brückenbau, die unter dem Namen Strauss Bascule Bridge Co., Chicago, weltberühmt werden sollte. Der Vorzug seiner Arbeitsweise bestand darin, dass er nicht wie manche anderen auf Millionenobjekte ausging, sondern ein eigenes, technisches Interesse bekündete und mit'überaus erfinderischem Geiste neue Metboden zu finden berufen war. Er schuf einen neuen Stil Gemeindemitglieder! Denkt rechtzeitig an die Sommer bepflanzyngen Begonien Fuchsien Geranien Petunien u. sämtl. Teppichbeetpflanzen Wenden Sie sich an die Friedhofsgärtnerei der Jüdischen Gemeinde Berlln-Weissensee, Lothringenstr.22, Tel. 564038 Schriftliche u. telefonische Auskaufte bereitwilligst. . 1) FIHMII■iilllllIIIIillimilliiUli 11IM I'......HUI I Hilll'l Schützt Euer Archivgut! Von Dr. Jacob Jacobson, Leiter des Gesanifarchivs der Juden in Deutschland In den Zeiten, die hinter uns liegen, war es nicht immer leicht. Verständnis für die Arbeit zu erwecken, die ein jüdisches Archiv zu leisten hat. Der Wechsel der Verhältnisse hat auch darin gründlich Wandlung geschaffen. Freilich liegt dem weniger die theoretische Einsicht zugrunde, dass aus den, Akten der jüdischen Gemeinden, Vereine und Verbände ein Weg hinüberführt zur Erkenntnis jüdischer Vergangenheit und jüdischer Gegenwart, es waren vielmehr Erfahrungen und. Erwägunsen rein praktischer Art, die die Stellung des jüdischen Publikums gegenüber dem jüdischen Archiv geändert haben. Neigung und Notwendigkeit haben gerade in den letzten Jahren unendlich viele veranlasst, den U r s p r u ng ihr-er Familie n nachzuforschen und Verwandschafts-verhältnisse urkundlich nachzuweisen, und täglich wächst der Kreis derer, die eich Papiere über ihre Abstammung beschaffen müssen oder mit Hilfe solcher Papiere jahrzehntelang abgerissene Faniilienbeziehungen wieder anknüpfen wollen. Sie alle wissen heute, was es zu bedeuten hat, dass in jahrzehntelanger Sammelarbeit das Schriftgut so mancher alten jüdischen Gemeinde geborgen wurde, deren Existenz in unseren Tagen abgeschlossen ist oder früher schon abgeschlossen war. Sie können aber auch ermessen, wie durch die . Vernachlässigung des Archivschutzes nie wieder gutzumachender Sehaden angerichtet wurde, und werden deshalb begreifen, dass gerade jetzt Unterstützung des Archivschutzes die Pflicht der Stunde ist. Dass die jüdischen Archive dieser Pflicht zu genügen suchen, ist selbstverständlich. Man braucht kaum besonders hervorzuheben, dass sie alles tun, was in ihrer Macht steht, um rechtzeitig die Akten und Register aufzufangen, die heute in jüdischen G e m e i n d e n Deutschlands frei werden. Antrieb für diese Bemühungen ist für das jüdische Archiv natürlich auch der im Brückenbau und überwand die bisherige Schwerfälligkeit, ohne doch die Solidität der Brücken zu beschränken. Er halte wie sein Freund Moissejew ein Ideal von Schönheit. Schlankheit und majestätischer Grazie der Fot. J.tsociotcd Press Brucken, mid er hatte auch eine Idiosynkrasie gegen die Isetze aus lelegrauhenarahten. Standen und geschwungenen Eis°ngittern, die ihm wie gewaltige Sp<mnwebnetze über den Ge- „Leider ist es mir unmöglich, an der Generalversammlung der Mitglieder des Kinderheimes meines Namens beizuwohnen. Frau Dr. Aronson ist die Gründerin dieses Hauses, welches sie die ganzen zehn Jahre leitete. Durch ihre unermüdliche Energie, Herzenskraft und Liebe zu den Kindern erwuchs dieses Haus zu einem Werke von grosser kultureller Bedeutung — dieses ist besonders schätzenswert in der jetzigen Zeit. Das Bewusstsein, dass dieses Haus meinen Namen trägt, macht mich stolz. Zu Frau Dr. Aronson erfüllt mich tiefe Dankbarkeit. Für ihr sowie ihret Mitarbeiterinnen Verständnis der Nöte der Kinderseele und Liebe zu diesem heiligen Werk sage ich meinen besonderen Dank... Mit meinen S8 Jahren hoffe ich, noch nach Berlin kommen zu können, um sie alle^ persönlich kennenzulernen, welche sich für" das Wrohl unserer jungen Freunde interessieren. Gottes Hilfe sei mit uns! . . x So schrieb der. frühere russische Staatsrat Wunsch, in verstärktem Masse den Anforderungen genügen zu können, die von der täglichen Praxis gestellt werden. Jeder Archivbestand und jeder Archivzugang wird mit danach bewertet, was er an personen- und familiengeschichtlich bedeutsamem und auswertbarem Material enthält. Und wie vielseitig ist das Material, das in günstigem Falle aus dem Archivgut jüdischer Gemeinden für familiengeschichtliche Nachweisungen zur Verfügung gestellt werden kann! In erster Linie sind da die sog. Personenstandsregister, jene Register, in denen die Geburten. Trauungen und Sterbefälle eingetragen sind. Dazu kommen Personenstandsaufnahmen über den genauen, mit Geburtsdaten versehenen Bestand einer Gemeinde in einem bestimmten Augenblick ihrer Entwicklung und auf der anderen Seite Gräberverzeichnis s p. Steuer- und Wählerlisten, Schüler- und Gewerbeverzeichnisse, Musterungsrollen und Register über den Erwerb der Synagogen platze. Zugangs- und Abwanderungslisten, Akten mit Personalnotizen — sie alle werden dem willkommen sein, der den Spuren seiner Vorfahren nachgeht und Nachweisungen über Leben und Stellung seiner Eltern beizubringen hat. Dankbar wird er es begrüssen. wenn er für seine Forschungen einen festen Rückhalt dadurch gewinnt, dass er den Namen der Ahnen in Listen wiederfindet, die aus der Zeit stammen,, als die Juden feste Familiennamen annahmen. Führt die Ahnenreihe aber, wie so häufig, nach der Provinz Posen, so treten an die Stelle der Namenslisten jene Akten und Listen über Naturalisation und Duldung, die im Zuge der Sondergesetzgebung für die Provinz Posen (1833 bis 1S4S) entstanden. Je mehr Akten und Register dieser Art an einer Stelle vereinigt sind, desto leichter wird es sein, einem grossen Kreis von Menschen mit Auskunftserteilungen. Urkundenausstellungen und Urkundenbeschaffungen behilflich zu sein. Wenn also das Gesamtarchiv der Juden in Deutschland drei Jahrzehnte hindurch Akten, Familien register und Namenslisten gesammelt hat. so sieht es heute seine Sammelarbeit dadurch belohnt, dass es Wege weisen und helfen kann. Und wenn es sich weiter bemüht, das Archivgut jüdischer Gemeinden in Deutschland zu retten und wässern vorkamen. Das ästhetische Vorbild seiner Brücken-Architektonik war der Wolkenkratzer in seiner modernen, ausgeprägtesten Form, die Gotik der Neuzeit in ihrer schlanken, kühnen, himmelanstrebenden Gradlinigkeil. So, nur eben in liegender Position, sah er seine Brücken und so wirkt auch der stählerne, liegende Dom der Golden Gate-Brücke, der George-Wasbington-Brücke über den Hudson und vieler anderer in den Staaten, in Kanada und Europa. Wie viele Brücken er gebaut, wie viple er mitgebaut? Man schätzt sie auf fünfhundert, er seihst wusste es nicht: vor einigen Jahren hatte er, wie er sagte, aufgehört zu zählen. Seine besondere Sorge war es, seine Arbeiter vor Unfällen zu schützen, die angeblich bei, solchen halsbrecherischen Arbeiten unvermeidlich sind. Es gelang ihm auch bis zu einem gewissen Grade. Bei der Golden-Gate-Briieke iiess er unter der Struktur in der Gesamtlänge des Baus — zwei Meilen — ein riesiges Netz aufführen, das fallende Arbeiter retten sollte. Es kostete allein 32 000 Dollar (die Brücke kostete 35 Millionen), und tatsächlich stürzte kein Arbeiter ab. Aber ein unvorhersehbares Unglück passierte, indem ein bereits abzubrechendes . Gerüst zusammenbrach und zehn Arbeiter unter den Trümmern begrub. Nun waren ..nur zehn Opfer", ein Minimum für einen solchen Bau, selbst Optimisten pflegen mit grösseren Linfällen zu rechnen, aber Strauss. der den Ehrgeiz hatte, ohne Opfer zu bauen, war untröstlich, obwohl man ihn in diesem Zusammenhang nur für die Konstruktion eigener Verhütungsmassn ahmen verantwortlich machen kann. Er war auch im Kleinen sehr erfinderisch, von seinen ..Nebenarbeiten" erwähnen wir nur den zusammenlegbaren. Projektor (Aeroscope) für die amerikanischen Truppen während des Weltkrieges und die betonierten Frachtwagen. •Er war stolz, die endliche Verwirklichung seines Lebensbaums noch erleben zu dürfen, und plante schon wieder Neues, als er. ein Jahr nach diesem Triumph, zu Los Angeles starb. L, H. Jacob Teitel aus Nizza anlässlich des zehnjährigen Bestehens des nach ihm benannten. Kinderheims in der Münchener Strasse 37 zu Berlin. 1928 waren die Nöte der jüdischen Flüchtlingskinder aus Russland sehr gross. Es musste Abhilfe geschaffen und eine Stätte gegründet werden, in der die Kinder solcher Flüchtlinge, die den geistigen Berufen angehörten, betreut und ausgebildet werden konnten. Wie hart war doch die Notwendigkeit, so betonte die Mitbegründerin Therese Aronson immer wieder, Kinder von Aerzten und Anwälten, von Professoren. Ingenieuren und Gelehrten, die sich eine neue Existenz suchen mussten. die Gelegenheit nicht allein der Betreuung, sondern auch der Berufsausbildung zu geben! Die Eltern waren aus der Heimat vertrieben, aus den Berufen gerissen. Der damalige ..Verband der Russischen Juden", dessen Vorsitzender damals Jacob Teitel war, und Frau Therese Aronson, die dem vor sinnloser Verzettelung zu sichern, so ist das ein notwendiges und berechtigtes Bemühen. Diese Sammelarbeit des Gesamtarchivs aber lässt sich nur dann erfolgreich durchführen, wenn alle sie fördern, die es können und die es müssten. Man möchte kaum annehmen, dass heute noch auf Böden, in Speiebern, in Truhen, in Schränken alter Gemeindestuben wichtige Gemeindeakten und Personenstandsregister aus älterer Zeit unbeachtet lagern und verkommen. Es dürfte trotzdem nicht zuviel verlangt, sein, wenn man anregt, dass überall, nicht bloss in den kleinen Gemeinden, noch einmal alle Stellen dur.chstöbert würden, an denen man möglicherweise altes Archivgut finden könnte. Früher ist man da nicht immer mit der nötigen Sorgfalt vorgegangen und hat es leider selbst dann versäumt, das Archivgut in Sicherheit zu bringen, wenn Synagogen und Gemeindehäuser veräussert wurden. Verluste wichtigen und unersetzlichen Schrift- gutes sind nur dann wirklich zu verhüten, wenn rechtzeitig die Dokumente der Gemeinden dem Schutz des Archivs übergeben werden. Es ist jedenfalls höchst unzweckmässig, die einer ganz besonderen pfleglichen Aufbewahrung bedürftigen Geburts-, Trainings- und .Sterberegister in Z w e r g g e m e i n d e n zu belassen, wenn nur noch wenige jüdische Familien oder gar nur noch eine einzige jüdische Familie dort am Orte sind. Es ist nicht immer leicht, diejenigen, die in solchen ZAverggemeinden über das Archivgut, besonders die Personenstandsregister, verfügen, davon zu überzeugen, dass es ihre Pflicht ist. jetzt sofort das Archivgut den Archivsammelstellen, in erster Linie dem Gesamtarchiv in Berlin zuzuführen. Viele, die aus diesen heute zu Zwerggemeinden zusammengeschrumpften jüdischen Gemeinden stammen, wohnen jetzt in grösseren Gemeinden, nicht zuletzt in Berlin. Ein Zuspruch von ihrer Seile wird gewiss Gehör finden und Scheingründe falsch verstandener Pietät besiegeu. Wenn erst überall begriffen wird, dass Archiv s c h u t z nottut und alle verfügbaren Hilfsmittel der Familien forsch ung gesichert und ausgenutzt werden müssen, dann wdrd wohl auch noch manch ein wertvoller Aktenband und manches wichtige Register, das bisher in Privatbesitz verblieben war, der Allgemeinheit durch Uebergabe an das Archiv zur Verfügung gestellt werden. Dann werden auch, wie man hoffen darf, in weit grösserem Masse, als bisher, aus |W^1&£^(!§% "alüqatorIä? das_srirnä aü^ Le.Üe£waT,en UNSERE VERKAUFSGESCHÄFTE: Berlin, Tauentzienstraße 16 Essen, Adolf-Hitler-Straßel8 Hamburp. Jnngfemsüeer 43 Bochum. Korturnstraße 67 Köln a. Rh.. Hnhestra ße 115 Frankfurt a.M., Roßmarktlo Essen. Limbecker Straße 10 Zentrale. Offenbach a. M W'-iipTiertal -Elberfeld. HerzoestraSe 36 Damenkomitee seinerzeit vorstand, versuchten mit. der Grün dun? des Heimes den Eltern grosse Sorgen abzunehmen. Die Schützlinge sollten nicht nur verpflegt und beaufsichtigt werden, man gab ihnen in Ausbildungskursen aller Art auch die Aussicht, ihr Berufsschicksai zu formen. Viele Zöglinge fanden in fernen Ländern ein Unterkommen. Es ging noch um sehr viel mehr: die Kinder stammten ja aus einem kultivierten Milieu. Von den Pädagogen, die für den Unterricht gewonnen waren, verfügten alie über Hochschulbildung; sie waren dazu berufen und geeignet, ein wertvolles Menschenmaterial heranzubilden und die Seelen dieser Kinder vor Verbitterung zu behüten. Wieviele schwer erziehbare Jungen und Mädchen haben dieses Heim gesehen, wieviel schwierige Charaktere sind aber hier zu selbstsicheren Menschen geformt worden, die heute in der Welt ihren Mann stehen! ..Immer lag uns daran", betont Therese Aronson, ..dass in unserem Heim Kameradschaft und Hilfsbereitschaft herrschten. Es wurden damals .,Hauskonzertft im Teitelachen Kinderheim Fot. R. Wischniak Gruppen junger Menschen gebildet, die als Boy Seouls und Girl Guides mit der Devise, hilfsbereit und kameradschaftlich zu sein und zu handeln, viele Wanderungen und Reisen unternahmen." Mit dem Jahre 1933 erweiterte sich der Pflichtenkreis des Kinderheimes, die Not ergriff auch viele Schichten der Juden in Berlin. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Mitglieder des ..Vereins Teitel'sches Kinder- und Jugendheim'' hielten mit der immer stärker werdenden Notwendem Erbgut jüdischer Familien die alten B e - schneidun gsbü eher auftauchen, in denen fromme Vorfahren sorgfätig die,von ihnen vorgenommenen Beschneidungen * aufgezeichnet haben; Die jüdischen Archive müssen diese Bücher zumindest kennen. Sie müssen sich Abschriften von ihnen anfertigen können, wenn sie sie nicht zu erwerben vermögen. Denn gerade die Nachrichten dieser Beschneidungsbücher sind häufisr ein Schlüssel zur Erforschung schwieriger Familienzusammenhänge. Sie sind besonders wichtig für die Familiengeschichte der verstreut auf (h ni Lande ansässig gewesenen jüdischen Familien und aufschlussreich für die Wanderungsgeschichte der Juden. Zeitlich über sie hinaus reichen häufig noch, die Torawinipeln, die besonders in Mittel-, West- und Süddeutschland üblich waren. Auf diesen bemalten oder bestickten Torabändern finden sich die Geburtsdaten der Knaben, in deren Namen diese W'mpeln dem Dienste der Synagoge geweiht wurden. Sie stellen daher einen allerdings mit Schwierigkeiten deutbaren Ersatz für alte Geburtsregister dar und müssen deshalb, wenigstens so weit es sich um ältere Stücke handelt, vor der Vernichtung geschützt werden. Im Gesamtarchiv der Juden 'n Deutschland sind Tausende dieser Wimpeln — besonders aus Hessen-Nassau — aufbewahrt. Diese Sammlungen zu vermehren, ist ebenfalls Aufgabe des Archivschutzes, und auch hierbei kann das jüdische Publikum durch Einwirkung auf die Heirnatgeme nden helfend mitwirken. Schon .Jiäufig schien eine familiengeschichtliehe Forschung rettungslos versanden zu müssen, da tauchte plötzlich ein bisher nicht beachtetes hebräisches Gebiet- oder Stud'erbuch auf, in dem biographische Daten, Geburten von Kindern. Sterbetage von Eltern. Grosseltern und Urgrosseltern in hebräischen Lettern verzeichnet waren — und die Forschung war über den toten Punkt hinweg. In den vielen kleinen Gemeinden, die jetzt zusammenschrumpfen und zum Erliegen kommen, finden sich unzählige hebräische Bücher in den kleinen Synagogen und ihren Lernzimmern. Es gehört ebenfalls zu den Aufgaben des Archivschutzes, dass man diese Bücher, mögen sie gut erhalten oder schon stark zerlesen sein, daraufhin genau durchgeht, ob sie hebräische oder deutsche handschriftliche Eintragungen enthalten. Unter den Sorgen des Tages mag die Sorge Kleiner Platz Im grossen Kreis Das Teitelsche Kinder- und Jugendheim