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Central-Verein-Zeitung · 1938-05-26 · 21 (26.5.1938) · page 16

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
21 (26.5.1938)
Date
1938-05-26
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Nr.-2.1-* 4.Beibfatt 26. Mai 1938 * Seite 15 ('VrZei+ung In Frankfurt a.M.: erste Entscheidung Schild Frankfurt a. M. oder IBC „Berlin" Der Sportbund „Schild" hat es diesmal mit der Durchführung seiner Spielmeisterschaften besonders eilig gehabt. Schon am kommenden Sonntag kann daher im Handball die erste Endrunde steigen. Als Gegner haben sich der Schild Frankfurt a. M. nach einem knappen, aber immerhin verdienten 4 :2-Erfolg über den westdeutschen „Schild"-Vertreter M.-Gladbaeh, und der IBC „Berlin", der kürzlich Schild Leip- 21g mit 8:5 zu sehlagen vermochte, qualifiziert. Wie steht es um die Chancen der beiden Titelanwärter? Das ist schwer zu sagen; denn nirgends kommt es in solchem Masse auf das Zusammenwirken der verschiedensten äusseren Umstände an, als in einem Meisterschaftsspiel In welcher Aufstellung die Mannschaften, die im übrigen noch nie gegeneinander gespielt haben, den Kampf aufnehmen werden, dürfte sich erst in letzter Stunde entscheiden. Viel wird es darauf ankommen, ob die Frankfurter ihre beiden gesperrten Spieler, Manfred und Julius Bendorf, zur Verfügung haben bzw. einigermassen gleichwertig ersetzen können. Wenn nicht, werden sie nur schwer bestehen können, zumal der guten IBC-Deckung die Gefährlichkeit der Schild-Innenstürmer Strauss, Klaber, Kelsen nicht unbekannt ist. Und beim IBCB? Das Treffen gegen Leipzig braucht kein Massstab zu sein. Die Elf kann mehr, als sie an diesem Tage zeigte. Sie ist in allen Mannschaftsteilen gleichmässig gut besetzt, hat in Dorfmann einen erfahrenen Sturmführer und versteht dann, wenn es erforderlich ist, mit ganzem Einsatz zu kämpfen. Das zeigte sich damals im 6:3-Spiel gegen die ISG 33 und schliesslich jetzt erst wieder gegen Leipzig. Allerdings haben die. Frankfurter den Vorteil des ihnen bekannten Platzes und der eigenen Zuschauer — einen Vorteil, den man bei der Beurteilung nicht ausser acht lassen darf. Die Voraussetzungen für ein schönes und interessantes Spiel sind jedenfalls gegeben. Nicht zuletzt wird es bei Schiedsrichter Marx und dessen energischem Durchgreifen liegen, ob sich dieses Endspiel den Begegnungen der früheren Jahre würdig an die Seite zu stellen vermag. Der Bessere möge — das ist unser Wunsch — nach einwandfreiem Kampfverlauf die „Schild"- Meisterschaft im Handball 1938 erringen. Fussball - Zwischenrunde wurde verschoben Schild Leipzig und der Vorjahrsmeister Schild Stuttgart, die sich schon am 22. Mai im Kamp? um die Teilnahmeberechtigung am Endspiel treffen sollten, mussten die Entscheidung um eine Woche vertagen. Die interessante Begegnung, über deren Bedeutung wir bereits berichteten, findet nun endgültig am 29. Mai in Leipzig statt. Doppelt hält besser? Die Berliner jüdischen Kegler haben sich, wie wir bereits berichteten, in den Räumen des Kulturbundtheaters ein eigenes, neues Heim geschaffen — und inzwischen eingeweiht. Was den „Schild"-Kegleni recht ist, ist den Keglern der Makkabivereine schliesslich billig. So überlegte man und veranstaltete am 15. Mai eine ieierliche Einweihung der Kegelbahnen seitens der dem „Schild"-Sportbund angeschlossenen Sportkegler-Vereinigung, und acht Tage später eine ähnliche Feierlichkeit, die dem Makkabi die Räume offiziell erschloss. Wozu eigentlich diese Zweiteilung einer an sich einmaligen Gelegenheit, die wir im jüdischen Sport bereits abgetan wähnten? Wir wollen nicht wissen, wessem Konto dieser „Unfall" zu belasten ist. Uns genügt die Feststellung, dass es der jüdischen Sportsache würdiger und zeitgemässer gewesen wäre, einmal, dafür aber gemeinsam einzuweihen. M. F. Der IBC „Berlin" warb Preiss stiess die Kugel 12,14 Meter Die leichtathletische Eröffnungsveranstaltung des IBC „Berlin", mit der der Klub das erstemal auch in dieser Disziplin an die Oeffentlichkeit trat, war nicht gerade vom Wetter begünstigt. Kälte und Regen mögen eine Anzahl Aktive vom Start ferngehalten haben, um so erfreulicher waren die starke Beteiligung und die teilweise recht guten Leistungen seitens der bisher vereinslosen Jugendlichen und Schüler, die durch dieses Sportfest für den Verein geworben wurden. In ausgezeichneter Form befand sich Erich Preiss. der in diesem Jahr für den Boxclub startet. Er stiess die Kugel mehrmals über die 12-Meter-Marke und verfehlte mit 12,14 m nur um einen Zentimeter den „Schild"-Rekord. Ate veranlagter Mehrkämpfer stellte sich Walter Wolff for, der ohne Training 6,12 m weit- und 1,50 m hochsprang, die Kugel 10,3ö m stiess und über 100 m in 12,5 gewann: — Bei den Jugendlichen gefielen vor allem der stämmige Liehenthai, der mit 11,35 m das Kugelstossen gewann, David, der 1,50 hoch- und 5,41 weitsprang, und Alsberg, dessen 800-Meter-Zeit mit 2.20,5 gestoppt wurde. Rawitscher dominierte in den Schüler Wettbewerben. — Bei •-- den -Mädeben lief Ellen Wolff 100 m in 14,0 vor Ellen Horwitz (14,1), die junge Kaufmann erzielte im Weitsprung die Weite von 4,40 m, und Ellen Wolff kam im Hochsprung über 1,25' m. Ergebnisse: Männer, 100 m: 1. W. Wolff 12,5; 3000m: 1. Nadel 10.40,0; Kugelstossen: 1. Preiss 12.14 m, 2. Wolff 10,35 m; Speerwerfen: 1. Preiss 42.S0 m; Diskuswerfen: 1. Preiss 29,95 m; Hochsprung: 1. W. Wolff 1,50, 2. Preiss 1,50 m; Weitsprung: 1. W. Wolff 6,12 m, 2. Preiss 5,85 m. — Jugend, 100 m; 1. Bock 12,9; 80ü m: 1. Alsberg 2.20.5, ' 2. Grü'tzner 2.25,3; Kugelstossen: 1. Liebenthal 11,35 m, 2. Gurassa 10,50 m; Hochsprang: 1. David 1,50 m, 2. Salomon 1,45 m: Weitsprung:*!. David 5,41 m, 2. G-rützner 5,09 m. — Schüler, .75 m:' 1. Rawitscher 10.2; Weitsprung: 1. Rawitscher 4,57 m; Hocbsprung: 1. Rawitscher 1.40 m. — Mädchen, 100 m: 1. B. Wolff 14,0. 2. Horwiiz 14,1: Hochsprang: 1. E. Wolff 1,25 m, 2. Kaufmann 1,2U m; Weitsprung: 1. Kaufmann 4,40 m. 2. E Wolff 4,25 m. M. F. Bei den Handballspielen des Berliner Spielausschusses schlug der IBC ,.Berlin" die zweite Mannschaft des Bar Kochba Hakoah mit nicht weniger als 11:1. Bar Kochba, A. H. behielt über Hagibor I mit 8 :4 die Oberhand, und die zweite Bar Kochba- Jugend zeigte sich der ersten Jugend des IBC „Berlin" mit 12 : 5 überlegen. 9 seiner Elf wendete. Im Jugend-Fussballspiel der beiden Gruppen siegte die „Main"-Jugend 2:1. Im Handball hatte man dem deutschen Makkabi-Meister Bar Kochba Frankfurt a. M. eine sehr spielstarke südwestdeutsche Auswahl entgegengestellt. Auch in* diesem Spiel zeigte der Meister seine derzeitig grosse Klasse. Er gewann mit 9 :6. __ B. K. Auch sonst reger Spielbetrieb Im fälligen Verbandsspiel standen sich im Fussball Schild Frankfurt a. M. und JTB Frankfurt a. M. gegenüber. JTB, in dessen' Reihen sich einige wirkliche Könner befanden, leistete bis zui letzten Minute hartnäckigen Widerstand. Das Resultat von 8 :1 (4 :1) kann über die fehlende Technik beim Schild nicht hinwegtäuschen. Vor diesem Spiel konnte die 2. Mannschaft des Schild gegen die gleiche Einheit des Bar Kochba Frankfurt a. M einen 6 : l-(4 : l-)Sieg erringen. Weitere Ergebnisse: JJB Hanau II—JSV Offenbach AH 2:5; JTB Frank furt a. M. Schüler—Philanthropin 2. Schüler 4:2 (1:2); JSV Offenbach Jugend B—Schild Jugend: B 2:3 (1:0); JSV Aschaffenburg Schüler—Schild Frankfurt a. M. Schüler 1:2. Im Handball nur Frauenspiele Bei den Männern herrschte Spielrube, dagegen standen sich im Frauen - Handball Schild Frankfurt, a. M. I und ISV O f f e n b a c h gegenüber. Wenn auch die Schild-Frauen hier einen 16 :1-Sieg buchen konnten, so macht sich doch schon das eifrige Training bei den Offenbacher Frauen deutlich bemerkbar. Die Mannschaft des Schild Wiesbaden blieb gegen die Elf des Schulsportvereins P h i 1 a n - thropin4:l erfolgreich. B. K. Schild Frankfurt a. M. veranstaltete am gleichen Tag eine vorzüglich gelungene L e 1 -• stungsschau seiner jugendlichen Turner und Turnerinnen sowie eine interne Ruderregatta, für die trotz schlechten Wetters reges Interesse vorhanden war. Tischtennis in Karlsruhe Guenter Aronade (Heidelberg) holte sich bei den am 22. Mai in Karlsruhe zum Austrag gebrachten Meisterschaften des „Schild" für Baden durch einen klaren 3-Satz-Sieg über Bürck (Stuttgart) den Meistertitel. Bei den Damen triumphierte Frl. Schamatolzki (Schild Frankfurt a. M.). vor ihrer Klubkameradin Frau Hedwig, die später zusammen mit ihrem Mann das Gemischte Doppel gewann. K. W. Vor Start und Sieg Sonntag, 29. Mai . Südwestdeutschland Fussball: ISV Offenbach-Schild Frankfurt a. M. I, Frankfurt a. M„ Sportplatz Buchrainweiher, IT Uhr: Schild Frankfurt a. M. Jugend B — JTB Frankfurt a. M. Jugend B, Frankfurt a. M., Sportplatz Buchrainweiher, 14% Uhr; JTB Frankfurt a. M. I — Bar Kochba Offenbach I. Frankfurt a. M., Sportplatz Bornheimer Hang, 16 Uhr; Bar Kochba Frankfurt a, M. Ia — JJB Hanau I, Frankfurt a, M., Sportplatz Sondershausener Strasse, 12% Uhr; Bar Kochba Frankfurt a. M. — <|TUS München, Frankfurt a. M., Sportplatz Sondershausener Strasse, 16 Uhr. Handball: Reichsmeisterschaft Schild Frankfurt a. M. — JBC „Berlin", Frankfurt a, M.. Sport- Platz Buchrainweiher, 16 Uhr, vorher, 15 Uhr, Frauenhandball;- Bar Kochba Frankfurt a. M. — JTUS München, Frankfurt a. M., 15 Uhr; Bar Kochba Frankfurt a. M. Frauen —JTUS München Frauen, Frankfurt a. M., 13% Uhr, * Sportplatz Sondershausener Strasse; Philanthropin Frankfurt a. M. Jugend — Schild Frankfurt a. M. Jugend, Frankfurt M., Sportplatz Bornheimer Hang, 2^ Uhr; Schild Mainz Jugend — Schild Wiesbaden Jugend, Wiesoaden, Sportplatz Lahnstrasse, WA 'Uhr; Hakoah Frankfurt Frauen—JJB Hanau Frauen. Frankfurt a. M., Sportplatz Bornheimer Hang, 15 Uhr. Rheinland-Westfalen Boxen: Ausscheidungen des Landesverbandes *£est im Schild. Am Start die besten Boxer von JSG Schild Dortmund, ITV 02 Köln, JSV Wuppertal nnd TüSPA Schild Krefeld. Wuppertal, ^euenteich 89, 20 Uhr. Leichtathletik: Eröffnunessportfest des Makkabi fiheinland-Westfalen, Köln, Fort Deckstein. Kiubkampf in Stuttgart Schild-Turner gewannen gegen Hakoah Nach einigen ungewollten Hindernissen tonnte am 22. Mai der Geräte-Turnkampf zwischen Schild Stuttgart und Hakoah Stuttgart stattfinden. Jeder Verein stellte eine Mäniner- und eine Frasenriege, wobei bei den Frauen beiderseits viele Nachwuchsturnerinnen eingesetzt wurden und der Schild auf seine Spitzenkönner verzichtet hatte, um einen auf echter Turnkameradschaft stehenden Kampf zu ermöglichen. Es kam hier von vornherein nicht auf den Sieg an; denn unsere jüdischen Vereine haben schwer um ihren Bestand zu kämpfen, und die Ausbildung am Gerät geht nicht von heute auf morgen. Das Ziel war: durch diesen Kampf das Interesse der jüdischen Jugend am Turnen zu wecken. Die Veranstalter dürfen zufrieden sein, es war ein vielversprechender Anfang. Schild führte vom ersten Gerät an. Lediglich bei den Kürübungen konnte Hakoah durch ausgeglichenere Leistungen Punkte aufholen. Ueber dem Durchschnitt standen die Leistungen von Traute Lippmann (Schild), die eine mit Schwierigkeiten gespickte und fast fehlerfreie Uebung am Barren mit ungleichen Holmen turnte, eine Spitzenleistung mit einer Seilkür brachte und ausserdem in der Reck- Pfliehtübung noch 19 Punkte erringen konnte. Hilde M a t z d o r f (Hakoah) folgte ihr mit acht Punkten Unterschied. Schild siegte schliesslich mit 832: S04 Punkten. Gleichzeitig mit dem Vereinswettkampf führte Schild Stuttgart seine internen Meisterschaften durch. Hier erntete Fink durch ausgefeilte Haltung den Beifall der Zuschauer. Er siegte mit 107 Punkten, während, es der beste Turner beim Vereinswetturnen Egon Adler nur auf 94 Punkte bringen konnte. _ E.H. Auswahlspiele des Makkabi Im Rahmen der Bezirkstagung des Südwestdeutschen Makkabikreises fanden in Mannheim Repräsentationsspiele im Fussball und Handball statt. Ein F u s s b a 11 spiel zwischen einer Auswahl des Main-Bezirkes und die des Bezirkes Rhein-Neckar ' endete mit 6:4 für Rhein-Neckar, trotzdem das Spiel bei Halbzeit noch 4:1 zugunsten der Gegner stand. Beide Mannschaften zeigten eine glänzende Spielauffassung. Herrseh (Stuttgart), der bis zur Pause in der Verteidigung der Rhein-Neckar-Mannschaft spielte, dirigierte später als Mittelläufer seine Mannschaft mit wunderbarer Energie und vorbildlichem Eifer, so dass sich das Blatt schnell zugunsten Rheinland-Westfalen ITV 02 Köln und Schild Krefeld im Endspiel * Die Fussball -Zwischenrunde um den Dr.-Klopf er-Pokal im Bezirk Mittekhein wurde am 22. Mai durchgeführt. Sie ergab Siege des JTV 02 Köln, der In der Vorrunde Bonn geschlagen hatte, über Schild, Neuwied, und des Schild Krefeld, der vorher Bochum ausgeschaltet hatte, über Schild Düsseldorf. Das Spiel in Köln endete mit einem 1:0- (1:0-)Sieg des JTV, der bisher die Neuwieder noch immer mit hohem Trefferunterschied abgefertigt hatte. Aber, die Gäste zeigten in gleichwertigem Treffen, dass ihr 4 :0-Sieg über Aachen/Düren kein Zufall ^ar. Grossartig spielten Torwart und Mittelläufer, alle anderen setzten sich mit Rieseneifer ein. Das fehlte vor allem bei den Gastgebern, die sich wohl etwas auf ihre technische Ueberlegenheit zugute taten und sich nur gerade so ins Ziel retteten. Den einzigen Treffer scho-ss der Halblinke im Ansahluss an einen Eckball. Rosentbal (Düsseldorf) vermittelte eine gute Leitung. Auch das Spiel in Düsse' dorf war jederzeit fair und wurde von Falkenstein (Köln) in bester Weise geschiedst. Die Mannstnafteii waren spielerisch gleichwertig, die Krefelder jedoch eifriger und verdienten sich dadurch den 2 :1-Erfolg. Nach torlosem Seitenwechsel schoss Bruckmann für Krefeld den Führungstreffer. Nachdem dann der Torwart der Gastgeber einen Elfmeter gehalten hatte, kam es kurz darauf zum Ausgleich, und erst zwei Minuten vor Schluss war es Bruckmann, der Krefeld den Einzug ins Pokalfinale ermöglichte. J. G. Drei Frauenspiele am Mittelrhein In Köln gastierte Schild Bonn, Westdeutschlands „Sehild'vMeisterelf, die sich ihre gute Form bewahrt hat, und einen sicheren 5:1- (2:1-) Erfolg mitnahm. Die Bonner Mädels waren spieltechnisch besser, fanden jedoch eifrigen Widerstand und mussten voll ausspielen. Zum ersten Male versuchte sich die Fraue-nelf von Schild Düsseldorf, die die Mädels aus M.-Gladbach empfing. Diese waren naturgemäss in jeder Beziehung überlegen und gewannen mit 14 : 0. Nach langer Zeit stellte sich auch Dortmunds Frauenelf wieder zum Kampf und zwar in Krefeld, wo man eine Reihe Nachwuchskräfte ausprobierte. Beiderseits Hessen Können und Regelkenntnis noch sehr zu wünschen übrig, so dass der Schiedsrichter mehr ein Lehrspiel durchführte. Ergebnis: 7:0 (3:0) für die Gastgeberinnen. J. G. Mitteldeutschland Fusshall in Leipzig Das Spiel des Schild Leipzig gegen Bar Kochba Dresden war wieder einmal eines von denen, die besser nicht stattgefunden hätten. Neben den teilweise recht massigen Leistungen, war es vor allem das auf die Aussenstehenden wenig günstig wirkende andauernde Gehader mit dem Unparteiischen, der dem Kampf offensichtlich nicht gewachsen war. Die Platzelf gewann mit Ach und Krach 2:1. Die Gäste drängten in der zweiten Hälfte beängstigend und verschossen sogar einen Elfmeter. — Vorher trennten sich die Jugend mannsebaften beider Vereine mit einem 2:0 für Leipzig. K—n. Leichtathletik beim Bar Kochba Das Eröffnungssportfest des Bar Kochba Leipzig wies in den Reihen der Senioren manche Lücken auf, so dass das Schwergewicht diesmal bei der Jugend lag, die schon einige recht beachtliche Leistungen erzielte. In der Gruppe A (Jahrgang 20/21) übersprang Nomis 1,53 m, Holzer lief 100 m in 12,6 und Krämer benötigte für die 800 m 2.25,1. Verhältnismässig noch besser schnitt der jüngere Jahrgang 22/23 ab, bei dem A, Kalter die 100 m und S00 m in 12,8 bzw. 2.27,1 durchlief. Bei den Senioren warf Wasserlauf die Kugel 10,40 m und Sternheim kam im Weitsprung auf 5,90 m. K—n. Zahlen und Tatsachen Rekordzaklen im Fussball Auch die Zuschauer können den Erfolg sportlicher Geschehnisse bestimmen; sie sind lebendigster Ausdruck für das sportliehe Verständnis einer Gemeinschaft. Folgende Ziffern mögen unserm Publikum, dessen mangelndes Interesse an jüdischen Veranstaltungen wir schon so oft monieren mussten, zu denken Anlass geben: Man ist vom amerikanischen Berufsboxsport schon Riesenzuschauerzahlen und Rekordeinnahmen gewöhnt. Dass diese jedoch im englischen Fussballbetrieb sogar noch überboten werden, dürfte weniger bekannt sein. Vom Fussball-Pokal, jener Konkurrenz, die in England höher im Kurs steht als die Kämpfe zur Meisterschaft, wurden gerade jetzt phantastische Ziffern veröffentlicht. So konnten die beiden diesjährigen Endspielpartner, Preston Northend und Huddersfield Town, in allen ihren Pokalspielen etwa 275 000 Mark an Eintrittsgeldern vereinnahmen. Insgesamt sahen diesmal, der 50. Saison seit der Gründung des modernen englischen Fussballs, 3 407 834 Zuschauer Spiele des „Cup"-Wettbewerbs. Sie zahlien die Summe von drei Millionen Mark. Auf nahezu 100 000 belief sich die Zahl der Zuschauer, die das durch sehr harten Elfmeter in der 119. Minute zugunsten Prestons entschiedene Endspiel im Wembly-Stadion sehen konnten. Das Olympiscke Feuer Für die nächsten Olympischen Spiele, für die erstmalig die Teilnahme Palästinas gesichert sein dürfte, beabsichtigt man wiederum, einen Fackellauf zustande zu bringen, der das Olympische Feuer aus Griechenland an den Austragungsort der Spiele, nach Tokio, bringt. Von besonderem Interesse ist hierbei natürlich die Auswahl des langen Weges, den das Feuer nehmen müsste. Einer der Vorschläge sieht vor, die Fackel aus Olympia über das Aegäisehe Meer nach der Türkei zu bringen, dann nach Syrien, dem Irak, Persien, Afghanistan, am Fusse des Himalaja entlang durch die innere Mongolei nach Korea und von dort nach Japan. Für diese Strecke, die insgesammt 15 000 . Kilometer beträgt, sollen Läufer, Autos, Flugzeuge und Schiffe eingesetzt werden. Ein zweiter Vorschlag will die Route über Afrika einschlagen, von wo sie über den Indischen Ozean nach Australien führen würde, dann nordwärts - -.nach. Niederländisch-Indien, den Philippinen, Formosa — bis Tokio. Zur Auswahl steht'ferner der Weg-des Olympischen Feuers, der von Europa zunächst nach Amerika weist und dann weiter über den Stillen Ozean nach Japan. Vielleicht wird man das Feuer auch nur auf elektrischem Wege, also ohne menschliche Hilfe, von Griechenland nacb Japan übertragen. Davis-Pokal seit 1900 Die Kämpfe um den Davis-Cup, den der Amerikaner Dwight F. Davis im Jahre 1900 stiftete, sind heute unbestritten der Höhepunkt der t e n n i s sportlichen Ereignisse in der ganzen Welt, nachdem sie einstmals lediglich als Herausforderungswettbewerb zwischen Amerika und England gedacht waren. Auch zahlreiche jüdische Spieler, so P r e n n, der Franzose Lacoste, der Italiener d e M o p u r g o, der Pole Wittmann und der Tscheehoslowake Hecht, um nur einige aus den letzten Jahren zu nennen, waren an ihnen beteiligt. Der Davis-Pokal, auf dessen Sockel jeweils die Namen der siegenden Mannschaften eingraviert werden, hat schon lange Reisen über Länder und Ozeane hinter sich. Statistiker haben ausgerechnet, dass er seit seiner Stiftung bereits 80 000 Kilometer zurückgelegt hat. Von Amerika, dem Gewinner der ersten beiden Jahre, wanderte er über England nach Australien. Während der Kriegszeit hatte ihn wieder Amerika im Besitz. 1919 gewann ihn erneut Australien, 1920 bis 1926 die amerikanische Mannschaft. Dann blieb er bis 1932 dank des überragenden Könnens der „drei Musketiere", zu d§nen auch Rene Lacoste zählte, in Frankreich, bis 1936 behielt ihn England, und 1937 gelang es dann wiederum den Vereinigten Staaten, ihn zu erobern. —n. Ausbildung von Turn- und Sportlehrkräften Die Schulabteilung der Reichsvertretung weist darauf hin, dass in dem neuen von der Reichsvertretung und dem Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, Stuttgart, veranstalteten Lehrgang zur Ausbildung von Turn- und Sportlehrkräften noch einige Bewerber aufgenommen werden können. Der Kurs findet am Orthopädisch- Gymnastischen Institut von Alice Bloch, Stuttgart, statt. Dauer des Lehrgangs: 1 Jahr. Nach Abschluss Erlangung eines staatlichen Zeugnisses, das zur Lehrtätigkeit, an jüdischen Schulen und Vereinen berechtigt. Aufnahmebedingungen: Zeugnis der "mittleren Reife bzw. Versetzung nach Obersekunda, Nachweis besonderer sportlicher Befähigung, polizei- . liches Führungszeugnis, sportärztliches Zeugnis, vollendetes 19. Lebensjahr. Der Meldung ist ein Lehenslauf beizufügen. Schulgeld monatlich 50 RM. In begründeten Ausnahmefällen können Stipendien gewährt werden. Meldungen können nur dann noch Berücksichtigung finden, wenn sie umgehend in doppelter Ausfertigung erfolgen an die Schulabteilung der Reichsvertretung, Berlin-Charlottenburg 2,-Kantstrasse 158,

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