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Central-Verein-Zeitung · 1938-05-26 · 21 (26.5.1938) · page 15

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
21 (26.5.1938)
Date
1938-05-26
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 21 3, Beiblatt »Umschau der C.-V.-Zeitung Seite 13 26. Mai 1938 . Starke Hand und Terror Südlich hat die Mandatsregienmg zu einer energischen Aktion gegen die arabischen Terrorbanden ausgeholt, und es ist zu hoffen, dass dajnit eine wenigstens äussere Beruhigung der läge eintritt. Sie hat in den letzten Tagen 25 Orte inSamaria und Galiläa militärisch besetzt und sie unter schärfste Kontrolle gestellt. Wie es heisst, stehen hierfür etwa 3000 Mann Militär-zur Verfügung. In einer offiziellen Verlautbarung, die die Massnahmen ankündigt, wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie nicht als eine Verhängung des Ausnahmezustandes anzusehen sind. Die betroffenen Bezirke stehen weiter unter der Verwaltung der Zivilbehörden. Ausser dem unmittelbaren Zweck der Terrorbekämpfung dienen die Anordnungen dazu, neue Wege zu bauen, die die militärische Verbindung leichter gestalten sollen. Der Wegebau liegt nämlich in Nordpalästinä mehr im argen als im Süden des Landes, wo während des Weltkrieges unter der Besatzungsarmee General Allenbys viel auf diesem Gebiet getan worden ist. Für den Augenblick jedoch ist die wichtigste Frage, ob dieses energische Zugreifen des Militärs zu einer wirklichen Unterdrückung des Terrors führen wird. Wie notwendig sie wäre, wird ohne weiteres klar, wenn man die Ereignisse der letzten Woche berücksichtigt. Sie bieten kaum ein friedlicheres Bild als es sich seit dem Erscheinen der Kommission in dem Aufflackern aller Arten von Gewalt- und Sabotageakten .im ganzen Lande gezeigt hat. Am grössien ist auch diesmal wieder die arabische Verlustliste, die allein dem Sehuldkonto arabischer Täter zur Last zu legen ist. In der Nähe von Hebron wurde bei der Beschiessung eines Autobusses ein arabischer Hilfspolizist getötet und ein Passagier verwundet. In Akko wurden zwei Araber in der Nähe des Postamtes" angeschossen und schwer verwundet. Ein arabischer Notabel aus Dschenin wurde von Terroristen ermordet, sein Bruder wurde bei dem gleichen Ueberfall schwer verwundet. Schliesslich wurde ein Mitglied des Untersuchungsgerichts in Haifa angeschossen und lebensgefährlich verwundet. Die arabischen Täter konnten entkommen. Aber die arabische Aktivität erschöpf te--sich, wie üblich, nicht in Angriffen auf ihre eigenen Stammesgenossen. Abgesehen davon, dass in der letzten Woche nach längerer Pause wieder . msSlere1 Fälle von 'T error gegen BaUmpflanzungen vorkamen — in Migdal, Che b bat Zion, in der Nähe von C h e d e r a f und in den Pflanzungen der Landwirtschaftlichen Schule in Faradia (in der Nähe von Dschenin) wurden Bäume entwurzelt —, dass auch die Pipe- Line wieder mehrfach beschädigt und in Brand gesetzt wurde, abgesehen von allem derartigen Sachschaden, sind auch wieder Menschenopfer zu verzeichnen. Bei dem Angriff auf eine Militärpatrouille in der Nähe von Afule wurde der britische Leutnant F. E. Templer verwundet. Während der Ueberfall auf die jüdische Siedlung N i r David im Beisantal zur Gefangennahme von drei Arabern und ein Angriff auf die an der Drahtzaunbarriere arbeitenden Juden an der Nordgrenze zu keinerlei schwereren Folgen führte, wurde bei einer erneuten Beschiessung des neuen Siedlungspunktes Chanuta an der syrischen Grenze der jüdische Hilfspolizist Ezechiel Munczik schwer verwundet. Der jüdische Arbeiter Jakob. Jizchaki wurde von zwei Arabern im Südteil von Jerusalem ermordet. Die Mörder entkamen. Polizeihunde sind auf ihre Spur gesetzt worden. Der jüdische. Hilfspolizist Ezechiel Munczik, der bei dem Angriff auf Chanuta verwundet worden ist, starb am nächsten Tag im Hadassa-Hospital in Haifa. Er war 20 Jahre alt und stammte aus Polen. Bei dem gleichen Gefecht wurde noch ein zweiter Hilfspolizist Abraham K a t z aus Litauen schwerverwundet. Auch die Araber haben Verluste erlitten. Nach einem Polizeibericht vom Abend des 22. Mai sind ausser vier Mordtaten in Chanuta, Jerusalem, Haifa und in der Nähe von Binjamina, wo ein Beduinenscheich getötet wurde, innerhalb von 24 Stunden von Arabern 16 Ueberfälle durchgeführt worden. Es wurden ferner Bäume entwurzelt und eine Anzahl Wälder und Getreidefelder in Brand gesetzt. In Jerusalem führte die Verschärfung der Lage im Laufe des 24. Mai, bei der wiederum zwei Juden den Tod fanden und eine Anzahl Juden und Araber verwundet wurden, zur Verhängung des Ausnahmezustandes. Auch in Tiberias, wo seit etwa einem Jahr verhältnismässige Ruhe herrschte, ereignete sich am 22. Mai ein schwerer Zwischenfall :"Eine Bombe, die zwischen Steinhaufen versteckt war, explodierte und verwundete vier Araber. Ein britischer Polizist bemerkte, dass unmittelbar nach der Explosion ein Araber zu entfliehen versuchte, verfolgte ihn, wurde aber von Arabern, die rund herum in den Cafes sassen, mit Steinen beworfen. In der gleichen Zeit griffen arabische Horden Juden an und verwundeten vier davon. Um die Teilimgs-Kommissioii Die Teilungskommission hat in der vergangenen Woche nur noch vereinzelte Besichtigungen vorgenommen und diese gleichzeitig zu privaten Rücksprachen mit führenden Persönlichkeiten benutzt. Sie besuchten u. a. die Hebräische Universität, besichtigten ihre Institute und die Nationalbibliothek und folgten dann einer Tee-Einladung bei Dr. Ma gn e s und Professor Dt. Bergmann. Nach einer Besichtigung des Daniel-Sieff-Instituts in Rechowot weilten sie bei Chaim Weizmann zu Gast. Wie beabsichtigt, erschien als erster Zeuge vor der Kommission Pinchas Ruthenberg, der Direktor der Palestine Electric-Corporation. Seine Vernehmung ging in einer geschlossenen Sitzung vor sich. Er trug die Forderung auf Einschluss des Elektrizitätswerkes bei Zemach in den vorgesehenen Judenstaat vor. Auch der Chef des Gerichtshofes Sir Harry Trusted ist — gleichfalls in geschlossener Sitzung — bereits vernommen worden. In der Sitzung des Kleinen Zionistischen Aktionskomitees, die in Jerusalem stattfand, wurde die Stellungnahme der Jewish Agency gegenüber der Teilungskommission festgelegt. Mit Ausnahme einer Gegenstimme billigten die Anwesenden die von der Exekutive in bezog auf die Kommission bisher befolgte Politik. Es wurde beschlossen, dass Vertreter sowohl der Teilungsfreunde wie der Teilungsgegner vor der Kommission erseheinen werden. Zur Unterstützung der Exekutive wurde ein Politisches Beratungskomite ernannt, das aus Rabbi Meir Berlin, Ussischkin, Berl Katznelson, David Remez, Josua Sup r a s k y und Samuel Zochovitzky besteht. Unter den Arabern scheint die Stimmung noch überwiegend für eine Fortsetzung des Boykotts der Kommission zu sprechen. Sowohl in Palästina wie in Transjordanien sind Flugblätter in Umlauf, in denen Araber, die vor der Kommission als Zeugen zu erscheinen beabsichtigen, mit dem Tode bedroht werden. Trotz dieser fanatischen Hetze sollen mehrere Araber der Kommission Denkschriften zugestellt haben. Zionistische Jahreskonf erenz in England In Anwesenheit von 400 Delegierten aus allen Teilen des Landes fand in London die Jähreskonferenz der Zionistischen Vereinigung für Grossbritannien und Irland statt. In seiner Eröffnungsansprache wies der Vorsitzende, Reverend G o 1 d ib 1 o o m darauf hin, dass man niemals vorher einer so ernsten Lage gegenüber gestanden habe wie gegenwärtig. In Palästina herrschen ein wilder Terrorismus und Blutvergiessen nun über zwei Jahre. Ein Trost sei es nur zu wissen, dass der Jischuw eine würdige Antwort gegeben habe. Als erster Referent gab Reverend Perlzweig einen Bericht über die Arbeit des vergangenen Jahres. Indem er auf die politischen Fragen zu sprechen kam, erklärte er, dass die Britisch-Zionistische Vereinigung weder für noch gegen die Teilung Stellung genommen habe und dass die Entscheidung lediglich dem Kongress vorbehalten werden müsse. Professor, J3rodetsky kritisierte die Unentschiedenheit der Palästinapolitik und erklärte die Bezeichnungen „Farce" und „Fiasko",-die— der letzten „sogenannten" Schedule gegehen:.. worden seien, für viel zu schwach. Den neuen Kolonienminister begrüsse man mit Freude, da man ihn als einen, ausgezeichneten Kenner des Palästinaproblems kenne. Immerhinmüsse -in..... voller Fairness gesagt werden, dass es noch zu früh sei, um ihm Glückwünsche darzubringen. . Man werde vielmehr den neuen Kolonienminister auf Grund seines Verhaltens in vier Fragen zu beurteilen haben: Erstens in bezug auf die Wiederherstellung des Friedens in Palä> stina, zweitens auf Grund seiner Sympathie für die sofortige Wiederherstellung der Einwanderung nach Palästina, ohne dass erst Teilung^ oder Nichtteilungspläne oder irgend etwas anderes abgewartet wird, drittens nach der Entscheidung in bezug auf die zukünftige Politik und viertens nach dem Mass, in dem er den Prinzipien der Balfour-Deklaration und des Mandates treu bleiben werde. Nach der Generaldebatte wurden eine Anzahl von Entschliessungen angenommen. In ihnen wird die Flüchtlingsfrage erwähnt, und es wird der entschiedene Widerstand gegen jede Politik erklärt, die nicht eine Einwanderung entsprechend der jüdischen Not und den jüdischen wirtschaftlichen und politischen Notwendigkeiten vorsieht. Es wird schliesslich der Wunsch ausgesprochen, dass der jüdische Staat einen Platz in dem Rahmenwerk des britischen Commonwealth erhäit. Nachrichten vom Tage 40 jüdische Familien aus Deutsehland begannen mit der Errichtung einer neuen Siedlung im Emek C h e f e r, die S a d o t Warburg genannt werden soll. Die Siedlung wird von BAU-! E« SCHEIN •W 15, Duisburger Str. 1 TELEFON: 92 42 31 Carl Zobel w 242953 Feine Herren-u. Damenkleidung nach Mass, Gr. StofFauswahl. dem Central British Fund for German Jewry; durch die Rasseo finanziert. Die gesamte Bodenfläche der neuen Kolonie beträgt 450 Dunams. Map nimmt an, dass im ganzen "40 bis 50 Familien darin Platz finden werden. Jede Familie wird zwischen 7 bis _15-Dunam Land zugewiesen erhalten. Ein Schadenfeuer in T e l-Aviv zerstörte" eine Anzahl von Holzbaracken. Der Schaden wird auf ungefähr 10000 Pfund geschätzt. Di« ■ arabische Feuerwehr half der Tel-Aviver Feuerwehr beim Löschen des Brandes. M. S. Marcovici-Cleja, ein bekannter Pariser Geschäftsmann, fuhr im Interesse einer von ihm Die Lachisch-Briefe Eine wiederentdeckte Korrespondenz aus der Zeit Jeremias* Von Rabbiner Dr. S, Samuel So mannigfache Kunde über die erwähnte Entdeckung durch kürzere Notizen und Vorberichte in die grössere Oeffentlichkeit gedrungen sein mag, eine wissenschaftlich fundierte Darlegung über jene Grosstat in ihrer ganzen Bedeutung konnte bisher nicht geboten werden. Sie ist auch unter Berücksichtigung aller gelehrten Vorarbeiten erst möglich geworden, seitdem das Buch „The Lachish Leiters" vor wenigen Wochen die „Oxford University Press" verlassen hat. Ein Exemplar dieses Prachtwerks, vom Hauptverfasser Harry Torczyner Professor Dr. Ismar Elbogen zur kritischen Behandlung überlassen, gibt durch freundlich gewährte Einsichtnahme auch mir Gelegenheit zu informatorischer Berichterstattung. Sie gilt einer Leistung, zu der sich die „Wellcome Ar- ' chaeological Research Expedition to the Near East" unter Leitung von J. L. Starkey (der. inzwischen, am 10. Januar 193S, unter tragischen Umständen gestorben ist) mit Professor Torczyner, dem Inhaber des Bialik-Lebrstuhls an der Universität Jerusalem, verbunden hatte. Es ist diese Zusammenarbeit, der wir eine überraschend vielseitige Bereicherung unserer Bibelkenntnis zu danken haben. Schauplatz und Umfang des Fundes Bereits von Flinders Petrie war der Schutthügel, Teil ed Duweir' als Stätte der einstigen judaeischen Festung Lachisch vermutet und dem jüngeren Fachgenossen Starkey bezeichnet worden. Die 1933 von" ihm begonnenen Grabungen ergaben alsbald mehrere Schichten einer Siedlung, die bis in die Mitte der 19. Dynastie (1300 bis 1260 vor der üblichen Zeitrechnung) wahrscheinlich darüber hinaus bis in die Patriarchen-Zeit zurückreichte und starke ägyptische Einflüsse aufwies. Gegenstände sakralen, kriegerischen und privaten Gebrauchs waren zutage getreten, die aus der mittleren Bronzeperiode über die israelitisch-jüdische hinweg bis in die byzantinisch-arabische Zeit reichten. Aber erst im Zuge der dritten Winterkampagne (1934—1935) konnte unterhalb der persischen Siedlung, die Festungslinie der judaeischen Stadt mit ihren äusseren Bastionen und Türmen sowie mit ihren inneren Toren freigelegt werden. Hier war es, wo in einem nordöstlichen Tore ein kleiner Raum gehäufte Aschenreste schwerer Brände aufwies, denen nur ein kleiner Scherbenhaufen, ersichtlich aus einfachen Wasserkrügen stammend, Widerstand geleistet hatte. Ein flüchtiger Bück des glücklichen Entdeckers erspähte auf ihnen Schriftzüge, und heischte sorgfältigste Bergung des Fundes. Es waren 18 Scherben (Ostraka) mit teils längeren, teils winzigen Inschriften, im ganzen etwa 90 Zeilen. Fast gleichzeitig waren zutage getreten ein Siegelring mit der Inschrift „Gedaijahu*, der über das Haus gesetzt ist, und ein Speckstein-Skarabaeus, vermutlich den Namen „Achimelech" tragend. Sämtliche Schriftzüge waren praeexilisch-phoenikisch-hebraeisch; also verwandt denen der Samaria-Krugstempel, der Mesa- und Siloah-Inschrift und des Ophel-Ostra- - kon. Die Zeitgrenze nach unten war gegeben. Aber waren es nicht wieder nur Besitz- oder Herkunftsiegel, Kaufurkunden oder magische Zeichen, oder enthüllten sie bisher unbekannte historische Tatsachen?. Der Bibelforschung und hebräischen Linguistik musste das entscheidende Wort zufallen. Die Lesung auf dem Wege Professor Torczyner schildert im Sammelbande Kneset vom Jahre , 5696 in der Abhandlung „teudot Lachisch" anschaulich, beinahe dramatisch, den ersten Abendbesuch von Starkey in Begleitung von Professor L. A. Mayer (Mitte Februar 1935) in. seiner Wohnung. Die mitgebrachten Ostraka waren noch ungereinigt, von anderen lagen Photos vor. Torczyner gesteht, dass er, von anderen Problemen stark in Anspruch genommen, nur widerstrebend an die neue Aufgabe heranging, aber bald gesteigertes Interesse für sie empfand. Sie bat ihn sodann mehr als zwei Jahre gefesselt, obwohl er vorläufige Resultate schon nach wenigen Monaten (im genannten Kneset)' der Gelehrtenwelt vorlegen konnte. Es setzte ein Meinungsaustausch ein, an dem viele spruchbefugte Forscher teilnahmen. Die jetzt vorliegende Prachtausgabe beweist, dass der Schlüssel zur Lösung von Torczyner im frühesten " Stadium durch geniale Verbindung der Lachisch- Briefe mit drei Stellen des Buches J e r e m i a gefunden war und alles weitere nur noch unwesentliche Korrekturen und Ergänzungen bringen konnte. Die Hauptstelle (Jeremia, Kap. 26, V. 20—23) erwähnt einen sonst unbekannten Zeitgenossen Jeremias, den gleichgesinnten Propheten Urija, Sohn Schemajahus von Kirjat-Jearim; seine Flucht nach Aegypten vor dem Könige; seine Ergreifung durch Sendboten unter einem hohen Militär; seine Tötung und Schändung in Jerusalem. Diese Vorgänge ersehliessen den Inhalt des wichtigsten Briefes der Sammlung, des dritten, der seinesteils das so wortkarg gemeldete, tragische Schicksal desselben Urija mit reichen Nebenzügen ausstattet. Sein Name wird nicht ausdrücklich genannt; er heisst ha-pikkeach (der Hellsichtige) und hanabi (der Prophet). Er ist auf der Flucht und hat einen Warnungsbrief an einen Freund Sallum nach Kirjat-Jearim gesehrieben mit dem Anfangs wort: „Hüte dich!" Er hat von Ja'usch, dem Kommandanten von Lachisch, einen Brief, vielleicht eine Warnung erhalten, gewinnt Aegypten, wohin ihm die in Brief 3 ebenfalls erwähnte militärische Mission folgt, und wo er dieser in die Hände fällt. Torczyner nimmt an, dass sämtliche. Briefe aus Kirjat-Jearim vom dortigen Unterbefehlshaber Hoscha'jahu an seinen Vorgesetzten, den Oberkommandanten der Südwestfront, Ja'usch, in Lachisch gerichtet waren, dort nach Lesung im Festungsarchiv aufbewahrt wurden, vermutlich auch bei einer Vorladung des Hoscha'jahu eine Rolle spielten, weil dieser auf seinem Posten als Mittelsperson für ankommende und ausgehende, geheime Briefe einen Vertrauensbruch begangen und dadurch den Propheten widerwillig verraten und, ins Unglück gestürzt habe. Ob diese letzteren neuen Momente mit Sicherheit den Ostraka zu entnehmen sind, darf bezweifelt' werden. Dagegen wird die Beziehung von Tafel 3 auf Urija durch die weitere einer Jeremia-Stelle zu Tafel 6 gestützt. Hier lesen wir nämlich, dass Ja'usch einen Brief vom König erhalten hat mit jenem Verdikt über Urija, das dessen Verurteilung zum Tode bedeutete:- es enthält fast gleichen Worte, die wir bei Jeremia, Kap. 38, Vers 4, hier mit Beziehung auf diesen lesen. Ja'usch gibt den königlichen Brief an Hoscha'jahu weiter; dieser erkennt die Gefahr für Urija, schlägt aber in seinem Schreiben, eben unserer Tafel 6, vor, dass Ja'usch beim Könige Fürbitte einlegen möge, mit den Worten: Warum tust du also?! So viel ist gewiss, dass von der Heimat Urijas, Kirjat-Jearim, wo er, wie es scheint, noch seinen alten Vater und manche gottesfürchtigen Freunde hatte, ein Rettungsversuch' gemacht worden ist, dem freilich kein Erfolg beschieden war. Endlich gelingt es Torczyner durch glückliche Lesung des wichtigen Briefes 4 festzustellen, dass die Fundstätte keine andere als die alte Festung Lachisch ist, d. h. dass Teil ed- Duweir wirklich auf ihren Trümmern liegt. Denn in Brief 4, der offenbar wenige Tage vor, der Einnahme der Festung durch Nebukadnezar dorthin gesandt ist, meldet der Schreiber Hoscha'jahu, „dass wir (in Kirjat Jearim) nur. noch auf Feuerzeichen nach genauer Weisung aus Lachisch warten, da die Zeichen aus Aseka nicht mehr sichtbar sind". Aseka ist offenbar gefallen. Dies stimmt überein mit Jeremia, Kap. 34, Vers 7: „übriggeblieben waren unter den festen Städten Judas nur noch (ausser Jerusalem) Lachisch und Aseka." Waren somit die drei wichtigsten Ostraka richtig gedeutet, so war die Lesung der geringeren 15, von denen manche nur wenige lesbare Worte, Wortfragmente oder Buchstaben aufweisen, auf dem Wege. Zusammenfassendes Ergebnis In den Lachisch-Briefen haben wir eine militärisch-politische Korrespondenz aus denletzten Zeiten des Reiches Juda vor uns. Es sind eingegangene Originaldokumente auf Scherben \

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