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Central-Verein-Zeitung · 1938-05-19 · 20 (19.5.1938) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
20 (19.5.1938)
Date
1938-05-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seife 4 C.-V.-Zeitung Nr.20.»,19yMai1938 Begleiter des Abends waltete "Wilhelm 'Altmann mit Geschick. Eine Sängerin, die gleich bei den ersten, voll und sicher angesetzten Tönen aufhorchen lässt, lernte man in Else H o r w i t z (Jansen) kennen. Das umfangreiche Material wird.'mit . grösster Biegsamkeit, . in der Dynamik bisweilen mit überreicher. Geschmeidigkeit, gehandhabt. Die Linienführung verläuft in weitgespannten Bögen. Hier ist eine künstlerische Kraft, deren Einsatz •man öfter begegnen möchte. Das' feinsinnige Musikertum Arthur Wolffs, der als Begleiter und Solist mitwirkte, wird sich bei ausgeglichenerem Anschlag und sparsamerem Pedalgebrauch noch günstiger darstellen; der .Komponist kam mit der Uraufführung zweier neuromantisch-farbiger Lieder zu Wort. Das ebenso knappe wie gehaltvolle Programm rief ausserdem zwei Lieder des herberen Karl Wiener ins Gadächtnis. H. Fr. Das zweite Konzert des Mendelsso Im-Trios (Margarethe Sultan, LeoSchwarz und Paul Blumenfeld) im Hamburger Kulturbund vertiefte den Eindruck seiner künstlerischen Einheit. Neben Dvoraks F-moll-Trio boten die Künstler in Uraufführung das G-dur-Trio von Leo Lewy, ein .Werk, das mit BA11 keratuss e. schein AU'äiiefWMliiiia^^r;^^; Klappbetten, Couchgesteile, Original Hoover Staubsauger komb., elektr. Haushaltmaschinen u. Garäts, Nähmaschinen, Kühlschränke, elektr. Rasierapparate. Uei!Goldschmiäl,Grüiiestr.o.Tei.4366o.Frank!urta.M. seinem Einfallsreichtum und seiner in den Ecksätzen spannkräitig und schwungvoll durchgeführten Themen-Verarbeitung den Könner vertat und den lebhaften Beifall der Hörer fand. Ilse Urias sang, von Margarethe Sultan begleitet, Arien und Lieder von Händel. Schreker und Joseph Marx. Unverkennbar ist die stimmliche und künstlerische Aufwärtsentwicklung der Sängerin. Ihrer prächtigen vorzüglich durchgebildeten Stimme ist eine vorbildliche Atem- :technik Stütze. Der stürmische Beifall forderte •eine Zugabe, — Wolfgang Rose (Klavier) und Wilhelm" Guttmann (Bariton) gaben ein Solistenkonzert. Roses Technik ist hoch entwickelt, sein Spiel fesselt durch die Bravour und 'die Ueberlegenheit und "Sicherheit seines Vortrags. Aus der Vortragsfolge seien Scarlaltis Sonaten hervorgehoben, die Rose in ihrer Unbeschwertheit meisterlich darbot. Guttmanns Ausdruckskultur und vornehme Gestaltung des Liedgesangs trat -in Schalits und Kowalskis Liedern zutage; doch in den Arien brachte er erst seine grosse Kunst zur vollen Entfaltung. Beide Künstler wurden lebhaft gefeiert. A. Starke künstlerische Eindrücke vermittelte ein Lieder- und Arienabend von Ludwig Guggenheim, der den Offenbacher Hörern durch seine solistischen Darbietungen im Gottesdienst bereits bestens bekannt war. In Oratorien und ■Arien von Händel und Mendelssohn sowie in Liedern von Schubert, Rothstein und Salonion bewies der Sänger seine von einer umfänglichen Bassstimme unterstützte Vortragskunst, die die Hörer, wie der Applaus bewies, steigend in Bann hielt. Der als feinsinniger Begleiter bekannte Frankfurter Pianist Dr. Willy Salom o n bereicherte den gelungenen Abend durch Soli von Chopin und Mendelssohn. Im Kulturbund Rhein-Main (Frankfurt a. M.) gab Erich Lander er. der sich vor wenigen Monaten mit einem Liszt-Konzert als eleganter Ich weiss, dass ich lebe und ein Gott über mir -ist.' Ich weiss, dass einer mich durch diese Zeit führen wird. 'Und so stehe ich dann wieder einmal hier;vor dem Hause. Die Nacht ist klar. Das Tintenblau des Himmels lässt das Blinken der Sterne gewaltig hervortreten. Dazwischen stehen Wolken, vom Schein des Mondes mächtig angestrahlt. Die dunklen Umrisse der Höhen schliessen den Horizont ab. - Das ist eine Nacht! ' Ich strecke meine müden Glieder und stütze 'die Hände in die Seiten. Eine grosse Trotzigkeit ■ist in mir wach geworden, und ich möchte alles das vergessen, was heute gewesen ist. Es hatte sich so viel in mich geschlichen. Es war wieder einmal das alte Leben, das nicht auszurollen war. Es war jene Sehnsucht nach Ruhe und nichts als Ruhe und Geborgenheit; die wir alle haben. Es klingt so manches in uns nach. Ja. Ruth ist zehn Jahre jünger als ich, und •das ist heute eine lange Zeit. Ich überlege mir •das noch einmal, und ich denke daran, wie wenig doch eigentlich die Welt von uns weiss. Was weiss man von den Fünfundzwanzig- bis Dreissigjährigen, von denen, die nicht wissen, zu welcher Generation sie gehören, von den Generationslösen? Zu rasch hat uns die Jugend in das harte Leben entlassen. Zu rasch sind wir ihr •entwachsen. Wir haben nie eine Zeit ohne Sorsen und ohne Erschütterungen gekannt. Wir haben nie gewusst, was Ruhe ist-und gesichertes Dasein bedeutet. Erst war der Krieg, als wir eben zur Schule kamen und zu denken anfingen, dann kam die Inflation, dann die Wirtschaftskrise, dann das 'Jahr 1933. Das ist alles nicht spurlos vorüber gegangen. Nein, wirklich nicht. •Wir haben einen solchen harten Zug um den Mund. Wir lachen so wenig. Wir sind alle zu ernst geworden. „Was machst, du hier?" fragt plötzlich eine Stimme hinter mir. Ich schrecke auf und drehe mich um. Ruth steht vor mir. Sie ist aus dem Hause gekommen, und ich habe sie nicht gehört. Da steht «sie nun! und ich weiss doch nicht, weshalb sie bei mir ist. Ich sehe sie fragend an. . _ „Du sahst so traurig aus, als du hinausgingst. */ und bravouröser Pianist eingeführt hatte, einen eigenen Abend. Es gelang "ihm., nach der eingangs gespielten Wanderer-Fantasie Schuberts, .in der besonders das Adagio-seine weiche Poesie erhielt,'mit der in grosser Linie erfassten h-moll- ' Sonate von' Liszt und besonders mit den sehr belebt und plastisch gestalteten Bildern einer Ausstellung von Mussorgsky noch Steigerungen seiner Vermittlungskunst zu erzielen. Man dankte ihm auch die klare Wiedergabe Chopinscher Stücke. — Lilly S c h w a r z - M a y e r h o f e r und Annie Steiger-Betzak, die bewährten einheimischen Künstlerinnen, und der Cellist Dr. J. S a k o m , dessen schöner grosser Ton von vornehmer Musikalität getragen wird, gaben einen Trio-Abend, der überdurchschnittliche Ansprüche vollauf befriedigen konnte. Die „romantische Violinsonate" der Frankfurter Komponistin Rosy G e ig e r-Ku 11 m a n n , ein ansprechendes heiteres Werk kleineren Ausinasees, wurde bei der Uraufführung sehr gefällig vorgetragen. —it. Dr. Oskar Guttmann, Berlin, sprach im Breslauer K u 11 u r bun d über ..Die jüdischen Musiker des 19. Jahrhunderts". Obwohl es ungezählte Abhandlungen über dieses Thema und seine verschiedensten Teilgebiete gibt, Hesse sich zweifellos noch manches Neue dazu sagen. Guttmanns Vortrag bewegte sich jedoch, was das Stoffliche betrifft, ganz im gewohnten Gleise: die persönliche Note kam höchstens in einigen ironischen Randbemerkungen und den überflüssigen Zitierungen Heines (in. Sachen Meyer beer) zum Vorschein. Die mit Sorgfalt getroffene Schallplattenauswahl ermöglichte wieder einmal einen willkommenen' Einblick in die Schöpfungen jener Meister, deren Bewertung von jeher den eigenartigsten Schwankungen unterworfen war. " Hff. Rita Atlasz mit ihrem strahlenden Koloratursopran und der junge Tenor Ernö G a r a y kamen zu einem Opern- und Operettenabend nach Leipzig und Hannover. Sie erfreuten das Publikum mit bekannten Arien und Duetten. Erna Klein begleitete in Leipzig, Gerhard B e r k o w i t z in Hannover. Photos im Kulturbundtheater Die Photogruppe T'muna veranstaltet in den Foyers des Kulturbund-Theaters in Berlin eine umfangreiche Ausstellung von Arbeiten verschiedener Mitglieder. Da hängen Aufnahmen aus vielen Ländern: aus Polen. Karpatho-Russland. Palästina. Bilder der Arbeit sind es. Ausschnitte aus der Siedlungstätigkeit, Augenbiicks- Malerasr&eifen / David Friedmann Berlin W 15, Paderborner Str. 9. 97 25 65. aufnahmen von Kindern in Horten und Heimen, malerische Plätze am Meer und in den Städten. -Eine besondere Abteilung bilden die Photo-Leihgaben des Anthropologischen Instituts der Hebräischen Universität Jerusalem, lehrreich in der Typenwahl der Juden aus allen palästinensischen Gegenden. Will man Namen nennen, so fällt der von Dr. Roman W i sc litt iak ins Auge, der seine Studien aus dem Wilnaer Ghetto, seine Porträts, seine Interieurs zum wirklichen Bild werden lässt. dem nur noch die Farbe fehlt. Sportphotos lieferte Herbert Sonnenfeld, während Liselotte Grschebina Palästinaphotos zeigt, unter denen die Ich hatte Angst um dich. Da musste ich kommen und sehen, was du machst. ..Mir ist nichts", antwortete ich, ..man denkt nur so immer nach, was einmal aus uns allen werden soll." ..Ach", sagt sie, „es hat doch Alles keinen 'Zweck. Die Welt ist so schön. Es muss alles gut werden/' „Du bist ein liebes Mädel'"', sage ich zu ihr. Sie antwortet mir nicht. Wir stehen schweigend und sehen fast angestrengt in eine ungewisse Ferne hinaus. Wie doch der Himmel so nahe über uns ist! Das Leben könnte so schön sein! Wer weiss, was sie denkt. Wir können ja allesamt nicht so viel sprechen. Uns liegt nicht immer alles auf der Zunge. Wir können nicht immer gleich mit allem fertig werden. Das Letzte in uns bleibt unausgesprochen, und immer ist eine Schranke da. die wir nicht übersteigen können. Jeder ist mit sich letzten Endes allein. Wir spüren das heute in jeder Lage. Niemand kann einem die Entscheidungen abnehmen, und niemand kann sagen, so ist es bestimmt richtig. Aber nichts ist uns auch so geblieben wie der Mensch, der blosse Mensch in all seiner Menschlichkeit, in seinem Einsseil) mit einem anderen. Man begegnet so selten im Leben solchen Menschen, mit denen man sprechen kann, auch ohne dass man viele Worte macht. Es sind alles nur Leute; mit ihnen kann man nur reden. Langsam verfliesst der Mond hinter dem Vorhang der Wolken. Leicht schimmert er hindurch. Dann ziehen Streifen an ihm vorbei, und dann steht er wieder in all seiner Klarheit ' am Himmel. Unser grosser Hof wird von ihm in eine dämmrige Helle getaucht. Die Stallungen und Scheunen sind'schwarze Würfel, die in den Abend ragen, deren Tor und Tür man nicht sehen kann, und von denen man nicht weiss, ob ihre kalkigen Mauern immer noch da sind. Himmel und Mond und Wolken und diese leuchtende, kältende Nacht und dieses Mädchen hier — da dürfen die Fragezeichen des Lebens nicht immer aufstehen. Es muss einmal alles schweigen, einmal alles ruhig sein, : Bilder jemenitischer Menschen mit dem Ausdruck der Gesichter, der starken Wiedergabe der" Stoffe, der Betonung alles Psychologischen auffallen. Auch die Begabung von Else. Kamnitzer muss genannt werden, deren „Wasserträgerinnen'' ein wirklicher Wandschmuck im Raum sein können. Besondere Hachscharaphotos sind von Kurt Strauss ausgestellt, während die Abteilung „Porträt" in dieser Ausstellung die Namen von Hans S.Lew y, Dr. Hermann. Moses, Paul Herr mann und Julius Glücksohn'in den Vordergrund künstlerischen Interesses rückt. 0. B. Kunstnachrichten Vor kurzem wurde das Testament des ungarischen Malers Philipp Laszlo geöffnet. Das Britische Museum in London erhält die Auto- ■fframmsammlung der 2000 Modelle, die der Künstler gezeichnet hat, und unter denen sich zwei Kaiser, zehn Könige, zwei Päpste, zwei Erzbischöfe und viele Staatsoberhäupter finden. Das Atelier Laszlos soll in seinem jetzigen Zustund als Museum erhalten bleiben. Auf der Staffelei steht ein unvollendetes Bildnis der Schauspielerin Anny Ahlers. * Im Maiheft der führenden englischen Kunstzeitschrift „The Burlington Magazine11 schreibt Ralph Edwards über die Miniaturensammlung de.« Louvre und bildet in diesem Zusammenhang Arbeiten des jüdischen Miniaturisten Samuel Cooper ab. Man sieht in wirkungsvollen Photos die Gattin dieses englischen Miniaturisten, Christina Cooper. ein Werk, das ans dem Besitz des Duke of Portland stammt, und das Bildnis des Lord Belasyse, das der Künstler geschaffen hat und das dem Duke of BiKvIouch gehört. Auch zwei Damenhildnisse des englischen Miniaturisten Jeremiah Meyer aus dem Besitz von Mr. Hugh Cobb und aus der Sammlung des Victoria and Albert Museum sind in der Mainunmicr der Zeitschrift abgebildet. * Die Londoner Galerie S. I. Philips stellt wertvolles yntikes Kunstgewerbe aus der Sammlung Alfred de Rothschild aus. In memoriam Max Scheler Am 19. Mai waren zehn Jahre seit dem Tage verflossen, da Max Scheler in Köln zur ewigen Ruhe gebettet wurde. Der Tod hatte den Gelehrten nach einem schweren Leiden aus rüstigem Schaffen herausgerissen; es waren ihm nur 54 Jahre zu leben vergönnt. In München als Sohn einer jüdischen Mutter geboren, trat Max Scheler in jungen Jahren, da der Sturm und Drang seine geistige Entwicklung in stärkste Erregung gebracht hatte, zum Katholizismus über. Eine lange Reihe von .fahren fühlte er sich in der an tiefen Mysterien reichen Welt geborgen. Indes, es übermannte ihn im letzten Abschnitt seines unruhvollen Lebens der Zweifel, und fast scheint es, als sei Scheler nicht mehr zur reinen Höhe religiöser Gläubigkeit emporgestiegen: die Unruhe im Geiste blieb ihm zugemessenes Schicksal. Sie hat es diesem Manne voller denkerischer Kraft verwehrt, ein in sich abgerundetes Werk zu schaffen, so dass Scheler« Schriften trotz ihrer Tiefe und Originalität fragmenthaft blieben. Sein reifstes Werk "ist ohne Zweifel das aus den Tiefen religiösen Empfindens gewachsene Buch „Vom Ewigen im Menschen"-." S. B. Benno Peissachowitsch 60 Jahre Der Oberkantor der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Frankfurt a. M., Benno Peissachowitsch, vollendete am 26. Mai sein 60. Lebensjahr. Abkömmling einer berühmten Rabbi nerfamilie, erhielt er eine im Jüdischen wie im Musikalischen gleich gründliche Ausbildung, die ihn befähigte, bereits im Alter von noch nicht 23 Jah- Ich merke, wie Ruth ab und zu zu mir heraufschaut. $ie ist fast einen Kopf kleiner als ich, und ich wirke gross gegenüber ihrer schmalen Gestalt. Sie steht in meinem Schatten hinter mir und eigentlich tun wir so. als ob wir zwei verzankte Kinder wären. „Sind wir vielleicht immer noch böse?" frage ich sie. „Ach, Unsinn. Ich weiss ja, wie schwer es ist, mit euch allen fertig zu werden. Ihr meint es, ja alle nicht so. Das Leben hat euch nun einmal betrogen." „Ja", sage ich, „wir in unserem Alter sind um unsere schönsten Jahre gekommen. Wir mussten zwei- und dreimal"- anfangen. Und wer weiss, ob nun etwas Richtiges aus uns wird?" Und nach einer Weile setze ich hinzu: „Es ist so schön, Ruth, dass du das alles weisst. Ich habe nie gewusst, dass du so viel Verständnis für einen anderen hast." Wir stehen dann wieder schweigend. „Ist dir nicht kalt?" frage ich sie, „komm, wir wollen etwas über den Hof gehen!" Wir setzen wortlos und in uns gekehrt Schritt vor Schritt. Ich lege meine Hand auf ihre Schulter. Sie lässt es geschehen. Wir schreiten über den Hof hinaus über die grosse Wiese und der abendliche Reif benetzt unsere Füsse. Wir achten auf nichts als auf das, was in uns ist, und wir spüren, dass man auch im Schweigen so viel sagen kann. Rund um das ganze Haus gehen wir so herum, weiter und weiter, und unsere Gedanken gehen zusammen* hinaus in die Ferne. Irgendwo in der Welt sind sie jetzt. Der Tag, .das Gut, die Arbeit sind so weit. Wir sind zwei Menschen, die zusammengehen, und die leben wollen. Plötzlich höre ich meinen Namen mitten in der Nacht. Der Ruf steht in dem Dunkel und. verlöscht mit einem kleinen Echo. Es ist so, als wenn ein ganzer Chor ihn ruft: „Wal ... ter. Wal...ter!" „Sie wollen etwas von mir'"', sage ich zu Ruth, „wir müssen umkehren." Unwirsch nnd ein wenig aufgescheucht gehen wir über, die W_iese zurück dem Ha^ise zu, dessen in der Weit berichtet die C.-V.-Zeitung über jüdisches Leben und Jüdisches Geschehen. Abonnieren Sie! Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-V.- Zeitung, 33 Pfennig für Juni zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Die letzte Mainummer erhalte ich kostenlos. Name: _ Oft:___ Strasse:_:___ Ausschneiden und mit 3 Ffg. frankiert (oder unfrankiert) senden an: C.-Y.-Zeitung. Vertrieb, Berlin W15, Emser Strasse 42. Telef.: 92 81 41-45 ren das Amt zu übernehmen, das er, ungeachtet zahlreicher Berufungen, die ihm früher aus anderen Ländern zuteil wurden, bis heute inne hat. Gross sind die Verdienste, die sich Peissachowitsch um die Fixierung und Ausgestaltung der Frankfurter musikalischen Liturgie erworben hat. Kompositionen von ihm wurden durch den Kantorenverband preisgekrönt, und auch als Lehrer des beruflichen. Nachwuchses hat er sich einen Namen gemacht. Unter seinen Schülern war auch sein ältester Sohn, der heute als Oberkantor der Berliner Jüdischen Gemeinde wirkt. Wir wünschen dem verdienten Manne noch ein recht langes segensreiches Wirken in seinem hohen Beruf. H. Fr. Jüdischer Kulturbund Berlin Wochenplan Theater in der Koaimandäntenstrasse 59: ..Das Berich r1: 21. Mai. 2034 Uhr (Abt. 3. 13V. 22. Mai, 15 Uhr (Abt, 50, (50): jeweils 20 Uhr am 22 Mai (Abr. 41. öl), 23. Mai (Abt. 6, 16), 21 Mai (Abt. S, IS), 25. Mai (Abt. 9, 19) und 26. Mai (Abt. 22, 32\ Kulturbundsaal, Kommandanteiistr. 58/59 %i Uhr*. Chor-K.unzert: 24. und 26. Mai. Grosser Saal des Jüdischen Briidervereins, Kur» fürstenstr. 115/116: Film: 21. Mai: W% und 23/* TAhr: 7~ Ma5: 17' 19 und Uhl" 23. und 24. Mai: 19 und 21K Uhr. Fenster mit leuchtenden Augen in den Abend hinaussehen. „Wal ... ter, Wal.. .ter!"', tönt es immer noch. Sie geben keine Ruhe. Ich sehe sie dann schon von weitem vor dem Hause stehen. Es ist eine ganze Gruppe. Was sie wohl haben mögen, „Was ist los?" frage ich sie, und meine Frage klingt hart, und schneidend. „Du hast dein Visum, Mensch! Du hast dein Visum! Eben ist Nachricht gekommen!" Ich stehe, und eine lähmende Freude ist in mir. Aber mein zweiter Gedanke ist Ruth. Ich sehe mich nach ihr um. Sie steht irruSchatten. Ich kann nicht sehen, was ihr Gesicht sagt. „Freust du dich denn nicht?" fragen die Kameraden. „Aber gewiss!" antworte ich mechanisch, ,.es war auch Zeit. Ich habe lange genug darauf gewartet." „Komm herein", sagen die anderen. ..wir wollen noch etwas singen. Wir freuen uns alle mit dir." „Es ist schön von euch", antworte ich. „Aber lasst mich jetzt ein bisschen allein. Ich will noch etwas spazieren gehen. Man muss das verdauen. Ihr müsst das verstehen." Sie gehen, und ich stehe wieder allein. leb sehe auf Ruth. hin. In ihren Augen ist eine grosse Traurigkeit. Und es klingt so anders, als sie sagt: „Ich freue mich für dich. Da hast du nun doch endlich ein Ziel." „Ja", antworte ich. „Aber dass das gerade heute kommen musste. Was soll aus dir werden?" „Es wird alles werden", sagt sie, „ich werde nffeinenWeg gehen, und immer "bleibe ich ja auch nicht hier. Es waren ein paar geschenkte Stunden. Immer, wenn es schön ist, muss man aufhören." „Ja", antwortete ich verloren, „immer, wenn es schön ist, muss man aufhören." — Was dann noch kam", das waren nur noch ein paar Stunden. Sie vergingen rasch. Dann fuhr ich hinaus in das ungewisse Leben. Es ging mir so svie jedem andere»,

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