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Central-Verein-Zeitung · 1938-05-12 · 19 (12.5.1938) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
19 (12.5.1938)
Date
1938-05-12
Page
– (sequence 14)
Language
German
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XL Palästma-IJmschaii der C.-V.-ZeHung^ Zwei Grenzprobleme Von unserem *-Palästina-Berichterstatter Tel-Aviv, 5. Mai. Die Teilungskommission in Jaffa und Tel-Aviv Die technische Kommission hat bei ihrem ersten Besuch in Tel-Aviv und Jaffa ein besonders interessantes und verwickeltes Grenzproblem an der Quelle studiert Zwischen dem jüdischen Tel-Aviv und dem arabischen Jaffa Sailen Volksgrenze und Stadtgrenze nicht zusammen. Man spricht viel über die rechtliche Stellung der sog. „jüdischen Viertel von Jaffa". I>er unbefangene Beobachter sieht aber eigentlich nur Viertel von Tel-Aviv, die merkwürdiger [Weise zum. Munizipalitätsgebiet von Jaffa gehören. Die Mitglieder der Kommission besichiigteu dieses Grenzgebiet sehr aufmerksam, und als sie nachher mit dem Bürgermeister von Tel- Aviv in dessen Arbeitszimmer zusammen sassen, }iessensie sich die mannigfachen Probleme dieses besonders dicht bevölkerten Stückchens Palästina eingehend erklären. Die Bewohner dieser Gegend, in der auch besonders viele Handwerker ihre Arbeitsstätte haben, müssen an Jaffa Steuern zahlen. Aber ihre „öffentlichen Dienste" beziehen sie fast ausschliesslich in Tel- Aviv. Ihre Kinder müssen Tel-Aviver Schulen besuchen, denn Jaffa hat überhaupt keine städtischen Volksschulen, geschweige denn jüdische, Strassen-Pflasterung, Beleuchtung und Reinigung, Wasserversorgung und andere Dienste muss im wesentlichen Tel-Aviv übernehmen. Tei-Avivs Finanzkraft jedoch ist nur begrenzt, während es auf der anderen Seite schwer ist. gerade von den jüdischen Einwohnern dieser Bezirke doppelte Abgaben zu verlängern Man braucht sich die gegenwärtige Lage nicht so vorzustellen, dass in diesem Bezirk etwa ähnliche Verhältnisse herrschen, wie vielleicht an rior Grenze zwischen zwei feindlichen Staaten •*ahnend des Krieges. Als dieser Tage im Merkas iWolowelski ein Grossfeuer ausbrach, das viele jüdische Werkstätten und Läger. vernichtete — z. -T. das-Eigentum kleiner, unversicherter Gewerbetreibender — bekämpften die Feuerwehren von Tel-Aviv und Jaffa gemeinsam den Brand. Die nach Jaffa führende Linie der Tel-Aviver städtischen Autobusgesellschaft hat längst ihren regelmässigen Verkehr wieder aufgenommen, «ebenso wie der arabische Autobus von Jaffa »acb Tel-Aviv. In Arbeit und Politik ist eine reinliche Scheidung durchgeführt, und man weiss, dass im Innern von Jaffa die Heize weitergeht Aber nicht bei allen Arabern fällt pie auf fruchtbaren Boden. Man sieht schon wieder mehr Araber in Tel-Aviv, die jüdische Geschäfte, Anwälte oder Aerzte aufsuchen oder an ihren freien Tagen den. schönen Sandstrand von Tel-Aviv gemessen. Der rätselhafte Baubüberfall eines Arabers auf einen alten jüdischen Geschäftsfreund in der Herzistrasse — der Täter wurde mit seiner Beute von jüdischen Passanten jefasst und erst zusammen mit seinem Opfer ins Die Haggada von Givat Brenner Von Kurt Wilhelm (Jerusalem) Den hebräischen Bibliographen wird diese Haggada vor die Frage stellen, ob sie überhaupt dar Literatur der Haggadot zuzurechnen ist. Sie ist in. der Kwuza Givat Brenner zum dortigen Gebrauch am Sederabend entstanden, dort geschrieben und vervielfäüigt und schon auf den ersten Blick grundverschieden vom herkömmlichen Ritualbüchlein des Pessachabends. Auch der traditionelle Jude wird diese Haggada, die •isbr für Jahr neu und in veränderter Form erscheint, nur schwerlich als Haggada ansprechen: fehlen in ihr die gewohnten Hinweise auf die Anordnung der Sederschüssel und auf das viermalige Einschenken des Bechers, sie ist eine Haggada ohne Kiddusch und ohne Tischgebet, sie ^'eiss nichts von der Anredbarke.it Gottes und vermeidet jede herkömmliche ,,Beracha". Gott ..erscheint*' in dieser Haggada nur in den wenigen Partien, die aus der alten Haggada übernommen sind, in „Knechte waren wir", in einigen Hallelpsalmen, im Bekenntnis, dass der Heilige,, gelobt sei Er, nicht nur unsere Väter, sondern auch uns errettet hat. Man kann zur Haggada von Givat Brenner die Frage stellen; ist das noch eine Haggada sehe! Pessach? Die alte Form ist gesprengt, an Stelle der uns vertrauten Mi drasch im lesen wir nur den Bericht der Tora vom Auszug aus Aegypten; bat Psalmen aufgenommen, die unsere Haggada nicht kennt; neben der Vision des Propheten Jecheskel von der Auferstehung der verdorrten Gebeine finden wir eine Legende von Frischmann, und statt der Piutim Jannais ^ingt man in Givat Brenner Bialiks,,Tecbesakna'\ Heftmanns Lied der Chaluzim und moderne hebräische Volkslieder. Die Haggada von Givat Brenner erzählt . nicht nur vom Auszug aus Aegypten und der ..ersten Ab'ja" unter Josua. &'e berichtet von verwirklichter Zionssehusucht »Her Zeiten, sie teilt Rabbi Awraham Kaliskers Krankenhaus, dann ins Gefängnis gebracht — ändert nichts an dem widerspruchsvollen Bild eines Waffenstillstandes mit brennender Lunte. Seit langem wird über eine neue kommunale Grenzziehung verhandelt. Jetzt ist wohl anzunehmen, dass die Stadtgrenzen gleichzeitig mit den Landesgrenzen geregelt werden sollen; denn Jaffa wird, nach den bisher bekannten Teilungsplänen, der Endpunkt des britischen Korridors zum Meere sein, und die Lage der wirtschaftlich und kulturell ganz zu Tel-Aviv gehörenden „Juden von Jaffa" würde noch schwieriger werden, wenn sie nicht nur in einer fremden Stadt, sondern sogar in einem fremden Staate leben sollten. Auch das Verhältnis zwischen den beiden Häfen wird von der Kommission geprüft. Die jüdische Forderung: eigene Schutztruppe für den Norden Eine ganz andere . Grenzfrage erörterte der Vorsitzende des Waad Le'umi, Ben Zwi, in der ausserordentlichen Tagung der jüdische^ Abgeordnetenversammlung, die den Rechenschaftsbericht für die letzten zwei Jahre und das Budget für das neue Finanzjahr genehmigte. Der Waad Le'umi setzt, wie Ben Zwi mitteilte, mit verstärktem Nachdruck seine Bemühungen fort, die Regierung zur Aufstellung einer besonderen militärischen Formation zu veranlassen, die besonders die Nordgrenze des Landes, dieses ständige Einfallstor für den Rekruten- und WaffennacbSchub der Terrorbanden, schützen soll. Darüber hinaus aber soll dieses neue Korps ganz allgemein ein Instrument der Abwehr gegen alle Bedrohungen des jüdischen Siedlungswerkes, mögen sie von. innen oder vom Ausland kommen, bilden. Im transjordanischen Grenzschutzkorps, das au der Jprdangrenze ähnliche Aufgaben erfüllt, sind von tausend Offizieren und Mannschaften nur zwanzig Juden. Man erstrebt eine Erhöhung dieser Quote. Die Forderung nach dem neuen Grenzkorps wird nicht nur gegenüber der Landesregierung vertreten, sondern der Waad Le'umi hat seinen Ehrenanwalt., Dr. Elias, nach London entsandt, um auch gegenüber der Zen- Iralregierung die Notwendigkeit einer solchen Organisation klarzulegen. Anerkannt wird dagegen, dass die Neuregelung der Hilfspolizei, das heisst der Aushebung von Gaffirim und die Festlegung ihrer Rechte, eine Verbesserung des jüdischen Selbstschutzes ermöglicht hat. Die wirtschaftlichen Auswirkungen Sei es diese Hoffnung auf baldige vernünftige Endlösung, seien es objektive Faktoren, die einen gewissen Stimmungsumschwung bewirkt haben — jedenfalls hört man schon stellenweise etwas freundlichere Urteile über die Wirtschaftslage und die Aussichten der Entwicklung. In der Tat könnten verschiedene Anzeichen der Hoffnung Sendschreiben aus Erez Israel an die Freunde iu der Gola mit: „Viele Wandlungen und Schicksale gehen über einen jeden bin, der nach Erez Israel kommt, bis er sieb dem Lande einfügt und er an seinen Steinen Freude bat und seinen Staub liebt und die Ruinen des Landes ihm lieber sind als ein Palast im Ausland, und trockenes Brot, ihm hier lieber sind als alle Leckerbissen draussen.'* Diese Haggada weiss viei von ..Lachem oni", von trockenem Brot zu erzählen, bis zum trockenem Brot von Givat Brenner selbst. In diesem Jabr schliesst die Haggada mit einer neuen „Meiligat Ha-Schanah" ihres Ortes und bleibt deshalb unabgeschlossen und offen für das Kommende. Ist die Haggada noch Pessach-Haggada? Vielleicht ist sie schon wieder Pessach- Haggada oder auf dem Wege, Pessach-Haggada zu werden. Diese Haggada, die von einigen Chawerim in ihren Nächten verfasst. geschrieben und illustriert wurde, ist ein Niederschlag des Ringens um neue religiöse Formen in Erez Israel. Mit dieser Haggada ging man den Weg zurück und ging ihn gleichzeitig vorwärts. In ihrer ünfertigkeit und ihrer jährlichen Erneuerimg atmet sie die Problematik der religiösen Haltung im Lande, zwischen ihren Zeilen steht viel geschrieben von der Armut im Feiern von Festen und von der Unmöglichkeit, religiöse Formen und Traditionen schlechthin zu säkularisieren. Die Haggada von Givat Brenner kündet, ohne es zu wissen, die Wahrheit des talmudischen Wortes, dass es keinen Ort gibt, der frei wäre von Gott Dass man Ihn nicht anspricht vielleicht noch nicht anspricht, geschieht um einer religiösen Wahrhaftigkeit willen, die „Beracha" ist noch nicht erfahren worden. Sind wir berechtigt, von einem „noch nicht" zu reden? Auch andere Kwuzot schaffen sich ihre Haggadot. Aus früheren Jahren habe ich eine kleine, ganz primitiv vervielfältigte Haggada einer jungen Kwuza aufbewahrt. Der einzige aus der alten Haggada übernommene Passus ist das „Wehi schamda*", „Das ist die Versprechung, die unseren Vätern und uns er¬ Raum geben, dass der Tiefpunkt der Krise erreicht oder gar überwunden seL Die städtischen Bauplanungen, die in den vergangenen Monaten einen Tiefstand erreicht hatten — sie waren kaum grösser als 1931, obwohl sich seit damals die jüdische Bevölkerung verdoppelt und' die Gesamtbevölkerung immerhin erheblich vermehrt hat — beginnen wieder zu steigen. Der Rückgang der Bankeinlagen, des Geldumlaufs und der Einwanderung scheint zum Stillstand gekommen zu sein. In manchen Industrien sowie in gewissen Zweigen der Investitionswirtschaft zeigen sich Tendenzen zu einer gewissen Belebung. Dabei hat offenbar nicht nur das günstige Ergebnis der Orangenernte, sondern auch die Entwicklung des Kapitalimports eine Rolle gespielt. Während die Einwanderung, auch die Kapitalisten-Einwanderung, gegenüber dem Rekordstand von 1935 um beinahe 85 Prozent zurückgegangen ist, hat sich die Kapitaleinfuhr nur um 50 Prozent vermindert. Der Schnitt ist immer noch schmerzlich und folgenschwer genug, aber die Tatsache, dass auch ohne Einwanderer eine erhebliche Kapitaleinfuhr, namentlich auf dem Wege über die nationalen Institutionen denkbar ist. wird durch die jüngsten Anleiheerfolge des Keren Kejemeth in der Tschechoslowakei und namentlich des Keren Ilajessod in London bewiesen. Auch die Staatsfinanzen sind dadurch entlastet worden, dass die Londoner zentrale Regieruug der Palästina-Regierung die Beitragszahlungen zu Die Demonstrationen gegen die Palästinakommission haben in der vergangenen Woche ihren Fortgang genommen. Die Kommission hat zwar ihr Vorhaben, das Land vor der Aufnahme der eigentlichen Arbeiten, zunächst gründlich, zu besichtigen, bisher im Süddistrikt ungestört durchführen können; sie berührte, auf einer ersten Rundfahrt Jaffa, Tel-Aviv, Rechovot Gaza. Beerschewa und Hebron. Aber schon die Slcherbeitsmassnahmen. unter denen diese Expedition vor sieb gehen musste, bezeichneten deutlich die Schwierigkeiten der Gesamtlage, zu deren Bewältigung die Kommission mit ihren Arbeilen beizutragen bestimmt ist: die Fahrt geht in Panzerwagen und unter dem Schutze starker Militär- und Polizeiabteilungen vor sich. Vor d^r jeweiligen Ankunft in einer Stadt werden die Strassen, durch die die Beamten ihren Weg nehmen sollen, durch Militär und Polizei abgeriegelt die Gebäude, die besirhügt werden, sind streng bewacht die Häuser rund herum werden vorher durchsucht, und auf den Dächern befinden sich Posten.mit Maschinengewehren. Alle diese Vorsieh Ismassnahmeu erweisen sich als notwendig, weil die Araber weiter daran festhalten, ihre intransigente Haltung gegenüber der englischen Palästinapolitik im allgemeinen durch ihr Verhalten gegenüber der Kommission im besonderen aufs neue zu erweisen. Der Terror der Banden gegen die arabische Bevölkerung selbst, durch den weniger radikale Elemente eingeschüchtert werden sollen, spottet allmählich jeder Beschreibung. halten geblieben ist; nicht einer allein stand gegen uns auf, sondern zu allen Zeiten standen sie gegen uns auf — Gott aber rettete uns aus ihrer Hand". Aber so heisst es in jener Kwuza- Haggada nicht. Der hebräische Text wurde ganz leicht überarbeitet: ,,— wir aber wurden aus ihrer Hand gerettet". Wir verstehen den Geist, aus dem heraus der Text geändert wurde. In der Haggada von Givat Brenner ist dieser Geist schon überwunden. Dort, wo man Ihn „schon" ausspricht, Ihn aber „noch nicht" ausspricht ist ehrliches Ringen junger Menschen eines neuen Erez Israel um die Gestaltung religiösen Lebens zu suchen. Zu diesem Problem darf in der Haggada von Givat Brenner ein ernst zu nehmender und vielversprechender Beitrag gesehen werden. VON Dr. ALFRED GOTTHEINER (Schluss) Die Gesangsbegleitung und Instrumentalmusik werden mit primitiven Instrumenten, in der Hauptsache Zupfinstrumenten, ausgeführt die unserem Ohr auf die Dauer weh tun. Auch Schlagwerkzeuge zum Rhythmus werden verwandt die schlimmen Lärm machen, und die Kompositionen für die japanische Flöte oder gar ihr Ensemble stellen an uns Zumutungen! In der Harmonik spielen Quinten (und Quarten) eine wichtige Rolle, die ja auch Puccini künstlerisch verwendet hat. Der Gesang hat etwas unschön Nasales, Gequetschtes, besonders in der Höhe. — Aber man hört auch flotte Militärmärsche, von einheimischen Musikmeistern komponiert, nach europäischem Muster, jedoch den erhöhten Militärkosten, zunächst ffir das ganze laufende Fiskaljahr gestundet hat Es bleibt rtarürlich abzuwarten, wieweit es sich bei diesen Besserungssymptomen um vereinzelte oder gar vorübergehende Zufallserscheinungen handelt wieweit blosse Einflüsse der Saison mitspielen, oder wieweit hier zukunftsträchtige Ansätze vorliegen, die durch eine zielklare Wirtschaftspolitik zur endgültigen Ueberwindung der Krise ausgenutzt werden könnten- Die"Verwaltung der Anglo Palestine Magister Hirsch Der gute Likör, Magister, Mönchen Vif Bank schlägt der Generalversammlung vor, für das Geschäftsjahr 1937 auf die Stammaktien sowie auf die Stammaktien ,,A'' eine Gesamtdividende von 10 Prozent gegen 10,6 Prozent im Vorjahr zu verteilen. Die englische Einkommensteuer, der die Aktien der Anglo Palestine Bank unterliegen, soll, wie schon im Vorjahr, vom Aktionär getragen werden. 1935 hatte die Bank eine Stammaktiendividende von S Prozent ausgeschüttet dafür aber die Einkommensteuer von sich aus getragen. 1936 wurde die Berechuungsweisegeändert und eine Bruttodividende von 10,6 Prozent verteilt die für den Aktionär, nach Zahlung der Steuer, eine Nettodividende von unverändert 8 Prozent bedeutete. Nicht nur in jüdischen Kreisen wird die Vermutung ausgesprochen, dass diese neue Terrorwelle von zentraler Stelle inspiriert sei. Ob die relativ optimistische Auffassung des „Haarez" zutrifft, nach der die zunehmenden Gelderpressungen dazu dienen sollen, die Flucht der Banden aus Palästina vorzubereiten, da man infolge der Befriedung der vorderasiatischen Politik keine Hoffnung auf einen Enderfolg mehr hat, oder ob die wiederholten Aufdeckungen von Waffenschmuggeleien sowohl aus Syrien wie aus dem Libanon und Irak eher das Gegenteil anzeigen, kann im Augenblick nicht entschieden werdpn. Fest steht nur, dass die Araber ihren Proteststreik in Form einer Schliessung arabischer Läden zwar nur in beschränktem Umfange durchführen, konnten, dass aber die schlimmere Form der Demonstration, der Terror, weiter um sich gegriffen bat. To Nablus stand der Ausbruch der Feindseligkeiten in einem besonders deutlichen Zusammenhang mit dem Besuch der Kommission. Unmittelbar vor ihrem Eintreffen eröffnete eine auf den Hügeln rings um den Ort stationierte Bande das Feuer auf die Militärquartiere und das Haus des Polizeipräfekten. Die Truppen erwiderten mit Maschinengewehrfeuer. Die Gegend von Nablus ist überhaupt nach wie vor ein Zentrum der Unruhen. Aus einem Dorfe in der Nähe wurden sechs Araber von arabischen Banditen verschleppt Die starke Unsicherheit in der gesamten Umgebung veranlasste das britische Militär, mit einer grösseren Aktion einzusetzen. Sie erstreckte sich auf das ganze Dreiauch sie in monotonerer Führung. — Inhaltlich spielen japanische Motive eine Rolle: „Kirschblüte" z. B. ist der Titel einer Liedergruppe. Die europäische Musik wird auch gepflegt und auf den Instrumenten Europas ausgeführt, auch wenn die künstlerische Gestaltung nicht, ganz unseren Vorstellungen entspricht Man brachte Ouvertüren mit grossem Orchester, „Leichte Kavallerie". „Wilhelm Teil", weiter Klaviermusik, wie Chopins fis-moll-Nociurno, und auch japanische Kompositionen für unsere Instrumente, und es produzieren sieh Künstler, die in Deutschland studiert haben. —- Ein deutscher Vortrag wurde von einem Lehrer der deutschen Schule gehalten. Er schilderte sehr interessant die Klima- und Sportbedingungen Japans. Im Winter, der streng ist und viel Eis und Schnee bringen kann, werden prächtige Skifahrten gemacht; im Februar aber blühen bereits herrliche Azaleen: die Kirschblüte Japans ist ja berühmt, und im Herbst ist Chrysanthemenpracht. Er gab dann ein Bild von merkwürdigen Volksbräuchen und Festen, deren Wiedergabe hier zu weit führen würde. Ins kulturelle und soziale [-eben Japans führte ein Bericht über eine Volksversammlung, die sich mit der Olympiade beschäftigen und in der ein kaiserlicher Prinz durch Rundfunk zum ganzen Volke sprechen sollte. ,.Aus dem Lande der aufgehenden Sonne schliessen wir unsere Sendung mit der japanischen Nationalhymne", sagte, während ich diese Zeilen niederschreibe, soeben der Ansager, und dann erklangen die merkwürdigen Harmonien der Hymne. Zuletzt hört mau wieder den rührenden Klang der Glöckchen, die der aufgehenden Sonne entgegentönen und leise verklingen. Beschwerden über das Ausbleiben der C.-V-Zeitung, Umldtcrvünsche sind stets dem zuständigen Pastamt (Zeitungsstelle) zu unterbreiten. Die ßczugsgebühren sind an den Briefträger zu zahlen, Kommission mit Eskorte

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