Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 19 (12.5.1938)
- Date
- 1938-05-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2278191-2278207--12823-2291695- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 2 C.-V.-Zeifurtg Nr. 19 *12.MaH938 asozialen Elementen abstamme. Ausserdem hat man von dem pharakter der deportierten Sträflinge zumeist einen falschen Begriff. Gewiss sind auch gemeine Verbrecher deportiert worden, aber in vielen Fällen handelte es sich um depossedierte und sozial entwurzelte Bauern aus dem Mutterland. Als die sogenannte „industrielle Revolution" und das radikale Freihandelsprinzip des manchesterlichen England die agrarische Produktion und den altenglischen Bauernstand vernichteten, hatten sich viele verzweifelte Bauern, vom Gespenst des Hungers gequält, zu Gewalttätigkeiten hinreissen lassen. Diese Unglücklichen machten bei den Yerbrecherverschickungen nach den Kolonien ein beträchtliches Kontingent aus. Aus diesem Grunde ist bei der Abschätzung der Elemente des australischen Volkscharakters Vorsicht am Platze. Nicht Strafgefangene, sondern freie Einwanderer haben Australien für das britische Weltreich erobert. Dr. Fritz Friedländer. (Weitere Aufsätze folgert) Eine jüdisch-australische Stimme Zu den aktuellen, die Australien-Wanderang bot reffen den. Fragen, nimmt in ausserordentlich interessanten Darlegungen der „Australian Jewish Herald" Stellung. Er erklärt alle Massensiedlungspläne in Nord-Australien, Kimberley, und anderen Orten für utopisch und zitiert in diesem Zusammenhang den Bericht von Professor m Altmann & Qsrson iKÄKiMe ^^.Berlin-Welssensee, Lothringenstr. 23 5« 31 54. Griffith Taylor, einer massgeblichen Autorität, an die Internationale Studiengesellschaft in Paris, der die folgenden Worte enthält: „Die ,leeren Ländereien' in Australien sind für den Staatenbund eher eine Last als ein Aktivum, und ihre ausgedehnten Möglichkeiten' existieren nur im Kopf unwissender Aufschneider." Im Gegensatz zu diesen strikt abgelehnten Möglichkeiten landwirtschaftlicher Massensiedlüng unterstreicht das Blatt mit aller Deutlichkeit dass der Süden und Osten Australiens, in dem gegenwärtig etwa 7 Millionen Menschen ansässig sind, mindestens für 20 Millionen einen Platz unter der Sonne bieten könnte, wenn die verfügbaren -wissenschaftlichen Hilfsquellen entsprechende Anwendung finden. So unbestreitbar es sei, dass die australische Landwirtschaft zur Zeit keine Arbeitskräfte mehr aufnehmen kann, und dass nicht einmal neue Millionen eines neuen Baron Hirsch es zuwege bringen könnten, sie für eine neue landwirtschaftliche jüdische Einwanderung aufnahmefähig zu machen, so sicher sei es auch, dass die verarbeitenden Industrien Bedarf an arbeitenden Händen und organisierenden Köpfen haben. Es gebe kaum eine Industrie in Australien, die nicht außdehnungsfähig sei und mehr und mehr Männer und Frauen beschäftigen könne. „Aber es würde eine verhängnisvolle Politik sein", fährt das Blatt fort, „wenn man den Strom der jüdischen Einwanderung zufälligen Faktoren, wie der individuellen Anforderung von Verwandten und Freunden, überlassen würde. Eine solche Politik würde unfehlbar in eine unausgeglichene Berufsschichtung auslaufen und in manchen Branchen zu einer Ueberfüllung, in anderen zur Arbeitslosigkeit führen. Eine Planung des Menschenimports ist eine ebenso gebieterische Notwendigkeit wie beim Warenimport, und es ist unsere Pflicht, sowohl gegenüber Australien wie gegenüber der jüdischen Gemeinschaft, dass wir zu einem konstruktiven Plan für jüdische Wanderung beitragen." Nachdem das Blatt die Gründung eines jüdischen Einwanderungsamtes, das von der Regierung mit der Auswahl und Bestimmung einer jährlichen Einwanderungsquote betraut werden müsste, gefordert hat, fährt es fort: „Nach unserer Annahme ist in Australien Raum für eine wesentliche jüdische Einwanderung. Unser Anteil an der Gesamtbevölkerung ist in den letzten 30 Jahren von 0,40 Prozent auf 0,36 Prozent also um 10 Prozent, zurückgegangen, weil unsere Vermehrung in den Jahren 1921 bis 1933 zweieinhalbmal geringer als die Vermehrung der Gesamtbevöikerung war. Die jüdische Gemeinschaft im Lande ist vom physischen Untergang bedroht, wenn die fallende Geburtenzahl nicht durch Zuwanderung ausgeglichen wird. Es bestehen zur Zeit grössere Möglichkeiten für die jüdische Einwanderung als vor 30 Jahren, wo die australische Wirtschaft sich praktisch auf Landwirtschaft und Viehzucht beschränkte. 5000 jüdische Einwanderer in unmittelbarer Zukunft werden noch schwerlich ausreichen, um unsere Abnahme seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts auszugleichen." Auslandsnachrichten Argentinien Eine soeben veröffentlichte Statistik ergibt, dass die Bevölkerung Argentiniens sich im Jahre 1937 um 199349 Personen vermehrt hat. Der Zuwachs durch Einwanderung betrug 43 900. Die Landeshauptstadt und die Provinz Buenos Aires sind an dem Zuwanderungsgewinn mit 27 639 Menschen' beteiligt Belgien In Antwerpen ist eine repräsentative jüdische Organisation gegründet worden, die die Rechte und Interessen der jüdischen Bevölkerung Antwerpens wahrzunehmen bestimmt ist Es .besteht die Absicht sie mit anderen jüdischen Organisationen in Belgien in Fühlung' treten zu lassen, um so schliesslich eine allgemeine belgisch-jüdische Organisation ins Leben zu rufen. Brasilien Präsident Vargas hat einen Erlass veröffentlicht, auf Grund dessen die illegalen Einwanderer in Brasilien innerhalb einer Frist von 120 Tagen vor den Einwanderungsbehörden zu erscheinen und ihre Papiere vorzulegen haben. Es wird angenommen, dass dieser Erlass zahlreiche Einwanderer vor ihrer Ausweisung bewahren wird. Es ist ein neues Einwanderungsgesetz erlassen worden, das Landwirte als erwünschte Einwanderer bezeichnet und im übrigen die Regierung ermächtigt, die Einwanderung für „bestimmte Rassen und Abstammungen" zu beschränken oder ganz aufzuheben. Bulgarien Die bulgarische Polizei hat die antisemitische Organisation „Ratnitzi" aufgelöst. Mehrere Beamte der Organisation wurden verhaftet. England Im Alter von 75 Jahren starb Mrs. M. H. Spielmann, die einzige Schwester von Visfount Samuel. Mrs. Spielmann ist bekannt als Autorin einer Anzahl von Kinderbüchern. Im Alter von 18 Jahren heiratete die Verstorbene ihren Vetter, den Kunstkritiker und Kunstschriftsteiler Mr. Marion Spielmann. Im Unterhaus fragte der Abgeordnete Sir Ralph Glyn den Gesundheitsminister, wieviele Bekenntnisjuden es in England auf Grund der letzten Volkszählung gäbe. Der Minister erwiderte, dass die Volkszählung von 1931 keinerlei Unterlagen enthalte, nach denen die Zahl der Bekenritnisjuden festzustellen sei. Holland Der frühere Präsident des Gerichtshofes im Haag, Dr. A. H. Dumosch, starb in Amsterdam im Alter von 74 Jahren. Dr. Dumosch, der Jude ist, war früher Richter in Niederländischindien. Am 15. und 16. Mai findet in Amsterdam der internationale sephardische Kongress statt. Jugoslawien Der Vizepräsident der Union jüdischer Gemeinden in Jugoslawien.' David A I b a 1 a , wurde vorn Prinzregenten Paul in einer Audienz empfangen, die eine Stunde währte. Der Prinzregent gab seinen aufrichtigen Sympathien für die Juden Ausdruck und sprach die Hoffnung aus, dass das jüdische Aufbauwerk in Palästina Erfolg habe. Der Führer der kroatischen Bauernpartei, Dr. Vlatko Macek, wendet sich in einer Belgrader Zeitung gegen den Antisemitismus, den er für sich und seine kroatischen Freunde ablehnt. Polen Anlässlich eines Zwischenfalls in Wilna intervenierte eine jüdische Abordnung unter dem Vorsitz von Dr. Jacob Wygo dcki bei den Behörden und unterbreitete ihnen ein Gesuch nach verstärktem Schutz der Juden gegen Asohaltierungen "K^ÄV Pflasterungen, Bürgersteiffe. — Telephon: 92 47 56 derartige Angriffe. Die Behörden erklärten daraufhin, dass eine Anzahl der Schuldigen bereits in Halt genommen sei. Rumänien König Card unterzeichnete einen Erlass über die Reorganisation des Minderheitenamtes, dessen Leiter den Titel Generalkommissar für die Minderheiten erhält Er wird unmittelbar dem Premierminister Patriarch Miron Christea unterstehen. Die rumänische Regierung hat edne Anordnung erlassen, auf Grund deren in Zukunft jede Naturalisation der Billigung des Gesetzgebenden Rates, Rumäniens höchster gesetzgebender Körperschaft, bedarf. Der Gesetzgebende Rat, der aus den bedeutendsten Gesetzeskennern Rumäniens besteht, hat in erster Linie den verfassungsmässigen Charakter von Erlassen, Gesetzen, Verordnungen und sämtlichen Regierungsmassnahmen zu prüfen. Die Revision der Staatsbürgerschaft rumänischer Juden hat dazu geführt, dass in der Stadt Arad zunächst 1059 von 4000 Juden aus den Listen der rumänischen Staatsbürger gestrichen worden sind, weil die von ihnen eingereichten Dokumente nicht als ausreichend angesehen wurden. Es existiert eine Berufungsfrist von fünf Tagen gegen die Entscheidung des Prüfungsgerichts. Im ganzen Lande Rumänien ist zur Zeit die Revision der Staatsbürgerschaft im Gange. Schweden Der Vorstand der jüdischen Gemeinde in Stockholm beschloss in seiner letzten Sitzung den Ankauf eines Grundstückes, auf dem ein Klubbaus für die jüdischen Jugendorganisationen Schwedens errichtet werden soll. Tschechoslowakei Der Verband tschechischer Fleischer in Brünn und. die Brünner Ortsgruppe des tschechischen. Tierschutzverbandes haben der Stadtverwaltung einen Antrag auf Erlass eines S c h ä c h t v e r b o f e s eingereicht. Als Eventualantrag fordern die genannten Körperschaften die. Einführung des elektrischen Betäubungszwanges. Ungarn Das ungarische Judengesetz wurde im Abgeordnetenhaus ausführlich erörtert. Die Aussprache, an der sich die Abgeordneten aller Parteirichtungen beteiligten, geht in diesen Tagen ihrem Ende entgegen. Die Schiussabstimmung ißt Ende dieser Woche zu erwarten. Vereinigte Staaten Senator Robert J. Bulkley hielt bei einem ßankett, dass der United Palestine Appeal zu Ehren von Rabbi Aba Eillel " SiTver""verahstälfefe,"eine Ansprache, in der er auf die Notwendigkeit hinwies, dass Grossbritannien die Tore Palästinas wieder öffne, indem es das Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit als Massstab der Einwanderung wiederherstelle. Der Rosevelt-Plan müsse auch zum Ausgangspunkt neuer Anstrengungen für eine maximale Kolonisation in Palästina werden. Durch eine falsche Dezimalstelle ist die Gesamtquote der Einwanderung nach den Vereinigten Staaten aus Deutschland und Oesterreich in der letzten Nummer der C.-V.-Zeitung unrichtig angegeben worden. Wir wiederholen deswegen die Zahlen berichtigt: Die bisherige deutsche Quote betrug 25 957, die bisherige österreichische 1413. Demnach beträgt die Gesamtquote für das Jahr 1938/1939: 27 370. Flüchttingsfra^en vor dem Völkerbund W. G enf,. 9. Mai. Die Mandate des Nansenamtes und des Hohen Kommissars für die Flüchtlinge aus Deutschland enden mit Schluss dieses Jahres. Der eine Komplex war schon 1937 von der Völkerbundsversammlung ohne befriedigende Lösauig behandelt worden. In letzter Minute hatte die Versammlung schliesslich einen Kompromissvorschlag angenommen, durch den der Rat mit der Ausarbeitung von geeigneten, der nächsten Versammlung zu unterbreitenden Vorschlägen beauftragt wurde. Ein aus den Vertretern Großbritanniens, Frankreichs und Boliviens bestehendes Dreierkomitee wird jetzt der Ratstagung einen Bericht unterbreiten, der die Grundlage für die der im Herbst tagenden Versammlung vorzuschlagenden Lösung bilden wird. In Vöikerbundskreisen sieht man der Behandlung dieser Fragen mit Optimismus entgegen, wenn man sich auch über die enge Begrenzung der von den Bundesorganen erwogenen Lösungen keiner Täuschung hingibt. Man hat in diesem Zusammenhang mit grosser Befriedigung von dem günstigen Jahresbericht des Nansenamtes Kenntnis genommen, den der Verwaltungsrat der Oeffentlichkeit hat zukommen lassen. Der Präsident des Amts und das Direktorium haben die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne an den Völkerbundsrat zu appellieren, der Frage der Fortsetzung seiner Flüchtlingsarbeit nach 1938 eine erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. X. Die „Times*4vom 7. Mai bezeichnet In einem Artikel das Flüchtiingsprobleni als eine der dringendsten Aufgaben des Völkerbundes; es sei erforderlich, die bisher in dieser Richtung geleistete Arbeit in Uebereinstimmung mit dem Hilfswerk zu bringen, das im Anschluss an die Initiative Roosevelts neugeschaffen werden' wird. Waldemar Strauss- Jüdische Fabrikatlonssiäne chirurgischer Instrumente Berlin SW 68, Ritforsfrosse Aerzti. Einrichtunosn, spez. irxpor- Berliner Bezi; ksvertrefer Dr. Weinberg, Schmargendorf, Krampasp) atz 2 Das Nansenamt das mit Ende des Jahres geschlossen werden würde, müsse durch eine andere Organisation ersetzt werden, und es sei zu hoffen, dass die Arbeit dieser neuen Organisation sich möglichst völlig von politischen Belastungen freihält. Hilfstätigkeit gegenüber Menschen, die leiden, sei eine Aufgabe unpolitischer Menschlichkeit, und es würde ein Fortschritt sein, wenn das gesamte Problem nicht wie bisher dem Sechser-Ausschuss, der sich mit RENTE AUF. LEBENSZEIT Alle Abscalussmög-lichkeifen: Vers ich erang'sb uro „Europa" G.m.b.H. Inh. seit J924 K. ffianssse. Berlin, Partsersir. 37, Ruf 9246 46 politischen Angelegenheiten befasse, anvertraut würde, sondern einem der anderen Komitees. Der Völkerbund könne vielleicht auf dem Gebiet der sozialen Arbeit, etwas von dem Prestige wieder einholen, das er auf politischem Gebiet eingebüsst. habe, wenn er das Problem mit Entschlossenheit aufgreife, das nicht dnrcH die einzelnen Regierungen, sondern nur durch eine gemeinsame Führung gelöst werden kööB«* Palästina im englisch-italienischen Abkommen Anlässlich einer Unterhausdebatte über das englisch-italienische Abkommen wurde von dem Unterstaatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten u. a. die bedeutsame Versicherung der italienischen Regierung erwähnt die britische Verwaltung in Palästina nicht zu beeinträchtigen. Diese Versicherung ist nach den Worten des Unterstaatssekretärs mündlich abgegeben worden. Der Abgeordnete Herbert Morrisorr von der Labour-Opposition sowie der Abgeordnete Sir Archibald Sinclair, der Führer der Liberalen Opposition, baten um nähere Aufklärungen über die entsprechende Vereinbarung, was den Unterstaatssekretär zu folgenden Feststellungen veranlasste: „Die Vereinbarungen beziehen sich nur auf den gegenwärtigen Stand der Dinge: man hielt es nicht für vernünftig, von der italienischen Regierung zu erwarten, dass sie sich im voraus auf eine günstige Aufnahme zukünftiger Veränderungen in Palästina festlege, nachdem wir noch nicht in der Lage sind, einen konkreten Plan zu unterbreiten. Das ist der Grund für die mündlichen. Versicherungen, die jedoch als ebenso bindend betrachtet werden können, wie diejenigen, die in dem Weissbuch niedergelegt sind." Anglo Jewish Association In London fand eine Generalversammlung der Anglo Jewish Association statt die zu einem wesentlichen Teil jüdischen Wanderungsfragen gewidmet war. Die Tagung stand unier der Leitung von Leonard Siein, da der Präsident der Anglo Jewish Association, Leonard G. Monteficre, durch dringende Abhaltungen an der Teilnahme verhindert war. Bevor Leonard Stein zur Erledigung der Tagesordnung überging, teilte er mit, dass Montefiore, der nunmehr 13 Jahre lang an der Spitze der Anglo Jewish Association gestanden habe, sich zur im Jahre 1939 fälligen Wiederwahl nicht mehr stellen werde. Diese Mitteilung stiess auf den einmütigen Widerstand der Versammlung, und man gab allgemein der Hoffnung Ausdruck, dass es bis zum nächsten Jahre gelingen werde, den langjährigen bewährten Präsidenten von seiner Unentbehrlichkeit zu überzeugen. Leonard Stein gab dann einen Bericht über die Lage der Juden in der Welt und erwähnte mit dankbarer Anerkennung die Initiative Roosevelts und die Haltung des britischen Innenministers Sir Samuel H o a r e. Unter Hinweis auf einen Zeitungsartikel, in dem kürzlich der Zuzug jüdischer Aerzte nach England als unerwünscht bezeichnet wurde, teilte .'er mit, dass seit 1933 im ganzen 187 Aerzte aus Deutschland die Erlaubnis erhalten haben, in England zu praktizieren. Das bedeute aber im Verhältnis zu den 56 000 Medizinern in England! einen Anteil von einem Drittel Prozent, der keineswegs ins Gewicht falle. Trotz der gegenwärtigen Schwierigkeiten in Palästina, die er und alle einsichtigen Menschen keineswegs verkennen, forderte der Redner, dass sich die Regierung bei ihren Massnahmen auch von dem starken Einw^anderungsdruck der jüdischen Massen in Mittel- und Osteuropa leiten liesse. Niemand fordere, dass die Tore Palästinas der Masseneinwanderung geöffnet werden. Aber es sei notwendig, dass das Maximum der Juden die dort Raum finden können, wenn die Jewi«h Agency einer grossherzigen Zusammenarbeit mit der palästinensischen Verwaltung sicher sei. auch wirklich zugelassen werde. Nach weiteren Reden, u. a. von Chief-Rabbi Dr. Her*z und Neville Laski, schloss die Versammlung mit der Wiederwahl der 16 Vorstandsmitglieder. Bekämpfung der -Schwarzarbeit Der Herr Reichs- und preussische Minister des Innern hat am 25. April 1838 eine Polizeiverordnung zur Bekämpfung der Schwarzarbeit erlassen. Danach wird mit Geldstrafe bis zu 150 RW und m besonders schweren Fällen mit Haft bis zu zwei Wochen bestraft, wer Personen von denen er weiss oder wissen muss, dass sie Arbeitslosen- oder Wohlfahrtsuuterstüizunobeziehen, gegen Entgelt beschäftigt. Die^e Vorschrift gilt nicht, sofern Personen beschäftigt wenden, die dem Arbeitgeber von einem Arbeitsamt zugewiesen sind oder deren Beschäftigender Arbeitgeber dem zuständigen Arbeitsam* ""mit*r Angabe , des vereinbarten Lohnes angezeigt hat Das Änmeldun^s-Formolar Für die Anmeldung der Vermö2.en v 0?etJ "*d tn' <*ie gemäss der bereite von uns veröffentlichten Verordnung vom 26. April 1933 bis zum 30. Juni d. J. erfolgen muss «n'bt d"r Polizeipräsident in Berlin bekannt,' dass bezüglich des m Aussicht genommenen aratlicncrt Musters in Kürze eine nähere Bekanntmachung erfolgt. Persönliche oder femmündliche R ü c k^- fragen seien bis dahin zwecklos. Für die Entgegennahme der Anmeldungen sind in Börl;?> die Polizeiämter zuständig, bei denen auch*Abtrage auf Genehmigung zur Veräußerung oder Verpachtung von gewerblichen, land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben sowie zweck« N^ueröffnuDg eine« jüdischen Gewerbebetriebes hmäss der Anordnung einzureichen sind. Chefredakteur: Dr. Alfred Hirschbe'rg Stellvertretender Chefredakteur: Dr. Ernst G Leventhal Verantwortlich .für die -Aufnahme von Bildern und für Sport: Dr. Ernst G. Löwenthal. Sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendutippu ist Freiumschlag beizufügen. - Leiter der Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt d*r-Anzeigen. Friedrich N a t h a nv Berlin: DA. I. Vj. 37 715 PL 6. Verlag. Jüdischer Ceiitral-VereiD e. V., Berlin Vv 15 Em«r Strasse 42. Druck der Buch ü. Tiefdruck Gesellschaft mbH-, Berlin SW68.