Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 18 (5.5.1938)
- Date
- 1938-05-05
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Paläistiiia"Umschau der C.-V.-Zeitiiiig Die Kommission im Lande Terror — das erste Echo... Der Technischen Kommission, die am 27. April von Port Said kommend in Jerusalem eingetroffen ist, ist von den Arabern kein freundlicher Empfang bereitet worden. Zwar gelang es nicht, das Vorhaben der in Beirut befindlichen früheren Mitglieder der Hohen Arabischen Kommission durchzuführen und einen Generalstreik gis Zeichen des Protestes zu entfesseln; nur einige Ladenbesitzer in Haifa, Akko, Nazareth, Safed und-Jenin folgten der Streikparole, in Jaffa und Jerusalem jedoch fand sie keinerlei Resonanz. Um so mehr Erfolg hat offenbar die Terrorlietze aufzuweisen, die zweifellos auch als eine Antwort auf die Ankunft der Kommission gedacht wur. Wieder stand das ganze Land ununterbrochen unter dem Schrecken der üeberfälle und .vkiessereien, die an Heftigkeit gegenüber den lotzten Wochen eher noch zugenommen haben. Bei einem Autobusüberfall in Haifa wurde der 20jährige Zwi Rosenberg leicht verbindet. Bei einem Gefecht, das sich im An- ^hluss an einen andern Autobusüberfall in der Nähe von Bethlehem entwickelte, wurde ein Araber getötet und ein zweiter verwundet. Zwischen libanesischen Grenzgendarmen und bewaffneten arabischen Banditen an der Nordgrenze kam es gleichfalls zu einem Gefecht, bei dem zwei Terroristen und ein Gendarm verwandet wurden. Die jüdischen Siedlungen K f a r Yi e n a c h e m, G i w a t Ada sowie die jüdische Bäckerei D e g a n j a in Tel-Aviv wurden beschossen, ohne dass Sehaden angerichtet wurde. Auch RoschPina und Saf ed wurden erneut angegriffen. In Safed wurden vier Bomben geworfen und jüdische Wohnungen beschossen. Weitere Angriffe waren gegen A j e 1 e t, Haschachar und G i n e g a r gerichtet Auch das Haus des britischen Polizeipräfekten von Nablus war Gegenstand einer Beschiessung. Alle diese Terrorakte verliefen glücklicherweise, ohne grössere Beschädigungen anzurichten. Eine furchtbare "Hai, bei der sechs arabische Polizisten einer arabischen Bande zum Opfer fielen, ereignete sich in der Nacht zum 1. Mai in dem Dorfe Azzun in der Nähe von Tulkerem. Eine Abteilung berittener Polizei unter Führung eines englischen Sergeanten war in dem Dorf erschienen und in drei Quartieren untergebracht worden. In dem einen Quartier, das wie die Südern von Posten bewacht wurde, und in dem neun arabische Hilfspolizisten untergebracht waren, erschien nach kurzer Zeit der Muktar des Ortes, begann ein vertrauliches Gespräch mit den Polizisten und erklärte ihnen, dass der Posten ruhig zurückgezogen werden könne, da das ganze Dorf für die Sicherheit der Polizei einsiehe. Auf diese Versicherungen hin wurde der Posten tatsächlich zurückgezogen. Um 9 Uhr abends, als der Sergeant eine letzte Inspekiionsrunde zu den verschiedenen Quartieren unternehmen wollte, "wurde plötzlich ein Schuss durch das offene Fenster des Hauses gefeuert, das nunmehr unbewacht war. Vom gleichen Augenblick an wurden alle drei Polizeiquartiere gleichmässig beschossen, und zwar die ganze Nacht hindurch bis zur Morgendämmerung. Dabei wurden sechs von den neun arabischen Hilfspolizisten getötet, drei konnten fliehen. Man nimmt an, dass das ganze Dorf Azzun an dem Anschlag beteiligt ist. Der Generalinspektor der Polizei, Mr. Saunders, wird es einer strengen Bestrafung unterziehen. Dieser folgenschwerste aller Zwischenfälle, in denen Araber gegen Araber vorgingen, war aber selbst in der letzten Woche nicht vereinzelt In dem Araberdorl Illar bei Tulkerem ermordeten Terroristen den Muktar und seinen lojährigen Sohn. Auch der Muktar des Dorfes Deir GhazzaJ bei Zichron Jakob wurde ermordet und sein Stellvertreter verschleppt. Ein weiterer arabis-her Notabel, Mohamed Kawasch aus Meiron bei Safed, wurde auf der Strasse bei Akko, fünf Minuten von der Polizeizentralstation entfernt, erschossen. Ein anderer Araber, Mohamed al Hindi, von dem die Terroristen glaubten, er sei ein Polizeispitzel, wurde in einem arabischen Viertel von Ha li a auf der Strasse angeschossen und schwer verwundet Eine Anzahl anderer Mukiare erhielten von arabischen Banden den Befehl, ihre Aemter niederzulegen. Die Banden drohen, die Mukiare zu töten, wenn sie diesem Befehl nicht. weichen. Der arabische Hungerstreik im Konzentrationslager in Akko ist nach acht Tagen zu Ende gegangen. Nach arabischen Pressemeldungen sollen einige der Streikenden so krank geworden sein, dass. sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Eine grosse Anzahl weiterer Verhaftungen musste infolge der neuen Gewaltakte vorgenommen werden. In der Nähe von*'Nablus wurden überraschende Durchsuchungen gauzer Dörfer durch britische Regimenter . durchgeführt. Dabei fielen eine Menge verdächtiger Elemente sowie grosse Mengen von Waffen und Munition in die Hände des Militärs. Drei Araber aus einem Dorf bei R a m 1 e wurden wegen Ermordung eines Arabers zum Tode verurteilt. Ein weiteres Todesurteil wurde vom Militärgericht in Haifa gegen den. Araber Mustapha al Hindi gefällt, der im Februar Abraham Goldschlager, den Mitbegründer der jüdischen Siedlung Mischmar Haeroek, ermordet hatte. Die drei jungen Juden, die nach-der Schiesserei au! einen arabischen Omnibus in Rosch Pina verhaftet worden sind, werden vor das Militärgericht in Nazareth gebracht werdenr Der jüdische Wächter Israel Goldenberg, der, wie vorige Woche berichtet wurde, bei einer Beschiessung in der Scharon-Ebene schwer verwundet wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Er war im Jahre 1925 aus Polen nach Palästina eingewandert Die Ankunft der Technischen Kommission hat aber nicht nur Palästina, sondern den ganzen Nahen Osten in erneute Unruhe versetzt. Aus allen Nachbarländern mehren eich die Nachrichten über Demonstrationen, die gegen den Zionismus und die englische Palästinapolitik gerichtet sind. In Kairo und Alexandrien fanden wiederholte Strassenumzüge statt, die' vor allem von den Studenten der iEl-Azhar-Universität ausgingen. Palästinensische Araber und die Mosleminische Vereinigung Junger Männer beteiligten sich an den Demonstrationen, die sogar zu der Proklamation eines zweitägigen Hungerstreiks führten. Es ist anzunehmen, dass das ägyptische Parlament ük eine Erörterung der palästinensischen Situation eintreten wird. Obgleich in S y r i e n die offiziellen Kreise die Auflehnung gegen, die neue Palästinakommission nicht gutheissen, so wurde doch in Damaskus ein Teilsfreik gegen sie veranstaltet. Es fand auch eine StrassendemonstraUon statt, bei der die Demonstrierenden, meist Studenten, zum Boykott jüdischer Waren aus Palästina aufforderten. Die allgemeine Aufregung hält bereits mehrere Tage an. Auch in den Moscheen werden die Gläubigen in den Predigten aufgefordert sich gegen die Teilung. Palästinas zur Wehr zu setzen. Im syrischen Parlament wurde eine Resolution gegen die Teilung einstimmig angenommen und Protesttelegramme an die örtlichen Vertreter ausländischer. Mächte zur Absendung gebracht. Aus Aieppo, Sidon, Tyrus, Beirut und. Bagdad werden ähnliche Demonstrationen gegen die britische Palästinapolitik gemeldet. — aber die Arbeit beginnt Ungeachtet der feindlichen Atmosphäre, in der sich ihre Arbeit abspielen wird, hat die Kommission ihre Tätigkeit unverzüglich aufgenommen. Nachdem eine erste rein informative Sitzung abgehalten wurde, gab sie ein Communique heraus, in dem sie das Vorhaben ausspricht, zunächst 14 Tage quer durch das Land zu fahren, um auf diese Weise einen ersten Ueberbliek zu gewinnen. Te!-Aviv, Ende April 1938. In einer kurzen vorläufigen Uebersicht wurden in einer früheren Ausgabe die Jahresabschlüsse von drei zentralen Gesellschaften mehr oder minder öffentlichen Charakters mitgeteilt, die gleichsam die drei Stufen der Ansiedlung und ihrer Finanzierung verkörpern: Den Erwerb und. die Erschliessung des Bodens besorgt die PLDC (Palestine Land Development Co.), Aufgabe der Pasa (Palestine Agricultural Settlement Association) ist es, den Aufbau gewisser landwirtschaftlicher Siedlungen durch Finanzierung der Grundinvestitionen zu ermöglichen, während die Arbeitersiedlungsbank NIR vornehmlich den Ausbau und in gewissem Masse auch die laufende Kreditversorgung solcher Siedlungen übernimmt Allein die Investitionen dieser drei Gesellschaften im jüdischen Siedlungswerk Palästina betragen gegenwärtig fast anderthalb Millionen LP. Nicht enthalten sind in dieser Summe die früheren Investitionen dieser Unternehmunhebräische Programm ist reich an Abwechslung, wenn auch kurz; es bringt den Nachrichtendienst nach Reuter und Palcor usw., Vorträge für den Landwirt, den Siedler und über praktisch wichtige Dinge, auch über kulturelle Themen, musikalische Fragen usw. und versucht, für die einheimische musikalische Produktion und die zahlreichen Künstler das Hörerpublikum zu interessieren. Man begegnet auch hier bekannten Namen aus Deutschland, unter ihnen dem des Leiters der Musikabteilung, Karl Salomon. Das englische Programm, das den Abend abschliesst, bietet ähnliches wie jeder englische Sender. Ganz kürzlich brachte man zu Ehren des gerade einreisenden T o s c a n i n i ein Konzert auf Schallplatten mit Werken, die Toscunini mit dem NewYorker Symphony orchestra gespielt hatte, das, wie ein Aufsatz von Friedrich Brodnitz in diesem Blatte jüngst so liebevoll geschildert, eigens für Toscanini gegründet worden ist Wir hörten eine Rossini-Ouvertüre, die herrlichen Haydn-Variationen von Braams und Haydns Symphonie „Die Uhr". Die Aufführung war köstlich. Dieses Orchester habe ich schon zweimal direkt aus New-York gehört Freilich muss man dann Nachtschlaf opfern. Denn wenn das Konzert drüben im National Broadcasting- Raum um 10 Uhr abends beginnt, dann ist es hier bereits 5 Uhr morgens (wie man aus einer kleinen Weifuhr ersehen kann, die die Radiofirmen auf Wunsch den Kunden schenken). Aber mau wird durch das Erlebnis dieses Konzerts belohnt. Aus sozialen Gründen bietet übrigens das Palestine-Orchester stets einen Teil seines Programms durch Rundfunk, der breiten Masse dar. Zurück zum Mittelwellenband. Hier im Südosten spielen die Balkansender eine grosse Rolle Der noch junge Sender Sofia, der Sender Belgrad, die grossen Sender Bukarest und Radio Romania bringen ausgezeichnete Musikprogramme, fast ebenso gute Kairo. Die Balkansender, nur halb so weit von hier wie die deutschen, obschon noch weit über 1000 Kilometer entfernt, werden ausgezeichnet gehört. Prachtvolle Konzerte und Opernübertragungen wurden Sie bittet um die Uebergabe von Denkschriften und lädt Organisationen und Einzelpersönlichkeiten zu mündlichen und schriftlichen Aussagen ein. Obgleich im Augenblick über die endgültige Haltung der Araber noch nichts ausgesagt werden kann, so sehr die geschilderten Ereignisse ra Palästina und seinen Nachbarländern geeignet sind, sie im Sinne einer strikten Ablehnung zu präjudizieren, so ist vorläufig auf Grund hebrä- Renten - tave«^^ lhi Versicherungen Victor Sand, Berlin C. 2, Neue Promenade 4. Tel. 42 60 i>5, ischer Pressenachrichleo festzustellen, dass der Vertreter der gemässigten arabischen Richtung., Ragheb Bey Nashasbibi, nicht die Erlaubnis erhalten hat, die arabischen Interessen vor der Kommission zu vertreten. * Bei dem Unfall eines jüdischen Feuerwehr- Autobusses in Tel-Aviv wurde der 28jährige aus Polen eingewanderte Michael L u t z k y getötet und sechs weitere Passagiere verletzt. X. Der Auftrag für die Errichtung eines elektrisierten Drabtzaun.es an der Nordgrenze des Landes wurde der Solei Bone'h in Haifa übergeben. Die Arbeiten werden ungefähr drei Monate lang einigen hundert Arbeitern Beschäftigung geben. Die Kosten werden auf über 100 000 Pfund veranschlagt. Zum Schutze der Arbeiter wurdp u. a. eine Abteilung jüdischer Hilfspolizisten neu angeworben. In der Keren Hajessod-SiedJung Kfar Haroeh wurde der Grundstein zu der ersten J e s c h iwa gelegt, die bisher in einer landwirtschaftlichen Siedlung überhaupt existiert. Die Jeschiwa wird, zur Erinnerung an den verstorbenen Oberrabbiner von Palästina, K u k , errichtet. Ein anonymer Spender hat für sie 6000 Pfund gestiftet. gen, die bereits abgewickelt und aus den Bilanzen verschwunden sind, so etwa die Böden, welche die PLDC in den langen Jahren ihres Bestehens schon wieder verkauft hat und die von den Käufern inzwischen voll bezahlt worden sind, oder diejenigen Darlehen, welche die Schuldner der NIR inzwischen voll zurückgezahlt haben. Die Entwicklung der drei Unternehmunges im letzten Jahre zeigt eine Reihe von Gemeinsamkeiten. Wie bekannt, stehen alle drei in engstem Zusammenhang und unter intensiver Kontrolle nationaler und zentraler Institute; alle drei arbeiten auf das engste zusammen mit Keren Kajemet und Keren Hajessod; so ist zum Beispiel der Keren Kajemet der grösste Kunde der PLDC, der Keren Hajessod Alleinaktionär der Pasa. Alle drei aber haben auch in erheblichem Umfang privates Kapital herangezogen, im wesentlichen, durch Ausgabe von Vorzugsaktien und Obligationen Alle drei haben bewiesen, dass sie sich der Verantwortung, die sie damit übernahmen, in geboten, auch jüdische Künstler brachten Solokouzerte von Beethoven, Schumann u. a. Einmal begegneten wir im Aether der Stimme einer Opernsopranistin, die im Austausch an der Berliner Oper gewirkt und uns im Berliner Kreise der Familie vorgesungen hatte. Von psychologischem Interesse ist es, wie sehr man sich an die Stimmen der Ansager gewöhnt, dass man manchen fernen Sender an der Stimme erkennt, selbst dann, wenn diese Stimme in einer ihrem Lande fremden Sprache ansagt. Diese Erfahrungen rinde ich bestätigt in Briefen an die Bec liner Ansager, die dem Berliner Kurzwellensender aus fernen Erdteilen zugingen, und aus denen man jetzt allerlei vorlas. — Erstaunlich war mir ferner, wie oft ich bei dem Wetterbericht aus Deutschland einen Paralleiismus zwischen der Wetterlage Mitteleuropas und derjenigen Palästinas fand — im Winter wenigstens. Die Pausenzeichen sind ein Studium für sich, ein recht interessantes sogar. Das englische ist das Geläut von big ben, das hier so kräftig durch den Raum hallt, als stünde man auf Westminster bridge. Dass man am politischen Geschehen der Welt so gut teilnehmen kann, wie jedermann in Mitteleuropa, versieht sich von selbst. Wir hörten im Radio des Landessenders die herzlichen Abschiedsworte des scheidenden und die feste und klare Antrittsrede des neuen High Commissioners. — Nicht selten gibt es eindrucksvolle Erlebnisse und Ueberraschungen. Man schaltet ein, es ertönt die Kreutzersonate, die Ausführung ist ungewöhnlich-schön, das Erlebnis besonders tief. Mit Spannung wartet man auf die Namen; es sind zw-ei Künstler aus unseren ehemaligen Berliner-Kreise, die von London aus das Kunstwerk in den Aether hinaus spielten, Max R o s t a 1 und Franz Osborn. Am tiefsten ist die Wirkung solchen Erlebens, wenn es sich um Stücke handelt, die man selbst in Stunden der Sammlung in vergangenen Tagen mit Gleichgesinnten gespielt hat, bei denen jede musikalische Phrase alte glückliche Associationen wachruft, wie im Moment, wo aus Sofia Quartett opus 18 Nr. 4 von Beethoven erklingt. Mögen die Künstler in der Ferne von VON Dr. ALFRED GOTTHEINER Es sei erlaubt, im folgenden über rein persönliche Beobachtungen und Erlebnisse zu berichten. Was hört man in Palästina, was bringt der Rundfunk, welche Möglichkeiten bestehen, am Leben der alten und der neuen Heimat und der fernen Welt teilzunehmen? Die Antwort, die ich auf diese Frage noch in Berlin erhielt, war recht unbefriedigend. Der Radiophysiker, der mich in die Geheimnisse des Kurzwellenempfangs, in ihre Theorie» und Praxis einführte, meinte, die Empfangsverhältnisse Palästinas würden ungünstig beurteilt. Eines f'er atmosphärisch-elektrischen Störzentren der Erdoberfläche liege über Palästina. Daher sei ein ausreichender Fernempfang hier nur gewährleistet durch einen Grossapparat mit bestem Kurzwellenteil und moderner Antenne. Glücklicherweise hatte er in vielem unrecht, jedoch mit der Antenne recht. Die flachen Dächer der weissen Häuser zeigen ein Gewirr von Antennen, die in den neueren Stadtteilen, einer Mode gemäss, an kleinen stählernen Anteimentiirmchen in Eiffelturmform montiert sind und pin merkwürdiges Bild einer radiofreudigen Stadt bieten. Hier bewährt sich meine mitgebrachte Antenne in Stahlmastform mit ihrer j-Abschirmung" sehr gut. Hat man dann Wohnung genommen und den ersten Anstürmen einer Art „Heimweh" getrotzt, dann geht man mit Spannung an das inzwischen aufgestellte Radiogerät. Kaum hat der Fachmann, ein lieber Gefährte aus Berlin, es dem Pappkasten entnommen, so beginnt die braune Zauberkiste schon zu singen und zu sprechen und überträgt — o Staunen — in der Winteratmosphäre die Berliner Stimmen und die deutsche Musik. Die Kurzweile enttäuscht also nicht, sonder hält, wras mir in Aussicht gestellt wurde. Die grosse Ueberraschung zeigte sich am Abend. Fast auf dem gesamten Mittelwellenband war um die Jahreswende ein phantastischer Empfang, so überraschend gut, dass in der hiesigen Presse auf diese ungewöhnlichen Empfangsverhältnisse hingewiesen wurde. Fast sämtliche deutschen, englischen, italienischen, west- und osteuropäischen Sender waren, von Gewitterabenden abgesehen, ausgezeichnet zu hören. „Wir befinden uns auf dem Elbfeuerschiff", sagte ein Ansager in Hamburg; „es ist Sonntagmorgen, 6 Uhr, über uns der sternklare Winterhimmel, Sie hören das Hamburger Hafenkonzert." Es ertönten Märsehe. Hier am Südostrande des Mittelmeeres erhob sich die Sonne gerade über den blauen Bergen hinter Ramat gan und Bne brak. Ihre Strahlen leuchten vom Osten her auf das Meer im Westen, über das mein Blick schweift, während das Ohr Klänge von der Elbemündung aufnimmt. Hier ist es bereits 7 Uhr morgens, aber auch um die Jahreswende herum geht die Sonne schon um 7 Uhr auf und steht länger am Himmel als in Mitteleuropa. Stark ist der Stimmungsgehalt solchen Erlebnisses, gerade hier und für uns! — „Es ist mit dem Gongschlag — bitte vergleichen Sie —sagt der Ansager in B-erlin, und. man kann haargenau seine Uhr stellen nach dieser Ansage. Aber auch nach der einheimischen. Wie bekannt, besteht seit mehr als zwei Jahren ein Landessender in Jerusalem, der trotz knapper Etatsmittel bemüht ist, Gutes zu bieten. Zur Zeit ist sein Programm, das erst am Nachmittag beginnt, dreigeteilt Der arabische Teil fällt praktisch für uns aus. Die Musik ist für Ohren, die an der europäischen geschult sind, unverständlich, wenn nicht unerträglich. Das Drei Siedlungs-Bilanzen Von unserem ^-Palästina-Berichterstatter