Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 18 (5.5.1938)
- Date
- 1938-05-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife '4 C-V.-Zeifung ■Nr. 18 * 5.Mail938 Berufglehre beruhen. Entgegen den Voraussagen habe die Bedeutung dieser Handwerke in den letzten Jahren nicht abgenommen, sondern weise infolge des durch die Wettbewerbsverhältnisse den Qualitätsindustrien in den alten Industrieländern gegebenen Antriebs eine Neigung zur Steigerung auf. Die Mechanisierung habe den Bedarf von Handwerkern nicht ausgeschaltet, sondern andererseits neue Beschäfti- ^aSerarbeifen / David Friedmann Berlin W 15, Paderborner Str. 9. 9725 65. gungsmögliehkeiten ins Leben gerufen, die ohne die gleichen in langer Lehrzeit erworbenen Handfertigkeiten zu erfordern, eine berufliche Ausbildung notwendig machten; ihr Aufkommen habe das .WTesen des Arbeitsmarktes stark verändert. Gerade unter dem Gesichtspunkt, dass die Berufserziehung der jüdischen Jugend heute zu einem entscheidenden Teil in schulmäesigen Ausbildungsstätten erfolgt, ist der Hinweis des Berichts wichtig, dass die Schaffung behördlich bestätigter und von den Arbeitgebern anerkannter Zeugnisse und Diplome, sowie ihre allgemeine Anerkennung über den Rahmen des einzelnen Landes hinaus, den Beteiligten erweiterte Möglichkeiten für einen Aufstieg eröffnen könnte. Diese Frage sei auch bereits auf internationalen Kongressen erörtert und ihre weitere Behandlung in Aussicht genommen worden. Aus dem umfangreichen Bericht haben wir für diese Betrachtung im wesentlichen nur die Punkte herausgegriffen, die für die spezielle jüdische Situation in der Gegenwart von Bedeutung sind. Darüber hinaus enthält er aber auch sonst viel Grundsätzliches. Für Lehrende und Lernende sind seine Schlussfolgerungen beherzigenswert, in denen es u. a. heisst, dass die Berufsausbildung nicht allein wegen ihrer Aufgabe im Wirtschaftsleben die wachsende Aufmerksamkeit der Gesamtheit finde, sondern auch als Mittel des sozialen und kulturellen Fortschritts. Schon das einfache Yerbundensein mit einem Beruf, den er wirklich erlernt hat, gebe dem Arbeitenden ein Gefühl der Sicherheit und Würde. Wenn die der Berufsausbildung zugewiesenen Aufgaben mit der Gesamtheit der auf den Kulturfortscbritt gerichteten Bestrebungen in Verbindung gebracht würden, so bedeute das, nach einem heute viel gebrauchten Ausdruck, den Faktor Mensch in der Wirtschaft wieder in seine Rechte einzusetzen. Ueberau treffe man auch auf den gleichen Wunsch, die Berufsausbildung in einer Weise auszugestalten, die besser den Zwecken und Nöten der Zeit entspreche und mehr Schutz gegen die Folgen einer neuen Wirtschaftskrise gewähre. (xo-Wie. „Idl mit'n Fidl" / Filmpremiere im Berliner Kulturbund Dass sich auf Einladung der Jüdischen Gemeinde Berlin eine grosse Anzahl von Juden im Kulturbundsaal zu einer gemeinnützigen künstlerischen Veranstaltung versammelt, ist denjenigen unter uns nichts Ungewöhnliches, die den sozialen und geistigen Dingen zugewandt leben; wenn wir aber eingeladen sind, den ersten Judenfilm der Welt anzusehen, so ist damit die einmalige Besonderheit unseres Zusammenkommens schon genannt Juden, so und so gesinnt, sollen zusammengefasst werden durch das künstlerische Erlebnis des Gemeinsam- Ursprünglichen, des ostjüdischen Wesens, dem wir alle näher oder schon sehr fern verbrüdert sind. Es gibt die Habima, das Jüdische Theater; es gibt jiddische Kleinkunsttruppen — so ist Rrinfmorbnn $lMi Berlin, Eekioretr. 2, Gegr. IS93. Flug- DnBlllldifibll'lQlUlii post-Sammlung, 1100 verschied.,preisw. auch der Jüdische Film unserer sehr" filmbetonten Zeit ganz folgerichtig........ üeber die Bedeutung der Erstaufführung des Films „Idl mit'n Fidl" sprachen vor Beginn Direktor Heinrich Stahl und Intendant Dr. Kurf Singer, ersteier als Gesamtsumme der Berliner Jüdischen Gemeinde, schlicht.und in zurückhaltendem sozialen Verantwortlichkeitsbewusstsein, letzterer in pionierhaft - freudiger Erregtheit die bedeutungsvolle Gründung von K .0 L N 0 A (Institut für Jüdische Filmarbeit in Deutschland) verkündend und im voraus den in Warschau hergestellten Hauptfilm des Abends kommentierend. (Einleitend wurde ein ausgezeichneter Vorfilm des Keren Hajessod „Palästina-Aufbau*4 gezeigt.) „Idl mit'n Fidl'* sachlich.am Massstab der internationalen Filmkunst messen zu wollen, wäre eine Torheit. Vollendete Leistungen erstehen nicht mit einem Schlag, zumal nicht unter Menschen, die bei denkbar schwierigen Verhältnissen — allgemein-menschlichen, finanziellen und technischen — zu schaffen gezwungen sind. Der Initiative allein gebührt wohl schon die höchste Anerkennung. Man tut gut, „Idl mit'n Fidl" als einen alles-versprechenden Judenfilm - Versuch zu betrachten und kein Wort über technische Unzulänglichkeiten zu verlieren. Auf diese Weise gelangt man zum schönen Genuss des Werkes, ohne von den inneren Ungleichheiten irritiert zu werden. Um mit dem objektiv Gelungenen zu beginnen, der Musik, dem tragenden Element des Films: Abraham Ell st ein tischt da wahre Köstlichkeiten auf an glut- und blutvoller Volksliedbaftigkeii. Wir wollen es Berufeneren überlassen, Quartette, Geigensoli, Hintergrundmusiken und Lieder fachmännisch zu bewerten. Wir wollen, uns am einheitlichen und fülligen Volkston des Ganzen freuen, in dessen Flechtwerk eingefügt das übliche Lied vom „Schmer'l mit der Fidl" dahinjubelt mit dem heissen, klagenden Unterton ostjüdischer Gesänge. Und dann, zur Fabel: nun, es geschieht nicht viel und dennoch alles, wenn man will. Idl ist eine arme kleine Strassenmusikantin, Fiedlerin und Sängerhosenmatz; zieht mit dem bassgeigenden alten Vater durchs Polnische, trifft irgendwo mit . zwei '„Kollegen", einem sehr hübschen Jungen und einem sehr drolligen Aelteren, zusammen, wobei das „Zusammentreffen" durchaus realistisch zu verstehen ist; Fehde, Brotneid, schliesslich kameradschaftliches Sichzusammentun der vier zu einem wandernden Quartett. Idls Liebe zu dem hübschen Burschen, ihre Eifersucht, ihr Karrieremachen — das sind die Ereignisse des Films, ausgedrückt in urjüdischem Milieu, jfddischer Sprache, jiddischer Musik und. — amerikanisierten Gedankengängen. Zufällig reiht sich Bild an Bild, Einfall " an Einfall und Geschehnis an Geschehnis; viel zufälliger, als man's von den rein amerikanischen Filmen her gewöhnt ist. Die Fabel ist noch nicht jüdisch, d.. h. organisch gewachsen; aber man vergisst Lücken und kleine Intelligenzlosigkeiten über vielen prachtvollen und wahrhaft saftigen Einzelheiten: wenn da auf .einer Hochzeit beim grossen ^Reigen die schöne junge Kalle mit dem auffiedelnden Idl-Qüartett vor " dem reichen alten Chosen davonläuft, so hat man Bild um Bild seine helle Freude. Und solcher Einzelheiten gibt es. eine. Menge noch; sie sind einprägsam wie die Musik des Films, weit einprägsamer als die schauspielerischen; Einzelleistungen. Um nur einige herauszugreifen:, man darf der kleinen Idl nicht-das Unrecht zufügen, an einen andern geigenden Hosenmatz, den „Geiger von Florenz", zu denken; Molly Pikon ist zweifellos eine am i» HB'tf Kantstrasse 130, Tel. 31 91 06. n3flIfi«>HSleP Antennenbau-Spezialist, Reparaturen, IIUUIU SBSÜU Ankauf - Verkauf gebr. Apparate. Groteskbegabung, die unter überlegender Führung zu vertiefter Leistung kommen wird; singen kann sie wunderschön. Eine famose Ostjudentype schien uns der Flötenmusikante S. F o s t e 1 s. Wirklich vollkommen aber, weil optisch und darstellerisch gleich sympathisch, ist M. Bozyk in seiner Charge als Idls Vater zu nennen. Zusammenfassend wäre zu sagen, dass der Film „Idl mit'n Fild" als erster Versuch vollauf gelungen ist. Kein Jude wird sich seiner einenden Wirkung entziehen können. Mit dieser Feststellung zollt man ihm das rechte Lob. Darüber hinaus aber wünscht man ihm auch noch geschäftliche Erfolge, die bekanntlich der beste Ansporn für weitere Versuche sind. Mala Laa«er. Leben, in eine humorvolle, im Höchstfälle skep^ tische Pointe aufzulösen, auszulöschen. Noch ein Schuss Wallace dazu — tmd der. Autor kann das übrige dann getrost der Aufführung und den Darstellern überlassen: . Dr. Hans Buxbaupn gibt dem.Stücke was des Stückes ist: lässt^esi aus dem Dialog brillieren, skizziert andeutungsweise düstere Unheimlichkeiten hinter belauschten Türen und -. verlassenen Korridoren ■ und manö>veriert .■ die Agierenden in. ein möglichst bewegungserfülltes und beweguhgsexakXes "Blickfeld. Hier ragt empor — Mittelpunkts >— Julius Kobler in der einzig aktiven GestaU dieser Handlung als Poli- . ze.iinspektor -Mason... IDie . Balance*., dieses Darstellers zwischen abgr)ündigem Ernst und jener gewissen-ungewissetf .$füance, die .den Ernst — ist es ...? ist es ni£bt . . .? doch wieder in Frage stellt, ist im ü^n, in Haltung und Geste eine, ebenso, virtuose wie menschlich, kluge schauspielerische Leitung, die -über den Gehalt des Stückes, döases wiederum bereichernd, unterhalt und fesse$. Fritz Melchior gibt gleich zur Einführung, in angenehmer Weise den Aufriss eines männlichen Gentleman, der . sich seiner. Pflichterfüllung als Staatsanwalt aufs tiefste bewusst ist. Als Frau des Staatsanwaltes hätte man sich Frie/M Münz er etwas gelöster, die. Erregungen der'Sprache auch in die körperliche Bewegung cjmsetzend 'gewünscht. . Max K o n i n s k i als Arzt von sympathischer Wärme. ESTÄ Strümpfe / Strickwaren Wäsche / Handschuhes Scbbg-., Grunewaldstr.56 a. Bayer-Platz. Tel i: 71 38 13 Fritz S c h i n d 1 .ev und , Erna Cohn L o r e.n z erzielten Lacherfolge in etwas breit ausgespielten Chargenrollen. Max Wäc.b t e r als .Diener. Von'Anny Go.wa, das stimmungsvolle Bühnenbild, farbig, mit Andeutungen stilistischen Humors. Die Zuschauer amüsiert und beifallspendend. E. 9. „Kopf in der Schlinge". im Jüdischen Kulturbund Hamburg Nach Sutton Vanes mystischer Tafelrunde in einem wahrhaft englischen, von Skepsis und Gruseln wetterleuchtendem Jenseits, gab es abermals ein Treffen zu einer Party englischen Stils. Schauplatz diesmal London, Park'Lane, das Haus des gefürchteten Staatsanwaltes Dearden. — Der Verfasser, John v. B r a d 1 e y, hat mit unverhältnismässig wenig Mitteln aus.. einem menschlich und juristisch gleichermassen. vielumkämpften und bis heute noch nicht gelösten Problem der .absoluten Schlusssieherheit 'des sog. lückenlosen Indizienbeweises,, ein .Unter- Polsterwaren Eigene Werkst. Umarbeitung Isla Wefsserisee, Berliner Aüee 255 56 38 öS haltungsstüek auf die Beine oder doch zumindestens auf die Bühne gestellt. Hierbei ist' die gute, fingerfertige, ja die perlende Routine der englischen Bühnentradition — sie ist: vor allem eine Tradition des Dialogs — auch noch, in ihrer Mitteimässigkeit erstaunlich.. Wie. jeder schreibende Brite, versteht es. auch Bradley, seinen Satz, seine Frage an den Diener, oder an;öas Jüdiseber Kulturbund Berlin Wochenplan Theater in der Konimandantenstr. 57: ..I) a s Gericht"',' 7. Mai, 20% Uhr: Fe s t v-o r s t e 1 - hiDg des Keren Bajessod und des Keren Kajenetn (üra-uf f üh r-u n.'g); 20 Uhr:. 8. Mai' (Abi.' 42<v36}. 9. Mai (Abt. 27, 3?). 10.. Mai: (Abt. 28: 38), lT..3Iai (Abt. 1, 11), 12, Mai (Abt. 43,:53). . - Die nächste Premiere ■ „Pas-Ger i c.h t", Zeitstück. von Bat I) o r i, ist bearbeitet, von Herbert Friedenthal. Regie: Fritz W i s t.e n„, Bnimeng-esfralimi-gj Heinz-'-€ o n d ei 1. '". - ..Lehendiges' 'P&lastina" Unter diesem Titel findet am S. Mai, tl3A Ufcr,- für die Mitglieder, Abonnenten .und Abwec'bsJer des. Jüdischen Kulturbundes im -Kulturband-Sa&l, .Konunaudautenstrv o8/öÖ,- eine M a t i n e e zur Uraufführung. des Schauspiels ".„Das. Gericht'1" "statt." Der"' Gesehät^führende '•Vorsitzende der-' Ziönistiscrxeij Vereinigung' für Deutschland, Dr. Bans F r i.e*d enth a 1, hält' eine:' Ansprache,- der der.Palästina^Film „Ei^ T-a-g — ein- Wer k'1 folgt. _ Der Opernchor .nies"Kulturhundes' unter Berthöld Sanier singt palästinensische und jüdische Volkslieder,. Mascha B e n'j a k-o h s k y hebräische Liedfcr, Herbert G-rünbauni liest Rachel und Bial$i (hebräisch und deutsch).und Her-, bert Fri.edentb.al spricht über die;. Vorarbeiten zur Uraufführung des Schauspiels „Das Gejncht". Kulturbündsaal, kommandantenstr.;58/5Sfc 7, Hai. 20K Uhr: Fi 1 na „Idl mit'n Fidl"; 8. Hai, WA Uhr: Matinee „Lebendiges Palästina", 19 'ond" 2i-% Uhr: Film; <J. bis 12. Mai, 19 und 2124 Uhr; •- F i I m. .Das G h.o r k o nz e r t wird vom 9. -Mai auf den 11. Mai, vom 10. Mai. auf den 15. Mai und vom 12. Mai aäf den 31. Mai verl erg t. ■ seinem Entdecker zu. bleiben, ein Engagement für 100 000 Dollars ausschlug. Nur Mrs.. C a r - 1 e r, deren Ausbildung sich Belasco ein Vermögen hatte kosten lassen, gab ihm die Schuld an. späteren Missenolgen und verbreitete hysterische Verdächtigungen gegen ihn, die er mit. Schweigen quittierte. Im Winter 1931 wurde er krank, am 14. Mai 1931 starb er. Mrs. Carter in Hollywood brach auf diese Nachricht hin zusammen. Er hatte zwei Töchter, von denen eine jung gestorben war, die andere ist die Frau des bekannten Theater- und Musikmanagers Morris Guest. Leo Hirsch. Weiter Horizont Unter den vielfachen Sorgen, mit denen verantwortungsbewußte jüdische Kreise sich zu beschäftigen haben, lautet eine der wichtigsten: was muss getan werden und was kann getan werden, damit das Bildungsniveau unserer jüdischen Menschen soweit wie möglich erhalten bleibt und so wenig wie möglich absinkt? Dabei rnuss man sich von vornherein klar darüber sein, dass eine gewisse Einbusse an dem. was wir ..allgemeine Bildung" nennen, sich nicht wird vermeiden lassen: zu zahlreich sind die Aufgaben, die die letzten Jahre neu gestellt haben, zu dringend die Anforderungen, denen zur Bewältigung des täglichen Lebens entsprochen werden muss. Am stärksten sind der Gefahr der geistigen' Verflachung uaturgemäs* die jüngeren Altersschichten ausgesetzt, dk-i weder Gelegenheit hatten. Wissen zu erwerben, noch auch nur die Wege kennen, auf denen es selbständig erarbeitet werden kann. Diese Kreise sind es auch, bei denen jede helfende und vorbeugende Massnahme einsetzen muss. In richtiger Erkenntnis dieser Sachlage hat die. Lehranstalt für d.i e :.W i s s en ■ schalt des Juden tu ms .m B.erlia ihren jüdaistischen Vorlesungen atlgemeinwissenk-h'aitliche Vorlesungen angegliedert.. Sie will mit dieser Massnahme den .jungen Menschen, die sich aui den Beruf des Rabbiners oder Religionslehrers vorbereiten, Gelegenheit zur Vervollständigung und Ergänzung ihres Wissens über ihr Spezialgebiet hinaus geben. Diesem Ziel gilt eine Ausgestaltung der Vorlesungen, die durch ihre Reichhaltigkeit ebenso überrascht wie erfreut. Der sprachlich Interessierte findet Vorlesungen über Lateinisch und Griechisch, Arabisch und Syrisch, ja sogar über die Keilschrift der Akkader und die Bildersprache der Aegypter. Der Historiker kann sich über die verschiedensten Perioden der Weltgeschichte unterrichten: Orient und Okzident, Altertum, Mittelalter und Neuzeit sind vertreten. Die Philosophie bringt Vorlesungen über Plato wie über Kant, und auch die Soziologie ist nicht vergessen. Bei der Frage, wie die Vorlesungen zu gestalten seien, hatte man zwischen zwei Wegen zu wählen. Man konnte entweder einen allgemeinen Ueberblick geben und es dem einzelnen überlassen, sich in Spezialprobleme zu vertiefen. Man konnte aber auch gerade umgekehrt au einem Spezialthema die Methode wissenschaftlicher Arbeit zeigen und hinsichtlich der grösseren Zusammenhänge auf Lehrbücher verweisen. Da die Hörer der Lehranstalt im allgemeinen bei ihrem Eintritt an selbständiges wissenschaftliches Arbeiten nicht gewöhnt sind, .hat man den zweiten Weg gewählt und bis jetzt ausgezeichnete Erfahrungen gemacht. Hinsichtlich der Form der Vorlesungen hat sich gezeigt, dass die Grenzen zwischen einer eigentlichen systematischen Vorlesung, bei der lediglich der Dozent vorträgt, und einer gemeinsamen seminaristischen Zusammenarbeit zwischen Dozent und Hörarn immer flüssiger geworden sind — sehr zum Vorteil der wissenschaftlichen Arbeit. Auch stehen die Dozenten den Hörern auch ausserhalb der Vorlesungen jederzeit beratend und bellend zur Verfügung. Ein schwieriges Problem war es. die geeigneten Dozenten zu finden. Auch diese Aufgabe ist auf das glücklichste gelöst: es ist gelungen, neben anerkannten Autoritäten wie Professor Dr. Eugen Täubler und Professor Dr. Franz Oppenlieimer auch bewährte jüngere Dozenten-zu gewinnen — genannt seien-hier" nur Hans Friedländer, Arnold B e rn e y, Moses Go 1 d m an n , Ernst Grumach —, denen auf diese Weise auch' Gelegenheit zu weiterer wissenschaftlicher Betätigung und Entwicklung gegeben ist. ... Will man die Tätigkeit der Lehranstalt von der Arbeit der jüdischen Lehrhäuser abgrenzen, so muss man von folgendem ausgehen: die Lehrhäuser bringen Populärwissenschaft, sie wenden sich mit ihrer Arbeit an einen grösseren Kreis. Die Lehranstalt betont das Prinzip der Spezialwissenschaft, sie lehrt die Akribie und sorgfältige Kleinarbeit, die zu einer sauberen, methodologisch einwandfreien wissenschaftlichen Betätigung notwendig ist. Naturgemäss ist dadurch der Kreis, an den sich die Lehranstalt wendet, erheblich begrenzter. Ausser den fachlich Interessierten können auch Privatpersonen mit ernsthaften wissenschaftlichen Interessen an den Vorlesunsen teilnehmen. Günther Looser. Oscar Bie Rä gibt Namen, die über die Gesichter derer die sie aussprechen, und derer, die sie nennen hören, ein helles, beglücktes Lächeln ausgiessen. so ein bejahendes Erinnern an etwas selten Schönes, das man tief in sich eingesogen hat und das nun im eigenen Innern zu -leuchteu beginnt. Solch ein Name ist: Oscar Bie, ein Name, der alle drei Künste: Dichtung, Musik und Malerei in eich begreift. Selbst das äussere arbeitsreiche Leben, das hinter diesem Namen stand und das jetzt nach 74 Jahren seinen Ab schluss gefunden bat, hat in. a'le drei Künste mit gleicher "Intensität eingegriffen: Dozent für Kunstgeschichte, Professor für Musik, Opernkritiker und Facbeehriftsteiler. Doch scheinen das nur Bestätigungen dessen, was seine Bücher durchatmet, Bücher der bildenden Kunst und. der Musik und ihrer gemeinsamen'" Grenzgebiete, mit Ueberschrii'len . wie: ..Das- Rätsel der. Musik", ..Intime Musik"-, ,.Der Tanz'1, daneben Bücher über das Lied., über Klavier-' :nusik und über das widerspruchsreiche Traumland: ..Oper". — Doch es sind ja eigentlich gar keine. Bücher —: es sind-.-Dichtungen. Dichtungen ' über - die' exaktesten wissenschaftlichen Forschungen: letzte Erkenntnisse werden erarbeitet und gefunden, und nichj in nüchterner Kathederweisheit' analysiert, sondern 'in poetischer Schönheit ausgesprochen "und smi jener grossen Einfachheit gezeigt, die* nur dem se» geben, der wirklich erkannt hat und-der berufen ist, in seiner klaren Einfachheit allen Menschen zu den Schönheiten der Kunst einen Weg zu weisen, nicht nur den fachlich-ziinftigejm ": .-Das ist es: sein Künstlertum .itnd seine Wissenschaftlichkeit, die sien in semer Sprache zu einem harmonischen Klang. von .seltener Schönheit vereinigt haben, . was jejnes belle Leuchten über alle Gesiebter giosst beijm Namen Oscar Bie: ein Erinnern an reich erfüllte Stuncen mit ihm selbst oder, was ganz dasselbe, mit" seinen Büchern.' Etwas, das u-iebi ajus-gelöscht werden kann, etwas, das eine Geueipätion der andern weäterreieben. wird ajs kostbar beglückendes Gut! Anneliese Landau. Theater, Musik, Film. Franz Mplnars ..Liliom" erhielte am Kleinen Theater in Stockholm einen ausserordentlichen Erfolg. Fritz Jcssncr. der ehemalige• Regisseur der Berliner Kulturbuiidbühno. inszenierte. Äim Sta<i(- theater in Bern eine Neuuuffühnin<r vojn Moii^rcs „Der eingebildete Kranke1. ' . * ¥ Bruno Walter dirigiert am '21. Mai' in" P ä-r i? an der Spitz« des Philharmonischen Ocl^ter«; euren Mozart-Abend. . : . . ' * - ■ . ^<'.org S/.cll führte in den Q l:» s £f> w er un<5 K <i i » b u r g b e r Konzerten des Schottischen Orchesters v. a.. Ma-.hJ.er s -Lied vpu der Erde"-sowie ein' eigenes. Varia-tionswvrk. au.f.; Sein Euga-stemealf wurde Tür •die .nächste- Saison erneuert. ■ H- : Erleb " L a ad e r'e r hatte mit eincsn Klavierabend in Prag bei Presse ujid Pubffkuui -einen sehr grossen Erfojg. Der Künstler wnrjde zu. -Konzerten u. a„ in. R i g a - und L i h#i. u aufgefordert-- Fritz K r e i s I e r spielte in L ojn d o"n - ntid M a n e b.e s t e r Bratjms' Violinkonzert* . . In.: Manchester- .konzertierte auch Artu/ Seh rjtabe-I. - "'. * Wladimir- S o k o l o f f stelltdie Hauptrolle '-in einem neuen, nach einer a.merikaHis.cjben. Vorlagegedrehten Film „La Riviero..est. bleue"; dar. ... - - .'