Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 17 (28.4.1938)
- Date
- 1938-04-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 12 C-V.-7eftung Nr. 17» 28. April 1938 war die natürliche Vermehrung grösser als der Zuwachs durch.« Einwanderung. Die Geburtenzahl betrug 1937 54749 gegenüber 56 993 im vergangenen. Jahr. Die jüdische Geburtenrate war etwa 6,5%, die mohammedanische 3,1%> und die christliche 4.1°/o. Eine Musikbibliothek in Tel-Aviv Das musikalische Leben der Stadt Tel-Aviv steht in hoher Blüte. Als Wirkungsstätte der Palestine Orchestra Association, als Sitz von Konservatorien, von namhaften Berufsmusikern. und hervorragenden Musikpädagogen läge es nahe, hier auch eine grosszügig angelegte Musikbibliothek einzurichten. ■ Eine solche Stätte fehlt bisher. Als Anregungen in dieser Richtung erfolgten, -erklärte sich der Leiter der Stadtbibliothek Tel-Aviv, Professor ■ Dr Heinrich Loewe, sofort zur Förderung bereit -Er hat bereits mit einer Sammlung von Noten und von musikwissenschaftlicher Literatur begonnen. Die Schaffung einer Sonderabteilung „Jüdische Musik" ist vorgesehen.' Um in Tel-Aviv einen wertvollen Bibliotheksbestand an Musikalien zu schaffen, wendet sich die Stadtbibliothek an alle jüdischen Musikfreunde des In- und Auslandes mit der Bitte, der zu schaffenden Bibliothek gut erhaltene Musikalien und Musikbücher aller Art, besonders klassische und moderne Werke, instrumentale und vokale Musik, Partituren. Klavierauszüge (von Opern nur solche mit Singstimme). Kammermusik, Klavier- und Instfumentalwerke, Gesamtausgaben, Musikzeitschriften, kurz: alles; was sich: für eine gute Notenbibliothek eignet* zur Verfügung zu stellen. Sendungen und Anfragen sind zu richten an: Munici pal .Library, Tel-Aviv, P. 0. B.: 80, Montefiorestreet 8. Als Sammelstelle hat öich auch die Gesellschaft der Freunde der Jerusalemer Universität und Nationalbibliothek Jerusalem, Berlin W15, Meinekestr. 10, zur Verfüguncr gestellt. ■ Eingeordnet oder ausgesperrt? Der Einwanderer aus Deutschland in der palästinensischen Krise Von unserem *-Palästina-Berichierstatter Tel-Aviv, 19. April. Nicht .nur die kleinen. Zufälle des geschäftlichen Erfolges und die grossen Zahlen der gesamtwirtschaftlichen. Entwicklung entscheiden über das Schicksal des neuen Einwanderers in Palästina. Von entscheidender Bedeutung, im menschlichen und praktischen Sinne ist vielmehr auch die seelische und gesellschaftliche Situation, in der sich der einzelnebefindet. Und während auf der einen Seite die gelegentlichen Kritiken osteuropäischer oder eingeborener. Juden an der ..Vorzugsstellung der Jeckes" seltener geworden sind, hört man in den Kreisen der Einwanderer aus Deutschland jetzt häufiger als früher Klagen über landsmannschaftliche Isolierung der verschiedenen Einwanderergruppen. Es handelt sich hier freilich um ein vorwiegend städtisches Problem. Auf dem Lande, sowohl im Kibbuz wie in der privatwirtschaftlichen Siedlung, treten diese individuellen oder landsmannschäftlichen Fragen mehr in den Hintergrund; denn das Berufsschicksal des einzelnen hängt ab von der allgemeinen Lage des Siedlungsbezirks, der Produktions- und Wirtschaftspolitik, also von Dingen, bei denen es eine Sonderstellung des Einwanderers aus Deutschland oder Polen oder Russland nicht gibt, Bruno Solms £ Co.. Steffin SSEEftS Fabrik leiner Herren-Konfektion st offe* E. SCHEIN W-15, Duisburger Str. 1 TELEFON: 92.42 31 und auch das Gemeinschaftsleben der kleineren Siedlung lässt "bei demjenigen, der sich überhaupt für diese Lebensform eignet, das Gefühl der Isolierung in diesem Sinne bald verschwinden. In der Stadt aber steht der einzelne, namentlich im sog. bürgerlichen oder im freien Beruf, mehr auf sich selbst. Auch hat hier der Vorwurf der Isolierung meistens einen sehr praktischen Nebensüm. Gemeint ist nicht nur menschliche Vereinzelung, sondern auch — Bevorzugung oder Benachteiligung bestimmter Kreise bei der Steilenbesetzung. Damit aber wird die Frage der Krisenfestigkeit überhaupt berührt. Demjenigen, der „gut hereingekommen ist", sei es in eine feste Stellung oder auch nur in ein bestimmtes Arbeitsgebiet, hat die Chance, von der Krise weniger stark betroffen zu werden als sein weniger verwurzelter Nachbar. Und gerade in diesem - Zusammenhang hört man gelegentlich mit Bitterkeit sagen: in den führenden Positionen sitzen die Juden aus Russland, in der Mittelsichicht sitzen die Juden aus Polen — die Sonderstellung der in Palästina geborenen Juden wird von keiner Seite angefochten —, aber, so fragt der Kritiker weiter, 'was bleibt übrig für die Juden aus Deutschland, die doch auch wertvolle Kräfte mitgebracht haben? Untersuchen wir diese Stimmungen zunächst auf ihre äussere Berechtigung. Solange manche Juden aus Deutschland "infolge ungenügender Sprachkenntnis oder aus anderen Gründen in einer Art geistiger Inzucht leben, übersehen sie nur allzu leicht eine Grundtatsache. Die aus Deutschland kommenden Einwanderer bilden auch heute nur eine kaum zehnprozentige Minderheit im jüdischen Palästina. Weil sie selber fast nur mit Deutschen zusammenkommen, überschätzen sie ihre eigene Zahl, und weil sie auf der Strasse nur die ihnen verständlichen Laute mit Bewusstsein aufnehmen, überhören sie, dass selbst in Tel-Aviv wesentlich mehr hebräisch als deutsch gesprochen wird. Wie steht es mm, im Lichte dieses wirklichen zahlenmässigen Verhältnisses, mit dem Anteil der Einwanderer aus Deutschland an der Besetzung der „prominenten" Posten? Um nur ein paar Beispiele zu geben: In der Exekutive der .Jewish Agency, also an der absolut führenden Stelle, sitzen zwei in Deutschland geborene und aufgewachsene Zionisten, von einigen hohen Beamten der Ageney ganz zu schweigen. Im Direktorium des Keren Kajemeth und in der Spitzenvertretung des bodenständigen Jischuw, dem Waad Le'umi, sind die Juden aus Deutschland kaum vertreten, im Keren . Hajessod. dagegen mit drei von den vier geschäftsführenden Direktoren. Von den 15 Stadtverordneten Tel- Avivs sind zwei Einwanderer aus Deutschland. In Deutschland ausgebildete Wissenschaftler bekleiden führende Positionen im Forschungsinstitut von Rechoboth und arbeiten im Wirtschaftsdepartement der Jewish Agency, an beiden Stellen in einer Anzahl, die erheblich über ihren Anteil an der Gesamibevölkerung hinausgehen dürfte. Unbestritten ist die starke Vertretung jüdischer Elemente aus Deutschland in der Medizin, «i'uch im Krankenhaus Hadassah. so wie in der Wirtschaft. Von den leitenden Posten im ganzen Interessenkreis des zentralen Finanzinstituts, der Anglo Palestine Bank, ist ein verhältnismässig grosser Teil von Fachleuten, die aus Deutschland eingewandert sind, besetzt. In weiten Bezirken der Industrie sowie der privaten Bankwelt kann man beinahe von einer führenden Position der Juden aus Deutschland sprechen, zum Teil einfach deshalb, weil sie die für Palästina ziemlich neue Methode der Aufbau- Finanzierung durch Ausgabe von Effekten ins Land . gebracht haben und weil sie auch . dem grössten Anteil der Effektenkäufer stellen, während andere Kreise andere Formen der KapitanlaDlage bevorzugen. Keine andere Einwandererschicht hat es so wie die'Juden aus Deutschland verstanden, sich einen organisatorischen Apparat zur kulturellen und materiellen Selbsthilfe zu schaffen. Synagogengemeinden mit Angehörigen aus Deutschland und jüdische Vereine mit eigenen Zeitschriften, Gottesdiensten und anderen Einrichtungen sind zur Blüte gelangt, die landsmannschaftliche Sozialfürsorge verfügt über relativ weit grössere Mittel und über einen leistungsfähigeren Apparat als die allgemeine Wohlfahrtspflege, w^as mancherlei verständliche Kritik ausgelöst hat. Die landsmannschaftliche Spitzenorganisation, die Hitachdutb Olej Germania, hat, wie ihre Wahlerfolge in Jerusalem und Tel-Aviv beweisen, auf manchen Gebieten einen überraschend grossen Einiluss gewonnen. Kaum bestritten wird die bahnbrechende Tätigkeit der Einwanderer aus Deutschland auf künstlerischem Gebiete. Bei ihnen lag die entscheidende Initiative zum Aufbau eines Konzertlebensv das in der Gründung des Huberman- Orchesters zu einer gewissen Vollendung gelangte und durch Toscanini die Weihe empfing. Und gerade weil diese künstlerische, menschliche, gesellschaftliche und politische Erscheinung in ihrem Wert so einmalig und so un-- zweifelhaft ist, darf man vielleicht gerade an diesem kulturellen Problem das Gesamtproblem des Einwanderers aus Deutschland, seiner Isolierung und seiner Einordnung, seiner Rechte und seiner Grenzen erörtern. Die-Entstehung des Huberman-Orchesters wurde ermöglicht durch den starken Wunsch weiter Kreise, den ästhetischen Genuss, den man so lange entbehrt hatte, in der gewohnten Form zu importieren. Unzweifelhaft wurde damit auch Entscheidendes zur Entstehung eines heimischen Musiklebens getan. Aber noch hat sich dieser von aussen nach Palästina hineingeleitete Strom der musikalischen Entwicklung nicht vereinigt mit den künstlerischen Quellen, die aus dem Boden des Landes selber hervorquellen. Ein Beispiel dafür: die 17jährige Sängerin "Esther Gamlielith, von jemenitischen Eltern in Palästina geboren, geniesst seit einiger Zeit eine steigende Popularität auf der Bühne, dem Konzertpublikum und im Radio. Sie singt, in der altüberlieferten Weise ihres Stammes, aber mit europäischer Schulung, Lieder, deren Worte und Weisen aus jüdischem Erleben in Palästina entstanden sind, eigenartig und vertraut zugleich, schlicht und doch von erlebnishafter Wirkung. Und es führt mitten in unser Einwandererproblem hinein, wenn wir die Frage aufwerfen, ob nicht diese junge Jemenitin —.die nach der Befürchtung mancher Sachverständiger Raubbau mit ihrer Stimme treibt, um ihre arme Familie zu unterstützen — neben den herrlichen Leistungen und dem grossen Apparat des Huberman-Orchesters einen zweiten, gleichberechtigten Faktor unserer künstlerischen Entwicklung verkörpert. Importiertes und bodenständiges Kulturgut müssen sich miteinander verschmelzen, wie importiertes Fachwissen und gewachsene palästinensische Wirklichkeit miteinander in Einklang gebracht werden müssen. Bei manchen Einwanderern aus Deutschland kam die Enttäuschung einfach daher, dass sie — innerlich und äusserlich — falsche Vorstellungen und falsche Forderungen mitbrachten. Wer mit dem Glauben hierher "kam, dass ihm sein in Europa erworbenes Fachwissen ohne weiteres einen Ueberlegenheitsanspruch über andere palästinensische Juden geben müsste, beging einen grundlegenden Irrtum. Der englische Kolonialbeamte kann zunächst immer nur mit Fachkenntis und ohne Landeskermtnis in irgendeinen Teil des Empire kommen; seine Autorität ist sicher; denn er ist Repräsentant des Herrenvolkes. Der jüdische Fachmann aber, der jetzt nach Palästina einwandert, findet hier Menschen vor, die bestimmt an Landeskenntnis das ersetzen, was ihnen — vielleicht — an Fachkenntnis abgeht, und die europäische Fachroutine sowie die Herkunft aus Ländern einer ganz anderen Entwicklungsstufe erleichtert es dem neuen Fachmann durchaus nicht, sich auf die ganz andersartigen Verhältnisse dieses jungen vorderasiatischen Koloniallandes, dieses Schmelztiegels verschiedenartigster jüdischer Elemente umzustellen. Nicht deshalb bekleiden so viele russische Juden leitende Posten, weil sie aus Russland kommen, sondern weil sie schon, mit der ersten Alija nach Palästina kamen,, und ähnlich liegt es in vielen anderen Fällen. Es kann gar nicht geleugnet werden, dass die Alten gegenüber den Neuen manche Unterlassungssünde begangen haben, gegen die mit Recht gekämpft wird. Hoffentlich wird es die deutsche Alija, wenn sie selber erst alter Jischuw geworden ist, die nach ihr kommenden nicht entgelten lassen. Sie möge sich lieber daran erinnern, dass hier jeder von uns gerade von, seiten nichtdeutscher Juden soviel verständnisvolle Förderung und hilfsbereite Kameradschaft erfahren hat, wie sie der jüdische Einwanderer wohl in keinem anderen Lande der Welt vorfindet. Am Rande des Protokolls Die umfassende Darstellung, die wir über die Wandlung des Vorderen Orients vor kurzem aus der Feder von Dr. Fritz Friedlaender veröffentlichten, findet in der nachstehenden Betrachtung ihre aktuelle Ergänzung, die erwünschtes Material zum Verständnis des englisch-italienischen in Rom unterzeichneten Protokolls im Hinblick auf Palästina bieten dürfte. Die Metboden englischer Machtausübung waren immer geschmeidig. Sie gingen vom Standrecht bis zum Freundschaftspakt und zum Bündnisvertrag. England war dabei immer von dem Bestreben geleitet, trotz formeller Aufgabe von.Positionen den tatsächlichen Einfluss zu behalten. So sind, scheinbar systemlos, im Vorderen Orient neue Ordnungen geschaffen worden, die die Etappen in der Wandlung der arabischen Völker und Staaten bezeichnen. Krieg und Nachkrieg brachten in der durch die europäische Technik sieh stetig ändernden arabischen Welt den panarabischen Gedanken hervor. Die völlige Emanzipation der arabischen Staaten von europäischer Bevormundung war scheinbar nahe. Bewegungen flammten empor, setzten sich durch oder verloschen. Ibn Saud gründete sein grosses Reich. Der Irak wurde selbständig, Transjordanien entstand. England spürte den Druck der Freiheitsbewegung in Aegypten, 1936 schloss es ein Bündnis mit dem völlig selbständig gewordenen Nillande. England hörte die Proteste über die Lage in Palästina aus dem Irak, aus Syrien, aus Aegypten und sogar aus Indien. Eine Gemeinsamkeit der arabischen Interessen schien offenbar. England bedienfe sich der Hilfe der arabischen Herrscher, um den Generalstreik in Palästina zu beenden. Es gab die panarabische Konferenz von Bloudan mit ihren gegen England gerichteten Parolen. Es war die Zeitv in der England seine Machtpositionen im Vorderen Orient zu überprüfen, sich genötigt sah. Gegen Ende 1937 versickerten plötzlich die panarabischen Strömungen. Auch der Teilungsplan für Palästina vermochte nicht ein einheitliches Vorgehen der arabischen Herrscher herbeizuführen. Ibn Saud verbot sogar den pän-. müssen, oder ihn als das gelten lassen, was König Ibn Saud in ihm sieht: eine „Bewegung der arabischen Staaten zur Vereinigung ihrer Wirtschaftsgebiete und Pflege der gemeinsamen Kultur mit dem Ziel, alle. Araber unter einem gemeinsamen Dach zu vereinigen"? Gerade Ibn Saud ist von England die Vormachtstellung unter den - arabischen Herrschern zuerkannt worden. Gerade er ist in ein immer freundlicher gewordenes Verhältnis zu England getreten. Als vor kurzer. Zeit der Onkel des englischen Königs, der Earl of Athlone. und seine Gattin König Ibn Saud in seiner Hauptstadt besuchten, wurde diese Auf- Scheiner&Co. Maß-Schneiderei Unter den Linden 41 In Frankfurt a. M.: Die jüdische Wäscherei Viktoria Inh. S. Schönthal Gutleutstr. 1?. Tel. 32 ©02. Herrenwäsche — Pfandwäsche - erstklassig. merksamkeit Englands gegenüber Saudi-Arabien wohl vermerkt. Es hiess, England wolle die seit einiger Zeit ins Stocken gekommenen Pläne eines arabischen Staatenbundes von neuem behandeln. Lange Zeit haben diese Pläne unter den Vorgängen in Palästina gelitten. Wenn jetzt nach und nach die staatsrechtliche Zukunft Palästinas geklärt werden soll, und wenn nun auch durch die Verhandlungen zwischen England und Italien die Rolle Englands in dieser Zone festgelegt worden ist, so ist der Weg für eine Neuentwicklung frei. Sie wird mit der Befriedung des gesamten Nahen Ostens auch . für Palästina ihre Bedeutung erweisen, und auch für die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung in Palästina gelten neue Gesichtspunkte. Dr. Arno Herzberg. Alfred Bonne: Der neue Orient. Eine Einführung in das wirtschaftliche und staatliche Leben der Orientländer. Herausgegeben von der Hitachduth Olej Germania, Tel-Aviv 1937. Die neue Veröffentlichung des sachkundigen Verfassers ist im Gegensatz dazu eine knappe Zusammenfassung, die dem Bedürfnis der ersten Orientierung seitens der Neueinwanderer und sonstiger Interessenten dienen soll. Die Darstellung ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil werden die allgemeinen Zusammenhänge der neuen Entwicklung im Vorderen Orient angedeutet, im zweiten Teil werden für jedes einzelne Land die wichtigsten Tatsachen in gleicher Anordnung und unter Voranstellung der Agrarverhältnisse wiedergegeben. Aegypten," Syrien, Tränsjordanien, Irak, die Türkei und Iran erfahren eine gesonderte Behandlung, auf die Bedeutung des neuen Palästina im Rahmen eines neuen Orients wird in einem zusammenfassenden „Schlusskapitel eingegangen. Das immer wiederkehrende Kennzeichen der Lage ist die rapide Umbildung der gesamten Wirtschafts-,und Sozialstruktur jener Länder seit Kriegsende: Bildung selbständiger Nationalstaaten, Bevölkerungsvermehrung, Technisierung, Industrialisierung sind die einzelnen Stationen des Wegs. Am Schluss der Broschüre befindet sich ein Literaturverzeichnis sowie eine statistische Uebersicbt, aus der die wichtigsten Daten über Währung, Flächen, Bevölkerungsbewegung," Aus- und Einfuhr und Produktionsumfang entnommen werden können. Dr. Werner Cahnmans. arabischen Kongress, der im November während der Pilgerzeit in Mekka abgehalten werden sollte. Es wurde um all die Männer und Bewegungen still, die noch vor wenigen Monaten eine scharfe Sprache.gegen England geführt hatten: Die panarabische Bewegung war in ihrer Haltung zu England in ein neues Stadium getreten. Durch das römische Protokoll vom 16. April scheint nun eine weitere Etappe in der Stellung Englands im Nahen Osten erreicht zu sein. Die arabische Halbinsel ist in die Abreden einbezogen. In Artikel 5 der Anlage 3 steht ein Satz, der wohl auch für Palästina seine Bedeutung hat. Es heisst dort für die Zone Arabiens östlich und südlich der gegenwärtigen Grenzen Saudi- Arabiens oder des Jemen oder irgendwelcher k ü ni t i g e r Grenzen, die durch Uebereinkommen zwischen England auf der einen und Saudi- Arabien oder dem Jemen auf der anderen Seite errichtet werden mögen: „Die Regierung des Vereinigten Königreichs behält sich die Freiheit vor, in diesen Gebieten die Schritte zu unternehmen, die notwendig sein mögen für die Aufrechterhaltung der Ordnung und Entwicklung des Landes; sie beabsichtigt, die Selbständigkeit der arabischen Herrscher unter ihrem Schutz aufrechtzuerhalten." In weiteren Bestimmungen wird die Unabhängigkeit Saudi-Arabiens und des Jemen garantiert; England und Italien werden in diesem Gebiet keine Vormachtstellung zu erreichen versuchen. Sie stimmen darin überein, dass sie ein-gemeinsames Interesse daran haben, dass zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen Frieden herrschen .und dass keine dritte Macht in einem etwaigen Konflikt zwischen diesen beiden Staaten, intervenieren-solle. Mit diesen3estimmungen ist vorerst das ganze Hinterland Palästinas, der gesamteOsten des Roten Meeres dem englischen Einfluss unterstellt worden. Die politische Entwicklung der arabischen Völker scheint damit zu einem Abschluss gekommen zu sein. Grosse Möglichkeiten tun sieb auf, und die Frage erhebt sich, wie England sie zu nutzen gedenkt. Wird es sich noch einmal mit . .dem panarabischen Gedanken auseinandersetzen in der WeSt beräefitet die €.-¥•* Zeitung Uber jüdisches Leben und jüdisches Geschehen. Abonnieren Sie, Sie erhaBten die Zeitung för nur 99 Pfennige im Viertel fahr1. Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-V.- Zeitung, 66 Pfennig für Mai und Juni zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. 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