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Central-Verein-Zeitung · 1938-04-28 · 17 (28.4.1938) · page 11

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
17 (28.4.1938)
Date
1938-04-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Rr. 17 3. Beiblatt Palästina Seite II 28. Aprif 1938 Die neue Kommissioii unterwegs Die vier Mitglieder der Technischen Kommission sind am 21. April aus London abgereist. Ein Sekretär begleitet sie. Der Vorsitzende der Kommission, Sir John Woodhead, gab vor der Abreise der Meinung Ausdruck, dass die Kommission etwa zwei bis drei Monate zu ihren Arbeiten brauchen werde. Sie werde die ersten Wochen mit" Rundreisen durch das Land verbringen und versuchen, sich mit seinen Bedingungen vertraut zu machen. Der Sitz ihres Büros wird Jerusalem sein. In Palästina treffen sowohl die Regierung wie die jüdischen Stellen die letzten Vorbereitungen für die Ankunft der Kommission. Die Regierung hat Tabellen und wirtschaftliche Berichte vorbereitet; genaues kartographisches und statistisches Material über das Land und seine Bevölkerung, die Bodenqualität und die landwirtschaftliche und industrielle Entwicklung liegen vor. Die Jewish Agency ist bemüht, ihr Beweismaterial hinsichtlich der wirtschaftlichen Bedeutung der Juden im Lande, des jüdischen Bodenbesitzes, der industriellen Unternehmungen und des jüdischen Beitrages zu den Regierungseinkünften zu vervollständigen. Inmitten dieses Eifers der Vorbereitung verharren allein die Araber in absichtlicher Untätigkeit. Sie bereiten keinerlei Material vor; denn, wie es heisst, werden sie die Kommission boykottieren. Bisher haben jedenfalls die einzelnen arabischen Gruppen, die zusammengekommen sind, um sich eine Meinung über diese Frage zu bilden, sich für den Boykott entschieden. Allerdings sind diese Entscheidungen kein getreues Abbild der wirklichen Meinung der arabischen Mehrheit. Es ist vielmehr anzunehmen, dass die gemässigteren arabischen Margareteflckermann, Frankfurt a.M. ACC Hans- und Küchengeräte für! ^"^-^^^g^^Og Ausstattung; and Auswanderung: s ^sssäs «Afr« Jetzt im neuen Laden ■ Sandweg 28 I HerrenkSesderfabrik Hermann SeEinger STETTIN, Am Barnimplatz Gute und preisw. Anfertigung aus einges. Stoffen 1 Kreise sehr gern den Versuch machen möchtern, j durch ihr Erscheinen vor der Kommission besj sere Bedingungen für die Araber zu erzielen. Die Furcht vor den Extremsten hält sie jedoch von entsprechenden Willensäusserungen zurück. Das "Fehlen einer arabischen Gesamtvertretung innerhalb des Landes wirkt sich, wie sich aus diesen Tatsachen sowie aus der Fortführung I des Terrors, der häufig genug gegen die gemässigten Elemente selbst gewandt ist, ergibt, I dahin aus, dass der Mufti vom Exil her noch immer das eigentliche Haupt der arabischen Bewegung darstellt. Er ist es auch, der die Bil- I düng einer neuen repräsentativen Körperschaft j mit aller Macht verhindert. Nur wenn es den [ britischen Behörden in zwölfter Stunde gelingt, | die gemässigten arabischen Elemente so weit zu ermutigen, dass sie entgegen dem Willen des Mufti ihre Auffassung durchsetzen, wird eine arabische Delegation vor der Kommission er- I scheinen. Englische Stimmen Die Londoner „Times" gibt der Kommission einen Leitartikel mit auf den Weg. in dem sie! sie ermahnt, bei der neuen Grenzziehung die I militärischen Gesichtspunkte nicht ausser acht | zu lassen. Als gute Grenzen könnten nur solche bezeichnet werden, die ein Minimum von Verj suchung zu Abenteuern bieten und keine neue f Verantwortung auf die britische Besatzung Pa-; lästinas laden würden. Es würde vom briti- | sehen Standpunkt aus auch kein Vorteil in einer j Teilung zu sehen sein, die es notwendig machen [ würde, verhältnismässig starke Kräfte dauernd ' in Palästina zu unterhalten. In den irxnerarabij sehen Zwistigkeiten sieht ,,Times" ein günstiges; Zeichen, weil aus ihnen auf die wachsende Oppo- [ sition innerhalb der Araber zu schliessen sei. | pie gegenwärtige Residenz des Mufti bei Beirut >ezeichnet das Blatt als eine „regelrechte militärische Operationsbasis gegen die britische Verwaltung und ihre Truppen" in Palästina. Die durch das englisch-italienische Abkommen und die französisch-italienischen Verhandlungen neu geschaffene Atmosphäre des Vertrauens werde vielleicht dazu beitragen, auch diese Tätigkeit einzudämmen. Zum Schluss des Artikels wendet sieh die Zeitung nochmals der abreisenden Kommission zu und ermahnt sie, ihre Arbeit zu beschleunigen. Die Durchführung der Empfehlungen der Königlichen Kommission, zu denen sich die britische Regierung im Prinzip bekannt habe, sei schon allzusehr verzögert worden, und die Terroristen seien durch das unklare und unentschlossene Weissbuch vom 4. Januar ermutigt worden. Niemand behaupte, dass die Teilung eine ideale Lösung sei, aber eine andere sei nicht sichtbar. Die Aufrechterhaltung des Mandats in seiner gegenwärtigen Form könne als Verbesserung nicht betrachtet werden, und die Hoffnung auf eine Round-table-Konferenz zwischen Zionisten und gemässigten Arabern habe sich leider als eine sentimentale Täuschung erwiesen. „Die Gemässigten", so schliesst die Zeitung, „sind weiter der Aufmerksamkeit der Terroristen ausgesetzt. Und es ist nicht einmal sicher, ob sie die Teilung unter allen Bedingungen annehmen werden. Unter diesen Umständen muss die Mandatarregierung ihren Weg allein gehen." Arabische Fühler Obgleich die ungeklärte Lage im arabischen Lager die Hoffnung auf die Schaffung einer wie immer gearteten Verhandlungsbasis in der Tat ausschliesst, verdient es immerhin erwähnt zu werden, dass der frühere . irakische Minister Nuri Pascha, der schon häufig im Zusammenhang mit bestimmten arabisch-jüdischen Kombinationen genannt worden ist, wiederum mit einem Plan hervorgetreten ist. In der arabischen Zeitung „Feiestin'4 schlägt er die Schaffung eines vereinigten Königreiches von Palästina und Transjordanien vor, innerhalb dessen die Juden ein Nationalheim besitzen sollen unter der Voraussetzung, dass sie nicht mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung betragen. Ueber das< zu bildende Königreich soll England ein Aufsichtsrecht erhalten, alle Rassen und Völker in ihm sollen Gleichberechtigung besitzen, und in der Gemeindeverwaltung sollen Juden und Araber autonom sein. Wie bei allen bisherigen Vorschlägen, die aus den gleichen Kreisen kamen, bleibt es auch hierbei undurchsichtig, wie weit die Araber selbst bereit wären, sie als Verhandlungsgrundlage zu betrachten. Opfer und Unruhen Die Feiertage mit ihren gehäuften Gefahrenpunkten liegen hinter uns; aber wer glaubte, dass mit ihrem Ende eine Beruhigung in das gequälte Land einziehen würde, sah sich enttäuscht. Die Steigerung der Attentatstätigkeit hielt an, Beschiessungen und Bombenexplosionen waren weiter an der Tagesordnung. Am 20. April griff eine arabische Bande jüdische Landarbeiter in Tel-Amal an. Der Angriff wurde mit Hilfe jüdischer Hilfspolizisten und Truppen zurückgewiesen, wobei mehrere Araber schwer verwundet wurden. Am gleichen Tage wurde die Polizeistation in Beisan heftig beschossen und ein arabischer Polizist getötet. Als es Polizeikräften am nächsten Tage gelang, die Bande zu stellen, wurde sie nach einem fünfstündigen Gefecht aufgelöst. Fünf Tote blieben zurück. Bei einer Bombenexplosion in der Prophetenstrasse in Jerusalem wurden der 18jährige Jude Adam M e i s 1 e r und der 38jährige Benno Bai an leicht verwundet. Am 21. April sind zwei britische Soldaten von einer Wachabteilung einem arabischen Ueberfall zum Opfer gefallen. Der innerarabische Terror forderte in dem Dorfe M e i t h a 1 u n in der Nähe von Akko drei arabische Todesopfer. In einem arabischen Cafe im christlichen Viertel der Jerusalemer Altstadt wurde der Inhaber durch Schüsse leicht verletzt. Eine arabische Bande plünderte ein Dorf in der Nähe von Z i c h r o n und schoss den Muktar tot Fünf Araber, die im Verdacht standen, die Regierung unterstützt zu haben, einschliesslich des früheren Muktars des Dorfes, wurden fortgeführt. In der Nähe von Nablus verwickelte eine militärische Patrouille eine arabische Bande in ein Gefecht, bei dem mehrere Araber getötet wurden. Eine andere Patrouille erschoss einen Araber in der Nähe von Akko, weil festgestellt worden war, dass er Munition und Drohbriefe bei sich trug. Nachdem innerhalb von zwölf Tagen die Irak - Petroleum-Linie elfmal durchstochen worden war, wurde ein weiterer Versuch von der Polizei vereitelt. Bei der Verfolgung der Saboteure wurden zwei Araber verwundet. Sie hatten eine Mine am Tatort zurückgelassen. Als Strafmassnahme legten die Polizeitruppen sieben Häuser in der Nähe des Attentatsortes nieder. Die jüdischen Siedlungen Mischmar Haemek, Sedschera, Giwat Ada und Ben Schemen sowie das Arbeiterlager in Nuraschem, die Polizeistationen in Rama und Sara fand und die Jerusalemer Vorstadt Bajit Wegan wurden von Terroristen beschossen. Bei einem Angriff auf die Siedlung Kfar Javez wurde IsraelGoldenb e r g schwer verwundet. Zwischen S a f e d und Rosch Pina wurde ein arabischer Autobus beschossen, ohne dass er getroffen wurde. Im Zusammenhang damit verhaftete die Polizei die drei Juden Abraham Schein, Schalom Lohn und Schlomo Ben Joseph und brachte sie in das Gefängnis von Akko. Sie waren im Besitz von Bomben und Munition. Die Polizei durchsuchte darauf die Grundstücke des Betar in Rosch Pina, dem die drei Verhafteten angehören sollen, fand aber nichts Belastendes. Auf die Nachricht hin, dass 200 Araber im Konzentrationslager von Akko in den Hungerstreik getreten, und dass drei von ihnen an den Folgen gestorben seien, wurde unter den Arabern in Haifa ein Streik proklamiert. Eine Reihe arabischer Ladeninhaber schlössen ihre Läden. Ein jüdischer Autobus wurde angegriffen, ohne dass Schaden entstand. Die Streikpropaganda hielt mehrere Tage an und wurde vor allem von Demonstrationszügen arabischer Frauen unterstützt. Dem Distriktskommissar wurde eine Bittschrift unterbreitet. Es kam zu keinen weiteren Zwischenfällen. Als Strafe für den Bombenwurf in ein arabisches Cafe, und die Erschiessung eines Arabers am 17. April in Haifa, worüber in der vorigen Nummer der C.-V.-Zeitung berichtet wurde, wurden zehn Juden verhaftet und ein Strafposten von zehn arabischen Hilfspolizisten in der Haschomerstreet postiert. Vertreter der Jüdischen Gemeinde und des Hadar Hacarmel protestierten beim Distriktskommissar gegen diese Massnahmen. Sie wiesen in einer Resolution darauf hin, dass die jüdische Bevölkerung in Haifa darüber erbittert sei, zumal nichts geschehen sei, um die Araber nach der Verwundung des Juden Ackerman am 11. März und der Ermordung von M i g d a 1 i am 27. März zu bestrafen. das Vertrauen, das der Keren Hajessod in Londoner Finanzkreisen geniesst. Drei der wichtigsten jüdischen Siedlungsinstitute in Palästina haben ihre Jahresversammlungen einberufen. Nach den bereits vorliegenden Abschlüssen und Bilanzen konnte die Arbeitersiedlungsbank NIR aus dem erhöhten Reingewinn nach Zahlung der fünfprozentigen Vorzugsdividende sowie der üblichen Vergütung an die Inhaber der Stammaktien ihre offenen Reserven von 23000 auf 35 000 LP verstärken. Das eingezahlte Aktienkapital stieg von 186 00Ö auf 212 000 LP, der Umlauf an vierprozentigen Debentures von 88 000 auf 132 000 LP. Auf der. Aktivseite erhöhten sich Darlehen für landwirtschaftliche Betriebe sowie für Arbeitersiedlungen am Rande der Städte und Kolonien von 293 000 auf 355 000 LP, Kasse und Bankguthaben von 76 000 auf 84 000 LP. Die Palestine Land Development Company hat im Berichtsjahr Boden im Werte von rund einer viertel Million LP verkauft und daraus einen Reingewinn von rund 24 000 LP erzielt. Da aber darüber hinaus in erheblichem Umfange neue Bodenkäufe vorgenommen wurden, stieg in der Bilanz der Bodenbesitz um rund 140 000 auf fast eine halbe Million LP. Das eingezahlte Aktienkapital stieg um 11 000 auf 301 CKXTlP, der Reservefonds beträgt 105 000 LP. Die Siedlungsgesellschaft.der Jewish Agencv, die Palestine Agricultural Stellen! ent Co (PASA), deren Alleinaktionär der Keren Hajessod ist, verzeichnete am Ende ihres ersten vollen Geschäftsjahres einen Anleihebestand von 151000 LP, zu dem noch rund 50 000 LP in der Abwicklung befindliche langfristige Aufbaudarlehen für Siedlungen hinzukommen. Der Obligationenumlauf beträgt 85 000 LP, das eingezahlte Aktienkapital 106 000 LP. während offene Reserven 'mit 21 000 LP ausgewiesen werden. * Nach einem weiteren Konzert des Palästinensischen Sinfonieorchesters in Tel-Aviv unter der Leitung von Artur Toscanini kam es zu begeisterten Kundgebungen. Nach Schluss der Veranstaltung richtete der Bürgermeister von Tel-Aviv, Israel Rokach, eine Ansprache an das Publikum, in der er mitteilte, dass die Gemeinde Tel-Aviv Toscan i n i und Huber man zu Ehrenbürgern ernannt habe. Im Amphiihearter auf dem Berge Skopus, im Gelände der Jerusalemer Universität, wurden zum siebenten Male akademische Grade an Studenten verliehen. 11 Studenten, darunter eine Frau, wurden in Geistes- und Naturwissenschaften promoviert. Ein Student wurde zum Doktor für Philosophie ernannt. Dr. I. L. Magaes, der Präsident der Universität, und Dr. Hugo Bergmann, der Rektor, hielten Ansprachen. In Anwesenheit einer britischen Pfadfinderabteilung, die in Ramleh zeltete, sind die.palästinensischen Makkabispiele zu Ende gegangen. Vierzig jüdische illegale Einwanderer, die seit vier bis fünf Jahren in Palästina sind, sind in den Büros der Jerusalemer jüdischen Gemeinde in einen Hungersitzstreik getreten. Sie verlangen für sich und ihre Familien die Legalisierung ihrer Einwanderung. Nachrichten vom Tage In Tel-Aviv fand unter dem Vorsitz von Ussischkin eine Konferenz des Keren Kajemeth statt. Es wurde mitgeteilt dass das Einkommen des KKL sich erfreulicherweise trotz der Unruhen auf 400 000 Pfund jährlich erhöht habe. In den vergangenen zwei Jahren habe der Keren Kajemeth 56000 Dunam Land erworben. Nach Verhandlungen, die von dem Schatzmeister der Jewish Agency, Kaplan, von Israel Sie ff und Mr. Istoric geführt wurden, hat der Keren Hajessod von Lloj'ds Bank in London und der Anglo-Palestine-Bank eine Anleihe von 175 000 Pfund erhalten. Die Jewish Agency wird das Geld hauptsächlich zum Bau wichtiger öffentlicher Gebäude in Palästina benutzen. Die neue Anleihe, der eine solche von 500000 Pfund im Jahre 1935 vorausging, beweist Neueste statistische Ergebnisse Nach einem Bericht des Statistischen Büros der Palästina-Regierung betrug die Gesamtbevölkerung Palästinas am 31. Dezember 1937 1 335 241. Darunter waren 816 889 Moliamme-' daner, 3 9 5 8 3 5 Juden und 110 874 Christen. Die Bevölkerung hat sich im Jahre 1937 um 35 102 vermehrt. Der Zuwachs im Jahre 1936 hatte 58 SSO, im Jahre 1935 97 558 betragen. J u wei ier Lipowefzki Ank. G.Nr. 11/48541 Friedrichsirasse 193a, Ecke Leipziger Strasse Der natürliche Bevölkerungszuwachs betrug 1937 29 863 gegenüber 36 528 im Jahre 1936. Der Zuwachsdureh Einwanderung stellte sich im Jahre 1935 auf 5239 gegenüber 22 052 im Jahre 1936 und 65 867 im Jahre 1935. Die mohammedanische Bevölkerung hat im Jahre 1937 um 20 704 zugenommen, die jüdische dagegen nur um 1 17 6 2 und die christliche um 2361. Zum erstenmal innerhalb der letzten Jahre ....... Einst Unterricht m Palästina — Jetzt Fat. (2j Heiüt.t aonmvfc d

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