Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 15 (14.4.1938)
- Date
- 1938-04-14
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2277379-2278191-2278203--12753-2291619- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Jacob Epstein 2× ep/1027803
- Adolph Goldschmidt 1× ep/1026163
- Franz Landsberger 1× ep/1023623
- Georg Brandes 1× ep/1024832
- Irma Stern 1× ep/1005020
- Isidor Kaufmann 1× ep/1028062
- Jacob Lestschinsky 1× ep/1009233
- Max Kowalski 1× ep/1039156
- Moshe Spitzer 1× ep/1009247
- Savielly Tartakower 1× ep/1006953
- Vilnius 1× ep/1000947
OCR text
Seife U C.-V.-Zeitung Nr. 15 * 14. April 193$ Kunstnachrichten Zwischen zwei Schriftsätzen Der erste Schriftsatz ist mir gut gelungen; nun müsst ich eigentlich recht glücklich sein, denn produktive Arbeit wird besungen als höchstes Glück. Doch ich bin so allein. Wie's wohl dem Bruder in Brasilien geht? Araraquara heisst die Stadt; es klingt der Name wie indianisches. Gebet. Ob er beim Baden noch „Aida" singt? Er bridget so gern. Ich sollte mich entblocken, dann hätt ich gestern noch den Schlemm gewonnen. Und meine Schwester hatte blonde Locken. Doch in Paris ist ihr das Glück zerronnen. Man sollte wirklich keine Pausen machen, solang man Arbeit hat. Wozu da Sinnen? Gesichte, die die Arbeit bannt, erwachen. Ich wünsch mir den Entschluss zum Neubeginnen. Fritz Chodziesner. <*c>oc*c><><><><><><><>^^ Werk für Soli, Chor und Orchester, Vorläufer der Haydnschen „Jahreszeiten". Die Bassr und Altpartien hielt Benno Ziegler (Frankfurt a. M.), ein sehr sympathischer und ausdrucksfähiger Künstler, das Sopran- und Tenorsolo sang mit "klangschöner warmer Stimme Irma Stern (München). Voran gingen, ebenfalls in der Interpretation von Benno Ziegler und Irma Stern, Rezitative und Duette aus „Debora" von Händel und die Arie aus „Elias" von Mendelssohn-Bartholdy. Das Publikum, welches den grossen Saal des Gustav-Siegle-Hauses füllte, war von dieser Veranstaltung wie von den vorhergehenden sehr beeindruckt und nahm sie mit starkem Beifall auf. Ca. Der Jüdische Kulturbund München veranstaltete einen Lieder- und Arienabend, auf dem Paula S a 1 o m o n (Lindberg) auftrat, am Flügel, verständnisvoll wie immer, von Kapellmeister Erich Eisner begleitet. Man hörte zunächst die Arien aus den Oratorien Josua und Samson von Händel. Dem folgten jüdische Lieder von Grieg upd Gretschaninoff und zum Schluss das Arioso der Leah aus der Oper „Die Maccabäer" von Rubinstein sowie Rezitativ und Hallelujah von Händel. Die Sängerin gefiel durch ihr schönes, kultiviertes Organ und durch die lebhafte Empfindung des Vortrags. Einige Ermüdungserscheinungen im zweiten Teil des Programms sind vielleicht dem Programm zuzuschreiben. Ca. Im 7. Abonnementskonzert des Jüdischen Musikvereins Breslau gelangte Händeis „Samson" zur Aufführung. Die wenigsten werden es gekannt haben. Um so lohnender erschien es Werner Sander, das an Feinheiten überreiche Werk herauszubringen. Die Schwierigkeiten waren infolge vieler Abwanderungen und Neuaufnahmen in Chor und Orchester diesmal besonders gross. Das Vokale befand sich wieder in bester Obhut; der Chor, der hier eine vorwiegend „betrachterde" Funktion hat, sang sauber, ausdrucksvoll und höchst lebendig. Im Orchester gelang leider nicht alles so ideal, wie es dem unermüdlichen, verantwortungsbewussten Dirigenten vorgeschwebt haben mag. Die kurze, aber Der Vortrag über das jüdische Kultgerät in stilgeschichtlicher Betrachtung, den Professor Franz Landsberger im Rahmen eines Abschiedsabends für Rahel Wischnitzer- Bernstein hielt, befasste sich im Gegensatz zur ikonographischen Methode mit den kunstgeschichtlichen, stilkritischen Fragen zur Bestimmung und Datierung des jüdischen Sakralgerätes. Der Vortragende streifte dabei auch die soziologische Struktur des Fragenkomplexes. In der Hauptsache ging es um Kultgerät des Rokoko und des Barock. Sehr interessant, einmal zwei bestimmte Abschnitte, in denen Thoravorhänge, Thoraschmuek und Chanukkagerät gearbeitet wurden, in klarer Gegenüberstellung im Lichtbild vorgeführt zu sehen. Darüber hinaus zeigte der Redner Beschneidungsmesser und manchen kostbaren Jad aus Edelmetall, deren Formen vom Rokoko in den Klassizismus führen. Eine anregende Diskussion folgte den Ausführungen Landsbergers und bewies, auf wie fruchtbaren Boden die stilkritische Behandlung der Fragen der jüdischen Kunst fällt. Im Anschluss an diesen Vortrag blieb man an festlich gedeckten Teetischen beisammen: die Freunde des Jüdischen Museumsvereins Berlin nahmen von Rahel Wischnitzer-Bernstein Abschied. Hatte schon Professor Landsberger zuvor in dankbaren Worten der kenntnisreichen Veranstalterin so vieler Ausstellungen, der für das Museum unermüdlich tätigen Kunsthistorikerin gedacht, so sprach nun der Dezernent des Gemeindevorstandes für das Museum den Dank für alle ehrenamtliche Hilfe und Anregung aus. Er überreichte Rahel Wischnitzer-Bernstein eine hölzerne Mesusa aus dem Besitz des Jüdischen Museums und knüpfte daran die besten Wünsche für ihre Zukunft. Rahel Wischwichtige Sopranpartie wurde von Herta Pinc z owe r (Breslau) sehr wirkungsvoll interpretiert. Mit Wärme, Stilgefühl und feiner Tonkultur sang Käthe Borowicz (Breslau) die Alt-Rezitative und -arien. Als - Samson hörten wir Bernhard Chrzelitzer (Berlin), dessen Stimme nicht gross, aber ungemein sympathisch ist. Wilhelm Guttmann (Berlin) war ausgezeichnet bei Stimme und gestaltete die Basspartie mit starker Innerlichkeit. Die Jüdische Winterhilfe Breslau veranstaltete ein Orchesterkonzert, dessen Ausführung der hiesige Musikverein und dessen Leitung Berthold Sander, Berlin, übernommen hatte. Es begann -mit Tschaikowskys Streicher-Serenade, deren Wiedergabe bis auf kleine Schönheitsfehler von imponierender Geschlossenheit war. In der Carmen-Suite spürte man, dass vor allem die Holzbläser wieder einen höheren Grad der Sicherheit erreicht haben. Solistin war Lotte Schoeps (Rogosinski), die das e-moll-Konzert von Chopin mit sorgfältigster Technik, rhythmischer Energie und vielfachen dynamischen Nuancierungen, durch die Abhängigkeit von den Noten allerdings nicht immer mit dem wünschenswerten poetischen Empfinden spielte. Bei der kurzen Vorbereitungszeit, die ihr zur Verfügung stand, war es eine sehr respektable Leistung. Hff. In der Kulturbund-Ortsgruppe Oppeln sang Leopold Alexander, Breslau. Die umfangreiche, angenehme Stimme gefiel ausserordentlich; das Programm war geschickt zusammengestellt. Lily L i e b r e c h t begleitete mit Können und Geschick. Im letzten Orchersterkonzert der Spielzeit 1937/38 machte Professor Julius Prüwer dem Publikum des Frankfurter Kulturbundes den — hoffentlich nur zeitweisen — Abschied schwer. Vor allem die Wiedergabe von Tschaikowskys grosser und anspruchsvoller e-moll-Sinfonie, mit Recht an den Schluss gestellt, war eine starke und geschlossene Leistung des verstärkten Tonkörpers, der sich auch in den Bläsergruppen in bester Verfassung zeigte. Weitere Höhepunkte des Programms waren die bekannte „Symphonie Espagnole" von Lalo, in der Theo Ratner überaus flüssig und beherrscht und mit klarem Geigenton den Solopart spielte, und die Lieder- und Arienvorträge von Wilhelm Guttmann. Seine warme männliche Art wusste — neben Arien — die zarten Pastelltöne, die die feinsinnigen Lieder des Frankfurter Komponisten Max Kowalski verlangen, zu erfassen. Professor Prüwer, der selbst vortrefflich begleitete, und seinen Helfern dankte man einen schönen würdigen Ausklang der Orchesterkonzerte. —tt. Im Kulturbund Mainz sang Susanne Loewenstein, Berlin, Arien und Lieder von Gluck, Händel, Mendelssohn, Wolf, Mahler, Dvorak u. a. mit soviel stimmlicher Kultur, Anmut und Ausdruck, dass die Begeisterung des dankbaren Auditoriums kein Ende nehmen wollte. Dr. Willy S a 1 o m o n am Flügel tat wie stets das Seinige, um den grossen Erfolg zu sichern. — Der Synagogenchor der Hauptsynagoge gab unter Leitung von Alfred Mendel den Insassen des Israelitischen Krankenhauses eine Stunde der "Erbauung, und anschliessend unter Ansage von Fritz Blum eine Stunde der Erheiterung durch Darbietungen gesanglicher und deklamatorischer Art Im Mittelpunkt eine Ansprache von Rabbiner Dr. S. Levi. Die Veranstaltung fand dankbare Anerkennung. — Liesel Simon, Frankfurt a. M., machte' beiden jüdischen Schulen durch ihr entzückendes Puppenspiel ..Schnulli-Pulli'' eine Freude. M—I. Im Kulturbund Baden-Baden sprach Dr. Max 0 s b o r n über „Alte und neue Kunst in Palästina". nitzer dankte allen, die mit ihr zusammen arbeiteten, nicht zuletzt Direktor Heinrich Stahl, dessen weitgehendem Interesse das Berliner Museum zu grossem Dank verpflichtet ist. Dr. 0. B. Mit Dipl.-Arch. Rahel Wischnitzer-Bernstein verlässt eine kluge Kunsthistorikerin, eine tüchtige Hebraistia Berlin. Was wir ihr verdanken, ist das Bewusstsein, bei ihren Forschungen, in ihren Büchern und Vorträgen festen Boden unter den Füssen zu haben. Sie gibt uns das wissenschaftlich beglückende Gefühl, dass die jüdische Kunst, die neue Kunst in einer neuen Lebenslage, nicht nur Inhalt, sondern auch Form besitzt. Das einheitliche Bild einer jüdischen Kunst in Deutschland erschlossen zu haben, werden wir ihr danken, auch wenn die Grenzen unsere gleichgestimmte Arbeit trennen. Die unruhige Künstlerseele von Vincent van Gogh, deren Leben und Leiden ein umfangreiches Material von Briefen so überaus viel zu dokumentieren vermag, machte Dr. Max 0 s b o r n zum Thema eines Vortragsabends im Berliner Kulturbund. An Hand von Lichtbildern kam die grandiose Entwicklung des Künstlers zutage, die Bauernmalerei der Frühzeit, die stärker im Ausdruck als die von Millet ist, dann die vielen Landschaften mit ihren Baumbeseelungen, die Bilder des französischen Südens, aus Arles, Rausch der Farben neben dem Abglanz der seelischen Bewegung, die in van Goghs Bildern die Luft und die Wege und alles im Bildgehali zu gestalten weiss. Der Vortrag, der auch die Zeichnungen und die Selbstbildnisse des grossen Holländers im Lichtbild vorführte, war getragen von der Frkenntnis, dass van Göghs Künstlerschaft mehr als manche andere unser heutiges Leben zu bereichern vermag. 0. B. Der kürzlich verstorbene englisch-ungarische jüdische Maler Philip de Laszlo hat in seinem Nachlass das Britische Museum und .die Täte G-allery in London und das National-Museum in Budapest mit Legaten bedacht. « Professor Philipp Kaufmann aus Wien, der Sohn des berühmten Malers Isidor Kaufmann, der Schöpfer vieler Studien aus dem jüdischen Milieu, malt jetzt im St.-James-Palace ein- Porträt des Vikars des Königs. Lady Duff-Cooper, die Gattin des Marineministers, wird, dem letzten Wunsch ihrer verstorbenen Mutter, der Herzogin von Rutland, zufolge, im Rutland House in London demnächst eine Ausstellung der Gemälde Philipp Kaufmanns eröffnen. * Jacob Epstein, der bekannte jüdische Bildhauer, früher Frankfurt a. M., ist von der Universität A b e r d e e n mit dem Grade eines LL.D. ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung wies Professor T. M. Taylor darauf hin, dass zwei von Jacob Epstein geschaffene Büsten die Galerie in Aberdeen schmücken, und sprach in überaus ehrenden Worten von der hervorragenden Kunst des Bildhauers. Die Leicester-Galleries in London zeigen eine Ausstellung bildhauerischer Arbeiten von Jacob Epstein. * Der letzte überlebende Partner einer einst berühmten Londoner Bond Street-Kunsthandelsfirma, G. Dur lacher, versteigert seine Kunst- , . werke bei Christie's. Bekanntlich war diese Firma in den 95 Jahren ihres Bestehens Hauptlieferantin für Sammler wie Henderson (Keramik), A. Morrison (Orientalische Kunst), Sir Richard Wallace, George Salting, Alfred Beit, Morgan und Eumorfopoulos. Unter den Werken, die nun angeboten werden, befinden sich nicht nur höchste Qualitäten, sondern auch Stücke, die wegen ihrer Provenienz und Geschichte besondere Bedeutung haben. Unter ihnen befindet sich ein wundervolles italienisches Sattelzeug des späten 16. Jahrhunderts, das sich früher im Besitz des badischen Grossherzogshauses befand, während des Krieges von einem Rothschild Kitchener geschenkt wurde und bis zu dessen Tode als Leihgabe im Tower in London aufbewahrt wurde. Ausserdem kommen aus der Sammlung wertvolle Limoges-Arbeiten, Skulpturen von bekannten italienischen Renaissancebildhauern und hervorragende französische Barockmöbel sowie Tapisserien unter den Hammer. * Bei Durlacher Brothers in New-York findet eine Verkaufsausstellung von Handzeichnungen alter Meister statt, deren Hauptstück die berühmte Zeichnung von Adrea del Sarto ist, die sich lange in der Sammlung Henry Oppenheimer befand. * Der bekannte Amsterdamer jüdische Maler Marinus van Raalte errang für sein Bild „Eisläufer in Arosa" eine von Königin Wilhelmina für das beste Bild auf der Ausstellung der Vereinigung „Arti et Amicitiae" gestiftete goldene Medaille. Das Museum in T e 1 - A v i v erwarb ein Porträt der Berliner Malerin Julie Wolf thorn. * Die Orangerie in Paris veranstaltet eine Ausstellung von Werken aus französischem Museums¬ und Privatbesitz. Aus der Sammlung Sachs, David- Weill, dem Louvre und aus der Sammlung der Vicomtesse de Noailles kamen hervorragende Werke in diese Ausstellung. * Im 69. Lebensjahr starb der Maler Lazar K r e s t i n. Geboren in Kowno, besuchte er die Jüdisches Leben Frankfurt a. M. In der Gesellschaft für jüdische Volksbildung hielt nach kurzen Begrüssungsworten von Rabbiner Dr. Salzberger Carl Cohen einen sehr fesselnden und kenntnisreichen Vortrag über „Das moderne Hebräisch". Der Redner behandelte zunächst in umfassender historischer Schau das biblische Hebräisch, dann das durch griechische, lateinische und durch persische Einflüsse bereicherte Neuhebräisch (von etwa 400 vor bis 200 nach Chr.), er kam auf Moses Mendelssohns Reformen zu sprechen, und schilderte weiter, wie die moderne hebräische Literatur das Jahr 1886 als ihr nachweisbares Geburtsdatum hat. Die heute übliche hebräische Umgangssprache ist in der Hauptsache von Eleasar ben Jehuda (gest. 1926) begründet und geprägt worden, der zielbewusst und gewalttätig für sein Lebenswerk eingetreten ist. und dessen grosses Wörterbuch bisher 8 Bände umfasst. In ihm sind auch seine eigenen Neuschöpfungen angegeben, wie denn überhaupt die Schriftsteller viel zur Bereicherung des modernen Sprachschatzes beigetragen haben. Auch von B i a 1 i k rühren etwa 600 neue Vokabeln her. Sehr interessant war die Betrachtung des Einflusses der Kindersprache, durch die die Grammatik wesentlich vereinfacht worden ist. In der literarischen Produktion überwiegen bisher bei weitem Uebersetzungen und wissenschaftliche" Schriften, und von 799 Veröffentlichungen, die 1934/35 in hebräischer Sprache herauskamen, sind nur 31 Bände der schönen Literatur zuzuzählen. An verschiedenen (in deutscher Uebersetzung gebotenen) Proben zeigte Carl Cohen am Schluss seines, mit Interesse aufgenommenen Vortrages, wie allmählich in Palästina ein modernes Hebräisch entstanden ist und weiter entsteht, das den vielseitigen Aufgaben einer modernen Umgangs- und Literatursprache gewachsen ist. g. seh. Hamburg „Kulturprobleme des jüdischen Buches" lautete das Thema, über welches Dr. Moritz Spitzer (Berlin) auf' dem Kulturabend des Jüdischen Religionsverbandes sprach. Das jüdische Buch als Produkt des Geistes und der Geistessituation; das jüdische Buch als Spiegelbild der Kulturprobleme und der Kulturkämpfe vergangener Zeiten betrachtete der Referent; diese Rückschau ergänzend und vervollständigend, stellte er die Forderung des Heute, der Gegenwartssituatiön an das jüdische Buch dar. Wir brauchen Europa; aber auch die eigene Welt. Ueber diese müssen wir den Weg nach Europas Geisteswelt suchen. Wiener Akademie und errang mehrere Preise für seine Bilder aus dem östlichen Ghetto. Viele Studienreisen führten den Künstler, der auch im Berliner Jüdischen Museum vertreten ist, nach Palästina. In Europa und in Amerika hatte Lazar Krestins Name einen guten Klang. . * . . . In der Zeitschrift „Technical Studies in the field of the Fine Arts", herausgegeben vom Fogg Art Museum der Harvard University, veröffentlicht D. Rosen, technischer Beirat der Walters Art Gallery in Baltimore (Worcester Art Museum), gemeinsam mit H. Marceau, dem Konservator beim Pennsylvania Museum of Art in Philadelphia, neue Anregungen zum Restaurieren von alten und modernen Gemälden. * Als 100-Jahr-Feier des in K a s c h a u 183S geborenen Porträtisten von Weltruf, Leopold H.orvitz, veranstaltet das Ostslovakische Museum eine Ausstellung, die es ermöglicht, das ganze Lebenswerk von Horovitz zu überblicken. Es sind 100 charakteristische Werke zusammengebracht worden. Horovitz malte u. a. den Fürsten Sapiah, Adam Mickiewiez, Koloman Tisza, Johann Strauss, Sonnenthal, Georg Brandes, Franz Josef L, Kaiserin Elisabeth, sowie viele berühmt gewordene Genrebilder. Er wurde 80 Jahre alt. — Die Ausstellung erfreut sich eines Massenbesuches * Das Prager K.n n s t g e we r b em u s e u m un<J die Prager Handelskammer veranstalten gemeinsam eine „Pe t s c h e k-K u n s t a u s s t e 11 un g", die in wenigen Wochen eröffnet wird. In einem Saal des Museums werden alle Kunstgegenstände gruppiert sein, die aus den Kunststiftungen des Hauses Petschck im Laufe von zwei Jahren angekauft wurden. Weiter beschloss das Kuratorium des Museums, den vor vier Jahren verstorbenen hervorragenden Kunstmäzen und Freund des Museums, Dr. Otto Petschek, durch die Aufstellung einer Büste im Museum zu ehren. Die Büste Dr. Otto Petscheks, des Begründers der Kunststiftung — sie wird heute von Hans Petschek fortgesetzt —, ist ein Meisterwerk Karl Vogls. * In New-York wurde die der Stadt überwiesene bekannte Kunstsammlung von Jules S. Bache in seinem früheren Wohnhaus in der Fifth Avenue dem Publikum zugänglich gemacht. Unter den sechzig Gemälden dieses Kunstbesitzes befinden sich Meisterwerke europäischer Malerei. # Die Galerie B u y 1 in Antwerpen, die sich besonders für das moderne belgische Kunstschaffen einsetzt, hat für das Jahr 1938 ein umfangreiches Programm festgelegt, das u. a. auch eine Ausstellung von Werken der Malerin Alice Frey vorsieht. * „Harvard University Pres s", herausgegeben anlässlich der 300-Jahr-Feier, im vergangenen' Jahre, bringt unter vielen anderen Kunstartikeln einen Beitrag von Geheimrat Adolph Goldschmidt, „Die Bedeutung der Formenspaltung in der Kunstentwicklung". " Jüdisches Museum Berlin. Auch in diesem Jahr ist das Museum wegen des Pessaehfestes vom 18. bis 22. April geschlossen. Wiedereröffnung: Sonntag, 24. April, 10 bis 14 Uhr. — Das Museum hat von einem Kunstfreund ein ausgezeichnetes Selbstbildnis von Leonid Pasternak sowie die berühmten Illustrationen zu Tschernichowskis Poem „Elka" zum Geschenk erhalten. Da der Maler selbst eine Reihe seiner Gemälde und Zeichnungen gestiftet hat, ist er nun in besonderer Vollständigkeit im Jüdischen Museum vertreten. - jüdischer Geist Darum heisst es: die eigene Welt erkennen. Bücher brauchen wir für das Heute, aus denen der innere Glanz des Judentums leuchtet Das jüdische Buch unserer Zeit muss Judentum fortpflanzen, hineintragen in die Zukunft. S. E. Die Oktober-Dezember-Nummer der Oeko nomisch-statistischen Sektion des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts zu W j 1 n a bringt eine Fülle gediegener Arbeiten. Es sei hier nur auf den vielfältigen, nicht nur den Fachmann und den Fachwissenschaftler interessierenden Inhalt hingewiesen. Jakob Lestschinsky gibt den 4., noch nicht letzten Abschnitt seiner Darlegungen betreffend einen „Konstruktiven Hilfsplan für die polnischen Juden". Dr. Tartakower behandelt die „Jüdische Einwanderung in Kanada1'. Dr. Goldhammer untersucht die „Professionelle Struktur der Juden in Wien1'. Linder schreibt den Schluss zu seinem Artikel über „Die Kelim-Industrie in Kossew". In dem Hefte finden wir ferner interessante Berichte über die Landwirtschaft der Juden in Antopol und in Wolhynien und von der Untersuchung über „Die Juden in Ungarn" das 3. Kapitel: Beamte und freie Berufe. Der Heranbildung jüdischer Wissenschaftler dient zielbewusst, energisch und systematisch die „Aspirantur" des Jüdischen Wissenschaftlichen Instituts zu Wilna. Es gilt, vorhandenem Forschungsdrang die Möglichkeit 'zur Betätigung zu schaffen, sich regenden Kräften und Fähigkeiten zur Entwicklung und Entfaltung zu verhelfen, Begabungen in rechte und angemessene Bahnen zu lenken, dadurch die jüdische Wissenschaft vielseitig zu bereichern und auf Grund der Forschungsergebnisse dem Judentum und der Judenheit eventuell auch materiell zu nützen. Band XII von 1937 der ,.J i w o - BI ä 11 e r" legt aufs neue für dieses Bestreben Zeugnis ab. Aus Ü> Arbeiten des zweiten Aspirantenkursus ist ie ein charakteristisches Kapitel abgedruckt. Die Proben erweisen ebenso die eingehende gediegene Wissenschaftlichkeit, zu der die Aspiranten erzogen werden, wie die erstaunliche Mannigfaltigkeit der Gebiete, denen sie sich zuwenden können und die sie aufzuhellen sich bemühen. M. A- Der „Cercle Philosophique de Prague" wird unter der Schriftleitung der üniversitätsprofessoren J. B. Kozak und Emil ü t i t z vom Herbst dieses Jahres an eine Bücherreihe herausgeben, deren erste Serie folgende fünf Werke umfassen wird: Eine Arbeit des Präsidenten der tschechoslowakischen Republik Dr. Edvard Benesch über Descartes, eine genetische Logik von Geheimrat' E. Husserl, eine Kulturphilosophie von Professor Dr. E. U t i t z, eine ästhetische Untersuchung von Professor Dr. Mukarovsky und eine philosophische Politik von Professor Dr. J. B. Kozak. Das „Beth-Chinnch", Berlin N4, Artilleriestrasse. 31, das schulentlassene Knaben aufnimmt und für ihre geistige und praktische Vorbereitung zu Beruf bzw. Auswanderung sorgt, hat für das Sommerhalbjahr noch Plätze verfügbar. Anmeldungen und Anfragen werden umgehend an das Büro, das alle näheren Auskünfte erteilt, erbeten. Abschied von Rahel Wischnitzer-Bernstein i