Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 15 (14.4.1938)
- Date
- 1938-04-14
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 3× ep/1046078
- Haifa 2× ep/1047930
- Tiberias 2× ep/1048138
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OL Palästina-Ulli sehaii der C.-V.-Zeitmi Vom 5. bis 12. April Es scheint, als sollte keine Woche mehr vergehen, ohne dass von jüdischen Todesopfern in Palästina berichtet werden müsste. Auch in den letzten Tagen sind wieder drei jüdische Chaluzim dem arabischen Terror erlegen. Es sind dies: der 21jährige Eliezer Korngold, der 24jährige Ephraim Tiktin und der 30jährige Jizchak Petereiiko. Korngold und Tiktin, zwei aus Kanada eingewanderte Chaluzim, wurden bei der Heimkehr von der Feldarbeit in der amerikanischjüdischen Siedlung Juara bei Dschenin von einer etwa 30 Mann starken Terroristenbande überfallen und erschossen. Zwei andere Siedler konnten entkommen. Als unmittelbar nach dem üeberfall Polizei sowie ein Flugzeug an der Tatsteile eintrafen, konnte von den Terroristen keine Spur mehr entdeckt werden. Unter der Beteiligung von Juden aus dem ganzen Lande, besonders aus dem Emek. fand am nächsten Tage die Beisetzung der beiden Toten statt. Pelerenko wurde von einer Kugel getroffen, die bei einer Beschiessung von Jagur in seine Baracke eindrang. Er starb am nächsten Morgen im Hadassa-Hospital in Haifa. Auch im übrigen Land hat die Terrortätigkeit kaum eine Beruhigung erfahren. In der Nähe von Nablus wurde ein arabischer Polizist aus der Leibwache des Bürgermeisters von Nablus getötet und ein britischer Oberaulseher der Polizei namens Sharlton sowie zwei weitere arabische Polizisten schwer verwundet. Die Bande, die sie aus dem Hinterhalt überfallen hatte, wurde in der Nähe von Nablus erreicht und in ein Gefecht verwickelt. 30 Araber aus dem Dorf Tuluzeh wurden im Zusammenhang damit verhaftet, und über das Dorf wurde der Belagerungszustand verhängt. Eine Reihe jüdischer Siedlungen, darunter Kirjat Amal, Migdal in der Nähe von Tiberias, sowie die Mädchenfarm bei A f f u 1 e wurden beschossen, ohne dass Schaden angerichtet wurde. Die Reihe der Eisenbahn attentate wurde fortgesetzt. Zwischen Ludd und Haifa wurde eine Brücke zerstört, wodurch der Verkehr stillgelegt wurde. Zwischen Rase! Ain und Kalkilieh wurde ein Güterzug beschossen, wobei mehrere Oeltankwagen in Brand gerieten. Ein Personenzug zwischen Jerusalem und Jaffa musste wegen Zerstörung der Strecke anhalten und wurde heftig beschossen. Auch hierbei würde glücklicherweise niemand verwundet. Eine grössere Anzahl von Bombenattentaten, darunter zwei in der Ben- Jehuda-Strasse in Jerusalem, richteten keinen Schaden an. Auf der Landstrasse Nablus- Dschenin wurde eine Militärpatrouille überfallen. Bei der Verteidigung wurde ein Terrorist getötet. Auf das Mitglied des Obersten Mohammedanischen Rates und des Rundfunkausschusses, Amin Abdul Hadi, wurde ein Attentat verübt, dem der Angegriffene jedoch ohne Verletzungen entkam. Um die Unterscheidungsmöglichkeit zwischen jüdischen und arabischen Autobussen zu verringern, hat die Polizei angeordnet, dass sämtliche Passagieromnibusse, die auf der Jerusalem —Jaffa-Landstrasse fahren, mit einer einheit- Ingenieurarbeit im alten Palästina Das alte Palästina war ein Ackerbauland, Binnenland, es grenzte aber an Phönizien, das Gebiet höchster technischer Entwicklung. Die subtropische Natur verlangte Beachtung der B e - Wässerung. Wasser ist die Grundlage der Bewohnbarkeit, Fruchtbarkeit, daher die Grundlage für Ernährung eines Volkes, für seine Erhaltung. Wasserwirtschaft schaffte ein Staatsgefüge, vereinigte alle unter dem Zeichen sachlicher Pflege eines Naturschatzes. Die Phönizier waren Seefahrer, Hafenbauer, Gründer von Industrie und Welthandel. Syriens Bewässerungsanlagen dienten dem Landbau wie den Städten. Um Damaskus findet man uralte Anlagen mit Kanälen, und Gärten werden in kunstvoller Verteilung durch Teiche und tiefe, aber sehr schmale Kanäle (Verdunstung) bewässert. Mitunter überschätzt man die Arbeiten auch, weil sie im Wüstenlande eben eine Seltenheit waren. Man hatte ausgemauerte Kanäle mit Einsteigschächten, weiterhin viele Teiche in den Seitentälern, vortreffliche Wiesen für Pferde und Elefanten im Orontes-Gebiet. Der See Kedes war eine rechte Talsperre. Bei Tyrus und Sidon aab es Aquädukte und Kanäle. Das Reich der Sabäer ging zugrunde, als der Damm von Mareb zerstört wurde, der das Land in einen Fruchtsrarten verwandelt hatte. Es ist erstaunlich, dass manausdenLehrenderaltenVölker soviel entnahm, aber leider nicht das grosse Grundgesetz, dass das Wasser das Glück eines Landes bedeutet, und dass seine Erhaltung, Beschaffung, Leitung wichtiger ist als aller andere Reichtum. Das gilt auch für das heutige Palästina und verdient tiefgehende Beachtung. Mareb lag in Südarabien. Uebermut und Gleichgültigkeit liessen Dämme zerfallen. Wüste entstand wieder, und die Araber Sonderten nach Norden, aus dem Lande der liehen taubengrauen Farbe anzustreichen sind. Während der Fahrt müssen die Lichter im Innern der Autobusse ausgelöscht werden. 'Zwei Araber sind wiederum wegen unerlaubten Waffenbesitzes zum Tode verurteilt worden. In einem Zuge zwischen Akko und Hafa wurden durch Bombenexplosion ein arabischer Hilfs- Tel-Aviv, Anfang April 193S. Der neue High Commissioner, Sir Harold MacMichael, bemüht sich mit grosser Intensität, aus eigener Anschauung seine Kenntnis von den Problemen des Landes zu vervollkommnen und persönliche Fühlung mit den verschiedenen Schichten der Bevölkerung zu gewinnen. Besonderen Widerhall fanden in der jüdischen Oeffentlichkeit die Besuche, die Sir Harold dieser Tage der ältesten Musterkwuzah des Landes, Dagania, und der Stätte der ältesten talmudischen Lehrtradition, Safed, abgestattet hat. Zwei besonders charakteristische Gegensätze dieses an Gegensätzlichkeiten so reichen Landes verkörpern sich in den Namen Dagania und Safed. und beide Gegensätze traten dem Besucher in besonders deutlicher Form vor Augen. In dem rein jüdischen Dagania lernten Sir Harold und Lady MacMichael eines der schönsten mid stolzesten Werke neuer jüdischer Pioniertätigkeit kennen und gleichzeitig eine ihnen völlig neue Lebensform, eben die Lebensform des Kibbuz in seiner reinsten Ausprägung. Die Gäste waren ersichtlich stark beeindruckt von dem, was sie sahen und hörten. Und charakteristisch war vielleicht auch die Hauptforderung, die einer der Mitbegründer von Dagania, Josef Baraz, den Gästen vortrug und die vom High Commissioner mit Sympathie aufgenommen wurde: stärkere aktive Heranziehung der Juden zur Bekämpfung des Terrors. Auf der anderen Seite das alte Safed, noch in tiefer Trauer um die sechs Todesopfer des Mordüberfalles auf der Chaussee nach Akko. Noch dominieren in dieser Stadt der Menschentyp und der Geist der Zeit vor Dagania, wenngleich auch die Juden von Safed mit Schweiss und Blut ihren Beitrag zum Aufbau des neuen Palästinas geleistet haben. Es ist eine gemischte, jüdisch - arabische Stadt, und der High Commissioner empfing die Abordnungen der Juden und der Araber getrennt. Charakteristisch auch die gemeinsame Forderung, welche die Vertreter beider Nationen dem höchsten Beamten des Landes vortrugen: Licht und Wasser. Safed ist in gewissem Sinne zurückgeblieben. Auch in Zeiten des Aufschwungs konnte es die Vorteile seiner Lage und seiner Tradition nicht fruchtbar machen, und bis in die letzien Jahre hinein war Safed die einzige Myrthe, des Weihrauches, der Gewürz- und Balsambäume. Manche meinen zwar, dass die Auswanderung mit der Zunahme der Schiffahrt und dem Erlahmen des Karawanenhandels zusammenhinge. Zur Zeit Salomos soll die Talsenke vom Roten zum Toten Meer ein fruchtbares, wohlhabendes, belebtes Gebiet gewesen sein, bis die Kalifen nach Bagdad zogen. Man hatte die palästinensische Terrassenkultur mit Stützmauern, die das Erdreich hielten, Wasser- Zisternen und Wasserleitungen für die Karawanenstationen, die in die Felswände der Schluchten gehauen waren. Das Bett des Sykbaches war gepflastert, die Ufer in Mauern gefasst, der Bach mitunter überwölbt. Man leitete Felskanäle vom Bach in Gärten und Felder. Die Täler des Musa und Sabra zeigen Ruinen von Dämmen, bei Anara gab es kunstvolle Aquädukte,. Stauteiche und Kanäle. Palästina zeigte die kanaanitischen Terrassen. Die syrische Wüste hielt fremde Zerstörer fern.. Der Jordan und seine Nebenbäche waren gute Bewässerer. Oft ummauerte man die Quellen, trieb den Wasserstand auf diese Weise höher und leitete das Wasser dann auf die Felder. Reich bewäsert war die Gegend von Jericho, dort finden sich heute noch Spitzbogen eines Aquäduktes und fünf bis sechs gemauerte Kanäle von zwei Fuss Breite und einem halben Fuss Tiefe, die das Wasser zu einer grossen Zisterne führten. Charakteristisch sind die tiefen Wasserbehälter aller möglichen Art. Berühmt waren die Salomonischen Teiche zur Wasserversorgung Jerusalems, die aber auch die Lustgärten des Königs speisten. Zisternen, die man durch schwere Steine schützte, gab ss überall. In der Landschaft J u d a e a sieht man. die Reste der Terrassen- und Bewässerungs-Kultur, ebenso auf dem Wege von Tiberias bis Damaskus. Die Strassen verlangten Wasserbehälter für die Tiere. Die Bewässerungen zerfielen, weil die Römer planmässig an ihrem Zerfall wirkten, um die Juden auszurotten. Tn Transjordanien war die Bewässerung des Hanrangebietes umfangreich und erfolgreich, d i e polizist getötet und drei weitere Araber verwundet. Die übrigen arabischen Passagiere griffen nach der Explosion jüdische Autobusse an, die gerade an der Unfallstelle vorbeikamen in der Annahme, dass ihre Insassen für das Attentat verantwortlich seien. Dabei wurde ein jüdischer Arbeiter schwer und drei weitere leicht verwundet. Aus Jerusalem wird berichtet, dass unter 40 gefährlichen Terroristen, die in den vergangenen Wochen in Jerusalem und Umgebung festgenommen worden sind, sich auch die Mörder von Avinoam Jellin und von dem Distriktskommissar Andrews befinden. jüdische Gemeinde des Landes, deren Bevölkerungszahl eine rückläufige Bewegung zeigte, nicht zuletzt deshalb, weil die Jugend dorthin abwanderte, wo sie grösere Möglichkeiten sah — um eine hier vielgebrauchte Wendung zu benutzen —, mitzubauen und aufgebaut zu werden, „liwnoth u lehibanoth". In der Anlage einer Wasserleitung und im Anschluss an das Kabelnetz der Ruthenberg-Gesellschaft erblickt man die Voraussetzung für den Anschluss Safeds an das allgemeine Aufbauwerk, und man glaubt namentlich, dass nach einer solchen Modernisierung diese Stadt mit ihren landschaftlichen und klimatischen Vorzügen auch ein beliebter Sommeraufenthaltsort werden könnte. Aber für solche Installationen braucht die Siadt geldliche Unterstützung von der Regierung. Und es machte in der ganzen Oeffentlichkeit Eindruck, dass Sir Harold den arabischen Vertretern auf diese Forderung erwiderte, der Staat habe so lange kein Geld für derartige, an sich gewiss wichtige Investitionen übrig, wie er Unsummen für die Wiederherstellung der Ordnung und Sicherheit aufwenden müsse. Die jüdischen Vertreter erhoben selbstverständlich auch die Forderung nach Ausrottung des Terrors und luden Sir Harold ein, sich im Sommer selber von der Schönheit Safeds zu überzeugen. Der High Commissioner sagte zu und gab der Hoffnung Ausdruck, dass er dann die jüdische Gemeinde in glücklicherer Verfassung wiederfinden werde. * In allen Dörfern und Kolonien Palästinas wurden dieser Tage die Wahlen zum Anschluss der landwirtschaftlichen Arbeiterorganisation durchgeführt. Der Aufbau dieser Organisation ist typisch für die jüdische Arbeiterbewegung in Palästina. Sie umfasst Arbeitnehmer und Bauern zugleich, allerdings nur Bauern eines bestimmten Typs, nämlich der genossenschaftlichen Arbeitersiedlungen, sei es der selbstarbeitenden Kleinbauern im Moschaw oder der kollektivistischen Kwuzah. Diese selbständigen Bauern, die etwa 20 Prozent der Mitgliederzahl ausmachen, sind fast durchweg in der gemischten Landwirtschaft beschäftigt, deren Probleme somit einen grossen Raum in der Arbeiterorganisation einnehmen. Die anderen 60 Prozent sind vornehmlich als Lohnarbeiter in . privaten Orangenpflanzungen tätig. Den Arbeitgebern gegenüber, die im wesentlichen im Bauernverband zusammengeschlossen sind, wird in erster Linie die Forderung nach organisierter Nomaden der Wüste vernichteten sie später. In Palästina sind viele Wasserbauwerke erhalten geblieben. Die Phönizier waren die Lehrmeister, weil die Küste sie zu Seeschiffahrt, Hafenbau, Städtebau mit hohen technischen Anforderungen veranlasste. Wieder tritt Israel als das Land des Landbaues, nicht von Technik und Industrie hervor. Jerusalem, die Grossstadt, brauchte ob der Volkszahl eine grössere künstliche Wasserversorgung. Bekannt sind die Wasserflaschen, Zisternen, die in den Felsen gehauen waren, oben im harten Fels eine kleine Oeffnung besassen,. während unten im weicheren Kalkstein das Becken erweitert und dann zementiert wurde. Dazu kamen Sammelteiche verschiedener Grösse, die für Jerusalem aber nicht genügten. Die eigentliche Leitung wurde etwa um' das Jahr 1000 v. Chr. geschaffen. Die Stadt hatte die Leitung des Mamika-Teiches, den Kanal vom Mariabrunnen nach dem Reiche Silva im Kidrontal, die Nord-, die Westleitung und die von den Sälomonsteichen mit den Quelleitungen von Bijar und Arrub. Die Mamika- und Silva- Leitung bestanden bis in die heutige Zeit. Die erstere wies einen gemauerten gedichteten Kanal auf und hatte auch für die Versorgung mit Wasser bei Belagerungen zu sorgen. Die Kidron-Leitung bot Interessantes durch die Stollen, ihre Trace und die Schächte. Nur den Ingenieur kann wohl die Betrachtung der Trace unter der Erde durch streckenweises Verfolgen der Richtung, Ausprobieren, Berichtigen usw. interessieren. Damals hatte man keine feinen Messinstrumente, Kompass usw. So ist zu bewundern, wie bewusst die Tunnelachse verlegt wurde. Man arbeitete von beiden Seiten. Die Westleitung fasste wohl das Regenwasser zusammen, die Salomonsteiche alle Zuflüsse von Süden her. Sie lagen übereinander und liessen sich vollständig in die unteren Becken entleeren, was wasserwirtschaftlich klug gedacht war. Die Wassertiefen schwankten zwischen 20 und 50 Fuss, die Länge der Teiche zwischen 380 und 5S0 Fuss. Eine kleine Burg krönte den obersten jüdischer Arbeit im jüdischen Pardess erhoben. Die Organisation bemüht sich zur Erreichung dieses Zieles, in allen Pflanzungskolonien überparteiliche jüdische Arbeitsämter zu schaffen. Darüber hinaus hat sie durch wirtschaftliche Massnahmen die Position des jüdischen Arbeiters in der Pflanzungskolonie gestärkt, so durch Gründung von Produktivgenossenschgften, die bei privaten Pardessbesitzern die Bearbeitung us)d Aberntung ganzer Pardessim sowie die Verpackung und den Versand der Früchte ^n. eigene Regie übernehmen, durch Errichtung von Arbeitersiedlungen mit Hilfswirtschaften am Rande der Kolonien und schliesslich durch den Aufbau von Darlehenskassen. Die Mitglied erzähl der Gesamtorganisation ist in. den sieben Jahren seit der letzten Wahl von 10 000 auf 35 000 gestiegen. * Die gebesserten Erlöse der diesjährigen Orangenernte, die mengenmässig einen neuen Rekord verspricht, haben auch finanziell zu einer gewissen Entlastung geführt. Jedenfalls ist festzustellen, dass die Ende 1937 in besonders hohem Umfang gewährten Saisonkredite der Banken an Pflanzer und Zitrusverlader schon jetzt zurückzufliessen beginnen und darauf ist auch der Rückgang der "Bankausleihungen zu- RAI Ihentni e. schein PMU ttetmrtin?£&S$?Z Ihi Carl Zobel 8ÄS£I07 w 242953 Feine Herren-u.Dcmenkleidung nach Mass. Gr.Stoffausv/ahl. rückzuführen, der in den letzten Monatsbilanzen in Erscheinung trat. Betrachtet man allgemein die Entwicklung der in Palästina arbeitenden Banken während des letzten Jahres, so erkennt man deutlich die Tendenz zu einer wirtschaitsfördernden Kreditpolitik. Eine Gegenüberstellung der Monatsbilanzen per Ende Dezember 1936 und Ende Dezember 1937, also ohne die schon früher behandelten Genossenschaftsbanken, zeigt, dass die Banken allein ihre Ausleihungen an die Kundschaft um rund, eine halbe Million auf rund 10,4-Millionen LP ausgeweitet haben. Ausser dieser halben Million Mehranforderungen für die Kreditgewährung galt es aber noch gewisse Depositenabzüge in Höhe von rund 750 000 LP zu finanzieren. Wie wurden diese 1.25 Millionen Mehranforderungen gedeckt? Dia Banken haben ihre überreichlichen, zum grosses Teil bei ersten Auslandsbanken und in ersten Auslandspapieren angelegten Liquiditätsreserven zu einem kleinen Teil mobilisiert. Die Bankguthaben im Ausland verminderten sich um rund 0,7 auf rund 2,9 Millionen, die sog. „Investments", die zum grossen Teil aus leicht realisierbaren britischen Staalsrjapieren bestehen, um 1.2 auf 3,2 Millionen LP. Schon damit waren die genannten und noch einige sonstige Anforderungen völlig gedeckt. Die Liquidilätsreserven bleiben immer noch sehr hoch, namentlich wenn man bedenkt, dass der Anteil — und sogar die absolute Summe — der Gelder, die den Banken auf feste Termine überlassen wurden, stark gestiegen, der Anteil der täglich fälligen Depositen dagegen erheblich gesunken i-st. Die auf Abruf fälligen Kundeneinlagen betrugen Ende des Jahres nur noch zehn Millionen, und ihnen standen allein an Barbeständen und Bankguthaben im In- und Ausland, also an flüssigen Mitteln allererster Ordnung, 4,4 Millionen oder 44 Prozent gegenüber. Rechnet man nur einen Teil der vorhandenen Investments ebenfalls den flüssigen Mitteln zu, so kommt man auf eine Teich. Wenn man das etwas komplizierte Verteilungssystem der Abflussregulierung betrachtet, so muss man sich sagen, dass offenbar die Planer diese Verteilung weitgehend berechnet haben dürften. Man baute Hangkanäle, die sehr lang waren, um Tunnel und Brücken zu vermeiden. Das ist an sich ungewöhnlich und primitiver, aber um so mehr galt es, sich dem Gelände anzupassen. Sogar wasserdichte steinerne Röhren hatte man, die das Wasser auch aufwärts unter Druck leiten liessen. Es waren Sieinstücke mit Nuten und Zapfen. Der Tempeldienst verlangte aus formalen wie Reinigungsgründen viel Wasser. Ueberschüssiges Wasser wurde planmässig abgeleitet. Die Könige waren bestrebt, die Wasseranlagen ausserhalb der Stadt im Hinblick auf Feinde unkenntlich zu macheu; man legte also unterirdische Wasserkanäle an. Quellenfassungen, zum Beispiel in Hebron, wurden in grosse tiefe Teiche geführt. In Syrien legte man viel Wert auf Wasser im Hofe des Hauses mit Ableitungen zur Küche und zum „heimlichen Gemach". Persische Schöpfräder kamen hier in Anwendung. (Schluss folgt.) Ing. Heinrich Reisner, Essen. Die Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität und Bibliothek Jerusalem e.V. hielt ihre Mitgliederversammlung ab. Sie bestellt© zum Nachfolger ihres verewigten Vorsitzenden Otto Warburg, Professor Dr. Ismar E1 b o g e n und wählte in die engere Leitung Dr. Max Hirsch, Regierungsrat a. D. Dr. Kurt Ball und Hans Aufrichtig. Dem weiteren Vorstande gehört eine Reihe namhafter Wissenschaftler und offizieller Persönlichkeiten aus allen Kreisen der Judenheit in Deutschland an. In steigendem Umfange werden, der Gesellschaft wissenschaftliche und Kunstliteratur, Sammlungen und Notenmaterial zur Verfügung gestellt, die für die Institute in Palästina bestimmt sind. Mag es sich dabei vielfach auch um Besitztümer handeln, deren Marktwert gering ist, so sind sie doch für die Aufbauarbeiten Palästina von besonderem Interesse. -Diesem Teil der Vereinstätigkeit dient die Zentralsammelstelle Berlin W15, Meinekestrasse 10, zu deren Leiter Dr. Rudolf Pick bestellt wurde. Glossen aus Wirtschaft und Politik Von unserem * - P a 1 ä stin a - B er ich t e r s t a 11 er