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Central-Verein-Zeitung · 1938-04-14 · 15 (14.4.1938) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
15 (14.4.1938)
Date
1938-04-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seife 4 C.-V.-Zeitung Nr.'15'* V4. April 1938 wahres Gesicht jedoch weniger seine Komödien als vielmehr seine tragischen Dichtungen „Liliora" und „Das Wunder in den Bergen" enthüllen. Gross ist die Zahl, der Journalisten und Künstler, deren Name* über den engen Raum des Nachkriegsungarn hinausdrang. Wir nennen Gitta A 1 par, Rosy Barszony, Lily Darv a s, Oskar D e n e s , Franziska Gaal, den kürzlich verstorbenen Maler Eugen L a s z 1 o, die Musiker Paul Abraham und Emericb Kaiman, die Männer vom Film: Alexander Korda, William Fox und Adolf Zukor; David Schwarz, den Erfinder eines starren gigi Malerarbeiten / Eduard Glaser ^B* Berlin NO 55, Greifs-walder Strasse 88. 53 50 59. lenkbaren Luftschiffs, den Chemiker Andor Fodor in Jerusalem, den Archäologen Marc Aurel Stein, den Philosophen und Herausgeber von „Nord und Süd" Ludwig Stein, die Forscher Angelo Heilprin und Herman Vambery. Diese unvollständige Liste mag genügen. Wie weit diese Kräfte, welchen in Handel und Industrie, in Wirtschaft und Wissenschaft gleichwertige Männer zur Seite stehen, auch in Zukunft ihre Fähigkeit werden entfalten können, wird im wesentlichen von der Statistik bestimmt werden. Die Zahl der Religionsjuden betrug in Ungarn 476000 oder 5.9 Prozent im Jahre 1920, 1930 waren es 445 000 oder 5,1 Prozent und 1936 schätzt man 435 000 oder 4.S Prozent. In den zehn Jahren von 1920 bis 1930 wuchs die Gesamtbevölkerung um S,7 Prozent, während die Zahl der Juden um 6 Prozent sank. In der Hauptstadt Budapest zählte man 23,3 Prozent Juden im Jahre 1920, die Zahl sank 1930 auf 20,3 Prozent und 1936 auf etwa 19.8 Prozent. Zur Zeit dürften in Budapest etwa 200 000 Glaubensjuden wohnen. Um einen ungefähren Ueberblick über die Auswirkungen der geplanten Gesetze zu gewinnen, ist die Zahl der Frontkämpfer (etwa 80 000) und die berufliche Struktur von Bedeutung. Von 100 jüdischen Erwerbstätigen Gern eindemitgiieder! £$enki rechtzeitig an die Frö hja frrs&eg»! la nzu ngen Stiefmütter eben Tausendschönchen Yergtssmeinnlcht Primeln Wenden Sie sieb an die rriedhoSsgartnsre? der Jüdischen Gemeinde Berlin-Weissensee, Lcthringenstr.22, Tel. 564036 Schriftliche u. telefonische Auskünfte bereit-willigst. zur hemmungslosen Auflösung im Magyarentum überschritten hatte. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass sich das jüdische Leben in Ungarn sowohl in der Metropole als auch in zahlreichen anderen Gemeinden, von denen etwa Miskolcz, Debreczin, Pees und Szegedin genannt seien, erhalten und zahlreiche Beweise innerer Stärke gegeben hat An dieser Stelle sollten nicht die geistigen jüdischen Strömungen geschildert werden, sondern jene Kräfte, welche die Juden als einen Bestandteil des ungarischen Völkerstaates geformt haben. Mehr denn je wird die neueste Entwicklung dieses Judentum auf seine eigenen Werte, ihre Erhaltung und Fortentwicklung verweisen. Im benachbarten mitteleuropäischen Raum *hat sich das Erwachen des jüdischen Lebensgefühls und die Wiedererweckung ver-«- schütteter Traditionen als starker seelischer Halt erwiesen. Dies zu erkennen, kann für Ungarns Juden zum Trost in diesen Tagen werden. Or. sind etwa 4,3 Prozent Gutsbesitzer und Pächter, 31.6 Prozent Gewerbetreibende und Industrielle, 44:1 Prozent Händler und Bankiers, 8,7 Prozent sind in freien Berufen und öffentlichen Diensten und der Rest verteilt sich auf verschiedene Gruppen. Schliesslich bleibe nicht unerwähnt dass das Magyar-Zsido-Lexikon 25 jüdische Baronsfamilien und nahezu 300 seit 1867 geadelte Juden aufweist. Etwa ein Viertel aller jüdischen Ehen waren Mischehen und etwa 1000 Juden wechselten jährlich den Glauben. Diese unvollständigen Zahlen beweisen viel mehr noch als Geschichte und Namen, in welchem Umfange die Emanzipation in Ungarn fortgeschritten war und wie sehr sie die Schwelle Aus der C.-V.-Arbeit Die Ortsgruppe Gleiwitz hat ihren früheren Vorsitzenden, Sanitätsrat Dr. Schlesinger, anlässlich seines 70. Geburtstages, den wir kürzlich würdigten, zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Synagogengemeinde veranstaltete zu Ehren des Jubilars eine Feier. Namens der Gemeindekörperschaiten sab Justizrat Kochmann Dr. Schlesingers Ernennung Kranken-;ä Versicherungen Versteherung-sburo ..Europa** G.m.b.H. Tnh. seit 1924 H. Manassa. Berlin, Pariserslr.37, Ruf 924646 zum Gemeindeältesten bekannt. Den Donk weitester Kreise in der Gemeinde für die in selbstloser Hingebung geleistete Arbeit verlieh Rabbiner Dr. S. Ochs Ausdruck. Der Ortsgruppenvorsitzende, Rechtsanwalt Dr. K o h n , zeichnete ein Bild von der Haltung und Tätigkeit Dr. Schlesingers für den C.-V. Für die jüdischen Aerzte sprach Sanitätsrat Dr. B1 u m e n f e 1 d I, für die KCer Sanitätsrat Dr. Pick, Beutben. Die schöne, sehr stark besuchte Feier war von musikalischen Darbietungen umrahmt: es wirkten mit Oberkantor Grabowski, die Damen Jena und Eisenhardt, Beuthen. und das Streichorchester unter Dr. Blumenfeld I. * Am 1. April ist der Syndikus des Landesverbandes Hessen-Nassau und Hessen (Frankfurt a. M.), Dr. Wolf gang S. Matzdorff, aus den Diensten des Jüdischen Central-Vereins ausgeschieden, um nach Australien auszuwandern. An seine Stelle ist Dr. Kurt S t e i n b e r g, der bisher im Landesverband Rheinland-Westfalen (Essen) tätig war, getreten und wird die Syndikatsgeschäfte zusammen mit Hans A. Feibel- . mann (Frankfurt a. M.) führen. Dr. Matzdorff hat sich in den arbeiis- und sorgenvollen Jahren seiner Tätigkeit das Vertrauen der jüdischen Kreise weit über die Mitglieder des Vereins hinaus ' erworben. Seine Tatkraft seine menschliehe und jüdische Haltung — er durfte sich zu dem Kreis der Freunde Ludwig Tietz' zurechnen — machten ihn in den ihm zunächst neuen und fremden Frankfurter Milieu zu einer im Gemeinde-, Lehrhaus- und kulturbundleben gesuchten und an wichtiger Stelle eingesetzten Persönlichkeit. Ihn und seine Familie begleiten zahllose gute Wünsche für seinen neuen Lebensabschnitt. Am 17. September 193S wird das ,.C o m i t e de I a cultnr« j u i v e': in Paris zaaj, erstenmal einen Preis in Höhe von 300 Dollars fiif das beste in jiddischer Sprache aeschriebene Dra.:na oder die beste dem jüdischen Theater gewidmete Abhandlung verteilen. Gottesdienste in Berlin Abkürzungen ALTER RITUS: Grunewald G., Heidereutergasse H., Kaiserstr. K., Köpenick Kp., Münchener Str. M., Pestalozzistr. Pe., Rykestr. R., Thielsch-Ufer Tu. NEUER RITUS: Fasanenstr. Fa., Friedenstempel Fr., Levetzowstr. Le., Lindenstr. Li., Lützowstr. — Lü., Oranienburger Str. O., Oranienburg Or., Prmzregentenstr. Pr., Sehmargendorf — Sin. REFORM: Johannisstr. Jb., Joaehimsthaler Str. J. FALKENBERG-Synac'ogen: Kaiserstr. Ka.. Kaiserdamm Cd., Prenzlauer Promenade Pz., Schönhauser Allee So.. Triftstr. T. Sonntag, 17. April Freitag, 15. April Sonnabend, 16. April Predigt Predigt Predigt cagoge Beginn bezw. Ansprache Beginn bzw. Ansprache Beginn Beginn bezw. Ansprache Fa. 10 10 Salomonski 19.15 10 Swarsensky Fr. 19, 10 Nnssbaum 19.15 10 van der Zyl G 19 9 Wolff 19.15 9 H j 19 S.30 Freier 19.15 S.30 Jh. 17.30 Gottschalk _ 10 Rosenthal K 19 <* Landau 19.15 9 Singermann Ka. 18 Ziraet 10 Zimet 18 10 Loewenthal Kd. IS Rautenberg — 10.30 Brasch Kp. 19 10 19.15 10 Le. 19 10 Maybaum 19.15 10 Lewkowitz Li. 19 10 Warschauer 19.15 10 Maybaum La. 19 '10 Wiener 19.15 10 Baeck M 19 9 Broch 19.15 9 Aitmärm O 19 10 van der Zyl 19.15 10 Jospe Or. 19 10 19.15 10 Pe. 19 S.30 Berkovitz " 19.15 S.30 Nobel Pr. 19 10 Gailiner 19.15 10 Wiener Pz. — — 10 Friedländer K 19 9 Levy 19.15 9 Nnssbaur. SlH. 19 10 Brasch 19.15 10 Graf Sö. . 13 Loewenthal 10 Loewenthal 18 10 Goetz T 18 Winter Friedländer 18 . 10 Süssmann Tu. 19 8.30 Jakobowitz 19.15 8.30 Landau WEITERE VEREINS; SYNAGOGEN: Albrecht- Strasse 11/12, 15.: 49; 16.: 8.45 und 19.15; 17.: S.45 Strasse 10 'Hermsdorf), 15.: 18.30 (anschliessend Gemeinde-Soderabend): 16.: 10 und 18.30; 17.: 10. — Berliner Str. 91 (Hohenschönhausen), 15.: 18; 16.: 19; 17.: S.30 'Winter). — Düppelstr, 41, 15.: 19: 16.: 8.30 und 19.15: 17.: — Frankfurter Allee 36, 15: 19; 1''.- 9 iRojienthatv 17..: 9 (Rosenthal). — Liesenstrasse 3. 15.: 19: 1(5: 9 (Klapphnl?/, und 19.30: 17.: 9 fK!appbo!z) und 19.15. - Lothrinsenstr. 22, In.: *9; 16.: 10 und 19; 17.: 10 (Meyer). — Markgraf-Albrecht- (Amolski). — Prinzenallee 87, 15.: 19; 16.: 8.30 und 19.15; 17.: 8.30 (Alexander). — Schönhauser Allee 98 ffiferes- Isroel), 15.: 19; 16.: 8.30 und 19.15; 17.: S.30. - Schulstr. 7, 15.- 18.30: 16.: 9.30 (Adler) und 18 30: 17.: 9.30 (Adler). - Stierstr. 21. 15.: 19; 16.: 9 (Winter): 17.: 9 (Winter). - Wilhelminenhofstrasse 1, 15.: 19 ■'anschliessend gemeinsamer Sederabend); 16.: 19.15; 17.: 9.30 (Loch). Aus den Gemeinden Breslau Der Religiös-Liberale Verein der Synagogengemeinde hielt seine ordentliche Mitgliederversammlung ab, in der Dr. Paul Rosenstein den Jahresbericht erstattete. Ausser der Tätigkeit in der Gemeinde und einer Reihe von Vorträgen ist die soziale Arbeit hervorzuheben. Der Vorstand, an der Spitze Dr. Paul Rosenstein und Dr. Ludwig Korn, wurde wiedergewählt. Nach Abschluss des geschäftlichen Teils hielt Rabbiner Wechsberg (Liegnitz) einen Vortrag über „Die Wandlung des religiösen Empfindens". Schw. Dresden Im Rahmen der von der Gemeinde veranstalteten Vorträge sprach Dr. Georg L u b i n s k i von der Reichsvertretung über ..Berufsentscheidung unserer Jugend". Im nächsten Vortragsabend sprach Minni Rosenak, Bremen, über .,Frauenauswanderung". Das Schlusswort hielt Landgerichtsdirekfor i. R. Dr. Wachtel. G. J. Leipzig In der letzten Gemeindesitzung begrüsste Gemeindevorsteher Carl G o 1 d s c hm i d t die neu in das Kollegium der Gemeindekörperschaften eingetretenen Jakob Ader und Abisch Frankel sowie den Verwaltungsdirektor i. R. Gustav Katzenstein, der aufstelle des beurlaubten Verwaltungsdirektors Dr. Fritz Grüb e 1 die Geschäfte führt. Der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1938/89 wurde durch die Gemeindeverordneten einstimmig genehmigt. Die höhere Israelitische Schule sowie die jüdische Volksschule begingen in festlicher Form die Feier der Schulentlassung. Zum erstenmal kamen Abiturienten zur Entlassung. Im Mittelpunkt der Feier standen die Reden von Schuldirektor Dr. Weikersheimer, von Dr. Kuritzkes, dem Vorsitzenden des Schulvereins, und Professor Dr. Nothmann, der namens der Elternschaft den Dank an Schule und Lehrerschaft übermittelte. Die Feier wurde umrahmt von Instrumental- und Gesangsdarbietungen sowie Rezitationen der Schüler. K. S. Mannheim Hauptpunkt der Sitzung der Gemeindevertretung unter dem Vorsitz von Hauptlehrer i. R. Karl Stiefel war die Genehmigung der Voranschläge für das Rechnungsjahr 1938, die mit 315 82f RM abschIi essen, fn den Vorstand der Gemeindevertretung wurde Bankdirektor i. R. Willi ü 11 m a n n gewählt. So. Wuppertal Am 1 April wurde Oberkantor Dr. Salomonski, bisher Göttingen, in sein Amt als Nachfolger des im vorigen Jahre verstorbenen Gustav Sussmann feierlich eingeführt. Dr. Salomonski wird auch einen wesentlichen Teil des Religionsunterrichtes übernehmen. Am gleichen Tage beging der bekannte Liturg Oberlcantor Hermann Zividie 40. Wiederkehr des Tages seines Amtseintritts. Auch seit Beendigung seiner amtlichen Tätigkeit hat er der Gemeinde stets mit Rat und Tat zur Verfügung gestanden. Der Vorsitzende der Gemeinde, Rechtsanwalt Gustav Brück, und Rabbiner Dr. Philipp beglückwünschten in Ansprachen den Jubilar, der von der Gemeinde durch ein Geschenk geehrt wurde. H. I. # Die Synagoge in P r. Holland ist verkauft worden. Aus diesem Anlass fand ein Abschiedsgottesdienst statt. Lehrer A. Wasser, Braunsberg, gab in seiner Predigt einen Rückblick auf die Geschichte der Gemeinde. Der Vorsitzende Aris gedachte alsdann der verewigten Vorsteher und dankte Lehrer Wasser für' die vorbildliche Betreuung der Gemeinde. * Der Friedhof der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Monzingen a. d. Nahe wurde geschlossen. Die exhumierten und gesammelten Leichenteile wurden auf dem Friedhof in Sobernheim beigesetzt und die Grabsteine des alten Monzinger Friedhofes auf einem Teile des Sobernheimer Friedhofes aufgestellt. Aus diesem Anlass fand eine schlichte, würdige Feier, bei der Rabbiner Dr. Lorge amtierte, statt. Der Verein zur Förderung; ritueller Speisehäuser E. V. (Geschäftsstelle: Hamburg 13, Beneckestrasse 2) gibt soeben sein neues Verzeichnis beram: es enthält Angaben u. a. über Speisehäuser in Deutschland und einigen anderen Ländern. Schifffahrtslinien, Bezugsquellen für rituelle Lebensmittel. Heil- und Erholungsstätten und ein jiidisen.es Kalendarium. Aus den Familien Jakob Deutsch, ehemaliges Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Mainz des C.V., beging seinen 75." Geburtstag. — Leopold Müller (Leipzig) feierte am 9. April seinen 80. Geburtstag. — Leo Tarnowski (Berlin) begeht am 15. April seinen 70. Geburtstag. — Babette Schömann (Trier) feiert am 12. April ihren 70. Geburtstag. — Fran Gusta Rosen geb. Wang (Frankfurt am Main) vollendet am 16. April ihr 75. Lebensjahr. — Frau Bertha Cohen geb. Vogelstein (Bremen) feiert am 16. April ihren 90. Geburtstag. — Frau Johanna Hertzberg geb. Tuch (Berlin-Charlottenbur?, früher Pieschen) begeht am 17. April ihren 85. Geburtstag. — Frau Emil Hirsch "treb. Markus (Bochnm/Werne) wird am 19 April 70 Jahre alt. — Josef Spiegel (Köln-Mülheim) begeht am 22. April seinen SO. Geburtstag. — Ludwig Mohrenwitz (Schweinfurt), ein treuer Freund des C. V., ist gestorben. Wann und wo finden Sie Rai? bringt wichtige Ereignisse in der jüdischen Welt. Jede Woche müssen Sie die G-Y.-Zeitung lesen. Sie unterrichtet schnell und zuverlässig — für nur 99 Pfennig im Vierteljahr. Senden Sie mir bis auf Widerruf die G-V.-Zeitun'g, 66 Pfennig für Mai und Juni zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Die letzte April-Nummer erhalte ich kostenlos. Name:...........................................................— Ort:.....................................................•......................... Strasse:................................................................. Ausschneiden und mit 3 Pfg. frankiert (oder unfrankiert) senden an: C.-V.-Zeitung, Vertrieb, Berlin W 15, Emser Str. 42. Telephon 92 81 41/45. M. Bloomfield Im „Palast der Arbeit" zu Washington wurde kürzlich das 25jährige Bestehen des Arbeitern iiiisteriums festlich begangen, wobei man besonders der eigentlichen Schöpfer dieses - Mini-. steriums gedachte. Diese waren Oscar S t. r a u s s T der e r s t e j ü d i s c h e M i n i s t e r der USA, der damals für eine Teilung seines Amtes, des Handelsministeriums, in zwei Mini- ■ sterien, eins für. Handel und eins für Arbeit, plädierte, und Samuel Gompers, ein' aus . England stammender Sepharde, damals Präsi- Polsterwaren Eigene Werkst. Umarbeitung Weissensee, Berliner Allee 255 56 3858 >'ord cl ^utseliland Hannover Mittwochs 16—18 Uhr. im Büro Landscbaftstr. 6 pti. (Bankhaus Meyers tein) dent der American Federation of Labour, beide sind vor Jahren gestorben; der dritte aber und der wirksamste war M. Bloomfield, der am 14. März dieses Jahres starb und dem die amerikanischen Zeitungen ausführliche Nachrufe widmen. Bloomfield, ein bekannter Anwalt in Boston, liberaler Schriftsteller, wurde an der Spitze einer staatlichen Kommission, die Präsident Theodore Roosevelt zur Untersuchung der katastrophalen Arbeiterverhältnisse nach Portoriko entsandte, zum ersten Male mit einem amtlichen Auftrag betraut, galt allerdings schon lange als Autorität auf dem Gebiete industrieller, und arbeitsrechtlicher Fragen. Er war am 11. Februar 1878 in Bukarest geboren worden, auf der East Side von New-York wuchs er heran und hatte früh mit Sozialreformern Fühlung genommen. Als Anwalt in Boston gründete er Settlements- Häuser, wie er sie aus New-York kannte, und er- Juwelier Lipowetzki Ank.G.Nr.n/48541 Berlin W 8, ^S^^* Friedrichstrasse 193a, Ecke Leipziger Stresse regte durch die offene Sachlichkeit, mit der er in Vorlesungen an der Havard-Universität, in Vorträgen und Schriften über die Nöte des Arbeiterlebens berichtete, Aufsehen. 1911 sorgte er als Sonderbeauftragte; des Kriegsministeriums für die Vermenschlichung der Arbeitsbedingungen in Portoriko, 1912 war er Arbeitsexperte im Amt für indianische Angelegenheiten, 1913 wurde vornehmlich unter seiner~Initiative das Arbeitsministerium geschaffen, im Kriege wurde er Präsident der industriellen Abteilung der Flottenbaukommission, wobei die reibungslose Durchführung des Flottenbauprogramms sonderlich ihm zu danken war, 1922 entsandte ihn die Regierung geheim, da die USA Söwjetrussland nicht anerkannt hatten, zur Beobachtung der russischen wirtschaftlichen Verhältnisse; die weitere Stellungnahme war von Bloomfields Bericht b^einflusst. Auch von den späteren Regierungen wurde Bloomfield regelmässig-mit besonderen Missionen auf industriellem und wirtschaftlichem Gebiet beauftragt und las über diese Fragen an verschiedenen Universitäten. Anfang dieses Jahres erkrankte er, das Jubiläum des Arbeiteministefiums konnte er" nicht mehr : mitfeiern. Bloomfieid hat keiner : Partei angehört aber sämtliche Regierungen, von Theodore Roosevelt bis. zu Franklin D. Roosevelt schätzten .ihn gleicherniassen. . Bei den jüdischen Arbeitern der USA, die . seine Vermittlung in Streitigkeiten öfters anriefen, war er sehr beliebt F—seh.

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