Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 13 (31.3.1938)
- Date
- 1938-03-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Joseph Samuel Bloch 2× ep/1002878
- Theodor Herzl 2× ep/1007316
- Ferrara 1× ep/1044541
- Martin Buber 1× ep/1009258
- Max Reinhardt 1× ep/1025508
- Nathan Birnbaum 1× ep/1025934
- Peter Altenberg 1× ep/1024724
- Richard Beer-Hofmann 1× ep/1006750
- Samson Wertheimer 1× ep/1002575
- Samuel Oppenheimer 1× ep/1006908
- Sigmund Freud 1× ep/1025006
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Nr. 13 «7. Beiblatt, C&.Mtmq 31.März 1938 * Seite3 Geschichte der Juden Wiens Die Wiener Judengerneinde, deren Schicksal uns in diesen Tagen um so vieles nähergerückt ist, ist die grösste deutschsprachige jüdische Gemeinde Mitteleuropas. Und doch ist uns ihr geschichtliches Werden in seiner besonderen Prägung wenig vertraut. Wir kennen sie fast nur aus den grossen Repräsentanten ihrer Literatur. Die Namen Arthur Sc a nitzler, Hugo v. H o fmanrjst. hal, Richard Beer-Hof mann sind für uns Begriffe, aber bei ihrem Klang ersteht vor uns nicht das Bild jener Gemeinschaft, der sie entstammen. Dabei. verkörpert jede dieser Gestalten einen charakteristischen Teil der Juden Wiens. Der Dichter des „Professor Bernhardi" sucht gleich dem westeuropäischen Judentum meinen „Weg ins Freie'"» Er glaubt nicht, ..dass solche Wanderungen ins Freie sich gemeinsam unternehmen lassen: deun die Strassen dorthin laufen ja nicht im Lande draussen, sondern in uns selbst. Es kommt nur für jeden darauf an, seinen inneren Weg zu finden". Der Urenkel jenes 1759 im böhmischen Prostibar geboreneu und 1835 geadelten Begründers der jüdischen Gemeinde Isak Low Hoi'inann, Hugo v. Hofmannstbal, klagt, dass ■ er „ganz vergessener Völker Müdigkeiten von seinen Lidern nicht abtun kann". Er hat in der restlosen Assimilation die Erfüllung seines Wesens gefunden. Und am In Frankfurt a0SI. Herrenkieidung preiswert und gut über denr Hauptbahniof Schlüsse seines fragmentarischen „Andreas, oder die Vereinigten'" stehen die Sätze „Er war, was er sein konnte und doch niemals, kaum jemals war"*'. Richard Beer-Hofmann fand seinen künstlerischen Halt in einem-verpflichtenden Judentum. „Mirjams Schlaflied" ist der künstlerische Ausdruck dieser Rückkehr aus der europäischen Welt in die Bindung der Tradition. Seins Trilogie vom „König David"1 verspricht die Erfüllung seines dichterischen Traums zu werden. Wir denken aber auch an Theodor Herzl, Joseph Samuel Bloch und H, P. Chajes und sollen nicht vergessen, dass Martin Buber in Wien geboren wurde. Wenn wir neben die literarischen und religiösen Repräsentanten die Männer der politischen Ideologien steilen, so müsseu wir Adolf F i s c b h o f, Ludwig August F ran k i. Ignaz K u r a n d a aus den ISer Jahren und Viktor Adler und Otto Bauer aus der Nachkriegszeit nennen. Sigmund Freud, Max Reinhardt. Peter Altenberg uud Felix Saiten siud uns neben vielen anderen vertraute Figuren. Nichts kann die Besonderheit des Wiener Judentums besser charakterisieren als diese unvollständige Namenliste. Diese Gemeinde unterscheidet sich in ihrer geschichtlichen Entfaltung und ihrem gegenwärtigen Aulbau von allen übrigen jüdischen Gemeinden des reichsdeutschen Gebietes. Nur aus ihrer Geschichte ist das Werden und Wesen ihrer Menschen zu verstehen. Sieht man von den Sagen und Legenden ab, welche die Anwesenheit von Juden schon vor unsere Zeitrechnung verlegen, so kann man drei Perioden jüdischer Geschichte in WTien voneinander abgrenzen. Als erste historische Gestalt tritt uns Altersversorgung Rente bis Lebenseade, garan«. durch Erste Vers-Gesellschift. Aust nnverb. d. Philipp Ucko. Btü.-Wilm.. Brandenburgischestr. 22 Ruf 92 74 43 am Ausgang des 12. Jahrhunderts S c h 1 o m, der Münzmeister des Herzogs Leopold, entgegen. Ueber die Rechtsverhältnisse der damals in enger Gemeinschaft lebenden Juden unterrichten fürstliche Privilegien aus dem Beginn des 13. Jahrhunderts. Von den Verfolgungen der Kreuzzüge und des Schwarzen Todes blieben sie verschont; dafür vollendet sich ihre Tragödie im Jahre 1421 um so furchtbarer. Wegen angeblicher Hostienschändung macht man ihnen den Prozess. Ihr Vermögen wird zugunsten des Staates eingezogen, sie selbst besteigen den Scheiterhaufen, legen Hand an sich und ihre Frauen und Kinder. Die blühende Gemeinde, die so hervorragende Vertreter wie Jizcbak ben Mosche, nach seinem Werk „Or Sarua*' (Ausgewähltes Licht) genannt, und Meir ben Baruch Haie vi an ihrer Spitze gesehen hatte, ist vernichtet. Nahezu zweihundert Jahre vergehen, bis ein neues Gemeinwesen entsteht Wohl erlangen einzelne „hofbefreite und privilegierte" Juden Aufenthaltsgenehmigung, aber offiziell gibt es keine Juden in Wien. Sie gehören, soweit sie anwesend sind, dem weiteren Gefolge des Hofes an. Am Ausgang des 16. Jahrhunderts hat sich trotz aller Erschwernisse wieder eine Gemeinde gebildet. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als Rabbi J o m t o w L i p - mann Heller aus Prag in Wien wirkte, wissen wir von einem Friedhof und von der zwangsweisen Ansiedlung der Juden im „unteren Werd", der heutigen Leopoldstadt. Die zweite Austreibung erfolgt 1670. Die Flüchtlinge wenden sich nach Preussen (Berlin), nach Bayern (Fürth), nach Mähren, Polen und Ungarn, von wo sie Generationen später wieder zurückströmeru Die zweite Periode der jüdischen Geschichte Wiens steht im Zeichen der Hofjuden. Die staatliche Judenpolitik war bestrebt, die Zahl der Juden zu vermindern und ihre Vermehrung zu verhindern. Es entsteht ein ununterbrochener bürokratischer Kampf um Aufenthaltsgenehmigung, Zahlung von Abgaben, mögen sie Sühnegeld, Darlehen, Toleranzgebühr oder sonstwie beissen. Das Verbot der Gemeindegründung, Eheerschwernisse, Visitationen, Ausweisungen unterstützen dieses Ziel. Am Ausgang des 18. Jahrhunderts wohnen nur etwa sechzig jüdische Familien in Wien. Drei Persönlichkeiten drücken in dieser Zeit der Wiener Judenheit den Stempel auf. Samuel Oppenheimer und Samson Wertheimer aus Worms, sowie Diego d' A g u i 1 a r, ein zum Judentum zurückgekehrter Maraime. Noch das Toleranzedikt Josefs IL von 1782 untersagt die Bildung einer Gemeinde Nur einer Minderheit der Wiener Juden, den türkischen Spaniolen, gelingt der Zusammenschluss mit staatlicher Genehmigung. Die grössere deutsch-jüdische Gemeinschaft verrichtet ihren Gottesdienst in Private wbhnungen oder armseligen Bretterbuden, bis auch hier die Behörde einschreitet. Die offizielle Judenpolitik wirkte mit mehr oder minder starkem Zwang auf Assimilation hin und unterdrückt alles, was zu einer Autonomie der Gemeinde führen könnte. Was Wunder, dass eine Gemeinschaft die derart ihrer geistigen und seelischen Bindungen beraubt war, mit den ersten Anzeichen einer neuen Zeit ihre Ueberlieferungen vergisst, die Tradition verlässt und die nunmehr mögliche Annäherung au die Umwelt hemmungslos vollzieht. Die eifrig besuchten Betstuben veröden, die Tauibewegung beginnt, und es vollzieht sich jener Prozess, der das Judentum Wiens in seiner dritten Periode geprägt hat. Als einer der ersten nimmt Abraham Wetzlar die Taufe, die Familien Arnsteiner und Sonnenfels folgen, zu den Täuflingen zählt auch der Operntextdichter Lorenzo da Ponte. Aber noch gibt es die E s k e 1 e s und Herz, die Königsberg und Rothschild, alle geadelt eine kleine Elite. 1802 beträgt die Zahl der ,.Tolerierten" noch immer nur 133 Familien. In Wirklichkeit dürften damals etwa 4000 Juden in Wien gewesen sein. Im Kampf um die Gleichberechtigung, der seinen Ausgang von Paris nimmt, stehen Michael Lazar Biedermann und Simon v. L ämm el au der Spitze. -Sie werden unterstützt von dem jungen Prediger Isak Noa Manuheimer. der später der erste Rabbiner der neuerstandenen Gemeinde werden sollte. Erst 1823 wird der Bau eines neuen Tempels bewilligt, und als Vollendung der Emanzipation gilt das interkonfessionelle Gesetz vom 25. Mai 186S. Zwanzig Jahre später als in Preussen, fast 80 Jahre später als in Frankreich beginnt diese letzte Epoche im Leben der Juden Wiens. Als 1806 Kaiser Franz auf die römischdeutsche Kaiserwürde verzichtete und das abä gesonderte Kaisertum Oesterreich begründete, bestand die Judenschafi Wiens im Kern aus den privilegierten Familien der Hofjuden und deren Anhang. An der Spitze stand das Haus Rothschild. Zur Kongresszeit war der Salon der Fanny v. Arnstein in seiner Bedeutung mit dem der Rahel Varnhagen in Berlin zu vergleichen. Von allen diesen Familien sind heute lediglich die Rothschilds * im Verband der Gemeinde verblieben, alle anderen sind katholisch konvertiert, viele geadelt, manche erloschen. Von der Gedankenwelt der 48er Jahre wurde Wien in besonderem Masse erfasst. An den Ereignissen des März sind Juden als Führer (Ludwig August F ran kl. Ignaz Kurauda, Adolf F i s c h h o f u. a.), als Opfer (Karl Heinrich Spitzer und Bernhard Herschmann) und als Gegner beteiligt Die Bewegung war von ihnen nicht entfesselt aber schliesslich mit getragen worden, weil sie von ihr die Gleichberechtigung erhofften. Aber die Gegenbewegung Hess nicht auf sich warten. Damals zuerst und dann durch Jahrzehnte hindurch immer mehr anschwellend, trat von Prag her die Frage der Organisierung des Vielvölkerstaates in den Vordergrund des Interesses. Die Juden Wiens blieben Anhänger der zentralistischen Idee. Sie fanden für diese. Haltung weder bei den Slawren noch bei den Deutschen noch beim Klerus Verständnis. Wenn sie auch an der Blüte des Wiener Wirtschaftslebens, dem Glanz der medizinischen Sehule der Kaiserstadt dem Ansehen des kulturellen Lebens mitbeteiligt waren, in dem aufreibenden Kampf aller gegen alle, der die innere Geschichte des Vorkriegsösterreich ausmacht, wurde auch die judenfeindliche Strömung neu entfesselt. In Georg v. Schönerer fand sie ihren deutschnationalen und akademischen, in Karl Lueger ihren klerikalen und volkstümlichen Vertreter. Zugleich aber trafen immer neue Wellen jüdischer Menschen von allen Seiten her im Wiener Becken zusammen. Der deutschsprachigen böhmischen und mährischen Schicht, die den Kern des jüdisch indifferenten Bürgertums ausmachte, folgte die ungarische und als ein besonderer Bestandteil die slowakische, welche die Fahne der Orthodosie inmitten der Weltstadt aufrecht erhielt. Bald erreichten dann die ersten Vorläuf er der Zuwanderung aus Galizien die Metropole des grossen Reiches, zu dessen peripheren Bestandteilen sie seit den polnischen Teilungen gehört hatten. Kein Wunder, dass allmählich auch im jüdischen Lager Stimmen laut wurden, welche auf eine neue Situation die Antwort der Zeit erteilten. Der Fiorisdorfer Rabbiner Joseph Samuel Bloch, ein Schüler Fischhofs uud Mitbegründer der Rechlsschutzorganisation der „Öeslerreichisch-Israelitischen Union", gab in seiner Schrift „Der Nationalitätenzwist und die Juden in Oesterreich" dem Gedanken Ausdruck, dass die Juden sich aus den Reihen der Naüonalparteien zurückziehen und nichts als Juden sein sollten. Männer wie Nathan Birnbaum und Kadisch verfochten die Parole nationalkultureller Autonomie. Die Verbindung „Kadimah", von dem russisch-jüdischen Hehraisten Perez Smolenskin angeleitet, wurde die erste jüdisch-nationale Studentenverbindung des Westens; von da her nimmt die Erneuerung des Cbanukkafestes als „Makkabäerfeier" ihren Ausgang. Theodor Herzl schliesslich unternahm den Versuch, das gesamte „Volk" in seinen altneuen Judenstaat zu verpflanzen und es eben erst dadurch eigentlich zum Volk umzuwandeln. Alle diese Bewegungen sind in der zionistischen Bewegung zusammengeflossen, die seit dem Oberrabbinat Chajes auch die Institutionen der Kultusgemeinde durchdrang und beherrschte. Dass daneben auch andere Strömungen, wie in allen westeuropäischen Gemeinschaften des Judentums, um die Massen warben, zeigte sich noch in den letzten Wochen bei der geplanten und inzwischen überholten Neuorganisation der jüdischen Jugend Wiens. Der Weltkrieg und was ihm folgte, hat diese Linie der Entwicklung nur scheinbar fort- ÄLÜGÄTOr ct^sVi-n-d:gute Uder UNSERE VERKAUFSGESCHÄFTE. Berliu. TauentzieustraSe 16 Hamberg. Jungferastieg 43 *KöLn a. EL. Hohestraße 115 Essen. Limbeckstraße 10 Essea.Adolf-ffitIer-StraSe IS Bochum, Kortumstraße 67 Frautf nrt a. iL. EoSmsrktlS Zentrais. Offenbacb a. M, Wuppertal-Elberfeld Herzogstraße 36 geführt., in Wirklichkeit hat er sie zerstört Er bat Zehntausende von Flüchtlingen aus dem von den Russen besetzten Galizien nnd aus der Bukowina nach Wien gefegt: Arbeiter und Kaufleute,* Sozialisten und Chassidim, und die jüdische Bevölkerung der Stadt schwoll zeitweise auf über 200 000 Menschen an. Er bat durch die unorgauische Grenzziehung, mit der er abschloss. das Wirtschaftsleben gedrosselt. In langen Jahrzehnten aufgebaute Unternehmungen wurden vernichtet, der kaufmännische Mittelstand ruiniert. Das Massenelend in. den von Juden am dichtesten bevölkerten Quartieren Wiens nahm Formen an, die kaum mehr bewältigt werden konnten. Die Zahl der von der Israelitischen Kultusgemeinde betreuten Personen stieg mit 60 000 auf über ein Drittel der Gemeindemitglieder. Die als notwendig erkannte berufliche Umschichtung konnte unter der drückenden Last dieser Verpflichtung nur langsam fortschreiten. Die Ereignisse der letzten Wochen haben zu den alten Problemen neue gefügt. Die Nöte des jüdischen Wien sind zur Sorge aller in Deutschland lebenden Juden geworden. In diesem Augenblick, in welchem wiederum eine Epoche der Juden Wiens zu Ende geht und eine neue beginnt, muss aller Streit, der so oft die Gememde zerriss, still werden, und allein der Gedanke derinneren Erneuerung und das Werk der Hilfe darf die Szene beherrschen. Die Juden in Deutschland reichen ihren Glaubensbrüdern in Oesterreich die Hand und warten einsatzbereit auf den Augenblick, der ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Erfahrung und ihre Arbeitskraft am gemeinsamen Hilfswerk zu bewähren. Auslands-Nachrichten England Aus Anlass des 25jährigen Dienstjubiläums des Chief Rabbi of British Empire Dr. J. H. FI e r t z fand in London eine Festversammhing statt auf der sämtliche jüdischen Gemeinden des britischen Reichs vertreten waren. Als Festgabe erhielt der Gefeierte ein Gemälde von Joseph Oppenheim. In Bradford hinterliess der jüdische Fabrikant Berthold Reif 5000 Pfund Sterling, die zur Hälfte zugunsten jüdischer -und zur anderen Hälfte zugunsten niebtjüdischer alter und kranker Einwohner seiner Geburtsstadt Bucovice (Tschechoslowakei) verwandt werden sollen. Frankreich In Paris starb im Alter von S8 Jahren der frühere französische Handelsminister und Kam- . merabgeordnete Auguste I s a a c s. Italien Der Bürgermeister von Ferrara, ßenzo R a v e n n a , ist aus Gesundheitsgründen von seinem Amt zurückgetreten. Auf dem Abschiedsabend, den die Stadt ihrem scheidenden Bürgermeister gab, überbrachte Marschall Balbo "die Grüsse und den Dank Mussolinis und charakterisierte die verdienstvolle Tätigkeit Raverinas. Zu den Wahlen für den Rat des jüdischen Gemeindeverbandes sind zwei Listen aufgestellt worden. An der Spitze der zionistischen Kandidaten steht der Grossindustrielle Federigo J a r a c h aus Mailand, die andere Gruppe wird von den Generälen L i u z z i aus Turin und Angelo d i N o 1 a aus Rom geführt. Litauen Sechs litauische Süidentejo, die sich an den judenfeindlicben Ausschreitungen in der Universität Ivowno beteiligt hatten, wurden vom Senat der Universität vor das Disziplinargericht gestellt, weitere 20 Studenten sind im Verwaltungsverfahren bestraft worden. Holland Das Comite voor bijzondere Joodsche Belangen besteht fünf Jahre, Auf einer Festsitzung dankte der Vorsitzende A. A s s c h e r den Behörden, der jüdischen Gemeinde und zahlreichen Nichtjuden für die Hilfe, welche sie der Arbeit des Komitees stets gewährt haben. Er wies darauf hin, dass 11000 Personen beraten und 5000 Emigranten aus Holland weitergeleitet worden seien. Für Auswanderungszwecke seien 323 000 Gulden, an Unterstützungen 1515 000 Gulden und an Darlehen 65 000 Gulden, insgesamt also fast 2 000 000 Gulden aufgebracht worden. Polen In der vorigen Nummer der C.-V.-Zeitung hatten wir berichtet, dass die Verwaltungskomnüssion des Sejm den Antrag auf Einführung des Schächtverbots abgelehnt hat Im Plenum wurde jedoch am 25. März das Gesetz gegen die Stimmen der jüdischen, ukrainischen und einiger fortschrittlicher Abgeordneter angenommen- Das Gesetz soll am 1. Januar 1939 in Kraft treten, muss jedoch, um Gültigkeit zu erlangen, auch, noch vom Senat genehmigt werden. Bevor es zu der Abstimmung kam, war eine Abordnung des jüdischen Parlamentsklubs, der die Abgeordneten So mm er stein, Rubin- HERREN-KLEIDUNG fertig und noch Mos* fQaali j TO P%ATZ stein und M i n z b e r g angehörten, vom Ministerpräsidenten Slawoj Skladkowski empfangen worden. Sie begaben sich auch zum Minister für die öffentlichen Arbeiten und zum Landwirtschaitsminister, und richteten einen Appell an die Regierung, die Abstimmung im Sejm nicht zuzulassen, weil das Gesetz die religiösen Empfindungen der Juden verletze. De? polnische Rabbinerverband erliess einen Aufruf an die SVs Millionen Juden in Polen, sich einmütig des Fleischgenusses zu enthalten, falls das Gesetz Annahme finden sollte. In der gleichen Sitzung des Sejm wurde ein Gesetz über die Entziehung der polnischen. Staatsangehörigkeit in dritter Lesur.g angenommen, nach weichem Personen, die länger als fünf Jahre ün Ausland leben, und. jede innere Beziehung zum polnischen Volk und Staat verloren haberu oder solehe Personen, die es ablehnen, innerhalb einer von den Behörden gestellten Frist nach Polen zurückzukehren, ausgebürgert werden können. Das Gesetz wurde gegen die Stimmen der jüdischen Abgeordneten angenommen, die in der Aussprache u. a. darauf hinwiesen, dass auch die in Oesterreich lebenden 30 000 polnischen Judeu sowie zahlreiche Juden, in Rumänien von diesem Gesetz schwer betroffen würden. Einige Abgeordnete haben dem Sejm fünf Gesetzesentwürfe vorgelegt, die für das innerpolitische Leben Polens von Bedeutung sind. Darunter befindet sich ein Antrag auf A e n d e - rung der jüdischen Namen in Polen und auf Revision der nach dem Jahre 1918 vorgenommenen Einbürgerungen. Die Anträge wurden von dem Abgeordneten S z y - ko r s'k i vertreten. An der Wawelbergeschen technischen Hochschule in Warschau kam es zu judenfeiud» liehen Ausschreitungen, wobei 12 jüdische Studenten schwer verletzt und das Heim des jüdischen Studentenvereins demoliert wurde. Das Institut wurde auf unbestimmte Zeit geschlossen. In einer Versammlung von 3000 Mitgliedern der Nationalen Studentenvereinigung wurde erneut eine Resolution gefasst und dem Rektor zugeleitet wonach alle Juden von der Hochschule zu entfernen seien. In Lemberg wurden zwei Studenten schwer verletzt Bei den Ausschreitungen, die mit der polnisch-litauischen Spannung im Zusammenhang Li M2rM M mm / ß In aHen führenden Wäschegeschäften MkiMliiß&M**9 WW SSSCite Damenwäschefabrik Rosa Klauber / München m&