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Central-Verein-Zeitung · 1938-03-17 · 11 (17.3.1938) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
11 (17.3.1938)
Date
1938-03-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 C-V.-Zeifung Nr. 11 » 17. Marz 193$ entwickelte moderne Technik, die europäische Erfinder und Entdecker geschaffen haben, die wirksamste "^affe. Die gesamte Wirtschaliswelt des islamischen Orients ist gegenwärtig in einer gewaltigen Umwälzung begriffen. Sämtliche modernen technischen Hilfsmittel werden in den Dienst jener Umwälzung gestellt: es gibt heute eigene islamische FlugverkehrsgesellschafoAKmann&Gerson tSSSSSSSi ^Serlln-Welssensee, Lothringens». 2a 56 32 54. teil, neue Eisenbahnen überwinden die Entfernungen, neu gebaute Autostrassen — besonders die von den Engländern geplante asphaltierte Autostrasse zwischen Palästina und Bagdad — vermindern die Gefahren des Verkehrs in der Wüste, Rundfunkanlagen sorgen für schnellste Verbreitung aller wichtigen Nachrichten, und zahlreiche Zeitungen für die Bildung der öffentlichen Meinung. Diese Technisierung des vorderen Orients und Aegyptens soll aber dem Aufbau eigener nationaler Industrien dienen. Am entschiedensten hat die neue Türkei unter der entschlossenen Führung Kemal Atatür'ks den Prozess der Industrialisierung betrieben. Moderne Kraftanlagen, Fabriken, Hochöfen, Eisenbahnlinien und Autostrassen künden davon. Neuerdings plant man die Errichtung einer eigenständigen Schwerindustrie. Dies alles unterliegt der Kontrolle einer staatlichen Planwirtschaft. In Iran betreibt ein sich jung fühlendes Volk das grosse nationale Unternehmen der transiranischen Eisenbahn; ausserdem entwickelt es die einheimische Baumwoilerzeugung und Zuckerindustrie. Irak schlägt "aus seinen reichen Bodenschätzen nationales Kapital: nicht nur der reichlich vorhandene Rohstoff Baumwolle eröffnet ihm weite wirtschaftliche Perspektiven, sondern vor allem das Interesse der grossen englischen und amerikanischen Erdölgruppen an den Petroleumfeldern von Mossul rückt das junge arabische Königreich in den Umkreis weltpolitischer Erwägungen. Während aber Ibn Saud in seinem Reich die nomadische Viehwirtschaft in eine bodenverwurzelte Agrarwirtschaft umwandeln will, geht man in Aegypten damit um, den Schwerpunkt von der agrarischen auf die Industriewirtschaft zu verlegen. Die Schwierigkeit, die unheimlich wachsende Bevölkerung durch Landwirtschaft zu ernähren, hat die ägyptische Staatsführung veranlasst, auf Grund der Bodenprodukte und -schätze eine industrielle Autarkisierung ins Werk zu setzen. Die Tendenz dieser wirtschaftlichen Entwicklung ist offenkundig: Aegypten und Vorderorient wollen nicht mehr wie bisher nur Rohstoffquellen für den europäischen Industriebetrieb abgeben, sondern Im Gegenteil die wirtschaftliche Unabhängigkeit des islamischen Orients ermöglichen. Messe Wirtec&aftspolltik Deshalb geht man jetzt dazu über, die vorhandenen Rohstoffe nach Möglichkeit im eigenen Lande zu verarbeiten, Nicht nur das den Europäern feindliche Nationalgefühl, sondern auch die harte Notwendigkeit, eine sich immer rascher vermehrende Bevölkerung zu ernähren, schreibt diese Wirtschaftspolitik gebieterisch vor. Es ist eine bekannte Erfahrung, dass die Bedürfnisse und Ansprüche der arbeitenden Masse bei zunehmender Industriealisierung — im Gegensatz zu einer primitiven Agrarverfassung —- sich steigern. Je stärker aber das Verlangen nach einer Hebung des Lebensstandards in der Seele des islamischen Arbeitnehmers Platz greifen wird, desto intensiver muss die Wirtschaftsführung des islamischen Orients bestrebt sein, die Vorteile und Verdienste, die bisher die rohstoffverarbeitende okzidentale Industrie einheimste, dem eigenen Lande zugute kommen zu lassen. Der Gedanke der Nationalwirtschaft zeichnet sich daher im Gefüge des wirtschaftlichen Lebens immer deutlicher ab. Aegypten und die Türkei suchen ihre Landesproduktion. sowreit es möglich ist, autark zu gestalten. Da es zum Beispiel in Aegypten an Kohle fehlt, arbeitet die Regierung des Niiiandes darauf hin, die Energie der reichen Wasserkräfte für den Industriebetrieb nutzbar zu machen. Zugleich lässt sie den Boden auf Mineralvorkommen planmassig durchforschen. Im Hintergrund dieser nationahvirtschafiiichen Tendenz steht der Gedanke der politischen Autonomie. Die Türkei und Aegypten planen den Aufbau einer staatlichen Rüstungsindustrie. Die grosszügige Erneuerung des Verkehrswesens dient nicht bloss dem Ausbau der Handeisbeziehungen der ' islamischen Staaten untereinander, sondern sie kann auch im gegebenen Falle militärischen Zwecken dienen. Seitdem die Engländer ihre Besitzrechte an den Eisenbahnen des Irak an das junge arabische Königreich Ende März 1936 abgetreten haben, beginnt die Lücke im Bau der Bagdad-Bahn sich zu schliessen. Nach jahrzehntelangen Hemmungen nähert das grosse Projekt, der Ueberlandweg von Mitteleuropa bis zum Iran-Golf, sich seiner Verwirklichung. Gleichzeitig beabsichtigt König Ibn Saud die Erneuerung der Damaskus und Medina verbindenden Hedschas-Bahn, die bis zum heiligen Mekka weitergeleitet werden soIL Ein dritter Nervenstrang im Organismus der hohen Politik ersteht in der transiranischen Bahn, die das Kaspische Meer mit dem Iranischen Golf verbinden wird. Weit über den Rahmen Palästinas hinaus erstreckt sich die Bedeutung Haifas, das sich zum grossen Ausfuhrhafen des islamischen Orients und zur Durchgangsstation zwischen der Welt des Mittelmeers und Asien entwickelt Welche Folge wird die wirtschaftliche Verselbständigung des vorderen Orients für das Abendland haben? Als englische Firmen, um den Absatzrückgang in Baumwollerzeugnissen zu stoppen, eigene Baumwoilwarenfabriken im Rohstofilande Aegypten errichten wollten, hat die ägyptische Regierung im nationalen Interesse ihre Genehmigung versagt. Aegyptische Baumwolle solle im eigenen Lande nicht Die Juden in Oesterreich Briefmarkes? - Frite Lewin Berlin W 35, Lüfzows?rajse 91 Ä. von Engländern, sondern von Aegypten! verarbeitet werden. Diese Nachricht aus Aegypten besagt sehr vieL Bei einer industriellen Verselbständigung der Rohstoffe liefernden Länder ist die Stellung des Abendlandes als eines Rohstoffe verarbeitenden Wirtschaftsfaktors gefährdet Hervorragende Kenner und Erforscher seines Wirtschaftslebens haben die Rückkehr zu Formen der Bedarfsdeckungswirtschaft; wie sie in der Zeit vor dem Hochkapitalismus üblich waren, vorausgesagt. IMe itfekwirtaesg auf Und unter dem Gesichtspunkt der weltgeschichtlichen Auseinandersetzung zwischen Orient und Okzident muss man auch die schwere Schicksalsfrage des heutigen Judentums — das jüdisch-arabische Problem — zu verstehen suchen. Obwohl das Judentum Palästinas in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung keineswegs einheitlich ist, vielmehr eine Mischung sowohl westjüdischer als auch ostjüdischer Merkmale und Tendenzen bildet, wird man doch sagen dürfen, dass das jüdische Aufbau- und Siedlungswerk in seinen Arbeitsmethoden ein Exponent der europäischamerikanischen Zivilisation ist. Es ist unser Los, die Ost-West-Spannung zwischen Orient und europäisch-amerikanischer Zivilisafion in uns auszutragen. Hierin münden alle internen Lebensprobleme des jüdischen Palästina, insbesondere die Frage der Einordnung der Religion in die neu entstandenen Arbeitsformen. Jedoch das ist eine innerjüdische Angelegenheit, die in Anbetracht der Schärfe der jüdischarabischen Spannung in den Hintergrund tritt. Jene Spannung ist bekanntlich dadurch entstanden, dass die arabische Bevölkerung Palästinas sich von dem Arbeitseinsatz der jüdischen Einwanderer, die über die technischen Errungenschaften der westlichen Zivilisation verfügten, überflügelt und bedroht fühlten. Unverkennbar hat die Anwendung der technischen und wirtschaftlichen Methoden der Zivilisation des Westens dem jüdischen Aufbauwerk einen bedeutenden Vorsprung verschafft. Aber dieser Vorsprung ist von einer Fortdauer der technischen und wirtschaftlichen Primitivität des arabischen Bevölkerungsteils Palästinas abhängig. Wenn einmal die Europäisierung und Technisierung, die in der neuen Türkei und im Irak, in Iran, Arabien und Aegypten im Gange ist, auch auf den arabischen Teil Palästinas übergreifen würde, wenn die Industrialisierung und wirtschaftliche Erschliessung des Vorderen Orients auch an Palästina nicht vorbeiginge, dann würde das jüdisch-arabische Problem wahrscheinlich ein anderes Aussehen erhalten. Es würde sich dann in einen Wettlauf um die schnellere Anwendung der Methoden der europäisch-amerikanischen Zivilisation verwandeln. Niemand vermag heute zu sagen, ob diese Möglichkeit eintreten wird; ebensowenig wie jemand über die politische Zukunit Palästinas und die Weiterentwicklung des jüdisch-arabischen Verhältnisses mehr als Mutmassungen anstellen kann. Eine sichere Aussage last sich dagegen über die geschichtlichen Ursachen der zur Zeit noch ungewissen und ungelösten Lage Palästinas Zahlen und Daten Die Vereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich legt nahe, einen ersten Ueberblick über Zahlen und Zusammensetzung der dort lebenden Judenheit zu gewinnen. Die letzte Volkszählung, die. 1934 stattfand, ergab eine Gesamtzahl von 191500 Juden in Oesterreich. Sie machen 2,8 Prozent der gesamtösterreichischen Bevölkerung aus. Allerdings sind von der Zählung nur die Glaubensjuden, nicht aber auch die getauften und die aus dem Judentum ausgetretenen erfasst, deren Zahl nicht unwesentlich ist Der weitaus überwiegende Teil der Juden Oesterreichs ist in Wien ansässig. 1937 lebten dort etwa 170 000 Juden gegenüber 176 000 zwei Jahre vorher und etwa ebensoviel im Jahre 1914. Wenn 1923 über 200 000 gezählt wurden, so ist dies darauf zurückzuführen, dass nach dem Zerfall der alten Donaumonarchie Einbürgerungen von Juden aus den ehemals österreichischungarischen Ländern im damaligen Deutsch- Oesterreich erfolgt waren. Die Gegenüberstellung lässt deutlich den Rückgang der jüdischen Bevölkerung in Wien erkennen, der für ganz Oesterreich massgebend ist Er erklärt sich einmal aus der Auswanderung im Zeitraum von 191S bis 1937, die einen Umlang von etwa 20 000 Personen hatte, zum anderen aus dem starken Rückgang der Geburtenzahl (1923: noch über 2700; 1936: nur noch etwas über 700). Während es 1914 noch einen Geburtenübersehuss (250) gab, setzte nach dem Kriege die umgekehrte Entwicklung ein, so dass 1926 bereits ein Sterbeüberschuss von mehr als 1000 ermittelt wurde, der sich bis 1930 nochmals um die Hälfte erhöhte und 1938 die Ziffer von 1800 erreichte. Die beiden für den Rückgang der jüdischen Bevölkerungszahl in Wien massgebenden Faktoren, die Auswanderung vorwiegend jüngerer Mensehen und der Geburtenrückgang, bewirken gemeinsam eine so starke Ueberalterung der Juden in Wien, dass in kurzer Zeit ein aussergewöhnlicher Bevölkerungsschwttnd feststellbar sein wird. Von den 170 000 Juden in Wien haben etwa 35 000 die polnische Staatsangehörigkeit Die Zuwanderung aus den östlichen Gebieten war am stärksten in den Jahren nach Kriegsbeginn. Man schätzt ihre Zahl auf rund 60000. Die Zahl der Juden in den Bundesländern spielt gegenüber der Zahl der in Wien lebenden Juden eine nur untergeordnete Rolle. In den Bundesländern leben insgesamt etwa 15 300 Juden, davon in Niederösterreich 7700, in Oberösterreich 900, im Burgenland 3600, in» der Steiermark 2200, in Tirol 350, in Salzburg und Kärnten je etwa 250 und in "Vorarlberg 50 Juden. Insgesamt gibt es in Oesterreich 34 jüdische Kultusgemeinden. Die bedeutendsten sind, wenn man einmal Wien ausser acht lässt, Baden bei Wien (2400 Juden). Linz (1250), Graz (2450), Innsbruck (400), Salzburg (250), Im alten Oesterreich-Ungarn lebten 1910 etwa 1,3 bis 1,4 Millionen Juden, im Deutschen Reich 1914 565 000 Juden, zusammen also rund zwei Millionen Juden. Die entsprechenden Zahlen für die Gegenwart lauten etwa 350000 (für das Deutsche Reich), 191 500 (für das gegenwärtige Oesterreich), also 541500 insgesamt. Massnahmen Justizminister Franz Hueber bat die sofortige Enthebung aller Richter und Staatsanwälte von ihren Aemtern verfügt, sofern sie Juden oder Haibjuden sind. Juden oder Halbjuden werden zur Rechtsanwaltschaft und zu den Notariaten nicht neu zugelassen. Bei der Rettungsgeselischaft wurden alle jüdischen Aerzte durch arische Aerzte ersetzt In einem Erlass wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass daa Hakenkreuz von Juden nicht getragen werden darf. Es wird mitgeteilt, dass Juden aus allen Jugendverbänden auszuscheiden haben, und dass sie den Sportverbänden und,der Turnerechaft fi^^b^UmMCMMafi ROBERT WOLFERS, W 15 ASPH3i!96rUng3n KurfUrstendamm 48/49 Pflasterungen, Btirgerstetge, — Telephon: 924765 nicht angehören können. Aus den Durchführungsbestimmungen zur Volksabstimmung am 10. April geht hervor, dass Juden zur Abstimmung nicht zugelassen werden. Zahlreiche jüdische Redakteure sind beurlaubt oder entlassen worden. An den Grenzen nach der Tschechoslowakei, Rumänien und Ungarn sind von den betreffenden Ländern die Grenzkontrollen verstärkt worden, um den Zustrom von Emigranten zu unterbinden. * A. R. Inmitten des geschichtlichen Vorganges, der sich gegenwärtig vollzieht, scheint es verfrüht, den Juden Oesterreichs, die nun die gleichen Reichsgrenzen wie uns rnnschliessen, mehr zu sagen, als dass wir für sie da sein wollen, wo sie uns brauchen und wie es zulässig sein wird, mit Rat und Tat. Die innere Zusammensetzung und damit auch die innere Haltung der Juden in Oesterreich — und das will vor allem besagen in Wien — unterscheidet sich in wesentlichen Beziehungen von der unsrigen. Die nüchternen Zahlen der Statistik sagen Hinreichendes darüber aus. Ziel und Richtung der Arbeit, die für diese Gruppe der Judenheit zweckmässig sein kann, werden dementsprechend vielfach anders sein müssen, als sie von uns in mehr als einem Jahrfünft erprobt wrurden. und in Wirksamkeit sind. Unsere Hilfe wird deshalb zunächst in der Hauptsache in dem Vorbild der Haltung zu bestehen haben, mit der wir an die Bewältigung unseres Schicksals herangegangen sind: jene Verbindung von jüdischem Bewusstsein und Weltoffenheit, von nüchterner Arbeit und Zukunftswirken, von Gemeinschaftsbewusstsein und Persönlichkeitsbildung, die unseren Menschen hier wie draussen ihr Gepräge gibt Wir möchten, dass dem Zuwachs an Sorgen, die die Entwicklung bringt, die Mehrung der Einigkeit in den jüdischen Reihen, vor allem in Wien entspricht, wo vor erst kurz zurückliegender Zeit ein jüdischer Wahlkampf in uns unfasslichen Ausmassen und Formen geführt worden ist "Wir möchten, dass die Juden in Oesterreich auch aus den Fehlern lernen, die bei ä Max Müller 4 Uhren Jawelen, Gott-u.S Berlin C Süöerwaren MimzstraßeT3 uns gemacht worden sind, und rascher als die Judenheit hier den Zeitabschnitt überwinden, in dem statt praktischer Tätigkeit ideologische und historische Theorie getrieben wurde. Es kommt jetzt nicht so sehr darauf an, in Diskussionen darüber einzutreten, ob eine gewisse jüdische Diagnose vom Schicksal der Judenheit in der Diaspora ineinem neuen Sektor sich bestätigt, als Juden in einer Schicksalswende jenseits von Parteiprognosen zu helfen. Auch in diesem Zusammenhange sind uns die besorgniserregenden Feststellungen über die Zukunft eines jüdischen Palästina eine besonders ernste Mahnung zu nur sachlicher Arbeit. machen. Wir haben gesehen, dass der Versuch einer neuen Gestaltung des Vorderen Orients, den England und Frankreich in der Nachkriegszeit vornahmen, sich als unhaltbar erwiesen hat. In entsprechender Weise ist die heutige ungeklärte Lage Palästinas die Folge der Versprechungen, die die englische Politik aus Kriegsnotwrendigkeiten sowrohl den Arabern als auch den Juden gemacht hat 1915 versprach sie den Arabern ein unabhängiges grosses Reich und zwei Jahre später den Juden in der Balfour-Deklaration eine nationale Heimstätte in Palästina. Als sich dann später bemerkbar machte, dass die beiden Versprechungen schwer miteinander in Einklang zu bringen seien, hat die englische Politik 5ich durch eine eigenwillige Interpretation zu helfen gesucht Was sie den Arabern auf ihre Forderung erwiderte, haben wir bereits in dem vorangegangenen Aufsatz dargelegt. Den Juden aber, die sich auf die Balfour-Deklaration beriefen, hat der englische Staatsmann Churchill' fünf Jahre später bedeutet, dass man ihnen nur eine Nationale Heimstätte in Palästina, aber uicht Palästina als nationale Heimstätte in Aussichi gestellt habe. Diese Interpretation . hat begreiflicherweise keine der beiden beteiligten Parteien befriedigt. Seit der Mandatsübernahme durch England ist Palästina nicht zur Ruhe gekommen. Die Hoffnung, es werde dort eine Art binationaler Staat auf der Grundlage jüdisch-arabischer Parität entstehen, hat sich ebensowenig erfüllt wie die Hoffnung auf die Verwirklichung eines uneingeschränkten Judenstaats. Das Mandatssystem hat sich als ebenso unfruchtbar erwiesen wie im Irak und in Syrien. Was übrigblieb, ist der umstrittene Plan einer Aufteilung Palästinas auf Grund des Peel- Berichtes, dessen Durchführung zur Zeit noch uagewiss ist. Es wird der Anspannung aller Kräfle des Judentums in der heutigen und kommenden Zeit bedürfen, um der Situation, die die Wandlung der islamischen Welt ergeben hat, gewachsen zu sein. Chefredakteur: Dr. Alfred Hirsch her?:, (verreist); stelJ vertretender Chefredakteur und verantwortlich für den gesamten Inhalt: Dr. Margarete Edesheim. Verantwortlich für Jeu Sport: Dr. Ernst G. Löwenthal; verantwortlich für die Aufnahme von Bilderp: Dr. Margarete E d e Tb. e i m , sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Frei- Umschlag beizufügen. Leiter der. Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan. Berlin. DA. IV. Vj. 37095. PI. 6. Verlas: Jüdischer Centrai-Verein e.V., Berlin W 15, Emser Strasse 42. Druck der Buchu. Tiefdruck Gesellschaft mbH., Berlin SW 68. Schneemann * Handschuhe -— Neue Frühjahrs * Modelle Kurf ürstendamm 203-204 Ecke Knesebecksfrasse (Tel. 92 19 58)

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